[ Porträt von Wolfgang „Aki“ Brand, der zwar auch nicht auf zwei Hochzeiten, aber in drei Tanzschulen zugleich tanzen kann. ]
Wolfgang „Aki“ Brand
Und das, wo er eigentlich gar keine Ambitionen hatte, sich die gleichen beruflichen (Tanz-)Schuhe anzuziehen wie seine Eltern. Aki Brand wollte nämlich viel lieber fliegen. In gewisser Weise tut er das ja auch heute – statt im Cockpit eines Flugzeugs zu sitzen, fliegt er nun über das Parkett der drei Tanzschulen, die er mit vielen tatkräftigen Händen und, in diesem Metier besonders Füßen, managt. Und wer kann schon von sich sagen, dass er mit beiden Füßen auf dem Boden abhebt!
Nur einer tanzt nicht: General Timo
Wenn man die Internetseite der Tanzschule Brand besucht, liest man über ihn, er „verbreite stets etwas Hektik“. Und Alexandra, seine Ehefrau, dort zunächst frech als „Gespielin“ bezeichnet, sei immer „in Stress und Eile“. Vielleicht bleibt das ja nicht aus, wenn das stimmt, was da über Ihren Mann geschrieben steht, liebe Frau Brand! Doch ich kann unsere Leser und vor allem die Tanzinteressierten beruhigen: Von Hektik und Stress keine Spur. Vertrauen Sie sich dem Team Brand ruhig in allen Fragen rund ums Tanzen an.
Auch wer Ihnen sonst so alles auf dem Brandschen Tanzboden begegnen könnte, stellt sich auf der Website mit Bild und besonderen Merkmalen vor – nur Kater „General“ Timo verbringt seine Zeit lieber auf dem Sofa, das er während des Interviews freundlicherweise mit mir geteilt hat. Danke, Timo!
Viola und Arno Brand: Die Vortänzer
1981 dachten sich Akis Eltern, Viola und Arno Brand, dass der eine oder andere Hattinger durchaus Spaß am Tanzen haben könnte. Sie dachten richtig: Tanzschule Brand wurde zur festen Größe an der Augustrastraße. Neunzehn Jahre später übernahmen die beiden eine Bochumer Institution: Die Tanzschule Bobby Linden. 2004 kam Thielemann in Essen dazu: Das Trio war perfekt. Wem der Name bekannt vorkommt: Thielemanns haben Generationen von Hattingern in der schönen Schulenburg an die Hände genommen, wenn es galt, diese mit der Beinarbeit in Einklang zu bringen.
Doch so aktiv die Mitglieder der Familie Brand auch sind, sie können schließlich doch nicht überall zugleich sein. Ein Team von 12 freien und festen Mitarbeitern sorgt dafür, dass ein vielseitiges Angebot alle Tänzer zufriedenstellt – vom Hip-Hop bis zum Videoclip-Dancing, vom Walzer bis zum Tango Argentino ein Rundum-Programm zum Spaß- und Sporthaben für jung und alt, klein und groß. Kleine und große Tanzlehrer hat Brand übrigens auch zu bieten – lesen Sie bitte die witzige Website, es lohnt sich.
Aki lässt die Singles tanzen …
Sie möchten tanzen und können Ihren Partner oder Ihre Partnerin (das soll es ja auch geben) nicht locken oder Sie sind Single? Bei Brands ist man auch gut aufgehoben, wenn man alleine kommt:
Es gibt in jeder Saison einen Abend zum Kennenlernen, eine Probestunde, und wenn man mag, dann meldet man sich paarweise an. Apropos Zweierteam:
„Bei uns haben sich auch schon viele Paare gefunden, nicht nur zum Tanzen“, berichtet der freundliche Tanzlehrer, der sein Hand- und Fußwerk in der Düsseldorfer Tanzschule Fern gelernt hat. „Und eine Trennung haben wir auch schon erlebt – mitten in der Tanzstunde sozusagen.“ Doch die glücklichen Paare, ob sie nun schon gemeinsam zum Kurs gekommen oder sich dort begegneten, sind eindeutig in der Überzahl.
… und rundet die Persönlichkeit ab
Tanzen ist wichtig, doch nicht alles: „Jeder Grundkurs für die Jugendlichen beinhaltet auch einen Benimmkurs“, erzählt Aki Brand. „Und wer Tischmanieren erlernen oder Bewerbungstipps erhalten möchte, ist hier genau richtig.“ Das alles vermitteln der engagierte 46-Jährige und sein Team natürlich mit viel Humor.
Aki Brand findet: „Gerade für Jugendliche ist die Tanzschule ein guter Ort, sich zu treffen, Kontakte zu knüpfen.“ Und er betont: „Auch wenn es immer wieder neue Modetänze gibt – die jungen Leute sollten keine Angst vor Standardtänzen haben. Wer einmal dabei war, hat oft sehr viel und sehr lange Freude daran.“ Wer mit Bewerbungs- und Tischmanieren eine gute Figur macht, überzeugt dann auch als Tänzer! Wer Standardtänze beherrscht, ist eben mehr als eine Standard-Persönlichkeit.
Ganz groß: Der Gala-Ball
Wer lernt, und sei es mit viel Spaß, will natürlich auch feiern. Gelegenheit gibt es reichlich: Die Teilnehmer der 10-wöchigen Grundkurse können vier Parties mit unterschiedlichem Motto besuchen, sogar die Softdrinks sind mit drin. Und in jedem Winter gibt es im Bochumer RuhrCongress einen Gala-Ball für alle, deren Herz fürs Tanzen bei Brand brennt.
Mit dem Schlussball endet jeder Kurs. Und wenn es ein Schülerkurs ist, hat man hier auch ein Herz für die Eltern: Ihre Tanzkenntnisse können sie in einer Extra-Eltern-Stunde auffrischen.
„Wir bieten auch Kurse für Hochzeitspaare an, die dann in einem Crash-Kurs die wichtigsten Tänze für ihr Fest erlernen können“, sagt Aki Brand. „Manchen fällt das allerdings erst ganz kurz vor der Hochzeit ein“, lacht der Tanzlehrer für alle Lebenslagen. Aber irgendwie bekommen sie das dann auch noch hin.
Es soll nur der Lieblingstanz sein? Bitte sehr!
Ab sieben, acht Paaren schneidert Aki Brand das Tanzprogramm nach Maß. So kann man sich auf seine Lieblingstänze konzentrieren. Er holt ein T-Shirt, das ihm die Teilnehmer eines solchen Kurses zur 100. Stunde überreicht haben. Darauf ist zu lesen: „Geht ja gar nicht.“ Lieber Herr Brand, Sie haben sicher für jeden Kurs einen Extra-Spruch parat. Alexandra Brand erinnert sich: „Und wir haben diesen acht Paaren kleine Medaillen überreicht.“
Man wächst einander eben ans Herz, keine Frage. Alexandra führt hauptsächlich Kinder ans Tanzen heran– mit viel Vergnügen auf beiden Seiten. Sie freut sich, wenn aus den kleinen Schülern große werden und sie miterleben kann, wie sie sich entwickeln – als Tänzer und als Menschen.
Tanzen, Singen, freundlich sein: Xandra Hag
Hier und heute geht es ums Tanzen. Doch Alexandra Brand, die als junge Tanzschülerin kam, Aki sah und blieb, ist nicht nur uns Hattingern als Sängerin Xandra Hag bestens bekannt. Wie sie ihren Einsatz in der Tanzschule und ihre Gesangskarriere so erfolgreich miteinander vereinbart, kann man nur bewundern. Die größte Kunst ist bestimmt, auch noch so freundlich dabei zu sein.
Drei Tanzschulen zu managen ist mit viel Büroarbeit verbunden. Vater Arno Brand unterstützt Aki und Alexandra in allem, was so anliegt. Und in Notfällen bringen Viola und Arno Brand ihre große Tanzerfahrung auch weiterhin unter die Schüler.
Ausbildung zum Tanzlehrer erwünscht?
