Archive for März, 2011

Altes Pottkind im neuen Center

Jörg Waldrich managt das Reschop-Carré

Jörg Waldrich

Jörg Waldrich

Jörg Waldrich, nach eigenen Worten „altes Pottkind“ und – nach den Worten der Redakteurin – „alter Center-Management- und Karstadt-Hase“ – sorgt seit dem Jahreswechsel dafür, dass im Hattinger Reschop-Carré alles rund läuft.
Für uns Einwohner ist so ein Center ja immer noch etwas Neues (jedenfalls in unserer eigenen Stadt!). Für Jörg Waldrich sieht das anders aus, er hat schon viele ähnliche Projekte mit entwickelt und betreut. Wie kann man sich als Mensch, der das Carré als Kunde besucht und nur diese Perspektive kennt, seine Arbeit vorstellen? „Hier läuft alles zusammen“, berichtet der ebenso freundliche wie engagierte Manager. „Die Technik, die kaufmännische Seite, die Vertragsgestaltung und die gesamte Verwaltung.“ Das hört sich nach viel „Papierkram“ an. Bei allem Einsatz rund um diese notwendigen administrativen Aufgaben bleibt aber zum Glück noch genug Raum für Ideen:

Alte Hattinger + neue Manager = gutes Programm im Carré

„Im April gibt’s eine Aktion mit dem THW, im Mai mit der Feuerwehr zum Rauchmeldertag am 13. Mai.“ Wie man sieht, funktionieren bestehende Hattinger Strukturen mit neuen Carré-Managern ausgezeichnet. Das ist Jörg Waldrich ganz wichtig und wird in naher Zukunft einen bedeutenden Teil seiner Zeit ausfüllen: Vor Ort Kontakte knüpfen. Das, lieber Herr Waldrich, ist bestimmt eine Ihrer leichtesten Übungen!
Dass der 44-jährige seinen Job und den Umgang mit Menschen liebt, merkt man ihm nämlich sofort an. Was gefällt ihm am besten? „Die Verantwortung“, sagt Jörg Waldrich. „Und die Freiheit, Dinge zu gestalten“. Dazu gehört auch, etwas auszuprobieren – wobei manches erfolgreich ist und anderes wiederum nicht. In die Zukunft schauen kann schließlich auch kein Center-Manager.

Alte Autos als Kontrast

Vielseitig wie er ist, mag er natürlich die Abwechslung: „Das fängt beim Lichtschalter an und geht bis zur großen Frage, ob wir Rosenmontag öffnen.“ Wer Rosenmontag in nicht-karnevalistischer Mission in Hattingen unterwegs war, hat sich sicherlich darüber gefreut, dass Jörg Waldrich diese Frage mit „Ja“ beantwortet hat.
Was macht „Herr Reschop-Carré“, wenn er – ja, das soll vorkommen – einmal Freizeit hat? Da freut sich die Familie, mit der Jörg Waldrich in Meerbusch wohnt und zu der drei Kinder von neunzehn, neun und sieben gehören, auf ihn. Und wenn die einmal etwas ohne ihn vorhaben, schraubt er gerne an alten Autos – ein schöner Kontrast zum neuen Center. Und an welchen Schrauben er dort noch drehen wird, das werden wir erleben!

pgs

Ganz privat
Lieblingsmusik: Querbeet
Lieblingsfarbe: hauptsache nicht Lila
Lieblingsessen: ein „anständiges“ Steak
Hobbys: an alten Autos schrauben
schönster Urlaub: am Strand von Fuerteventura liegen
beste Eigenschaften: lernbereit

Neue Radgeberin für die Autoparty

Sabine Schmidt, Autohaus Smolczyk, steuert das Hattinger Event

Sabine Schmidt

Sabine Schmidt

Wenn jemand vor Freude an seiner Arbeit und am Umgang mit Menschen förmlich sprüht, dann ist es Sabine Schmidt aus dem Hattinger Autohaus Smolczyk.
„Unser“ Hyundai-Händler gehört zu den erfolgreichsten seiner Spezies. Und das ist bestimmt nicht zuletzt ihr zu verdanken. Kein Wunder, dass sie ab diesem Jahr auch die Hattinger Autoparty ausrichten wird.
„Das ist eigentlich aus einer Bierlaune entstanden“, lacht die sympathische „Frau Hyundai“ (fast ist die Frühaufsteherin versucht, sie so anzusprechen – so stimmig wirkt das Gesamtbild). Sie berichtet, wie es dazu kam: „Es war auf der Abschiedsparty von Horst Hochkirchen, der bis dahin die Autoparty managte. Ich meinte, das wäre doch etwas für mich. Kurz darauf fragte er mich dann, ob das mein Ernst gewesen sei.“
Sie hat wohl zugestimmt, denn ab sofort will Sabine Schmidt in die Hattinger Autoparty das einbringen, was sie ohnehin sehr gut und gerne macht: Organisieren. „Das Konzept ist übrigens einzigartig in Deutschland“, erzählt die 45-Jährige. Dass sich 26 Händler zusammenschließen und gemeinsam etwas auf die Beine – oder besser gesagt, auf die Räder – stellen, gibt es also nur in Hattingen. Horst Hochkirchen wird seiner Nachfolgerin mit Autoparty-Erfahrung aus einem Vierteljahrhundert gerne weiterhin zur Seite stehen. Wie sehen ihre persönlichen Pläne für die Zukunft dieses Ereignisses aus?
Da schlägt sie die Brücke vom Auto zum Wagen: „Beim Rosenmontagszug möchten wir gerne wieder dabei sein“, freut sie sich jetzt schon darauf. Karneval und Autoparty sind allerdings nur einmal im Jahr. Was macht ihr an ihrer täglichen Arbeit am meisten Spaß? Die gelernte Rechtsanwaltsgehilfin und Mutter von Kevin, 22, die seit 1992 für Hyundai tätig ist, mag den Umgang mit den Papieren – sie betreut die Ein- und Ausgänge der Fahrzeuge – und vor allem mit den Menschen. Das merkt man dem Betriebsklima an – wer hereinkommt, bekommt ein freundliches Wort mit auf den Weg.
Nach ihrer besten Eigenschaft gefragt, überlegt Sabine Schmidt kurz und entscheidet sich dann für „einsatzfreudig“. Eine Mitarbeiterin, nach ihrer Einschätzung gefragt, fügt ganz spontan „hilfsbereit“ hinzu.  Wie schon gesagt, ist das Autohaus Smolczyk ein bedeutender Hyundai-Stützpunkt. Sabine Schmidt wird „mit weiblicher Ergänzung, aber nicht als Aushängeschild!“ dafür sorgen, dass die Hattinger Autoparty auch noch ein wenig erfolgreicher wird. Unter uns: Sie kann nämlich gar nicht anders!

pgs

Ganz privat
Lieblingsmusik: Herbert Grönemeyer
Lieblingsfarbe: Gelb, Orange
Lieblingsessen: Spaghetti und anderes Italienisches
Hobbys: Fotos und Filme bearbeiten; der Garten
schönster Urlaub: Südafrika und San Francisco
beste Eigenschaften: Zuverlässig und hilfsbereit

Termin
Die Hattinger Autoparty 2011 steigt am 30. April und 1. Mai von 10 bis 18 Uhr auf dem Gelände des Industriemuseums Henrichshütte.

