Archive for November, 2011

Das NaturReich in Niederwenigern

Sonja Kalupa pflegt ihre Kunden ganz natürlich

Sonja Kalupa

Sonja Kalupa

NaturReich heißt das neue Geschäft von Sonja Kalupa in Niederwenigern völlig zu Recht: Man betritt ein Reich der Natur, denn die Produkte, mit denen sie ihre Kunden verwöhnt, sind alle reich an natürlichen Inhaltsstoffen.
„Dabei habe ich einmal mit ganz herkömmlicher Kosmetik angefangen“, lacht die sympathische Inhaberin. Laden und Behandlungsraum sind ebenso freundlich wie sie selbst. Bei einer Tasse Tee erzählt mir die Mutter dreier Kinder zwischen acht und neunzehn Jahren, wie aus der konventionellen eine „Natur“-Kosmetikerin wurde.
„Ich bin den klassischen Weg über die Friseurausbildung gegangen und wollte Maskenbildnerin werden“, berichtet sie. Doch mit dem Volontariat im Theater habe es nicht geklappt, da es nur wenige Stellen gab. Sonja Kalupa ließ sich nicht entmutigen, sondern zur Kosmetikerin und Visagistin ausbilden. Sie arbeitete in verschiedenen Parfümerien und Kosmetikinstituten.
„Als die beiden ersten Kinder in der Grundschule waren, unterrichtete ich in Essen als Dozentin an einer Kosmetikfachschule. Das hat mir sehr gefallen“. Hieraus entstand auch die Idee mit den Schmink-Workshops. Das Angebot umfasst Themen wie „Pflege- und Make-up-Grundlagen“ über „Teenager-Events“ bis zur „Schminkparty für den Junggesellinnenabschied“. Individuelle Wünsche werden dabei gerne berücksichtigt. Ein wichtiges Stichwort ist auch die Farbauswahl: „Es fasziniert mich, wie die jeweils richtigen Farben einen Menschen strahlen lassen.“ Sonja Kalupa strahlt gleich mit.
Ehrenamtliche Schminkseminare bei der DKMS für Krebskranke geben ihr genauso viel wie den Teilnehmern: „Ein Stück Normalität und Freude in den Alltag kranker Menschen zu bringen ist einfach schön.“ Kostenlose Seminare für Menschen mit Haarausfall beziehungsweise Augenbrauen- und Wimpernverlust sowie Informationsabende zum Thema Naturkosmetik sind für das Jahr 2012 in Planung. Die überzeugte Naturkosmetikerin kooperiert auch mit verschiedenen Partnern. Im Bereich Foto-Make-up arbeitet sie mit einer professionellen Fotografin zusammen. Das Angebot erstreckt sich vom Bewerbungsfoto bis zum extravaganten Foto-Shooting. Weitere Gemeinschaftsprojekte zu Themen wie Ernährung oder einem speziellen Brillen-Make-up sind geplant: „Ich stelle sehr gerne mit anderen etwas auf die Beine.“ Das sieht man an den kunsthandwerklichen Schmuckstücken, die sie in ihrem Geschäft verkauft. Dieses hat sie im Oktober 2011 eröffnet – ein Heimspiel, sie kommt aus Niederwenigern.
Zum Schluss bitte ich sie noch um einen kurzen Hinweis für alle, die noch nicht im Thema sind. Sonja Kalupa findet: „Pflanzlichen Öle sind dem Fettschutzmantel unserer Haut sehr ähnlich. Daher arbeiten sie mit der Haut, unterstützen sie in ihrer Eigenaktivität und Selbstregulierung. Jede Haut ist anders und benötigt daher eine individuelle und vor allem ganzheitliche Betrachtung. Vor jeder Erstbehandlung führe ich mit der Kundin ein sehr ausführliches Gespräch. Manche wundern sich, was ich alles wissen will“, lächelt Sonja Kalupa, „doch das ist keine Indiskretion, sondern grundlegend für die Behandlung.“ Danke für ein „längeres Erstgespräch“ auch von der Frühaufsteherin!

pgs

Ganz privat
Lieblingsmusik: von Klassik bis Charts
Lieblingsfarbe: auf ihre Art ist jede Farbe schön
Lieblingsessen: Pasta
Hobbys: Hündin Gipsy, Yoga
schönster Urlaub: Südtirol
beste Eigenschaften: kommunikativ

Kronprinz und Klosterkomplott

Lars Friedrichs erster Roman spielt im Wienerwald

Lars Friedrich

Lars Friedrich

Kronprinz Rudolf, Sohn von Elisabeth von Österreich-Ungarn, österreichische Kaiserin, Sisi oder Lisi und uns allen wohl besser als „Sissi“ bekannt, starb im niederösterreichischen Mayerling. Wie entstand die Verbindung zwischen Hattingen-Welper und Mayerling – und wie kommt ein junger Hattinger dazu, sich für das österreichische Kaiserhaus zu begeistern? Immerhin liegen zwischen beiden Orten rund eintausend Kilometer.
Doch nicht Rudolf und Sissi stehen im Mittelpunkt unseres Gespräches, sondern Lars Friedrich, Hattinger Autor und Journalist. Er ist sozusagen ein Achtundsechziger – da wurde er nämlich geboren. Allerdings wuchs er in Welper auf und nicht in Niederösterreich, dessen Geschichte ihn schon früh fasziniert hat.

Schuld war nur der Zivildienst

„Im Hattinger Altenheim an der Brandtstraße lernte ich als Zivildienstleistender eine gebürtige Wienerin kennen, die als Kind noch Kaiser Franz Joseph erlebt hatte. Ich fand das sehr spannend. Meine Eltern besuchten die Osterfestspiele in Salzburg; ich bat sie, mir doch einmal ein Buch über die Habsburger mitzubringen“, erzählt der sympathische Vater zweier Kinder, der heute mit seiner Familie in Hattingen-Holthausen lebt. „Und eine Kundin meiner Mutter war die Biografin Brigitte Hamann.“ So kam eine Informationsquelle zur anderen; ohne Internet war das ja alles nicht ganz einfach.

Noblesse oblige

Lars Friedrich las alles, was er über „sein“ Thema bekam – und stellte fest: „Überall stand etwas anderes.“ Neugierig, wie Journalisten und Autoren nun einmal sind, rief er kurz entschlossen die Habsburger an. Sein Mut wurde belohnt: Erzherzogin Rosemary von Habsburg-Lothringen lud den Hattinger ein. Der Freund von Sissi und besonders ihres Sohnes Rudolf erläutert: „Dieser offene Persebeuger Zweig leistet sich den Luxus einer eigenen Meinung.“

Von Thronfolgern und Karmelitern

Über die Bochumer Zisterzienser lernte Lars Friedrich den Karmel Mayerling im Wienerwald  kennen, der im ehemaligen Jagdschloss des Kronprinzen Rudolf zu Hause ist. Das Ergebnis seines Interesses sind eine Ortschronik von Mayerling, das Mayerling-Sammelsurium und Kronprinz Rudolf, Erinnerungen an einen Thronfolger.
„Natürlich habe ich auch zahlreiche Devotionalien“, erfährt die Frühaufsteherin. „Einige Stücke waren schon im Museum Graz und auch in der Elisabeth-Ausstellung in  Unterwittelsbach in Aichach.“

Von Fakten zu Fiktionen: Der Roman „Das Heiligenkreuz-Komplott“

Nun hat der vielseitige Hattinger Lars Friedrich – natürlich trinken wir stilecht Kaffee, schließlich reden wir über Österreich – seinen ersten Roman geschrieben: Das Heiligenkreuz-Komplott spielt im Wienerwald. Aus einer journalistischen Bestandsaufnahme wird ein Krimi um Politiker, korrumpierbare Priester und unechte Polizisten. Mehr verraten wir hier allerdings nicht; wir wollen niemandem die Spannung nehmen.
„Ich fand es sehr reizvoll, Geschichte und Gegenwart miteinander zu verknüpfen“, beschreibt Lars Friedrich, wie er auf sein Romanthema gekommen ist.

Ein Löwenkäfig und ein gefundenes Fressen

Geschrieben hat mein Gesprächspartner übrigens schon immer für verschiedene Zeitungen und Publikationen in unterschiedlichen Regionen.  Ein auf Lars Friedrich zugeschnittener Einsatz war seine Arbeit als Tourneepressesprecher bei Roncalli. „Mit Jango Edwards unterwegs zu sein ist schon etwas Besonderes“, denkt er zurück. Lars Friedrich hatte bei Roncalli schon früher in einem umgebauten historischen Löwenkäfig Würstchen gegrillt und konnte nebenbei im österreichischen Staatsarchiv recherchieren. Wieso muss ich jetzt an ein gefundenes Fressen für hungrige Löwen, pardon, Autoren denken?

