Archive for Mai, 2011

Ilona Schneider macht sich Gedanken über die Zukunft der klassischen Reiterei

Ilona Schneider

Ilona Schneider

Es ist kurz nach neun Uhr, als ich mich an diesem Morgen in der Halle 1A auf der EQUITANA mit Ilona Schneider treffe.
Die Besucher müssen noch eine knappe Stunde vor den Messetoren auf  Einlass warten. Zeit für uns, über Pferde, Menschen, Reiter, Krankheiten und sonst noch was zu reden. Ilona Schneider steht im Vorführring und longiert, das heißt, sie trainiert mit einem Pferd vom Boden aus an der langen Leine, der sogenannten Longe. Ruhig tut sie dieses, mit viel Einfühlungsvermögen, und man erkennt sofort, dass ihr diese Arbeit Spaß macht. Im Gespräch will ich mehr erfahren über diese Frau, die im Reitverein Dumberg andere, sanfte Wege in der Reiterei beschreitet.
„Mit dem Reiten fing ich erst mit 13 Jahren an, da meine Eltern mir vorher keine Reitstunden bezahlen konnten“, so Schneider. In diesem Alter haben andere Mädchen oft schon mit einem eigenen Pferd oder Pony Erfolge auf Turnieren. „Meine ersten Reitstunden nahm ich in einer eher mittelmäßigen Reitschule, in der – wie in fast allen Reitvereinen zur damaligen Zeit – noch der alte Kavallerie-Ton herrschte.“ Aber Reiten lernt man nur durch reiten, wie ein altes Sprichwort sagt. Und so verbrachte Ilona Schneider jede freie Minute bei und mit „ihren“ geliebten Pferden. „Ich verdiente mir meine Reitstunden zum Teil selbst, indem ich bei der Stallarbeit half. Mit 19 konnte ich mir von meinem ersparten Geld mein erstes eigenes Pferd kaufen.“ Vorher hatte Ilona Schneider allerdings einen Schicksalsschlag hinnehmen müssen. Mit 16 Jahren diagnostizierten die Ärzte bei ihr Krebs, welcher aber mit Erfolg therapiert werden konnte. Kaum von der schweren Krankheit genesen, stieg sie wieder aufs Pferd, und irgendwann war ihr klar, dass sie ihr Hobby zum Beruf machen wollte. Aber wie Eltern nun einmal so sind, musste zuerst ein „anständiger Beruf“ erlernt werden. Dieses tat sie in Form einer Lehre in der Chirurgischen Medizin. Eine Ausbildung, welche ihr heute bei der Arbeit mit Pferd und Reiter eine ungeheure Hilfe ist. „Durch meine medizinische Ausbildung erkannte ich irgendwann, dass die Bewegungsabläufe von Reiter und Pferd absolut gegensätzlich sind, der Körper eines Pferdes nicht zum Reiten geboren ist.“ Ilona Schneider suchte und fand Hilfe. Mit Claus Meiners-Pilz, einem international erfahrenen Ausbilder, hatte sie einen Trainer, der sie lehrte, umzudenken und neue – pferdegerechte – Wege zu gehen. Diese Wege führten sie unter anderem auch nach Spanien, wo sie durch Rafael Soto, Mitglied der spanischen Olympia Equipe, nicht nur die klassische spanische Reitweise erlernte, sondern auch ihre Liebe zu den Pferden der Rasse PURA RAZA ESPANOL (PRE) entdeckte. 2005 kam Ilona Schneider als Reitlehrerin nach Niederwenigern zum Reitverein Dumberg. Hier steht auch einer dieser edlen PRE-Hengste, der 14-jährige CATAN, der bereits vor zwei Jahren auf der Equitana von den Besuchern in der HOP-TOP SHOW bewundert werden durfte. Und auch ihr ehemaliges Sorgenkind „Daukus Carrottus“ – die wilde Karotte. Den Wallach bekam Ilona Schneider in einem Zustand, der als mehr als erbärmlich zu beschreiben ist, scheu vor Menschen, abgemagert, und das Maul von einem Gebiss aus Stacheldraht zerschunden. Schneider nahm sich des armen Kerls an – und machte aus ihm ein erfolgreiches S-Klasse Turnierpferd.
„Wenn ich meinen Schülern erkläre, warum sie etwas ‚so‘ machen  sollen, bekommen sie ein völlig anderes Verständnis für den Partner ‚Pferd‘“, diese Erfahrungen gibt Ilona Schneider auch gerne an die Jugendlichen des Vereins weiter. Das Training mit der zwölfköpfigen Turnierabteilung (neun Mädchen und drei Jungen), welche unter ihrer Regie erfolgreich bis Klasse A an den Start geht, ist eine Abwechslung zur täglichen Arbeit auf der Reitanlage. Außer auf ihren Lebensgefährten Sascha Fröhlich kann sich Ilona Schneider auch zu 100 Prozent auf Ihre „rechte Hand“ Constanze (Conny) Krahn verlassen, die auch bei Schneiders Abwesenheit dafür sorgt, dass im Stall alles geordnet läuft.

Das Pferd ist ein Spiegel, der Deine gute und schlechte Laune unverfälscht widerspiegelt. Willst Du wissen, wer Du bist? Schau in die Augen Deines Pferdes, doch erschrecke nicht über die Wahrheit!