Weiterbildung ist wichtig: Alexandra Brand unterstreicht, wie bedeutend der Tanzlehrerkongress ist, der einmal jährlich in Düsseldorf oder Bochum stattfindet – sehr praktisch für Ruhrstädter. „Auf der INTAKO wird eine Woche lang in Theorie und Praxis vorgestellt, was es Neues gibt – hier trifft sich die Tanzwelt durchaus wörtlich. Auf der internationalen Messe, die einen Tag für die Allgemeinheit geöffnet ist, lernt man nicht nur dazu, sondern kann auch seine Tanzschule mit Musikanlagen, CDs und allem, was man an Ausrüstung braucht, zukunftsfähig machen. Dazu gehört die Ausbildung des Nachwuchses. Wie wäre es mit einer Ausbildung bei Aki Brand? Das können sie nämlich auch.
Gute Leistung statt Billig-Anbieter
Was meinen Gesprächspartnern noch am Herzen liegt: „Wir sind alle ausgebildete Tanzlehrer und gehören dem ADTV an, dem Allgemeinen Deutschen Tanzlehrer-Verband, und unterscheiden uns mit unserer Leistung ganz deutlich von den Billig-Anbietern. Wer Preise vergleicht, sollte das berücksichtigen, auch, dass wir uns permanent weiterbilden.“
Ich möchte wissen, ob Aki und Alexandra Brand einen Lieblingstanz haben. Es sind sogar zwei – zwei unterschiedliche: Er liebt Quickstep, sie Rumba. So ist jedenfalls für Abwechslung gesorgt. Wäre es nicht lustig für ihre Schüler, wenn Aki Quickstep und Alexandra Rumba tanzen würden? Ein neuer Gag fürs Showprogramm: Showprogramme und Discjockeys bietet und vermittelt das Team Brand auch, ebenso wie Räume für Feste ab 50 Personen.
Weiter durchs Leben tanzen
Und was wünschen sie sich selbst? „Dass es so weiterläuft“, hofft Alexandra Brand. Bei diesem hervorragenden Team wird es nicht nur weiterlaufen, sondern weitertanzen. Der Frühaufsteher wünscht alles Gute für Ihre tänzerische und persönliche Zukunft!
pgs
Info
Die Hattinger Tanzschule Aki Brand finden Sie in der Augustastraße 19 in 45525 Hattingen oder auf www.tanzschule-brand.de
Bürozeiten: Montag bis Freitag von 16 bis 19 Uhr. In den Ferien: Samstag von 19.45 bis 22 Uhr. Telefon: 02324/52220,
Fax: 02324/962874. Hier gibt es natürlich auch Infos über die Tanzschulen in Essen und Bochum.
Für Noch-Einzeltänzer
Wer keinen Tanzpartner hat, findet hier einen: Am Sonntag, den 25. September, um 16.30 Uhr in Bochum, Kortumstraße 142 – unverbindlich! Voranmeldung nicht erforderlich.
Ganz privat
Lieblingsmusik: Aktuelle Charts
Lieblingsfarbe: Blau
Lieblingsessen: Apfelstrudel – gebacken von Mutter Viola Brand
Hobbys: Modellhubschrauber, Kino
schönster Urlaub: Hochzeitsreise nach Mauritius; Griechenland, besonders Mykonos
beste Eigenschaften: Zuverlässig und humorvoll
Holger Pfläging, zeichnerischer Vater der „Isenburger“
Er vollendet heute unsere Porträtserie rund um den Grafen Friedrich von Isenberg: Nach dem Titelhelden selbst und Michael Stein erfahren Sie heute, von wem Friedrich sein kantiges Kinn hat.
Als die Band Skiffella Hattingensis einen ihrer Musiker verabschieden musste, sang sie ratlos: „Was ist nur geschehn, wie kann man denn nur aus Hattingen weggehn?“
Auch Holger Pfläging verließ Hattingen – aus gutem Grund, wie er mir während unseres Telefoninterviews erzählt.
Über Geschichte und Italienisch zum Trickfilm
Doch zunächst berichtet mein Gesprächspartner, Jahrgang 1969, aus alten Hattinger Zeiten: „Dem ‚Wennischen‘ (wir berichteten) fehlte noch eine illustre Figur aus der Vergangenheit.“ So kamen die Isenburger zu ihren neuen Jobs als Comic-Darsteller.
„Eigentlich studierte ich Geschichte und Italienisch fürs Lehramt“, erfahre ich von Holger Pfläging, der in Hamburg lebt und während seines Studiums ein Jahr in Bologna verbracht hat. „Das habe ich auch abgeschlossen, doch das Grafische lag mir immer sehr.“ Wie man sieht, lieber Herr Pfläging!
Lust am Italienischen hat er übrigens immer noch. So lerne ich, dass der Name der Band „Baustelle“ ein Wortspiel ist: Bau entspricht dem deutschen „Wau“ – und Stelle heißt Sterne. Die Musiker fanden einfach witzig, was im Deutschen dabei herauskommt. Und wie kam der Panhas nun zu den Fischköppen?
Talent, Handwerk und Teamarbeit:
Ein Bekannter gab ihm den Tipp mit der „Animation School“ – so kam der Hattinger nach Hamburg, wo er heute mit seiner Frau Aretha und den Töchtern Mira, neun, und Elisa, vier, lebt.
Holger Pfläging bewarb sich noch während des ersten Staatsexamens – geklappt hat es dann im zweiten Durchlauf. „Mit der Mappe, die man einreicht, muss man zeichnerisches Talent beweisen. Das Handwerkliche lernt man dann in der Ausbildung.“ Zeichnen können sei aber nicht alles, erfahre ich. Für das „Gesamtkunstwerk“, das wir später im Trickfilm zu sehen bekommen, sind viele Fähigkeiten nötig, nicht zuletzt muss man gut im Team arbeiten.
Haben die Zeichner ihre Figuren, den Hintergrund und alles, was dazu gehört, fertiggestellt, dann wird das Ganze animiert – dafür sind andere Fachleute da – und die Zeichner schon mit dem nächsten Projekt beschäftigt.
Ritter Trenk und Rabe Socke
„Die Abläufe sind manchmal recht rigide“, sagt Holger Pfläging. „Bei Serien zum Beispiel muss einfach die Schlagzahl stimmen.“ Auf Knopfdruck kreativ zu sein ist eben auch eine Kunst für sich. Da haben sicherlich viele Menschen eine andere Vorstellung vom Alltag eines Trickfilmzeichners.
Woran arbeitet der Hamburger Hattinger zurzeit? „Die zweite Staffel des ‚Kleinen Ritters Trenk‘ nach dem Buch von Kirsten Boie, der ‚Kleine Rabe Socke‘, der bald in die Kinos kommt.“ Holger Pflägings Job ist das Storyboard, er freut sich, wenn trotz harten Zeitdrucks ‚schöne Artwork‘ herauskommt, wie es heißt. Und wir Zuschauer freuen uns natürlich mit.
„Die meisten Trickfilme weltweit muss ich nicht mehr sehen“, lacht Holger Pfläging. Manchmal kommt es aber doch vor: Der schönste Grund war soeben der vierte Geburtstag seiner Tochter Elisa. Auf dem Programm stand Prinzessin Lillifee. Vielleicht wird sie ja auch einmal zur historischen Figur!
Friedrichs Kinn ist einfach zu kantig
Ich frage, ob er nicht Lust hat, die Isenburger animieren zu lassen. „Die würden jeden Animator zur Weißglut bringen“, dämpft er meine Hoffnung. „Allein das kantige Kinn!“
Auch wenn Holger Pfläging heute nicht als Geschichtslehrer arbeitet – mit der mittelalterlichen Geschichte zu spielen macht ihm immer noch Spaß. „Mit den Isenburgern wollten wir zwar das Mittelalter beschreiben, aber keineswegs ohne historisches Sakrileg!“
Der Frühaufsteher wünscht weiterhin frohes kreatives Schaffen und Ihnen, liebe Leser, viel Freude mit Holger Pflägings Isenburgern.
pgs
Ganz privat
Lieblingsmusik: Baustelle, Fabrizio de André, Klassik
Lieblingsfarbe: Blau
Lieblingsessen: Linsensuppe
Hobbys: Filme
schönster Urlaub: Dänemark
beste Eigenschaften: Humorvoll
Porträt von Michael Mauksch, Hattinger Volkssternwarte e. V.
