Archive for 'NUR: Hattingen'

Das NaturReich in Niederwenigern

Sonja Kalupa pflegt ihre Kunden ganz natürlich

Sonja Kalupa

Sonja Kalupa

NaturReich heißt das neue Geschäft von Sonja Kalupa in Niederwenigern völlig zu Recht: Man betritt ein Reich der Natur, denn die Produkte, mit denen sie ihre Kunden verwöhnt, sind alle reich an natürlichen Inhaltsstoffen.
„Dabei habe ich einmal mit ganz herkömmlicher Kosmetik angefangen“, lacht die sympathische Inhaberin. Laden und Behandlungsraum sind ebenso freundlich wie sie selbst. Bei einer Tasse Tee erzählt mir die Mutter dreier Kinder zwischen acht und neunzehn Jahren, wie aus der konventionellen eine „Natur“-Kosmetikerin wurde.
„Ich bin den klassischen Weg über die Friseurausbildung gegangen und wollte Maskenbildnerin werden“, berichtet sie. Doch mit dem Volontariat im Theater habe es nicht geklappt, da es nur wenige Stellen gab. Sonja Kalupa ließ sich nicht entmutigen, sondern zur Kosmetikerin und Visagistin ausbilden. Sie arbeitete in verschiedenen Parfümerien und Kosmetikinstituten.
„Als die beiden ersten Kinder in der Grundschule waren, unterrichtete ich in Essen als Dozentin an einer Kosmetikfachschule. Das hat mir sehr gefallen“. Hieraus entstand auch die Idee mit den Schmink-Workshops. Das Angebot umfasst Themen wie „Pflege- und Make-up-Grundlagen“ über „Teenager-Events“ bis zur „Schminkparty für den Junggesellinnenabschied“. Individuelle Wünsche werden dabei gerne berücksichtigt. Ein wichtiges Stichwort ist auch die Farbauswahl: „Es fasziniert mich, wie die jeweils richtigen Farben einen Menschen strahlen lassen.“ Sonja Kalupa strahlt gleich mit.
Ehrenamtliche Schminkseminare bei der DKMS für Krebskranke geben ihr genauso viel wie den Teilnehmern: „Ein Stück Normalität und Freude in den Alltag kranker Menschen zu bringen ist einfach schön.“ Kostenlose Seminare für Menschen mit Haarausfall beziehungsweise Augenbrauen- und Wimpernverlust sowie Informationsabende zum Thema Naturkosmetik sind für das Jahr 2012 in Planung. Die überzeugte Naturkosmetikerin kooperiert auch mit verschiedenen Partnern. Im Bereich Foto-Make-up arbeitet sie mit einer professionellen Fotografin zusammen. Das Angebot erstreckt sich vom Bewerbungsfoto bis zum extravaganten Foto-Shooting. Weitere Gemeinschaftsprojekte zu Themen wie Ernährung oder einem speziellen Brillen-Make-up sind geplant: „Ich stelle sehr gerne mit anderen etwas auf die Beine.“ Das sieht man an den kunsthandwerklichen Schmuckstücken, die sie in ihrem Geschäft verkauft. Dieses hat sie im Oktober 2011 eröffnet – ein Heimspiel, sie kommt aus Niederwenigern.
Zum Schluss bitte ich sie noch um einen kurzen Hinweis für alle, die noch nicht im Thema sind. Sonja Kalupa findet: „Pflanzlichen Öle sind dem Fettschutzmantel unserer Haut sehr ähnlich. Daher arbeiten sie mit der Haut, unterstützen sie in ihrer Eigenaktivität und Selbstregulierung. Jede Haut ist anders und benötigt daher eine individuelle und vor allem ganzheitliche Betrachtung. Vor jeder Erstbehandlung führe ich mit der Kundin ein sehr ausführliches Gespräch. Manche wundern sich, was ich alles wissen will“, lächelt Sonja Kalupa, „doch das ist keine Indiskretion, sondern grundlegend für die Behandlung.“ Danke für ein „längeres Erstgespräch“ auch von der Frühaufsteherin!

pgs

Ganz privat
Lieblingsmusik: von Klassik bis Charts
Lieblingsfarbe: auf ihre Art ist jede Farbe schön
Lieblingsessen: Pasta
Hobbys: Hündin Gipsy, Yoga
schönster Urlaub: Südtirol
beste Eigenschaften: kommunikativ

Kronprinz und Klosterkomplott

Lars Friedrichs erster Roman spielt im Wienerwald

Lars Friedrich

Lars Friedrich

Kronprinz Rudolf, Sohn von Elisabeth von Österreich-Ungarn, österreichische Kaiserin, Sisi oder Lisi und uns allen wohl besser als „Sissi“ bekannt, starb im niederösterreichischen Mayerling. Wie entstand die Verbindung zwischen Hattingen-Welper und Mayerling – und wie kommt ein junger Hattinger dazu, sich für das österreichische Kaiserhaus zu begeistern? Immerhin liegen zwischen beiden Orten rund eintausend Kilometer.
Doch nicht Rudolf und Sissi stehen im Mittelpunkt unseres Gespräches, sondern Lars Friedrich, Hattinger Autor und Journalist. Er ist sozusagen ein Achtundsechziger – da wurde er nämlich geboren. Allerdings wuchs er in Welper auf und nicht in Niederösterreich, dessen Geschichte ihn schon früh fasziniert hat.

Schuld war nur der Zivildienst

„Im Hattinger Altenheim an der Brandtstraße lernte ich als Zivildienstleistender eine gebürtige Wienerin kennen, die als Kind noch Kaiser Franz Joseph erlebt hatte. Ich fand das sehr spannend. Meine Eltern besuchten die Osterfestspiele in Salzburg; ich bat sie, mir doch einmal ein Buch über die Habsburger mitzubringen“, erzählt der sympathische Vater zweier Kinder, der heute mit seiner Familie in Hattingen-Holthausen lebt. „Und eine Kundin meiner Mutter war die Biografin Brigitte Hamann.“ So kam eine Informationsquelle zur anderen; ohne Internet war das ja alles nicht ganz einfach.

Noblesse oblige

Lars Friedrich las alles, was er über „sein“ Thema bekam – und stellte fest: „Überall stand etwas anderes.“ Neugierig, wie Journalisten und Autoren nun einmal sind, rief er kurz entschlossen die Habsburger an. Sein Mut wurde belohnt: Erzherzogin Rosemary von Habsburg-Lothringen lud den Hattinger ein. Der Freund von Sissi und besonders ihres Sohnes Rudolf erläutert: „Dieser offene Persebeuger Zweig leistet sich den Luxus einer eigenen Meinung.“

Von Thronfolgern und Karmelitern

Über die Bochumer Zisterzienser lernte Lars Friedrich den Karmel Mayerling im Wienerwald  kennen, der im ehemaligen Jagdschloss des Kronprinzen Rudolf zu Hause ist. Das Ergebnis seines Interesses sind eine Ortschronik von Mayerling, das Mayerling-Sammelsurium und Kronprinz Rudolf, Erinnerungen an einen Thronfolger.
„Natürlich habe ich auch zahlreiche Devotionalien“, erfährt die Frühaufsteherin. „Einige Stücke waren schon im Museum Graz und auch in der Elisabeth-Ausstellung in  Unterwittelsbach in Aichach.“

Von Fakten zu Fiktionen: Der Roman „Das Heiligenkreuz-Komplott“

Nun hat der vielseitige Hattinger Lars Friedrich – natürlich trinken wir stilecht Kaffee, schließlich reden wir über Österreich – seinen ersten Roman geschrieben: Das Heiligenkreuz-Komplott spielt im Wienerwald. Aus einer journalistischen Bestandsaufnahme wird ein Krimi um Politiker, korrumpierbare Priester und unechte Polizisten. Mehr verraten wir hier allerdings nicht; wir wollen niemandem die Spannung nehmen.
„Ich fand es sehr reizvoll, Geschichte und Gegenwart miteinander zu verknüpfen“, beschreibt Lars Friedrich, wie er auf sein Romanthema gekommen ist.

Ein Löwenkäfig und ein gefundenes Fressen

Geschrieben hat mein Gesprächspartner übrigens schon immer für verschiedene Zeitungen und Publikationen in unterschiedlichen Regionen.  Ein auf Lars Friedrich zugeschnittener Einsatz war seine Arbeit als Tourneepressesprecher bei Roncalli. „Mit Jango Edwards unterwegs zu sein ist schon etwas Besonderes“, denkt er zurück. Lars Friedrich hatte bei Roncalli schon früher in einem umgebauten historischen Löwenkäfig Würstchen gegrillt und konnte nebenbei im österreichischen Staatsarchiv recherchieren. Wieso muss ich jetzt an ein gefundenes Fressen für hungrige Löwen, pardon, Autoren denken?

Aktuelles Projekt: Hattingen in der Steinzeit

Heute arbeitet Lars Friedrich in der Werbeabteilung des Bochumer Studienkreises. Gibt es noch etwas außer der Arbeit und „seinem“ kaiserlichen Thema, das ihn fesselt? „Ich plane zurzeit eine Ausstellung über Hattingens Steinzeit“, sagt Lars Friedrich. Auf unsere Frage nach der besten Eigenschaft antwortet er mit „hartnäckig im positiven Sinne“. Lieber Herr Friedrich, ohne diese Hartnäckigkeit wären Sie bestimmt nicht von den Habsburgern eingeladen worden, es gäbe Ihre Mayerling-und Kronprinz-Rudolf-Bücher ebenso wenig wie Ihren neuen Roman – und vielleicht auch keine Hattingen-in-der-Steinzeit-Ausstellung. Wir sind schon gespannt, was wir von Ihnen noch alles hören werden. Weiterhin frohes Schaffen wünscht der Frühaufsteher!

pgs

Ganz privat
Lieblingsmusik: Klassik
Lieblingsfarbe: Grün
Lieblingsessen: Linsensuppe
Hobbys: Mayerling; Hattinger Stadtgeschichte
schönster Urlaub: Österreich
beste Eigenschaften: hartnäckig – im positiven Sinne

Ein leibhaftiger Gesprächspartner

Hanspeter und der Teufel

Der Leibhaftige

Der Leibhaftige

Zum krönenden Abschluss habe ich den Leibhaftigen davon überzeugt, mit dem Frühaufsteher zu sprechen. Wie trifft man sich unauffällig mit dem Teufel? Halloween kam wie gerufen – die perfekte Tarnung! Einmal passierten wir eine Gruppe Jugendlicher, die „ey, geiles Kostüm, Alter!“ riefen. Doch sonst lief alles glatt. Wir sprachen im Hattinger Stadtwald mit dem Teufel:

Hanspeter, ein fast glücklicher Bauer

„Irgendwo hier in Hattingen gab es einen Bauern mit einem kleinen Hof. Er musste alle Arbeit allein machen, eben weil es für Knechte und Mägde keinen Platz gab. Lisette, seine Frau, war fleißig und sparsam. Die Nachbarn sagten, Hanspeter hätte das Glück lebendig bei der Hand. Einen Haken hatte die Sache allerdings. Lisette war sehr rechthaberisch. Selbst wenn es ganz offenkundig war, dass Hanspeter Recht hatte, Lisette blieb stur. Eines Tages saß er auf der Treppe und überlegte, wenn Lisette unterwegs wäre und ihr ein Heuwagen begegnete, dann wäre es am besten, er führe so lange in den Graben, bis Lisette vorüber wäre. Als die beiden dann einmal vom Markt kamen und ihre schwarzbunte Kuh verkauft hatten, waren sie ganz vergnügt über ihre vielen Taler. Sie wollten die alte Scheune abbrechen und eine neue bauen. Hanspeter fürchtete schon, die alte würde gar nicht mehr so lange stehen, so baufällig war sie. Und sie rechneten sich aus, wie viele Taler sie noch bräuchten und wie viele sie bekämen, wenn sie die rotbunte Kuh später auch noch verkaufen und sehr sparsam sein würden.“

