Archive for Juni, 2011

Durchblick – na klar!

[ Porträt des Hattinger Augenoptikermeisters Martin Meinecke. ]

Optiker aus Leidenschaft

Martin Meinecke

Martin Meinecke

Martin Meinecke

Martin Meinecke sorgt nicht nur dafür, dass seine Kunden und Kundinnen den Durchblick haben. Einen klaren Blick auf seine berufliche Zukunft hatte auch er selbst schon früh: Bereits zu Schulzeiten wusste der zukünftige Augenoptiker, womit er seinen Lebensunterhalt verdienen wollte.
Doch der Beruf ist für Martin Meinecke, verheiratet und Vater von Pierre, 24, und Timo, 19, viel mehr als eine Einkommensquelle. Wir haben es mit einem lupenreinen Fall von Berufung zu tun. Dienst am Kundenauge leistet er nämlich mit Leib und Seele – oder besser gesagt, mit Glas und Fassung.
„Das war schon immer mein Traumberuf“, freut sich der gebürtige Hattinger, der jetzt in Bochum lebt. Während einer kurzen Orientierungsphase dachte Martin Meinecke darüber nach, pharmazeutisch-technischer Assistent zu werden. Vorstellen kann man sich das durchaus auch. Schließlich siegte die Optik, und die Ausbildung – ebenfalls in Hattingen – zeigte ihm, dass er richtig gelegen hatte mit seiner Wahl.
„Auch die Ladenöffnungszeiten haben mich nicht abgeschreckt“, lacht der sympathische Inhaber.

Ausgebildet – und gleich weitergebildet

1978 war Martin Meinecke ausgebildet und noch lange nicht mit sich zufrieden. Er bewarb sich an der Münchner Fachakademie um einen Platz in einem zweijährigen Studiengang, bestand die Aufnahmeprüfung und konnte sich nach erfolgreicher Weiterbildung staatlich geprüfter Augenoptiker und zusätzlich Augenoptikermeister nennen – ein wichtiger Meilenstein.
Vor seinem Augenhintergrund hatte der neue Meister von Anfang an die Selbstständigkeit. Doch zunächst hieß es Erfahrungen als Filialleiter zu sammeln. Frisch von der Akademie fehlten noch Erfahrungen in Sachen Personalführung und anderen Gebieten, die ein Ladeninhaber nun einmal braucht.

Ich schau dir in die Augen, Kunde

Es diente also einem guten Zweck, zwölf Jahre lang in Filialbetrieben mit festen Strukturen und Hierarchien zu arbeiten. Wer kreativ ist und gestalten möchte wie Martin Meinecke, der fühlt sich unter solchen Arbeitsbedingungen irgendwann ein wenig eingesperrt.  Wie gut für ihn und seine Kunden, dass er in seinem eigenen Geschäft heute natürlich ganz anders handeln kann.
Mit Menschen umzugehen, das ist neben dem kreativen und handwerklichen Anteil ein Bereich, der ihn immer wieder aufs Neue begeistert. Und da kein Kunde wie der andere ist, wird es niemals langweilig, ihnen in die Augen zu schauen.
„Individuelle Lösungen für jeden Menschen zu entwickeln, ob es um Brillen oder Linsen geht, in optischer und ästhetischer Hinsicht“, so bringt Martin Meinecke seine Arbeit auf den Punkt.

15 Jahre Dienst am Kundenauge

Seit fast 15 Jahren „wohnt“ er nun beruflich in dem denkmalgeschützten Fachwerkhaus an der Hattinger Heggerstraße 9 und gestaltet sein Geschäft mit zwei Mitarbeitern genau so, wie er es schon immer vor Augen hatte.
Liebe Leser, große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus: Achten Sie doch im Laufe der nächsten Wochen einmal ganz besonders auf das, war der freundliche Augenoptikermeister und sein nettes Team sich so ausdenken werden, um mit ihren Kunden in die nächsten 15 Jahre zu starten. Danach sehen wir weiter!
In größeren Zeiträumen denkt man hier auch, wenn es um Lieferanten geht, und setzt auf langfristige Kooperationen mit hochkarätigen deutschen Herstellern. „Das geht selbstverständlich nicht zum Dumpingpreis“, erklärt Martin Meinecke. Doch auch wer nicht ganz so viel Geld ausgeben kann oder will, erhält hier den hochqualitativen Durchblick: „Bei uns gibt es immer mal wieder Aktionen“.

Flexibel in Form, Farbe und Zeit

Im Programm ist übrigens auch eine eigene Kollektion, die farblich und geometrisch viele Spielräume bietet und die Kunden praktisch mitgestalten lässt. Auch wer sich den Traum von einer selbst entworfenen Brille erfüllen möchte, ist hier bestens aufgehoben. Das ist natürlich entsprechend aufwändig, versteht sich.
Nicht nur beim Material und der Beratung zählt die hohe Qualität. Kundenzufriedenheit steht bei Martin Meinecke in jeder Hinsicht an erster Stelle, zum Beispiel bei Terminen. „Nach Absprache bin ich auch außerhalb der Öffnungszeiten sehr flexibel“. Wer nicht zu ihm kommen kann, den besucht er auch gerne zu Hause.

Gut sehen – und noch besser aussehen

Schöne Zeiten für Kunden also – auch in Sachen Mode. War die Brille früher nicht gerade ein Objekt der modischen Begierde, sondern ein optisches Muss, so sieht das heute zum Glück ganz anders aus: Sie wurde zusätzlich zu ihrer Nützlichkeit zum Modeaccessoire, mit dem man seine Persönlichkeit unterstreichen und bei Form- und Farbvielfalt aus dem Vollen schöpfen kann.
Wie sieht das meisterliche Auge die Entwicklung? „Retroformen sind ziemlich angesagt, gerade bei jüngeren Leuten“, erfährt die Frühaufsteherin. Und ihr Gesprächspartner fährt fort: „Der Hauptbereich ist nach wie vor Metall mit seinen Designmöglichkeiten. Während der letzten zwei, drei Jahre waren eckige Formen gefragt, auch randlose Brillen sind immer ein Thema.“ Und er selbst? Er mag es gerne etwas weniger klassisch; außergewöhnlich muss das Design auf jeden Fall sein. Was man so über den Schuster und seine Schuhe sagt, das gilt hier keineswegs.