Wie sieht sie die Zukunft der klassischen Reiterei? „Mit der Reitweise, wie ich sie heute betreibe, hätte – zurzeit noch – kein Reiter auf einem Turnier eine Chance, irgendeine Platzierung zu erringen“ sagt Schneider, die früher selbst auf Turnieren in den höchsten Dressurklassen erfolgreich war. Sie hoffe, so sagt sie, dass eines Tages auch bei den Turnierrichtern der Wandel vollzogen sein wird und Reiter, welche diese neue, sanfte Reitweise praktizieren, ihren Platz auf den vorderen Rängen einnehmen dürfen.
Auf dem Weg dahin ist sie nicht alleine. Mit dem international bekannten Dressurausbilder und Buchautor Horst Becker, der sie auch dazu ermutigte, mit ihm auf der Equitana ihre gemeinsamen Ansichten einem breiten Publikum darzulegen, wird Ilona Schneider in Zukunft durch die Reiterrepublik touren, um auf Seminaren ihre Erfahrungen anderen „Pferdemenschen“ mitzuteilen. „Einem Reiter, der sagt, er brauche nichts mehr zu lernen, fehlt etwas ganz Entscheidendes: Demut – denn Hochmut ist hier fehl am Platz.“

ara

Ganz privat
Lieblingsmusik: Ich & Ich, Unheilig, Udo (Lindenberg)
Lieblingsfarbe: Pastelltöne und weiß
Lieblingsessen: Nudeln in allen Variationen (vegetarisch)
Hobbys: Lesen (Karin Slaughter), Malen
schönster Urlaub: Kreuzfahrt mit Udo Lindenberg auf der TUI/Rockliner
beste Eigenschaften: Einfühlungsvermögen, Kreativität

Die Leiterin der Patientenbücherei bringt den Patienten im Evangelischen Krankenhaus den Lesestoff nahe

Renate Mooren

Renate Mooren

„Das Wort Ehrenamt mag ich nicht so sehr. Was ich hier mache, das ist ein freiwilliger Dienst. Etwas, das mir Spaß macht. Und was viel, viel besser ist, als zuhause zu sitzen und Däumchen zu drehen“.
Renate Mooren wirkt sehr entschlossen, wenn sie ihre Meinung äußert. Ganz weit oben, dort in der zwölften Etage des „EvK“ Hattingen an der Bredenscheider Straße, wo sie ihr kleines Reich verwaltet, hegt und pflegt. Die Patientenbücherei des evangelischen Krankenhauses, in der sie seit 1986 tätig ist – erst auf beruflicher Basis als „Büchereiassistentin im kirchlichen Dienst“, heute nun als Leiterin auf ehren… – nein, freiwilliger Basis.

Über 2.500 Bücher

Und selbst, wenn sie sich aufgrund eines „verknacksten“ Fußes, wie in diesen Tagen, nur leicht humpelnd fortbewegen kann, lässt sie es sich nicht nehmen, in der kleinen Bücherei, einem länglichen, schmalen Raum, nach dem Rechten zu sehen. Mehr als 2.500 Bücher stehen dort in den Regalen und damit den Patien­ten zur Verfügung. Natürlich kostenlos, und an die kranke Frau oder den frisch operierten Mann mit einem ganz besonderen Service gebracht: Denn zweimal in der Woche zieht Renate Mooren mit ihrem Bücherwagen los und macht die große Runde durch die Stationen. Dort können die Patienten dann in Ruhe sehen, ob etwas für sie dabei ist, oder auch die zuletzt ausgeliehenen Bücher wieder zurückgeben.

Auch Gruseliges im Repertoire

Geboten wird alles, rein literarisch gesehen. Quer durch den Garten, aber auch oft in aktuellster Auflage. Von Sachbüchern über Reiseliteratur, von Krimis bis zu Gruselromanen, von Klassikern bis zu Hörbüchern, von Novellen bis zu Gedicht- oder Fotobänden. „Das Krankenhaus stellt mir einen Etat zur Verfügung“, kann Renate Mooren auch mal „einkaufen“ gehen, doch der Hauptteil der neu hereinkommenden Bücher stammt aus Spenden, oft von ehemaligen Patienten, oder aber aus dem Erlös des jährlich stattfindenden Bücherbasares, den sie kürzlich auch wieder mit ihrer Kollegin Sabine Keiderling ausgerichtet hat.
Renate Mooren, die eigentlich als Chemotechnikerin durchs Berufsleben ging und auch noch „in der Röntgenabteilung des damaligen, alten Krankenhauses“ gearbeitet hat, sammelte selbst als Patientin erste Erfahrungen mit dem „Bücherbus“ im Evangelischen Krankenhaus. „Da hat mir das Buch Drachenblut von Christoph Hein sehr geholfen. Das war die richtige Lektüre zum richtigen Zeitpunkt“, erinnert sich die 70-Jährige, die den Sinn und Nutzen ihres Tuns klar formulieren kann: „Ein Buch kann für ein bisschen Ablenkung sorgen, den Menschen auf andere Gedanken bringen.“

Krimis liegen vorne

Dabei kann Renate Mooren, die auch noch Betreuungsaufgaben für die Alzheimer-Gesellschaft wahrnimmt, aus ihrem reichen literarischen Erfahrungsschatz auch Anregungen und Tipps geben: „Aber ich versorge auch jeden einfach mit dem Lesestoff, den er haben möchte.“ Die geborene Helmstedterin, die Anfang der 60er Jahre nach Hattingen kam, sieht im Augenblick vor allem Krimis in der Gunst der erkrankten Leser vorne liegen, auch heitere Romane, oftmals im Großdruck aufgelegt, die für bessere Stimmung im Krankenbett sorgen können.
Doch auch ernste Themen können die therapeutische Wirkung eines Buches nach Meinung von Renate Mooren bestens erfüllen: „Dann, wenn ich als Patient im Bett liege und lese, dass es anderen möglicherweise noch viel schlechter geht als mir.“ Sie selbst bevorzugt bei ihrer privaten Lektüre momentan Reiseberichte und Novellen, was sie eher wenig mag, sind Liebes- und Familienschnulzen. Früher stand besonders Theodor Fontane bei der Mutter zweier Söhne hoch in der Lesergunst. Und sie ist auch immer wieder auf der Suche nach neuen Autoren, neuen Themen, die sie für sich entdecken und auch den Hattinger Patienten empfehlen kann. Denn eines ist ganz klar. Das Engagement von Renate Mooren für die Bücherwelt im Evangelischen Krankenhaus ist noch lange nicht beendet. Selbst die Frage danach überhört die bescheidene „Freiwillige“ geflissentlich. Doch letztlich können sich Fragesteller und Befragte einigen: Ende offen.

greis

Ganz privat
Lieblingsmusik: Klassische Musik, früher auch Schlager
Lieblingsfarbe: Blau
Lieblingsessen: Spargel
Hobbys: Tai Chi und natürlich ganz viel lesen
schönster Urlaub: Costa Rica
beste Eigenschaften: Man sagt mir nach, dass ich gut zuhören kann.