Wie der Teufel ins Spiel kam

„Hanspeter und Lisette kamen durch eine große, frisch geschnittene Wiese. Sieh mal, sagte Hanspeter zu Lisette, die Wiese ist schön kurz mit der Sense geschnitten. Quatsch, entgegnete seine Frau, das war keine Sense, das war eine Schere! So wie ich mit der Schere dem Schaf die Wolle abschere. Hanspeter ärgerte sich und fragte seine Frau, wie man denn wohl eine Wiese von 20 Morgen mit einer Schere schneiden könne. Sie stritten sich heftig, schließlich schwieg Hanspeter, und Lisette wurde immer ärgerlicher. Die Haare standen ihr wild vom Kopf, und sie tanzte wie irre vor ihrem Mann herum und schrie in einem fort: Mit der Schere geschnitten, mit der Schere geschnitten! Dabei machte sie mit den Fingern Schneidbewegungen; Hanspeter wurde irgendwann grau und grün vor Augen. Er dachte nur noch daran, dass er ja bald zu Hause sein würde, hörte ein letztes ‚mit der Schere‘ und sah, dass Lisette in einem abgrundtiefen Loch verschwand. Es war ein Tagesbruch, der vor einigen Tagen mitten auf dem Weg entstanden war. Natürlich erschrak Hanspeter. Doch war er auch froh, dass endlich Ruhe war. Er ging nach Hause, drehte sich auch nicht mehr um und erledigte erst einmal die Hofarbeit, legte sich ins Bett und erholte sich. Als der Bauer am nächsten Tag aufwachte, hatte er schwer geträumt. Er dachte nach und befand schließlich, dass es nicht in Ordnung wäre, sie dort verrotten zu lassen. Hanspeter nahm einen langen Strick und wanderte zum Ort des Geschehens. Der Strick war noch nicht ganz unten, als er schon etwas Schweres bemerkte. Er zog, wie er dachte, Lisette hinauf.“

Hanspeter hatte falsch gedacht – ich, der Teufel hing am Strick

„Den Hanspeter hab ich schön erschreckt, mit meinem Bocksfuß aufgestampft und meine Hörner in seine Richtung gestreckt. Guck nicht so verbiestert, habe ich gesagt, du hast mir was Gutes getan, warum sollte ich dich bestrafen. Ich wusste nicht, wie ich aus dem Loch rauskommen sollte, es scheint ein Kreuz oder ein Segen darüber zu liegen. Hanspeter wunderte sich, dass ich so normal mit ihm sprach. Er erzählte mir dann die Geschichte. Und da dämmerte es mir – es war also sein Weib, das mir die ganze Nacht vor der Nase herumgesprungen war und geschrien hatte ‚mit der Schere, mit der Schere‘. Da glotzte Hanspeter erst recht bedröppelt. Ich sagte ihm, dass er sich etwas wünschen dürfe. Aber nur eine Sache! Bei zwei Wünschen wäre er mein! Hanspeter wollte eine neue Scheune. Ich willigte ein und rief ihm nach: ‚Aber das Weib lässt du mir in dem Loch‘. Hanspeter dachte wohl, so käme er billig an die Scheune, besann sich aber nur kurz und holte endlich Lisette ans Tageslicht. Und sofort ging das Gezeter wieder los! Das erfuhr ich später von ihm.“

Die Qual ging weiter

„Was Hanspeter so lange mit mir zu bequatschen hätte, wollte Lisette wissen, und ob der Teufel wohl Wort hielte? Am nächsten Morgen kamen die Maurer. Alles dauerte ziemlich lange. Hanspeter jammerte herum, ich hätte ihn betrogen. Ein paar Tage später schossen die Mauern in die Höhe.  Ich kam in der Nacht, und in drei Tagen war alles fertig. Wenig später wollte Lisette einen neuen Stall. Natürlich sollte ich den bauen. Hanspeter meinte, da könnten sie doch die rotbunte Kuh verkaufen. Er blieb hart, denn er dachte an den zweiten Wunsch und die Folgen, über die er mit Lisette sprach. Sie quälte ihn weiter, er gab nach. Am nächsten Tag war der neue Stall fertig. Ebenso fertig war allerdings auch ihr Mann.
Eines Morgens stellte ich mich neben ihn und fuhr ihn an, er wisse schon … Der arme Kerl zitterte und schob alles auf sein Weib. Da fragte ich ihn, ob er sie denn aus dem Tagesbruch gezogen hätte. Mir fiel die üble Nacht mit Lisette in dem Loch ein, Panik überfiel mich. Wo ist sie denn, fragte ich, und Hanspeter sagte, sie sei im Stall, könne jeden Moment kommen.“

Da fürchten sich selbst Teufel

„Vor lauter Schreck, also, das ist mir jetzt peinlich, mir ist ein F… entfleucht. Ich bin so schnell verschwunden, wie es nur geht. Erstens war mir das unangenehm, zweitens hatte ich Angst vor Lisette. Da hab ich mich mein Lebtag nicht mehr blicken lassen. Danke, dass du darüber schreiben willst“, beschließt der Teufel seine Erzählung.
„Ich danke dir auch, wann kann man schon mal mit dem Teufel persönlich sprechen.“
Und wenn Sie, liebe Hattinger, durch den Schulenberger Wald gehen und sich fragen, ob schon wieder Halloween ist, dann kann das auch ganz teuflische Gründe haben.

pgs

Ganz privat
Lieblingsmusik: das Knistern der Flammen
Lieblingsfarbe: Feuerrot
Lieblingsessen: in der Hölle Geschmortes
Hobbys: Bauern erschrecken
schönster Urlaub: im Hattinger Stadtwald
beste Eigenschaften: einfach teuflisch

Wir ließen uns im Internet von Hattingen – sagenhaft inspirieren. Karl Vaupel hat die Sache nach einer Überlieferung aus dem Hattinger Land erzählt.

Der Schuh passt ihm

Christian Geller ist Schuhhändler aus Leidenschaft

Christian Geller mit seinen Mitarbeiterinnnen

Christian Geller mit seinen Mitarbeiterinnnen

Bald möchten sich unsere Füße so richtig in warme Stiefel kuscheln, vor allem, wenn es wieder so kalt wird wie im letzten Winter. Für Christian Geller, Juniorchef des Schuhhauses Geller in Sprockhövel, sind sogar Frühjahr und Sommer 2012 schon fast Geschichte.
Der Einkauf für die nächste Saison ist abgeschlossen, bereits jetzt steht fest, welche Modelle Sie bei uns finden werden“, erfährt die „Frühaufsteherin“. „Und für den nächsten Herbst und Winter suchen wir von Januar bis April die Ware aus.“ Im Textilbereich kommt gerade die erste Frühjahrsmode herein. Dagegen passt das Gellersche Schuhangebot ausgezeichnet zur Jahreszeit: Wer das Geschäft betritt, kann aus dem Vollen schöpfen – frierende Füße muss hier niemand fürchten. Und fast täglich kommen weitere Schuhe und Stiefel hinzu.

Das Wichtigste: Umgang mit Menschen

An Spitzentagen werden 120 Pakete, die jeweils 12 Paare enthalten, angeliefert. „Schuhe sind einfach ein tolles Produkt“, begeistert sich Christian Geller, der sich jeden Tag auf seine Arbeit freut. „Einkauf, Verkauf, mir gefällt die Abwechslung und der Umgang mit den Menschen.“ Wie kam der Mann auf den Schuh? Sein Vater Klaus, auch heute noch im Familienbetrieb tätig, gründete das Unternehmen 1986 in Haßlinghausen und gestaltete es so erfolgreich, wie es sich heute darstellt. Neben der „Keimzelle“ in Haßlinghausen und der Sprockhöveler Filiale genießen seit 2002 auch die Meinerzhagener den guten Service vom Schuhhaus Geller.
„Der Laden in Meinerzhagen ist ‚mein‘ Baby“, berichtet Christian Geller von seinem Werdegang. (Anmerkung der Redakteurin: Informationen über ihn selbst waren ihm gar nicht so leicht zu entlocken – er stellt viel lieber Familie und Mitarbeiter in den Mittelpunkt. Doch wir sind nun einmal neugierig!)  Nach Abitur, Zivildienst und Wirtschaftsstudium absolvierte er bei Görtz in Hamburg eine Trainee-Ausbildung und arbeitete dort als Filialleiter, bevor es wieder Richtung Heimat ging. Der Standort Sprockhövel ist Familie Geller dann sozusagen zugelaufen:

Schuhtourismus aus der Region

„Eigentlich suchten wir nur ein Lager für die Warenannahme“, erinnert sich Christian Geller. „Dafür war das Ganze dann aber viel zu groß. Nach einigen Überlegungen entschieden wir uns für ein weiteres Ladengeschäft.“ Eine gute Entscheidung, wie man an dem gelungen umgesetzten Objekt sehen kann. Die Kunden sind begeistert, das Einzugsgebiet ist groß – sogar aus der Großstadt Essen „reist“ man an. „Unser Erfolg steht auf drei Säulen“, erläutert mein sympathischer Gesprächspartner. „Die Auswahl, die Beratung, die günstigen Preise.“  Die engagierten Mitarbeiter, 60 in Haßlinghausen und Sprockhövel sowie 20 in Meinerzhagen (viele in Teilzeit), sind allerdings die wichtigste „Säule“. Das Klima ist gut, die Sozialleistungen sind es auch. 

Großer Sachverstand für kleine Füße – für große natürlich auch

Familie Geller und ihre Mitarbeiter finden, dass besonders bei Kinderfüßen die Beratung wichtig ist. Durch spezielle Schulungen wissen die Kinderschuhverkäuferinnen genau, worauf es ankommt. Je kleiner die Füße, desto mehr Expertise ist eben gefragt.
Apropos kleine Füße – auch für Erwachsene gibt es kleine und auch besonders große Schuhe: „Wir pflegen ein Sortiment an Unter- und Übergrößen, für Damen von 34 bis 46, für Herren von 38/39 bis 51,“ sagt Christian Geller,  „das ist durchaus nicht selbstverständlich.“
Ich möchte wissen, ob sich im Laufe der Zeit das Interesse der Kunden geändert hat. „Bei Winterschuhen“, lerne ich, „steht heute ganz klar die Funktionalität im Vordergrund.“

Schuhe für die Familie von der Familie

Schuhhaus Geller kleidet nicht nur die Füße aller Familienmitglieder ein, das Unternehmen ist auch ein Familienbetrieb. Christian Gellers Frau Nadine arbeitet im Verkauf, Mutter Monikas Metier sind Buchführung und Kasse, Vater Klaus kauft gemeinsam mit seinem Sohn ein – und sorgt auch dafür, dass die Ware wieder verkauft wird. In einem ganz anderen Beruf zu Hause ist Christians Bruder, ein Opernsänger. Was Tochter Charlotte und Sohn Maximilian, zwei und fast vier Jahre alt, später einmal werden wollen, stand bei Redaktionsschluss noch nicht fest!
Die Sprockhöveler Filiale leitet übrigens Elke Tillmann seit der Eröffnung im Mai 2009. Mir kommt es viel länger vor – Geller gehört eben ganz selbstverständlich hierhin. Der Frühaufsteher wünscht weiterhin viele zufriedene Kundenfüße!

pgs

Ganz privat
Lieblingsmusik: Klassik, besonders Wagner
Lieblingsfarbe: Schwarz
Lieblingsessen: alles, was mit Liebe gemacht ist
Hobbys: Musik
schönster Urlaub: Sylt
beste Eigenschaften: zielstrebig

Pflege von Mensch zu Mensch

[ Porträt von Jörg Künzel, Pflegedienstleister und Turniertänzer. ]

„Wenn wir Gutes bewirken können, sind wir auch glücklich“

Jörg Künzel

Jörg Künzel

Jörg Künzel

In den freundlichen Geschäftsräumen des Pflegedienstes Künzel an der Marxstraße 37 in Hattingen-Welper konnte man vor kurzem noch Drogerie-Artikel kaufen. Gepflegt ging es hier also schon länger zu. In den allerbesten Händen sind die Kunden nun bei Jörg Künzel und seinem Team, wenn es darum geht, für ein Familienmitglied oder auch sich selbst Rat und Tat rund um die menschliche Pflege zu erhalten.
Von menschlicher Pflege können wir hier im doppelten Sinn sprechen. Erstens pflegt man hier Menschen – und zweitens ist es für Jörg Künzel und seine Mitarbeiter ganz wichtig, bei der täglichen Grund- und Behandlungspflege so menschlich wie möglich vorzugehen.