High-Tech in der Altstadt

Die Mischung macht’s: Handwerk, Technik, Gespräche mit Menschen, Beratung – und damit der Meister und seine Mitarbeiter das auch alles weiterhin so erfolgreich leisten können, bilden sie sich ständig weiter. Schließlich sind Anforderungen und Möglichkeiten in den vergangenen Jahren extrem gewachsen: Ob es um optische Unterstützung bei PC-Arbeitsplätzen geht, Sportbrillen, Gleitsichtgläser – modernste Technik hat hier längst Einzug gehalten, beispielsweise das Videozentriersystem, das perfekt vermessen und bestimmen kann, damit sich der Kunde in jeder Lebenslage optisch wohlfühlt.
Auch Martin Meinecke fühlt sich an seinem Standort wohl: „In meinem Geburtsort Hattingen war ich immer gerne“, sagt er. „Hattingen hat einfach Flair“. Wer wollte da widersprechen!

Teamarbeit auch zu Hause

Kennen gelernt hat er auf seinen Stationen als Filialleiter Wesel und Wattenscheid und wünscht sich nun, dass es in seinem attraktiven Wunsch­umfeld auch zukünftig gut läuft.
Platz für weitere Wünsche? „Gesundheit natürlich für meine Familie und mich, das kommt an erster Stelle“, antwortet Martin Meinecke.  „Und was ich auf jeden Fall noch betonen möchte: Meine Frau Martina hat mir immer den Rücken gestärkt.“
Wer mit Martin Meineckes Gläsern gut durchblickt, der verdankt es also auch ein bisschen ihr. Wir danken mit und wünschen allzeit gute Sicht!

pgs

Ganz privat
Lieblingsmusik: Kreuz und quer
Lieblingsfarbe: Weiß
Lieblingsessen: Steak
Hobbys: Ski & Fahrrad
schönster Urlaub: Nordseeküste
beste Eigenschaften: Kommunikativ

Info
Optik Meinecke, Inhaber Martin Meinecke, Heggerstraße 9, 45525 Hattingen. Telefon: 02324/245407, Fax: 02324/25808, optik-meinecke@t-online.de.
Öffnungszeiten: Montag bis Freitag 9.30 bis 19 Uhr, Samstag 9.30 bis 15 Uhr, zusätzlich nach Vereinbarung.
Das gibt’s:
•    Topaktuelle Brillen- und Sonnenbrillenkollektionen
•    Kontaktlinsen, Pflegemittel
•    Fertiglesebrillen, Lupen
•    Führerscheinsehtest
•    Sport- und Sonderbrillenanfertigungen
•    Individuelle und typgerechte Brillenberatung

Auch ein Golf unterliegt der Evolution

Christof Degener – Rennfahrer und Architekt

Christof Degener

Christof Degener

Normalerweise genießt es Christof Degener, im Rahmen der Rundstrecken Challenge Nürburgring (RCN) mit Spitzenwerten von bis zu 230 km/h über die traditionelle Rennstrecke in der Eifel zu rasen. Doch beim dritten Lauf in dieser Saison hatte er eine Situation zu bewältigen, die ihm alles abverlangte.
Nach einer kurzfristig notwendig gewordenden Reparatur des Renngetriebes seines aktuellen Gefährtes, eines VW Golf III V16, dessen Getriebeöl dadurch nun zwar gekühlt wurde, musste Fahrer Degener dagegen bei schweißtreibenden Temperaturen und strahlendem Sonnenschein am Steuer sitzen; und das ausnahmsweise nicht im Wechsel mit seinem Stammpartner, Mitautobesitzer und Cousin Lars Grobbink aus Essen. Den gesamten Lauf bestritt Degener allein. Denn Grobbink kam am Morgen des Rennens mit einer Hiobsbotschaft an den Frühstückstisch: Er hatte sich einen Rückennerv eingeklemmt und konnte nicht teilnehmen. Degener bewältigte diese schwierige Aufgabe, immerhin völlig unvorbereitet 15 Runden am Stück, aber sehr überzeugend: Obwohl ihm am Ende etwas die Kondition ausging, wurde er unter 31 Teilnehmern in der stark besetzten Klasse H3 noch Fünfter und wahrte damit seine Chancen auf einen vorderen Rang in der RCN-Meisterschaft. Doch auch anstrengende Herausforderungen dieser Art können dem Hattinger den Spaß an seinem (Motor-)Sport nicht nehmen. Schon seit 2002 ist er in der RCN-Serie aktiv, nachdem er im Freundeskreis über einen Bekannten, der als technischer Kommissar bei Rennen tätig war, einfach mal ins Geschehen hineingeschnuppert hatte. Über Rennslalom und nationale Rallyes fand er dann immer mehr Gefallen an den schnellen Runden, bis er für sich die Rennserie auf dem Nürburgring vor jeweils rund 5.000 bis 6.000 Zuschauern als passend entdeckte.
Mit der Startnummer 100 tritt der 43-jährige Architekt mit seinem gelben Golf 3 Kit Car an, im Hintergrund immer wissend, dass das „Team Benninghofen“ ihm bei technischen Problemen aller Art mit Rat, Tat, Know-how und einer perfekten Ersatzteilversorgung zur Seite steht. Denn dort in Velbert-Nierenhof wird der Wagen immer wieder genau unter die Lupe genommen, verbessert, „in jeder Winterpause eine Evolutionsstufe weiter befördert“, wie Degener die ständige Entwicklung beschreibt. Und die ist auch nötig, denn jedes einzelne der sieben Rennen über die Nürburgring-Nordschleife (das nächste am 23. Juni) und auch der Finallauf über den Komplettkurs stellt eine große Herausforderung für Mensch und Technik dar. „Gerade die Ursachensuche bei Mängeln ist sehr wichtig. Wir lernen immer wieder dazu“, weiß Degener, der 2005 mit drei Meisterschaftstiteln bisher sein erfolgreichstes Jahr verbuchen konnte. So gibt es in Sachen Sport sogar eine kleine Überschneidung mit seinem Beruf: „In beiden Bereichen beschäftige ich mich mit Details.“
Ganz genau hinzuschauen lohnt sich also: Wie auch in Sachen finanzieller Aufwand: Denn pro Saison gilt es, einen nicht zu unterschätzenden Betrag aufzubringen. Kein Wunder, wenn schon allein der Verbrauch von Super Plus-Benzin bei 5,5 Litern pro Runde liegt. Und eine Runde beträgt nur 21 Kilometer … Doch die Faszination seines Sports ist für den 43-Jährigen immer noch so groß, dass er bisher noch nicht daran gedacht hat, sein Auto in absehbarer Zeit in die „ewigen Parkgründe“ zu schicken: „Nein, ein Ende ist bisher noch nicht geplant.“

greis

Ganz privat
Lieblingsmusik: Querbeet, Pop und Charts
Lieblingsfarbe: beim Auto: Grau-Metallic
Lieblingsessen: tagesformabhängig
Hobbys: Squash, Skifahren
schönster Urlaub: eingeschneit in Vorarlberg
beste Eigenschaften: Ich werfe die Flinte nie ins Korn.