Hans Hartung beeindrucken Technik, Darstellungsmöglichkeiten und Themenvielfalt, die in Pop-Ups stecken

Hans Hartung

Hans Hartung

Hans Hartung hat ein Hobby, bei dem es (beinahe) unbegrenzte Möglichkeiten zur Entfaltung gibt. Zum einen die tatsächliche Tätigkeit beim Öffnen von Büchern, in denen sich Pop-Up-(Aufklapp-)Bilder verstecken, zum anderen in den zahllosen Möglichkeiten, die sich phantasievolle Papier-Ingenieure, wie sie tatsächlich heißen, ausdenken und in die Tat umsetzen.
Rund 3.000 Sammlerstücke, darunter auch einige sehr seltene und alte, besitzt der 71-jährige Hattinger, und er hat noch lange nicht genug: „Ich gehe diesem Hobby nun schon bestimmt seit 25 Jahren nach. Doch es gibt immer etwas Neues. So ist die aktuelle Entwicklung, dass es auch Pop-Ups mit Beleuchtung und Musik gibt, mit Hilfe von kleinen Knopf-Batteriezellen. Auch dem Neuen gegenüber bin ich sehr aufgeschlossen und nehme es in meine Sammlung auf.“
Seine Bücher schaut er sich nicht nur im stillen Kämmerlein zuhause an, er lässt auch gerne interessierte Betrachter teilhaben. Sei es in Ausstellungen quer durch Deutschland, oder auch im Rahmen von Vorträgen, wie dem, der am 24. März im Hattinger Stadtmuseum um 18 Uhr auf dem Programm steht – für Fördervereinsmitglieder kostenlos, für alle anderen Interessierten zu einem Eintrittspreis von drei Euro.
„Solche Vorträge sind mir sogar noch lieber, denn da kann ich besser das zeigen und vorführen, was diese lebendigen Bücher, deren Wert von knapp fünf bis bis zu einigen 1.000 Euro – je nach Zustand und Alter – reichen kann, ausmacht: Ihre Bewegung, die auch mich durch die raffinierten Falttechniken immer wieder in Erstaunen versetzen.“
So keilen ganze Esel aus einem Buch hervor, moderne Plastiken entfalten sich vor den Augen des Betrachters, von Urwaldtieren über Märchen, Architekturen bis hin zur Science Fiction sind viele Bereiche vertreten. Und das ist einer der Aspekte, die Hartung an seinem Hobby besonders schätzt: „Die Vielzahl der Themen macht einen Teil des Reizes aus.“ Außerdem ist es die Technik, die ihn fasziniert: „Es ist sehr erstaunlich, was alles zwischen zwei Buchdeckel passt.“ Und angesichts Hartungs beruflicher Vorgeschichte als Sonderpädagoge für Lern-, Sprach- und geistig Behinderte ist es auch die Möglichkeit, mit diesem Mittel komplizierte Themen plausibel darzustellen: „Und wie ich das in meiner Arbeit bemerkt habe, hat das auch eine sehr lang anhaltende pädagogische Wirkung“. Denn so ist er überhaupt erst dazu gekommen, sich für Pop-Ups, wie die Aufklappbilder seit rund 80 Jahren genannt werden, zu interessieren. Als Sprachheillehrer nutzte er diese Bücher, die es schon seit rund 750 Jahren gibt, als Material zur Förderung der Kinder.
Und seitdem haben ihn die geklebten, in Handarbeit hergestellten Kunstwerke nicht mehr losgelassen. Die allerdings alles andere als pflegeleicht sind. So besteht meist der erste Schritt nach dem Erwerb, vornehmlich in modernen antiquarischen Buchhandlungen oder in den letzten Jahren vermehrt im Internet, erst einmal aus Reparaturarbeiten: „Gut erhaltene Exemplare sind sehr schwierig zu bekommen.“ Dabei macht Hartung zwar eine Augenkrankheit einige Probleme, doch er lässt sich davon nicht den Spaß an seiner filigranen Wiederherstellungsarbeit nehmen.
Auch nimmt er auch gerne immer wieder ganz besondere Exponate zur Hand, so wie sein erstes Sammlerstück, ein Werbebuch der Firma Miele, das eine dreidimensionale Darstellung verschiedener Waschvorgänge beinhaltet. Oder auch sein ältestes Exemplar, ein Kinderbuch von Lothar Meggendorfer aus dem Jahre 1886, das bewegliche Schattenspiele zwischen seinen Deckeln verbirgt. Hartung hat sich auch schon selbst daran versucht, eine Karte mit Aufklappbildern zu bestücken, „doch das ist eine sehr schwierige Aufgabe in einem sehr fragilen Bereich.“ Zwei ganze Zimmer, deren Wände mit vollen Bücherregalen bestückt sind, kann er jederzeit nutzen, um einen Abstecher in die phantasievolle Welt zu unternehmen, die zwischen den Buchdeckeln steckt.
Zurück in der realen Welt hat er aber noch eine ganze Menge anderer Dinge zu tun: So gehörte zu seinen beruflichen Tätigkeiten auch die Arbeit als Journalist, unter anderem als Korrespondent für den Bonner Generalanzeiger, im Hattinger Vereinsleben war und ist er sehr aktiv. Auch in der Politik mischte er mit, ebenso wie im Förderverein des Stadtmuseums, aktuell als Stellvertretender Sprecher des Seniorenforums der Stadt und im Heimatverein Blankenstein. Dass er auch mit 71 Jahren noch so umtriebig ist, kann er leicht erklären: „Ich bin gerne mit anderen Menschen zusammen, und ich denke, dass man sich für das Gemeinwohl einbringen sollte. Gerade die Phase nach dem Beruf ist eine sehr lebenswerte Phase. In der kann man machen, was man immer schon machen wollte.“ So war er auch bis vor einiger Zeit Vorsitzender des Vereins „Hattingen hilft!“, und auch in Zukunft wird er dessen Tätigkeiten begleiten, die unter anderem schon für den Bau von Schulräumen in Gambia gesorgt haben, das er auch zweimal jährlich mit seiner Ehefrau besucht.
Vielleicht wird es ja dann in Zukunft auch einmal eine Infobroschüre von „Hattingen hilft!“ geben, aus deren Mitte sich ein Klassenzimmer mit aufmerksamen Schülern auf ihren Bänken und einem Lehrer mit Kreide an der Tafel entfaltet. Hans Hartung würde es mit Begeisterung in seine Sammlung aufnehmen.