[ Porträt von Rainer Becker, Kaffee-Kenner, Globetrotter und Einzelhändler auf den Seiten 4 und 5. ]

Der Mensch steht bei mir immer im Mittelpunkt

Rainer Becker

Rainer Becker

Rainer Becker

„Ich lebe das Thema ‚Kaffee‘ in allen Facetten“, beschreibt Rainer Becker, Unternehmer aus Hattingen, seine Profession, die ihn seit rund zehn Jahren beschäftigt. Und das geschieht so intensiv, dass dem neugierigen Texter vom Frühaufsteher ganz schnell eines klar wird: Selbst Beckers aktuell liebstes Hobby, das Reisen auf Kreuzfahrtschiffen, beinhaltet einen kleinen, raffiniert-symphatischen Hintergedanken.
Denn so hat der Inhaber von „Espresso Becker“ an der Thingstraße 42 in Welper beste Aussichten, den Ländern, in denen der Kaffee geerntet wird, beispielsweise Brasilien, sogar auf ganz entspannende Weise nahe zu kommen.
Dass es dazu einmal kommen könnte – sowohl zur eigenen Firma, als auch zum Kreuzen in exotischen Gewässern – war vor rund zehn Jahren allerdings eher nicht zu erwarten. Als Servicetechniker für Verpackungsmaschinen war Becker lange Zeit tätig, als ihn das Schicksal Arbeitslosigkeit traf. Und das im Alter von knapp 50 Jahren, in dem potentielle neue Arbeitgeber lieber erst einmal abwinken und sich nach einem Jüngeren umsehen. Doch nun standen für den heute 58-Jährigen der Zufall und seine große Neugier auf technische Abläufe und Zusammenhänge Pate. Sein Lebensweg wurde in eine ganz neue Richtung gelenkt, seitdem ist es bis heute eine Art erfolgreiche „Kaffeefahrt“.
„Aus Langeweile, als ich zuhause saß und nach meiner Entlassung nicht viel zu tun hatte, habe ich mir im Internet einen defekten Kaffeevollautomaten ersteigert, ihn auseinander gebaut und repariert“, erzählt Becker, der damit – erst einmal in seiner direkten Umgebung – einen Nerv getroffen hatte. Er begann als Autodidakt, um sich dann auf von Automatenfirmen angebotenen Lehrgängen fortzubilden: „Denn dann bat mich ein Freund, seine Maschine wieder in Gang zu bringen, nach und nach wurde es immer mehr und sprach sich rum. Und bei der fünften Maschine, die bei uns in der Wohnung stand, sagte meine Frau Angelika, dass es nun Zeit sei, sich eine Werkstatt zu suchen.“

Leben und leben lassen

Die Idee, sich selbstständig zu machen, war geboren, der Mut zur Umsetzung bei Rainer Becker vorhanden und auch die Rückendeckung durch die staatliche Möglichkeit „Ich-AG“ gegeben. Und das Konzept brachte Erfolg: Die Reparatur von Maschinen aller Hersteller und der Verkauf von Kaffee-Vollautomaten, neu, oder auch generalüberholt, sorgt bis heute dafür, dass er mittlerweile einige Angestellte hat, die sich bei ihm rundum wohlfühlen sollen (und das offensichtlich auch tun). Für den Herbst ist auch die Einstellung des ersten Auszubildenden geplant.
Für Rainer Becker, Vater eines leiblichen Sohnes und zweier Stiefsöhne, ist eines in seiner Rolle als Chef selbstverständlich: „Hauen und Stechen gibt es bei uns nicht. Das ist nicht meine Welt. Für mich heißt es ganz einfach: Leben und leben lassen, geben und nehmen. Der Begriff Familie wird zwar oft überstrapaziert, aber bei uns ist das wirklich so etwas Ähnliches. Und wenn einer der Mitarbeiter mal schlecht drauf ist, oder private Sorgen hat, wird er auch in Ruhe gelassen. Oder kann sich frei nehmen. Der Mensch steht einfach im Mittelpunkt.“
Warum er diese Einstellung entwickelt hat, die ihm so völlig selbstverständlich erscheint, weiß Becker ganz genau: „Ich habe in meinem Leben unter so vielen schlechten Vorgesetzten gelitten. Für mich ist auch im Beruf das Wichtigste die Menschlichkeit.“ So kommt er also mit seinen Mitarbeitern bestens klar und kann sich nach und nach langsam etwas mehr aus dem Tagesgeschäft zurücknehmen. Denn der gebürtige Castrop-Rauxeler weiß, dass er sich auf sein Team verlassen kann, so dass einfach auch mal mehr Zeit bleibt für das Familienleben und die Freizeit. Die genießt er zum einen im heimischen Garten („Meinen Rasenmäher könnte ich auch reparieren. Klar, einmal Handwerker, immer Handwerker“), und zunehmend eben auch auf hoher See.

Mit eigener Kaffeemarke

Was er zudem noch sehr genießt, ist sein eigener Kaffee. Die Hausmarke Beckpresso, die es seit 2006 gibt, und von der mittlerweile 300 bis 400 Kilo im Monat umgesetzt werden. „Das ist eine sehr hochwertige Arabica-Mischung, mit der man alles machen kann“, ist Becker zufrieden mit seinem Werk, das in Zusammenarbeit mit einem Röster entstand. Genauso zufrieden wie seine Kunden in Privathaushalten, Firmen, oder Büros, die ihren Gästen Kaffee anbieten. Den Kaffee von Rainer Becker. Wenn das keine Erfolgsgeschichte ist!
Doch eine Frage ist natürlich bis jetzt noch unbeantwortet geblieben: Wie trinkt denn Rainer Becker seinen Kaffee selbst? „Ganz klar, schwarz. Schwarz, wie die Nacht.“ Und er schwört dabei auf seine Kaffeevollautomaten: „Denn durch den nur kurzen Kontakt zwischen Kaffee und Wasser entsteht wenig Säure. Aber viel Geschmack!“

greis

Ganz privat
Lieblingsmusik: Queen und Tina Turner
Lieblingsfarbe: Rottöne
Lieblingsessen: Steaks
Hobbys: Im Garten entspannen, aber auch etwas arbeiten, und natürlich die Reisen auf Kreuzfahrtschiffen.
schönster Urlaub: Momentan die Kreuzfahrten, früher war es ein Club­urlaub im Senegal in einer Anlage, die es aber leider heute nicht mehr gibt.
beste Eigenschaften: Die Zuverlässigkeit, und auf Menschen zugehen zu können.

