Archive for Dezember, 2011

Wenn Oli sagt, es geht, dann geht’s!

Oliver Kern, Geschäftsführer des VKJ (Verein für Kinder- und Jugendarbeit)

Ernst und Oliver Kern

Ernst und Oliver Kern

Eine Menge Vertrauen sprach aus den Worten, die Britta Altenkamp, 1. Vorsitzende des Vereins für Kinder- und Jugendarbeit in sozialen Brennpunkten, anlässlich der Eröffnung des neuen Kindergartens „Kleine Riesen“ nach aufwändigen Umbau- und Renovierungsarbeiten in Altendorf über ihren Geschäftsführer fand.
Die Entwicklung, die der Verein seit dem Dienstantritt von Oliver Kern nahm, spricht dann auch für sich. Aus einer kurz vor der Insolvenz stehenden Organisation wurde eine der wichtigsten und aus dem Leben der Stadt Essen nicht mehr wegzudenkende Einrichtung. Der bedingungslose Optimist handelt nach dem Motto: Es gibt kein „Aber“. Grundsätzlich geht erst einmal alles.
„Lieber ‚Doc‘“, wie ich in der Frühaufsteher-Redaktion seit Beginn meiner Tätigkeit bei der Zeitung genannt wurde, „schreibe doch für die letzte Ausgabe noch einen Artikel über eine wichtige Überruhrer Persönlichkeit.“ Spontan fiel mir mein Neffe und Patenkind Oliver ein. Doch, wie schreibt man über einen Menschen aus seiner unmittelbaren Verwandtschaft, zu dem man regelmäßig Kontakt hat und dessen Entwicklung man selbstverständlich mit einem gewissen Stolz verfolgt hat? Es ist eigentlich einfacher als gedacht, da es auch eine sehr große geistige Verwandtschaft gibt. So haben wir uns zusammengesetzt und locker über die Vergangenheit und Gegenwart geplaudert. Wenn es nicht am Mittag gewesen wäre, hätten wir das bestimmt bei unserem Lieblingsgetränk, einem leckeren Pilsken, getan. Aber Dienst ist Dienst …
Vom Tellerwäscher zum Millionär, diese amerikanische Karriere könnten man fast auf Oliver übertragen. Aber eben nur fast, denn erstens begann sein Berufsweg nicht in einer Küche, sondern als Mitglied einer Putzkolonne. Ergänzend dazu wurde am Wochenende gekellnert. Und zweitens sind die Millionen nicht seine eigenen, sondern der Umsatz, den der VKJ mittlerweile macht. Es sind über sieben. Zurück zu den Anfängen. 1982 suchte er sich eine eigene Wohnung und begann konsequent mit der Realisierung seines Wunsches, Erzieher zu werden. Die Fachschule für Ernährung und Hauswirtschaft, im Volksmund auch „Knödelgymnasium“ genannt, wurde locker absolviert, was das Fachliche anbetrifft. Von zu Hause war in Anbetracht von neun Geschwistern nichts zu erwarten und als Schülerbafög gab es lediglich 150 DM. Es war sein Sozialwissenschaftslehrer Willi Rixius, mit dem er heute noch freundschaftlich verbunden ist, der ihm zu einer einmaligen Zuwendung der „Mathias-Rust-Stiftung“ in Höhe von 1000 DM verhalf. Ansonsten hieß es: Schule, arbeiten, Schule, arbeiten …