Gelassen im Straßenverkehr
Natürlich war der Frühaufsteher auch neugierig darauf, wie sich ein Rennfahrer denn im ganz normalen Straßenverkehr verhält. Christof Degener, Besitzer und Fahrer eines BMW Cabrio, sieht sich als umsichtiger Verkehrsteilnehmer: „Im normalen Straßenverkehr bin ich sicher deutlich ruhiger als so manch anderer. Punkte in Flensburg habe ich auf jeden Fall keine.“

Der Heilige Georg

Hattinger Stadtwappen

Hattinger Stadtwappen

Profile der Region, dafür steht der Frühaufsteher. Sie, liebe Leserinnen und Leser, lernen Menschen aus Ihrer unmittelbaren Umgebung kennen, die alle ganz unterschiedlich sind und eines gemeinsam haben: Sie tragen auf ihre persönliche Art und Weise dazu bei, unsere Stadt und ihre Umgebung lebenswert zu gestalten.
Doch gerade Hattingen lebt ja nicht „nur“ durch die Menschen, die heute Profil zeigen. Was wäre unsere Stadt ohne ihre Geschichte und ohne ihre Altstadt?
Interessant sind nicht nur alte Häuser, sondern alle, die je hier gelebt haben oder auch nur auf der Durchreise waren. Sie haben ihr Wesen oder Unwesen getrieben, existierten ganz real oder auch nur in der zu allen Zeitaltern heftig blühenden Fantasie der hier lebenden Menschen.
Neben den heutigen Profilen der Region lernen Sie nun jeden Monat ein historisches oder sagenhaftes Profil kennen.
Viele Namen hat man schon einmal gehört, vielleicht auch einmal nachgelesen. Oft weiß man – uns geht es jedenfalls so – nicht mehr ganz genau, was sich hinter einer Sagengestalt, einer historischen Persönlichkeit oder dem Namensgeber für ein Denkmal verbirgt.
Den Anfang macht heute der Heilige Georg, der das Hattinger Stadtwappen ziert. Wir haben ihn gebeten, uns noch einmal selbst zu erzählen, warum Hattingen auf den Drachen kam und worin genau die Georgsche Heldentat bestand.

Mit dem Heiligen Georg im Gespräch

Georg kam natürlich inkognito. Wir trafen uns in einem Hattinger Café und plauderten ein wenig über vergangene Zeiten:
„Ganz schön viele Touristen hier“, wundert sich der Heilige Georg und erkundigt sich, ob es nicht einen nach ihm benannten Eisbecher oder einen Sankt-Georg-Kuchen gibt. Die freundliche Bedienung verneint, aber der Drachentöter nimmt es nicht persönlich, immerhin hat er soeben die Sankt-Georg-Straße passiert, und das stimmt ihn milde. Das ganze Viertel ist nach ihm benannt, eine Kirche, eine Schule, und gemalt verschönt er eine Fassade – der Frühaufsteher berichtete.
„Auch ein tapferer, heiliger Mann ist also nicht ganz frei von Eitelkeiten“, necke ich ihn, und er wird tatsächlich ein bisschen verlegen.
„Ich bin ja nicht nur zu meinem Vergnügen hier“, wird er sachlich, „schließlich wollen Sie von mir ja hören, was das mit dem Drachen eigentlich auf sich hat. Ich habe gleich noch ein paar andere Interview-Termine“.
„Gerne, dann erzählen Sie bitte von Ihrer Heldentat“, bittet die Frühaufsteherin.

Gehen Sie nicht über Los: Monopoly mit Drachen

„Also, in einem See in der Nähe von Beirut – aber vielleicht war es auch die Ruhr bei Hattingen, wer will das heute noch so genau wissen – lebte ein Drache. Nichts und niemand war vor ihm sicher, zu Wasser wie zu Land. Bis vor die Tore der Stadt kam das Ungeheuer.“
„Ganz schön bedrohlich“, werfe ich ein.
„Na klar, und nicht nur das“, sagt mein ungewöhnlicher Gesprächspartner. „So ein Drache hat einen Mundgeruch, der verpestet die ganze Region. Da fallen Ihre Profile der Region reihenweise vom Hocker“, kichert Georg.
„Wenn der Drache dann so vor den Stadttoren stand, ging er natürlich nicht wieder ohne Tribut. Zwei Schafe täglich erpresste er von den armen Bewohnern. Irgendwann gab es keine Schafe mehr. Was tun, fragten die Menschen das Orakel.“
„Und was wurde ihnen geraten?“, bin ich gespannt.
„Die Antwort lautete: Menschenopfer. Das Los sollte sie bestimmen.“
„Gehen Sie nicht über Los“, murmele ich.
„Was?“, fragt Georg.
„Ach, tut nichts zur Sache, fahren Sie fort!“

Frühe Zivilcourage Georg sei Dank …

Malerwinkel

Malerwinkel mit Blick auf die St.-Georgs-Kirche

„Damals gab es große Standesunterschiede zwischen den Menschen. Aber nicht für das Los – es traf eines Tages auch die Königstochter Margarete. Davon wollte der König nichts wissen, keine Frage, aber das Volk machte nicht mit und wollte das Schloss in Brand stecken. Völlig aufgelöst ergab sich der König in sein Schicksal und lieferte seine festlich gekleidete Tochter dem Drachen aus.“
„Weiter, machen Sie es nicht so spannend“, drängele ich.
„An der Opferstätte lehnte sich Margarete weinend an einen Felsen. Und da komme ich ins Spiel“, berichtet Georg stolz, und wer wollte es ihm verdenken.
„Ich habe sie gefragt, warum sie weint, und sie erzählt mir von ihrem furchtbaren Schicksal. Ehrlich gesagt, ich habe ganz kurz überlegt, ob ich nicht einfach weiterreiten sollte, mit den ganzen Kreuzzügen und so hatte ich wirklich viel zu tun, und genau wie heute gingen auch schon damals Menschen einfach weiter, anstatt zu helfen. Aber es war nur ein ganz kleiner Augenblick“, schwört der Mann der frühen Zivilcourage.
„Gut gemacht“, lobe ich ihn.
„Danke, danke. Auch ein Held braucht Lob, glauben Sie mir. Ich stehe ihr also zur Seite und harre der Dinge, die da kommen, und auf einmal kocht der See förmlich: Heraus kommt der Drache, teilt die Wellen, zischend verpestet er die Luft, Margarete schreit entsetzt auf. Da habe ich sie beruhigt, bin auf mein Pferd gestiegen, habe ein Stoßgebet zum Himmel geschickt und mit der Lanze zugestochen.“