Aufgeschnappt

Die Hattinger Autoparty 2011 im Rückspiegel

Autoland Hattingen.
Ob umweltfreundlicher Kleinwagen, kompakter Alleskönner oder rassiges Sportcoupé – auf dem Museumsgelände Henrichshütte strahlten die hochglanzpolierten Vertreter sämtlicher Fahrzeuggattungen mit der Sonne um die Wette. Dazu gesellten sich jede Menge bestens gelaunter Aussteller und Besucher. Äußerst kamera­freundliche Bedingungen also, aber sehen Sie selbst.

sk

Zechen, Ballone, Sprachrohr für Senioren und der eigene Stammbaum – Walter Müller hat viel zu erzählen

Walter Müller

Walter Müller

Walter Müller. Mit Verlaub, Herr Müller, ein Allerweltsname. Doch was sich so alles hinter der Person Walter Müller verbirgt, das kam für den Frühaufsteher in einem langen Gespräch zum Vorschein. Walter Müller hat viel zu erzählen. Und das macht er gern und mit viel Enthusiasmus. Der 72-Jährige hat viel erlebt – in positiver und negativer Hinsicht – und auch in Zukunft noch vor, weiter sehr aktiv zu sein.
Geboren in Calbe an der Saale kam Müller mit knapp 18 Jahren ins Ruhrgebiet. Dort nahm er den damals üblichen Weg vieler junger Männer: Berglehrling, Bergknappe, Hauer, Sprengmeister, Grubensteiger – im Braunkohlen- und Steinkohlenbergbau. Bis zum Jahr 1965. Ein großer Grubenbrand, der viele Opfer forderte, darunter auch zahlreiche Mitarbeiter der Grubenrettung, machte es nötig, dass für diese verantwortungsvolle Aufgabe Nachwuchs gesucht und rekrutiert wurde. Bei damals 153 Schachtanlagen in Betrieb passierte viel – Walter Müller wurde dazu angehalten und auch von seiner Überzeugung geleitet, nun bei der „Rettung“ seinen weiteren Weg zu gehen. So sammelte er in den nächsten Jahren Fachwissen (unter anderem als Strahlenschutzbeauftragter, Diplom-Ingenieur bei der Hauptstelle für das Grubenrettungswesen, Berater im englischen und indischen Bergbau, wo er insgesamt 47 Schachtanlagen befuhr), verrichtete umsichtig und engagiert seine Arbeit und wurde zum leitenden Angestellten. Unter anderem belohnt für seine besonderen Verdienste durch das Ehrenzeichen in Silber der Bundesrepublik Deutschland, verliehen von Bundespräsident Gustav Heinemann im Jahr 1973, die Ausführung in Gold folgte 1977 aus den Händen von Walter Scheel.
Doch 1975 passierte dann, was in einem solchen Beruf nicht auszuschließen ist: Eine Formaldehyd-Vergiftung, die ihn zwang, seine Tätigkeit unter Tage zu beenden. Doch an der Erdoberfläche zurück, war er noch bis 1986 im aktiven Dienst tätig, unter anderem als Sachverständiger des Landes im Oberbergamt Dortmund.
Aber schon, nachdem er Mitte der 70er-Jahre der Arbeit unter Tage Lebewohl sagen musste, erfasste ihn ein ganz anderer Virus, der ihn hoch hinaus führen sollte: Der Luftsport, genauer formuliert das Ballon fahren. 1977 stieg er erstmals auf, ab 1981 konnte er sich Pilot für Gas- und Heißluftballone nennen. Und auch in diesem Bereich ging es stetig nach oben (nicht nur im Korb) und viel herum – von Mexiko und Japan angefangen, bis hin zu Kanada und Skandinavien: Walter Müller wurde unter anderem Präsident des Deutschen Freiballonsport Verbandes, Präsident des Deutschen Aero Clubs und Fluglehrer. Er organisierte Weltmeisterschaften und kam bei diesen Gelegenheiten mit vielen Menschen zusammen, die sich ebenfalls dem Ballonsport verschrieben hatten: Wie dem US-Verleger Malcolm Forbes und seiner damaligen Lebensgefährtin Elizabeth Taylor, dem Fußball-„Kaiser“ Franz Beckenbauer, aber auch mit der bundesdeutschen Polit-Prominenz, der er vor allem auf zahlreichen Kanzler-Festen begegnete, an denen regelmäßig Ballone in die Lüfte stiegen.
Und so beschreibt er neben dem Reiz, „sich in der Luft mit der dritten Dimension auseinandersetzen zu können und nur vom Wind getrieben zu werden“, das Besondere am Ballonfahren mit der Möglichkeit zahlreicher neuer Bekanntschaften: „Man lernt viele Menschen kennen, da wo man landet.“ Auch Beruf und Hobby verstand Müller zu verbinden: So richtete er auf vielen Zechenanlagen Hubschrauberlandeplätze ein, um im Notfall für eine schnelle Behandlung von Verletzten sorgen zu können.
Und was macht Walter Müller, der seit 1973 in Heisingen beheimatet ist, heute? Neben seiner Tätigkeit als sachkundiger Bürger für die FDP ist er verantwortlich für die Produktion eines vom Seniorenbeirat herausgegebenen Magazins für die älteren Menschen in der Stadt: Essen. On Top. „Wir sehen uns als Sprachrohr des Seniorenbeirates und wollen interessant sein für 25 Prozent der Essener Bevölkerung, die in einem Alter ab 60 Jahren aufwärts sind“, beschreibt Müller die Ziele des vor einigen Wochen erstmals und nun alle vier Monate erscheinenden Magazins. Auch dort wird Walter Müller seine Spuren hinterlassen. Denn hinter diesem Allerweltsnamen verbirgt sich ein hochinteressanter Mensch.