greis

Ganz privat
Lieblingsmusik: Miles Davis, Jazz
Lieblingsfarbe: Türkis
Lieblingsessen: Himmel und Erde, besonders dabei die Apfelkartoffeln
schönster Urlaub: Nicht wirklich ein Urlaub, ich bin über ein Jahr als Journalist in Südamerika herumgereist und seitdem ein Fan dieses Erdteils
beste Eigenschaften: mit Menschen zu sprechen – hier und in Afrika

Film-Vorführung zum Thema Demenz
Im Rahmen seiner Tätigkeit für das Seniorenforum der Stadt Hattingen weist Hans Hartung auf eine besondere Veranstaltung hin: Am 17. April wird der Spielfilm „Eines Tages …“, in dem das Thema Demenz äußerst einfühlsam behandelt wird, um 16 Uhr im Stadtmuseum, Marktplatz 1–3, gezeigt.

„Die Scheune der Köstlichkeiten“

Rundum-Versorgung vom 24. bis zum 26. März bei den Koch-Shows in den Burgstuben Haus Kemnade

Michael Mittermeier und Heinz Bruns

Michael Mittermeier und Heinz Bruns

Den Profis über die Schulter schauen, selbst mitschnibbeln und bei der Zubereitung helfen, sich über die neuesten technischen Helfer zur Zubereitung kulinarischer Köstlichkeiten informieren, oder sich auch einfach „nur“ durch 16 verschiedene Gerichte „futtern“ sowie in Sachen Getränke mit Fachwissen „all inclusive“ versorgt werden:
Das alles ist möglich, wenn man sich für 45 Euro den Eintritt zu einer der drei Koch-Shows unter dem Motto „Die Scheune der Köstlichkeiten“ in den Burgstuben Haus Kemnade sichert.
Am 24., 25. und 26. März 2011 – für alle drei Tage sind sogar noch einige Karten zu bekommen – ist die Rundum-Versorgung dann gewährleistet: In enger Zusammenarbeit mit „Küchen und Hausgeräte Miele Mittermeier“, versprechen vier Köche an vier komplett in der rund 300 Quadratmeter großen „Scheune“ aufgebauten und installierten Küchen viel Abwechslung und das Passende für jeden Geschmack.
Verschiedene Schwerpunkte werden gesetzt, von Vorspeisen geht es über Wildgerichte, die Umsetzung von Plattfisch-Rezepten, bis hin zu Lamm und Schwein. Für 45 Euro, inklusive aller Getränke und der dazugehörenden fachkundigen Beratung durch je einen Wein- und Bier-Sommelier, ist das ein Angebot nach Maß für jeden Genießer. Aber auch für interessierte Hobbyköche, die hier selbst mitwirken (Schürzen werden gestellt) oder einfach mal schauen möchten, wie die Profis es machen. Sich Tipps, Hinweise und auch Inspiration holen, wie es einfacher, leckerer und besser geht, und auch einen Einblick in die neuesten Techniken wagen, beispielsweise in die Vorzüge eines Dampfgarers. „Gerade ernährungs-, vitamin- und energieschonende Küche steht heutzutage sehr im Blickpunkt“, erläutert Heinz Bruns, der zusammen mit Michael Mittermeier das Konzept für die zum dritten Mal stattfindende Koch-Show entwickelte.
„In der Scheune werden in vier Nischen vier Küchen mit der Kochfläche nach vorne aufgebaut, außerdem eine Dessert-Station“, beschreibt Bruns den geplanten Ablauf, „unsere Gäste haben so guten Einblick und können auch ganz nah ran gehen, um sich zu informieren. Die Kommunikation mit dem Gast ist ein wichtiger Aspekt bei dieser Veranstaltung.“ Und wenn der geneigte Besucher dann den leckeren Wohlgerüchen nicht mehr widerstehen kann, ist genug Platz an den Tischen in der Mitte der Scheune, um es sich kulinarisch so richtig gut gehen zu lassen. Ob mit kleinen Probierhäppchen von jedem der 16 verschiedenen Gerichte, oder spezialisiert auf eine Geschmacksrichtung – möglich ist alles. „Wichtig ist uns dabei auch“, so „Küchen-Chef“ Michael Mittermeier, der auch in seinem Hause an der Hattinger Straße 419 in Bochum regelmäßig Kochkurse anbietet, „dass wir bei dieser Show nur Küchen- und Kochtechnik verwenden, die jeder Gast zuhause hat, oder zuhause haben kann.“
In jeder Küche zaubern die Koch-Profis vier verschiedene Gerichte, von denen die Gäste dann am Ende des Abends auch eine kleine Rezepturensammlung mit nach Hause nehmen können. Und wem nun das Wasser schon im Munde zusammenläuft, der kann sich noch anmelden: Burgstuben Haus Kemnade: 02324/93310 oder Küchen und Hausgeräte Mittermeier: 0234/9431377.

greis

„Bei mir ist alles drin“

[ Porträt von Andreas Volkenrath aus Hattingen, Rechtsanwalt und Fachanwalt für Steuerrecht. ]

„Ich versuche, meinen Mandanten ein anständiger Partner zu sein“.

Andreas Volkenrath

Andreas Volkenrath

Andreas Volkenrath

Zugegeben: Wem Begriffe wie Steuer- und Rechtsberatung, Jahresabschlüsse und Steuerstrafverfahren begegnen, der fragt sich möglicherweise, wie auch nur ein Fünkchen Humor und Menschenfreundlichkeit in diese Tätigkeitsfelder hineingelangt sein mag. Und wer denkt in diesem Zusammenhang an Anstand und Fairness?

Fair und freundlich

Andreas Volkenrath – so lautet die Antwort. Der denkt vor allem nicht nur so, der handelt auch entsprechend. Wer den Hattinger Fachanwalt für Steuerrecht kennen lernt, sei vorgewarnt, denn er muss sich vielleicht von liebgewordenen Vorstellungen, Vorurteilen oder Erfahrungen verabschieden: Dieser „Steuermann“ ist einfach anders.

