Merlin-Helfer bereichern das Leben armer Kinder auf vielfältige Weise
Wer Hella Maas besucht, den empfängt fröhliches Gebell. Biene, die 16-jährige Hündin, passt gut auf, dass ihrem Frauchen niemand zu nahe tritt.
Sie lässt sich überzeugen, dass die „Frühaufsteherin“ in friedlicher Absicht kommt, um über das Engagement von Hella Maas für den Verein Merlin zu sprechen. Ob Hunde sich etwas unter Zahlen vorstellen können? Mag sein, dass Biene sich durch die gute Nachricht beeinflussen lässt, die ich überbringen darf: Elke Reimann, Kosmetikerin in Hattingen-Niederwenigern, kann durch ihre wunderbare Charity-Veranstaltung, die wir im Juni vorstellten, 1.450 Euro für Merlin spenden. Hut ab!
Hilfe auch für Kinder von hier
Keine Frage, hier steht nicht Hella Maas im Mittelpunkt, sondern Merlin. Wie kam der Verein auf diesen Namen? Meine freundliche Gesprächspartnerin erklärt: „Es sollte ein märchenhafter Name sein. Eine ähnliche Institution namens Hänsel und Gretel gab es schon, und Rotkäppchen ist den Kindern von heute nicht ganz so geläufig wie Merlin.“
Hella Maas, Mutter und Großmutter zweier erwachsener Töchter und dreier Enkel, erzählt, wie alles begann. Die Töchter – eine lebt in Hattingen, eine in Melbourne – hatten Patenkinder, die in englischsprachigen Briefen darüber berichteten, wie sie dank der Unterstützung zur Schule gehen konnten. „Das ist sehr wertvoll“, findet Hella Maas, „doch auch hier bei uns gibt es arme Kinder, für die wir etwas tun müssen.“
Die Hattinger Bürgermeisterin, Frau Dr. Dagmar Goch, ließ sich begeistern und empfahl den Merlin-Gründern, sich von Herrn Andreas Gehrke beraten zu lassen, der durch seine Erfahrung mit der Freiwilligenagentur konstruktive Tipps gab. So entstand vor anderthalb Jahren Merlin e. V. Die Helfer tragen heute dazu bei, das Leben von (bisher) 27 Kindern zu verbessern:
Sport, Musik – oder einfach ein Freund
Manche übernehmen Beiträge für Sportvereine oder die Musikschule, andere betreuen Kinder, wenn sie ihre Hausaufgaben machen, geben ihnen Nachhilfe oder sind „ihren“ Kindern ganz einfach ein Freund und Ansprechpartner. Das Merlin-Motto „Kein Kind soll abseits stehen“ hat übrigens auch Platz für weitere Ideen. Wem etwas dazu einfällt – bitte sehr, Merlin freut sich über jede Anregung.
„Was noch wichtig ist: Wer sein Kind durch uns fördern lässt, ist kein Bittsteller! Wir sind froh, wenn Eltern sich bei uns melden“, sagt Hella Maas.
Sie und das Merlin-Team wünschen sich viele weitere Unterstützer. Und betont: „Sich bei Merlin einzubringen, kommt nicht nur den Kindern zugute. Es macht auch den Helfern unglaublich viel Freude. Sie bekommen unmittelbar etwas von den Kindern zurück.“
Ein klein wenig Persönliches über Frau Merlin, pardon, Frau Maas wollten wir dann doch gerne schreiben, auch wenn wir wissen, dass Sie die Kinder und die Paten, die durch Merlin zusammen kommen, viel wichtiger finden. Und da Sie die Frage nach der „besten Eigenschaft“ nicht beantwortet haben, übernehmen wir das einfach und schlagen vor: Engagiert und großherzig.
pgs
Über Merlin e.V.
Per Post erreichen Sie Merlin e.V. unter Hella Maas, Nierenhofer Straße 47, 45525 Hattingen, per E-Mail unter info@merlinprojekt.de. Wer anrufen möchte: Hella Maas: 02324/27785, Klaus Blümer: 02324/980609. Internet: www.merlinprojekt.de. Die Bankverbindung von „Kein Kind soll abseits stehen“: Kontonummer: 208280, BLZ: 43051040, Sparkasse Hattingen. Nächstes Treffen von Merlin e.V. (offen für Interessierte) bei der Freiwilligen-Agentur Hattingen in der August-Bebel-Straße 20 am 25. Juli um 17 Uhr.
Ganz privat
Lieblingsmusik: italienische Opern
Lieblingsfarbe: nicht festgelegt
Lieblingsessen: Querbeet
Hobbys: Engagement für Kinder und Tiere
schönster Urlaub: Kultur, Wärme, Strand
beste Eigenschaften: siehe Artikel
[ Porträt unseres neuen Comic-Helden Friedrich Graf von Isenberg. ]
Friedrich Graf von Isenberg
Als „Frühaufsteherin“ ist man natürlich auch einmal spät unterwegs. Ich erinnere mich an einen schönen Sommerabend im vergangenen Jahr bei der DLRG Hattingen-Süd unterhalb der Isenburg.
In die gleiche Richtung führt mich die Verabredung mit einem geschichtsträchtigen Hattinger. Im Gegensatz zum Gemütlich-an-der-Ruhr-sitzen muss ich dieses Mal allerdings erst so einige Höhenmeter überwinden. Es war nicht gerade leicht, diesen Herrn „dingfest“ zu machen. Er hat zwar viel Zeit, da er vom Tagesgeschäft nicht mehr allzu sehr beansprucht wird, war jedoch ein wenig beleidigt, weil wir in unserer Juni-Ausgabe die Serie „Hattingen – historisch“ mit dem Heiligen Georg gestartet haben. Und Friedrichs Verhältnis zur Kirche ist eindeutig vorbelastet.
Comic- und Titelheld
Um ihn wieder gnädig zu stimmen, haben wir ihm versprochen, ihn zum Titelhelden zu machen. Außerdem habe ich ihm ein paar Überraschungen versprochen. In meinem Rucksack sind die Comics, die Michael Stein aus Niederwenigern vor vielen Jahren gemeinsam mit seinen Freunden Holger Pfläging und Georg Jorczyk – der Frühaufsteher wird berichten! – geschrieben und verlegt hat und die dank Internet nun elektronisch publiziert werden. Und ich werde ihm, dem Herrn Grafen, meine beiden Tonbecher mitbringen, die ich im vergangenen Jahr auf der Ausstellung „Aufruhr 1225“ in Herne gekauft habe.
„Wir treffen uns aber in der Dunkelheit“, hatte Friedrich Graf von Isenberg erbeten. „Ich habe hier oben in meinem Domizil ganz gerne meine Ruhe und lasse mich nicht so oft sehen. Kommen Sie lieber erst, wenn im Haus Custodis niemand mehr wach ist und auch keine Besucher mehr auf dem Gelände sind.“
Internet für Burgherren
Gut, dass ich mich im Dunklen nicht fürchte und außerdem schon oft zur Isenburg gelaufen bin. Friedrich begrüßt mich herzlich. Wir setzen uns auf eine Mauer und reden sofort wie zwei alte Freunde miteinander. Der Mond scheint, die Aussicht ist einfach gigantisch. Ich überreiche Friedrich meine Mitbringsel. Die Trinkgefäße gefallen ihm, doch mit Wein gefüllt noch besser, lacht er, holt eine Flasche herbei und gießt uns ein. Die Comics amüsieren den Burgherrn sehr. Er bekommt gar nicht genug davon und freut sich, dass sie nun im „Frühaufsteher“ regelmäßig zu finden sein werden. „Da müssen Sie mir aber immer eine von Ihren „Zeitungen“, wie Sie das nennen, schicken. Bis hier oben kommt normalerweise kein Bote. Es ist doch etwas abgelegen.“
Wie kann ich ihm das mit dem Internet wohl erklären? Er hört ja den Isenburg-Besuchern oft und gerne zu, um auf dem Laufenden zu bleiben, aber ob er auch den Custodis-Bewohnern schon einmal über die Schulter gesehen hat, wenn sie am PC sitzen? „Stellen Sie sich vor, Sie sehen auf ein Schild oder ein Pergament, und alle Menschen, egal wo sie sind, können, wenn sie auf einen Knopf drücken und auch auf etwas Ähnliches sehen, genau das gleiche erkennen wie Sie auch.“
„Das ist sehr aufregend“, findet mein Gesprächspartner. „Ach, wissen Sie, dafür bin ich jetzt schon zu lange auf der Welt. Aber damals hätte ich das bestimmt gut gebrauchen können, die ganze Verwalterei war mit viel Arbeit verbunden. Davon erzähle ich gleich noch mehr.“
Auf du und du mit Friedrich
„Vielleicht besucht Sie einmal einer der Herren, die die Bildchen und Geschichten von Ihnen gemacht haben, und bringt so etwas mit“, schlage ich vor. Dann berichte ich ihm noch von der Aufruhr-Ausstellung in „Haranni“, wie Herne früher hieß.