… und eine Tafel gab es auch schon

„War der Drache sofort tot?“, will ich wissen.
„Nein, nein, ich ließ Margarete ihren Gürtel ab- und dem Drachen um den Hals legen. Wie diese Hunde, die hier überall herum wuseln, so führte sie ihn an der Leine und brachte ihn in die dankbare Stadt.
„Da war die Margarete auch ganz schön beherzt“, meine ich, „sie wusste ja nicht so recht, wie das Ungeheuer sich gebärden würde.
„Ach, da hatte sie wohl schon so viel Vertrauen zu mir gefasst, da fürchtete sie sich vor nichts und niemandem mehr“, brüstet sich Georg. Eigenlob darf es natürlich auch einmal sein!
„Ich habe dann überlegt, was als Nächstes zu tun wäre. Den Drachen einfach so abzustechen, war mir irgendwie nicht genug. Glaubt an Gott, sprach ich also zum Volk in der Stadt, dann mache ich dem Ungeheuer den Garaus. Der König ließ sich taufen und zigtausende Menschen mit ihm. Er, der König, wollte mich mit Ehren und Schätzen überhäufen, aber das ließ ich an die Armen verteilen. Sehen Sie, damals gab es also auch schon eine Tafel“, freut sich Georg noch heute. „Und nach dieser kleinen Unterbrechung zog ich weiter meines Weges.“

Und wie kommt Hattingen auf den Drachen?

„Das ist sehr beeindruckend“, finde ich, „allerdings scheint es doch nicht die Ruhr bei Hattingen gewesen zu sein. Wieso haben die Hattinger Sie dann für ihr Wappen erwählt?“
„Ende des 19. Jahrhunderts“, erklärt mir Georg, „wurden die Wappen der westfälischen Städte geprüft. In Münster gibt es ein Staatsarchiv. Die meinten, für Hattingen gebe es kein altes Wappen, aber ein altes Siegelzeichen mit mir zu Pferde, den, wie es heißt, Lindwurm mit einer Lanze erlegend. Das wäre doch schön für Hattingen. Rot und Silber haben die Münsteraner empfohlen, alte westfälische Farben, aber das gefiel mir nicht. Meine Lieblingsfarben sind nun einmal Blau und Gelb. Und die Drachen – Lindwürmer, ha ha, das hört sich so niedlich an – wurden sowieso immer in Grün gezeichnet.“
„Sehr interessant, vielen Dank. Heute haben wir in Hattingen keine Drachen mehr, die uns quälen“, schließe ich das Gespräch ab.
„Höchstens finanzielle, habe ich gehört“, lächelt der Heilige Georg. „Aber da kann ich nichts machen, da müsst Ihr schon alleine mit fertig werden. Das schafft Ihr auch ohne mich. Es war nett in der Gegenwart, auf Wiedersehen.“
Und wenn er Zeit hat, schaut er auf dem Altstadtfest vorbei!

pgs

Ganz privat
Lieblingsmusik: Drachenfauchen und die Glocken der Sankt-Georg-Kirche
Lieblingsfarbe: Die Farben des Hattinger Stadtwappens
Lieblingsessen: Da wünsche ich mir einen Sankt-Georg-Kuchen
Hobbys: Das Beschützen edler Jungfrauen
schönster Urlaub: Dauerferien in Hattingen
beste Eigenschaften: Tapferkeit

Reif für die Driving Range

Golf mit Grum an der Ruhr

Grum

Sabine Grum

Seit dem 22. Mai 2011 bereichert die Driving Range des Landhauses Grum die Hattinger Sport- und Freizeitlandschaft. Am Eröffnungstag erstürmten nicht nur die erwünschten Besucher, sondern auch das Wetter die Anlage. Wenn das mal kein Glück bringt!
Juniorchefin Sabine Grum erklärt das Konzept: „Hier kann jeder ausprobieren, ob ihm Golf Spaß macht – auch ohne Platzreife.“ Zum Zuge (oder direkt von der Museumsbahn, wenn es an den Fahrtagen per Dampflok oder Schienenbus durch das Ruhrtal geht) kommen Jugendliche und Erwachsene, Einzelpersonen oder Gruppen.

Ausprobieren, lernen, lehren

Wer anschließend lernen will, richtig Golf zu spielen, der kann sich hier demnächst auch gerne ausbilden lassen, sogar zum Golflehrer. Sprach nicht Regina van Dinther, die als CDU-Landtagsabgeordnete mittags gemeinsam mit Familie Grum die Anlage eröffnet hatte, von Zukunftschancen für die Region? Vielleicht zeigen sich ja ungeahnte sportliche und pädagogische Talente!
Klar ist jetzt schon, dass Hattingen noch vielseitiger geworden ist. Wer sich nicht zwischen der „großen“ Golfanlage und dem ganz in der Nähe gelegenen Minigolf entscheiden kann, der pendelt jetzt eben. Wer sagt denn, dass nur eines geht! Doch keine Angst, die Qual der Wahl wird noch größer:

Spaß auf Rädern – Liebe auf die erste Fahrt?

Zu den „Fahrgeschäften“ an der Ruhr zählt neben der Ruhrtalbahn nämlich eine weitere Grumsche Attraktion: Der Segway. Die offizielle Definition lautet gemäß Wikipedia: Elektrisch angetriebenes Einpersonen-Transportmittel. „Da braucht man einen Mofa-Führerschein“, sagt die Juniorchefin. Mit Sicherheit macht es Spaß, viel mehr, als das Wortungetüm der korrekten Beschreibung vermuten lässt. Im Gegensatz zur Driving Range bitte hier also das Reifezeugnis mitbringen. Landhaus Grum vermietet nicht nur Segways. Es soll vorkommen, dass sich Menschen auf ihrer Jungfernfahrt in das Fahrzeug verlieben. Gut zu wissen, dass man bei Grum auch in guten Händen ist, wenn man anschließend eins kaufen möchte. Hier ist man als Verkaufsagentur bestens darauf vorbereitet  und hat sowohl Verständnis als auch Erfahrung mit dieser „Liebe auf die erste Fahrt“. Gut möglich, dass das mit dem Golfangebot ganz ähnlich sein wird: Nur mal ausprobieren, für immer verloren.

Von geplanten Hotels …

Um im Bild zu bleiben: Der Platz selbst und das Putting Green, wie es auf gut Golf heißt, reift zurzeit noch heran. „Viele Spieler und Interessierte wollten aber nicht länger warten“, erläutert Sabine Grum. „Auch für Firmen-Events sind wir übrigens schon sehr gefragt“, freut sie sich. Das könnte sich noch steigern, wenn Familie Grum ihr geplantes Hotel in die Tat umgesetzt hat.  Dann gibt es zusätzlich zum Abschlag auf der Driving Range noch Wellnessangebote, die Grums Gäste in Form von Essen, Trinken und Service ja ohnehin schon lange genießen.