Aktuelles Projekt: Hattingen in der Steinzeit

Heute arbeitet Lars Friedrich in der Werbeabteilung des Bochumer Studienkreises. Gibt es noch etwas außer der Arbeit und „seinem“ kaiserlichen Thema, das ihn fesselt? „Ich plane zurzeit eine Ausstellung über Hattingens Steinzeit“, sagt Lars Friedrich. Auf unsere Frage nach der besten Eigenschaft antwortet er mit „hartnäckig im positiven Sinne“. Lieber Herr Friedrich, ohne diese Hartnäckigkeit wären Sie bestimmt nicht von den Habsburgern eingeladen worden, es gäbe Ihre Mayerling-und Kronprinz-Rudolf-Bücher ebenso wenig wie Ihren neuen Roman – und vielleicht auch keine Hattingen-in-der-Steinzeit-Ausstellung. Wir sind schon gespannt, was wir von Ihnen noch alles hören werden. Weiterhin frohes Schaffen wünscht der Frühaufsteher!

pgs

Ganz privat
Lieblingsmusik: Klassik
Lieblingsfarbe: Grün
Lieblingsessen: Linsensuppe
Hobbys: Mayerling; Hattinger Stadtgeschichte
schönster Urlaub: Österreich
beste Eigenschaften: hartnäckig – im positiven Sinne

Ein leibhaftiger Gesprächspartner

Hanspeter und der Teufel

Der Leibhaftige

Der Leibhaftige

Zum krönenden Abschluss habe ich den Leibhaftigen davon überzeugt, mit dem Frühaufsteher zu sprechen. Wie trifft man sich unauffällig mit dem Teufel? Halloween kam wie gerufen – die perfekte Tarnung! Einmal passierten wir eine Gruppe Jugendlicher, die „ey, geiles Kostüm, Alter!“ riefen. Doch sonst lief alles glatt. Wir sprachen im Hattinger Stadtwald mit dem Teufel:

Hanspeter, ein fast glücklicher Bauer

„Irgendwo hier in Hattingen gab es einen Bauern mit einem kleinen Hof. Er musste alle Arbeit allein machen, eben weil es für Knechte und Mägde keinen Platz gab. Lisette, seine Frau, war fleißig und sparsam. Die Nachbarn sagten, Hanspeter hätte das Glück lebendig bei der Hand. Einen Haken hatte die Sache allerdings. Lisette war sehr rechthaberisch. Selbst wenn es ganz offenkundig war, dass Hanspeter Recht hatte, Lisette blieb stur. Eines Tages saß er auf der Treppe und überlegte, wenn Lisette unterwegs wäre und ihr ein Heuwagen begegnete, dann wäre es am besten, er führe so lange in den Graben, bis Lisette vorüber wäre. Als die beiden dann einmal vom Markt kamen und ihre schwarzbunte Kuh verkauft hatten, waren sie ganz vergnügt über ihre vielen Taler. Sie wollten die alte Scheune abbrechen und eine neue bauen. Hanspeter fürchtete schon, die alte würde gar nicht mehr so lange stehen, so baufällig war sie. Und sie rechneten sich aus, wie viele Taler sie noch bräuchten und wie viele sie bekämen, wenn sie die rotbunte Kuh später auch noch verkaufen und sehr sparsam sein würden.“

Wie der Teufel ins Spiel kam

„Hanspeter und Lisette kamen durch eine große, frisch geschnittene Wiese. Sieh mal, sagte Hanspeter zu Lisette, die Wiese ist schön kurz mit der Sense geschnitten. Quatsch, entgegnete seine Frau, das war keine Sense, das war eine Schere! So wie ich mit der Schere dem Schaf die Wolle abschere. Hanspeter ärgerte sich und fragte seine Frau, wie man denn wohl eine Wiese von 20 Morgen mit einer Schere schneiden könne. Sie stritten sich heftig, schließlich schwieg Hanspeter, und Lisette wurde immer ärgerlicher. Die Haare standen ihr wild vom Kopf, und sie tanzte wie irre vor ihrem Mann herum und schrie in einem fort: Mit der Schere geschnitten, mit der Schere geschnitten! Dabei machte sie mit den Fingern Schneidbewegungen; Hanspeter wurde irgendwann grau und grün vor Augen. Er dachte nur noch daran, dass er ja bald zu Hause sein würde, hörte ein letztes ‚mit der Schere‘ und sah, dass Lisette in einem abgrundtiefen Loch verschwand. Es war ein Tagesbruch, der vor einigen Tagen mitten auf dem Weg entstanden war. Natürlich erschrak Hanspeter. Doch war er auch froh, dass endlich Ruhe war. Er ging nach Hause, drehte sich auch nicht mehr um und erledigte erst einmal die Hofarbeit, legte sich ins Bett und erholte sich. Als der Bauer am nächsten Tag aufwachte, hatte er schwer geträumt. Er dachte nach und befand schließlich, dass es nicht in Ordnung wäre, sie dort verrotten zu lassen. Hanspeter nahm einen langen Strick und wanderte zum Ort des Geschehens. Der Strick war noch nicht ganz unten, als er schon etwas Schweres bemerkte. Er zog, wie er dachte, Lisette hinauf.“

Hanspeter hatte falsch gedacht – ich, der Teufel hing am Strick

„Den Hanspeter hab ich schön erschreckt, mit meinem Bocksfuß aufgestampft und meine Hörner in seine Richtung gestreckt. Guck nicht so verbiestert, habe ich gesagt, du hast mir was Gutes getan, warum sollte ich dich bestrafen. Ich wusste nicht, wie ich aus dem Loch rauskommen sollte, es scheint ein Kreuz oder ein Segen darüber zu liegen. Hanspeter wunderte sich, dass ich so normal mit ihm sprach. Er erzählte mir dann die Geschichte. Und da dämmerte es mir – es war also sein Weib, das mir die ganze Nacht vor der Nase herumgesprungen war und geschrien hatte ‚mit der Schere, mit der Schere‘. Da glotzte Hanspeter erst recht bedröppelt. Ich sagte ihm, dass er sich etwas wünschen dürfe. Aber nur eine Sache! Bei zwei Wünschen wäre er mein! Hanspeter wollte eine neue Scheune. Ich willigte ein und rief ihm nach: ‚Aber das Weib lässt du mir in dem Loch‘. Hanspeter dachte wohl, so käme er billig an die Scheune, besann sich aber nur kurz und holte endlich Lisette ans Tageslicht. Und sofort ging das Gezeter wieder los! Das erfuhr ich später von ihm.“

Die Qual ging weiter

„Was Hanspeter so lange mit mir zu bequatschen hätte, wollte Lisette wissen, und ob der Teufel wohl Wort hielte? Am nächsten Morgen kamen die Maurer. Alles dauerte ziemlich lange. Hanspeter jammerte herum, ich hätte ihn betrogen. Ein paar Tage später schossen die Mauern in die Höhe.  Ich kam in der Nacht, und in drei Tagen war alles fertig. Wenig später wollte Lisette einen neuen Stall. Natürlich sollte ich den bauen. Hanspeter meinte, da könnten sie doch die rotbunte Kuh verkaufen. Er blieb hart, denn er dachte an den zweiten Wunsch und die Folgen, über die er mit Lisette sprach. Sie quälte ihn weiter, er gab nach. Am nächsten Tag war der neue Stall fertig. Ebenso fertig war allerdings auch ihr Mann.
Eines Morgens stellte ich mich neben ihn und fuhr ihn an, er wisse schon … Der arme Kerl zitterte und schob alles auf sein Weib. Da fragte ich ihn, ob er sie denn aus dem Tagesbruch gezogen hätte. Mir fiel die üble Nacht mit Lisette in dem Loch ein, Panik überfiel mich. Wo ist sie denn, fragte ich, und Hanspeter sagte, sie sei im Stall, könne jeden Moment kommen.“

Da fürchten sich selbst Teufel

„Vor lauter Schreck, also, das ist mir jetzt peinlich, mir ist ein F… entfleucht. Ich bin so schnell verschwunden, wie es nur geht. Erstens war mir das unangenehm, zweitens hatte ich Angst vor Lisette. Da hab ich mich mein Lebtag nicht mehr blicken lassen. Danke, dass du darüber schreiben willst“, beschließt der Teufel seine Erzählung.
„Ich danke dir auch, wann kann man schon mal mit dem Teufel persönlich sprechen.“
Und wenn Sie, liebe Hattinger, durch den Schulenberger Wald gehen und sich fragen, ob schon wieder Halloween ist, dann kann das auch ganz teuflische Gründe haben.

pgs

Ganz privat
Lieblingsmusik: das Knistern der Flammen
Lieblingsfarbe: Feuerrot
Lieblingsessen: in der Hölle Geschmortes
Hobbys: Bauern erschrecken
schönster Urlaub: im Hattinger Stadtwald
beste Eigenschaften: einfach teuflisch

Wir ließen uns im Internet von Hattingen – sagenhaft inspirieren. Karl Vaupel hat die Sache nach einer Überlieferung aus dem Hattinger Land erzählt.

Der Schuh passt ihm

Christian Geller ist Schuhhändler aus Leidenschaft

Christian Geller mit seinen Mitarbeiterinnnen

Christian Geller mit seinen Mitarbeiterinnnen

Bald möchten sich unsere Füße so richtig in warme Stiefel kuscheln, vor allem, wenn es wieder so kalt wird wie im letzten Winter. Für Christian Geller, Juniorchef des Schuhhauses Geller in Sprockhövel, sind sogar Frühjahr und Sommer 2012 schon fast Geschichte.
Der Einkauf für die nächste Saison ist abgeschlossen, bereits jetzt steht fest, welche Modelle Sie bei uns finden werden“, erfährt die „Frühaufsteherin“. „Und für den nächsten Herbst und Winter suchen wir von Januar bis April die Ware aus.“ Im Textilbereich kommt gerade die erste Frühjahrsmode herein. Dagegen passt das Gellersche Schuhangebot ausgezeichnet zur Jahreszeit: Wer das Geschäft betritt, kann aus dem Vollen schöpfen – frierende Füße muss hier niemand fürchten. Und fast täglich kommen weitere Schuhe und Stiefel hinzu.