„Dass sich so viele Menschen heute für die alten Geschichten interessieren“, wundert sich Herr von Isenberg. „Ich dachte, Ihr hättet heute genug mit der Gegenwart zu tun.“
„Das haben wir eigentlich auch, doch gerade in Hattingen, wo einem die Geschichte überall begegnet, da möchten wir schon gerne wissen, was damals so los war.“
„Ich kriege hier ja auch so einiges mit“, plaudert der Graf. „Wer sich nicht schon alles mit mir beschäftigt hat! Die ganzen Schüler der Buddel-AG, die historischen Vereine, die Denkmalpfleger, das Buch „Sagenhaftes Hattingen“– da komme ich sogar mehrfach vor“, brüstet sich Friedrich, wie ich ihn nach dem ersten Glas Wein nennen darf. „Und die Maler um den Herrn Görler, die das riesige Bild gemalt haben. Unglaublich!“
„Dann erzähle doch mal deine Geschichte. Bitte erst einmal nur so im Groben, denn die vielen kleinen Erlebnisse aus deinem Alltag, die wollen wir ja jetzt jeden Monat unseren Lesern zeigen. Alles wollen wir heute noch nicht verraten.“
Stress für den Adel
„Na ja“, fängt er an. „So ganz genau wie bei euch heute war das damals mit dem Geburtsdatum ja nicht. Irgendwann zwischen 1186 und 1193 kam ich hier zur Welt. Mechthild zu Styrum und Graf Arnold von Altena-Isenberg, das waren meine Eltern. 1209 ging es ans Erben. Jede Menge Verwaltungsarbeit für mich als Vogteiherr, das sagte ich ja schon. Da hätte ich euer neuzeitliches Zeug wirklich gut gebrauchen und viel Zeit sparen können. Wie oft hätte ich mich gerne in die Sonne gelegt, statt die 36 Oberhöfe mit 1440 Bauerngütern zu besuchen. 905 Orte – stell dir das vor!“, regt er sich noch heute auf.
„Viel zu tun“, pflichte ich ihm bei.
„Und glaub mal ja nicht, das wäre immer so leicht gewesen. Wenn ich das schon höre, die gute alte Zeit, so ein Quatsch. Da tut und macht man und dann wird auch noch herumgemeckert!“
„Ach, das gibt es heute durchaus auch noch“, beruhige ich ihn. Wir trinken noch einen Wein. Alkohol im Dienst gibt es natürlich nur ihn ganz besonderen Fällen. Heute ist so einer. Außerdem gehe ich zu Fuß nach Hause.
Friedrich lehnt sich auf …
„Die Kirche wollte, dass wir Adeligen nicht mehr über die Ländereien herrschen. Da sah ich meine Felle die Ruhr herunter schwimmen“, seufzt Friedrich. „Ihr würdet es wohl heute „Networking“ nennen – ha, da staunst du, was ich hier so alles aufschnappe! Ich habe dann andere Adelige aus Westfalen angesprochen, damit wir uns gegen den Kirchenfürsten auflehnen.“
„Was genau war der Plan?“, will ich wissen. Ich kenne die Geschichte zwar, möchte sie jedoch von ihm persönlich hören.
„Meinen Verwandten, den Kölner Erzbischof Engelbert, den beschloss ich zu entführen. Wäre doch gelacht, so dachte ich, wenn ich den nicht zu irgendwas bewegen könnte.“
„Bewegen ist gut“, sage ich. „Bei der Bewegung ist es wohl nicht geblieben!“
… und Engelbert wehrt sich zu heftig
„Wie auch immer“, fährt Friedrich fort, „im November 1225 trafen wir in einem Hohlweg bei Gevelsberg auf Engelbert mit seinen Mannen. Dabei ist er – ich weiß auch nicht, wie – ums Leben gekommen. Ehrlich, keiner konnte sagen, wie das passiert ist. Was wehrt er sich auch so heftig!“
„Hätte ich auch gemacht“, werfe ich ein.
„2100 Mark – 1050 Euro, lacht Friedrich – wurden von der Kölner Kirche auf meinen Kopf ausgesetzt. Hab ich kürzlich noch in eurem Hattinger Heldenbuch gelesen. Steh ich natürlich auch drin.“
„Natürlich.“
„Wie viel Geld ich wohl heute einbringen würde?“, überlegt er. „Und noch im gleichen Winter ging‘s mir an den Kragen: Meine schönen Festungen, einfach zerstört! Die in Hattingen und die in Nienbrügge. Keine Vogteien mehr, nicht einmal der Rechtsgemeinschaft gehörte ich noch an. Und exkommuniziert wurde ich auch. Eine Frechheit, sowas. Sag das deinen Lesern!“
„Ja, das mach ich“, verspreche ich. „Wie ging es denn weiter?“
Verraten und verkauft, gefoltert und gerädert
„Ich reiste mit Familie nach Rom, um mich vom Kirchenbann erlösen zu lassen. Fehlanzeige. So ein Aufwand, und alles umsonst. Ihr reist ja heute ein wenig komfortabler und vor allem schneller. Dann stirbt auf dem Rückweg noch mein Bruder Dietrich, und ich selbst werde gefangen genommen und – das muss man sich einmal vorstellen – verkauft! So eine Schmach. Dieser Graf von Geldern kauft mich und hat nichts Eiligeres zu tun, als mich an die Kölner Kirche auszuliefern. Da hatten die ja schon drauf gewartet. Das war’s dann. November ist wohl kein guter Monat für mich – im November 1226 folterte und räderte man mich. Ich muss sagen, auch wenn das schon so lange her ist – ich erinnere mich noch verdammt gut daran und nicht gerade gerne.“
Das, lieber Graf, kann ich nur zu gut verstehen, auch wenn mir diese Erfahrung bisher zum Glück erspart blieb.
„Sag deinen Zeitgenossen, dass ich mich über eure Aufmerksamkeit freue. Und die Herren Stein, Jorczyk und Pfläging können sehr gerne auch vorbeikommen. Zwei von denen sind ja Nachbarn.“
Und ich, ich sehe die Isenburg nun mit völlig anderen Augen. Auch wenn Graf Friedrich von Isenberg sich nur äußerst selten blicken lässt: der Weg lohnt sich. Und vielleicht treffen Sie ihn doch einmal persönlich an – im Frühaufsteher auf jeden Fall. Viel Spaß dabei!
pgs
Ganz privat
Lieblingsmusik: Das Rauschen der Ruhr
Lieblingsfarbe: Ruinengrau und Waldgrün
Lieblingsessen: Getreidegrütze
Hobbys: die Isenburg-Besucher belauschen
schönster Urlaub: Zuhause gefällt es mir am besten. Woanders gibt es nur Ärger!
beste Eigenschaften: zeitlos und diskret
Hiltrud Ruppert gibt im Büdchen für die DJK Märkisch Hattingen alles
Von der Sicherheitsnadel bis zur Kopfschmerztablette: Wenn beim Training oder an den Spieltagen der DJK Märkisch Hattingen etwas fehlt, müssen die Mitglieder der Fußball-Abteilung nicht erst weit in die Ferne schweifen.
Denn die Gute ist so nahe: Hiltrud Ruppert, von allen nur „Hilli“ gerufen, schaut einfach in ihrem Büdchen auf der Platzanlage an der Waldstraße nach und hat mit großer Wahrscheinlichkeit das Gesuchte schnell zur Hand.