… und real existierenden Radstationen:

Bereits Realität ist übrigens auch die Radstation, an der havarierte Radler selbst kostenlos Hand anlegen können. Möglich, dass der eine oder andere anschließend auch einen Golfschläger in die Hand nimmt. Das kann er täglich von 9 bis 22 Uhr.

pgs

Info
Was das Landhaus Grum zu bieten hat, findet sich unter www.landhaus-grum.de, Telefon 02324/951296. Und unter den Stichworten Hattingen, Ruhrtalbahn, Minigolf Ruhrtal öffnet sich eine wahre Fundgrube an weiteren Attraktionen. Was Sie sich auch aussuchen: Viel Spaß dabei wünscht der Frühaufsteher.

Elisabeth Gibas setzt sich für Menschen, Tiere und Pflanzen ein

Elisabeth Gibas

Elisabeth Gibas

„Wenn ich für alle Ehrenämter bezahlt würde, wäre ich längst Millionärin“, sagt Elisabeth Gibas und lacht. Die gelernte Erzieherin und Mutter von vier Kindern engagiert sich regelmäßig für den Tierschutz, betreut Senioren und ist in der Kirche ökumenisch aktiv. In Heisingen, wo die Emsländerin seit fast 30 Jahren lebt, stellt sie am 19. Juni mit Pfarrerin Sabine Grüneklee-Herrmann den 7. Tierschutzgottesdienst auf die Beine.
Dann versammeln sich auf dem Platz neben der Pauluskirche in Heisingen um 10 Uhr junge und alte Tierfreunde und halten unter dem Motto „Brennpunkt Schöpfung“ einen ganz besonderen Gottesdienst ab. Hund, Katze, Kaninchen oder Meerschweinchen – Vierbeiner aller Art sind willkommen. „Sofern es für die Tiere keinen Stress bringt, dürfen sie gern mitgebracht werden“, sagt Elisabeth Gibas (54) beim Frühaufsteher-Interview. Fest steht: Pudeldame Colin sowie Pfarrers Dackel Pauline sind mit von der Partie. Das Thema ist aktuell. „Es geht in Zeiten von Fukushima um den Umgang mit der Erde, um die Ehrfurcht vor dem Leben und darum, was der Einzelne für Mensch, Tier und Pflanze tun kann.“
Schon rund 20 Jahre mischt sie kräftig bei den Vorbereitungen zum Weltgebetstag der Frauen mit und gehört der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) seit 25 Jahren an. Viele Jahre leitete sie verschiedene Kindergruppen und arbeitete in der örtlichen Tierarztpraxis. Seit 1995 setzt sie sich offiziell für den Tierschutz im Albert-Schweitzer-Tierschutzverein Groß-Essen ein, ab 2009 ist sie im Vorstand. Privat haben bereits einige Nager, Katzen, Schildkröten und Hunde den Alltag der großen Familie bereichert. Vier mittlerweile erwachsene Kinder wuchsen mit Haustieren auf und lernten früh den verantwortungsvollen Umgang damit. „Leider ist nicht jedem klar, dass Tiere regelmäßig Pflege und Zuwendung und damit Zeit brauchen. Ein Hund etwa muss dreimal am Tag ausgeführt werden. Wer das nicht einrichten kann, sollte keinen halten!“ Was herauskommt, wenn sich Menschen überschätzen, weiß Elisabeth Gibas nur zu gut. Hund, Katze oder Maus landen im Tierheim, manchmal direkt, bisweilen über leidvolle Umwege. „Bei Nacht und Nebel werden sie ausgesetzt, über den Zaun geworfen oder in Kartons vor die Tür gestellt.“ Rund 3.900 Tiere nahm das Albert-Schweitzer-Team allein im Jahr 2010 auf, viele von ihnen konnten vermittelt werden.
Ihre Liebe zu Gottes Kreaturen macht auch vor Insekten nicht halt. In der Tierheim-Jugendgruppe „Die Frettchen“ haben Elisabeth Gibas, andere ehrenamtliche Helfer sowie ein äußerst einsatzfreudiger Hausmeister vor kurzem Insektenhotels gebaut, die am Tag der offenen Tür verkauft wurden. Alle zwei Wochen donnerstags treffen sich Mädchen und Jungen an der Grillostraße zu verschiedenen Aktivitäten. Die hübschen Holzhäuser bieten zum Beispiel Wildbienen, Hummeln, Schmetterlingen und Marienkäfern ein artgerechtes Zuhause im Garten. Die 5-Sterne-Unterkünfte sind mit natürlichen Nisthilfen wie Holz, Stroh, Bambus, Schilf oder getrockneten Pflanzen gefüllt. Kräuter und andere Duftpflanzen locken die geflügelten Freunde an.
Ehemann Bernd (64, Medienpädagoge) unterstützt die tierischen Hobbys seiner Elisabeth. Auf Twinky, die zugelaufene Katze, möchte auch er nicht mehr verzichten. Die schwarze Samtpfote beherrscht einige Tricks, rollt sich auf Kommando auf dem Boden, macht „Give me five“ und springt in die Höhe. Wir haben uns davon überzeugt. (Ein Beutel Leckerlies darf allerdings nicht fehlen.) Nach so vielen Kunststücken ruht sich die Mieze stets aus. Sie streicht an uns vorbei und steuert zielstrebig auf Bernd zu. „Zum Kuscheln geht Twinky meist zu meinem Mann!“, kommentiert es Elisabeth.
„Füße heben!“, heißt es, wenn das Schildkröten-Quartett Cassiopeia, Cäsar, Amanda und Agathe schnurstracks am Kräuterbeet vorbei, über den Rasen marschiert. Dann sind die Gepanzerten auf dem Weg zum „Beach-Ressort“. Elisabeth hat es in einer sonnigen Ecke angelegt: ein kleiner Strand zur Erinnerung an ihren bisher schönsten Urlaub. Auf den Galapagos-Inseln kraulte sie 2007 einige Riesenschildkröten. Je nach Art erreichen frei lebende Exemplare eine Panzerlänge von maximal 80 cm (Weibchen) bis 95 cm bei einem Gewicht bis zu 450 kg. Landleguane, Pelikane, Seelöwen und Meeresechsen – für Tierforscher sind die zu Ecuador gehörenden Inseln im Pazifik ein Traum. „Das letzte Paradies“ hat auch Ehepaar Gibas begeistert. „Es war ein Naturerlebnis pur!“, schwärmt Elisabeth.
Nicht immer zieht es sie so weit fort von der Ruhrhalbinsel. Vom Baldeneysee verreist sie mit Bernd gern mit dem Wohnmobil. Fahrten nach Italien, Kroatien, Frankreich, Dänemark und quer durch Deutschland, das treue Gefährt hat schon 60.000 km absolviert. Stets mit an Bord ist Colinchen. Demnächst geht’s nach Mecklenburg-Vorpommern. „Wir möchten um die Seen radeln.“ Laufen wäre für den altersschwachen Pudel zu beschwerlich. So darf der Hund die Ausflüge im Fahrradkorb genießen.