Sie leben – wie wir alle – im Weltall, Michael Mauksch und die Sternenfreunde der Volkssternwarte Hattingen e. V. Und damit die übrigen Hattinger sich von diesem Lebensraum genauso faszinieren lassen können wie die Aktiven, sucht der Verein ein neues Zuhause für seine Beobachtungsstation.
Gänsehaut by Saturn
Das Universum begeisterte Michael Mauksch, geboren in Berlin und frühzeitig nach Ruhrstadt eingewandert, schon als Kind. „So richtig los ging es, als meine Frau mir Ende der 1990-er Jahre ein Tchibo-Teleskop schenkte“, lacht der freundliche Vater von Karina, 17, und Niklas, 10. Der will gerade wissen, welcher Stern der hellste sei. „Der Sirius“, erklärt Michael Mauksch seinem Sohn und der Frühaufsteherin, und seine Augen strahlen dabei nicht weniger. „Es ist einfach spannend zu sehen, was das bloße Auge nicht wahrnimmt.“ Niklas: „Die Sternschnuppennächte sind einfach toll. Und den Jupiter habe ich auch schon gesehen.“ Vater Michael ergänzt: „Erhebend ist es, zum ersten Mal den Saturn mit seinen Ringen zu betrachten.“ Da relativiert sich sicherlich so manches Irdische.
Natur beobachten und unterrichten
Wenn er nicht die Natur beobachtet – „bei uns geht es um Sterne, andere sehen sich Vögel an“ – unterrichtet er ihre Wissenschaft an einer Realschule in Gelsenkirchen. Da bringen Sie bestimmt genau die richtige Mischung mit, um die eine oder andere Sternschnuppe auf die Schüler überspringen zu lassen.
Was steht denn an besonderen astrologischen Ereignissen ins Haus? Zum Beispiel der „Venustransit“, der alle paar hundert Jahre vorkommt – wie der Name sagt, zieht die Venus vor der Sonnenscheibe entlang. Bitte den 6.6.2012 notieren!
Michael Maukschs ganz persönlicher Wunsch: Die erste bemannte Marsmission noch auf diesem Planeten zu erleben. Die Chancen stehen gut: Mitte der 2030-er Jahre soll es soweit sein.
Hattinger Heimat für Sterne gesucht
Doch vorher wird es für ihn und seinen Verein noch viele „kleinere“, aber ebenso inspirierende Erlebnisse geben: Ob Beobachtungsreisen, Messebesuche oder der alljährliche HATT (siehe Info-Kasten) – langweilig wird es den Hattinger Sternenfreunden weder auf der Erde noch im Weltall.
Der Verein hat im Essener Süden eine kleine Beobachtungsstation namens H.A.S.E. und sucht einen Hattinger Standort: „Nicht zu hell, einigermaßen gut erreichbar, circa 100 m2, freie Sicht nach Süden, Osten und Westen“ – wer eine Idee dazu hat, kann sich gerne melden. Vielleicht klappt es ja früher als bis zur nächsten totalen Sonnenfinsternis in Europa am 12.8.2026 in Spanien. Wir drücken die Daumen!
pgs
Ganz privat
Lieblingsmusik: guter alter Hardrock
Lieblingsfarbe: Blau
Lieblingsessen: Ente in Erdnusssauce
Hobbys: Fußball, Leichtathletik („leider nicht mehr aktiv“)
schönster Urlaub: Sonnenfinsternis Türkei, „außerdem ist es überall interessant“
beste Eigenschaften: zuverlässig
Info
Volkssternwarte Hattingen e.V., Ruhrhöhenweg 16, 45527 Hattingen, Telefon 02324/83866, info@sternwarte-hattingen.de, www.sternwarte-hattingen.de. Der nächste HATT – Hattinger Astronomischer Trödel-Tag – ist am 26.11.2011 in der Realschule Grünstraße mit Ausstellern aus ganz Deutschland und den Nachbarländern. Wer den Astro-Stammtisch besuchen will, kann sich auf der Website informieren. Gäste sind herzlich willkommen.
Ein göttlicher Gesprächspartner aus dem Hügelland
Mit dem Namenspatron der Sankt-Georgs-Kirche fing unsere Serie „historische Hattinger“ an – ob sagenhaft, ob real existierend. Es folgten Friedrich, der unter die Räder kam, und die tapfere Bauerntochter Roswitha aus dem schönen Blankenstein, mit der wir uns so nett auf der Burg unterhielten.
Warum Georgs Turm so schief ist? „Seine“ Kirchengemeinde schreibt auf ihrer Website, nach Mehrheitsmeinung sei der Turm von Anfang an absichtlich so angelegt worden – um den Südwestwinden, die oft wehen, trotzen zu können. Wenn wir den verantwortlichen Bauherrn, der das Gebäude um 1200 errichtete, einmal antreffen, werden wir ihn fragen, ob er das auch so sieht. Die Reste einer kleinen Vorgängerin, nach 820 gebaut, wurden übrigens 1972 entdeckt.
Wodan, der Inspirierende …
Es gibt noch diverse Vermutungen über die Ursache des schiefen Kirchturms in der Hattinger Altstadt, auch weniger salonfähige – doch über all das kann unser heutiger Gesprächspartner nur lachen. Heute ist die Frühaufsteherin für Sie in ihrer alten Heimat, dem Hattinger Hügelland, unterwegs. Ich kenne mich dort natürlich immer noch gut aus, doch er blickt auf einen weitaus längeren Aufenthalt am Ort des Geschehens zurück: Die Rede ist von Wodan.
Mit dem Bus der Linie 330 fahre ich bis zum „Stuten“. Unterwegs denke ich an das Buch „Marterpfahl“ des Hattinger Autoren Stefan Melneczuk. Ganz schön gruselig und für Ortskundige natürlich besonders aufregend. Wer weiß, wie oft man schon dort vorbeikam, wo es geschah!
Wodan holt mich an der Bushaltestelle ab.
„Guten Tag, wie darf ich Sie denn bitte ansprechen?“, erkundige ich mich. Schließlich hat der Hauptgott der nordischen Mythologie nicht nur einen Namen, und vielleicht gefällt ihm Odin besser.
Ich habe gelesen, dass der Name Wodan eine so genannte westliche Dehnform zum indogermanischen „wat“ darstelle, was „anblasen, anfachen“ und im übertragenen Sinne „inspirieren“ heiße.
… und sein gleichnamiges Tal
Nun, das passt doch alles gut zu unserer Stadt: Wat gehört zum täglichen Sprachgebrauch, beim Anblasen auf dem Hüttengelände sind wir Spezialisten – und Inspiration können wir alle gut gebrauchen!
„Einen schönen guten Tag“, grüßt Wodan zurück. „Ach“, sagt er dann ganz unkompliziert, „du bist ja auf mich gekommen, weil das Wodantal nach mir benannt ist. Da sagst du am besten Wodan.“
„Gerne, so machen wir das. Mir war übrigens gar nicht klar, dass Odin und Wodan für den gleichen Gott stehen. Das wissen viele andere sicher auch nicht.“
Wir gehen die kleine Straße an der Wiese entlang, auf der im Winter immer der Skilift tausende von Besuchern in Wodans Tal lockt.
„Hier ist ganz schön was los“, erzählt Wodan. „Im Winter natürlich – ist ja auch der einzige Lift in der ganzen Gegend – aber auch im Sommer, die vielen Mopedfahrer.“
„Du kennst ja noch ruhigere Zeiten“, antworte ich. „Ich bin als Kind oft mit meinem Hund hier herum gestreift, zum Beispiel zur Quelle da hinten in der Kurve. Kann man sich heute gar nicht mehr vorstellen.“
Weltlicher Genuss auch für Götter
„Ja, es hat sich total viel verändert. Nichts ist so beständig wie der Wandel, da kann ich ja gut mitreden, so alt wie ich bin“, kichert der nordische Gott.
Götter sind übrigens keineswegs vor irdischen Genüssen gefeit, stelle ich fest: „Das Wodantaler Landbrot schmeckt einfach klasse“, findet er. „Das gab es früher nicht – ein Beweis, dass manches heute doch besser ist“, schließt er mit einem Grinsen.