Ihr 50-jähriges Bestehen feiert die Kicker-Sparte des Vereins in diesem Jahr, die 72-Jährige ist seit rund 15 Jahren dabei. Immer schon fußballinteressiert, brachte das Engagement ihrer Söhne Jörg und Carsten sie in Kontakt mit der DJK Märkisch.
Hiltrud Ruppert ist das Musterbeispiel für all die ehrenamtlichen Helfer, die in heimischen Clubs ganz viel Arbeit im Hintergrund verrichten, sich für nichts zu schade sind – so hat sich „Hilli“ auch bereit erklärt, für das Putzen des Vereinsbüros zuständig zu sein – viel Zeit aufwenden und sich einfach freuen, wenn ihnen dafür die dankbare Anerkennung der Vereinsmitglieder zuteil wird. „Ich steh’ auf die Jugend“, so beschreibt Hiltrud Ruppert ihre Motivation, bei Wind und Wetter auf dem Platz im Verkaufsstand für Pommes und Co. zu sorgen, zusammen mit ihrer Mitstreiterin Senep Sadar („Wir ergänzen uns richtig gut.“). Weiter sagt sie: „Mit meinen 72 Jahren, was soll ich da allein zuhause sitzen. Es bringt mir doch großen Auftrieb, wenn ich zum Beispiel nach einer dreiwöchigen Spielpause mitbekomme, wie die Jungs mich vermisst haben. Das merke ich allein schon an den herzlichen Umarmungen. Die Jungs wissen zu schätzen, was ich mache.“ Und allein schon solche Situationen, in denen beispielsweise ein kleiner Nachwuchs-Stürmer vor ihr steht, der gerade beim 19:0 seiner Mannschaft neun Treffer erzielt hat, Pommes bestellt und, mit wichtiger Miene, ganz wie die Großen bilanziert: „Das war ein richtig schweres Spiel!“ Noch Tage danach habe sie beim Gedanken an diese Szene fröhlich gelacht, sagt Hiltrud Ruppert.
Und so ist es in den Reihen der DJK Märkisch Hattingen ein gegenseitiges Geben und Nehmen, das aber auch durchaus schon mal durch etwas kritischere Töne unterbrochen werden kann. Allerdings eher selten, vielleicht zwei Mal im Jahr, wie „Hilli“ sagt: „Aber wenn ich mal was zu sagen habe, dann mache ich auch den Mund auf.“
Im Grunde also der Idealzustand, ohne den (in jedem Verein) einfach nicht wirklich viel gelingen könnte. Der herrscht in Sachen kulinarischer Versorgung an der Waldstraße ohnehin: Neben den obligatorischen Bratwürstchen und den länglichen Kartoffeln aus der Fritteuse gibt es als besonderen Service auch türkische Spezialitäten und als besonderes Highlight die selbstgemachten Reibekuchen mit Apfelmus: „Ich denke, da freuen sich auch viele Besucher unserer Spiele besonders drauf.“
Und noch etwas ganz Bemerkenswertes hat die 72-Jährige auch in diesem Jahr wieder zu bieten: Bereits 400 Gläser mit Marmelade hat sie schon eingekocht, „jetzt kommen noch Brombeer, Holunder und Quitten.“ Auf dem Hattinger Weihnachtsmarkt, auf dem die DJK Märkisch Hattingen einen eigenen Stand hat, wird der leckere Brotaufstrich dann zu Gunsten der Jugendabteilung verkauft. Im letzten Jahr immerhin mit einem beachtlichen Erlös von 200 Euro.
Ach ja, und wenn in den letzten Wochen mal keine Marmelade auf dem Programm stand, dann hat Hiltrud Ruppert, die im Metzgerei-Handwerk gelernt hat, natürlich die Frauenfußball-WM, bekanntlich ohne deutsches Happy-End, verfolgt. Denn diese Variante des Spiels mit dem runden Spielgerät findet sie richtig gut: „Das ist ganz toll. Frauen können das auch.“ Bei Märkisch Hattingen gibt es zwar momentan keine Abteilung mit Mädchen oder Fußball spielenden Damen. Doch sollte das in Zukunft wieder ins Vereinsgeschehen aufgenommen werden, ist „Hilli“ bestimmt eine der ersten, die ihre Hilfe anbietet.
greis
Ganz privat
Lieblingsmusik: ältere Schlager
Lieblingsfarbe: angelehnt an die Vereinsfarben: natürlich Blau-Gelb
Lieblingsessen: Eintöpfe aller Art
Hobbys: Neben Märkisch Hattingen bin ich noch in einem Bastelkreis aktiv, außerdem kümmere ich mich natürlich auch intensiv um die Marmelade für den Weihnachtsmarkt.
schönster Urlaub: In Antalya in der Türkei mit meinem Mann. Aber ich fahre auch immer wieder und immer wieder gerne in den Harz.
beste Eigenschaften: Zuverlässigkeit ist erstes Gebot. (Was auch Gesamtvereins-Vorsitzender Michael Lunemann mit einem nachdrücklichen Nicken bestätigt.)
FEUER.WEHRKer Christoph Peters im Brennpunkt
Oldtimer haben Christoph Peters schon immer fasziniert. Er liebt das Flair alter Fahrzeuge und schraubt gern daran herum. Im Hattinger Verein FEUER.WEHRK an der Henrichshütte findet der 41-Jährige genug Spielraum für kreative Ideen. Mit anderen Aktiven baut der Industriemeister an einem Museum für rote Riesen.
„Der Tank war undicht“, sagt Christoph Peters und zeigt auf einen schmucken Rundhauber, ein Löschfahrzeug aus der mobilen Abteilung. Um das Problem zu beheben, ist er am Samstag zur Halle an der Henrichsallee 2 gekommen. Auf einer Fläche von gut 4.000 m2 warten sie, die ruhmreichen roten Riesen von Magirus & Co. Nicht auf Hochglanz poliert, sondern so, als wären sie gerade von ihrem letzten Einsatz gekommen. Bei den meisten der gut 60 Fahrzeuge ist der schon eine Weile her. Davon erzählt der Staub auf Kühlern, Stoßstangen und Scheinwerfern. In der alten Halle riecht es nach Metall, Öl und Farbe.
Eine Etage höher, in der Feuerwache, entstehen weitere Aufenthalts- und Ausstellungsräume. „Ein Mann aus der Region hat uns seine Sammlung vererbt. Wir sind von ein bis zwei Kartons ausgegangen. Am Ende füllten die Feuerwehrandenken einen 7,5-Tonner“, erzählt Peters beim Frühaufsteher-Rundgang. Rostige Abzeichen, Auto-Modelle, Fotos, Helme, Plakate, Postkarten und Spielzeuge warten darauf, entdeckt zu werden. Zahllose Ausrüstungsgegenstände sowie geschätzte 15.000 Kleinteile verlangen nach Sichtung und Pflege. Vieles muss noch katalogisiert werden.
Seit 1985 wird die Museumsidee von einem eingetragenen Verein unter Vorsitz von Holger Ertel verfolgt. Derzeit gibt es rund 80 Mitglieder. Ende 2006 ist das FEUER.WEHRK in eine Industriehalle der ehemaligen Henrichshütte gezogen. Das Gebäude gehörte zum Hüttenwerk, dessen letzter Hochofen 1987 ausgeblasen wurde. Gute zehn Jahre mischt Peters mit. Bei den „roten Riesen“, wie die Mitglieder die alten Löschfahrzeuge nennen, findet der Familienvater seinen Ausgleich. „Wer hier mitmacht, tut es freiwillig, allein aus Spaß und Freude. Keiner muss jedes Wochenende eine feste Stundenzahl ableisten!“. Gemeinsam stellen die Aktiven Etappenziele auf. Zu richten gibt es reichlich und für jeden. Das reicht von handwerklichen Arbeiten am und im Gebäude bis hin zum Reparieren der Fahrzeuge. Decken müssen gespachtelt und gestrichen, Bodenbelege verlegt und Fenster ausgetauscht werden. Dazu braucht es keinen Feuerwehrmann, aber fachliches Geschick. „FEUER.WEHRKer können fast alles!“, lobt Museumsleiter Hartmut Schlüter (53) den tatkräftigen Einsatz der Mitglieder.