Oliver Kern

Oliver Kern

Kräftig den Rücken gestärkt haben ihm in dieser Zeit seine ältere Schwester Ricarda und Schwager Uwe, die ihm über manchen Tiefpunkt, oft bis spät in die Nacht hinein, hinweggeholfen haben. Über mehrere Stationen landete der staatlich geprüfte Erzieher und Sexualpädagoge schließlich 1992 beim Verein für Kinder- und Jugendarbeit, wo der engagierte Gewerkschaftler und Sozialdemokrat neben seiner Tätigkeit als Leiter verschiedener Kinderhäuser bis 2006 Betriebsratsvorsitzender war. Nach reiflicher Überlegung und gutem Zureden seiner Ehefrau Andrea und vieler Kollegen bewarb sich der mittlerweile diplomierte Gesundheits- und Sozialökonom um den Posten des kurz vor der Insolvenz stehenden Vereines und wurde engagiert. Eine seiner ersten Handlungen war, ein Horrorszenario für jeden Gewerkschaftler, die Entlassung von 16 MitarbeiterInnen aus wirtschaftlichen Gründen. Aber Oli wäre nicht Oli, wenn er nicht auch Plan B in der Tasche gehabt hätte. So machte er seine Zusicherung bei den Entlassungsgesprächen wahr und stellte ein Jahr später 12 davon wieder ein. 157 nach den tariflich möglichen Höchstsätzen bezahlte und zufriedene Angestellte sind es heute. Und er kennt alle mit Namen. Er hält es für einen der größten politischen Fehler, den Sozialbereich nur noch unter betriebswirtschaftlichen Aspekten zu sehen. Reich geworden dabei seien nur die Unternehmensberater. Wer nur in Zahlen denke, der verliere den Respekt vor dem Leben. Der Mitarbeiter wie auch der betreute Mensch ist eben nicht nur eine betriebswirtschaftliche Größe. Bei all seinem Engagement kommen Familie und die Entspannung aber nicht zu kurz. Letzterem dient vor allen Dingen das wöchentliche Saunieren in der eigenen Sauna oder auch die gemeinschaftlichen Unternehmungen mit seiner fünfköpfigen „Herrenrunde“. In der vierköpfigen Familie dreht sich alles um Bouvier-Mischling Kira. Der gute Geist des Hauses aber ist Schwiegermutter Renate Terlonen, die dem voll berufstätigen Ehepaar Andrea und Oliver sowie den Kindern Pia und Lukas den Rücken frei hält. Seit 28 Jahren heißt der Urlaubsort Tetenbüll, ein kleines Dorf in der Nähe von St. Peter-Ording. Da steht dann unser Protagonist gerne alleine auf dem Deich und lässt sich kräftig durchpusten.

eak

Mithilfe
Wer Oli Kerns Arbeit unterstützen will, kann gerne auf das Konto des VKJ Nr. 245225 bei der Sparkasse Essen, BLZ 36050105 überweisen.

Ganz privat
Lieblingsmusik: REM, U2
Lieblingsfarbe: Blau
Lieblingsessen: Mettwurst in allen Variationen, z.B. Mettwurstkuchen
Hobbys: Politik, Sauna
schönster Urlaub: der erste gemeinsame Urlaub mit Ehefrau Andrea auf Kreta
beste Eigenschaften: Zielstrebigkeit, Gelassenheit

„Ich liebe Lebensmittel“

[ Portrait von Benjamin Struwe, Juniorchef von EDEKA in Kupferdreh. ]

Alles frisch

Benjamin Struwe

Benjamin Struwe

Benjamin Struwe

Schon nach kurzer Zeit ist die „Frühaufsteherin“ versucht, Herrn Struwe mit Herrn Edeka anzusprechen, so sehr ist der Kupferdreher Lebensmittelkaufmann Benjamin Struwe, Jahrgang 1983, mit seiner Marke verbunden.
Die Werbespots rund um den Slogan „Wir lieben Lebensmittel“ kennen wir ja alle – wer in diesem Laden Kunde oder, wie ich heute, in redaktioneller Mission unterwegs ist, der merkt schnell, dass Benjamin Struwe und sein Team diese Worte täglich mit Leben füllen.
„Ich bin in die Edeka-Welt regelrecht hi­neingewachsen“, erzählt der Lebensmittel-Liebhaber. „Seit ich denken kann, arbeitet mein Vater für Edeka, zuerst als Bezirksleiter, dann hier vor Ort mit dem Geschäft.“ Den jungen Benjamin nahm er häufig mit zur Inventur oder zu etwas aufregenderen Einsätzen mit der Polizei bei nächtlichen Fehlalarmen. Der fand das alles spannend – ein idealer Einstieg. Ein anderer Berufsweg kam für Benjamin Struwe gar nicht erst in die Tüte.