Fortiter in re, suaviter in modo: Unerbittlich in der Sache, milde in der Form

Diese alte Lateiner-Weisheit findet sich auf der Internetseite seiner Kanzlei. Unerbittlich ist nun eine Vokabel, die so gar nicht zu Andreas Volkenrath passt. Wie geht das zusammen? Unerbittlich ist der Rechtsanwalt und Fachanwalt für Steuerrecht in Personalunion vor allem einer Sache gegenüber: den Kosten seiner Mandanten. Die senkt er nämlich, wo es geht:

Schlanke Strukturen senken Kosten

„Mit unserer schlanken Struktur haben wir ein zeitgemäßes Konzept entwickelt. Unsere Mandanten, die wir fair und objektiv beraten, profitieren von unseren freundlichen Preisen. Wir sehen uns als Partner, die niemanden über den Tisch ziehen wollen, sondern beruflichen Erfolg anständig begleiten.“
Anständig – wäre es nicht schön, wenn wir diesem Wort und dem Wert, den es beschreibt – ob im geschäftlichen, politischen und nicht zuletzt auch privaten Leben – häufiger begegnen würden? Nicht nur beim Fachanwalt für Steuerrecht!

Ganzheitliche Beratung in allen Lebenslagen

Neben Andreas Volkenraths Schreibtisch hängt eine Weltkarte. Da kann er ab und zu über die Schreibtischkante hinausblicken, und das kommt ihm und seinen Mandanten denn auch zugute: „Steuerberatung“, so erfährt die Frühaufsteherin, „ist natürlich auch immer eine rechtliche Beratung“. Der sympathische Berater sieht seine Mandanten ganzheitlich. Um die steuerlichen Aspekte „drum herum“ trifft man oft gleichzeitig angrenzende Gebiete wie Erb- und Familienrecht, Miet-, Arbeits- und Gesellschaftsrecht – alle Lebenslagen, in die so ein Mandant nun einmal geraten kann.

Und da ist guter Rat teuer? Einspruch, Euer Ehren!

„Detaillierte Maßstäbe für die Gebührenordnung gibt es nämlich keineswegs, höchstens teilweise recht subjektive Kriterien“, erklärt der Fachmann. Bei geringem Aufwand, wie er beispielsweise Existenzgründern entsteht, kann der Berater durchaus entsprechend wenig berechnen. Das lässt natürlich gerade dem Gründer eine ehrliche Chance zu wachsen. Andreas Volkenrath freut sich, wenn er seinen Beitrag dazu leisten kann – und der Gründer freut sich auch.

Individuell und flexibel – ganz nach Wunsch

Sechs Mitarbeiter einschließlich seiner Frau Sabine gehören zum Team der Kanzlei. Fünf Steuerfachangestellte arbeiten in Teilzeit und nutzen die heutigen technischen Möglichkeiten, sich auch einmal von zu Hause aus einloggen zu können und so unabhängig von Zeit und Ort für die Mandanten Kosten zu sparen. Auch den Chef trifft man nicht immer in seinem Büro an: Er macht bisweilen Hausbesuche. Es gibt auch Kunden, die das Volkenrath-Büro seit zehn, zwölf Jahren betreut – und die man in der ganzen Zeit nicht persönlich kennen gelernt hat. Da sind sie ganz flexibel und halten es so, wie der Klient es eben braucht und wünscht.

Wie die Puppen zum Anwalt kamen

Andreas Volkenrath ist gebürtiger Breckerfelder und lebt und arbeitet seit 20 Jahren im schönen Hattingen. Vielleicht ist er durch die teilweise wie Puppenstuben anmutenden Häuschen in seiner Umgebung, der Hattinger Altstadt, zu „seinen“ Puppen gekommen, die schon sein Markenzeichen und Motto geworden sind:

„Bei mir ist alles drin“

Die drei hölzernen Männchen (oder Weibchen), die den russischen Matrjoschkas nachempfunden sind und eigens für ihn angefertigt wurden (allerdings in Berlin, nicht in Russland), symbolisieren das Leitbild seiner Kanzlei: „Bei mir ist alles drin“. Ein Besuch auf seiner Website – oder an seinem Arbeitsplatz – verdeutlicht das: Im kleinsten Püppchen steckt der Bilanzbuchhalter. Der wiederum „wohnt“ im Steuerberater. Der ganz normale Rechtsanwalt umhüllt die beiden ersten – und alle gemeinsam haben im Fachanwalt für Steuerrecht ihr Zuhause gefunden.
Treffender kann man das, was Andreas Volkenrath und seine Mitarbeiter für ihre Mandanten leisten, wohl nicht symbolisieren.

Gibt es ein Leben nach den Klienten?

Kosten für seine Kunden zu sparen und sie umfassend zu beraten macht ihm natürlich viel Freude. Doch  auch für einen begeisterten Allrounder in Sachen Recht und Steuern gibt es ein Leben vor und nach der Arbeit. Wenn er über Tochter Lara-Sophie, acht Jahre alt, spricht, strahlen seine Augen am meisten. Sein Privatleben gehört der Familie, ganz klar. Gemeinsam mit Frau und Tochter lässt sich Andreas Volkenrath gerne den Nordseewind um die Nase wehen. Und was wünscht er sich für sein weiteres Leben? „Dass wir alle gesund bleiben“, sagt er spontan. „Und weiterhin alles gemeinsam erleben können.“
Das, lieber Herr Volkenrath, wünschen wir Ihnen auch. Und viele zufriedene Mandanten – doch die brauchen wir Ihnen gar nicht zu wünschen, denn da sorgen Sie und Ihr engagiertes Team schon selbst für.

pgs

Ganz privat
Lieblingsmusik: The Cure
Lieblingsfarbe: Blau
Lieblingsessen: Italienisch
Hobbys: Die Familie
schönster Urlaub: Australien – und immer wieder die Nordsee
beste Eigenschaften: Zu seinem Wort stehen – zuverlässig und loyal

Info
Rechtsanwalt Andreas Volkenrath
Große Weilstraße 25–27 · 45525 Hattingen
Telefon: 02324/594977 · Telefax: 02324/596858
E-Mail: ravolkenrath@avol.de · www.avol.de