Das Wichtigste: Umgang mit Menschen

An Spitzentagen werden 120 Pakete, die jeweils 12 Paare enthalten, angeliefert. „Schuhe sind einfach ein tolles Produkt“, begeistert sich Christian Geller, der sich jeden Tag auf seine Arbeit freut. „Einkauf, Verkauf, mir gefällt die Abwechslung und der Umgang mit den Menschen.“ Wie kam der Mann auf den Schuh? Sein Vater Klaus, auch heute noch im Familienbetrieb tätig, gründete das Unternehmen 1986 in Haßlinghausen und gestaltete es so erfolgreich, wie es sich heute darstellt. Neben der „Keimzelle“ in Haßlinghausen und der Sprockhöveler Filiale genießen seit 2002 auch die Meinerzhagener den guten Service vom Schuhhaus Geller.
„Der Laden in Meinerzhagen ist ‚mein‘ Baby“, berichtet Christian Geller von seinem Werdegang. (Anmerkung der Redakteurin: Informationen über ihn selbst waren ihm gar nicht so leicht zu entlocken – er stellt viel lieber Familie und Mitarbeiter in den Mittelpunkt. Doch wir sind nun einmal neugierig!)  Nach Abitur, Zivildienst und Wirtschaftsstudium absolvierte er bei Görtz in Hamburg eine Trainee-Ausbildung und arbeitete dort als Filialleiter, bevor es wieder Richtung Heimat ging. Der Standort Sprockhövel ist Familie Geller dann sozusagen zugelaufen:

Schuhtourismus aus der Region

„Eigentlich suchten wir nur ein Lager für die Warenannahme“, erinnert sich Christian Geller. „Dafür war das Ganze dann aber viel zu groß. Nach einigen Überlegungen entschieden wir uns für ein weiteres Ladengeschäft.“ Eine gute Entscheidung, wie man an dem gelungen umgesetzten Objekt sehen kann. Die Kunden sind begeistert, das Einzugsgebiet ist groß – sogar aus der Großstadt Essen „reist“ man an. „Unser Erfolg steht auf drei Säulen“, erläutert mein sympathischer Gesprächspartner. „Die Auswahl, die Beratung, die günstigen Preise.“  Die engagierten Mitarbeiter, 60 in Haßlinghausen und Sprockhövel sowie 20 in Meinerzhagen (viele in Teilzeit), sind allerdings die wichtigste „Säule“. Das Klima ist gut, die Sozialleistungen sind es auch. 

Großer Sachverstand für kleine Füße – für große natürlich auch

Familie Geller und ihre Mitarbeiter finden, dass besonders bei Kinderfüßen die Beratung wichtig ist. Durch spezielle Schulungen wissen die Kinderschuhverkäuferinnen genau, worauf es ankommt. Je kleiner die Füße, desto mehr Expertise ist eben gefragt.
Apropos kleine Füße – auch für Erwachsene gibt es kleine und auch besonders große Schuhe: „Wir pflegen ein Sortiment an Unter- und Übergrößen, für Damen von 34 bis 46, für Herren von 38/39 bis 51,“ sagt Christian Geller,  „das ist durchaus nicht selbstverständlich.“
Ich möchte wissen, ob sich im Laufe der Zeit das Interesse der Kunden geändert hat. „Bei Winterschuhen“, lerne ich, „steht heute ganz klar die Funktionalität im Vordergrund.“

Schuhe für die Familie von der Familie

Schuhhaus Geller kleidet nicht nur die Füße aller Familienmitglieder ein, das Unternehmen ist auch ein Familienbetrieb. Christian Gellers Frau Nadine arbeitet im Verkauf, Mutter Monikas Metier sind Buchführung und Kasse, Vater Klaus kauft gemeinsam mit seinem Sohn ein – und sorgt auch dafür, dass die Ware wieder verkauft wird. In einem ganz anderen Beruf zu Hause ist Christians Bruder, ein Opernsänger. Was Tochter Charlotte und Sohn Maximilian, zwei und fast vier Jahre alt, später einmal werden wollen, stand bei Redaktionsschluss noch nicht fest!
Die Sprockhöveler Filiale leitet übrigens Elke Tillmann seit der Eröffnung im Mai 2009. Mir kommt es viel länger vor – Geller gehört eben ganz selbstverständlich hierhin. Der Frühaufsteher wünscht weiterhin viele zufriedene Kundenfüße!

pgs

Ganz privat
Lieblingsmusik: Klassik, besonders Wagner
Lieblingsfarbe: Schwarz
Lieblingsessen: alles, was mit Liebe gemacht ist
Hobbys: Musik
schönster Urlaub: Sylt
beste Eigenschaften: zielstrebig

Pflege von Mensch zu Mensch

[ Porträt von Jörg Künzel, Pflegedienstleister und Turniertänzer. ]

„Wenn wir Gutes bewirken können, sind wir auch glücklich“

Jörg Künzel

Jörg Künzel

Jörg Künzel

In den freundlichen Geschäftsräumen des Pflegedienstes Künzel an der Marxstraße 37 in Hattingen-Welper konnte man vor kurzem noch Drogerie-Artikel kaufen. Gepflegt ging es hier also schon länger zu. In den allerbesten Händen sind die Kunden nun bei Jörg Künzel und seinem Team, wenn es darum geht, für ein Familienmitglied oder auch sich selbst Rat und Tat rund um die menschliche Pflege zu erhalten.
Von menschlicher Pflege können wir hier im doppelten Sinn sprechen. Erstens pflegt man hier Menschen – und zweitens ist es für Jörg Künzel und seine Mitarbeiter ganz wichtig, bei der täglichen Grund- und Behandlungspflege so menschlich wie möglich vorzugehen.

Kindheitstraum Taxifahrer

„Eigentlich wollte ich als Kind Taxi- oder Busfahrer werden“, lacht der freundliche Inhaber des Pflegedienstes.  Auch mich hat er mit einem Glas Wasser bestens versorgt und erzählt mir nun, wie es dazu kam, dass die Taxen und Busse nun doch ohne seine Hilfe klarkommen müssen.
„Es fing in der Grundschule an“, beginnt Jörg Künzel, 1964 in Hattingen geboren und in Welper zur Schule gegangen. „In der siebten Klasse musste ich Französisch lernen. Sprachen waren nicht so mein Ding, Sport und Naturwissenschaften jedoch auch nicht. Also wählte ich ab dem achten Schuljahr den sozialpädagogischen Zweig.“ Eine gute Idee, wie sich später zeigen sollte.
„Vorgesehen waren Praktika im Altenheim, Krankenhaus und Kindergarten“, erinnert sich Jörg Künzel weiter. „Da ich als Kind einmal mit meiner Mutter eine Bekannte in einem ziemlich, wie ich damals fand, abschreckenden Heim besuchte, wollte ich auf gar keinen Fall in ein solches Haus.“ Und auch seine Eltern, so beschloss er zugleich, sollten dort keineswegs untergebracht werden.

In wenigen Stunden begeistert von der Pflege

Sie ahnen es bereits? Der junge Jörg kam zwar nicht ins Altenheim, praktizierte allerdings im Krankenhaus Niederwenigern – und musste sofort einer Schwester helfen, einen alten Herrn zu waschen. Das war, zugegeben, keineswegs leicht für den Schüler. „Doch schon wenige Stunden später kam der Wandel – ich durfte dem gleichen Mann Essen reichen – zu der Zeit sagte man noch ‚füttern‘ – und war von dieser Aufgabe völlig begeistert. Ich weiß noch genau, was es zu essen gab, es war Spinat mit Rührei!“
Jörg Künzel war so beeindruckt, dass er nach Hause kam und seinen Eltern seinen Berufswunsch Krankenpflege mitteilte. Später arbeitete er freiwillig an so manchem Wochenende in Niederwenigern.
„Vor meiner Ausbildung war ich in Niederwenigern in der Urologie und in der Orthopädie und habe unglaublich viel gelernt. Ausbilden ließ ich mich dann im Bochumer Bergmannsheil“, berichtet Jörg Künzel. „Das war von 1982 bis 1985. Als ich mich in Niederwenigern für die Innere bewarb, wollte ein Kollege von mir in die Psychiatrische. Es kam genau umgekehrt! Mit der Oberin baute ich in einer Woche die gesamte Station auf, die damals neu eröffnet wurde.“

2008 in die Selbständigkeit

„Zwischen den einzelnen Stationen leistete ich dort noch meinen Zivildienst ab. Doch so gut ich mit den Ordensschwestern auch zurecht kam, eine leitende Position konnte ich nicht übernehmen. Die hatte ich dann in einem ganz neuen Altenheim in Gelsenkirchen. Nach zwölf Jahren wurde ich krank und war anderthalb Jahre ‚außer Gefecht‘.“
Nach ambulanten Pflegeeinsätzen fragte sich Jörg Künzel Ende 2007, wie es denn nun mit ihm weitergehen solle. Also rief er kurzerhand die AOK an, um sich zu erkundigen, wie er einen eigenen Pflegedienst auf die Beine stellen könne. Was Jörg Künzel macht, das macht er gründlich: er war der Erste, der alle Unterlagen komplett hatte laut BKK Landesverband!