Kindheitstraum Taxifahrer

„Eigentlich wollte ich als Kind Taxi- oder Busfahrer werden“, lacht der freundliche Inhaber des Pflegedienstes.  Auch mich hat er mit einem Glas Wasser bestens versorgt und erzählt mir nun, wie es dazu kam, dass die Taxen und Busse nun doch ohne seine Hilfe klarkommen müssen.
„Es fing in der Grundschule an“, beginnt Jörg Künzel, 1964 in Hattingen geboren und in Welper zur Schule gegangen. „In der siebten Klasse musste ich Französisch lernen. Sprachen waren nicht so mein Ding, Sport und Naturwissenschaften jedoch auch nicht. Also wählte ich ab dem achten Schuljahr den sozialpädagogischen Zweig.“ Eine gute Idee, wie sich später zeigen sollte.
„Vorgesehen waren Praktika im Altenheim, Krankenhaus und Kindergarten“, erinnert sich Jörg Künzel weiter. „Da ich als Kind einmal mit meiner Mutter eine Bekannte in einem ziemlich, wie ich damals fand, abschreckenden Heim besuchte, wollte ich auf gar keinen Fall in ein solches Haus.“ Und auch seine Eltern, so beschloss er zugleich, sollten dort keineswegs untergebracht werden.

In wenigen Stunden begeistert von der Pflege

Sie ahnen es bereits? Der junge Jörg kam zwar nicht ins Altenheim, praktizierte allerdings im Krankenhaus Niederwenigern – und musste sofort einer Schwester helfen, einen alten Herrn zu waschen. Das war, zugegeben, keineswegs leicht für den Schüler. „Doch schon wenige Stunden später kam der Wandel – ich durfte dem gleichen Mann Essen reichen – zu der Zeit sagte man noch ‚füttern‘ – und war von dieser Aufgabe völlig begeistert. Ich weiß noch genau, was es zu essen gab, es war Spinat mit Rührei!“
Jörg Künzel war so beeindruckt, dass er nach Hause kam und seinen Eltern seinen Berufswunsch Krankenpflege mitteilte. Später arbeitete er freiwillig an so manchem Wochenende in Niederwenigern.
„Vor meiner Ausbildung war ich in Niederwenigern in der Urologie und in der Orthopädie und habe unglaublich viel gelernt. Ausbilden ließ ich mich dann im Bochumer Bergmannsheil“, berichtet Jörg Künzel. „Das war von 1982 bis 1985. Als ich mich in Niederwenigern für die Innere bewarb, wollte ein Kollege von mir in die Psychiatrische. Es kam genau umgekehrt! Mit der Oberin baute ich in einer Woche die gesamte Station auf, die damals neu eröffnet wurde.“

2008 in die Selbständigkeit

„Zwischen den einzelnen Stationen leistete ich dort noch meinen Zivildienst ab. Doch so gut ich mit den Ordensschwestern auch zurecht kam, eine leitende Position konnte ich nicht übernehmen. Die hatte ich dann in einem ganz neuen Altenheim in Gelsenkirchen. Nach zwölf Jahren wurde ich krank und war anderthalb Jahre ‚außer Gefecht‘.“
Nach ambulanten Pflegeeinsätzen fragte sich Jörg Künzel Ende 2007, wie es denn nun mit ihm weitergehen solle. Also rief er kurzerhand die AOK an, um sich zu erkundigen, wie er einen eigenen Pflegedienst auf die Beine stellen könne. Was Jörg Künzel macht, das macht er gründlich: er war der Erste, der alle Unterlagen komplett hatte laut BKK Landesverband!

Mit sieben Patienten angefangen

„Angefangen haben wir 2008 mit sieben Patienten“, beschreibt er den Beginn seiner Selbstständigkeit. „Das erste halbe Jahr war schwer. Wer sagt mir denn, dass Sie in einem halben Jahr noch da sind, fragten sich manche Kunden.“ Zum Glück konnte Jörg Künzel überzeugen: „Der siebte Monat war dann endlich gut. Und im ersten Jahr haben wir den Umsatz um 237 Prozent gesteigert.“ Das erste Personal stellte er nach drei Monaten ein; jetzt gehören 19 Mitarbeiter zum Team Künzel.
„Wir sind ein Wald- und Wiesen-Pflegedienst“, erklärt mein netter Gesprächspartner. „Grund- und Behandlungspflege sowie Betreuung haben wir ihm Angebot.“ Eigentlich wollte er an der Marxstraße Tagespflege betreiben. Das ist räumlich nicht möglich, doch Tagesbetreuung schon: ein 35 Quadratmeter großes Wohnzimmer, eingerichtet ganz wie zu Hause, beherbergt zweimal wöchentlich Gäste, die es sich bei Jörg Künzel und Kollegen gut gehen lassen.

Ein wohlverdienter guter Ruf

Eingezogen sind sie Ende Oktober 2011. Die Hauptaufgabe des Inhabers ist inzwischen natürlich die Administration. Ist Not am Patienten, hilft er auch bei der Pflege, betreut aber auch zwei Kunden selbst. „Meine Stellvertreterin kümmert sich um das Qualitätsmanagement und nimmt mir überhaupt viel ab“, lobt er sie. Gemeinsam „pflegen“ sie die Mitarbeiter. „Nicht immer sind wir einer Meinung“, sagt Jörg Künzel, „doch wir einigen uns immer und ziehen an einem Strang. Das überträgt sich auch auf das Team.“ Und auf die Patienten, versteht sich.
„Menschlichkeit, die man spürt“ ist eben keine werbende Worthülse, sondern wird hier gelebt.
„Wir haben fest zugeordnete Patienten, das ist die so genannte Bezugspflege. Früh- und Spätdienstmitarbeiter kommunizieren ständig miteinander.“ Ich dachte, das sei selbstverständlich, erfahre aber, dass dem nicht so ist.
„Der Ruf, den wir uns erschaffen haben, ist mehr als positiv“, freut sich Jörg Künzel.

Von Schalke und Turniertanz

Wenn es sich ergibt, ist er auch für ungewöhnliche Aktionen zu haben. So waren sie mit einem alten Herrn auf Schalke, der so gerne einmal die Arena sehen wollte. In Jörg Künzels Büro hängt ein Bild, das ihn im Schalke-Trikot vor seinem Privatwagen zeigt. „Das ist damals entstanden“, lächelt er, der eigentlich mit Fußball nicht so viel am Hut hat. „Und der Aufkleber ist nur auf dem Glas, nicht auf meinem Auto. Das war ein Scherz einer Kollegin.“ Hier ist also auch das Betriebsklima gut gepflegt. „Der Mann war glücklich bis zum Geht-nicht-mehr.“
Andere glücklich zu machen  ist für Jörg Künzel sowieso lebensnotwendig. „Ich will für die Patienten da sein, etwas bewirken. Wenn alte und kranke Menschen zu Hause bleiben können, dann ist viel gewonnen.“
Und wie pflegt Jörg Künzel seine eigene Kraft? Er ist begeisterter Tänzer, wollte mit 18 sogar Tanzlehrer werden. Das war seinerzeit zu kostspielig, und so wurde er „nur“ aktiver Turniertänzer in der zweiten Bundesliga, Formation Standard. Als lizenzierter Turnierleiter moderiert er aber regelmäßig beim Tanz-Turnier-Club ROT-WEISS-SILBER Bochum e.V. „Das ist nur sieben Kilometer entfernt und lässt sich ganz gut einrichten.“ Neben dem Tanzen erholt er sich gemeinsam mit seiner Mutter im Wohnwagen am Harkortsee. Eines liegt ihm noch am  Herzen: „Ich habe alles meinen Eltern zu verdanken.“  Diesem Schlusswort fügen wir nur noch hinzu: Weiterhin frohes Pflegen und viele glückliche Patienten!

pgs

Ganz privat
Lieblingsmusik: Standard – wie der Tanz
Lieblingsfarbe: „ich habe einen Rot-Knall“
Lieblingsessen: Currywurst mit Pommes
Hobbys: Camping, Tanzen
schönster Urlaub: Fuerteventura
beste Eigenschaften: vielseitig

Regenerative Initiative

[ Porträt von Frank Schwätzer, Inhaber der Schwätzer GmbH Sanitär- und Heizungsbau in Hattingen. ]

Frank Schwätzer lebt für erneuerbare Energien

Frank Schwätzer

Frank Schwätzer

Frank Schwätzer

Wenn die Sonne scheint, freut sich Frank Schwätzer noch mehr als andere Menschen – denn der Heizungsinstallateur-Meister denkt an die Wärmeenergie, die viele seiner Kunden jetzt dadurch gewinnen.
Die Solarenergie ist jedoch nur eines der Steckenpferde, denen seine berufliche Leidenschaft gilt. Auch vielen anderen innovativen Technologien widmet er seine Schaffenskraft. Dabei steht vor allem eins im Vordergrund: Energie sparen.
Dass Frank Schwätzer sich einmal mit seinem eigenen Betrieb selbstverwirklichen würde, wagte er als junger Mann kaum zu hoffen. „Eigentlich wollte mich mein Vater in die Stahlfabrik schicken“, lacht der humorvolle Unternehmer, der heute eine feste Größe in Hattingen ist. „Aber zum Glück konnte ich mich durchsetzen und meine Lehre machen. Mein Vater war zwar erst sauer, aber als er merkte, wie sehr ich in diesem Beruf aufgehe, war es für ihn in Ordnung.“
Auch sein Fachabitur holte er noch nach und machte sich Ende der achtziger Jahre früh selbstständig, weil es damals wenig Arbeit gab und sich die meisten einen Meister nicht leisten konnten. Heute ist der erfolgreiche Handwerker, der zu 98 Prozent Privatkunden hat und durch persönliche Weiterempfehlung an neue zufriedene Kunden kommt, selbst Meister und führt einen anerkannten Ausbildungsbetrieb. Viele seiner Mitarbeiter sind schon lange mit dabei – teilweise seit 17 Jahren. Gemeinsam haben Frank Schwätzer und sein Team einen zukunfts- und kundenorientierten Betrieb aufgebaut, in dem er seit April diesen Jahres modernste Heizkessel, vorrangig von der Firma Vaillant, ausstellt.

Das hehre Ziel: Energie und Kosten sparen

„Wer versucht, verantwortungsvoll mit unserer Umwelt umzugehen, sollte sich mit effizientem Heizen beschäftigen“, erklärt Frank Schwätzer auf die Frage, weshalb er sich so für den Einsatz erneuerbarer Energien und anderer innovativer Heizsysteme engagiert. Und weist auch gleich darauf hin, dass sich dabei auch einiges an Geld sparen lässt – langfristig, versteht sich.
„Schließlich gibt es die Energie der Sonne sogar gratis“, lacht der Unternehmer verschmitzt. „Und die moderne Brennwerttechnik zum Beispiel holt so viel aus jedem Tropfen Öl beziehungsweise Gasmolekül heraus, dass sich ein Nutzungsgrad von bis zu 99 Prozent ergibt!“ Seine Begeisterung für energiesparende Technologien ist ansteckend – und macht Frank Schwätzer bei seinen Kunden zu einem glaubhaften Ansprechpartner, der die Themen erneuerbare Energien und effiziente Heiztechnik auch selbst lebt.
Kein Wunder, dass auch Sohn Jan-Hendrik seit seinem 17. Lebensjahr mit im Betrieb arbeitet. Der Versorgungstechnik-Student soll das Geschäft später erfolgreich weiterführen. Ob auch sein zweiter Sohn, Malte, einmal diesen Weg einschlagen wird, steht noch in den Sternen – er macht erst noch sein Abitur. Gut für die Schwätzer GmbH wäre es allemal, denn den Fachkräftemangel im Handwerk bekommt Frank Schwätzer zu spüren und merkt, wie schwer es ist, gutes Personal zu finden.
Umso wichtiger ist es ihm, dass die bestehenden Mitarbeiter immer auf dem neuesten Stand sind, wenn es um modernste Technologien und fortschrittliche Heizsysteme geht. Daher durchläuft die gesamte Belegschaft ein regelmäßiges Schulungs- und Weiterbildungsprogramm speziell für Sanitär- und Heizungsfachbetriebe.