Rektor Holger Papieß liebt es rundum bunt: James Rizzi verzierte seinen Wagen

Holger Papieß

Holger Papieß

Es ist Freitag, als wir Holger Papieß (44) in seinem Büro an der Alten Hauptstraße treffen. Er telefoniert. „Einen Moment noch, bitte!“ Eine anstrengende Woche liegt hinter dem Schulleiter. Gerade sind die neuen Stundenpläne raus, beginnen die Vorbereitungen auf die Qualitätsanalyse. Halt! Jetzt ist Wochenende, Zeit für Familie, Hobbys und „Frühaufsteher“. Im Garten blühen die ersten Blumen. Scheint dann die Sonne, gibt es nichts Schöneres als eine Landpartie mit dem Käfer-Cabrio.
Der Rektor der Städtischen Grundschule Burgaltendorf liebt den Volkswagen-Klassiker. Schon als Junge nahm er gern in Opas „Auto zum Knuddeln“ Platz, genoss das Knattern des Motors und begeisterte sich für „die schöne runde Form“ des Wagens. „Später schenkte mir mein Großvater viele Ersatzteile, die ich für meine Autos gut gebrauchen konnte“, erzählt Papieß beim Redaktions-Besuch.
Gleich mit 18 machte der gebürtige Rheinländer den Führerschein – wie damals so üblich – und erwarb für 250 DM („alles selbst verdient!“) sein erstes Auto. Natürlich einen Käfer. „Für das Geld kriegt man heute gerade eine Inspektion“, fügt er hinzu. Von den Spritpreisen ganz zu schweigen … 1985 verkündete Wolfsburg das Ende der deutschen Käfer-Produktion. 1986 machte Papieß Abitur am Gymnasium Essen-Überruhr und stieg um ins Karmann-Cabrio mit Stoffverdeck. Der heutige Oldtimer begleitete ihn von 1988 bis 1992 durchs Studium in Essen. 1997, hübsch herausgeputzt, war er für Anja (ebenfalls Lehrerin an einer Grundschule) der Brautwagen. Das treue Gefährt ersetzte beiden Töchtern Lea (8) und Amelie (5) in den ersten Lebensjahren die Wiege. Klarer Fall: Der alte Wolfsburger gehört zur Familie. Das besiegelt ein Emaille-Schild in der beheizten Garage.
Der lange Winter konnte dem gut gepflegten 50-PSler nichts anhaben. „Das ist das Schöne an diesem Auto!“, lobt ihn sein Besitzer. „Man lädt nur eben die Batterie etwas auf, zweimal zünden, dann ist er wieder flott.“ Es ist wie im wohl bekanntesten Käfer-Werbe-Slogan: Er läuft und läuft und läuft … Die robuste Technik machte das deutsche Erfolgsmodell weltweit beliebt. Falls das Cabrio doch einmal streikt, kümmert sich Kfz-Meister Karl-Heinz Scheppein von der Total-Tankstelle im Deipenbecktal um das Schätzchen. „Er hat bei VW gelernt und kennt den Käfer noch in- und auswendig. Er kann jede Schraube besorgen!“, so Papieß.
Für einen Sammler ist ein Käfer zu wenig. Ein zweiter musste her. 2008 bekam das Cabrio einen modernen Bruder, einen New Beetle mit Blechdach, Zahlenmuster-Sitzpolstern („Mathe ist mein Lieblingsfach!“) und Blumenvase am Armaturenbrett. Der Knallrote im Retro-Look gefiel auf Anhieb, ebenso die Bilder von James Rizzi. „Seine Werke habe ich zuerst 1987 in der Galerie am Stern in Rüttenscheid gesehen.“ Der 1950 in New York geborene Künstler ist für seine fröhlich-bunten Motive bekannt, die nicht nur Leinwände zieren. Neben Telefonkarten und Briefmarken gestaltete er unter anderem die Außenhaut einer Boing 757, eine Kühlschranktür, ein 15-bändiges Lexikon, Porzellan, Platten- und CD-Cover. Für Volkswagen designte Rizzi 1999 drei New Beetle. Auf Papieß Oldtimer hinterließ der „Hundertwasser von Manhattan“ im Mai 2008 zwei seiner berühmten Love Birds – samt Unterschrift. „Rizzi hatte wieder eine Ausstellung in Rüttenscheid. Ich habe ihn einfach gefragt, ob er mir mein Auto signiert.“ Überwältigt von dieser Spontanität zückte der Künstler den Stift und erfüllte den Wunsch. Damit das seltene Andenken nicht der nächsten Wäsche zum Opfer fiel, ließ es der Lehrer durch eine Lackschicht schützen.
Zum Frühling gehört für ihn die „Techno Classica“. Wenn die Essener Messe vom 30. März bis 3. April zum 23. Mal ihre Tore öffnet, bewundert er am Stand von Brabus die Mercedes-Klassiker. Das Mekka für Oldtimer- und Classic-Fans lockt Besucher aus aller Welt ins Ruhrgebiet. Als Aushilfe beim Security-Service jobbte er als Student oft in der Messe, am liebsten auf der „Techno Classica“ und der „Essen Motor-Show“. „Wenn keine Besucher da waren, durfte man ganz nah an die Fahrzeuge heran“, erinnert er sich. Einmal konnte er sogar in einen Rolls Royce der englischen Königin steigen. Ein Highlight für jeden Autofreund! Käfermodelle in allen Farben und Größen schmücken sein Haus. „Was hier zuviel war, steht in der Schule“, sagt Ehefrau Anja (40). Hinzu kommen etliche Bücher, Plakate und Kurioses wie ein Aschenbecher in Käfer-Form mit eingebautem Dunstabzug.
Von den Kult-VWs kann der Autofan nicht genug bekommen. Die morgendlichen Blechlawinen vor Schulbeginn auf der Alten Hauptstraße bereiten ihm allerdings Sorge: Verkehrschaos, weil viele Eltern ihre Kinder mit dem Auto zur Schule bringen und gegenüber parken. Hier müsste dringend ein Zebrastreifen oder eine Insel zum sicheren Überqueren her. Schule und Eltern fordern es schon lange. Papieß: „Die Ampel an der katholischen Kirche liegt zu abseits!“

addi

Ganz privat
Lieblingsmusik: Queen
Lieblingsfarbe: Blau
Lieblingsessen:  Rheinischer Sauerbraten
Hobbys: Gartenarbeit, FC Schalke 04, Radfahren
schönster Urlaub: Immer wieder Nordsee
beste Eigenschaften: Optimismus und Lebensfreude