„Doch jetzt sag mir bitte, wieso du über die ganzen Erklärungen zum schiefen Sankt-Georgs-Turm nur lachen kannst. Was hast du denn damit zu tun?“
Wir sitzen gemütlich auf einer Wiese. Ich sehe, dass er schon wieder an „sein“ leckeres Brot denkt, und ziehe ihn am Ärmel. „Los jetzt, bitte.“
„Das“, fängt Wodan an, „ist eigentlich ganz einfach.“
Sankt Georgs respektloser Turm
„Ich wohne ja schon immer hier, nur dass es natürlich nicht schon immer Wodantal hieß. Du musst dir vorstellen, dass man von hier einen tollen Blick bis zur Sankt-Georgs-Kirche hatte. Damals war der Turm gerade.“
„Und das gefiel dir nicht?“
„Das war mir eigentlich völlig egal“, fährt Wodan fort. „Interessant war auch, dass der Turm sich bewegen konnte.“
„Was? Das ist ja kaum vorstellbar“, wundere ich mich.
„Ja, immer wenn die Sonne im Osten aufging – ein Schauspiel, das mich täglich aufs Neue erfreut – hat sich der Kirchturm nach Osten verneigt. Vor der Sonne.“
„Nein!“
„Doch, ich schwöre es! Nun kann man sich ja durchaus vor der Sonne verneigen, das mach ich selbst auch. Ohne Sonne können wir schließlich nicht leben.“
Wodan verliert die Geduld
„Wohl wahr“, pflichte ich ihm bei.
„Und mittags“, setzt er seine Erläuterung fort, „wenn die Sonne gerade am meisten zu tun hatte, das gleiche Schauspiel: Der Turm verneigt sich nach Süden.“
„Ich ahne schon, was kommt“, denke ich laut.
„Das fand ich dann schon ganz schön übertrieben. Einmal am Morgen reicht ja, meine ich. Aber nein, sogar am Abend neigt sich dieses blöde Ding nach Westen.“ Das regt Wodan heute noch auf.
„Ich habe monatelang darüber nachgedacht, wie ich diesem unverschämten Turm Respekt vor einem Germanengott – sogar dem Hauptgott, ich will ja nicht angeben, aber trotzdem – beibringen könnte.“
„Du wolltest, dass er sich auch vor dir verneigt?“
„Ja, klar, wenigstens ein einziges Mal in südwestlicher Richtung. Das ist ja wohl nicht zu viel verlangt!“
„Nein, natürlich nicht“, beruhige ich ihn.
„Wie hast du es denn dann geschafft?“
„Hab ich ja gar nicht“, gibt er kleinlaut zu. „Sich in vier Richtungen zu verneigen, das brachte der Turm anscheinend nicht fertig. Oder er wollte mich ärgern, keine Ahnung. Da fiel mir endlich etwas ein: Gerade als das respektlose Bauwerk abends der Sonne huldigte, habe ich einen Bann ausgesprochen.“
Bleibt der Turm wie er ist?
„Da hättest du auch eher drauf kommen können, so als Gott, meine ich.“
„Ja, ja, nachher ist man immer klüger. Die Erfahrung macht ja wohl jeder, ob Gott, ob Mensch.“
„Sicher, keine Frage.“
„Zwar verneigte sich der Turm nun immer noch nicht in meine Richtung – aber dafür auch in keine andere mehr“, freut sich Wodan noch heute. „Und ihr Hattinger habt ja was davon, der Turm ist ein Symbol für die ganze Altstadt.“
„Was meinst du“, geht mir durch den Kopf, „könntest du den auch wieder gerade machen? Dass er einfach steht und niemand respektlos behandelt wird, weder die Sonne noch du? Oder dass er sich in alle Richtungen verneigt?“
Wodan antwortet: „Hab ich auch schon drüber nachgedacht, ich habe ja viel Zeit hier. Aber ich glaube, wir lassen besser alles so, wie es ist.“
Wodan ist überall
„Ja, da hast du Recht, sonst müssten wir ja die ganzen Prospekte neu drucken.“
Wodan denkt ganz neuzeitlich: „Mir fällt noch was ein, das kannst du ja dem Stadtmarketing einmal vorschlagen. Hier sind zwar die Internetverbindungen nicht die schnellsten, im Hügelland, aber ich leb ja auch nicht hinter dem Mond und weiß, was es heute so alles gibt. Die könnten doch auf ihrer Website den Turm so beweglich machen – animieren, sagt ihr dazu, oder? – wie früher.“ Wodan begeistert sich für seine Idee.
„Oh ja, das richte ich gerne aus“, verspreche ich ihm, „und du kommst auch vor und darfst deinen Bann auch online aussprechen.“
„Danke, dass du über mich schreibst“, verabschiedet sich Wodan. „Ich hab auch noch was für dich. Ist ja noch ein weiter Weg bis zum Wildhagen.“
Den Heimweg nutze ich zu einer Wanderung über den Raffenberg durch den Hattinger Stadtwald. An einer Lichtung – auch wenn ich fast schon zu Hause bin – mache ich ein Picknick mit Wodans Geschenk und einem schönen Ausblick ins Wodantal – dieses Mal von der anderen Seite. Wodans Spuren zu folgen lohnt sich überall: Im Stadtwald, im Hügelland – und in der Altstadt. Viel Spaß mit Hattingens Historie!
pgs
Ganz privat
Lieblingsmusik: Das Plätschern des Baches
Lieblingsfarbe: Wodantalgrün
Lieblingsessen: Wie gesagt: Wodantaler Landbrot
Hobbys: Kirchtürme verbannen
schönster Urlaub: Ein Gott macht nie Urlaub
beste Eigenschaften: Einfach göttlich
Porträt von Harald Kamke, Kamke Medien in Hattingen
Harald Kamke hat ein schönes, lichtes Büro in Hattingen – genau da, wo die Stadt in den Wald übergeht. Wenn man den ganzen Tag kreativ ist, ist diese Umgebung sicher sehr hilfreich. Nachdem mich der Hausherr freundlich begrüßt hat, nimmt mich Boxer Broudy mit vollem Körpereinsatz in Empfang.
Aber keine Angst, wer keinen Hundekontakt wünscht, bekommt ihn auch nicht. Harald Kamke hat vorher höflich gefragt, ob sein „Mitarbeiter“ dabei sein darf. Broudy liefert mit seinem entspannenden Einfluss bestimmt so manchen Input, wenn es einmal hakt. Aber sein Herrchen macht nicht gerade den Eindruck, als litte es unter Ideenmangel.
Studierter Pädagoge, Grafiker …
„Ich mache klassische Werbung mit den Schwerpunkten Gastronomie und Medizin“, berichtet der Inhaber von Kamke Medien, „seit ich 32 bin.“ Der jetzt 50-Jährige hat Sportwissenschaft, Anglistik und Pädagogik studiert, doch eine seiner weiteren Berufungen warf schon ihre Schatten voraus – oder besser gesagt, ihre Sonnenseiten:
„Schon meine Abschlussarbeit an der Deutschen Sporthochschule in Köln habe ich über Sportmarketing im Tennis geschrieben“, erfährt die Frühaufsteherin. Mit Ende 20 hatte Harald Kamke den ersten Agenturkontakt, der Beginn einer beruflichen Leidenschaft, wie er es nennt. Wie schön, dass er sie lebt und ausstrahlt! „Neben der Arbeit – ich hatte ja schon Familie – habe ich mich zum Grafiker ausbilden lassen und meine Agentur gegründet“, beschreibt er, wie er wurde, was er ist.
… und engagierter Dozent:
„Der Internet-Boom führte zu einem regelrechten Notstand an Ausbildern“, berichtet mein sympathischer Gesprächspartner. „Fünf Jahre lang habe ich als Dozent für Mediendesign an IHKs und Akademien unterrichtet; das habe ich immer sehr gerne gemacht.“ Die Bildungsträger freuten sich über den Fachmann mit Pädagogenausbildung – doch die Agentur kam zu kurz, der Nebenjob hatte sich die Hauptrolle in Harald Kamkes Berufsleben erschlichen.