Mit sieben Patienten angefangen

„Angefangen haben wir 2008 mit sieben Patienten“, beschreibt er den Beginn seiner Selbstständigkeit. „Das erste halbe Jahr war schwer. Wer sagt mir denn, dass Sie in einem halben Jahr noch da sind, fragten sich manche Kunden.“ Zum Glück konnte Jörg Künzel überzeugen: „Der siebte Monat war dann endlich gut. Und im ersten Jahr haben wir den Umsatz um 237 Prozent gesteigert.“ Das erste Personal stellte er nach drei Monaten ein; jetzt gehören 19 Mitarbeiter zum Team Künzel.
„Wir sind ein Wald- und Wiesen-Pflegedienst“, erklärt mein netter Gesprächspartner. „Grund- und Behandlungspflege sowie Betreuung haben wir ihm Angebot.“ Eigentlich wollte er an der Marxstraße Tagespflege betreiben. Das ist räumlich nicht möglich, doch Tagesbetreuung schon: ein 35 Quadratmeter großes Wohnzimmer, eingerichtet ganz wie zu Hause, beherbergt zweimal wöchentlich Gäste, die es sich bei Jörg Künzel und Kollegen gut gehen lassen.

Ein wohlverdienter guter Ruf

Eingezogen sind sie Ende Oktober 2011. Die Hauptaufgabe des Inhabers ist inzwischen natürlich die Administration. Ist Not am Patienten, hilft er auch bei der Pflege, betreut aber auch zwei Kunden selbst. „Meine Stellvertreterin kümmert sich um das Qualitätsmanagement und nimmt mir überhaupt viel ab“, lobt er sie. Gemeinsam „pflegen“ sie die Mitarbeiter. „Nicht immer sind wir einer Meinung“, sagt Jörg Künzel, „doch wir einigen uns immer und ziehen an einem Strang. Das überträgt sich auch auf das Team.“ Und auf die Patienten, versteht sich.
„Menschlichkeit, die man spürt“ ist eben keine werbende Worthülse, sondern wird hier gelebt.
„Wir haben fest zugeordnete Patienten, das ist die so genannte Bezugspflege. Früh- und Spätdienstmitarbeiter kommunizieren ständig miteinander.“ Ich dachte, das sei selbstverständlich, erfahre aber, dass dem nicht so ist.
„Der Ruf, den wir uns erschaffen haben, ist mehr als positiv“, freut sich Jörg Künzel.

Von Schalke und Turniertanz

Wenn es sich ergibt, ist er auch für ungewöhnliche Aktionen zu haben. So waren sie mit einem alten Herrn auf Schalke, der so gerne einmal die Arena sehen wollte. In Jörg Künzels Büro hängt ein Bild, das ihn im Schalke-Trikot vor seinem Privatwagen zeigt. „Das ist damals entstanden“, lächelt er, der eigentlich mit Fußball nicht so viel am Hut hat. „Und der Aufkleber ist nur auf dem Glas, nicht auf meinem Auto. Das war ein Scherz einer Kollegin.“ Hier ist also auch das Betriebsklima gut gepflegt. „Der Mann war glücklich bis zum Geht-nicht-mehr.“
Andere glücklich zu machen  ist für Jörg Künzel sowieso lebensnotwendig. „Ich will für die Patienten da sein, etwas bewirken. Wenn alte und kranke Menschen zu Hause bleiben können, dann ist viel gewonnen.“
Und wie pflegt Jörg Künzel seine eigene Kraft? Er ist begeisterter Tänzer, wollte mit 18 sogar Tanzlehrer werden. Das war seinerzeit zu kostspielig, und so wurde er „nur“ aktiver Turniertänzer in der zweiten Bundesliga, Formation Standard. Als lizenzierter Turnierleiter moderiert er aber regelmäßig beim Tanz-Turnier-Club ROT-WEISS-SILBER Bochum e.V. „Das ist nur sieben Kilometer entfernt und lässt sich ganz gut einrichten.“ Neben dem Tanzen erholt er sich gemeinsam mit seiner Mutter im Wohnwagen am Harkortsee. Eines liegt ihm noch am  Herzen: „Ich habe alles meinen Eltern zu verdanken.“  Diesem Schlusswort fügen wir nur noch hinzu: Weiterhin frohes Pflegen und viele glückliche Patienten!

pgs

Ganz privat
Lieblingsmusik: Standard – wie der Tanz
Lieblingsfarbe: „ich habe einen Rot-Knall“
Lieblingsessen: Currywurst mit Pommes
Hobbys: Camping, Tanzen
schönster Urlaub: Fuerteventura
beste Eigenschaften: vielseitig

Sensation vertagt

Christian Ruthenbeck

Christian Ruthenbeck

Kerl inne Kiste, ich sach Euch, sonne lange Durststrecke ham wa schon lange nich mehr gehabt. Seit dem fünften Spieltach wartet RWE auf einen Dreier und dat schlimmste daran is, dat man Waldi seine wilden Fußballkerle nichma Vorwürfe machen kann. Die Reihe der Verletzten is lang wie der Bart von mein Opa  – Gott hab ihn selich.
Aber weder er noch der Boss werden sich grade im Grabe umdrehen. Denn eines kann man den Jungens um Capitan Timo Brauer nicht absprechen: Die Einstellung! Nachdem die ganze Innenverteidigung im Lazarett liecht, musste jeder quasi ma ran. Mittlerweile hat sich Thommy Denker scheinbar fest gespielt. Der Lümmel hat zuletzt eine ordentliche Leistung gezeicht. Selbst am vorletzten Mittwoch.
Zu Gast in unsrer altehrwürdigen Ruine war die alte Dame aus der Hauptstadt. DFB-Pokal, zweite Runde. Und nach dem 1. FC Union wollte RWE allet geben, um den zwoten Berliner Club in Folge aus dem Wettbewerb zu kegeln.
15.000 Zuschauer, ausverkaufte Hütte und Pokal unter Flutlicht anne Hafenstraße – Fußballherz, wat willse mehr? Natürlich is Hertha BSC keine Laufkundschaft, sondern immerhin als Aufsteiger inne 1. Bundesliga aktiv. Die Schangsen standen also von Anfang an nich so gut für unsere Truppe. Aber dat mit dem Pokal und seine eigenen Gesetze kennta ja alle selber. Also wurde kräftich von der nächsten Pokalsensation geträumt. Mein Opa hat früher schon imma gesacht: „So lange da noch 11 Rote auf dem Grünen stehen, is nix verloren!“
Lange sah et auch so aus, als wenn dat nen längerer Pokalabend würde. Aber ab der 65 Minute lief dat Spiel so, wie man et – realistisch betrachtet – erwarten konnte und die alte Dame gewann mit 3:0. Sicherlich wär da wat mehr drin gewesen, denn wat der Bundesligist an dem Abend in Essen „gezaubert“ hatte, war eher Toni Maronis wandernder Flohzirkus als ne ausgereifte Copperfield-Nummer …
Aber so is dat halt. Mal verliert man und mal gewinnen die Anderen.
Am darauf folgenden Samstach hiess der Gegner Eintracht Trier. Die Trierer waren zuvor ebenfalls von nem Erstligisten aus dem Pokal geschossen worden. Und sportlich fair gab et entsprechend ein 0:0 im Moselstadion. Wenn man die Ansprüche beider Clubs in dieser Saison betrachtet, darf man klar sagen, dat dat „Gewinn“ in „Punktgewinn“ die übergeordnete Rolle für die Roten spielt.
Auf Dauer lassen sich aber Unentschieden nich als Siege feiern. Um die Fans bei Laune zu halten, müsste aber auch endlich mal wieder ein Dreier her. Ich bin mir sicher, dat dat bald auch wieder klappt. Denn schließlich hat der Trainer et immer geschafft, elf Rote auf dat Grüne zu stellen – und da is ja bekanntlich dann immer wat drin für uns.
Nur der RWE

Christian Ruthenbeck

Igel brauchen unsere Hilfe

Anleitung zur Igelrettung

Igel

Igel

„Alle Jahre wieder“ bedürfen Igel unserer Aufmerksamkeit. Der Igel gilt als ein unter Naturschutz stehendes Wildtier, darf somit nicht als Haustier gehalten werden. Doch ist es erlaubt, hilfsbedürftige Igel im Sinne des BNATSchG § 43 aufzunehmen, aufzuziehen und gesund zu pflegen.

Wann ist ein Igel hilfebedürftig?

Igel, die verletzt, verwirrt und abgemagert am Tage herumwandern, sollten unsere Aufmerksamkeit erregen. Ein kranker Igel kann apathisch daliegen, er rollt sich kaum ein. Igelwaisen, die eigentlich noch von der Mutter gesäugt werden, findet man oft noch mit geschlossenen Augen und Ohren frühestens ab Juni/Juli, meist jedoch im August/September. Bitte prüfen Sie bei Babyigeln stets, ob bereits Zähne vorhanden sind. Die Kleinen sind meist unterkühlt und bedürfen der Wärme und Aufzucht. Anfang des Winters, also im Dezember, sollten Jungtiere, die über 400 g wiegen, möglichst ihr Futter und das Winterlager selbstständig bewältigen. Als Hilfestellung sollte man rechtzeitig gut zufüttern, damit das nötige Schlafgewicht von etwa 600 g bis 700 g erreicht wird. Wiegt ein Tier Anfang Dezember weniger als 400 g, ist es krank oder verletzt, sollte es in die menschliche Obhut genommen, medizinisch behandelt, gepflegt, sprich in die Überwinterung genommen werden.