Amtmann, Sportsmann, Karnevalist und Frühaufsteher – 60 Jahre Ernst Albert Kern

Ernst Albert Kern

Ernst Albert Kern

Aufgewachsen ist Ernst Albert Kern, Jahrgang 1951, in Leithe, wo er auch die Katholische Volksschule besuchte, bevor er am Carl-Humann-Gymnasium in Steele mit der „Mittleren Reife“ die Schulbank verließ und mit dem Schulamt tauschte.
Mit diesem Schritt folgte er der elterlichen Empfehlung in die Sicherheit des Staatsdienstes. Nach der Ausbildung für die „mittlere, nichttechnische Beamtenlaufbahn“ ging es allerdings zunächst zur Bundeswehr, und zwar zur Marine. „Die neun Monate zur See mit dem 6. Minensuchgeschwader bedeuteten eine kurze, aber tolle und prägende Zeit für mich. Die Bordkameradschaft, die Verlässlichkeit eines eingespielten Teams und dieses unbeschreibliche Gefühl, „da draußen zu sein“, haben mich später veranlasst, den Segelschein zu machen, Segelturns zu organisieren und so oft wie möglich Seeluft zu schnuppern“, erinnert sich der Hobby-Skipper. Zurück im Amt, investierte Kern weitere drei Jahre in die Ausbildung zum gehobenen Dienst. Als Oberinspektor war er zum Beispiel im „U-Bahn-Bauamt“ zuständig für die Finanzierung der Streckenabschnitte  vom HBF nach Bredeney, zum Berliner Platz, für die sogenannte Ost-West-Spange sowie die Strecke zur Margarethenhöhe – ein spektakuläres Projekt der 90er Jahre. Bei seiner Pensionierung aus gesundheitlichen Gründen im Jahre 2001 stand der ehrgeizige und akribische Beamte bereits im Range eines Amtmanns. Der elterliche Rat erwies sich letztlich als „gar nicht so verkehrt.“

Der Familienmensch

Was der Besuch einer Bowling-Bahn doch auslösen kann. Mit der hübschen und sympathischen Frau von der Nebenbahn namens Birgit, die Ernst Albert Kern mit der Erörterung der Spielregeln beeindrucken konnte, ist er inzwischen 37 Jahre verheiratet. (Ein wenig Regelkunde kann also nie schaden.) „Am 14. Dezember 1973 war die Hochzeit.“ Kern gehört zu den wenigen Ehemännern, die dieses Datum „wie aus der Pistole geschossen“ nennen können. 1977 kam Sohn Denis, heute Oberbrandmeister der Berufsfeuerwehr, zur Welt. 1980 wurde Tochter Jennifer geboren, heute Kauffrau und junge Mutter. Enkelkind Madita ist drei Jahre alt und Opis ganzer Stolz.

Der Sportsmann

„Im Pott spielt man Fußball.“ So auch in Leithe. Bei der dortigen Eintracht fand Kern den wichtigen Ausgleich zum „Sesselfurzen“, mit dem Umzug nach Überruhr wurde der TLV Germania zum Heimatverein, für den (der bekanntlich stets regelkundige) Kern erst als Pressewart und von 1997 bis 2004 als Vorsitzender tätig war. Regelmäßig nimmt er am Rennsteiglauf in Thüringen, einem Halbmarathon, teil. Seine beste Zeit in dieser Disziplin aber erreichte er am Baldeneysee mit 1 Stunde und 43 Minuten. Der Mann ist zäh.

Lot gohn as et geht

„Eigentlich verkleide ich mich gar nicht so gern“, sagt ausgerechnet der ehemalige König und Präsident der „AKG Lot gohn as et geht“. Aber die Kreativität, das Rollenspiel, macht ihm dann doch Spaß. In der Frühaufsteher-Redaktion heißt der beliebte Kollege schlicht „Doc“, seit er bei einer Bacchus-Beerdigung die Rolle des engagierten, aber letztlich zum Scheitern verurteilten Arztes oscarverdächtig darbot. Eine Büttenrede führte zum Engagement als „flexibler Sportredakteur“. Wir waren der Meinung, wer so reden könne, der könne auch schreiben. Sein Kommentar vor sechs Jahren: „Ma’ sehen.“ Das Singen ist eine weitere Leidenschaft des vielseitigen Überruhrers. Gospels haben es ihm besonders angetan. „Meine Frau konnte nicht verhindern, dass ich ihr auch in die „Kreative Kirche“ nach Witten gefolgt bin. Und die können Gospel. Jetzt singen wir also auch noch zusammen.“ Und verfolgen große Pläne: Der bekannte Musicalautor Michael Kunze hat die Kerns für ein Musical im ISS Dom in Düsseldorf „gecastet“. Anfang nächsten Jahres soll das Spektakel stattfinden. Aber natürlich ist Ernst Albert Kern auch ein gläubiger Mensch, wenn er nicht singt – dann aber eben ganz besonders.

sk

Ganz privat
Lieblingsmusik: Rhythm & Blues, Gospel
Lieblingsfarbe: helle Farben
Lieblingsessen: Reibekuchen
Hobbys: Singen, Karneval, Segeln
schönster Urlaub: mit einem Zweimaster von den Azoren nach Holland (1900 Seemeilen)
beste Eigenschaften: ausgeprägter Gerechtigkeitssinn

Auf die nächsten 10 Jahre!

[Portrait von Simone Kewitz, im März genau 10 Jahre mit der Handythek in Kupferdreh.]

Vielleicht ist die Ruhrhalbinsel tatsächlich ein großes Dorf – und das ist schön so.

Simone Kewitz

Simone Kewitz

Simone Kewitz

„Die Leute haben Vertrauen zu mir, und so bauen sich schließlich Beziehungen auf. Das ist das schönste an diesem Geschäft“, versucht Simone Kewitz ein Resümee anlässlich des zehnjährigen Jubiläums ihrer Handythek an der Bahnstraße 1 in Kupferdreh.
Geboren am 18. Juni 1963 und aufgewachsen in Frintrop, führte die erste Berufsstation zunächst in die Essener City als Mitarbeiterin einer Firma für Akustik- und Ladeninnenausbau. Der nächste Schritt ging dann allerdings in eine ganz andere Richtung: Als Betreuungstherapeutin arbeitete Simone Kewitz über zwei Jahre im Katholischen Altenheim in Gladbeck, bevor sie sich bei der AWO in Gelsenkirchen zur examinierten Altenpflegerin ausbilden ließ. Nach drei Jahren übte sie diesen Beruf schließlich beim Ambulanten Pflegedienst der Diakonie in Altenessen aus. „Das habe ich wirklich gerne gemacht. Ich habe ein generelles Interesse an Menschen, und gerade die Älteren können oft von einem spannenden Leben berichten. Es sind sozusagen Zeitzeugen, die in mir eine neugierige Zuhörerin gefunden haben. Wahrscheinlich ist meine Bereitschaft zum Zuhören auch heute hilfreich, wenn Leute sich mit technischen Problemen an mich wenden“, sieht die Unternehmerin Parallelen zu ihrer heutigen Aufgabe und bietet sogleich ein Beispiel an: „Wenn ein älterer Mensch schlecht sehen kann, und man muss ja nur mal selbst die Augen etwas zukneifen, um sich in diese Situation einfühlen zu können, dann nehmen wir uns selbstverständlich viel Zeit für eine ausführliche Beratung und das Auffinden der optimalen Lösung.“