Der ist zum Glück nicht nur kreativ, sondern auch weitsichtig. Jedem Boom folgt eine Baisse – er richtete sein Hauptaugenmerk wieder auf die klassische Werbung. Im Jahr 2000 wurden Beschränkungen für das Medizin-Marketing aufgehoben. Harald Kamke sah die Chancen: Mit einer befreundeten Prophylaxe-Fachfrau etablierte er ein Praxis-Marketing für Zahnarzt-Depots, die Praxen ausstatten. Auch in diesem Umfeld gab es für den begeisterten Dozenten wieder Einsätze:
Von Praxen und Biergärten
„An Wochenenden schulen wir Praxis-Berater, weisen darauf hin, worauf es ankommt.“ Da jede Praxis andere Schwerpunkte setzt, wird auch das niemals langweilig.
Vielseitig wie Harald Kamke ist, setzt er nicht nur auf klassische und Praxis-Werbung. Gastro-Marketing heißt unser nächstes Stichwort. Auch hier ist Kamke Medien äußerst erfolgreich: Ein schönes Beispiel ist das „Lukas“ in Kupferdreh, dass sogar vom „Online-Motor Deutschland“ ausgezeichnet wurde – eine wunderbare Anerkennung für Harald Kamke und sein Team. Wer das Lukas besuchen will, kann online reservieren, sich das Angebot durch Kopf und Mund gehen lassen und die Vorfreude auf den Biergarten genießen.
Baukulit und Bier
Apropos Bier: Video-Filme für Radeberger, Hövels und Wenkers am Markt, Dortmunds ältestes Brauhaus – „und selbstverständlich fußballaffin“, lacht Harald Kamke.
Natürlich betreut er auch Hattinger Kunden: Baukulit, den Frühaufstehern bestens bekannt, das Havanna, die Alte Krone sind einige davon.
„Ich arbeite auch immer als Berater“, erklärt Harald Kamke. „Ob die Grafik im Mittelpunkt steht oder die Konzeption – wichtig ist der übergreifende, lösungsorientierte Ansatz.“
Kerstins Skulpturen und Julias „Händchen“ für die Menschen
„Herr Kamke Medien“ ist nicht der einzige kreative Mensch in der Familie. Seine Frau Kerstin ist handwerklich und künstlerisch sehr begabt und fertigt wunderbare Skulpturen an. Vor mir steht ein Zahn-Objekt; ihre Einzelstücke für Praxen sind äußerst gefragt. Zur Familie gehören die Söhne Nikolas, 19, und Janos, 16.
Harald Kamke ist zwar vielseitig talentiert und engagiert, doch alleine kann er seinen „Laden“ natürlich nicht bewältigen. Julia Jorrasch ist seine Assistentin und hat gelernt, wie man professionell Menschenköpfe aufbereitet, damit sie auch auf Bildern und Videos so gut aussehen wie in echt. „Ich nehme sie aber auch mental an die Hand, damit sie nicht nervös werden“, lächelt die freundliche Mitarbeiterin, und Harald Kamke ergänzt, dass Emotionalisierung auf Fotos und Videos sehr wichtig sei.
Kreativ und technisch auf höchstem Niveau
Neben Julia Jorrasch sorgen weitere Menschen aus seinem Netzwerk für gutes Gelingen, wenn es um Videos, aufwändige Programmierung und die Serverbetreuung geht.
Harald Kamke denkt zurzeit darüber nach, sein Büro innerhalb seines Hauses umzuziehen. Die Frühaufsteherin ist überzeugt: Wo immer es sich auch befindet – was dabei herauskommt, wird weiterhin kreativ und technisch auf höchstem Niveau sein – ob der Arbeitsraum nun oben oder unten ist.
pgs
Ganz privat
Lieblingsmusik: David Bowie
Lieblingsfarbe: Für einen Designer sind alle Farben wichtig
Lieblingsessen: Sushi, Indisch
Hobbys: Motorrad fahren
schönster Urlaub: Städtereisen
beste Eigenschaften: Heute eine Un-Eigenschaft: Nicht neidisch
Kleingarten Carl-Funke ist für Sigfrid Göretz das Paradies
Erbsen, Bohnen, Tomaten, Gurken, Kartoffeln, Kohlrabi und Kürbisse: Im Garten von Sigfrid und Monika Göretz wächst fast jedes Gemüse. Auch Obst gibt es mehr als reichlich. Ein Blumenmeer erfreut das Auge. Im Kleingartenverein Carl-Funke e.V. in Heisingen hat das Ehepaar sein Paradies gefunden.
„Hier geht keiner mit dem Zollstock rum, um die Höhe der Hecken zu messen.“ Das betont Sigfrid Göretz, seit rund acht Jahren Schriftführer des Vereins, gleich zu Beginn unseres Treffens. Eine herrliche Ruhe liegt über der 1991 errichteten Gartenanlage. Das parkartige Gelände liegt am Ende der Carl-Funke-Straße auf dem ehemaligen Gelände der Zeche, die 1973 stillgelegt wurde. Oberhalb des Baldeneysees, wo heute Radfahrer, Spaziergänger und Inlineskater ihre Freizeit genießen, erinnern noch ein Fördergerüst zwischen hohen Bäumen sowie eine Reihe schmucker Zechenhäuser an die Kohleförderung. Und eine Zechenlore am Eingang. Den Turm kann Göretz von seinem Garten sehen. „Einige Mitglieder haben selbst noch unter Tage gearbeitet, wie der erste Vorsitzende, Reinhold Schick.“ Über den alten Stollen sind alle Berufszweige vertreten – Arzt, Chemie-Professor, Handwerker und Lehrer bis zum Kommissar im Ruhestand.
31 Gärten mit einer Größe zwischen 290 und 400 Quadratmetern werden von den Mitgliedern liebevoll gepflegt. Die Holzgartenhäuschen ähneln sich und bieten ein harmonisches Bild. Rund 250 Kleingarten-Siedlungen gibt es auf Essener Stadtgebiet. Die in Heisingen gehört zu den kleinsten. „Hier darf jeder spazieren gehen“, sagt Göretz. Der 71-Jährige genießt die Vorzüge des Gartens seit 1997. Rechtzeitig vor seiner Pensionierung entdeckte er mit Ehefrau Monika und Tochter Sonja sein „kleines Paradies“. Fürs Blumenmeer sorgt Moni. Ein Drittel der Fläche ist reserviert für den Anbau von Obst- und Gemüse – so will es die Satzung. Im Treibhaus wachsen Blattsalat, Tomaten und schmackhafte Gurken, im Freiland gedeihen Bohnen, Erbsen, Fenchel, Möhren, Kartoffeln, Kohlrabi, Kürbis, Sellerie, Zucchini und Zwiebeln. Ganz zu schweigen vom Obst: Äpfel, Beeren, Birnen, Pflaumen und Zwetschgen stammen aus eigenem Anbau. „Angst vor EHEC hatte hier keiner!“, sagt er. Der Boden wurde in einer Tiefe von 80 cm versiegelt, um Belastungen zu vermeiden. „Tiefer darf niemand graben!“
Jährlich leisten die Pächter 15 Stunden Gemeinschaftsarbeit. Man kommt gut miteinander aus, feiert gern, trifft sich spontan am Grill oder auf eine Runde Skat beim Nachbarn. Geboren wurde Göretz in Erfurt. Die Familie stammte aus dem Saarland und wurde im 1. Kriegsjahr evakuiert. „Mit 5 kam ich zurück. Wir wohnten bei Saarbrücken.“ Nach der Schule folgte eine Lehre als Heizungsmonteur, mit 19 entdeckte er den Polizeidienst. Er verließ die Heimat, wurde in Münster, Wuppertal und Essen ausgebildet. In dieser Zeit lernte er Monika im Rhein-Ruhr-Café am Dom kennen. Sie hatte es aus Cuxhaven in den Pott verschlagen. „Von da an hätte mich nichts in der Welt wieder ins Saarland bringen können. Mein Vater schlug damals die Hände über dem Kopf zusammen, verstand nicht, wie einer freiwillig ins Ruhrgebiet zieht!“, erinnert er sich. Viele Jahre später überzeugte sich der alte Herr selbst davon, wie „schön grün man hier leben kann.“
Beim Personen- und Objektschutz in der damaligen Bundeshauptstadt Bonn fühlte sich Göretz nicht wohl. „Das war nicht mein Ding! Ich wollte mit Menschen zu tun haben.“ Er bat um Versetzung und landete in Essen. Geheiratet wurde 1964, zwei Jahre später kam Sonja zur Welt. Auf Streife erlebte er so ziemlich alles, was einem Polizisten begegnen kann. Tragik, Gewalt, aber auch immer wieder Herzliches. Als Hauptkommissar bekämpfte er die „mittlere Kriminalität“ – untersuchte unter anderem Betrugs- und Diebstahlsdelikte sowie Körperverletzungen. Im Jahr 2000 gab er als Leiter der Polizei in Werden Dienstmarke und Waffe ab und tauschte das Büro gegen die lauschige Terrasse.