Engagiert für andere haben sich auch unzählige Feuerwehrmänner aus der Region. Sie retteten Leben, schützen Hab und Gut. Sie halfen denen, die Feuer gefangen hatten. Mut, Angst, Schmerz, Freude und Erfolg begleiteten die Einsätze der Rettungskräfte. Ihre Geschichte wird in der Halle lebendig. Zunächst per Muskelkraft bedienten sie in grauer Vorzeit schwere Pumpen. Peters: „Wenn es früher irgendwo brannte, musste die Bevölkerung mithelfen. Jeder Haushalt hatte einen Ledereimer, der im Notfall mit Wasser gefüllt und zum Einsatzort gebracht werden musste.“ Acht bis 14 Liter fasste ein Eimer. Männer und Frauen bildeten eine Kette zwischen Wasser-Entnahmestelle und Brandplatz und reichten die Gefäße weiter. Mitte bis Ende des 19. Jahrhunderts wurden die ersten Freiwilligen Feuerwehren gegründet. Egal in welcher Zeit: Hinter allen Urkunden, Utensilien und Gerätschaften stehen Menschen. Helden ohne Sockel. Und die möchte der Verein würdigen. Themen werden aus unterschiedlichen Blickwinkeln in den Brennpunkt gestellt: Wache, Rüstzeug, Rettungswesen, Werksfeuerwehren, um nur einige zu nennen.
In Hattingen entsteht ein riesiges Museum des Feuers. Nach und nach. Bis zur Eröffnung mit regelmäßigen Öffnungszeiten wird noch eine Weile vergehen, einen festen Termin gibt es nicht. Eines ist klar: „Unsere Sprossen sind sicher!“, ruft Schlüter, lacht und führt uns in die Ecke der 1000 rettenden Leitern. Die ältesten sind noch aus Holz. Derzeit ist das FEUER.WEHRK eine lebendige Baustelle. Nicht nur Schlüter träumt von bunten Ausstellungstafeln, digitalen Feuerimpressionen und spannenden Spielstationen.
Manchmal gehen ein paar rote Riesen auf Reisen. Die Mobilen bereichern Stadtteilfeste in der Umgebung, rollen rumpelnd nach Ruhrort, Riemke oder Remscheid, um dort ihre Geschichten zu erzählen. Wer sie in der Halle besuchen will, bringt am besten die Familie oder auch gleich alle Nachbarn mit. Es gibt bisher nur Baustellen-Führungen für Gruppen ab zehn Personen (Dauer: ca. 70 Minuten, Eintritt inkl. Führung: 6 Euro pro Person). Nicht nur Kinder klettern begeistert in die Fahrzeuge. „Wir haben auch schon Hochzeitspaare im Tanklöschzug zum Standesamt gebracht“, erzählt Schlüter. „Wer Veranstaltungen wie Geburtstage oder Empfänge in der Museumshalle ausrichten möchte, kann mit uns sprechen. Vieles ist möglich!“
„Feuerwehrmann wollte ich nie werden!“, sagt Peters zum Abschluss. Zum Museum rollt er am liebsten im Unimog, Baujahr 1973. Der ist übrigens himmelblau und nicht etwa RAL-Rot.
addi
Kontakt
FEUER.WEHRK – Das Feuerwehrmuseum e.V.
Henrichsallee 2 · 45527 Hattingen
www.FeuerImRevier.de · post@FeuerimRevier.de
Telefon: 0234/2984685
Ganz privat
Lieblingsmusik: 80er Jahre, Rock und Heavy Metal
Lieblingsfarbe: Blau
Lieblingsessen: „Ne Pommes geht immer!“
Hobbys: Feuerwehrmuseum, Oldtimer
schönster Urlaub: Wandern mit Freunden, USA-Reise
beste Eigenschaften: zuverlässig und ideenreich
„Wir wollen die Straßen durch unsere Arbeit sicherer machen“
Sie sieht gemütlich aus, ja schon fast etwas träge und eher unscheinbar. Beladen mit zwei Koffern wiegt sie fast 330 Kilo. Sie steht auf einem Parkplatz in Bredenscheid und lässt sich von mir bestaunen. Er hingegen wirkt sportlich und durchtrainiert in seiner maßgeschneiderten Lederkombi.
Die Rede ist von Polizeihauptkommissar Jan Böhmert* (46) und seiner schwarzen BMW K1200 GT. Die Besonderheiten des Motorrades liegen im Verborgenen, und das ist auch so beabsichtigt. PHK Böhmert ist einer von vier Beamten im EN-Kreis, die nach einer speziellen Ausbildung mit diesem sogenannten ProViDa-Krad (Proof Video Data) in erster Linie auf den Landstraßen des Kreises für Sicherheit sorgen. Ausgestattet mit modernster Videotechnik, ist es für die Beamten des Verkehrsdienstes des Ennepe-Ruhr-Kreises möglich, auch den schnellsten Temposünder zu stoppen. Hierzu ist das Motorrad neben der Videokamera, welche sich unterhalb der Windschutzscheibe befindet, nach vorne mit Blaulicht in Form von Stroboskopblitzen und am Heck mit der Leuchtschrift Stop – Polizei ausgerüstet. Die Videoanlage kann das komplette Verkehrsgeschehen vor dem Motorrad aufzeichnen. Tempoverstöße können somit ebenso geahndet werden wie Missachtungen von Überholverboten, roten Ampeln und anderen Verkehrsvorschriften. „Theoretisch könnten wir während der Fahrt sogar die Geschwindigkeit von entgegenkommenden Fahrzeugen messen. Allerdings steht hier in der Regel der Aufwand bei der Auswertung in keinem Verhältnis zur Konsequenz des Vergehens“, erklärt mir Böhmert.
„Wir setzen das Krad vorrangig zur Ahndung von bußgeldbewährten Verstößen ein“ so Böhmert. Im Falle von Tempoüberschreitungen sind dies Geschwindigkeiten ab 21 Km/h über der zulässigen Höchstgeschwindigkeit. Der Tacho am Motorrad, der übrigens wie die gesamte Messanlage geeicht ist, muss also mindestens 30 km/h über der erlaubten Geschwindigkeit liegen. Zieht man die Vorauseilung des Tachos sowie die Messtoleranz ab, liegt die ermittelte Geschwindigkeit somit an der Untergrenze für ein Bußgeld.