Moderne Technik für eine saubere Zukunft

Als Frank Schwätzer den Betrieb am 1. August 1988 gründete, steckten viele der heute eingesetzten Technologien noch in den Kinderschuhen. Doch auch damals stand Energie sparen für ihn im Vordergrund. Heute verwundert es niemanden mehr, dass die Schwätzer GmbH eines der modernsten Unternehmen der Branche und Spezialist für die Nutzung regenerativer Energie in unserer Region ist. Das 2007 verliehene Qualitätssiegel „Vaillant Innovationspartner 2007“ bezeugt das auch schwarz auf weiß.
„Das bedeutet, dass wir unseren Kunden von der Beratung über die Planung bis zur fachgerechten Umsetzung alles bieten, was sie für den Umstieg auf energiesparende Heizsysteme mit erneuerbaren Energien brauchen“, erklärt Antje Schwätzer, die den Betrieb heute gemeinsam mit ihrem Mann führt und für die Buchhaltung verantwortlich ist.
„Wir wollen viele Menschen dafür begeistern – was besser geht, wenn sie die neuen Technologien in der Praxis erlebt haben. Und genau das machen wir möglich“, betonen die Heizungsexperten und präsentieren stolz den neuen Showroom, in dem seit letztem Frühling verschiedene Produkte zur Nutzung regenerativer Energie und Erzeugung effizienter Wärme in Aktion zu sehen – und anzufassen – sind.
Für drei vielfältig einsetzbare modernste Heizungstechnologien kann sich Frank Schwätzer besonders erwärmen: Das sind neben der bereits erwähnten Solarenergie erstens die Wärmepumpen-Technik – die Wärme aus Luft, Wasser und Erde nutzbar macht – und zweitens die Kraft-Wärme-Kopplung. Diese wirklich bahnbrechende Technologie ist seit kurzem auch für Ein- und Zweifamilienhäuser einsetzbar. Im Showroom der Schwätzer GmbH können sich am Energiesparen interessierte Hausbesitzer das sogenannte Familienkraftwerk ecoPOWER 1.0 von Vaillant in Ruhe ansehen und von Frank Schwätzer oder einem seiner Mitarbeiter erklären lassen.
„Wir haben die Erfahrung gemacht, dass nichts das persönliche Gespräch ersetzt, um gemeinsam herauszufinden, was der Kunde braucht und welche die beste Lösung für ihn ist“, erklärt der Heizungsinstallateur-Meister und betont, dass es sinnvoll sei, zur Besichtigung des Showrooms einen Termin zu vereinbaren: „So können wir uns dann richtig Zeit für die Beratung nehmen.“
Einmal in jedem Frühjahr und Herbst veranstaltet Frank Schwätzer auch einen Schausonntag in seinem 350 m2 großen Betrieb, wo Kunden und Interessierte sich über innovative, energiesparende Technologien für ihr Zuhause informieren können. „Unserem Ziel, dass möglichst viele Haushalte in unserer Region mit erneuerbaren Energien heizen, kommen wir damit jedes Jahr ein Stückchen näher“, freut sich das Ehepaar Schwätzer – und strahlt mit der Herbstsonne um die Wette.

Ganz privat
Lieblingsmusik:  alles Rhythmische, Fox
Lieblingsfarbe: Blau
Lieblingsessen: Grünkohl mit Mettwurst
Hobbys: Angeln, Motorradfahren
schönster Urlaub: Dänemark
beste Eigenschaften: loyal

Ein Dreimalhoch dem Lederball …

… der SuS ist überall! / SuS Niederbonsfeld feiert sein 75-jähriges Jubiläum

SuS Niederbonsfeld Jubiläumsfeier

SuS Niederbonsfeld Jubiläumsfeier

Am Samstag, den 8. Oktober feierte der SuS Niederbonsfeld sein 75-jähriges Bestehen. Passend zum Gründungsjahr öffneten sich um 19.36 Uhr die Pforten der vereinseigenen Turnhalle an der Kohlenstraße 436. Der Startschuss für ein rauschendes Fest.

Die blauweißen Teufel hatten zu diesem Anlass keine Kosten und Mühen gescheut, um den circa 350 Gästen den Abend mit Tombola und jeder Menge Programm so bunt wie möglich zu gestalten.
Die Spielerfrauen und -mütter hatten sich ins Zeug gelegt und ein Buffet organisiert, das jedem Geschmack gerecht wurde. Die Turnhalle wurde – aufwendig dekoriert – kurzerhand zu einem Festsaal umgewandelt und bot neben zahlreichen Sitzgelegenheiten und Tischen auch eine Theke, eine Bühne und eine Tanzfläche.
Der Geräteraum, in dem sonst Bälle und Trikots lagern, wurde in mühevoller Kleinstarbeit mit Kunstrasen ausgelegt und zur „Kunstrasenbar“ umfunktioniert. SuS-Trikots aus den Siebzigern und zahlreiche Zeitungsartikel aus vergangenen Zeiten schmückten die Wände. Auch die Getränkekarte im liebevollen Ambiente der „Kunstrasenbar“ hatte es in sich. Neben einigen Standard-Cocktails befanden sich Eigenkreationen mit den klangvollen Namen wie „Lattenknaller“, „Blutgrätsche“ und „Freistoß“ auf der Karte.
„Die Kunstrasenbar ist mein Baby. Wir haben hier viel Arbeit reingesteckt. Hoffentlich wird das von den Gästen auch angenommen.“ sagte Uwe Lachmann wenige Minuten vor dem Start des Abendprogramms um 20.15 Uhr.
Nach einem ersten Stimmungslockerer der gut aufgelegten Band „Just 4 Fun“ und einer stürmischen Rede, in der vor allem zunächst den zahlreichen freiwilligen Helfern gedankt wurde, ließ es sich Wolfgang Scherff nicht nehmen, auch das Kunstrasenprojekt in den höchsten Tönen zu loben. Immerhin hat das 2.500-Seelen-Dorf Niederbonsfeld es geschafft, in nur einem Jahr einen Kunstrasen nur durch Spenden zu finanzieren. Es gab also doppelten Grund zu feiern.
Anschließend gaben sich mehrere Laudatoren das Mikro in die Hand. Auch Hattingens Bürgermeisterin Dagmar Goch ließ sich nicht lang bitten und hob in Ihrer Rede besonders die Jugendarbeit und das Engagement im Frauenfußball des SuS hervor und  überreichte Christian Kolz (1. Vorsitzender) einen Scheck in Höhe von 250 Euro für die Selbige.
Sogar von Fortuna Düsseldorf erreichte die SuS ein Gratulationsschreiben. Als Geschenk gab es 40 Freikarten für ein Spiel des Zweitligisten.
Wenig später schallte das Vereinslied des SuS aus den Kehlen der Chorgemeinschaft Deilbachtal und spätestens als es dort hieß „Hurra Hurra, die blauweißen Teufel vom SuS sind da“, stimmte der ganze Saal mit ein.
Auch die noch junge Inline-Skater-Abteilung beteiligte sich am Jubiläums­programm. Für die jungen Mädchen zwischen 11 und 15 war es der erste Auftritt vor so großem Publikum. Mit selbst gebastelten Kostümen boten sie auf ihren Skates eingeübte Choreographien zu den Songs „Black or White“, „Pretty Women“ und „Starlight Express“ und ernteten stehende Ovationen.
Abgerundet wurde das Programm vom Auftritt der Tanzgruppe „Dancing Fire“. Mit blitzschnellen Kostümwechseln und perfekten Tanzschritten begeisterte die aktuelle Nummer 3 im deutschen Dance Floor das Publikum an der Kohlenstraße.
Nach tosendem Applaus für „Dancing Fire“ übernahmen „Just 4 Fun“ wieder die Initiative. Mit einer Reihe Klassikern aus den Sechzigern wie „Daydream believer“ oder „San Francisco“ füllte sich um kurz nach 22 Uhr allmählich die Tanzfläche und mit ihr auch die „Kunstrasenbar.“ Bei dem Anblick konnte sich der mittlerweile beruhigte Uwe Lachmann ein Lächeln nicht verkneifen. Nun ging die Veranstaltung bei leckeren Speisen und guten Getränken in den gemütlichen Teil über, der bis lang in die Nacht reichen sollte. Dem stand auch nichts im Wege, denn am Sonntag, den 9. Oktober, hatte der Club, in dem auch Willi Lippens (Rot-Weiss Essen, Borussia Dortmund) und Andreas Luthe (VfL Bochum) aktiv waren, schließlich spielfrei. Und zu feiern gab es an diesem Samstag Abend beim SuS Niederbonsfeld wahrlich genug.

Christian Ruthenbeck

Auf die Biene gekommen

Horst Schmerbeck und die Hattinger Imker bestellen den Bredenscheider Bienengarten

Horst Schmerbeck

Horst Schmerbeck

Wenn Horst Schmerbeck nicht gerade die Schüler der Gesamtschule Welper für Mathe und Physik begeistert, ist es sehr wahrscheinlich, dass er sich gerade in der einen oder anderen Art und Weise mit seinen Bienen beschäftigt. Er ist Erster Vorsitzender des Imkervereins Hattingen e. V., der „Am Zippe“ in Bredenscheid einen Bienengarten betreibt.
Wie kommt man darauf, Bienengärtner zu werden? „Ein Kollege hat mich angesteckt“, erzählt der Vater dreier Kinder, die den elterlichen Bienenstock bereits verlassen haben. „Der hat mich mitgenommen, ich habe zunächst mitgeholfen und bin dabei geblieben.“

Nachwuchs – die königliche Aufgabe

Die Bienen haben Horst Schmerbecks Interesse also erfolgreich befruchtet. Ich erfahre, dass die Königin aus allen „ganz normalen“ Eiern gezogen werden kann, diese aber nach 1, 2 Tagen im Gegensatz zu den zukünftigen Arbeiterinnen weiterhin etwas  Besonderes zu essen bekommt: das so genannte Gelée Royale.

Bienen in der Brutwabe

Bienen in der Brutwabe

Wer die verantwortungsvolle Aufgabe hat, für den Nachwuchs zu sorgen, der darf sich wohl auch königlich darauf vorbereiten!

Ist die Königin „fertig“, fliegt sie zur Paarung, kommt zurück und legt bis zu 2.000 Eier am Tag. „Innerhalb eines Jahres kann man ernten“, erklärt mir der Hattinger Imker, der naturnah am Hattinger Stadtwald lebt und in der Nähe von Lüdenscheid aufgewachsen ist.

Bienen sind hervor­ragende Baumeister

Neben Honig und Gelée Royale hat sicher schon mancher etwas über „Propolis“ gehört. Was genau verbirgt sich denn dahinter? „Mit diesem harzartigen Stoff dichten die Bienen kleine Öffnungen ab und hemmen das Wachstum von Keimen, die bei 35 Grad Celsius natürlich beste Bedingungen vorfinden.“ Die Natur bringt schon Erstaunliches hervor. Mich fasziniert, was die Bienen auf die Beine und Flügel stellen: Ein Bienenstaat kann 40.000 Bienen beherbergen. Ohne jedes „Werkzeug“ bauen die Bienen in totaler Finsternis tausende Wabenzellen – und alle werden gleich groß.
Was meinen Sie, liebe Leser, wie viele Blüten die Arbeiterinnen für 500 g Honig anfliegen? Beeindruckende 1.000.000 sind es.
Ich könnte noch stundenlang erfragen, wie das alles genau funktioniert. Wem es auch so geht, der kann sich gerne an die Hattinger Imker wenden. Was sollte man eigentlich mitbringen, wenn man selbst Hand an den Honig legen will?