„Ich bin Frühaufsteher“, sagt Göretz und lacht. Als zweifacher, engagierter Opa hat der Hobbygärtner ein volles Programm, entsprechend früh beginnt sein Tag. Er ist zudem treuer Fan von Rot-Weiß-Essen und besucht alle Heimspiele. „Nur der RWE! Das ist keine Frage!“ Sportliches Radfahren um den See und gelegentliches Joggen mit Monika halten den begeisterten Leser der Venedig-Krimis von Donna Leon fit. Doch sein Haupt-Tatort ist und bleibt der Garten.
addi
Ganz privat
Lieblingsmusik: Operetten, Strauß-Melodien
Lieblingsfarbe: „Bunt, wie unsere Blumen!“
Lieblingsessen: Saarländische Küche, Deftiges wie Leberknödel
Hobbys: Garten, Radfahren um den See, Joggen, Lesen
schönster Urlaub: Mit dem Hurtigruten-Schiff zum Nordkap
beste Eigenschaften: kontaktfreudig und interessiert
Traudel Eggenstein hat ein Behandlungskonzept entwickelt
„Burnout“ – auch heute noch ist die Bandbreite der Reaktionen groß, wenn dieser Begriff zum Gesprächsthema wird.
Vom „Nee, ist schon klar – der oder die hat einfach keinen Bock zum Arbeiten“ bis zur Anerkennung als ernsthafte, unbedingt behandlungswürdige Krankheit sind dann viele Argumente zu hören. Für Traudel Eggenstein, Coach für Neuro-Linguistische Programmierung (NLP), ein Konzept für Kommunikation und Veränderung, ist eines auf jeden Fall ganz klar, wenn es darum geht, dass sich ein Mensch „ausgebrannt“ fühlt: „Diese Diagnose hat sich von 2004 bis 2010 verneunfacht. In den Fällen, in denen tatsächlich das Burnout-Syndrom vorliegt, das in vier Phasen die Psyche des Menschen leiden lässt, gibt es Möglichkeiten zur Hilfe.“ Traudel Eggenstein hat ein Konzept entwickelt, das sie im Gespräch mit dem Frühaufsteher vorstellt.
Die 1953 geborene Heilpraktikerin, die sich 1996 mit eigener Praxis selbstständig gemacht hat, unterteilt den Burnout in aufeinanderfolgende, aber auch ineinandergreifende Abschnitte: Angefangen vom Gefühl der Überarbeitung, einhergehend mit Unruhe und körperlichen Folgen wie Schlafstörungen, Migräne oder Tinnitus, setzen sich die Symptome fort mit dem fortschreitenden Rückzug der Person, dem Abbau der Leistungsfähigkeit und psychosomatischen Beschwerden, inklusive Auswirkungen auf Herz-Kreislauf, Magen-Darm und Rücken. In der dritten Phase folgen Verzweiflung, Angst, Depression, körperliche Schwäche und die Verstärkung der psychosomatischen Beschwerden. „Am Ende steht die totale Leere, die Hilflosigkeit, der Zusammenbruch – nichts geht mehr!“, sagt Traudel Eggenstein. Das alles auch zu einem Großteil begründet durch das Fehlen von sozialen Bindungen in Familie und im Freundeskreis. „Und wenn die betroffene Person dann auch ihrem Beruf nicht mehr nachgehen kann, ist sie komplett herausgerissen aus allem, was Unterstützung und Halt geben könnte. Es bleibt einzig allein die Konfliktorientierung, ein Kreis, in dem man sich dann ständig bewegt.“
Und das ist der Zeitpunkt, in dem zwar der Betroffene kaum noch den eigenen Antrieb aufbringen kann, sich behandeln zu lassen, aber Hilfe durch Angehörige und Freunde dafür sorgen kann, dass Traudel Eggenstein ihre Arbeit aufnimmt. Ihr Behandlungskonzept hat sie aus der klassischen Psychotherapie und dem Coaching herausgearbeitet, nach jahrelanger Erfahrung unter anderem in der Arbeit mit hyperaktiven Kindern, in der Sterbebegleitung, im klassischen Unternehmenscoaching und im Sport-Mentaltraining. „Aus allem habe ich ein ureigenes Programm entwickelt.“ Zehn bis 15 Gesprächsstunden sind vorgesehen, allerdings immer mit einer Vorgabe: „Es wird nie zwischendurch abgebrochen, weil die Zeit um ist. Mein Patient soll immer mit guten Gefühlen nach Hause gehen.“
Am Anfang steht immer die Analyse, Symptome und Ursachen werden ergründet. Dann folgt die Therapie, in Form von Coachinggesprächen, Übungen, Chinesischer Medizin und auch Heilhypnose. Ein ganz wichtiger Aspekt des Ganzen ist für Traudel Eggenstein die Kommunikation: „Wir erarbeiten einen neuen, positiven Sprachgebrauch, lernen mit Kritik umzugehen und nicht nur darunter zu leiden. Auch die sprachliche Durchsetzungsfähigkeit ist dann ein Thema, die klare Formulierung der eigenen Bedürfnisse. Mein Patient lernt, sich mit Hilfe der Zauberei der Sprache zur Wehr zu setzen.“
Und damit auch die Ziele der Therapie zu erreichen – die Möglichkeit zur Steuerung innerer Bilder, die Fokussierung der Aufmerksamkeit und die „gesunde“ Kombination von Realität und Vorstellung. Doch wie der Weg dahin genau aussieht, weiß Traudel Eggenstein natürlich viel besser als der Berichterstatter vom Frühaufsteher. Und deshalb ist ein persönliches Gespräch die beste Wahl: Telefon: 0201/572109, E-Mail-Kontaktaufnahme unter info@traudel-eggenstein.de, Internet: www.traudel-eggenstein.de
greis
Fahrschule Markus Sachs betreut Schüler individuell
Ein Fahrlehrer muss nicht nur gut Autofahren können und die Straßenverkehrsordnung genau kennen. Wer mit Anfängern hinter dem Steuer sitzt, braucht neben pädagogischem Geschick vor allem Einfühlungsvermögen. Markus Sachs hat den richtigen Draht zu seinen Schülern. Seit 2009 an der Frankenstraße 122 unterhält er nun eine Zweigstelle an der Laurastraße 2.
Jeder Fahrschüler ist anders, weil jeder Mensch anders ist. Was dem einen leicht fällt, gelingt dem anderen nur unter größten Anstrengungen. Dazwischen gibt es viele Nuancen. Als Markus Sachs (42) im April 2009 seine erste Fahrschule eröffnete, war ihm eines klar: „Bei mir sollen sich die Schüler ihr Leben lang gern an die Fahrschulzeit erinnern.“ Der gebürtige Essener war zuvor zehn Jahre in der Fahrschule Rolf Schmitz in Kupferdreh beschäftigt, wo er auch seine Ausbildung absolvierte. Einige Jahre unterrichtete er in Heisingen. Von Kai Schmitz, dem Sohn des Chefs, hat er die Dependance in Burgaltendorf übernommen.