Dass das Krad nicht zur Erfüllung der im Volksmund sogenannten Knöllchen-Quote dient, bestätigt auch Rainer Sommer, Leiter des Verkehrsdienstes für den EN-Kreis. „Der Ennepe-Ruhr-Kreis ist landschaftlich und auch topografisch für Motorradfahrer sehr interessant; daher nutzen auch viele Biker die beliebten Motorradstrecken. Leider sind Motorradfahrer verhältnismäßig häufig Opfer bei Verkehrsunfällen. Ein Grund dafür ist auch, dass sich nicht alle Fahrer an die Verkehrsvorschriften halten; insbesondere überhöhte Geschwindigkeit und falsches Überholen sind dabei die Hauptunfallursachen.“ „Die Maschine zur Überwachung von Falschparkern oder anderen geringfügigen Verstößen einzusetzen, ist nicht der Zweck“, so Sommer weiter. „Hierfür waren die Anschaffungkosten der fast 40.000 Euro teuren Maschine und die Ausbildung der Beamten zu aufwändig und kostenintensiv. Durch die moderne Technik ist es uns möglich, Verkehrssündern direkt vor Ort ihr Fehlverhalten zu zeigen.“ Das macht nun auch Jan Böhmert. Auf dem Monitor im rechten Koffer zeigt er mir die komplette, von uns gefahrene Strecke, welche er auf der Fahrt gerade aufgezeichnet hat. Immer gut zu sehen: die gefahrene Geschwindigkeit, die zurückgelegte Strecke, Datum und Uhrzeit sowie das Kennzeichen meines Fahrzeugs. „Anhand dieser Aufzeichnungen haben wir gerichtsverwertbare Beweise.“ Entgegen dem Irrglauben, die Messstrecke müsse mindestens 300 Meter betragen, reichen tatsächlich bereits ein bis zwei Fahrzeuglängen gefahrener Wegstrecke aus, um zum Beispiel einen Temposünder zu überführen. Ein kurzer Druck auf den Schalter am Lenker, und schon startet die Videoaufzeichnung. „Die meisten Verkehrssünder sind, nachdem ihnen ihr Fehlverhalten auf dem Video gezeigt wurde, einsichtig. Aber es gibt eben auch die Unbelehrbaren. So wie der Motorradfahrer, der im Wodantal anstatt der erlaubten 70 beziehungsweise 100 km/h mit über Tempo 200 in Richtung Sprockhövel unterwegs war. Für ihn war, nachdem Böhmert ihn anhalten konnte, die Motorradsaison beendet. „Viele der Angehaltenen wundern sich und diskutieren mit uns, warum das Motorrad mit einem Kennzeichen aus einer anderen Stadt oder einem anderen Kreis ausgestattet ist und ob wir sie überhaupt anhalten dürfen.“ „Wir dürfen“, so Böhmert. „Tarn-“ oder auch „Wechselkennzeichen“ sind des Rätsels Lösung. Würden wir immer mit dem gleichen Kennzeichen herumfahren, würden wir sofort erkannt werden und unsere Arbeit, welche ja auch zu einem großen Teil aus Aufklärung besteht, wäre vergebens. Prävention betreiben wir zum Beispiel zu Beginn der Motorrad-Saison im Frühjahr, so Böhmert. Hierzu fahren wir mit der Maschine zu den angesagten Bikertreffs und Motor-Shows, wie der Autoparty in Hattingen, und stellen den Besuchern die Maschine und unsere Arbeit vor. Wir wollen uns ja gar nicht verstecken und lauern auch niemandem auf. Jeder soll wissen, dass es uns gibt.“ Laut Böhmerts Angaben, sind in der warmen Jahreszeit die geschriebenen Anzeigen fast fifty-fifty auf Autofahrer und Biker verteilt. In der kalten Jahreszeit sind es eher die Autofahrer, die dann mithilfe des Blaulichts und der Leuchtschrift angehalten werden. Die Maschine ist nämlich fast das ganze Jahr im Einsatz, sofern es die Witterung zulässt. 200 bis 300 Kilometer kommen da an einem Tag schnell zusammen. Macht also circa 150 Kilometer pro Schicht. Auf zwei Tagen Einsatz auf der Straße folgt dann in der Regel ein Tag in der Dienstelle für die Auswertung der Videos und das Anfertigen der Anzeigen. „Deshalb sind wir auch zu viert mit der Maschine unterwegs. Im Wechsel versteht sich und nicht etwa alle vier zusammen …“
Leider musste Böhmert bereits am eigenen Leib eine schmerzhafte Erfahrung mit einem „rasanten“ Autofahrer machen.
„Im Februar war ich mit dem Motorrad auf dem Weg von Schwelm nach Wetter zur Dienststelle unterwegs. An der Autobahnauffahrt Schwelm hielt ich an einem Stopp-Schild. Der hinter mir befindliche Pkw-Fahrer nahm wohl an, dass ich das Schild ignorieren und ohne anzuhalten weiterfahren würde. Ich sah ihn im Spiegel immer näher kommen, konnte aber nicht nach vorne weg, da von links Fahrzeuge kamen. Der Pkw fuhr mir ungebremst ins Heck. Das nächste, woran ich mich erinnern konnte, war, dass ich im Rettungswagen wieder zu mir kam. Mit drei Tagen Krankenhaus, ein paar Prellungen und fünf Wochen Krankenschein bin ich glimpflich davon gekommen. Die Maschine hatte allerdings einen Totalschaden.“ Dass es für ihn nicht schlimmer ausging, hat Böhmert auch dem Engagement seines Vorgesetzten Rainer Sommer zu verdanken. Dieser bestand bei Indienststellung des Motorrades darauf, dass seine Beamten mit spezieller Schutzkleidung ausgerüstet werden. Die Lederkombis sind für jeden der vier Beamten maßgeschneidert und kosten pro Stück circa 1.700 Euro. Ein Helm der neuesten Generation – mit Mikrofon und eingebautem Kopfhörer für das Funkgerät – schlägt hierbei nochmals mit ungefähr der Hälfte zu Buche. Wenig Geld, im Vergleich zu eventuell dauerhaften, körperlichen Schäden. Böhmert sagt, es gibt Dienstellenleiter, die drücken ihren Beamten 500 Euro für eine Kombi in die Hand und sagen, „fahrt mal zum Motorradladen und holt euch da eine. Bringt aber die Quittung und das Restgeld wieder mit …!“
Bevor 2008 die erste Maschine dieser Art im EN-Kreis eingesetzt wurde, mussten Böhmert, der gelernte KFZ-Mechaniker, der seit fast 30 Jahren auf zwei Rädern unterwegs ist, und seine drei Kollegen das Motorradfahren völlig neu erlernen. „Bei einem 14-tägigen Lehrgang in der Nähe von Münster lernten wir, unsere Maschinen auch im Grenzbereich zu beherrschen.“ Fahrtechnik, Sicherheits- und Kurventraining wurde den Beamten hier vermittelt. Können die Freizeitfahrer mit ihren Maschinen schon gut umgehen; Böhmert und seine Kollegen können es besser. „Einige Verkehrssünder nehmen auf andere nun mal keine Rücksicht und dann muss man als erfahrener Beamter seine eigenen und die Grenzen seiner Maschine kennen.“ Es gibt aber auch die anderen: „Einmal war ich in Breckerfeld unterwegs und wollte ein Fahrzeug anhalten, welches mir aufgefallen war. Ich folgte dem Pkw über eine längere Strecke, konnte aber aufgrund der Verkehrslage nicht gefahrlos überholen. Durch Benutzung des Blaulichts wollte ich den Fahrer zum Anhalten auffordern. Dieser setzte seine Fahrt jedoch unbeirrt fort. Als es mir schließlich gelang, das Fahrzeug zu stoppen, saß darin ein älteres Ehepaar.“ Die Frau hatte ihrem Mann gesagt, er solle nicht auf meine Zeichen reagieren. „Der will uns bestimmt überfallen …“
„Nichts riskieren heißt die oberste Regel. Können wir einen Verkehrssünder nicht stoppen, haben wir ja den Videobeweis für sein Verhalten“, erläutert Böhmert, zeigt mir das Video meiner Fahrt und lässt mich dann ohne Verwarnung fahren. Mein alter Kombi und ich waren eben nicht schnell genug …
ara
*Name von der Red. geändert
Christian Berszat: Burgaltendorfer Kfz-Mechaniker erhielt Auszeichnung für Rettungsaktion
Helden gibt es nicht nur im Kino. Einige leben mitten unter uns, auch auf der Ruhrhalbinsel. Christian Berszat (31) aus Burgaltendorf ist einer von ihnen. Der Kfz-Mechaniker hat im Januar zwei schwer verletzte Frauen nach einem Verkehrsunfall gerettet und durch sein beherztes Eingreifen Schlimmeres verhindert.
Der Automobilclub AvD und der Reifenhersteller Goodyear haben den Gelben Engel im Juni bei einer Feier in Mülheim zum „Held der Straße“ gekürt. Im Rahmen der Aktion werden das ganze Jahr über Menschen ausgezeichnet, die besonnen, mutig und selbstlos andere Verkehrsteilnehmer vor Schaden bewahrt und so für mehr Sicherheit gesorgt haben.
Am 29. Januar war Christian in seinem BMW zwischen Wuppertal und Velbert auf der Asbrucher Straße unterwegs. Am Ende einer scharfen Kurve bemerkte er plötzlich einen völlig demolierten Renault Twingo im Graben, ein Mercedes stand zerbeult auf der Gegenfahrbahn. „Die Straße war an diesem Morgen leicht glatt. Außerdem stand die Sonne sehr tief“, erinnert sich der 31-Jährige beim Frühaufsteher-Interview. Sofort anzuhalten, war für ihn keine Frage. „Ich hätte niemals einfach weiterfahren können!“, sagt er. Auf der Rückbank saßen seine beiden Töchter (4 und 5 Jahre alt). Um den nachfolgenden Verkehr zu warnen, stellte Berszat sofort ein Warndreieck auf. Außerdem parkte er sein Auto so, dass die Kinder möglichst wenig von dem schlimmen Unfall sehen konnten. „Eine der beiden beteiligten Frauen blutete sehr stark.“
Berszat alarmierte die Rettungskräfte. „Sie waren zum Glück schnell vor Ort. Es war ein wirklich schwerer Unfall, von den beteiligten Autos war fast nichts mehr zu erkennen“, erzählt er weiter. Nach Angaben der Polizei war der aus Richtung Wuppertal kommende Renault am Ende der Kurve ins Schleudern geraten, nach rechts von der Fahrbahn abgekommen und von dort zurück auf die Straße geprallt. Der entgegenkommende Pkw konnte nicht mehr ausweichen. So prallten beide Autos frontal zusammen. Die Mercedes-Fahrerin lag bewusstlos auf der Straße.