Biene auf Storchschnabel

Biene auf Storchschnabel

Honig aus dem Schleudergang

„Ruhe und Geduld braucht man, wenn man sich mit den Bienen befasst“, klärt mich der sympathische Schüler- und Bienenbetreuer auf. „Allzu eilig sollte man es nicht haben.“ Belohnt wird man dafür natürlich mit dem Honig: Pro Bienenvolk und „Schleudergang“ erhält man circa 20 kg. Horst Schmerbeck hat Ende Juni zum zweiten Mal in diesem Jahr geschleudert. Was er wohl später als Lieblingsessen angeben wird?

Auf Tuchfühlung mit der Biene

Der hauptberufliche Pädagoge  findet es besonders wichtig, Menschen – vor allem Kinder und Jugendliche – an die Vorgänge in der Natur heranzuführen. „Viele bekommen so einen natürlichen ‚Produktionsprozess‘ heute ja gar nicht mehr mit.“
Ein Stück Natur erfahren kann man bei ihm und seinen Mit-Imkern: Der Bredenscheider Bienengarten bietet Informationen, einen Schaukasten  und führt durch die Welt der Bienen. Bei der Begegnung mit der Biene gehen mutige Exemplare der Spezies Mensch auf Tuchfühlung. „Bienen werden heute auf Sanftmut gezüchtet“, erläutert Horst Schmerbeck. Aggressive Zeitgenossen sind weder bei menschlichen noch bei tierischen Völkern gefragt – auch relativ wenige Randalierer sorgen für schlechte Stimmung.
Wer schon jetzt oder vielleicht nach einer Führung beschließt, unter die Imker zu gehen: „Ab Ende März schulen wir gerne Neu-Imker“, freut sich Horst Schmerbeck auf viele weitere Bienenfreunde.

pgs

Imkerverein Hattingen e. V.
Bienengarten Am Zippe,
Am Zippe 50, · 45529 Hattingen,
E-Mail: info@imkerverein-hattingen.de,
Internet: www.imkerverein-hattingen.de,
Telefon (Horst Schmerbeck): 02324/27345
Die Führungen: Bienen, Flora und Fauna
Der Bienengarten zeigt Besuchern anschaulich, wie notwendig Bienen für Vielfalt und Fortbestand von Flora und Fauna sind. Kindergartengruppen, Schulklassen, Vereine und Kleingruppen können für 0,50 Euro pro Kopf Führungen buchen. Einige Male im Jahr zeigen die Aktiven Arbeiten an den Bienenvölkern, Honigschleudern oder Wachsverarbeitung. Einfach die Website besuchen, auf die Tagespresse achten oder anrufen und Termin vereinbaren!

Für Imker und die es werden wollen:
Vereinssitzungen gibt es an jedem ersten Mittwoch im Monat um 19 Uhr im Schulungsraum im Bienengarten.
Gut zu wissen: Expertise von Erfahrenen
Den Jungimkern stehen erfahrene „Bienengärtner“ als Paten zur Seite, die Neulinge Schritt für Schritt anleiten. Auch die „Vereinsvölker“ und die Möglichkeit, Ausrüstung zunächst zu leihen, erleichtern den Einstieg.

Ganz privat
Lieblingsmusik: Rolling Stones, Bob Dylan
Lieblingsfarbe: Hat er nicht
Lieblingsessen: Honigbrot (!)
Hobbys: Imkern, AG Robotersteuerung
schönster Urlaub: Immer wieder anderswo
beste Eigenschaften: Beständig

Beraterin aus Leidenschaft

Sabine Zumsande führt Buch und berät in allen unternehmerischen Lebenslagen

Sabine Zumsande

Sabine Zumsande

„Die meisten Menschen wenden mehr Zeit und Kraft daran, um die Probleme herumzureden, als sie anzupacken“. Diese Einsicht von Henry Ford hat sich die selbstständige Buchhalterin, Unternehmens- und Schuldnerberaterin Sabine Zumsande zu eigen gemacht und füllt sie tagtäglich mit Leben.
Sie empfängt mich in der „Praxis“; so heißt ihre Firma mit „Unternehmen für Unternehmen“ im Untertitel. Schon nach wenigen Minuten ahne ich:  Der Name ist nicht darauf zurückzuführen, dass hier tatsächlich einmal eine Praxis war, wie viele Hattinger wissen. Eine so pragmatische Frau wie Sabine Zumsande kann ihren „Laden“ gar nicht anders nennen.

„Die Rächerin der Enterbten“

Niemand freut sich, wenn er Schwieriges mit dem Finanzamt oder der Krankenkasse zu verhandeln hat, zumal es sich für die meisten Normalsterblichen um Terra Incognita handelt. Doch sollte dieser Fall eintreten, tut man gut daran, sich von Sabine Zumsande an die Hand nehmen zu lassen. Für ihre Klienten tut sie fast alles: „Ich bin die Rächerin der Enterbten“, bringt sie es humorvoll auf den Punkt.
Am besten ist es allerdings, wenn es gar nicht erst soweit kommt. Daher berät Sabine Zumsande in Sachen Existenzgründung von Anfang an. Wie kam die engagierte Dienstleisterin zu ihrer Berufung?

Strukturgewandelt: Sabine Zumsande

„Gelernt habe ich Bürogehilfin bei Thyssen“, berichtet die 42-jährige Hattingerin. Es folgte eine lehrreiche Zeitarbeitsphase; anschließend arbeitete sie für die Vereinigten Schmiedewerke. „Durch den Strukturwandel ging es dann zum Bildungswerk Witten/Hattingen“, fährt Sabine Zumsande fort. Und wovor viele zurückschrecken, begeisterte sie geradezu: Die Buchführung. Inzwischen hatte sie den Ausbildereignungsschein gemacht. Ihre Azubis, Industriekaufleute, fragten sie, wenn sie das alles so genau wisse, warum sie denn nicht selbst die Prüfung ablege? Lachend erzählt sie, dass sie genau das dann getan habe – sie ließ sich extern prüfen und bestand. Keine Frage – was Sabine Zumsande anpackt, das macht sie gründlich. Davon zeugen auch die freundlich renovierten Räume an der August-Bebel-Straße, die sie sich mit Mitarbeitern und Kollegen teilt.

Familien- und Existenzgründung

Vielseitig wie Sabine Zumsande ist, beschränkte sie sich nicht aufs Berufliche. 1996 kam Laura zur Welt, 1998 Hanna. In dieser Zeit betreute sie Projekte bei einer Computerfirma. Ihr Steuerberater brachte sie dann auf die Idee: Warum nicht selbstständig Buchhaltung anbieten? 2004 war es soweit: Vor Ort bei ihren Kunden oder zu Hause sorgte sie dafür, dass die Zahlen stimmten. Sensibilisiert durch eine Kundeninsolvenz ließ sie sich zur Schuldnerberaterin ausbilden, denn „ich will ständig dazulernen“, beschreibt sie sich. Gemeinsam mit ihrem Steuerberater kümmerte sie sich fortan um insolvente Unternehmen, um diese möglichst fortzuführen.

Rundum-Beratung …

In ihrer Praxis bietet sie nun mit ihren Partnern vom Rechtsanwalt über den Versicherungsmakler bis zum kreativen Team das richtige Beratungspaket für jeden Kunden, denn „ich bin nur bedingt teilbar“. Und bei aller Vielseitigkeit ist auch immer sehr viel Spezialwissen gefragt. Was für jeden Einsatz gilt: Höflichkeit, Respekt, Vertrauen – und der Blick nicht nur auf die Zahlen.

… aber ohne Weichspülgang:

Sabine Zumsande ist auch Fachberaterin für Existenzgründungen und in der KfW-Börse gelistet. „Bei mir gibt es keinen Weichspülgang“, erklärt sie. Wer schlecht gerüstet und mit allzu naiven Vorstellungen ans Gründen geht, den erwarten klare Worte – alles andere wäre ja auch nicht hilfreich. „Ich arbeite mit meinen Klienten immer authentisch, individuell und auf gar keinen Fall ‚von oben herab‘.“
Manchmal wächst sie auch mit ihren Kunden: „Einer fing mit einem Gemüsestand an und setzt heute eine Million Euro im Jahr um.“ Ein schöner Erfolg auch für Sabine Zumsande, die großen Wert auf Nachhaltigkeit legt.

Behandlung für gesunde und kranke Unternehmen

Wer viel weiß, gibt sein Wissen gerne weiter. In der „Praxis“ geht das nicht nur per Beratung, hier können die Kunden auch in Seminaren selbst lernen, was sie für ihre Betriebsführung brauchen.
Als ich mich verabschiede, denke ich daran, dass hier nun statt behandelter Menschen verarztete Unternehmen in guten Händen sind. Der Frühaufsteher wünscht weiterhin frohes Schaffen!

pgs

Info
Die Praxis,
Unternehmer für Unternehmen:
Sabine Zumsande,
zumsande@unternehmerpraxis.com;
www.unternehmerpraxis.com,
Telefon 02324/5862000,
Fax 02324/5960438,
Mobil 01577/4984541

Ganz privat
Lieblingsmusik: Elton John
Lieblingsfarbe: Schwarz
Lieblingsessen: Spaghetti Bolognese
Hobbys: Die Familie samt Tieren, Kreatives, Theater
schönster Urlaub: Borkum
beste Eigenschaften: Temperamentvoll (selbst erlebt – die Redakteurin)

Eine hündische Historie: Der Knüppelrüer

Vom Geisterhund zu Blankenstein

Der Knüppelrüer

Der Knüppelrüer

Nach meinem äußerst beeindruckenden Gespräch mit dem Germanengott Wodan im Hattinger Hügelland habe ich mich mit meinem Interviewpartner für die Oktober-Ausgabe ganz in der Nähe des Treffpunkts mit Roswitha zu Blankenstein verabredet.
Doch dieses Mal wird es sozusagen ein Walking Act: Er möchte sich mit mir beim Laufen unterhalten. Auch gut – ich bin gerne draußen unterwegs. Und noch etwas ist anders: „Er“ ist weder menschlich noch göttlich, sondern tierisch – der so genannte „Knüppelrüer“.

Was trug sich vor Urzeiten an der Sprockhöveler Straße in Blankenstein zu?

Eigentlich hatte der Knüppelrüer keine große Lust dazu, schon wieder von diesem „alten  Zeugs“ zu berichten. Doch auch für sagenhafte Hunde sind neuzeitliche Leckerchen durchaus begehrenswert; schließlich ließ er sich überreden, als ich ihm versprach, jedes Mal, wenn ich an seinem Revier vorbeikomme, eine große Packung davon mitzubringen. Ich murmelte leise etwas von „Wegezoll“ vor mich hin, fügte mich aber in diese freundliche Erpressung. Nach Menschen und Göttern wollte ich Ihnen eben gerne einmal ein historisches Tier aus Hattingen vorstellen. Und Georgs Drachen kennen Sie ja alle zur Genüge.
Verabredet haben wir uns an der Bushaltestelle vor der Klinik. „Nicht dass du eingefangen wirst, weil jemand denkt, du hast dein Herrchen oder Frauchen verloren“, gab ich zu bedenken, als wir Ort und Zeit vereinbarten.
„Das lass mal meine Sorge sein“, sagte der Knüppelrüer. „Meinst du nicht, ich hab schon ganz andere Dinge bewältigt?“
„Da hast du auch wieder Recht“, stimmte ich zu. Und so holte er mich ab, wir begrüßten uns und liefen Richtung Sprockhöveler Straße.
„Hier riecht es sehr verführerisch“, meint er mit einem bedauernden Blick Richtung Supermarkt.
„Kann ich mir vorstellen“, antworte ich, wobei menschliches Riechvermögen aus Hundesicht natürlich geradezu lächerlich sein muss.
„Hast du daran gedacht?“, fragt er plötzlich.
„Klar, hab ich doch versprochen“, lache ich und raschele mit der Tüte in meiner Jackentasche. Beruhigt trabt er neben mir her.
„Schon bewundernswert, wie du einen auf ‚normaler Hund 2011‘ machen kannst“, finde ich.
„Danke, danke, ich bin sehr wandlungsfähig. Ist ja sozusagen mein Job. Wenn man so durch die Jahrhunderte wandern will, geht das ja auch gar nicht anders. Meine eigene Evolution“, brüstet er sich stolz.
„Hatte ich auch mal in der Schule“, erinnere ich mich. Doch diese Art der Anpassung kam nicht vor. Das eigentlich Interessante wird einem ja oft vorenthalten! Übrigens schon das zweite Mal bei dieser Ausgabe, dass ich an die Schulzeit denke – mein Deutschlehrer hat mit den Hattinger Imkern zu tun, und jetzt sprechen wir über Biologie …
Doch zurück in die Gegenwart.
„Wieso wolltest du eigentlich, dass wir uns beim Spazierengehen besprechen?“, frage ich den Knüppelrüeren. Das wäre jetzt übrigens eine Frage für den Deutschlehrer: Hat schon jemand erforscht, wie der plattdeutsche Akkusativ geht? Heißt es den Rüer oder den Rüeren?
Meinem vierbeinigen Interviewpartner ist es völlig egal, keine Frage.
„Am besten ist es, wenn ich mich – jedenfalls, wenn es hell ist – als ganz normaler Hund hier bewege, was meinst du denn!“, erklärt er. „Hätten wir uns miteinander in ein Café setzen sollen?“, lacht er mich aus. „Wenn wir also hier auf den Wanderwegen zwischen Holthausen und Blankenstein herumlaufen, fallen wir nicht so auf.“
Das stimmt allerdings. Und außerdem ist es so ein Heimspiel für ihn, denn hier in der Gegend spielte sich das Ganze ab.
„Dann erzähl doch mal“, bitte ich das sagenhafte Tier.