Checkliste:

• Funddatum und Gewicht sollten notiert werden. Ab jetzt sollten Sie das Tier täglich wiegen.
• Untersuchen Sie den Igel auf Verletzungen.
• Unterkühlt ist das Tier, wenn sich die Bauchseite deutlich kälter anfühlt als die eigenen Hände. Liegt eine Unterkühlung vor, bedarf das Tier einer Wärmflasche, welche man in ein Handtuch wickelt. Das Tier wird auf die Wärmflasche gesetzt und mit einem weiteren Handtuch zugedeckt.
• Geben Sie dem Igel keine Milch!
• Ist das Tier sehr schwach, können Sie warmen, ungesüßten Fencheltee oder Kamillentee einflößen. Danach baut man es mit Breinahrung (z. B. Rindfleisch-Babybrei ab dem 4. Monat von der Firma Hipp) auf.
• Flöhe, Zecken, und Maden sollten Sie möglichst von einem Tierarzt/Tierheilpraktiker entfernen lassen. Hier wird auch eine eventuelle Kotprobe veranlasst.
• Baden Sie den Igel nicht!
Igel, die selbstständig fressen, bekommen einmal täglich ein Rührei, oder ein gekochtes Eigelb. Einen gehäuften Esslöffel Katzenfutter (Fisch oder Geflügel ohne Soße). In jedes Futter sollte etwas Futterkalk und Vitamin B gegeben werden. Geflügelfleisch, gerne auch Hühnerhälse oder Flügel (dienen den Zähnen), werden von Igeln gerne gefressen. Gekochtes Rindfleisch mit Möhren ist sehr gut portionierbar. Als Ballaststoffe eignen sich Weizenkleie, Futterhaferflocken und Igeltrockenfutter, welches, auch wenn Sie wenig Zeit zum Kochen haben, als Hauptfutter gegeben werden kann.

Speisenkarte

Menü 1: Gut geeignet für die Vorratshaltung. 1 Poularde oder Hähnchen und 1 kg Möhren kochen. Das Fleisch enthäuten und von den Knochen trennen. Die Möhren mit dem Stabmixer zerkleinern. 200 g Futterhaferflocken unterrühren und das Ganze zu einem Brei vermischen. Der Igel benötigt täglich 2–3 Esslöffel des Futters.
Menü 2: Katzenfutter mit Weizenkleie und 3 Tropfen Sonnenblumenöl, sowie Futterhaferflocken vermischen, sodass ein geschmeidiger Brei entsteht.
Menü 3: Rinderhack mit Möhren kochen, Futterhaferflocken untermischen. Auch zum Einfrieren geeignet.
Die Unterbringung des Igels sollte aus Holz sein. Es eignet sich auch ein Ställchen von Kaninchen oder Meerschweinchen. Wichtig ist, dass es die Mindestmaße von 60 cm x 1,80 m hat und ausbruchsicher ist. Igel sind Weltmeister im Ausbrechen!
Den Boden sollten Sie mit einigen Lagen Zeitungspapier auslegen. Ein kleiner Schlafkarton mit den Maßen 30 cm x 25 cm x 25 cm mit einem Schlupfloch sollte etwas vom Rand entfernt gestellt werden. Futter und Wassernapf stellen Sie bitte in die Mitte des Geheges. Das Schlafhäuschen wird gesäubert, wenn es sehr verdreckt ist, der Rest der Behausung täglich. Das Gehege wird – bis der Igel sein Schlafgewicht von etwa 600 g bis 700 g erreicht hat – in einem Raum mit Zimmertemperatur gehalten. Danach stellen Sie es bitte in einen kühleren Raum, um es anschließend in die Kälte im Garten, oder auf dem Balkon zu platzieren. Manchmal wachen besonders jüngere Tiere aus ihrem Schlaf auf, um etwas zu fressen, oder um sich zu entleeren, danach schlafen sie wieder ein. Kranke Igel sollten nicht in den Winterschlaf. Sie bleiben bei Zimmertemperatur weiter in Pflege.

Die Auswilderung

Im nahen Wald, einem naturnahen Garten, oder – wenn geeignet – am Fundort wird der Igel im nächsten Frühjahr etwa im April/Mai in die Freiheit entlassen. Spätesten da wird Ihnen ein unbeschreibliches Gefühl zuteil. Jeder Aufwand, den Sie in den vergangen Monaten betrieben haben, wird belohnt durch den Anblick eines freien Igels, dem Sie eventuell das Leben gerettet haben.

Benötigen Sie weitere Informationen oder Hilfe, wenden Sie sich bitte an den Igelschutz, an Ihren Tierarzt oder an Ihre Tierheilpraktikerin.

Eva R. Pütz.

www.naturheilbehandlung-fuer-tiere.de

Die Wirtschaftsdynastie

Bernd Schneidereit ist Gastwirt in der 4. Generation

Norbert Mering und Bernd Schneidereit

Norbert Mering und Bernd Schneidereit

Es war noch zu Kaisers Zeiten, als Richard Kahle, der Urgroßvater mütterlicherseits, 1910 den Gasthof zum Mainzerhof in der thüringischen Landeshauptstadt Erfurt übernahm.
Unter seiner Leitung sollte sich der zu einer der beliebtesten Gastwirtschaften entwickeln. Der Betrieb blieb bis zur Wende 1969 in Familienhand. Bernd Schneidereit erblickte 1953 in der Domstadt das Licht der Welt. Bereits 1956 verließen seine Eltern die DDR, kamen zuerst bei einem Onkel in Burgaltendorf unter, um sich dann 1959 endgültig in Überruhr nieder zu lassen. Das Gastronomenblut machte sich schon recht früh bei Bernd bemerkbar, denn bereits in frühester Jugend begann er zu kochen. Schokoladenpudding war eine seiner ersten Kreationen. Noch heute zählen süße Sachen zu seinen Lieblingsspeisen. Als es galt, sich für eine Lehrstelle zu entscheiden, standen zwei Angebote zur  Auswahl, Automechaniker oder Koch. Es wurde, na klar, die Lehre in einem der bekanntesten Essener Restaurants, dem „Stauder Zentral“, angetreten. Wie unser Protagonist zu berichten weiß, herrschte dort in der Küche noch Zucht und Ordnung. Tanzte jemand aus der Reihe, gab es vom Chefkoch auch schon mal etwas hinter die Löffel. Nähere Auskünfte zu seinen eigenen Erfahrungen, beantwortete Bernd mit einem verschmitzten Lächeln. Nach Bundeswehr und dem Sammeln weiterer beruflicher Erfahrungen entschloss er sich 25-jährig zur Selbstständigkeit. 1978 übernahm er die Gaststätte im Bürgertreff Überruhr, die er bis 1995 betrieb. Legendär sind seine Bacchusbeerdigungen, die das Ausmaß einer Promi-Beisetzung hatten. Ein über 100 Meter langer Zug bewegte sich am Karnevalsdienstag durch Überruhr und legte den Verkehr lahm. Bis heute spielt Karneval eine große Rolle in seinem Berufsleben, denn der Festausschuss Kupferdreher Karneval und fast alle seine Mitgliedsgesellschaften veranstalten ihre Sitzungen im angrenzenden großen Saal. Nach einem Jahr Auszeit ging es zwar klein aber fein in der Gaststätte Trebing an der Überruhrstraße, die er in „C‘est la vie“ umtaufte, weiter. Aber, wie das Leben eben so spielt, zur Jahrtausendwende war er wieder der Herr im Bürgertreff. Nachdem drei seiner Nachfolger nicht in der Lage waren, den Betrieb wirtschaftlich zu führen, schloss die Stadt Essen mit ihm erneut einen Pachtvertrag. Der Arbeitstag eines Gastronomen ist hart und lang und verlangt viel Einsatz. Da müsste es doch normal sein, dass Bernd Schneidereit nach getaner Arbeit die Füße hochlegt und relaxt oder neudeutsch „chillt“. Weit gefehlt, er läuft Marathon. Sportlich war er schon immer. Von frühester Jugend an Torwart, natürlich bei Teutonia Überruhr, brachte er es sogar bis zu Einsätzen in der Landesliga. Aber Beruf und Fußball ließen sich auf Dauer nicht miteinander vereinbaren. Da bot sich das Laufen an. Seine Marathonbestzeit von knapp über vier Stunden, erzielt im Oktober am Baldeneysee, kann sich sehen lassen. So weit scheint ja alles in Ordnung sein. Wenn, ja wenn da nicht die Stadtverwaltung Essen mit ihrer Absicht wäre, den Mietvertrag für die an die Gaststätte anschließenden Säle zu kündigen, was seine wirtschaftliche Existenz massiv gefährden würde. Und nicht nur er, sondern viele Vereine und Verbände auf der Ruhrhalbinsel würden in die Röhre schauen. Zusammen mit der Überruhrer Bürgerschaft kämpft er deshalb um den Erhalt der Bürgerbegegnungsstätte. Die Vorzeichen sind positiv, denn die Mandatsträger aller in der Bezirksvertretung und dem Rat vertretenen Parteien haben sich einstimmig für den Fortbestand ausgesprochen.