Christian lief zu ihr, wenig später kam die Frau wieder zu Bewusstsein. „Wegen der Kälte setzte ich sie ins Auto, um sie dort zu versorgen. Dann bemerkte ich, dass Rauch aus dem Motorraum des Renaults aufstieg.“ Er rief seinen Vater an, mit dem er sich treffen wollte. „Er hat immer einen Feuerlöscher an Bord, und ich lotste ihn zur Unfallstelle.“ Nur wenig später traf der Vater ein. Beide konnten verhindern, dass der Wagen komplett in Flammen aufging. Die verletzten Frauen hatte inzwischen ein Arzt betreut, der zufällig vorbeigekommen war. Ende gut, alles gut: Beide Schwerverletzten wurden schließlich ins Krankenhaus gebracht und haben den Zusammenstoß überlebt.
Wenn Berszat, der in Überruhr aufwuchs und bei VW in Kupferdreh gelernt hat, nicht gerade als Lebensretter oder Pannenhelfer für den ADAC unterwegs ist, schlägt sein Herz für den Motorsport. Drei Jahre schraubte er für eine Essener Firma als Mechaniker an den Boxen. „15 Wochen war ich im Rahmen der DTM im Sommer unterwegs, am Nürburgring und anderen Rennsportpisten im In- und Ausland“, berichtet er. Der Deutschen Tourenwagen-Meisterschaft kehrte Berszat vor kurzem den Rücken. Privat hat er nach wie vor ein Faible für schnelle Autos, auch wenn er selbst kein Raser ist. Fürs Frühaufsteher-Foto stellt ein Freund seinen Lotus Elise zur Verfügung. Gekonnt schraubt Christian an dem seltenen Sportwagen herum. Dem Halter schlägt das Herz bis zum Hals. Doch am Ende bleiben keine Teile übrig …
addi
Ganz privat
Lieblingsmusik: elektronische Rock-Musik
Lieblingsfarbe: Schwarz
Lieblingsessen: Steak im „Landgasthaus Brandenburg“
Hobbys: Motorsport, Kino
schönster Urlaub: Dänemark 2006 mit Tochter
beste Eigenschaften:„Ein Freund in allen Lebenslagen“, loyal und treu
Dat „Sommerloch-Spätzial“
Ker, wo du auch hingucken tus, siehse nur Löcher: Dat Loch inne Haushaltskasse, ein Loch inne Socke, dat Ozonloch … aber dat allerschlimmste is dat Sommerloch!
Erst diese Rot-Weisse Party-Saison mit Aufstieg und Niederrheinpokalsieg und getz gähnende Langeweile. Et is aber auch jedes Jahr dat Gleiche. Kaum is die Spielzeit rum, wirse nach zwei Wochen hibbelich und kanns den Start der neuen Serie kaum abwarten. Und weil einem die Presse nur so wenige Häppchen von seinem Lieblingsclub vor die Nase werfen kann, saugt der gemeine Fußballbekloppte nahezu alle News in sich hinein, die er rund um dat runde Leder nur bekommen kann. Dat geht manchmal soweit, dass die Frau zu Hause genervt fragt, wann denn endlich die Sommerpause vorbei is!
Diesmal kam im Sommerloch bisher so einiges aufn Tisch. Ob Ballack gegen Löw, Neuer gegen die Bayernfans, Effe gegen Eberl – es rappelte im Karton. Zwischendurch warf einem der DFB höchst persönlich noch ein paar Appetitmacher zu. Zum einen mit der Bekanntgabe des neuen Spielplans und zum anderen mit der DFB-Pokalauslosung inne Sportschau.
Am Tach der Pokalauslosung war RÜ-Fest und et regnete aus Kübeln so groß wie Abrahams Wurstkessel. Ich hatte et mir mit nen paar Kumpels in einer Rüttenscheider Kneipe nen bisken abseits vom Trubel gemütlich gemacht, um dat Spektakel der Auslosung gebührend zu feiern, denn unsre Roten hatten es nach zwei Jahren Abstinenz mal wieder geschafft, in die Erste Runde einzuziehen.
Wir hatten uns grade gesetzt und noch nichma dat erste Pils aufm Tisch stehen, da zog die junge Nationalspielerin als zweites Los schon die ungeliebten Nachbarn aus Herne-Ost aus ihrem Bottich. Und tschüss Vorfreude! Gerne hätten wir die Blauen noch ein letztes Mal im alten Stadion begrüßt. Noch immer stand kein Pils aufm Tisch, die Kehlen waren noch trocken, da war Los Nummer 3 auch schon unser RWE. Zugelost wurde Union Berlin. Nochmal: Und tschüss – getz war die Spannung auch weg. Wir haben trotzdem die Gelegenheit nich ausgelassen, um dat ordentlich zu feiern und zu begießen, denn schließlich is Union mit unserem Ex-Trainer Uwe Neuhaus auch nicht das schlechteste Los.
Die angenehmste Nachricht war für mich aber bisher dat Ende des Insolvenzverfahrens anne Hafenstraße. Der Club is getz schuldenfrei, hat aber auch keine Kohle inne Tasche. Trotzdem sieht die Zukunft nich düster, sondern eher heiter aus. Der Doc will aufpassen, dat nich mehr Zaster rausgehauen wird, als wir haben und Trainer Waldi Wrobel hat nen paar intressante neue Kicker zu den Roten geholt. Wenn et nach mir ginge, könnte et losgehen mit die neue Saison – ich bin heiß wie Frittenfett! Leider müssen wir noch ein bisken warten. Noch sind wir gefangen im Sommerloch, aber dat Licht am Ende des Tunnels is schon zu sehen. Bis dahin werde ich mir noch die Zeit mit der U17 und den Spielen der deutschen Mädels bei der WM im eigenen Land vertreiben. Dat is mir auch tausendmal lieber als diese ganzen Sommerlochgeschichten. Denn ma ganz im Ernst, wen juckt et schon, ob getz der Jogi oder der Ballack gelogen hat!? Also mich nicht! Wir werden aber auch davon sicherlich demnächst ganz neue Details bekommen – ob wir wollen oder nich.
Wie immer – abwarten und Pilsken trinken. Schönet Sommerloch noch!
Hintergrund-Info
Name: Christian Ruthenbeck
Alter: 29 Jahre, geboren in Essen, aufgewachsen in Stadtwald, wohnhaft in Altendorf. Seit über 20 Jahren treue RWE-Seele. Seit 5 Jahren arbeitet er in der Mobilfunkbranche im Servicebereich als Kundenbetreuer und seit Februar 2010 ehrenamtlich bei Radio Hafenstrasse.
www.radio-hafenstrasse.de
Rudi Knöß vom Heisinger SV holte Manchester City an die Uhlenstraße
Dass Fußball nicht nur eine Männerdomäne ist, weiß Rudolf Knöß (62) aus eigener Erfahrung. Beim 1. FC Heisingen hat der heutige 1. Jugendleiter von 1979 bis 1990 auch eine Damen-Elf trainiert. Erfolgreich: 1985 stieg er mit dem weiblichen Team in die Landesliga auf.