In die Edeka-Welt hineingewachsen

„Schon während der Schulzeit habe ich hier ausgeholfen. Die Ausbildung absolvierte ich dann bei einem befreundeten Edekaner, der in Holsterhausen zwei Märkte betreibt.“ Der angehende Einzelhandelskaufmann lernte alles, was es zu seinem Lieblingsthema Lebensmittel zu lernen gab, und war schon in der Lehrzeit für die Fischtheke so gut wie alleine zuständig. Doch natürlich mussten sie den einsatzfreudigen jungen Mann wieder hergeben – Kupferdreh wartete schließlich auf ihn:
„Mein Vater hat den Standort als Bezirksleiter der Edeka 1984 gegründet und 1998 übernommen. Er hat ihn laufend modernisiert, damit er für die Kunden attraktiv bleibt. Im Juni haben wir umgebaut.“ Benjamin selbst übernahm nach und nach immer mehr Verantwortung. Was zeichnet den Kupferdreher Laden aus?

Ein starkes Team im Kundeneinsatz

„Wir setzen uns von unseren Mitbewerbern durch persönliche Beratung ab“, freut sich Benjamin Struwe. Das 27-köpfige Team versorgt die Kunden nicht nur mit frischen Lebensmitteln. „Viele sind froh, wenn sie mit uns sprechen können“, weiß Herr Struwe junior. Mit den Menschen umzugehen, für jeden das richtige Fingerspitzengefühl zu entwickeln ist das, was ihm an seinem Beruf besonders viel Spaß macht. „Dafür nehmen wir uns gerne Zeit“, betont er. Die meisten Kunden sind Stammkunden. „Und wer uns noch nicht kennt, den laden wir herzlich ein, sich mit uns auf die erlebnisreiche Welt der Lebensmittel einzulassen, die immer wieder neue Entwicklungen mit sich bringt. Dafür geben wir alles, Tag für Tag.“ An dieser Stelle ein dickes Dankeschön an alle Mitarbeiter!

Edeka ist ein Top-Partner

Wer für seine Kunden ein guter Partner ist, braucht selbst einen solchen an seiner Seite – ganz wichtig ist die Weiterbildung. Und dafür ist Edeka ideal: „Von der Warenkunde zu den einzelnen Gruppen wie Obst und Gemüse, Wein, Molkereiprodukte, Öle und Fette, an denen man schon in der Ausbildung teilnehmen kann, bis zu weiterführenden Marktmanagement-Qualifizierungs-Programmen in Sachen Teamentwicklung, BWL, Personalführung – Edeka liebt nicht nur Lebensmittel, sondern das gesamte Know-how, das damit verbunden ist.
„Bereits die Lehrzeit umfasst nicht nur das duale System aus Lehrbetrieb und Berufsschule. Bei Edeka kommt noch eine dritte Säule in Form von Workshops hinzu“, begeistert sich Benjamin Struwe für das System. „Ich habe davon sehr profitiert.“ Das gilt auch für Ihre Kunden, lieber Herr Struwe!

Ein Tag im Leben eines Edekaners

„Meiner beginnt zusammen mit dem Filialleiter beim Obst und Gemüse“, erfahre ich. Weiter geht es dann mit administrativen Dingen, beispielsweise Bestellungen, Preispflege und Rechnungskontrollen. Sein Vater verantwortet Weine und Spirituosen, er selbst die übrigen Getränke, leitet das Personal an, organisiert, was zu organisieren ist.
„Ich habe eigentlich zwei Stellen“, erklärt Benjamin Struwe. „Als Stellvertretender Marktleiter kümmere ich mich eher um das Tagesgeschäft. Geschäftsführer bin ich gemeinsam mit meinem Vater – da geht es ums Planen, Auswerten, die Sortimentspflege und viele weitere Managementaufgaben.“
Anfang des Jahres kommt ein weiterer Titel hinzu. Da wird Benjamin Struwe seine letzten Prüfungen zum Handelsfachwirt ablegen – wichtiges Rüstzeug, um einen Markt zu leiten und in betriebswirtschaftlicher Hinsicht gut aufgestellt zu sein.