greis

Ganz privat
Lieblingsmusik: Meine Frau Heike und ich haben ein Abo in der Philharmonie. Ich höre sehr gern Sinfoniekonzerte und bin ein Fan der Dresdener Semper-Oper.
Lieblingsfarbe: Blau
Lieblingsessen: Salate aller Art, am liebsten mit Kürbisöl.
Hobbys: Ich habe mich eingehend mit meinem Familienstammbaum beschäftigt, meine Recherchen reichen bis ins Ende des 18. Jahrhunderts zurück, hauptsächlich durch die Eintragungen in Kirchenbüchern. Ich habe sogar ein eigenes Wappen entwickeln lassen.
schönster Urlaub: Da kann ich eigentlich sagen: Die ganze Welt. Aber ganz besonders: Bad Wörishofen mit dem Ballon.
beste Eigenschaften: Ich bin immer zukunftsträchtig ausgerichtet. Stehenbleiben bringt nichts.

Dat Frühaufsteher-Spätzial

Bodenmaiser Bürgermeister Michael Adam

Bodenmaiser Bürgermeister Michael Adam

Wir schreiben dat Jahr 2011 nach Christus. Ganz Bayern is von den „Kunden“ des Marktführers FC Hollywood besetzt … Ganz Bayern? Nö, schief gewickelt! Ein von unbeugsamen „Pottkindern“ besiedeltes Dorf hört nich auf, den Lederhosen Widerstand zu leisten. Und eins is ma sicher: Tief im bayrischen Wald – im beschaulichen Bodenmais – isset nich leicht für die Anhänger des großen FCB.
In Bodenmais regieren zwar auch die Farben Rot und Weiß, allerdings – für uns Essener – auf eine angenehme Weise. Wer vor kurzem noch dachte, die Bayern ham alle nen komischen Geschmack, weil sie ihre Würste auslutschen und dabei komplett auf Currysoße und Pommes verzichten, der sollte sich die folgenden Zeilen genau durchlesen!
Denn ob Ihr et glaubt oder nich, in Bodenmais hamse nen RWE-Fanclub gegründet, und dat wiederum zeugt durch meine Brille geguckt, von nem guten Geschmack!
Mir selber is auch erst die Kauleiste runna geklappt, als ich Wind von die Schose bekommen hab. Ich dachte: „Getz wollnse uns veräppeln, die Zipfelklatscher!“. Aber is nich, dat is ernst gemeint!
Angefangen hatte alles damit, dat Bodenmais vor einigen Jahren zum „offiziellen Ferienort“ von RWE wurde. Auch in Zeiten der Insolvenz, als et so richtich dreckich um unsren RWE stand, blieb Bodenmais ein starker Partner von unsre Roten. Alleine dat is ja schon knorke!
Getz kam et so, dat nen Fan bei uns im Stadionheft (die „Kurze Fuffzehn“, auch da kann man meine geistigen Ergüsse lesen) von dem kleinen Städtchen gelesen hat und direkt ma im Urlaub vor Ort die Lage gecheckt hat. Und weil wir Jungens ausm Pott immer wat zu meckern brauchen – auch wenn der Urlaub allererste Sahne is – gab et ne Beschwerde an die „Passauer Neue Presse“! Weil et keinen Spielbericht von RWE inne Zeitung gab!
Wer getz aber dachte, dem dortigen Chefredakteur fällt dat Kruzifix vonne Wand bei so eine bekloppte Beschwerde, der weis nich, wo in Bodenmais der Frosch die Locken hat! Kerl inne Kiste, ich sach Euch, die haben dat direkt in ihre Agenda aufgenommen und quasi  ganz nebenbei mit dem Bürgermeister nen Fanclub gegründet!
Auch den Zeitpunkt hätte man nich besser wählen können, denn Waldis Wilde Fußballkerle haben letztens den Aufstieg in die Regionalliga klar gemacht. Mit dem 2:1 über die Sportfreunde Siegen gibbet nämlich nix mehr dran zu rütteln – RWE hat einen der beiden Aufstiegsplätze im Sack! Und wenn dann am letzten Spieltag gegen Fortuna Köln die Fanclub-Abgeordneten aus Bodenmais in Essen sind, um den Fanclub den vielen tausend Bekloppten im altehrwürdigen Georg-Melches-Stadion vorzustellen, wird sich bestimmt der eine oder andere dazu entscheiden, seinen nächsten Urlaub im Bayerischen Wald zu verbringen.
Ich und meine Uschi, wir überlegen auch schon, ob wir mal da hin fahren. Und wenn ich da keine Currywurst mit Pommes rot-weiss bekomme, schreib ich einfach ne Beschwerde an den örtlichen Gastronomieverband!
Bis et soweit is, kauf ich mir meinen Manta-Teller in der örtlichen Fritten-Ranch und feier noch nen paar Spieltage den Aufsteig meiner Roten.
Wir sehn uns anne Hafenstraße 97a.
Nur der RWE

Hintergrund-Info
Name: Christian Ruthenbeck
Alter: 29 Jahre, geboren in Essen, aufgewachsen in Stadtwald, wohnhaft in Altendorf. Seit über 20 Jahren treue RWE-Seele. Seit 5 Jahren arbeitet er in der Mobilfunkbranche im Servicebereich als Kundenbetreuer und seit Februar 2010 ehrenamtlich bei Radio Hafenstrasse.
www.radio-hafenstrasse.de

Zur Erklärung
Opa Luscheskowski ist eine fiktive Urgestalt des RWE-Fans. Ob am Tag der eigenen Goldenen Hochzeit oder während des Urlaubes – Opa Luscheskowski besuchte jedes RWE Spiel. Die  Kolumne „Dem Opa sein Enkel – ein Blick durch die Rot-Weisse Brille“ erscheint seit August 2010 auf der Internetseite des privaten Web-Radios „Radio Hafenstrasse“, für das der Autor Christian Ruthenbeck ehrenamtlich in der Redaktion und als Live-Moderator tätig ist. Seit Beginn des Jahres ist die Kolumne auch in der Vereinszeitschrift von Rot-Weiss Essen „Kurze Fuffzehn“ zu lesen.