Es gibt sie wirklich, die wahren Fans des Frauenfußballs. Wir haben sie gefunden! Rudolf (Rudi) Knöß, Ehefrau Susanne (44) und Sohn Lukas (8) fiebern mit den deutschen Spielerinnen mit. „Die ganze Familie verfolgt die Weltmeisterschaft und drückt der Elf von Silvia Neid kräftig die Daumen. Natürlich wünschen wir uns, dass die Spielerinnen – wie schon 2003 und 2007 – wieder Weltmeister werden!“, sagt der 1. Jugendleiter des Heisinger SV 1952/96 e.V. beim Frühaufsteher-Besuch. Wir treffen ihn auf der Anlage an der Uhlenstraße 4, wo circa 440 Fußballer regelmäßig ihrem Hobby nachgehen. Der Verein, 1996 aus dem Zusammenschluss des DJK Aufwärts Heisingen und 1. FC Heisingen entstanden, hat 14 Jugendmannschaften, vier Herren-Teams sowie eine Alte-Herren-Mannschaft.
„Die Förderung der Jugend liegt uns besonders am Herzen“, sagt Knöß. Allerbestes Beispiel dafür ist die Ferrostaal Soccer School mit Manchester City. Zu dieser zungenbrecherischen Veranstaltung nahmen Profi-Trainer aus Großbritannien jeweils 50 Kinder und Jugendliche zwischen sechs und 14 Jahren an drei Tagen Anfang Juni in Sachen Fußball unter ihre Fittiche. Von 9 bis 15 Uhr besuchte der hoch motivierte Nachwuchs die Kickerschule. Wo bereits Ex-Nationaltorhüter Jens Lehmann das Leder über den Rasen beförderte, gaben die sympathischen Coaches des englischen Pokalsiegers, Gavin Mikel, Simon Hewitt, Gareth Hughes, Daniel Landström und Conrad Pendergast, ihr Wissen an die Heisinger Jugend weiter. Angriff und Abwehr, passen, dribbeln und schießen standen auf dem Stundenplan. Für Dolmetscher hatte man gesorgt. „Die Veranstaltung war ein Riesen-Erfolg! Wir sind stolz, dass unser Verein dafür ausgewählt wurde“, schwärmt Knöß. Mächtig stolz sind die Teilnehmer auf die signierten, hellblauen Original-Trikots von Manchester City, die sie zur Erinnerung als Geschenk überreicht bekamen. Braunbär und Vereinsmaskottchen Tino trägt ebenfalls eins.
Zum 1. Jugendleiter beim Heisinger SV wurde Knöß im Februar 2011 gewählt. Zur Seite stehen ihm Michael Wanke und Christian Hobucher. „In der Jugendabteilung spielen derzeit etwa 220 Kinder und Jugendliche, insgesamt 14 Mannschaften. Seit Jahren können wir von den Bambinis bis zur A-Jugend alle Altersklassen besetzen, einige sogar mit mehr als einer Mannschaft.“ Zum Training stehen ein großer und ein kleiner Platz zur Verfügung. Für den Fußball schlägt Rudis Herz von Kindesbeinen an. Der gebürtige Dortmunder kam 1959 nach Essen, seit 1976 lebt er gern in Heisingen. „In der Zeit von 1979 bis 1990 war ich im 1. FC Heisingen als Jugendtrainer und Trainer der Damenmannschaft tätig“, sagt er. Bis dahin hatte Rudi, wie ihn alle nennen, als Torhüter beim Kray 04 sowie zuvor beim TBV Frillendorf gespielt.
Es ist Mittwoch. Wie immer an diesem Wochentag verbringt der Rentner – 40 Jahre war Knöß bei der RAG tätig – einige Stunden an der Uhlenstraße. Nach einem kurzen Plausch mit Vereinswirtin Ute Buchalik verfolgt er aufmerksam das Training der Jugend auf dem Kunstrasen. Auch Sohn Lukas ist mit von der Partie. „Er tritt als Torwart in meine Fußstapfen“, freut sich Rudi. Ehefrau Susanne kann ebenso stolz auf den Jungen sein. Immerhin hat auch sie ihm ihr Fußballerinnenblut vererbt. Unter Knöß als Trainer erlebte sie 1985 beim 1. FC Heisingen mit dem Aufstieg des Damen-Teams „das Wunder von der Uhlenstraße“. (Die deutsche Frauen-Nationalmannschaft bestritt 1982 ihr erstes Länderspiel.) Susanne war die Nummer 6, also defensive Mittelfeldspielerin. Jetzt ist sie zuhause natürlich die Nummer 1. Somit ist Fußball auch ganz klar Frauensache. Nicht nur beim Frühaufsteher …
addi
Ganz privat
Lieblingsmusik: Schlager quer Beet
Lieblingsfarbe: Blau
Lieblingsessen: Hausmannskost, zum Beispiel „anständige Bratkartoffeln“
Hobbys: Fußball, Boxer(hunde)-Club, Bogensport
schönster Urlaub: Schiffsreise mit der Aida
beste Eigenschaften: Teamgeist
[ Porträt von Hotel- und Restaurantfachmann, Bartender und TheaterKlause-Wirt, Edin Smaka. ]
Edin Smaka
„Auf der Ruhrhalbinsel gibt es so viele nette, offene und treue a, das habe ich während meiner ganzen Laufbahn noch nicht erlebt“, beteuert Edin Smaka. Er ist Inhaber des Restaurants „TheaterKlause“ in Kupferdreh und kann bereits auf eine für sein Alter erstaunlich lange und erfolgreiche Laufbahn zurückblicken.
Geboren am 8. September 1977 in einem kleinen Küstenort im ehemaligen Jugoslawien, ist er seit seiner Kindheit mit dem Thema „Gastfreundlichkeit“ vertraut, denn schon die Eltern betrieben in dem bei Touristen beliebten Ort eine Pension mit Gastronomie. „Ich habe ein tolles Verhältnis zu meinen Eltern, aber wenn sie uns heute besuchen, dann wissen sie natürlich immer noch alles besser“, zwinkert der sympathische Gastgeber. Als jüngstes von drei Geschwistern ist er gewohnt, unter „besonderer Beobachtung zu stehen“. Auch die
(g)astronomischen Arbeitszeiten sind für Smaka seitdem selbstverständlich.
1991, kurz vor Kriegsbeginn, zog er im Alter von gerade 14 Jahren zu Verwandten nach Deutschland, in Bochum beendete er die Schulausbildung mit der Fachoberschulreife. Zum Jugoslawienkrieg äußert er sich knapp – aber vielsagend: „In meiner Familie hat immer der Charakter gezählt, nie die Religion oder Herkunft“.
„Diplom-Gastgeber“
Im Bochumer „Holiday Inn“ absolvierte Smaka eine Ausbildung zum Hotelfachmann und wurde anschließend im Kölner Haus im Service- und Restaurantbereich eingesetzt. In dieser Zeit erwarb er das Diplom zum „geprüften Bartender“ (… und ein profundes Wissen in Sachen „Cocktails“). Doch das reichte dem ehrgeizigen Barchef nicht, er machte den Ausbilderschein und stieg erst zum Restaurantleiter und schließlich zum „Food & Beverage-Manager“ auf. So gerüstet leitete er in den folgenden Jahren diverse Gastronomiebetriebe, unter anderem das „Mongo’s“ in Köln sowie das „Fiege’s Stammhaus“ in Bochum, bis sich 2006 in Essen die Chance zur Selbstständigkeit bot.
Die TheaterKlause
Nach intensiver Planungsphase wurde vor fünf Jahren die „TheaterKlause“ an der Kupferdreher Straße 114 feierlich (neu)eröffnet und steht seither sowohl für geselligen Thekenbetrieb als auch für ein originelles und hochwertiges Speisenangebot. Einzigartig ist sicher die „Essener Schnitzelparade“ mit 28 Stadtteil-Varianten. Das „Schnitzel Überruhr“ wird zum Beispiel mit Tomaten-Paprikawürfeln und Schafskäsesauce serviert. (Schauen Sie doch einfach mal, wie IHR Stadtteil schmeckt.)
Mit einer jährlichen Spendenaktion (zuletzt mit dem Ronald Mc Donald Kinderhaus) für karitative Zwecke möchte der Jungunternehmer „etwas von seinem Glück zurückgeben“.
Amela und Elena
Es geschah 2005 in einer Düsseldorfer Diskothek: „Eine schöne, junge Frau ist mir auf den Fuß getreten. Dafür musste sie mir ihren Namen verraten“. Nun, ihr Name ist Amela, die gelernte Friseurin hat zufälligerweise ebenfalls jugoslawische Wurzeln – kurzum – ein Jahr nach dem Fußtritt wurde geheiratet. 2008 kam das temperamentvolle Töchterlein Elena zur Welt. „Die beiden sind wirklich alles für mich. Ohne meine Frau könnte ich die beruflichen Herausforderungen gar nicht stemmen. Allein die vielen kaputten Wochenenden … Amela ist einfach phänomenal“, sagt Edin mit belegter Stimme.