Gespenst auf vier Beinen

„Also, ich wohne schon immer hier. ‚Gespensterhaft groß mit glühenden Augen‘, so beschrieben sie mich damals, aber guck doch mal selbst, findest du mich gespensterhaft?“, fragt der eigentlich ganz normal wirkende Hund.
„Ich weiß nicht, vielleicht sahst du früher anders aus? Ist ja lange her“, überlege ich laut.
„Nee, nee, genauso wie heute“, behauptet der Knüppelrüer. „Klein bin ich ja nicht gerade und vielleicht etwas strubbelig, aber gespensterhaft, so ein Quatsch!“, regt er sich auf.
„Möglich, dass die Menschen da auch Lust hatten sich zu gruseln, wenn sie im Dunkeln deinen Schatten sahen“, schlage ich vor. Und verschweige ihm, dass ich ihn nicht für besonders groß halte.
„Kann sein. Vor allem die Kinder wollten im Dunkeln nicht so gerne hier vorbeigehen. Dabei tat ich niemanden was, wenn man mich in Frieden ließ. Der Knüppel an meinem Hals scharrte über den Boden, das hörte sich auch nicht so vertrauenerweckend an“, erinnert er sich und schenkt mir einen so treuen Blick, dass ich ihm glaube.
„Wer wirklich böse war, das war ein Herrscher im Ruhrtal, der viele Kaufleute ins Burgverließ sperrte – vor allem Kaufleute, die er Pfeffersäcke nannte – und die er dann gegen ein hohes Lösegeld wieder frei ließ.“
„Freiheit gegen Geld – und Interview gegen Leckerchen“, kichere ich.
„Har har“, bellt er mich an und fährt fort:

Von bösen Rittern und armen Bauern

„Das war zwar schlecht für die Kaufleute, doch noch schlimmer traf es die armen Bauern und Tagelöhner. Die hatten ja eh nix, und ihr bisschen Eigentum raubte er ihnen nachts aus ihren armseligen Wohnungen. Taler und Vieh nahm er mit, mit den Leuten trieb er bösen Unfug.“
„So ein Verbrecher“, ereifere ich mich. „Und weißt du was? So böse Typen gibt es heute auch noch. Doch berichte weiter.“
„Einer der Bauern hatte einen besonders treuen Hund. Kannst dir wohl denken, wer gemeint ist, oder?“ fragt der Knüppelrüer.
„Meinst du, ich bin blöd?“
„Nee, das nicht, aber du bist ja nur ein Mensch“, muss ich mir anhören.
„Der hätte seine beste Kuh für mich hergegeben. So lieb war ich dem Bauern. Dem gemeinen Ritter blieb das nicht verborgen. Habgierig wie der Kerl nun einmal war, wollte er auch mich besitzen. Irgendwann standen der Bauer und ich in den Wiesen des Ruhrtals dem fiesen Kerl mit seinen Knechten gegenüber.“
„Musste ja so kommen“, bedauere ich.

Verdammt zum ruhelosen Knüppelrüeren

„Früher oder später, klar. Meinen lieben Bauern schlugen sie und verletzten ihn schwer. Mich schnappten sie – es waren einfach zu viele. Ich wehrte mich natürlich, biss um mich, und einer von den Knechten hat wirklich ganz schön was abbekommen. Da haben sie mir dann den dämlichen Knüppel an den Hals gebunden. Das sollte mich ruhigstellen.“
„Und? Hat es das?“, will ich wissen.
„Der Bauer sah, was die mit mir gemacht hatten. Vor Wut war er dann noch einmal in der Lage, sich aufzurichten und dem Ritter zuzurufen, dass er verdammt sein solle und als Hund mit einem Knüppel ruhelos durch das Ruhrtal wandern.“
„Verdammt“, entfährt auch mir. „Verdammt gemein und verdammt spannend.“
„Sofort wurde es stockfinster und plötzlich wieder taghell. Der Ritter war weg. Die Knechte suchten wie verrückt, fanden ihn aber nicht. Mein armer Bauer starb an seinen Verwundungen. Als er beerdigt wurde, war zum ersten Mal ein Bellen und Heulen zu hören, abends sah man einen riesigen Hund durch die Ruhrwiesen rennen.“
„Und alle Menschen dachten, das sei der verfluchte Ritter. Klar, dass die Knechte es überall herumerzählt hatten.“ Vielleicht stand es ja sogar im Frühaufsteher!
„Wer soll das auch sonst gewesen sein“, grinst mein felliger Interviewpartner.
„Wie ging es weiter?“ begehre ich zu wissen.
„Man sagt, der Knüppelrüer eile über die Weiden auf beiden Ruhrseiten. Und wer ihm begegnet, also als Mensch, der müsse sofort das Kreuz schlagen. Sonst war es das, niemand wird ihn wiedersehen. Wer den Hund fangen will, den führt er in die Ruhr, weil er selbst sich dahin flüchtet, wenn einer hinter ihm her ist.“
„Heute auch noch?“, frage ich ihn.
„Probier es doch aus“, feixt er.
„Mmh, ich weiß nicht. Aber wenn, dann erst im nächsten Sommer, wenn das Ruhrwasser nicht so kalt ist. Wir sehen uns ja sowieso ab und zu.“
„Ich freu mich schon auf die Leckerchen. Und auf dich natürlich auch“, fällt ihm noch schnell ein.
„Ja, ist schon okay! Mach’s gut und erschrecke niemanden!“
Wenn Sie ihm begegnen, grüßen Sie ihn bitte von mir!

pgs

Inspiriert von www.sagenhaftes-ruhrgebiet.de, Hattinger Sagen. Der Knüppelrüer ist auch zu finden in Jan Westwebers Buch „Sagenhaftes Hattingen“.

Ganz privat
Lieblingsmusik: Das Rascheln der Futtertüte
Lieblingsfarbe: Die Schwärze der Nacht
Lieblingsessen: Arme(r) Ritter
Hobbys: Schwimmen in der Ruhr, für Grusel sorgen
schönster Urlaub: Eine Fahrt mit der Ruhrtalbahn
beste Eigenschaften: Treue

30 Jahre in Bewegung

[ Porträt von Wolfgang „Aki“ Brand, der zwar auch nicht auf zwei Hochzeiten, aber in drei Tanzschulen zugleich tanzen kann. ]

Er tanzt sein Leben: „Aki“ Brand

Wolfgang „Aki“ Brand

Aki Brand

Aki Brand

Und das, wo er eigentlich gar keine Ambitionen hatte, sich die gleichen beruflichen (Tanz-)Schuhe anzuziehen wie seine Eltern. Aki Brand wollte nämlich viel lieber fliegen. In gewisser Weise tut er das ja auch heute – statt im Cockpit eines Flugzeugs zu sitzen, fliegt er nun über das Parkett der drei Tanzschulen, die er mit vielen tatkräftigen Händen und, in diesem Metier besonders Füßen, managt. Und wer kann schon von sich sagen, dass er mit beiden Füßen auf dem Boden abhebt!

Nur einer tanzt nicht: General Timo

Wenn man die Internetseite der Tanzschule Brand besucht, liest man über ihn, er „verbreite stets etwas Hektik“. Und Alexandra, seine Ehefrau, dort zunächst frech als „Gespielin“ bezeichnet, sei immer „in Stress und Eile“. Vielleicht bleibt das ja nicht aus, wenn das stimmt, was da über Ihren Mann geschrieben steht, liebe Frau Brand! Doch ich kann unsere Leser und vor allem die Tanzinteressierten beruhigen: Von Hektik und Stress keine Spur. Vertrauen Sie sich dem Team Brand ruhig in allen Fragen rund ums Tanzen an.
Auch wer Ihnen sonst so alles auf dem Brandschen Tanzboden begegnen könnte, stellt sich auf der Website mit Bild und besonderen Merkmalen vor – nur Kater „General“ Timo verbringt seine Zeit lieber auf dem Sofa, das er während des Interviews freundlicherweise mit mir geteilt hat. Danke, Timo!

Viola und Arno Brand: Die Vortänzer

1981 dachten sich Akis Eltern, Viola und Arno Brand, dass der eine oder andere Hattinger durchaus Spaß am Tanzen haben könnte. Sie dachten richtig: Tanzschule Brand wurde zur festen Größe an der Augustrastraße. Neunzehn Jahre später übernahmen die beiden eine Bochumer Institution: Die Tanzschule Bobby Linden. 2004 kam Thielemann in Essen dazu: Das Trio war perfekt. Wem der Name bekannt vorkommt: Thielemanns haben Generationen von Hattingern in der schönen Schulenburg an die Hände genommen, wenn es galt, diese mit der Beinarbeit in Einklang zu bringen.
Doch so aktiv die Mitglieder der Familie Brand auch sind, sie können schließlich doch nicht überall zugleich sein. Ein Team von 12 freien und festen Mitarbeitern sorgt dafür, dass ein vielseitiges Angebot alle Tänzer zufriedenstellt – vom Hip-Hop bis zum Videoclip-Dancing, vom Walzer bis zum Tango Argentino ein Rundum-Programm zum Spaß- und Sporthaben für jung und alt, klein und groß. Kleine und große Tanzlehrer hat Brand übrigens auch zu bieten – lesen Sie bitte die witzige Website, es lohnt sich.

Aki lässt die Singles tanzen …

Sie möchten tanzen und können Ihren Partner oder Ihre Partnerin (das soll es ja auch geben) nicht locken oder Sie sind Single? Bei Brands ist man auch gut aufgehoben, wenn man alleine kommt:
Es gibt in jeder Saison einen Abend zum Kennenlernen, eine Probestunde, und wenn man mag, dann meldet man sich paarweise an. Apropos Zweierteam:
„Bei uns haben sich auch schon viele Paare gefunden, nicht nur zum Tanzen“, berichtet der freundliche Tanzlehrer, der sein Hand- und Fußwerk in der Düsseldorfer Tanzschule Fern gelernt hat. „Und eine Trennung haben wir auch schon erlebt – mitten in der Tanzstunde sozusagen.“ Doch die glücklichen Paare, ob sie nun schon gemeinsam  zum Kurs gekommen oder sich dort begegneten, sind eindeutig in der Überzahl.