Vom Umgang mit persönlichen Daten

Aber auch die jüngeren Kunden sollten das Beratungsangebot der ausdauernden Fachfrau unbedingt in Anspruch nehmen. „Auf die Branche der mobilen Kommunikation bin ich durch einen Zeitungsartikel über Zukunftstechnologien gestoßen. Und ich halte mich natürlich für aufgeschlossen, was innovative Techniken anbelangt. Aber interessiert heißt noch lange nicht unkritisch. Nicht jede Neuerung ist wirklich für jeden sinnvoll, und ich sehe es als meine Pflicht an, gerade junge Kundschaft auf mögliche Gefahren aufmerksam zu machen.“ Das Thema Datenschutz liegt ihr dabei besonders am Herzen: Die Kids sind oft nicht vorsichtig genug im Umgang mit persönlichen Daten. Wenn dann mal ein Handy verloren geht – und es handelt sich da heute um kleine Hochleistungsrechner mit allen Vor- und Nachteilen der Internetnutzung – dann liegt mitunter das ganze Leben in den Händen eines unbekannten Finders“, mahnt Kewitz zu mehr Sensibilität im Umgang mit den schmucken Mini-Computern. Auch die Kosten für Auslandsgespräche werden ihrer Erfahrung nach gerne unterschätzt, die entsprechende Handyrechnung kann dann den Familienfrieden erheblich gefährden. Deshalb verraten Simone Kewitz und ihre Mitstreiterinnen durchaus auch Nachteile und raten im Zweifelsfall schon mal vom Kauf eines Produktes ab. Langfristig zahlt sich das aus, denn Qualität, auch Beratungsqualität, spricht sich ’rum. Nicht zufällig ist die Bahnstraße 1 zu einer vielbeachteten Adresse der Kupferdreher Geschäftswelt geworden.

Der Standort Kupferdreh

„Kupferdreh ist eben nicht anonym. Sich zu kennen, einander freundlich zu grüßen und manchmal ‚auf ein Quätschchen‘ zu verweilen, das gehört hier zum Stadtbild.“ In diesem Miteinander sieht die Geschäftsfrau einen großen Standortvorteil. Und es sei wichtig, den Standort zu schützen: „Wenn die Konsumenten zum Schnäppchenkauf ins City-Kaufhaus gehen oder per Internet bestellen, um dann mit Fragen und Problemen zu uns „ins Dorf“ zurück zu kommen, um kostenlose Hilfe in Anspruch zu nehmen, kann man nicht unbedingt von Fairness sprechen. Und für die Entwicklung des Ortes ist das ganz sicher auch nicht sinnvoll.“ Es ist dann doch so ein bisschen wie mit unserem Gesundheitssystem: Alle wünschen sich mehr Zeit – keiner will sie bezahlen. Aber für ihre Stammkunden nimmt sich Simone Kewitz alle Zeit der Welt. Sogar für Reporter.

sk

Ganz privat
Lieblingsmusik: Amy Winehouse
Lieblingsfarbe: alle Farben
Lieblingsessen: hauptsache mit Curry gewürzt
Hobbys: kochen, lesen, Ski fahren
schönster Urlaub: Portugal
beste Eigenschaften: abgeklärt, geduldig

Am Jubiläumstag, den 15. März, verwöhnt Sie das Team der Handythek an der Bahnstraße 1 mit Kaffee, Kuchen und Waffeln.

Karneval kompakt

Der 139. Kupferdreher Rosenmontagszug steht in den Startlöchern. Motto: Politiker eiern, Narren feiern.
Start ist am 7. März (morgen), wie immer um 16.11 Uhr. Die Zugstrecke: Startpunkt: Kupferdreher Straße am Evangelischen Gemeindehaus, Kupferdreher Straße bis hinter die Abzweigung Hinsbecker Berg, Zugauflösung bei „Dach Heidrich“. Damit der Rosenmontagszug ohne Probleme und ungehindert durch Kupferdreh ziehen kann, ist auf der Kupferdreher Straße am Rosenmontag absolutes Halteverbot. Die Verkehrszeichen (Z. 283) werden 48 Stunden vorher wirksam gemacht. Zusätzlich ist die Kupferdreher Straße am Rosenmontag ab 13 Uhr für den Verkehr gesperrt. Die Polizei und der Festausschuss Kupferdreher Karneval bedanken sich für das Verständnis der Kupferdreher Bürger und wünschen allen einen schönen Rosenmontag.

3 x Kupferdreh Helau
Gisela Tüffers (FKK-Schriftführerin)