Ausgesprochen vielseitig: Edeka als Ausbildungsbetrieb

Wer selbst gut ausgebildet wurde, will sein Wissen gerne weitergeben. Benjamin Struwe besitzt auch einen Ausbilderschein und hat einen Fragenkatalog entwickelt, den er mit seinen Auszubildenden gemeinsam bespricht. „Übrigens ist der Einzelhandel der größte Arbeitgeber“, klärt mich der Lebensmittelfreund auf. „Junge Leute auszubilden wird auch für uns immer wesentlicher. Ich engagiere mich dafür, dass jeder Interessierte eine fundierte Ausbildung erhält.“ Edeka kann er nur empfehlen: vom Einzelhandelskaufmann bis zum Großhandelskaufmann, von den Fachverkäufern bis zum Kfz-Mechatroniker – die Möglichkeiten sind vielseitiger, als man ahnt. Wer eine Führungsposition anstrebt: „Nach dem Abitur kann man schnell aufsteigen, wenn man die Ausbildung mit dem Studium zum Handelsfachwirt kombiniert.“

Heimatverbunden und verantwortungsbewusst

Benjamin Struwe liebt nicht nur Lebensmittel, er lebt sie sozusagen – auch am Wochenende. „Feierabend ist eigentlich nie. Ich nehme vieles mit nach Hause oder bespreche mich mit meinem Vater.“ Und aus dem Kopf verschwindet Edeka sowieso nicht.
Die verantwortungsvolle Arbeit ist genau das Richtige für den überzeugten Edekaner. Sein Führungsstil ist demokratisch, findet Benjamin Struwe, der lieber motiviert als anordnet: „Das Ziel zählt.“
Apropos Ziel – sein nächstes Ziel ist es, in einem anderen Edeka-Markt als Trainee seinen Horizont zu erweitern, neue Strukturen kennen zu lernen, denn „die Theorie ist abgedeckt“, erläutert Benjamin Struwe seine Pläne. „Ich tausche mich auch mit anderen Jungkaufleuten aus.“ Den selbstständigen Einzelhandel zu fördern, regionale Stärken auszuspielen liegt dem heimatverbundenen Kaufmann ebenfalls sehr am Herzen.

Auch die Zukunft heißt Edeka. Und natürlich Ina!

„Ich möchte mich gerne vergrößern“, blickt Benjamin Struwe in die Zukunft, der auch in einen privaten Standort investiert hat. Keine Angst, liebe Kupferdreher, er wird Ihnen erhalten bleiben, denn er liebt nicht nur Lebensmittel, sondern auch die Region und vor allem seine Verlobte, Ina Luczka, die als Bankkauffrau Kredite für mittelständische Unternehmen bearbeitet. Im Mai wollen die beiden heiraten und hochzeitsreisen: „Ziele sind San Francisco und der Grand Canyon.“
Zum Schluss kommen wir aber – wie könnte es anders sein! – noch einmal auf Edeka zurück: „Edeka ist kein Franchise-Unternehmen, wie viele denken. Die Zentrale unterstützt uns mit der EDV, bündelt den Einkauf, gestaltet und verwaltet die Wochenwerbung und beliefert uns zum Teil mehrmals täglich mit Ware. Doch die Kaufleute sind zu 100 % selbstständig.
Und Sie, lieber Herr Struwe und Team, sind zu mindestens 150 % engagiert! Der Frühaufsteher wünscht weiterhin eine gelungene Lebensmittel-Liebesgeschichte.

pgs

Ganz privat
Lieblingsmusik: Bob Dylan
Lieblingsfarbe: Blau
Lieblingsessen: Gegrilltes
Hobbys: Reisen, Sport
schönster Urlaub: Sylt, Spanien
beste Eigenschaften: teamfähig und flexibel