„Das Menschliche steht hier im Vordergrund“, sagt Sachs beim Frühaufsteher-Besuch in der Laurastraße 2. Modern und optisch ansprechend präsentiert sich der Unterrichtsraum. Die Anordnung der Möbel und die Farbauswahl erfolgte nach Feng-Shui-Prinzipien. Die in Asien weit verbreitete Theorie der fünf Elemente Feuer, Metall, Erde, Holz und Wasser untersucht die Einflüsse von Natur und Umwelt auf den Menschen und sein Verhalten. Klingt kompliziert. Sachs Ziel heißt schlicht „wohlfühlen“. Dieses Prinzip verfolgt auch sein angestellter Fahrlehrer Frank Vetter. Die Schüler nehmen an der Laurastraße in geräumigen Kinosesseln Platz. Per Beamer werden Verkehrsituationen, Regeln und Zeichen erklärt. „Jeder lernt anders! Dem versuchen wir, gerecht zu werden.“ Dazu gehört ein moderner Unterricht mit Gruppenarbeit. Wer die Theorie-Prüfung ablegen will, muss mindestens zwölf Einheiten à 90 Minuten vorweisen. „Durch die beiden Standorte können unsere Schüler viermal pro Woche Theorie lernen. Montags und mittwochs in Rellinghausen, dienstags und donnerstags in Burgaltendorf.“ Am PC können sie jederzeit büffeln.
Für die praktische Ausbildung stehen drei gut motorisierte Pkw sowie vier hochwertige Motorräder zur Verfügung: VW Tiguan TDI (Baujahr 2010), Golf 6 GTI, Golf 6 Rline TDI sowie eine Suzuki Gsr 600, Suzuki Gladius 650, Sachs zz 125 und eine Sachs Bee 50. Auch Anhänger-Stunden sind möglich. Seit 2000 gibt es für das Mitführen von Anhängern mit einer zulässigen Gesamtmasse über 750 kg einen Extra-Führerschein (Klasse BE). Weil er selbst gern mit dem Wohnwagen verreist, kennt Sachs die Probleme. „Selbst für versierte Fahrer ist das Lenken von Gespannen eine Herausforderung“, betont er. Nicht immer geht es gut aus: Auf Reisen hat er schon so manchen schweren Unfall mit Wohnwagen gesehen. „Viele muten sich zu lange Strecken zu. In einem Rutsch von hier bis Spanien, das ist gefährlich!“
Wer noch den alten „Lappen“ der Klasse 3 besitzt, darf damit Anhänger bis zu einem Gesamtgewicht von 3,5 t ziehen. Theoretisch. Seine Tipps: Vorgeschriebene Geschwindigkeit von 80, bzw. 100 km/h einhalten. Runter vom Gas bei Seitenwind! Wenn Caravan, Pferd oder Boot am Haken hängen, ist der Bremsweg deutlich länger. „Da ist viel mehr Abstand zu anderen nötig!“ Gefürchtet ist das Schlingern. Wer richtig zulädt und den Reifendruck des Hängers beachtet, beugt vor. „Wenn der Hänger leicht schlingert, obwohl es keine Lenkbewegungen gibt, sollten die Alarmglocken läuten“, warnt Sachs. Dann hilft nur eins: Tempo reduzieren, damit sich das Gespann wieder beruhigt.
Mit Ehefrau Kerstin (34) und Tochter Katharina (3) macht er gern Camping am Bodensee. Dort kann er auch Motorradfahren, eines seiner wenigen Hobbys. Ist er nicht in einer seiner Fahrschulen oder im Auto unterwegs, verbringt er Zeit mit der Familie. Als treuer Schalke-Fan verfolgt Markus aufmerksam die Spiele der Königsblauen. In Burgaltendorf fühlt er sich wohl. Nicht nur die grüne, bergige Lage und die Ruine sind attraktiv. „Das Wodantal, ein Eldorado für Motorradfahrer, liegt vor der Tür“. Auch für Überlandtouren ist der Standort günstig. Anfahren am Berg und eine gute Kurventechnik sind keine Kür, sondern gehören zum Alltag am Steuer.
Eines ist Markus ganz wichtig: Er will die Prüfungsangst nehmen. „Die Prüfer sind auch Menschen und wollen keinem etwas Böses!“ Im Fahrschulwagen jedenfalls herrscht eine ruhige, lockere Atmosphäre. Der humorvolle Lehrer kann sich gut in die Schüler hineinversetzen. Nicht jeder kommt mit 16-einhalb zu ihm. 2010 meldete sich ein fideler 72-Jähriger an. „Er besaß vorher nie den Führerschein. Jetzt ist er ein guter Fahrer, und wir begegnen uns oft im Auto. Er winkt mir zu!“ Auch Frauen, die lange wenig oder gar nicht mehr gefahren sind, macht Sachs wieder fit für den Straßenverkehr. Privat darf immer Ehefrau Kerstin fahren. Ehrensache: „Ich rede ihr nie rein, wenn sie am Steuer sitzt.“
addi
Ganz privat
Lieblingsmusik: Meat Loaf
Lieblingsfarbe: Königsblau
Lieblingsessen: Asiatisch
Hobbys: Tochter, Beruf, Schalke
schönster Urlaub: Camping, am liebsten am Bodensee
beste Eigenschaften: humorvoll und einfühlsam
[ Portrait von Jörn Lorenzen, Geschäftsführer der Elektro Brinkmann GmbH. ]
Jörn Lorenzen
Dass die Sonne täglich untergeht, freut Jörn Lorenzen natürlich ganz besonders, denn wer bräuchte schon eine seiner schönen Leuchten oder seine Installationskünste, wenn es immer hell bliebe! Und wer kann von seinem Konkurrenten schon behaupten, dass er ihm nicht nur Absatzmöglichkeiten in Sachen Lampen verschafft, sondern auch noch die Energie für neue Technologien. Das schafft wohl nur mein norddeutsch-ruhrdeutscher Gesprächspartner.
Schuld war nur die Brieffreundin
Sein sympathischer norddeutscher Akzent ist nicht zu überhören. Wie kam es denn eigentlich dazu, dass er die Menschen an der Ruhr nun für seinen guten Dienst am Kunden begeistern kann?
Jörn Lorenzen lacht: „Zuerst durch meine damalige Brieffreundin!“ So zog es Anfang der 1990-er Jahre den gebürtigen Helgoländer, der auf „seiner“ Insel aufwuchs und die Schule mit anschließender Ausbildung absolvierte, nach Ratingen.
Der für die Kälte kam
„Als gelernter Elektriker“, berichtet der freundliche Geschäftsführer, „hatte ich von meinem alten Meister sehr viel über Kälteanlagenbau gelernt, da dieser häufig mit Schiffskälte zu tun hatte. Und da sich zu dieser Zeit nur wenige damit auskannten – das begann erst Mitte der 1980-er Jahre – fing ich in Breitscheid bei einem Klimaanlagen-Unternehmen an“.
Mit Klimaanlagen hat Jörn Lorenzen heute noch zu tun – das Klima in der damaligen Beziehung verschlechterte sich jedoch. Nach fünf Jahren fragte sich der junge Mann, wie es denn nun mit ihm weitergehen sollte. Die zündende Idee kam ihm in den Sinn: Die Meisterschule sollte es sein. Nach einem Jahr gab es 1995 einen Elektromeister mehr.
Neuer Titel, alte Heimat – und die ganz große Liebe
Als Meister ließ sich Jörn Lorenzen 1996 auf Helgoland nieder und führte seinen Laden samt Installationsbetrieb zehn Jahre lang sehr erfolgreich. Nur privat sprang der Funke nicht mehr so richtig über. Zum Glück gab es noch einen Kontakt zum Rhein-und Ruhrgebiet: Über einen guten Freund in Duisburg lernte der Wanderer zwischen Nordrhein und Nordsee endlich Katja aus Moers kennen, seine jetzige Frau. Das hieß zunächst eine Fernbeziehung zu führen und jedes Wochenende zu pendeln – viel Zeit blieb so natürlich nicht übrig. Zwischen Helgoland und Moers liegt schließlich nicht nur eine Menge Wasser, sondern auch noch ein großes Stück Land.
Irgendwas ist immer: Neuer Job gesucht
Ein Zwischenspiel als Angestellter in Meerbusch folgte. Stimmte nun das Privatleben, so gefiel es ihm nun beruflich nicht mehr ganz so gut. Nachfolger gesucht, heißt es ja häufig, wenn ein Betrieb seine Zukunft plant. So auch bei Elektro Brinkmann: Man lernte sich kennen, Jörn Lorenzen arbeitete probehalber – alles sah gut aus. Nach dem ersten Kontakt 2007 und einer zweijährigen gemeinsamen Übergangszeit ist der Mann von der Waterkant seit 2010 Inhaber und sorgt mit dem insgesamt 10-köpfigen Team dafür, dass den Ruhris weiterhin ein Licht auf-, wenn die Sonne untergeht.