Frische Speisen aus Topf und Pfanne

Berchters liefern Buffets und Delikatessen für kleine und große Feste

Bianka und Stephan Berchter

Bianka und Stephan Berchter

Leckeres aus Pott und Panne zaubern Stephan und Bianka Berchter zu besonderen Anlässen auf den Tisch. Das sympathische Catering-Team aus Burgaltendorf beliefert Privat- und Geschäftsleute mit frischen Speisen für kleine und große Feste. Derzeit hat der Familienbetrieb alle Hände voll zu tun: Elf Kommunionsfeiern sind heute zum Weißen Sonntag auszurichten.
Dass den Berchters ihr Buffet- und Delikatessenservice Spaß macht, ist schnell zu erkennen. Auf den Frühaufsteher-Besuch sind Stephan (45) und Bianka (39) bestens vorbereitet. In ihrem Geschäft an der Alten Hauptstraße 67 gewähren sie uns Einblick in ihre blitzblanke Küche und lassen sich auch gern in Topf und Pfanne gucken. „Seit 1994 bin ich selbstständig. Die Firma Pott & Panne habe ich 1998 gegründet“, berichtet Stephan. Der gelernte Restaurant-Fachmann (Ausbildung bei Borgböhmer in Bochum) hat in Deutschland und der Schweiz Erfahrungen in der Gastronomie gesammelt. Drei Jahre leitete er Restaurants am Zürichsee sowie am Walensee in den Voralpen. Kurz vor dem Jahrtausendwechsel lernte der geborene Wittener seine Traumfrau kennen. „Mit ihr wuchs der geschäftliche Erfolg. Das müssen Sie im Artikel unbedingt erwähnen!“, betont er. Was wir versprochen haben…
Lecker belegte Baguette-Schnittchen kommen zum Sektfrühstück oder Empfang bestens an. Geräucherter  Fisch, ausgesuchte Käsesorten, feiner Bratenaufschnitt oder Schinkenspezialitäten – schon die Vorspeisen klingen sehr verlockend. Wer’s deftig mag, bestellt zur nächsten Feier klassische Suppen oder Eintöpfe. Von der rustikalen Gulaschsuppe mit Paprika, Kartoffeln und Gemüse, über Lauchcreme-, Tomaten- und französischer Zwiebelsuppe bis hin zu Grünkohl mit Mettwurst und Kasseler reicht hier die Auswahl. Beliebt ist zudem Mediterranes. „Wir sind offen für Kundenwünsche und kochen auch Leibgerichte. Die Speisekarte ist nur eine Richtschnur. Möglich ist im Prinzip alles!“, fügt Stephan hinzu. Seine Lieblingsspeise ist Fisch, „zum Beispiel Zander oder Dorade“.
Bianka hilft nebenbei tatkräftig bei Pott & Panne. Hauptberuflich ist sie Bankkauffrau bei der Geno-Zweigstelle Burgaltendorf. Dass sie Stephans Abrechnungen macht, ist da Ehrensache. Dann sind da noch die beiden Kinder, Leonik (5) und Paula (2), die ihren Eltern viel Freude machen und Oma und Opa gern auf Trab halten. In Überruhr (Grenze Burgaltendorf) leben Alt und Jung unter einem Dach. „Ich bin ein Familienmensch!“, sagt Bianka und zeigt uns ihren hübschen Garten. Auf der sonnigen Terrasse mit Blick auf die Essener Skyline oder im Strandkorb erholt sich das Paar. „Vor allem an Samstagen und Sonntagen ist unser Außer-Haus-Service gefragt“, sagt Stephan. „Was soll’s? Dafür habe ich manchmal in der Woche Luft!“ Dann träumen er und seine Frau vom nächsten Taucher-Urlaub auf den Kanaren oder am Roten Meer. Flossen und Schnorchel jedenfalls passen noch – wir waren bei der Anprobe dabei.
Mit dem Auto bringen die Berchters ihre Buffets servierfertig zum Kunden. Auf Wunsch wird geschultes Personal gestellt. Besteck, Deko, Getränke, Stühle oder Tische – Pott & Panne sorgt auch dafür. „Unser Normalgeschäft sind Essen für 50 bis 200 Personen“, erläutert Bianka. Aber auch Candle Light Dinner für 2 haben sie schon ausgerichtet. Die bisher größte Herausforderung war das Catering zum Weltfrauentag 2008 auf Zollverein. Mit einer Service-Brigade von 20 Mann wurden rund 500 Gäste kulinarisch verwöhnt. Das „fliegende Buffet“ mit immer neuen Häppchen fand allgemeinen Anklang.
Die TV-Serie „Lirum, larum, Löffelstiel“ (ab 1974 vom ZDF gesendet) hatte einst Stephans Interesse fürs Kochen geweckt. Wie früher Papa schwingt nun Leonik den Rührlöffel. „Sein Wackelpudding schmeckt richtig lecker!“, lobt seine Mutter. Wir ahnen es: Wenn der Kleine so weiter macht, kriegen die Berchters einen tüchtigen Dessert-Spezialisten. Im Sommer startet Leonik seine Karriere in der Grundschule.

addi

Ganz privat
Lieblingsmusik: U2, Depeche Mode, 80er Songs
Lieblingsfarbe: Blau und Pink
Lieblingsessen: Mediterrane Küche, Fisch
Hobbys: Tauchen, Skifahren, Malen (Bianka), unsere Kinder
schönster Urlaub: Südfrankreich
beste Eigenschaften: zuverlässig, immer gute Laune