eak

Ganz privat
Lieblingsmusik: Oldies, Rock und Pop
Lieblingsfarbe: Blau
Lieblingsessen: Filet Stroganoff
Hobbys: Sport, Motorradfahren
schönster Urlaub: mit der Familie in die Türkei

Tambour-Corps Grün-Weiß läutet den Kupferdreher Karneval ein

Nicole Marker

Nicole Marker

Wenn Erzschelm Hoppeditz erwacht, ist Nicole Marker in Hochstimmung. Seit über 30 Jahren gehört sie dem Tambour-Corps Grün-Weiß Essen-Kupferdreh an. Mit Querflöte und Lyra bereichert die zweifache Mutter den traditionellen Spielmannszug musikalisch. Zudem ist sie die 1. Schriftführerin eines fröhlichen Vereins, der nicht nur Karneval aktiv ist.
Zu Hoppeditz’ Erwachen gibt das 1952 gegründete Corps unter Leitung von Hans-Günter Schlitt heute um 11.11. Uhr im Franz-Hennes-Heim einen Vorgeschmack auf die Session unter dem Motto „Wir tanken Spaß und geben Gas“. Für waschechte Karnevalisten hat der Countdown längst begonnen. Bis zum 140. Rosenmontagszug am 20. Februar 2012 um 16.11 Uhr müssen sie sich nur noch gute 100 Tage gedulden. Das fällt Nicole und den anderen knapp 20 aktiven Grün-Weißen nicht schwer. „Wir proben einmal pro Woche 90 Minuten und haben demnächst wieder ein paar Auftritte“, erzählt die 41-Jährige. So marschiert der Zug zu St. Martin in Heisingen und spielt für den Kindergarten St. Josef in Kupferdreh. Beides hat Tradition und bereitet Klein und Groß viel Freude.
Familiär geht es bei den Spielmannsleuten zu. Seit 1979 gehört Nicole Marker dazu – musikalisch, aber auch seit 23 Jahren als Vorstandsmitglied. Die „Märsche im Blut“ hat ebenso die jüngere Schwester, Alexandra Groos (Querflöte). Keinen Taktstock, wie Vater Hans-Günter Schlitt, aber den Stift schwang Mutter Birgit Schlitt über 20 Jahre als 1. Schriftführerin der Truppe. Einzig Nicoles Ehemann Michael (43) engagiert sich nicht im Verein. „Das hat auch ein Gutes! Er betreut unsere Töchter, wenn ich mit dem Corps unterwegs bin“, sagt Nicole beim Frühaufsteher-Besuch.
Aufgewachsen in Kupferdreh, zog es die Teilzeit-Mediengestalterin 2006 ins benachbarte Burgaltendorf. Hier wohnen die Markers zentral an der Alten Hauptstraße und genießen den Blick über die Felder bis nach Hattingen. Nicole schwärmt vor allem vom Winter, wenn der Schnee die Landschaft verzaubert. Nun möchten wir die Lyra sehen: Nicole präsentiert sie uns auf dem Balkon. Es ist das Corps-Instrument, geschmückt mit künstlichen Rossschweifen in den Vereinsfarben. In seinen Umrissen ähnelt das metallene Glockenspiel einer Leier oder einer griechischen Lyra. Doch anstelle senkrechter Saiten besitzt es 25 waagerechte Klangplatten, die mit einem Hartgummi-Schlägel angeschlagen werden. Wer beim Rosenmontagszug einmal neben einer Lyra gestanden hat, weiß, wie laut sie klingt. Da erwacht nicht nur Erzschelm Hoppeditz. Helau! Wir denken an Kamelle, Konfetti und Kostüme.
Nicole lief schon bei etlichen Rosenmontagszügen mit. Dennoch freut sie sich jedes Jahr darauf, „obwohl es doch eigentlich immer das Gleiche ist“. Nur Petrus sorgt für Überraschungen. Wetterfest müssen die Musiker jedenfalls sein. Mal verkleidet, mal in Uniform bildet das Tambour-Corps Grün-Weiß mit dem Reiterverein Zieten stets die Kupferdreher Zugspitze. Auch auf dem Langenberger Kinderkarneval, der am Rosenmontag um 11.11 Uhr startet, marschiert der Verein ganz vorn. Nur so schaffen es die Mitglieder im Stechschritt von Velbert rechtzeitig zurück zu den Narren der Ruhrhalbinsel. Gefragt ist das Corps auch auf Schützenfesten: von Bergeborbeck über Schönebeck bis Unterfrintrop. Ab und an zieht es die Truppe in die Ferne, etwa nach Wuppertal-Dönberg oder gar nach Bayern. „Seit 1988 besteht eine gute Freundschaft zur Stadtkapelle Sonthofen im Allgäu. Gegenseitige Besuche gehören dazu“, so Nicole.
Musikalisch sind die Marker-Töchter Julia (9) und Katharina (5) auf jeden Fall. „Meine Große spielt sehr gut Klavier.“ Ob die Jüngste in die Fußstapfen der Mutter tritt, bleibt abzuwarten. „Querflöte ist ein tolles Einsteiger-Instrument!“, weiß Nicole. Kinder, die es ausprobieren wollen, sind eingeladen. Neben Talent soll auch die Freude an der Musik nicht zu kurz kommen. Bei allem Spaß an ihrem Hobby bedauert Marker eines. „Dass es dem Corps so schwer gemacht wird, Tradition und Brauchtum zu pflegen. Abgesehen von Problemen, Nachwuchs für unsere Musik zu begeistern, stehen uns in Kupferdreh leider keine geeigneten Räume für die Probe zur Verfügung“, erklärt sie. Vielleicht findet sich auf diesem Weg eine Lösung. Wir drücken die Daumen!

addi

Kontakt
Tambour-Corps Grün-Weiß Essen-Kupferdreh
1. Vorsitzender: Hans-Günter Schlitt
Kupferdreher Straße 75 · 45257 Essen
Telefon: 0201/484206

Ganz privat
Lieblingsmusik: Querbeet
Lieblingsfarbe: Lila
Lieblingsessen: Gulasch mit Nudeln
Hobbys: Spielmannszug, lesen
schönster Urlaub: Edinburgh, Schottland (2010)
beste Eigenschaften: Ehrlich, zuverlässig, humorvoll

2. Kulinarische Weihnachtsreise

Unter dem Motto „Wir möchten Sie verwöhnen“ laden Kupferdreher Geschäftsleute ihre Kunden zur 2. Kulinarischen Weihnachtsreise durch Kupferdreh ein.

Martin Köster

Martin Köster

Am 1. Advent werden die Besucher mit weihnachtlichen, kulinarischen Köstlichkeiten verwöhnt. „Wir möchten uns mit dieser Aktion bei unseren Kunden bedanken“, so Mitinitiator Martin Köster.
„Kupferdreh ist ein Stadtteil, in dem es noch sehr viele inhabergeführte Geschäfte gibt und das spürt man bei Beratung und Service.“
Während der kulinarischen Weihnachtsreise erleben Sie in jedem teilnehmenden Geschäft die Kaufleute einmal ganz anders. So können Sie zum Beispiel bei „ITR Reisen“ bei einer Tasse „Elefantenkaffee“ weihnachtlichen Zinnschmuck selber gießen. Bei „KÖSTER DER AUGENOPTIKER“ gibt es leckere Crêpes und auch die Möglichkeit, eine limitierte Auflage von 24 Flaschen Wein zu kaufen, deren Erlös zugunsten der Aktion Lichtblicke gespendet wird. Beim „Juwelier HÜBERS“ wird deftiger Grünkohl serviert, um nur einige Beispiele zu nennen.
Den Wegweiser zur kulinarischen Weihnachtsreise bekommen Sie in allen teilnehmenden Geschäften. (Sie können aber auch einen Blick auf den unteren Teil dieser Seite werfen.)
„Im adventlichen Ambiente leuchten für Sie Kerzen und Laternen vor den Geschäften. Kupferdreh freut sich auf Sie“, fasst Martin Köster einladend zusammen.
Außerdem wartet ein Gewinnspiel auf die Gäste. Der erste Preis ist ein Wochenende für zwei Personen zum Christkindlmarkt nach Nürnberg. (Dort soll es ja auch das eine oder andere schmackhafte Angebot geben.)

Gesund und gepflegt

Cornelia Grunwald ist Heilpraktikerin und Kosmetikerin in Personalunion

Cornelia Grunwald

Cornelia Grunwald

Das Sprichwort vom gesunden Geist in einem gesunden Körper kann man für Cornelia Grunwald etwas abwandeln: In einem gepflegten, entspannten Körper fühlt sich auch die Gesundheit wohl.
Wie ist die gelernte Medizinisch-Technische Assistentin auf diese spezielle Kombination gekommen? „Ich arbeite sehr gerne mit und für Menschen“, erklärt Cornelia Grunwald. „In den ersten Jahren sah das Berufsbild der MTA dies auch noch vor, wurde dann aber zunehmend automatisiert.“ Dieser Arbeitsablauf erfüllte sie auf die Dauer nicht, ihr fehlten die Menschen.  „Ich habe schon immer sehr gerne Massagen gemacht“, erklärt sie den Beginn ihres weiteren Berufsweges – sie ließ sich in Akupunktmassage ausbilden, eine asiatische Massageart, die den Energiekreislauf zum Fließen bringt. „Auch durch meine nun 16- und 18-jährigen Kinder kam ich mehr und mehr zur Naturheilkunde“, berichtet meine freundliche Gesprächspartnerin. Cornelia Grunwald wurde hauptberufliche Heilpraktikerin.