… und rundet die Persönlichkeit ab

Tanzen ist wichtig, doch nicht alles: „Jeder Grundkurs für die Jugendlichen beinhaltet auch einen Benimmkurs“, erzählt Aki Brand. „Und wer Tischmanieren erlernen oder Bewerbungstipps erhalten möchte, ist hier genau richtig.“ Das alles vermitteln der engagierte 46-Jährige und sein Team natürlich mit viel Humor.
Aki Brand findet: „Gerade für Jugendliche ist die Tanzschule ein guter Ort, sich zu treffen, Kontakte zu knüpfen.“ Und er betont: „Auch wenn es immer wieder neue Modetänze gibt – die jungen Leute sollten keine Angst vor Standardtänzen haben. Wer einmal dabei war, hat oft sehr viel und sehr lange Freude daran.“ Wer mit Bewerbungs- und Tischmanieren eine gute Figur macht, überzeugt dann auch als Tänzer! Wer Standardtänze beherrscht, ist eben mehr als eine Standard-Persönlichkeit.

Ganz groß: Der Gala-Ball

Wer lernt, und sei es mit viel Spaß, will natürlich auch feiern. Gelegenheit gibt es reichlich: Die Teilnehmer der 10-wöchigen Grundkurse können vier Parties mit unterschiedlichem Motto besuchen, sogar die Softdrinks sind mit drin. Und in jedem Winter gibt es im Bochumer RuhrCongress einen Gala-Ball für alle, deren Herz fürs Tanzen bei Brand brennt.
Mit dem Schlussball endet jeder Kurs. Und wenn es ein Schülerkurs ist, hat man hier auch ein Herz für die Eltern: Ihre Tanzkenntnisse können sie in einer Extra-Eltern-Stunde auffrischen.
„Wir bieten auch Kurse für Hochzeitspaare an, die dann in einem Crash-Kurs die wichtigsten Tänze für ihr Fest erlernen können“, sagt Aki Brand. „Manchen fällt das allerdings erst ganz kurz vor der Hochzeit ein“, lacht der Tanzlehrer für alle Lebenslagen. Aber irgendwie bekommen sie das dann auch noch hin.

Es soll nur der Lieblingstanz sein? Bitte sehr!

Ab sieben, acht Paaren schneidert Aki Brand das Tanzprogramm nach Maß. So kann man sich auf seine Lieblingstänze konzentrieren. Er holt ein T-Shirt, das ihm die Teilnehmer eines solchen Kurses zur 100. Stunde überreicht haben. Darauf ist zu lesen: „Geht ja gar nicht.“ Lieber Herr Brand, Sie haben sicher für jeden Kurs einen Extra-Spruch parat. Alexandra Brand erinnert sich: „Und wir haben diesen acht Paaren kleine Medaillen überreicht.“
Man wächst einander eben ans Herz, keine Frage. Alexandra führt hauptsächlich Kinder ans Tanzen heran– mit viel Vergnügen auf beiden Seiten. Sie freut sich, wenn aus den kleinen Schülern große werden und sie miterleben kann, wie sie sich entwickeln – als Tänzer und als Menschen.

Tanzen, Singen, freundlich sein: Xandra Hag

Hier und heute geht es ums Tanzen. Doch Alexandra Brand, die als junge Tanzschülerin kam, Aki sah und blieb, ist nicht nur uns Hattingern als Sängerin Xandra Hag bestens bekannt. Wie sie ihren Einsatz in der Tanzschule und ihre Gesangskarriere so erfolgreich miteinander vereinbart, kann man nur bewundern. Die größte Kunst ist bestimmt, auch noch so freundlich dabei zu sein.
Drei Tanzschulen zu managen ist mit viel Büroarbeit verbunden. Vater Arno Brand unterstützt Aki und Alexandra in allem, was so anliegt. Und in Notfällen bringen Viola und Arno Brand ihre große Tanzerfahrung auch weiterhin unter die Schüler.

Ausbildung zum Tanzlehrer erwünscht?

Weiterbildung ist wichtig: Alexandra Brand unterstreicht, wie bedeutend der Tanzlehrerkongress ist, der einmal jährlich in Düsseldorf oder Bochum stattfindet – sehr praktisch für Ruhrstädter. „Auf der INTAKO wird eine Woche lang in Theorie und Praxis vorgestellt, was es Neues gibt – hier trifft sich die Tanzwelt durchaus wörtlich. Auf der internationalen Messe, die einen Tag für die Allgemeinheit geöffnet ist, lernt man nicht nur dazu, sondern kann auch seine Tanzschule mit Musikanlagen, CDs und allem, was man an Ausrüstung braucht, zukunftsfähig machen. Dazu gehört die Ausbildung des Nachwuchses. Wie wäre es mit einer Ausbildung bei Aki Brand? Das können sie nämlich auch.

Gute Leistung statt Billig-Anbieter

Was meinen Gesprächspartnern noch am Herzen liegt: „Wir sind alle ausgebildete Tanzlehrer und gehören dem ADTV an, dem Allgemeinen Deutschen Tanzlehrer-Verband, und unterscheiden uns mit unserer Leistung ganz deutlich von den Billig-Anbietern. Wer Preise vergleicht, sollte das berücksichtigen, auch, dass wir uns permanent weiterbilden.“
Ich möchte wissen, ob Aki und Alexandra Brand einen Lieblingstanz haben. Es sind sogar zwei – zwei unterschiedliche: Er liebt Quickstep, sie  Rumba. So ist jedenfalls für Abwechslung gesorgt. Wäre es nicht lustig für ihre Schüler, wenn Aki Quickstep und Alexandra Rumba tanzen würden? Ein neuer Gag fürs Showprogramm: Showprogramme und Discjockeys bietet und vermittelt das Team Brand auch, ebenso wie Räume für Feste ab 50 Personen.

Weiter durchs Leben tanzen

Und was wünschen sie sich selbst? „Dass es so weiterläuft“, hofft Alexandra Brand. Bei diesem hervorragenden Team wird es nicht nur weiterlaufen, sondern weitertanzen. Der Frühaufsteher wünscht alles Gute für Ihre tänzerische und persönliche Zukunft!

pgs

Info
Die Hattinger Tanzschule Aki Brand finden Sie in der Augustastraße 19 in 45525 Hattingen oder auf www.tanzschule-brand.de
Bürozeiten: Montag bis Freitag von 16 bis 19 Uhr. In den Ferien: Samstag von 19.45 bis 22 Uhr. Telefon: 02324/52220,
Fax: 02324/962874. Hier gibt es natürlich auch Infos über die Tanzschulen in Essen und Bochum.

Für Noch-Einzeltänzer
Wer keinen Tanzpartner hat, findet hier einen: Am Sonntag, den 25. September, um 16.30 Uhr in Bochum, Kortumstraße 142 – unverbindlich! Voranmeldung nicht erforderlich.

Ganz privat
Lieblingsmusik: Aktuelle Charts
Lieblingsfarbe: Blau
Lieblingsessen: Apfelstrudel – gebacken von Mutter Viola Brand
Hobbys: Modellhubschrauber, Kino
schönster Urlaub: Hochzeitsreise nach Mauritius; Griechenland, besonders Mykonos
beste Eigenschaften: Zuverlässig und humorvoll

Frühaufsteher Proudly Presents:

Holger Pfläging, zeichnerischer Vater der „Isenburger“

Holger Pfläging

Holger Pfläging

Er vollendet heute unsere Porträtserie rund um den Grafen Friedrich von Isenberg: Nach dem Titelhelden selbst und Michael Stein erfahren Sie heute, von wem Friedrich sein kantiges Kinn hat.
Als die Band Skiffella Hattingensis einen ihrer Musiker verabschieden musste, sang sie ratlos: „Was ist nur geschehn, wie kann man denn nur aus Hattingen weggehn?“
Auch Holger Pfläging verließ Hattingen – aus gutem Grund, wie er mir während unseres Telefoninterviews erzählt.

Über Geschichte und Italienisch zum Trickfilm

Doch zunächst berichtet mein Gesprächspartner, Jahrgang 1969, aus alten Hattinger Zeiten: „Dem ‚Wennischen‘ (wir berichteten) fehlte noch eine illustre Figur aus der Vergangenheit.“ So kamen die Isenburger zu ihren neuen Jobs als Comic-Darsteller.
„Eigentlich studierte ich Geschichte und Italienisch fürs Lehramt“, erfahre ich von Holger Pfläging, der in Hamburg lebt und während seines Studiums ein Jahr in Bologna verbracht hat. „Das habe ich auch abgeschlossen, doch das Grafische lag mir immer sehr.“ Wie man sieht, lieber Herr Pfläging!
Lust am Italienischen hat er übrigens immer noch. So lerne ich, dass der Name der Band „Baustelle“ ein Wortspiel ist: Bau entspricht dem deutschen „Wau“ – und Stelle heißt Sterne. Die Musiker fanden einfach witzig, was im Deutschen dabei herauskommt.  Und wie kam der Panhas nun zu den Fischköppen?

Talent, Handwerk und Teamarbeit:

Ein Bekannter gab ihm den Tipp mit der „Animation School“ – so kam der Hattinger nach Hamburg, wo er heute mit seiner Frau Aretha und den Töchtern Mira, neun, und Elisa, vier, lebt.
Holger Pfläging bewarb sich noch während des ersten Staatsexamens – geklappt hat es dann im zweiten Durchlauf. „Mit der Mappe, die man einreicht, muss man zeichnerisches Talent beweisen. Das Handwerkliche lernt man dann in der Ausbildung.“ Zeichnen können sei aber nicht alles, erfahre ich. Für das „Gesamtkunstwerk“, das wir später im Trickfilm zu sehen bekommen, sind viele Fähigkeiten nötig, nicht zuletzt muss man gut im Team arbeiten.
Haben die Zeichner ihre Figuren, den Hintergrund und alles, was dazu gehört, fertiggestellt, dann wird das Ganze animiert – dafür sind andere Fachleute da – und die Zeichner schon mit dem nächsten Projekt beschäftigt.

Ritter Trenk und Rabe Socke

„Die Abläufe sind manchmal recht rigide“, sagt Holger Pfläging. „Bei Serien zum Beispiel muss einfach die Schlagzahl stimmen.“ Auf Knopfdruck kreativ zu sein ist eben auch eine Kunst für sich. Da haben sicherlich viele Menschen eine andere Vorstellung vom Alltag eines Trickfilmzeichners.
Woran arbeitet der Hamburger Hattinger zurzeit? „Die zweite Staffel des ‚Kleinen Ritters Trenk‘ nach dem Buch von Kirsten Boie, der ‚Kleine Rabe Socke‘, der bald in die Kinos kommt.“ Holger Pflägings Job ist das Storyboard, er freut sich, wenn trotz harten Zeitdrucks ‚schöne Artwork‘ herauskommt, wie es heißt. Und wir Zuschauer freuen uns natürlich mit.
„Die meisten Trickfilme weltweit muss ich nicht mehr sehen“, lacht Holger Pfläging. Manchmal kommt es aber doch vor: Der schönste Grund war soeben der vierte Geburtstag seiner Tochter Elisa. Auf dem Programm stand Prinzessin Lillifee. Vielleicht wird sie ja auch einmal zur historischen Figur!

Friedrichs Kinn ist einfach zu kantig

Ich frage, ob er nicht Lust hat, die Isenburger animieren zu lassen. „Die würden jeden Animator zur Weißglut bringen“, dämpft er meine Hoffnung. „Allein das kantige Kinn!“
Auch wenn Holger Pfläging heute nicht als Geschichtslehrer arbeitet – mit der mittelalterlichen Geschichte zu spielen macht ihm immer noch Spaß. „Mit den Isenburgern wollten wir zwar das Mittelalter beschreiben, aber keineswegs ohne historisches Sakrileg!“
Der Frühaufsteher wünscht weiterhin frohes kreatives Schaffen und Ihnen, liebe Leser, viel Freude mit Holger Pflägings Isenburgern.

pgs

Ganz privat
Lieblingsmusik: Baustelle, Fabrizio de André, Klassik
Lieblingsfarbe: Blau
Lieblingsessen: Linsensuppe
Hobbys: Filme
schönster Urlaub: Dänemark
beste Eigenschaften: Humorvoll

Warum ist der Kirchturm krumm?