Verlangsamung des Verkehrs an der Hubertushöhe scheint Früchte zu tragen

Hubertushöhe

Hubertushöhe

„Es ist zwar noch nicht optimal, aber bestimmt schon 100 Mal besser als vorher.“ Wenn Harald Kosch jetzt aus dem Fenster seiner Wohnung im Haus an der Hubertushöhe blickt, hat er ein besseres Gefühl als noch vor einigen Wochen.
Zu viel war dort in den letzten Monaten nach der Änderung der Vorfahrtregelung passiert, sogar ein schwerer Unfall mit Todesfolge. Kosch wandte sich an die Frühaufsteher-Redaktion, in der Hoffnung, in diesem Sommer nicht noch weitere Motorradfahrer vor seiner Haustür sterben sehen zu müssen.
Wir informierten uns, berichteten ausführlich, holten die Meinungen von Experten und ganz normalen Verkehrsteilnehmern ein – und auch die Straßenverkehrsbehörde Mettmann reagierte, die Regelung an der Kreuzung Rodberger Straße, Hefel und Rottberger Straße wurde modifiziert und für Auto- und Motorradfahrer deutlicher gemacht. Aus Richtung Velbert (Hefel) dient jetzt eine leichte Verschwenkung der Fahrbahn dazu, den Verkehrsfluss zu verlangsamen, will man in Richtung Essen weiterfahren, muss man auf einer eigenen Spur Vorfahrt gewähren. Aus der Essener Richtung ist unübersehbar per Stop-Schild das geforderte Verhalten sichtbar gemacht. Kosch hat in zahlreichen Fällen schon einen Erfolg dieser Maßnahmen ausgemacht. So bleibt also abzuwarten, was im Sommer, wenn vor allem die Zweirad-Fans auf dieser Strecke „ohne Ende“ unterwegs sind, passiert – oder eben besser nicht passiert.
Harald Kosch hat leichte Hoffnung, dass ihm schlimme Bilder wie zuletzt erspart bleiben, obwohl er immer noch nicht versteht, warum die ursprüngliche Regelung, die jahrelang galt, nicht beibehalten wurde: „Das hätte doch alles vermieden werden können. Sowohl die sicher hohen Kosten, jetzt den Verkehr zu verlangsamen (nach Frühaufsteher-Informationen rund 35.000 Euro), als auch die Unfälle und eine tote Frau.“
Der Frühaufsteher wünscht auf jeden Fall allen zwei- und viermotorigen Fahrern an dieser Stelle, und natürlich auch überall sonst, eine gute und sichere Fahrt. Und immer auch den Blick für die Schwächen anderer Verkehrsteilnehmer. Denn das kann in vielen Situationen Schlimmeres ganz einfach vermeiden helfen.

greis

Mit dem Auge malen

Reinald Will und der Fotoclub Essen

Reinald Will

Reinald Will

Auch wenn die Photographische Gesellschaft Essen 05, wie es offiziell heißt, schon stolze 106 Jahre alt ist – ganz so hoch ist das Durchschnittsalter der Mitglieder natürlich nicht. Gegründet wurde der Club übrigens von Krupp-Mitarbeitern in der Kruppschen Bierhalle. Im Fokus stand und steht allerdings das Fotografieren, nicht das Bier!
Zurück zu Jahreszahlen: Einige Neuzugänge, vor allem auch jüngere Leute, hätten die Essener Hobbyfotografen um Reinald Will schon sehr gerne. Bewundert man ihre Werke, möchte man eigentlich gar nicht mehr von Hobby sprechen, denn hier entstehen äußerst professionelle Aufnahmen.

Von Farbe und Lack zur Kamera

„Fotografieren ist Malen mit dem Auge“, begeistert sich der freundliche 62-Jährige, der immer mit wachem Blick unterwegs ist – und natürlich mit der einen oder anderen Kamera. In seinem aktiven Berufsleben hat Reinald Will mit Farbe und Lack gemalt. Als Rentner ist er auch nicht gerade passiv – und dem Malen ist er auf diese Weise treu geblieben, auch wenn sich sein Handwerkszeug verändert hat.
Es trifft sich gut, dass der verheiratete Vater einer erwachsenen Tochter sowieso gerne draußen unterwegs ist. Ob in „seinem“ Revier oder im Urlaub – ihm gelingt immer wieder aufs Neue, das Außergewöhnliche an einem bestimmten Moment, einer augenblicklichen Situation zu erkennen und mit seiner Kamera festzuhalten.
War es früher die analoge, ist es nun die digitale – Reinald Will ist umgestiegen und freut sich über die vielen neuen Möglichkeiten. „Die analoge Technik hat jedoch meinen Blick geschult“, berichtet er. Und davon profitiert natürlich auch seine Digitalfotografie.

Von Ausstellungen und Auszeichnungen …

Landschaften, Porträts, Industrieanlagen, in Farbe, in Schwarzweiß – seine Aufnahmen, meist im Format A4 bis A3, gefallen nicht nur der Besucherin vom Frühaufsteher, sondern auch so manchen Jury-Mitgliedern, die, so heißt es im Jargon, seine Bilder annehmen und ausstellen. Auch die IHK Essen interessierte sich für Reinald Wills Bilder vom unvergessenen Stillleben auf der A40. Wettbewerbe gibt es übrigens viele: Auf Landesebene, auf Bundesebene, die Photokina … Dass in diesem Club hervorragend fotografiert wird, sieht man auch an den Aufnahmen des 2009 verstorbenen ältesten Mitglieds Hans-Günter Bornemann, der für eine Bilderserie aus dem Kurt-Schumacher-Zentrum um einen Pfleger mit einer alten Dame vom Bundesfamilienministerium ausgezeichnet wurde. Ausstellen lassen sich Fotos heute auch virtuell: Im Internet beurteilen die Fotografen ihre Werke in photo communities gegenseitig. Einige Aufnahmen von Reinald Will werden bis  zu 500 Mal angeklickt.