„Warten Sie Ihren Körper“

Sie empfiehlt, den Körper zu beobachten und rechtzeitig zu „warten“, damit man nicht irgendwann erschöpft feststellt, dass nichts mehr geht. Auch der kosmetische Bereich ist in seiner gesundheitsfördernden Wirkung nicht zu unterschätzen: „Gerade wenn man krank war oder ist, möchte man gut aussehen. Denn dadurch fühlt man sich auch besser, ein positiver Kreislauf beginnt“, hat die Fachfrau oftmals erfahren. Ein Beispiel: „Wenn man vorübergehend die Haut mit Hyaluron auffrischt, damit sie mehr Feuchtigkeit speichert, kann das sehr sinnvoll sein. Selbstverständlich sollte man nichts übertreiben.“ Auch die rein dekorative Kosmetik hilft, kleine „Makel“ zu kaschieren und lässt uns auch dann strahlen, wenn wir uns einmal nicht ganz so fit fühlen.

Tiefenwirkung gegen Altlasten

Ein wichtiger Bestandteil ihrer Arbeit ist die Massage – kein Wunder, damit hat sie ihre Mitmenschen ja schon früher gerne verwöhnt. „Eine Massage ist viel mehr als ‚nur‘ Wohlbefinden“, beschreibt sie die nachhaltige Wirkung. „Die Muskulatur speichert Emotionen, viele Menschen spüren ja förmlich die Last auf ihren Schultern. Lange Phasen der Anspannung hinterlassen im Gewebe ihre Spuren; die energetische Massage geht in die Tiefe und gibt Impulse für das Immunsystem und die Selbstregeneration.“ Mit oberflächlicher Wellness, die natürlich auch sehr gut tut, hat diese Anwendung nichts gemeinsam. Und bei ganz hartnäckigen „Altlasten“ helfen homöopathische Mittel, die gespritzt werden und von innen wirken. Aber auch wer sich als verspannter Büromensch in gute Hände begeben will, dem hilft Cornelia Grunwald, entspannt und leistungsfähig zu sein und, ganz wichtig, bleibenden Schäden vorzubeugen.

Begeistert auch von der Schulmedizin

Viele Menschen meinen, dass Heilpraktiker und Schulmediziner einander nicht akzeptieren.  Auf Cornelia Grunwald trifft das jedenfalls überhaupt nicht zu. Ganz im Gegenteil – sie arbeitet schon lange mit Ärzten zusammen, weil nur so die jeweils beste Therapieform für den erkrankten Menschen „maßgeschneidert“ werden kann. „Es gibt durchaus eine Annäherung“, weiß sie und ist froh, dass man sich gegenseitig mehr und mehr zu schätzen gelernt hat. Cornelia Grunwald ergänzt: „Das Wichtigste ist, dass der Mensch gesund wird. Wenn  meine Behandlungsmöglichkeiten ausgeschöpft sind, empfehle ich andere Therapiearten oder auch andere Therapeuten.“

Gegen viele Krankheiten wächst ein Kraut

Apropos Kräuter: „Von der europäischen Kräuterheilkunde ist nicht mehr allzu viel übrig geblieben“, bedauert Cornelia Grunwald. „Das ist in der asiatischen Medizin anders, das Wissen wurde erhalten.“ Sie arbeitet mit einem kontrollierten Großimporteur zusammen: „Die Kräuter sind natürlich teurer, doch in den billigeren ist kaum ein Wirkstoff enthalten.“
Mit einem „Überlebenssaft“ unterstützt sie das Immunsystem. „Sogar die Nebenwirkungen von Chemotherapie lassen sich ein wenig abmildern – selbst wenn das ‚nur‘ dem Wohlbefinden dient, hat man doch mehr Lebensqualität.“ Auch von einer Eigenbluttherapie profitieren geschwächte Abwehrkräfte.

„Sie sind für sich verantwortlich“

Wir könnten uns noch stundenlang unterhalten, denn das Thema ist spannend und Cornelia Grunwalds Perspektive  auf Schulmedizin und Heilpraxis und ihre Kombination aus Schönheits- und Gesundheitspflege überzeugen mich. Und das tut auch ihr Schlusswort: „Jeder muss Verantwortung für sich übernehmen, in jeder Hinsicht. Sich informieren, unterschiedliche Meinungen einholen, abwägen, das kann einem niemand abnehmen.“ Menschen, die in der Arzt- oder Heilpraxis zum Behandler sagen, hier bin ich, machen Sie mal, das ist schließlich Ihr Job,  rät sie ausdrücklich von dieser passiven Haltung ab. Der Frühaufsteher wünscht weiterhin viel Erfolg und Freude!

pgs

Info
Cornelia Grunwald ist an der Alten Hauptstraße 2–4 in Essen-Burgaltendorf für Sie da.
Telefon: 0201/4588882, Mobiltelefon: 0179/1657171,
E-Mail: corneliagrunwald@web.de; Termine nach Vereinbarung.

Ganz privat
Lieblingsmusik: Dire Straits
Lieblingsfarbe: Gelb und Grün
Lieblingsessen: Marillenknödel
Hobbys: Motorrad fahren
schönster Urlaub: Italien
beste Eigenschaften: mitmenschlich

Hier stimmt die Chemie

[ Portrait von Apothekerin Andrea Beckmann, Inhaberin der Laura Apotheke in Burgaltendorf. ]

Andrea Beckmann haucht traditionellem Apotheken-Standort neues Leben ein

Andrea Beckmann

Bianca Bauckhage und Andrea Beckmann

Bianca Bauckhage und Andrea Beckmann

Dass die Chemie der pharmazeutischen Ingredienzen stimmen muss, ist ja für eine Apothekerin selbstverständlich. Doch das greift für die engagierte Andrea Beckmann zu kurz: Für sie ist Menschlichkeit ein besonders wichtiger Bestandteil ihrer Rezepturen – und eine Gratisbeigabe für alle ihre Kunden.
Seit 110 Jahren ist die Laurastraße Standort einer Apotheke – mit einer kurzen Unterbrechung von drei Jahren. Im Oktober 2011 nahm Andrea Beckmann das Ruder oder besser gesagt, den Mörser in die Hand und eröffnete die Laura-Apotheke. Mit an Bord ist Bianca Bauckhage. Die beiden sind ein eingespieltes Team: Andrea Beckmann leitete zuvor fünf Jahre lang die Hattinger Nord-Apotheke, Bianca Bauckhage arbeitete dort als Pharmazeutisch-Technische Assistentin.

Ein Blick zurück in Freundschaft …

„Es war eine sehr schöne Zeit“, erzählt meine sympathische Gesprächspartnerin. Die ebenso freundliche wie erfahrene Mitarbeiterin Bianca Bauckhage, die ich auch noch kurz kennen lerne, nickt bestätigend. „Wir blicken in aller Freundschaft zurück und pflegen auch noch einen netten Austausch“, sind sie sich einig.
Andrea Beckmann wusste schon früh, dass sie Apothekerin werden wollte. „In der zehnten Klasse machte ich ein Schulpraktikum“, erläutert sie ihren Weg. „In der Apotheke hat es mir immer gut gefallen.“ Nach dem Abitur an der Theodor-Körner-Schule in Bochum 1986 studierte sie in Düsseldorf Pharmazie;  es folgten Stationen in Bochum, Burgaltendorf und Hattingen. Nach zwei Jahren angestellter Tätigkeit und fünf Jahren Filialleitung in der Nord-Apotheke erfuhr sie von der Laurastraße in Burgaltendorf – und griff zu. Denn selbstständig zu sein war ein weiteres Ziel.

… und volle Kraft in Richtung Zukunft:

Zuvor befragte sie allerdings sich selbst noch einmal sehr ernsthaft – und konsultierte ihre „vier Männer“: Ehemann Stefan und die Söhne Tobias, 15, Lennart, 11 und Lars, 9, waren ebenso begeistert wie sie selbst. Mensch, mach das doch, ermunterten sie ihre Frau und Mutter.
„Wir hatten einen guten Start“, freuen sich Andrea Beckmann und Bianca Bauckhage. „Die Menschen haben uns so nett aufgenommen.“ Die Bewohner des gewachsenen Ortes freuen sich, dass sich hier wieder etwas tut. Das drücken sie auch gegenüber dem Team der Laura-Apotheke gerne aus: „Schön, dass Sie diesen alten Standort wieder mit neuem Leben füllen“, für solche zustimmenden Worte sind die pharmazeutischen Neustarter wirklich sehr dankbar.