Was das elektrische Kundenherz begehrt
Neben den Leuchten und der Elektroinstallation saniert das Team Brinkmann auch Rohbauten und leistet von der Klimatechnik bis zur Lampenmontage alles, was der Kunde wünscht. Das weiß man hier übrigens oft ziemlich genau und kann beim Einkaufen auf Messen schon einmal an den einen oder anderen Kundengeschmack denken. Wer kann schon von sich sagen, dass „sein“ Elektrofachhändler für ihn persönlich Lampen aussucht. Nun, auf die Kunden von Brinkmann trifft das durchaus zu.
„Gegenseitige Sympathie, ob hier im Betrieb oder beim Kunden, finde ich ganz wichtig“, sagt der immer gut gelaunte Elektromeister. Ich glaube ihm sofort, dass das nicht nur eine Worthülse ist.
Hilfsbereit und musikalisch
Wer am 31. August „stern TV“ geguckt hat, konnte Jörn Lorenzen übrigens live erleben, wie er gemeinsam mit anderen Handwerkern das Haus der Familie Swoboda rettete – der Vater hatte in die Kreissäge gegriffen, das Bauvorhaben war bedroht.
Hilfsbereit ist der 39-Jährige sowieso gerne. Was macht er gerne, wenn die Arbeit es zulässt? „Immer mal wieder norddeutsche Luft tanken“, antwortet er spontan. Hund Lilly, ein Malteser-Havaneser-Mix, sorgt dafür, dass auch Essener Luft getankt und die Akkus von Frauchen und Herrchen wieder aufgeladen werden.
„Früher habe ich in verschiedenen Bands, den Red Rocks oder Offshore, Schlagzeug gespielt. Da habe ich als Andenken nur noch die Snare behalten“, fügt er in Sachen Interessen hinzu. Wer weiß, vielleicht kommt sie ja eines Tages doch noch einmal zum Einsatz.
Beruflich und privat angekommen
Außer Frau Katja gehört Tochter Lisa, 16, zur Familie. Doch auch beruflich passen Katja und Jörn hervorragend zusammen. „Katja bringt einen ganz eigenen Akzent in den Laden“, findet er. „Sie interessiert sich sehr fürs Einrichten und Gestalten, klar, dass das auch auf das Geschäft abfärbt.“ Das kann ich nur bestätigen, als ich zu Gast bin: Die schönen Accessoires sind äußerst beliebt.
Auch ein Leuchtturm ist auf manchen schönen Dingen zu sehen. Ob der auch aus Helgoland stammt?
Der Frühaufsteher wünscht weiterhin ein gutes Klima für alle Lebenslagen. Es sieht aber schon ganz nach einem Dauerhoch aus. Und Ihr Wettbewerb? Der wird auch weiterhin täglich untergehen!
pgs
Info
Elektro-Brinkmann GmbH, Kupferdreher Straße 180, 45257 Essen, Telefon 0201/484343, Telefax 487421. E-Mail: info@elektrotechnik-brinkmann.de, Internet: www.elektrotechnik-brinkmann.de. Jörn Lorenzen und sein Team freuen sich auf Sie: Montag bis Freitag von 9 bis 13 Uhr und 15 bis 18.30 Uhr, Samstag von 9 bis 13 Uhr.
Ganz privat
Lieblingsmusik: Phil Collins
Lieblingsfarbe: Hellgrau
Lieblingsessen: Argentinisches Rumpsteak
Hobbys: Tennis, Schlagzeug
schönster Urlaub: Gran Canaria
beste Eigenschaften: Kompromissfähig, gleichbleibend freundlich, hilfsbereit, sozial
Willi Wachtendonk fängt die Schönheit des Augenblicks mit der Kamera ein
Wer das Altenkrankenheim Kupferdreh bewohnt oder besucht, kann seit Anfang August bewundern, wie gelungen der technische Leiter des Hauses, Willi Wachtendonk, „Momente des Glücks und Schönheiten des Augenblicks“ festgehalten hat.
„Das bedeutet nämlich Fotografieren für mich“, erklärt der freundliche Fotograf. Hobbyfotograf möchte ihn die Frühaufsteherin wirklich nicht nennen. Wenn er nicht schon einen Beruf hätte, könnte er problemlos eine Profession daraus machen. Eine Kunst ist es auf jeden Fall.
Kein großer Redner – aber ein ausgezeichneter Fotograf!
„Ich bin kein großer Redner“, stellt er gleich zu Beginn unseres Gespräches klar. Wie läuft es denn mit seiner Ausstellung? „Die Resonanz ist sehr positiv, da hätte ich gar nicht mit gerechnet“, wundert er sich, doch da steht er allein auf weiter Flur, denn wer die Aufnahmen sieht, der wundert sich kein bisschen! Ja, selbst schuld, lieber Herr Wachtendonk, wenn Sie jetzt so viele begeisterte E-Mails erhalten. Er selbst hat Spaß daran, dass die Bewohner des Hauses sich an seinen Bildern freuen.
Schon lange fotografiert der verheiratete Vater einer Tochter und Großvater eines Enkelkindes. Seit drei Jahren geht er es etwas professioneller an. Und welche Bilder sind ihm am liebsten? „Ich bin ein so genannter Landschaftsfotograf“, erläutert Willi Wachtendonk. „Wo ich gerade bin, am Wasser, in den Bergen – meine Kamera ist natürlich immer dabei.“
Per Motorrad zum Motiv
Wie praktisch, dass der Herr über die Haustechnik des St. Josef-Krankenhauses und des Altenkrankenheims St. Josef nicht nur gerne fotografiert, sondern auch leidenschaftlicher Motorradfahrer ist – „seit dem 41. Lebensjahr“, lacht er. Klar, dass ihm auf seinen Touren, die er einmal jährlich unternimmt, unendlich viele Motive begegnen. Zurzeit fährt er übrigens eine Honda CB 1000.
„Wenn drei Leute das Gleiche fotografieren, dann kommen drei verschiedene Fotos dabei heraus; jeder hat seine eigene Art. Eine besonders gute hat, wie wir sehen, Willi Wachtendonk – dazu gehört natürlich auch das „Auge für Motive.“ Was nutzt die ganze Technik, wenn man nicht weiß, welcher Augenblick ein besonders schöner ist! Der Motorrad fahrende Fotokünstler weiß es.
Und schreiben kann er auch noch
Der vielseitig begabte Mann, der in diesem Jahr seinen sechzigsten Geburtstag feiern wird, hat auch noch ein Talent für Worte: Jedes Bild bekommt einen Titel. Und ein Büchlein, das außer seinen Fotos Texte von ihm selbst und von einigen anderen Autoren – von seinem Großvater Heinrich Köster bis zu Friedrich Nietzsche – enthält, hat er seiner Enkelin gewidmet.
Neue Seh-Lust auf den Baldeneysee
Eines liegt Willi Wachtendonk noch am Herzen: Die Schönheiten unseres Landes hervorzuheben – sei es die Ostsee oder der Baldeneysee, den er gerne so zeigt, wie man ihn noch nicht gesehen hat. Der Frühaufsteher wünscht Ihnen viele weitere inspirierende Fotoreisen – ob in die Dolomiten oder ins Ruhrtal!
Aus dem „Kleinen Begleiter auf dem Weg deines Lebens“:
Das Schönste an einer Freundschaft ist nicht die ausgestreckte Hand, sondern das Gefühl, jemanden zu haben, der an einen glaubt. Willi Wachtendonk
pgs
Willi Wachtendonks Fotografien sind noch bis Dezember 2011 im Altenkrankenheim St. Josef während der Öffnungszeiten der Cafeteria zu sehen: Montag bis Freitag von 8 bis 18 Uhr, Samstag und Sonntag von 12.30 bis 18 Uhr.
Ganz privat
Lieblingsmusik: breit gefächert
Lieblingsfarbe: Grün und Blau
Lieblingsessen: Italienisch
Hobbys: Fotografieren, Motorrad fahren, Schreiben
schönster Urlaub: die See, besonders die Ostsee – und die Berge fürs Motorrad
beste Eigenschaften: keine Angabe