„Zur Krone“ und weitere Pläne
Seit zwei Jahren führt Smaka auch das Restaurant „Zur Krone“ in Essen-Steele. „Wenn wir hier in Kupferdreh Gesellschaften bedient haben, mussten andere Essens-Gäste leider vertröstet werden, das hat mir nie so recht gefallen. In der Krone steht ein Saal für 200 Personen zur Verfügung. Schon viele Stammgäste sind extra für größere Feierlichkeiten zur Dahlhauser Straße 178 gewechselt, denn sie sind ja unseren Service gewohnt und fühlen sich deshalb sicher“, erklärt er nicht ohne Stolz.
Doch auch für die TheaterKlause gibt es neue Pläne: „Ein ganz besonderes Catering ist angedacht – mit Live-Shows, Live-Cooking und Bartending, aber mehr möchte ich noch nicht verraten. Außerdem erfahren eure Leser ja alle Neuigkeiten über den Frühaufsteher.“ Wo der Mann Recht hat …
sk
Ganz privat
Lieblingsmusik: Jazz
Lieblingsfarbe: Schwarz
Lieblingsessen: Steak
Hobbys: Fußball
schönster Urlaub: kommt noch
beste Eigenschaften: fair
Tequila Sunrise „TheaterKlause“
Der „Tequila Sunrise wird „geschichtet/aufgebaut“.
2 cl Granatapfelsirup
2 cl Zitronensaft
12 cl Orangensaft
4 cl Tequila
Schicht für Schicht über Eiswürfel, so entsteht der namensgebende Sonnenaufgang. Edins Tipp: Wenn man den Strohhalm mit dem Mund langsam nach oben bewegt, kann man die Geschmacksrichtung mit jedem Zug variieren.
Elvira Blümel, First Lady der Realschule Essen-Überruhr
Lehrerin wollte sie schon immer werden. Mitte Juni übernahm sie offiziell die Leitung der Realschule Essen-Überruhr von Jürgen Volkmer: Elvira Blümel (56) lebt für ihren Beruf und ihre 520 Schülerinnen und Schüler. Im sechsten Jahr ist sie als Lehrerin und stellvertretende Schulleiterin auf der Ruhrhalbinsel tätig. Beim Malen, Lesen und Reisen findet sie Ausgleich. Sie wohnt in Ratingen und schwärmt für Vulkan-Inseln.
„Sie gehören zu den Ersten, die mein neues Büro sehen“, begrüßt uns Elvira Blümel strahlend. Hell und freundlich wirkt der große Raum am Dellmannsweg, farbenfrohe Bilder schmücken die weißen Wände. Eine herzlich engagierte Schulleiterin gewährt uns Einblicke in ihr Leben. „Als Kind habe ich oft mit meinen beiden kleinen Geschwistern Schule gespielt. Ich war ihre Lehrerin. Manchmal streng, aber immer konsequent“, erzählt die gebürtige Warburgerin und lächelt. Aus dem streng katholischen Paderborner Land zog die Familie 1956 nach Kettwig, das erst seit 1975 zur Stadt Essen gehört. An der Ruhr lernte Elvira mit Eifer das Lesen und Schreiben an der Albertus-Schule auf dem Schmachtenberg, besuchte anschließend die Realschule „im gar nicht so weit entfernten Heiligenhaus“, um dann zum Mariengymnasium nach Werden zu wechseln, wo sie 1974 das Abitur meisterte. „Ich bin immer gern zur Schule gegangen“, erinnert sie sich, „und habe schnell meinen Weg gefunden.“
Sie studierte Kunst und Geschichte an der Universität Essen. Auf Lehramt, keine Frage. Beide Fächer unterrichtet sie bis heute. „Nebenbei jobbte ich bei P&C, schnupperte ein wenig in die Textilbranche.“ 1981 legte Elvira, die seit 1984 den Nachnamen Blümel trägt, das Examen ab und freute sich über ihre erste Festanstellung an der Helene-Lange-Realschule in Steele. Dort blieb sie 15 Jahre, bevor sie zur Bertha-Krupp-Realschule wechselte. Wie viele Schüler sie in dieser langen Zeit schon unterrichtet hat, wäre in Ruhe auszurechnen. Das Erstaunliche: „Ich erinnere mich an viele meiner Ehemaligen. Mittlerweile erlebe ich die nächste Generation, vor mir sitzen die Kinder früherer Schüler.“ Das bringt nette Begegnungen. Angst muss niemand haben: Die Notenbücher aus alten Zeiten hat Elvira Blümel längst vernichtet. „Niemand soll gegen Vorurteile kämpfen müssen!“
Ihre Fächer vermittelt die Lehrerin mit Herz und Seele. Ihr Beruf bereitet ihr nach wie vor Freude, wie wir im Gespräch spüren. Als Mutter kennt sie die Höhen und Tiefen der Schulzeit. Weder Sohn noch Töchter waren Überflieger, haben aber ihren Weg gemacht. „Das hilft mir bei den Elterngesprächen, weil ich weiß, wie belastend zum Beispiel die täglichen Hausaufgaben für Familien sein können.“ Der Chefin von 32 Lehrern und Referendaren ist ein harmonisches Schulklima wichtig, und sie möchte Traditionen in der Schule entwickeln. „Wir sind noch eine recht junge Einrichtung“, sagt sie. So gibt es bereits ein Sommer- und ein Weihnachtskonzert und die Teilnahme an vielen kulturellen Veranstaltungen in Essen. In der zertifizierten MINT-Realschule ist man in Mathe, Informatik, Technik sowie in den naturwissenschaftlichen Fächern sehr gut ausgestattet, es wird viel experimentiert und praktisch gearbeitet. Von Seifenkistenbau über die Gestaltung eines Bauwagens bis zum eigenen Salat aus dem Schulgarten reicht das MINT-Programm.
Die Realschule mit den zwei Standorten (Überruhrstraße 115 und Dellmannsweg 14) setzt auf eine Verbindung von Kunst und Musik und den Naturwissenschaften mit den übrigen Fächern. Ein Konzept, das sich im Privaten bestens bewährt hat. „Mein Mann ist Chemiker. Er sorgt für den nötigen Ausgleich und ist nicht zu bezahlen!“ Ein dickes Lob für Siegfried (56), der seit 26 Jahren erfolgreich Wege findet, Elvira in ferne Länder zu entführen. „Wir reisen leidenschaftlich gern“, sagt sie. Demnächst sollen Fotografien aus La Palma, Namibia und Island die Wände zieren. „Die meisten sind von meinem Mann, aber ich fotografiere inzwischen auch.“
Mehr Freude macht der Schulleiterin jedoch das Malen. Anregungen findet sie im Urlaub. So entstand nach den Osterferien in Spanien ein leuchtend-buntes Acryl-Gemälde, das Eindrücke aus Barcelona spiegelt. Als Vorbild dienten farbenprächtige Keramik-Bänke und Scherben-Skulpturen, wie sie die Familie im zwischen 1900 und 1914 erbauten Parc Güell von Antoni Gaudí gesehen hatte. Wie der spanische Architekt Gaudí (1852–1926) liebt Elvira Blümel hügelige Landschaften. Und Vulkane. Die Kanareninseln La Palma und Gomera, aber auch Island faszinieren sie. Im Sommer fliegt sie nach Tansania und Kenia. Wir sind sicher, dass der Besuch in Ostafrika Spuren im neuen Büro hinterlassen wird. Noch gibt es genügend Platz an den Wänden …
addi
Ganz privat
Lieblingsmusik: Bob Dylan, Janis Joplin, Marc Knopfler
Lieblingsfarbe: Kombination aus Rot und Grünblau-Tönen
Lieblingsessen: italienische Vorspeisen
Hobbys: Malerei, Garten, Wandern, Lesen
schönster Urlaub: La Palma
beste Eigenschaften: Freude am Umgang mit Menschen