„Ich bin keine Labormaus“

„Wichtig ist für uns, freundlich und kompetent zu sein. Natürlich können wir niemanden gesund zaubern“, beschreibt Andrea Beckmann ihre Sicht auf ihren Beruf. „Doch Menschen aufzufangen, die vielleicht mit einer schlimmen Diagnose nach dem Arztbesuch etwas ratlos sind, das ist mir ein besonderes Anliegen.“
Ihr Rezept: In solchen Situationen für den Menschen da sein. „Mancher möchte einfach nur etwas loswerden, ein anderer hat möglicherweise eine Frage zu einem Wert, will etwas nachbereiten oder sich austauschen“, sagt Andrea Beckmann. Neben reinem Sachverstand ist Menschlichkeit gefragt, wenn es um gesundheitliche Themen geht. Hier wird jeder ernst genommen.
Dieser Teil ihrer Arbeit ist der 44-Jährigen sehr wichtig: „Ich liebe die Abwechslung, bin gerne in unserem Labor tätig, das nach dem neuesten Stand der Technik eingerichtet ist, aber ich bin eben keine ‚Labormaus‘“, lacht sie. „Daher ist für mich der Umgang mit den Kunden, die Beratung, ganz wesentlich.“

Ganz diskret im Beratungsraum

Es gibt viele Dinge rund um die Gesundheit, die in einem Vier-Ohren-Gespräch besser aufgehoben sind. „Wir haben extra einen Beratungsraum eingerichtet, um Diskretion sicherzustellen“, erklärt Andrea Beckmann, die eben immer den ganzen Menschen sieht und nicht nur ein Symptom, das es abzustellen gilt.
Beraten lassen kann man sich von ihr übrigens in vielen gesundheitlichen Lebenslagen: Sie hat eine Vielzahl von klassischen, homöopathischen und ernährungswissenschaftlichen Fortbildungen absolviert, um möglichst vielseitig helfen zu können.
Neben Expertise und menschlicher Wärme tragen natürlich auch die kernsanierten Räume dazu bei, dass das Laura-Team und die Kunden sich gut fühlen. „Und hinter dem Haus entsteht zurzeit ein Parkplatz“, ergänzt Andrea Beckmann, denn auch diese äußerlichen Dinge gehören dazu.

Modernste Technik und Wissenschaft im alten Gemäuer

Später kommt Ehemann Stefan hinzu. „Wir sind mit dem Ort hier schon immer sehr verbunden“, erzählt er, „durch familiäre, freundschaftliche und berufliche Beziehungen sind wir hier einfach heimisch.“
Nicht nur die Rezepturen, die Andrea Beckmann sehr gerne individuell anrührt – was für Allergiker und auch für Kinder wichtig ist – auch die Mischung aus traditionellem Apotheken-Standort, altem, kernsanierten Haus und neuzeitlichem Pharmazie-Wissen überzeugt.
„In der ‚Offizin‘, dem öffentlichen Teil der Apotheke, haben wir eine Bruchsteinwand vorgefunden und absichtlich so belassen, um die Geschichte des Hauses zu unterstreichen“, freuen sich Andrea und Stefan Beckmann über das Ladenlokal. Mich persönlich spricht die Gestaltung mit Bruchstein, Metall und Glas auch sehr an.

Frischer Wind im Kompetenzzentrum Gesundheit

Andrea Beckmann ist in ihrer Nachbarschaft richtig gut angekommen. „Nebenan praktizieren Ernährungsberaterin Andrea Scheidacker und die Internisten Dres. Lutz Tünnermann und Torsten Hartmann. Hier ist ein kleines, feines Kompetenz-Zentrum rund um die Gesundheit entstanden“, begeistert sich die Pharmazeutin, „so soll es sein, der frische Wind tut uns allen gut.“

„Mit der Zeit gehen, aber die Wurzeln nicht vergessen“

Und dann wird es noch philosophisch: „Mit der Zeit gehen, aber die Wurzeln nicht vergessen“, bringt sie ihr Konzept auf den Punkt. Der französische Philosoph und Politiker Jean Jaurés drückte es so aus: Tradition ist nicht das Bewahren der Asche, sondern das Schüren der Flamme. Viele große Geister haben es ähnlich formuliert. Schön, dass dieser Geist jetzt auch in Burgaltendort zu spüren ist, liebe Frau Beckmann!

pgs

Ganz privat
Lieblingsmusik: von Mozart bis Take That
Lieblingsfarbe: Bordeauxrot
Lieblingsessen: Krabbenbrötchen
Hobbys: der Garten
schönster Urlaub: immer wieder Langeoog
beste Eigenschaften: positiv und optimistisch

DJK Heisingen: Über 90 und top-fit

Krafttrainer Tim Wimmer lässt die Muskeln spielen

Tim Wimmer

Tim Wimmer

Teakwondo, Kraftsport und Badminton sind seine liebsten Hobbys. Tim Wimmer (23) lebt sie im Verein aus. Für die DJK Heisingen 1920 e.V. ist der Student als Übungsleiter und Krafttrainer aktiv. In Kupferdreh bereitet sich der ehemalige Leistungssportler an der Freien Akademie der bildenden Künste Essen auf ein Design-Studium vor.
Für die 1920 gegründete DJK („Deutsche Jugendkraft“) will sich Tim Wimmer gern portraitieren lassen. Seit 2004 war er für den Heisinger Sportverein als Gruppenhelfer tätig, bis er 2006 den Übungsleiterschein machte. Seitdem trainiert Tim Kinder und Jugendliche in Taekwondo und Badminton. „Mit drei Jahren habe ich hier zum ersten Mal Sport getrieben“, sagt er „beim Kinderturnen mit der Mutter“. Der Junge fand Spaß an der Bewegung sowie am Kräftemessen mit anderen. „Wettkämpfe sind wichtig für Kinder. So lernen sie früh, dass man nicht nur gewinnen kann, wie im Leben auch“, betont er. Mit 9 probierte Tim Taekwondo und bewies großes Talent.
Neben dem Gymnasium war er von 2001 bis 2008 Leistungssportler, schaffte es 2004 bis zum Training auf Bundesebene in Duisburg. Die koreanische Kampfkunst verlangt vor allem Dynamik und Schnelligkeit. „Seit den Olympischen Spielen 2000 in Sydney ist Taekwondo eine vollwertige olympische Disziplin. Mein ehemaliger Trainer, der Europameister Markus Woznicki, hat 1988 an der Olympiade in Seoul teilgenommen und Bronze geholt. Damals sowie 1992 in Barcelona war Taekwondo nur als Demonstrationswettbewerb zugelassen“, berichtet er.
Für die DJK hält Tim sich nicht nur fit, sondern auch sein Fachwissen auf dem neuesten Stand. Gerade im Fitness- und Kraftsport fließen Erkenntnisse aus der Medizin ein. „Manche Übungen, zu denen man früher geraten hat, werden heute nicht mehr empfohlen, weil man weiß, dass sie eher schaden als nützen oder nicht effektiv genug sind.“ Das Angebot des derzeit 1200 Mitglieder zählenden Vereins ist vielfältig und reicht vom Fitness- und Trendsport für alle Altersklassen über Kurse für Senioren, Kinder und Jugendliche bis hin zum Gesundheits- und Reha-Sport. Über 60 Kurse finden von montags bis samstags in umliegenden Turnhallen sowie im Sport- und Gesundheitszentrum an der Heisinger Straße 393 statt. Taekwondo, Badminton, Basketball, Leichtathletik, Tanz, Turnen und Volleyball sind die traditionellen Sparten des Vereins. Rund 50 ausgebildete Sportlehrer und Übungsleiter bilden sich regelmäßig für den Verein fort. Dass das Angebot stets up to date ist, beweist das Schwarze Brett der DJK: Hier lockt ein Schnupperkurs in „Zumba-Dance“. Die neue Fitness-Welle aus den USA hat die Ruhrhalbinsel erfasst. Das Workout mit Spaß-Faktor ist restlos ausgebucht, weiß Wimmer. Die Mischung aus Tanz, Aerobic und Intervalltraining soll die Figur zu latein-amerikanischen Klängen in Topform bringen.
Neben dem Training bastelt Tim an seiner beruflichen Karriere. Sein Wunschstudium (Sport in Köln) blieb ihm leider vorerst verwehrt. Wegen einer Handverletzung konnte der 23-Jährige die praktische Aufnahmeprüfung nicht ablegen. Nun hofft er, demnächst in Essen ein Design-Studium aufnehmen zu können. Den Test in der Dom-Stadt will er aber dennoch wiederholen. „So ganz habe ich mich beruflich noch nicht festgelegt“, sagt er. Bei den Wimmers hat der Sport einen hohen Stellenwert. Mutter Ursula (Sportlehrerin, 51) ist seit 1990 in der DJK aktiv, seit 2001 im Vorstand. Auch die Brüder Stefan (16) und Patrick (21) sind da keine Ausnahme. Beide sind Übungshelfer, beziehungsweise Übungsleiter. Nicht zuletzt gehören die Cousins, Philipp und Dominik Reichhardt, zum festen Team der DJK.
Im Kraftraum lässt Tim für den Frühaufsteher die Muskeln spielen. Was so leicht aussieht, ist Schwerstarbeit. Lächelnd absolviert Tim die Bauchübungen auf dem Rückenstrecker. Wir haben es mit der Kamera festgehalten.

addi

DJK Heisingen
Heisinger Straße 393
45259 Essen
Telefon: 0201/461070
www.djk-heisingen.de

Ganz privat
Lieblingsmusik: Rock-Musik
Lieblingsfarbe: Rot
Lieblingsessen: „Was meine Omas kochen.“
Hobbys: Sport, mit Freunden treffen
schönster Urlaub: immer wieder Jesolo (Adria)
beste Eigenschaften: humorvoll