Bootswerft in Heisingen vollbringt im Frühjahr Wunder

Uwe Paulsen

Uwe Paulsen

Von März bis Mitte Mai herrscht bei Uwe Paulsen Hochsaison. Denn mit der ersten Frühlingssonne möchten Segler nur eines: ihre Schiffe ins Wasser bringen. Und das so schnell wie möglich! Vielfach sind vorher Ausbesserungen nötig. Die Bootswerft an der Lanfermannfähre vollbringt in diesen Tagen Wunder.
„Anfragen von Schiffseignern kommen aus dem ganzen Ruhrgebiet“, erzählt Uwe Paulsen (61). Selbst Schlauchboote wurden ihm schon ans Herz gelegt. Masten sollen geschliffen, Ruder ausgebessert und Anstriche erledigt werden. Am besten sofort und das meiste in Handarbeit. Der drahtige Meister tut, was er kann. Und das ist viel. Seit Kindesbeinen ist er mit Schiffen vertraut. 1953 kam Vater Detlef samt Ehefrau Hildegard und vier Kindern von der Zwei-Quadratkilometer kleinen Hallig Oland ins dicht besiedelte Essen. Der Yachtclub Ruhrland Essen (YCRE) brauchte einen Bootsmann. Der tüchtige Nordfriese schlug ein, machte sich 1954 selbstständig und übernahm die Heisinger Werft von Vorbesitzer Alfred Tott.
Schnell hatte Vater Paulsen sich einen Namen gemacht, reparierte Yachten und Jollen und fertigte im Betrieb am Baldeneysee kleine Boote, wie Piraten und Zugvögel aus Holz. Zunächst auf der einen (jetzt Evag-Hafen), dann auf der anderen Seeseite. „Mit vier Jahren lernte ich segeln und fuhr als Vorschoter bei meinem Bruder auf Regatten mit“, so Paulsen. „Ich hatte einen Holzpiraten, Optis gab es noch nicht!“ Mit der Fähre schipperte er anfangs vom Pörtingssiepen mit den Zechenkumpels über den See, um zur Georgschule zu kommen. „Ich durfte sogar steuern!“, erinnert er sich, „weil mein Vater den Kapitän kannte.“
In Paulsens Kindheit lebte die Ruhrhalbinsel noch vom Bergbau. Der Staub von Carl Funke und der Brikettfabrik bedeckte Heisingens Häuser, Gärten, Ufer und Schiffe. Eines wird Uwe nie vergessen: „Als meine Mutter das erste Mal in Essen Wäsche gewaschen hatte, hängte sie die Sachen nach draußen, wie sie es gewohnt war. Abends holte sie die Teile rein – Hemden, Hosen und Bettlaken – alles war pechschwarz!“ Dennoch: Wo Kohle und Stahl regierten, fand die Familie aus der Nordsee schnell eine neue Heimat. Übrigens: Ihr schlimmstes Hochwasser erlebte sie nicht auf der Hallig, sondern an einem Heiligabend Mitte der 50er im Fachwerkhaus am See. Mit dem Vater zogen die drei Jungs einen Graben, um Hab und Gut vor den Fluten zu schützen. Heute ist dort der Bootsplatz, das neue Wohnhaus liegt höher.
Es riecht nach Lack und frischer Farbe. An den Wänden hängt gut sortiert jede Menge Werkzeug, unter der Decke ein langer Holzmast, wunderschön glänzend. „Den habe ich heute morgen gestrichen“, sagt der Chef beim Frühaufsteher-Besuch. Die Werft bietet vor allem Instandhaltungsarbeiten für Boote bis etwa 10 m Länge. Der strenge Winter hat manchem Schiff zugesetzt. An der ein oder anderen Yacht nagt neben dem Zahn der Zeit der gefürchtete Holzwurm. Auch wenn viele Segler selbst zu Schleifpapier und Pinsel greifen, der Rat des Fachmanns ist gefragt. „Mancher merkt, dass er allein nicht klar kommt, weil ein Schaden größer ist, als angenommen. Dann soll ich schnellstens alles richten“. 1986 übernahm er den Betrieb vom Vater. „Vorher habe ich schon hier gearbeitet“. Bei Detlef ging er in die Lehre, sägte, schliff und polierte Holz, lernte nach alter Tradition das Takeln und Lackieren.
In den 70er Jahren eroberte Kunststoff den Schiffsbau. Uwe bildete sich fort. Doch sein Herz schlägt nach wie vor für Holzboote. Das spricht sich herum – in seinem Betrieb wurde schon manches Schätzchen restauriert. Bis aus Baden-Württemberg kommen die Kunden. Die bisher größte Herausforderung: der Wiederaufbau eines Holzdrachens. Der elegante Kielboot-Klassiker war einem Brand zu Opfer gefallen. Dass er 2010 die 75-Jahr-Feier der Drachenklasse „erleben“ konnte, ist Paulsens Verdienst.
Auf das Ansegeln im Mai freut sich Uwe besonders. Dann kehrt in der Werft wieder etwas Ruhe ein, und es bleibt abends Zeit für ein paar Schläge über den See. Mit Ehefrau Gisela (67) und Segel-Kameraden genießt er die traumhafte Lage. Wenn die Abendbrise den Hafen erreicht und die Sonne im Wasser versinkt, ist es wie Urlaub. Auf der Terrasse des Clubhauses ist er nur eines: Segler. Seit etlichen Jahren ist er dem rund 270 Mitglieder zählenden YCRE und seinem geselligen Vereinsleben verbunden. Als Vertreter des Schifferrates lenkt er die Geschicke der Seglervereinigung aktiv mit. Gisela setzte sich einige Jahre mit viel Charme und Fleiß als Hauswartin ein. Paulsen segelt nicht nur begeistert erfolgreich Regatten mit Star-Boot „Phantom“, er ist auch bewährter Wettfahrtleiter. Auf der „Gummiwurst“ (Schlauchboot) fährt er über den See und legt die Bahnen aus. An Bord von Kutter „Hannes“ prüft er die Windstärken („Mindestens 4 Knoten müssen für Ranglistenregatten gegeben sein“) und den ordentlichen Ablauf der Durchgänge.
Die Werft und der YCRE sind eng verbunden, nicht nur wegen der Lage (gleich gegenüber auf der Mole). „50 Jahre Bootswerft Paulsen“ hieß es 2004. Der ganze See war eingeladen. Und feierte. 2008 wurde der YCRE 75 Jahre. Unter gut 20 Segelvereinen am „Lago Baldino“ ist der Ruhrland der größte und aktivste Regatta-Ausrichter. Wettbewerbe standen jeher im Mittelpunkt, Top-Veranstaltungen für Stare, H- und Folkeboote finden nationale und internationale Beachtung. Als Starboot-Eigner freut Paulsen besonders, dass der YCRE Heimat der Essener Starboot-Flotte ist, der größten NRWs. „Nun muss ich noch ein Schiff reinholen“, sagt er. Wir verabschieden uns. Fest steht: Wenn der Ruhrland Anfang Mai das „Blaue Band“ austrägt, wird der Bootsbauer 80 bis 100 Schiffe saisonfertig gemacht und ins Wasser gekrant haben. Auch danach gibt es Aufträge genug. Bei Regatten kommt es im Eifer des Gefechts bisweilen zu Havarien. Dann muss wieder der Fachmann ran … Aber schnell!

addi

Ganz privat
Lieblingsmusik: Herbert Grönemeyer und Marius Müller-Westernhagen
Lieblingsfarbe: Dunkelblau
Lieblingsessen: Japanischer Eintopf mit Hackfleisch, Nudeln, Porree etc.
Hobbys: Segeln, Biathlon im TV
schönster Urlaub: Atlantiküberquerung von Lanzarote nach Antigua
beste Eigenschaften: „Ich bin Steinbock!“