„Abstiegsszenario“

Christian Ruthenbeck

Christian Ruthenbeck

Kerl inne Kiste, neun Spiele ohne Sieg sind kein Pappenstiel. Wennse als Fan neun Spiele in Folge nich feiern kanns sind dat ganz schön harte Wochen, dat kannse mir glauben.  
Da fährse quer durche Republik, nach Trier, Mönchengladbach, Wuppertal, Idar-Oberstein und zur Not auch bis nach Pusemuckel, wo die Hunde mit die Schwänze bellen, und jedesmal kommse mit leere Hände zurück inne Heimat. Nach der letzten Hammer-Saison ham wa doch alle durche rot-weisse Brille geglubscht und gedacht, dat Leben wär nen Ponyhof. Aber dat et dat nich is, hat uns die Negativserie zuletzt unmissverständlich klar gemacht.
Waldis wilde Fußballkerle haben dabei in den letzten drei Monaten nichmal schlecht gespielt, also meistens zumindest. Trotzdem gab et nur zwei magere Pünktchen in den besagten neun Spielen. Und genauso wie wir Fans, hatte auch die Truppe um Capitano Timo Brauer an der Serie zu kabbern. „Hasse Scheiße am Fuß, hasse Scheiße am Fuß!“ hat der Andy Breme ma gesacht, als et sportlich nich lief. Dem gibbet glaub ich nix hinzuzufügen.
Aber wer den Schaden hat, muss sich um den Spott bekanntlich nich kümmern – der kommt von alleine. So ging et auch mir:
Neulich war ich nache Maloche noch schnell beim Willi anne Bude und hab mir mein Feierabendpilsken gegönnt. Son kühles Blondes is doch nach nem langen Tach imma noch wat ganz besonders. Ganz besonders unschön is, wenne beim Genuss deines Bierchens noch vonne Seite blöd angesabbelt wirs. Übeltäter war Hansi. Hansi (seines Zeichens Anhänger der Blauen aus der Stadt, deren Namen nicht genannt wird) is Mitte fuffzich. Hansi is eigentlich imma grade bei Willi, wenn ich da vorbeikomme und Hansi quatscht viel, wenn der Tach lang is.
Getz fing der Torfkopp aber mit Piesacken an, und dat geht ma gar nich! „RWE? Ihr könnt doch gar nix! Getz seita wieder da, wo ihr hingehört! Unten in Liga 4. Und wenn Oberhausen ausse dritte Liga ab­steicht und ihr dann Letzter seid, geht wieder dat Licht aus“, sacht Hansi und grinst wie nen Honichkuchenpferd, als wolle er mir sein neuet Gebiss zeigen.
Ich hab ersma nen tiefen Schluck Zaubertrank aus meine gekühlte Flasche genommen und dann in aller Seelenruhe die 240-Mio-Schulden-Keule ausgepackt. Anschließend habe ich dann dem Hansi extra langsam ma erklärt, wie dat einzichste Szenario aussieht, in dem RWE diese Saison absteigen kann.
Et is nämlich so: Nur in dem Fall, dat ein Nicht-Westverein (z.B. Eintracht Trier) sich den einzigen Aufstiegsplatz krallt und in Liga 3 aufsteigt und gleichzeitig alle drei Westclubs (Oberhausen, Münster und Bielefeld) aus der dritten Liga absteigen, hätte die Regionalliga inne nächsten Saison 23 Mannschaften. Dat is aber laut DFB-Statuten nich drin. Daher würde dann (und nur in diesem Fall) der Tabellenletzte von diese Saison absteigen. Klingt kompliziert, isset aber eigentlich nich. Außerdem isset so wahrscheinlich, wie nen Schneesturm in Rio.
Dat hat dann auch der Hansi eingesehen.
Aber mein Opa hat imma behauptet, dat er auch schomma nen Pferd in Borbeck vorde Apotheke kotzen sehn hat. Watta damit gemeint hat is klar, und deswegen is auch klar, dat die Roten nur nich die rote Laterne „erobern“ sollten – auch wenn die Farbe schön ist. Den ersten Schritt wech vom Tabellenende haben die Jungens jetzt auch schon gemacht. Nach – wie bereits erwähnt – zuletzt neun sieglosen Spielen, gab et endlich wieder wat zu feiern. Im „kleinen Revierderby“ zwischen RWE und der zwoten Mannschft von Hansis Lieblingsclub gab et am Samstag einen schmutzigen 1:0 Sieg und die vielen treuen Fans haben jede davon Sekunde ausgekostet. Gegen die Blauen zu gewinnen, is halt immer wat Feines. Derbysiege schmecken besonders gut. Das Glück war komplett, nachdem auch der deutsche Meister aus Dortmund das große Derby für sich entschieden hatte und die Blauen an diesem Wochenende ganz ohne Punkte in die Verbotene Stadt zurückkehren mussten. Wenigstens war die Heimfahrt nich so lang …
Den Hansi hab ich übrigens seitdem noch nich wieder gesehn. Aber Unkraut vergeht nich, und wenn ich ihn dann wiedersehe, bin ich anne Reihe mit Piesacken! Et bleibt also spannend, sowohl aufm Rasen anne Hafenstraße als auch bei Willi anne Bude. Ich halt Euch aufm Laufenden.