addi

Ganz privat
Lieblingsmusik: Alles zwischen Klassik und Pop
Lieblingsfarbe: Bunt
Lieblingsessen: Gemüse und Salate
Hobbys: Tierschutz, Reisen, Kräuter, Werkeln, Radfahren
schönster Urlaub: Galapagos-Inseln (2007)

[ Porträt von Optikermeister, Radfahrer und Teamworker Peter Bellendorf. ]

Alles, nur nicht kompliziert

Peter Bellendorf

Peter Bellendorf

Peter Bellendorf

Auf der Ruhrhalbinsel kann es passieren, dass der „Erstkontakt“ mit Optikermeister Peter Bellendorf via Zuckertütchen erfolgt.
Denn die süßen, kleinen Werbegeschenke hat der pfiffige Unternehmer aus Kupferdreh scheinbar in sämtlichen Cafés und Restaurants der Region platziert. Doch auch wer seinen Kaffee schwarz trinkt hat gute Chancen auf eine Begegnung, wenn nämlich das Firmenlogo „Peter Bellendorf Optik“ mit einer Spitzengeschwindigkeit von circa 30 km/h an ihm vorbeituckert. Dann macht der Chef persönlich Hausservice mit seiner „Ape“ – und es ist vermutlich Dienstag. „Diesen Service biete ich schon seit Jahren für Alten- und Krankenheime beziehungsweise für Mitbürger, die aus verschiedenen Gründen nicht mobil sind. Ob Brillenvermessung, Augenglasbestimmung oder – gerade bei älteren Menschen sehr beliebt – die Bestückung mit beleuchteten Lupen oder elektronischen Lesegeräten, in so eine Ape passt eine Menge Instrumentarium“, erläutert der Dreiradpilot den tieferen Sinn seiner „Ausflüge“.
Geboren am 24. September 1959 in Essen-Mitte als jüngster von vier Söhnen – zwei Brüder sind heute Metzgermeister, zwei Optikermeister – hat Peter Bellendorf direkt nach dem Schulabschluss (Mittlere Reife) eine Optikerlehre absolviert. Warum? „Ich wollte kein Metzger werden“, schmunzelt er. Nach sieben Berufsjahren in Heisingen zog es den „Preiß“ nach München, wo er, parallel zur Arbeit, seine Meisterprüfung ablegte. „Der Beruf hat mir von Anfang an Spaß gemacht, vor allem der direkte Umgang mit Kunden“, erinnert sich Bellendorf. Nach einem Intermezzo als Filialleiter in Wattenscheid kehrte er zurück auf die Ruhrhalbinsel, seit Februar 1998 ist die Kupferdreher Straße 128 Firmensitz der „Peter Bellendorf Optik“. „Mit dem ‚Kupfertor‘ habe ich den idealen Standort für meine Selbstständigkeit gefunden und mit der Familie Stemm die wahrscheinlich besten Vermieter der Welt. Auch der freundlich-hilfsbereite Umgang der hier ansässigen Unternehmer untereinander ist außergewöhnlich“, lobt er. Als Mitglied der Werbegemeinschaft sowie der Bürgerschaft und als Förderer des FKK (Festausschuss Kupferdreher Karneval) möchte er „etwas zurückgeben“. Auch beim DLRG ist der drahtige Sportsmann seit zehn Jahren angemeldet, und wenn er im Stadtbad Kupferdreh seine Runden dreht – dann ist vermutlich Mittwoch.

Rückendeckung

„Zur Selbstständigkeit gehört für mich vor allem ein gut ausgebildetes und eingespieltes Team – und die Rückendeckung seitens des Partners“.
Vor 31 Jahren hat es auf einer Party gefunkt: Felizitas heißt die Frau an seiner Seite, seit dem 8. August 1987 mit Nachnamen Bellendorf. Im nächsten Jahr wird Silberhochzeit gefeiert. „Felizitas sorgt dafür, dass der Spagat zwischen Geschäft und Privatleben gelingt. Ohne sie hätte ich das nie geschafft“, nickt er mit versonnenem Blick auf das Familienfoto, auf dem auch ein Hund abgebildet ist. „Seit meinem zwölften Lebensjahr hatte ich immer einen Hund, zuletzt eine Airedale-Hündin namens „Holly“. Leider ist sie im Mai letzten Jahres gestorben. Ob das Kapitel „Hund“ damit für uns endgültig abgeschlossen ist, wissen wir aber noch nicht“.

TOP 100 Optiker

„Ich lebe den Service, und das ist ganz sicher ein großer Unterschied zu den Billiganbietern im Internet. Kontaktlinsen sollten zum Beispiel unbedingt individuell angepasst werden. Wir haben sogar die Möglichkeit, mittels eines „Topografie-Geräts“ die jeweilige Hornhautkrümmung mit einer Messung an 4.300 Punkten exakt bestimmen und protokollieren zu können. Wollt ihr mal sehen, was mit den Augen passieren kann, wenn eine Linse viel zu eng sitzt?“ (Anm. d. Red.: Es sieht so scheußlich aus, dass die Augen beim Betrachten des Fotos schon getränt haben.)
Nicht von ungefähr ist die Kupferdreher Firma bereits zum zweiten Mal zu den „TOP 100 Optikern“ gewählt worden. Dazu ermittelt eine unabhängige Jury, bestehend aus Vertretern aus Wissenschaft und Marketing und repräsentiert durch Professor Fortmann (Fachhochschule Gelsenkirchen) sowie dem BGW (Institut für innovative Marktforschung/Essen), „besonders kundenorientiert denkende und handelnde Optiker“. Neben der Anerkennung für die tägliche Arbeit hat solch eine Auszeichnung den „Nebeneffekt“, dass man Prominente wie Birgit Schrowange und Simone Thomalla einmal persönlich kennenlernen kann. Ist man dann an irgendeinem Punkt glücklich und zufrieden? Was wünscht sich ein TOP 100 Optiker von der berühmten, guten Fee? „Die könnte gerne mal meinen Schreibtisch aufräumen“. Peter Bellendorf ist wirklich nicht kompliziert – auch an einem Montag nicht.