… zum Austausch: Ein Zuhause für Fotofreunde

„Besonderen Spaß macht es, sich auszutauschen“, findet der Fotograf aus Kupferdreh. Natürlich nicht nur online, und daher möchte Reinald Will neue Mitglieder begrüßen. „Zurzeit treffen wir uns alle 14 Tage donnerstags im Awo-Haus in Überruhr um 15 Uhr. Wir sind aber völlig flexibel und passen uns gerne denen an, die im Berufsleben stehen.“
Liebe Fotofreunde, wenn Sie für Ihr Hobby ein neues Zuhause suchen: Hier ist es, die „Essener Photografische Gesellschaft 05“ freut sich auf Sie. Anruf bei Reinald Will genügt: 0201/470687.

pgs

Ganz privat
Lieblingsmusik: Rock und Pop
Lieblingsfarbe: alle Volltöne (Rot, Blau, Grün, Gelb)
Lieblingsessen: Spaghetti Bolognese
Hobbys: Fotografieren, früher auch Fußball
schönster Urlaub: Nordsee, Ostsee, Berge
beste Eigenschaften: hilfsbereit und hört gerne anderen zu

Qualität kommt von Können

[ Porträt von Peter Hansen, Portas-Fachhändler für Essen-Süd, Wattenscheid, Mülheim und Hattingen auf den Seiten 4 und 5. ]

„Gutes erhalten – Neues gestalten“

Peter Hansen

Peter Hansen

Peter Hansen

„Wenn wir zu unserem Kunden kommen, dann dürfen wir sein Allerheiligstes, seine Burg, sein Zuhause betreten. Das ist doch schon ein echter Vertrauensbeweis“, sagt Peter Hansen, der sich von Berufs wegen häufig in fremden Häusern und Wohnungen aufhält, denn er ist der zuständige PORTAS-Fachhändler für den Essener Süden, Mülheim, Wattenscheid und Hattingen, also für uns.
Geboren am 8. Dezember 1961 in Oberhausen und „in eher bescheidenen Verhältnissen“ aufgewachsen, hat er nach der Volksschule zunächst eine Maurerlehre absolviert. Mit der anschließenden Bundeswehrzeit beim Transportbattalion in Rheine verbindet er nur angenehme Erinnerungen. Kein Wunder, denn als Mitarbeiter der Ordonanz im Offizierscasino „hatte man durchaus gewisse Freiheiten“, wie er mit einem verschmitzten Lächeln formuliert. Die dann folgende „Aufholjagd in Sachen Weiterbildung“ war da vergleichsweise anstrengend, aber erfolgreich. Mit der Fachoberschulreife im Gepäck ergänzten sich handwerkliches Geschick und kaufmännisches Wissen. So gerüstet landete Hansen 1991 schließlich bei PORTAS in Essen-Borbeck. PORTAS gehörte schon damals zu den „Marken des Jahrhunderts“ – eine Marke, die seinerzeit hauptsächlich mit „Türen“ in Verbindung gebracht wurde. (Sie erinnern sich sicher an die Fernsehwerbung mit Erfolgs-Trainer Otto Rehhagel.) 1996 übernahm Peter Hansen die Essener Filiale, doch im Laufe der betrieblichen Entwicklung standen die eingangs genannten Regionen mehr und mehr im Fokus des Unternehmens, eine engere (Verkehrs-) Anbindung wurde gesucht. Und gefunden. Seit 2005 hat die Gesellschaft ihren Sitz an der „Fröhlichen Morgensonne 2“ in Wattenscheid. (So blumig können Straßennamen klingen.)

Alles aus einer Hand

Längst befinden sich nicht mehr „nur“ Türen im PORTAS-Sortiment. „Natürlich renovieren wir nach wie vor, wir sind schließlich Europas Renovierer Nr. 1, und der Erhalt alter Werte liegt mir in jeder Hinsicht am Herzen. Aber innovative Produkte wie unsere hochmodernen Spanndecken, komplett maßgeschneiderte Küchen oder Neutüren aus Massivholz bilden eine sinnvolle Erweiterung unseres Angebots. Dabei wollen wir uns bewusst von den  sogenannten „Schnäppchenanbietern“ abheben. Wir erleben nämlich oft genug, dass enttäuschte Kunden mit Riesenproblemen – häufig verursacht durch ungeschulte Subunternehmer von Billiganbietern – zu uns kommen. Doch dann ist es meist zu spät. Für unsere Kunden hingegen stehen wir auch weit über die Garantiezeit hinaus zur Verfügung. Der Name PORTAS verpflichtet“, fasst der leidenschaftliche Unternehmer „alter Schule“ zusammen. Garanten für reibungslose Abläufe und maximalen Kundenservice seien „die Menschen, die für PORTAS arbeiten“. „Gerechte Preise – faire Löhne – motivierte Mitarbeiter“, schlussfolgert Hansen kurz und präzise.

Das Familienunternehmen

Zwar lässt der permanente Einsatz für die Firma (inklusive mancher Wochenenden) wenig Raum für Freizeitgestaltung, doch dafür hilft Ehefrau Simone so oft es geht in der Verwaltung mit. („Man sieht sich also doch gelegentlich.“) Sohn Julien (19) hat sich indes nach dem Abitur für ein Jurastudium entschieden. Mit zur Familie gehören zwei bildschöne und temperamentvolle Dalmatiner-Damen. Alegra (6) und Carlotta (2) sorgen denn auch dafür, dass „der Chef regelmäßig an die frische Luft und in Bewegung kommt“. Manchmal sieht man den heimatverbundenen Selfmade-Man aber doch ganz alleine; wenn er mit dem Fahrrad die Ruhr entlang radelt und dabei völlig entspannt neue Ideen für ausgefallene und zukunftsweisende Raumgestaltungen aus­heckt. Wenn Sie interessiert sind an innovativer und dabei ökonomischer Innenausstattung á la PORTAS, dann sollten Sie den Mann in Ihr Allerheiligstes, Ihre Burg, Ihr Zuhause lassen. Er weiß es zu schätzen.

sk

Kontakt
PORTAS-Fachbetrieb Peter Hansen GmbH
Fröhliche Morgensonne 2
44867 Bochum
Telefon: 0 23 27-83 36 80
Fax: 0 23 27-83 36 81
www.hansen.portas.de
info@hansen.portas.de

Ganz privat
Lieblingsmusik: ELO Electric Light Orchestra
Lieblingsfarbe: Blau
Lieblingsessen: Pute mit Kartoffelklößen
Hobbys: Fahrrad fahren, Dalmatiner
schönster Urlaub: Gran Canaria
beste Eigenschaften: zuverlässig