Nur der RWE

Christian Ruthenbeck

Übrigens getz auch im Fratzenbuch!

http://www.facebook.com/pages/Opa-Luscheskowski-sein-Enkel-der-RWExperte/207353302618340?ref=ts

Sylvia Stilleke bereitet armen Kindern zu Weihnachten eine Freude

Sylvia Stilleke

Sylvia Stilleke

Als Kind spielte sie am liebsten mit dem Kaufladen. Wie im Märchen wurde dieser Wunsch Jahre später wahr. Aber statt auf Wunder zu hoffen oder Frösche zu küssen, krempelte Sylvia Stilleke beide Ärmel hoch. Von der REWE-Verkäuferin schaffte sie es bis nach ganz oben. An der Burgruine betreibt die 40-Jährige seit Mai 2006 an der Dumberger Straße einen florierenden Supermarkt.
Wir treffen „Frau REWE-Burgaltendorf“ ganz privat. In ihrem Supermarkt im Schatten der Burg. Die Audienz verläuft erstaunlich unkompliziert. Am Herzen liegt ihr die Aktion „Sterntaler – Kleine Gesten können Großes bewirken“. Wir erleben eine zielstrebige Chefin, die ihre Wurzeln nicht verleugnet. Zu Recht ist sie stolz auf das, was sie erreicht hat: Vom Kaufladen hat sie sich mit Fleiß, Ausdauer und Spaß zum eigenen Supermarkt hochgearbeitet. Der Burgruine zuliebe gab es beim Bau einige Auflagen der Stadt. Die „Halbmasten“ an der Einfahrt sind eine davon.
Dem Geschäft hat es nicht geschadet. 11.000 Kunden kaufen pro Woche bei ihr ein. Für 17,50 EUR im Durchschnitt, hat eine Statistik ergeben. Vor Weihnachten ist es hektischer. Die tatkräftige Kauffrau rät zur Geduld, auch wenn es auf dem Parkplatz wieder voll wird. Sylvia Stilleke mischt sich gern unter den Trubel und lebt dabei auf. Zwei „Powertage“ hat sie in der Woche: dienstags und donnerstags. Dann räumt sie mit ihrem Team palettenweise neue Ware sowie die Angebote der kommenden Woche ein. Möglichst flott muss das gehen, damit die Kunden beim Einkauf nicht gestört werden.
Als kleines Mädchen lernte Sylvia die Einzelhandelskette kennen, unter deren Flagge ihr Geschäft steht. Das wohl im Marken-Verbund einzige mit gekürzten Masten. „Meine Mutter war Verkäuferin“, erzählt sie und erinnert sich an Kindertage in Essen-Steele und Freisenbruch. Rot-Weiß wurden ihre Lieblingsfarben. Über 90 Mitarbeiter inklusive Aushilfen und allein sechs Auszubildende arbeiten 2011 in ihrem großen Kaufladen. „Am liebsten hat früher mein Vater bei mir eingekauft.