sk

Ganz privat
Lieblingsmusik: Blues
Lieblingsfarbe: Blau
Lieblingsessen: Tellerfleisch (Rindfleisch mit Meerrettichsauce)
Hobbys: Fahrrad- und Motorrad fahren, Schwimmen, Wandern
schönster Urlaub: eigentlich alle
beste Eigenschaften: ehrlich

Workout und Aqua-Discs

Tag der offenen Tür – 40 Jahre Stadtbad Kupferdreh

„Auf die obligaten Festreden haben wir bewusst verzichtet. Wir zeigen lieber, was wir so alles machen“, sorgte die IG-Vorsitzende Brigitte Wawrowsky gleich zu Beginn für entspannte (Journalisten)-Gesichter.
Und das Angebot „unseres“ Bades ist bekanntlich bunt und vielfältig. Aqua-Jogging und Workout mit Flexi-Bars gehören zum Programm. „Ein wenig Englisch sollte man schon können“, zwinkert Lore Grimm. Sie ist für das „Eltern-Kind-Turnen“ zuständig.
Zahlen sprechen ja bekanntlich eine besonders deutliche Sprache: Genau 509.100 Euro Kurseinnnahmen konnten unter der Betriebsführung durch die IG seit 1997 in das beliebte Bad investiert werden. (Das dokumentiert unter anderem eine interessante Dauerausstellung zur Geschichte des Stadtbades, falls Sie den Tag der offenen Tür verpasst haben sollten.) Doch genug der Worte, lassen wir Bilder sprechen.

sk

Dat Frühaufsteher Spätzial zum Saisonfinale

Christian Ruthenbeck

Christian Ruthenbeck

Kerl inne Kiste, oder soll ich doch lieber „Mein lieber Herr Gesangverein“ sagen?
Auch dat wär nämlich unheimlich passend, denn vor kurzem haben Waldis wilde Fußballkerle noch brav im Chor mit den „Café Nova Staudertrinkers“ eine neue Vereinshymne aufgenommen, die et seit der Release-Party Mitte Mai im Fanshop zu kaufen gibt. Für nen schlappen Heierman bekommse da ne astreine Entenpelle beim Genießen von diese schönen Klänge. Hinter den Kulissen wurden bis vor kurzem aber ganz andere Töne angeschlagen! Der Insolvenzverwalter „Frankie“ Kebekus hat nämlich getz fast ein Jahr lang die Erste Geige gespielt. Unter seiner Aufsicht lief et schön Piano ab in Sachen Geld ausgeben, und dat Ende vom Lied war, dat am 17. Mai die Gläubigerversammlung dem Insolvenzplan zugestimmt hat. Damit is RWE schuldenfrei, aber im Konzert der Großen können die Jungs vonne Hafenstraße noch lange nicht mitspielen. Da schwingen nämlich neben dem Medienstar Kloppo auch noch die Bayern den Taktstock!
Apropos Lederhosen: Am letzten Sonntach war Party angesacht! Von Mittachs bis abends 19.07 Uhr gabs Programm am altehrwürdigen Georg-Melches-Stadion! Tausende Fans feierten den Niederrheinpokalsieg und den Meistertitel in der NRW-Liga. Neben der Ehrung durch den Verband hatte eine kleine Gruppe aus Bayern unter großem Applaus den ersten RWE-Fanclub in Bayern gegründet. Gruß nach Bodenmais – dat nenn ich ma Einsatz!
Vollen Einsatz haben auch die Fans von unsre Roten diese Saison gezeicht! Weit über 100.000 Fußballkloppte wie ich haben sich die Spiele anne Hafenstrasse angetan, trotz Liga 5 ! Ein fast tragischer Rekord, und trotzdem zeicht et, dat RWE nich irgendein Dorfclub is, sondern tatsächlich dat schützenswerte Kulturgut, von dem zuletzt immer wieder die Rede war.
In der kommenden Saison is Regionalliga angesacht. Et wird die letzte komplette Saison sein, die im alten Stadion ausgetragen wird. Bald hat der alte Karbachel ausgedient und muss dem viele Jahre lang herbeigesehnten Neubau weichen.
Mich packt so nen bisken Wehmut, wenn ich daran denke. Aber allet andere macht kein Sinn! Zum neuen, schuldenfreien RWE gehört auch eine ordentlich Spielstätte. Und damit nächstes Jahr die Party mit den Bengels um Capitano Timo Brauer weiter geht, sind die meisten Verträge verlängert worden, und so kann der gemeine RWE-Fan in aller Seelenruhe in die Sommerpause gehen.
Wer nich weis, wat er im Sommerloch mit seine überschüssigen Zeit anstellen soll, kann ja ma bei den Mädels ihre Fußball WM reingucken! Die haben nämlich gute Chancen, den Titel zu verteidigen und wer weis, vielleicht bekommen wir diesmal ja tatsächlich nen Sommermärchen. Ich würde mir nen Ast abfreuen! Ich sach ja, fußballbekloppt muss man sein! Aber ich will da getz auch nich hier inne Medien hochsterilisieren (frei nach Bruno Labbadia), sondern wie immer lieber nochwatt abwarten und Pilsken trinken.
Bis die Tage
Wir sehen uns anne Hafenstraße 97a – inne Regionalliga!

Hintergrund-Info
Name: Christian Ruthenbeck
Alter: 29 Jahre, geboren in Essen, aufgewachsen in Stadtwald, wohnhaft in Altendorf. Seit über 20 Jahren treue RWE-Seele. Seit 5 Jahren arbeitet er in der Mobilfunkbranche im Servicebereich als Kundenbetreuer und seit Februar 2010 ehrenamtlich bei Radio Hafenstrasse.
www.radio-hafenstrasse.de

Denkfabrik für Energieeffizienz

Neues Netzwerk für ökologisch sinnvolles Bauen und Wohnen in Kupferdreh

Energiefabrik

Energiefabrik

 

„Einen passenderen Standort für unser Konzept kann ich mir kaum vorstellen“, strahlt Ulrich Ehlert.
Er ist Eigentümer des ehemaligen Bahnhofgebäudes an der Hinsbecker Löh 46 und „Erfinder“ des Netzwerkes, das unter dem Namen „Energiefabrik“ von hier aus das Leben von Hausbesitzern und zukünftigen Bauherren leichter machen will. Auch wenn noch nicht alle Renovierungsarbeiten an dem 1890 erbauten Haus abgeschlossen sind, ist schon deutlich erkennbar, wozu ein solch starker Firmenverbund in der Lage ist. Dabei geht es nicht allein um die Vernetzung von Architekten, Ingenieuren und Handwerkern, sondern auch um gemeinsame Planung und Umsetzung besonders energieschonender und individueller Lösungen.