“ Bei REWE in Katernberg absolvierte sie ihre Ausbildung und wechselte 1991 nach Steele. Dort stieg sie nach der Qualifikation für Führungskräfte 1992 zur Substitutin auf und wurde 1999 Marktleiterin am Grendplatz. Dann winkte der eigene Laden. Die „Kauffrau durch und durch“ griff beherzt zu. „Mein Mann ist mir bei allem eine gute Stütze“, sagt sie. Jörg Brock (47) ist branchenfremd. „Er sieht vieles aus der Sicht der Kunden und macht mich auf Fehler aufmerksam, zum Beispiel, wenn im Laden etwas im Weg steht“, weiß Sylvia zu schätzen.
Zu Weihnachten will sie bedürftigen Kindern aus Essen eine Freude bereiten. „Auch REWE Motyl aus Kupferdreh und der Supermarkt von Thorsten Grob am Isinger Tor machen bei der Aktion Sterntaler mit.“ 350 Wunschzettel wurden in den drei Geschäften ausgehängt. Geschrieben von Jungen und Mädchen aus sozial schwachen Familie in Vogelheim, Stadtmitte oder Altendorf. „Die Wünsche sind eher bescheiden“. Eine Puppe, eine Stofftier, ein Apfel, Süßigkeiten oder auch nur „mehr Liebe“ ist auf den Kärtchen am Geschenke-Käfig im Eingangsbereich zu lesen. Etwa 300 Einzelhändler der Dortmunder Genossenschaft sorgen mit Hilfsorganisationen und dem gemeinnützigen Verband der Tafel e.V. dafür, dass die Wünsche wahr werden. Kleine Gesten zählen: Der Wert der Geschenke beträgt maximal 25 EUR.
„Wer teilnehmen möchte, sucht sich einen Wunschzettel aus und wendet sich an einen Mitarbeiter. In einer Liste werden der Name des Schenkenden sowie des Kindes notiert. Der Kunde besorgt das Präsent, packt es ein und bringt es bis zum 17. Dezember zu uns zurück“, erklärt Stilleke. Die Gaben werden bis zur Bescherung aufbewahrt. Die Übergabe findet unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt, damit niemand in Verlegenheit gerät. Darüber hinaus fließen zehn Prozent des Erlöses spezieller Sterntaler-Produkte in die Aktion. Kunden können auch direkt Münzgeld in eine Sammelbox im Kassenbereich werfen.
Ausgleich zur Arbeit findet die Essenerin im Garten. Mit Jörg Brock und seiner Tochter lebt sie in Steele-Horst. Janine (23) tritt in die Fußstapfen von Sylvia. „Sie hat bei uns gelernt und absolviert jetzt in Dortmund das Führungskräfte-Entwicklungsprogramm.“ Nicht nur das haben die beiden gemeinsam.