Ulrich Ehlert

Ulrich Ehlert

„Offenheit und Umweltbewusstsein sind die verbindenden  Eigenschaften“, erklärt Ehlert und verweist auf den sogenannten „Bürgerraum“ im Erdgeschoss. Das stil- und liebevoll restaurierte Konferenzzimmer dient den Netzwerkern als Treffpunkt. Zukünftig sollen hier auch Vorträge zum Thema „Energieeffizienz“ gehalten werden. Und wenn ich mir meine aktuelle Stromrechnung so ansehe, wird es Zeit für den nächsten Termin in der „Energiefa­brik“.

sk

Die Netzwerker
• Solar Tim Döpper
• Objektservice Martin Keusch
• Bautischlerei Jörg Eicker
• Elektrotechnik Kohlmann
• Zimmerei Marcus Paul Temming
• Heidrich, Dach und Fassade
• Nolte Holzbau
• Architekt Holger Jesberg
• Thomas Klabbers Bauphysik
• Malermeister Alfred Herschbach
• Hendrik Wortberg Lehmbau
• Bauunternehmung Stephan Dunker
• Gärtnermeister Peter Kieckbusch
• Feng Shui Silke Kieckbusch

Aber sicher ist: Sie reitet nicht nur im Kreis

Anne Sümnik

Anne Sümnik

Eines ist Anne Sümnik ganz wichtig. „Wir reiten nicht nur im Kreis!“ Dieses Vorurteil ist es, was Voltigierer unendlich nervt.
Denn um in dieser Sportart erfolgreich zu sein, braucht es viel mehr. „Der große Reiz besteht erst einmal im Miteinander. Es gilt Rücksicht zu nehmen, auf die Gruppe und das Pferd“, beschreibt die Chef-Trainerin die sozialen Anforderungen, „alle müssen an einem Strang ziehen“. Und dazu kommen natürlich auch noch die körperlichen Voraussetzungen (beim Menschen) und die charakterlichen beim Pferd: Beweglich sollte der Zweibeiner sein und ein möglichst großes Maß an Körperbeherrschung besitzen, ein ruhiges Gemüt sollte das schweiftragende Lebewesen besitzen, und nicht schreckhaft sein.
„Obwohl“, schränkt Anne Sümnik ein, „im Grunde jeder Mensch zum Voltigieren in der Lage ist.“ Die 48-Jährige selbst hat im zarten Alter von acht Jahren angefangen, nachdem sie schon zuvor im Leistungsturnen erste Erfahrungen mit dem sportlichen Wettkampf und körperlicher, geschmeidiger Bewegung gemacht hatte. Über die eigene sportliche Karriere mit Erfolgen auf Stadt- und Landesebene und einer Teilnahme an Deutschen Meisterschaften, ging es für Anne Sümnik dann schon im Alter von 18 Jahren in die Trainerrolle, die sie gleichzeitig mit der entsprechenden Abteilung beim RSV Essen übernahm. Heute gibt es sechs Teams mit 20 Übungsleitern, 180 Voltigiererinnen und Voltigierern („Allerdings ist das eine echte Mädchen-Domäne, Jungs sind nur wenige da“), sechs Turnierteams, Oldie- bis hin zu Mini-Gruppen ab vier Jahren und sogar ein Duo, das sich große Hoffnungen macht, bei den nächsten Europameisterschaften starten zu dürfen (siehe Extra-Kasten). Und natürlich schon zahlreiche Erfolge mit den Gruppen: Rheinischer Meister, Siege in Stuttgart, in Paris, beim Preis der Besten in Darmstadt 2011 durch das Doppel-Paar.
So dreht sich viel im Leben von Anne Sümnik also um Pferde, Wettkampf, Leistungsklassen, Training, Pflicht und Kür – dabei hat sie natürlich auch noch einen „echten“ Beruf. Als Lehrerin ist sie in der Schule für Kranke an der Ruhrlandklinik tätig und befasst sich dort mit Kindern, die chronisch erkrankt sind, oder einen längeren stationären Aufenthalt benötigen. Dort begegnen sich aber auch schon wieder Beruf und Hobby, denn mit psychisch erkrankten Kindern ist es beispielsweise auch möglich, auf die Wirkung des therapeutischen Reitens zurückzugreifen. Und so eine Gruppe gibt es auch beim RSV Essen.
Kinder hat Anne Sümnik im übrigen auch eigene. Fünf an der Zahl, von denen der weibliche Teil (natürlich) auch mehr oder weniger vom Voltigieren begeistert ist. Genauso wie die Trainerin davon, neue Talente zu finden und zu fördern. Und ihnen dann natürlich die erste Lektion zu vermitteln, die als Grundlage für alles andere dient: „Wir reiten nicht nur im Kreis!“

greis

Talente

Anna und Florian Kraft.

Anna und Florian Kraft.

Anne Sümnik hat ein hochtalentiertes Duo unter ihren Fittichen, das hofft, die Qualifikation zu den Europameisterschaften in diesem Jahr zu erlangen. Anna und Florian Kraft sammelten erst auf Kilmore Quay, und jetzt auf Rokko große Erfolge, so wie mit dem Sieg beim Preis der Besten in Darmstadt. Nun sind sie zur Teilnahme am Wettbewerb beim CHIO in Aachen eingeladen worden, eine Art Sichtungsrunde für die EM. Anne Sümnik: „Die Aussichten der beiden, das zu schaffen, sind ziemlich gut. Sie haben bisher schon viel Eindruck gemacht.“

 

RSV im Vorprogramm des Wildpferdefangs in Dülmen
So eine große Kulisse hatten die Voltigierer des RSV Essen noch nie. Mit 60 Mädchen und Jungen, den drei Pferden Alsace, Kilmore Quay und Lancelot waren sie nach Dülmen gereist, um dort im Vorprogramm des Wildpferdefangs in der großen Arena aufzutreten. Auf Rasen, eine aufregend neue Erfahrung für Pferd und die biegsamen Reiter. Alles lief bestens, die Zuschauer waren begeistert, und Anne Sümnik, die vorher etwas skeptisch war angesichts des durchaus manchmal etwas gewalttätig anmutenden Niederringens der Dülmener Wildpferde durch blaugekleidete Bauernburschen. „Das war ein unvergesslicher Tag für uns alle und auch das Fangen der Pferde ist nicht so brutal, wie es den Anschein hat“, so die Fachfrau.

Ganz privat
Lieblingsmusik: Amy McDonald
Lieblingsfarbe: Blau
Lieblingsessen: Nudeln, Schokoküsse
Hobbys: mein Friesenhengst Julius
schönster Urlaub: Kalifornien
beste Eigenschaften: ausgeglichenes Wesen, Sinn für das Gute