addi

Ganz privat
Lieblingsmusik: von Rock bis Pop
Lieblingsfarbe: Grün
Lieblingsessen: selbst gemachte Reibekuchen von Mutti
Hobbys: Gartenarbeit
schönster Urlaub: Türkei
beste Eigenschaften: Zielstrebigkeit

Im Karneval die Kirchenmaus

Frauke Westerkamp setzt sich für katholische Frauen ein

Frauke Westerkamp

Frauke Westerkamp

Für die katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) mimt Frauke Westerkamp (53) zu Karneval die Kirchenmaus. Auch sonst legt sich die Vollzeit-Rechtspflegerin gern für den größten Frauenverband der Bundesrepublik ins Zeug. Wo die Eltern früher eine Segelschule führten, lebt sie mit Ehemann Uwe. Ihre Schwester Antje mit Familie wohnt nebenan.
Vorab: Es war ein heißer Tipp. „Sie sollten unbedingt mal die Frau Westerkamp vorstellen!“, schlug eine aufmerksame Leserin dem Frühaufsteher vor. Beharrlich wiederholte sie die Bitte und stellte auch den Kontakt her. Schnell stellten wir fest: Frauke Westerkamp ist viel beschäftigt. Arbeitet sie nicht gerade in Vollzeit als Rechtspflegerin für die Essener Staatsanwaltschaft, engagiert sich die 53-Jährige für katholische Frauen in der kfd. Die Zeit fürs Portrait nahm sich die leidenschaftliche Hobby-Fotografin von der Lanfermannfähre dennoch gern.
„In die Kirchenarbeit bin ich über den Kindergarten reingerutscht“, erzählt die gebürtige Essenerin in ihrem „Haus am See“. Keine 20, wie im gleichnamigen Ohrwurm, aber immerhin zwei Kinder hat sie. Aus dem Krabbelalter sind Henning und Erik mit 24 und 21 Jahren längst heraus. Frauke aber blieb der Gemeinde St. Georg treu. Seit 1999 führt die Beamtin des gehobenen Justizdienstes Protokoll im Gemeinderat. Zum Frauenverband kfd kam sie zunächst, um zu Karneval die Kinder ihrer Freundinnen zu hüten. Wäre es dabei geblieben, hätten die Heisinger auf die spritzigen Büttenreden der „Kirchenmaus“ verzichten müssen. „Ich begrüße die Närrinnen in Reimform. Das ist schon Tradition.“
Bis in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts reichen die Anfänge der heutigen kfd zurück. In Frankreich entstanden damals erste Gebetsgemeinschaften christlicher Mütter. Stolz auf ihre lange Geschichte ist die kfd-Heisingen. „2011 haben wir in St. Georg 100-jähriges Bestehen gefeiert“, berichtet Westerkamp. Der christliche Frauen- und Mütterverein wurde im November 1911 unter Pfarrer Josef Fell gegründet. Mehr als 300 Frauen der 4000-Seelen-Gemeinde schlossen sich an. Gut 100 Mitglieder sind seitdem hinzugekommen.
Auch wenn die Aussicht auf den Baldeneysee noch so schön ist, zieht es die Westerkamps ab und an in die Ferne. Von der Norwegen-Kreuzfahrt zur Silberhochzeit im Mai 2010 schwärmt das Ehepaar noch heute. Ein selbst gestaltetes Fotobuch erinnert an die Traumreise mit dem Postschiff. Mit ihrer Schwester unternimmt Frauke einmal im Jahr eine Busreise. In Cornwall folgten die beiden in diesem Jahr den Spuren von Rosamunde Pilcher. In der Heimat der britischen Schriftstellerin schauten sie sich auch die Drehorte der romantischen Verfilmungen an. Natürlich hat Frauke alles mit der Kamera festgehalten.
Neben dem Fotografieren widmet sich die engagierte Katholikin dem Schreiben. Regelmäßig verfasst sie Berichte für den Pfarrbrief, den sie darüber hinaus selbst austrägt. Am PC im Wohnzimmer zeigt sie uns die Festschrift zum kfd-Jubiläum. „Das Layout und die Gestaltung hat mein Sohn Henning gemacht“, verrät sie uns. Ein Klacks für den angehenden Mediengestalter. Ehe wir es vergessen: Für die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) kümmert sich Frauke ehrenamtlich um die Materialbeschaffung für Wasserrettung und Schwimmbäder. Dieses Hobby teilt sie mit Ehemann Uwe, der mit anderen DLRG-Helfern in Kupferdreh die Erwachsenen im Schwimmen trainiert.

addi

Ganz privat
Lieblingsmusik: Musicals von Cats bis Rebecca
Lieblingsfarbe: blau
Lieblingsessen: alles was süß ist – von Kaiserschmarrn bis Schokopudding
Hobbys: Fotografieren, Schreiben, die kfd
schönster Urlaub: Hurtigruten-Reise Bergen-Kirkenes-Bergen
beste Eigenschaften: Offenheit, Lebensfreude, Neugier

kfd
Die katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) ist mit 650.000 Mitgliedern der größte Frauenverband der Bundesrepublik. Im Diözesanverband Essen sind circa 44.000 Frauen in 220 kfd-Gemeinschaften zusammen geschlossen. Die Ruhrhalbinsel zählt rund 1.300 Mitglieder in 7 kfd-Gruppen. Willkommen sind Frauen jeden Alters. Jeden zweiten und dritten Dienstag im Monat treffen sich die Heisinger kfd-Frauen um 19.30 Uhr im Gemeindesaal. Kontakt: Frauke Westerkamp, Telefon: 465797, westerkamp@cneweb.de