Ein göttlicher Gesprächspartner aus dem Hügelland

St.-Georgs-Kirchturm

St.-Georgs-Kirchturm

Mit dem Namenspatron der Sankt-Georgs-Kirche fing unsere Serie „historische Hattinger“ an – ob sagenhaft, ob real existierend. Es folgten Friedrich, der unter die Räder kam, und die tapfere Bauerntochter Roswitha aus dem schönen Blankenstein, mit der wir uns so nett auf der Burg unterhielten.
Warum Georgs Turm so schief ist? „Seine“ Kirchengemeinde schreibt auf ihrer Website, nach Mehrheitsmeinung sei der Turm von Anfang an absichtlich so angelegt worden – um den Südwestwinden, die oft wehen, trotzen zu können. Wenn wir den verantwortlichen Bauherrn, der das Gebäude um 1200 errichtete, einmal antreffen, werden wir ihn fragen, ob er das auch so sieht. Die Reste einer kleinen Vorgängerin, nach 820 gebaut,  wurden übrigens 1972 entdeckt.

Wodan, der Inspirierende …

Es gibt noch diverse Vermutungen über die Ursache des schiefen Kirchturms in der Hattinger Altstadt, auch weniger salonfähige – doch über all das kann unser heutiger Gesprächspartner nur lachen. Heute ist die Frühaufsteherin für Sie in ihrer alten Heimat, dem Hattinger Hügelland, unterwegs. Ich kenne mich dort natürlich immer noch gut aus, doch er blickt auf einen weitaus längeren Aufenthalt am Ort des Geschehens zurück: Die Rede ist von Wodan.
Mit dem Bus der Linie 330 fahre ich bis zum „Stuten“. Unterwegs denke ich an das Buch „Marterpfahl“ des Hattinger Autoren Stefan Melneczuk. Ganz schön gruselig und für Ortskundige natürlich besonders aufregend. Wer weiß, wie oft man schon dort vorbeikam, wo es geschah!
Wodan holt mich an der Bushaltestelle ab.
„Guten Tag, wie darf ich Sie denn bitte ansprechen?“, erkundige ich mich. Schließlich hat der Hauptgott der nordischen Mythologie nicht nur einen Namen, und vielleicht gefällt ihm Odin besser.
Ich habe gelesen, dass der Name Wodan eine so genannte westliche Dehnform zum indogermanischen „wat“ darstelle, was „anblasen, anfachen“ und im übertragenen Sinne „inspirieren“ heiße.

… und sein gleichnamiges Tal

Wodan

Wodan

Nun, das passt doch alles gut zu unserer Stadt: Wat gehört zum täglichen Sprachgebrauch, beim Anblasen auf dem Hüttengelände sind wir Spezialisten – und Inspiration können wir alle gut gebrauchen!
„Einen schönen guten Tag“, grüßt Wodan zurück. „Ach“, sagt er dann ganz unkompliziert, „du bist ja auf mich gekommen, weil das Wodantal nach mir benannt ist. Da sagst du am besten Wodan.“
„Gerne, so machen wir das. Mir war übrigens gar nicht klar, dass Odin und Wodan für den gleichen Gott stehen. Das wissen viele andere sicher auch nicht.“
Wir gehen die kleine Straße an der Wiese entlang, auf der im Winter immer der Skilift tausende von Besuchern in Wodans Tal lockt.
„Hier ist ganz schön was los“, erzählt Wodan. „Im Winter natürlich – ist ja auch der einzige Lift in der ganzen Gegend – aber auch im Sommer, die vielen Mopedfahrer.“
„Du kennst ja noch ruhigere Zeiten“, antworte ich. „Ich bin als Kind oft mit meinem Hund hier herum gestreift, zum Beispiel zur Quelle da hinten in der Kurve. Kann man sich heute gar nicht mehr vorstellen.“

Weltlicher Genuss auch für Götter

„Ja, es hat sich total viel verändert. Nichts ist so beständig wie der Wandel, da kann ich ja gut mitreden, so alt wie ich bin“, kichert der nordische Gott.
Götter sind übrigens keineswegs vor irdischen Genüssen gefeit, stelle ich fest: „Das Wodantaler Landbrot schmeckt einfach klasse“, findet er. „Das gab es früher nicht – ein Beweis, dass manches heute doch besser ist“, schließt er mit einem Grinsen.
„Doch jetzt sag mir bitte, wieso du über die ganzen Erklärungen zum schiefen Sankt-Georgs-Turm nur lachen kannst. Was hast du denn damit zu tun?“
Wir sitzen gemütlich auf einer Wiese. Ich sehe, dass er schon wieder an „sein“ leckeres Brot denkt, und ziehe ihn am Ärmel. „Los jetzt, bitte.“
„Das“, fängt Wodan an, „ist eigentlich ganz einfach.“

Sankt Georgs respektloser Turm

„Ich wohne ja schon immer hier, nur dass es natürlich nicht schon immer Wodantal hieß. Du musst dir vorstellen, dass man von hier einen tollen Blick bis zur Sankt-Georgs-Kirche hatte. Damals war der Turm gerade.“
„Und das gefiel dir nicht?“
„Das war mir eigentlich völlig egal“, fährt Wodan fort. „Interessant war auch, dass der Turm sich bewegen konnte.“
„Was? Das ist ja kaum vorstellbar“, wundere ich mich.
„Ja, immer wenn die Sonne im Osten aufging – ein Schauspiel, das mich täglich aufs Neue erfreut – hat sich der Kirchturm nach Osten verneigt. Vor der Sonne.“
„Nein!“
„Doch, ich schwöre es! Nun kann man sich ja durchaus vor der Sonne verneigen, das mach ich selbst auch. Ohne Sonne können wir schließlich nicht leben.“

Wodan verliert die Geduld

„Wohl wahr“, pflichte ich ihm bei.
„Und mittags“, setzt er seine Erläuterung fort, „wenn die Sonne gerade am meisten zu tun hatte, das gleiche Schauspiel: Der Turm verneigt sich nach Süden.“
„Ich ahne schon, was kommt“, denke ich laut.
„Das fand ich dann schon ganz schön übertrieben. Einmal am Morgen reicht ja, meine ich. Aber nein, sogar am Abend neigt sich dieses blöde Ding nach Westen.“ Das regt Wodan heute noch auf.
„Ich habe monatelang darüber nachgedacht, wie ich diesem unverschämten Turm Respekt vor einem Germanengott – sogar dem Hauptgott, ich will ja nicht angeben, aber trotzdem – beibringen könnte.“
„Du wolltest, dass er sich auch vor dir verneigt?“
„Ja, klar, wenigstens ein einziges Mal in südwestlicher Richtung. Das ist ja wohl nicht zu viel verlangt!“
„Nein, natürlich nicht“, beruhige ich ihn.
„Wie hast du es denn dann geschafft?“
„Hab ich ja gar nicht“, gibt er kleinlaut zu. „Sich in vier Richtungen zu verneigen, das brachte der Turm anscheinend nicht fertig. Oder er wollte mich ärgern, keine Ahnung. Da fiel mir endlich etwas ein: Gerade als das respektlose Bauwerk abends der Sonne huldigte, habe ich einen Bann ausgesprochen.“

Bleibt der Turm wie er ist?

„Da hättest du auch eher drauf kommen können, so als Gott, meine ich.“
„Ja, ja, nachher ist man immer klüger. Die Erfahrung macht ja wohl jeder, ob Gott, ob Mensch.“
„Sicher, keine Frage.“
„Zwar verneigte sich der Turm nun immer noch nicht in meine Richtung – aber dafür auch in keine andere mehr“, freut sich Wodan noch heute. „Und ihr Hattinger habt ja was davon, der Turm ist ein Symbol für die ganze Altstadt.“
„Was meinst du“, geht mir durch den Kopf, „könntest du den auch wieder gerade machen? Dass er einfach steht und niemand respektlos behandelt wird, weder die Sonne noch du? Oder dass er sich in alle Richtungen verneigt?“
Wodan antwortet: „Hab ich auch schon drüber nachgedacht, ich habe ja viel Zeit hier. Aber ich glaube, wir lassen besser alles so, wie es ist.“

Wodan ist überall

„Ja, da hast du Recht, sonst müssten wir ja die ganzen Prospekte neu drucken.“
Wodan denkt ganz neuzeitlich: „Mir fällt noch was ein, das kannst du ja dem Stadtmarketing einmal vorschlagen. Hier sind zwar die Internetverbindungen nicht die schnellsten, im Hügelland, aber ich leb ja auch nicht hinter dem Mond und weiß, was es heute so alles gibt. Die könnten doch auf ihrer Website den Turm so beweglich machen – animieren, sagt ihr dazu, oder? – wie früher.“ Wodan begeistert sich für seine Idee.
„Oh ja, das richte ich gerne aus“, verspreche ich ihm, „und du kommst auch vor und darfst deinen Bann auch online aussprechen.“
„Danke, dass du über mich schreibst“, verabschiedet sich Wodan. „Ich hab auch noch was für dich. Ist ja noch ein weiter Weg bis zum Wildhagen.“
Den Heimweg nutze ich zu einer Wanderung über den Raffenberg durch den Hattinger Stadtwald. An einer Lichtung – auch wenn ich fast schon zu Hause bin – mache ich ein Picknick mit Wodans Geschenk und einem schönen Ausblick ins Wodantal – dieses Mal von der anderen Seite. Wodans Spuren zu folgen lohnt sich überall: Im Stadtwald, im Hügelland – und in der Altstadt. Viel Spaß mit Hattingens Historie!

pgs

Ganz privat
Lieblingsmusik: Das Plätschern des Baches
Lieblingsfarbe: Wodantalgrün
Lieblingsessen: Wie gesagt: Wodantaler Landbrot
Hobbys: Kirchtürme verbannen
schönster Urlaub: Ein Gott macht nie Urlaub
beste Eigenschaften: Einfach göttlich

Auf Augenhöhe mit Jupiter

Porträt von Michael Mauksch, Hattinger Volkssternwarte e. V.

Saturn-Bedeckung durch den Mond im Mai 2007.

Saturn-Bedeckung durch den Mond im Mai 2007.

Sie leben – wie wir alle – im Weltall, Michael Mauksch und die Sternenfreunde der Volkssternwarte Hattingen e. V. Und damit die übrigen Hattinger sich von diesem Lebensraum genauso faszinieren lassen können wie die Aktiven, sucht der Verein ein neues Zuhause für seine Beobachtungsstation.

Gänsehaut by Saturn

Das Universum begeisterte Michael Mauksch, geboren in Berlin und frühzeitig nach Ruhrstadt eingewandert, schon als Kind. „So richtig los ging es, als meine Frau mir Ende der 1990-er Jahre ein Tchibo-Teleskop schenkte“, lacht der freundliche Vater von Karina, 17, und Niklas, 10. Der will gerade wissen, welcher Stern der hellste sei. „Der Sirius“, erklärt Michael Mauksch seinem Sohn und der Frühaufsteherin, und seine Augen strahlen dabei nicht weniger. „Es ist einfach spannend zu sehen, was das bloße Auge nicht wahrnimmt.“ Niklas: „Die Sternschnuppennächte sind einfach toll. Und den Jupiter habe ich auch schon gesehen.“ Vater Michael ergänzt: „Erhebend ist es, zum ersten Mal den Saturn mit seinen Ringen zu betrachten.“ Da relativiert sich sicherlich so manches Irdische.

Natur beobachten und unterrichten

Michael Mauksch

Michael Mauksch

Wenn er nicht die Natur beobachtet – „bei uns geht es um Sterne, andere sehen sich Vögel an“ – unterrichtet er ihre Wissenschaft an einer Realschule in Gelsenkirchen. Da bringen Sie bestimmt genau die richtige Mischung mit, um die eine oder andere Sternschnuppe auf die Schüler überspringen zu lassen.
Was steht denn an besonderen astrologischen Ereignissen ins Haus? Zum Beispiel der „Venustransit“, der alle paar hundert Jahre vorkommt – wie der Name sagt, zieht die Venus vor der Sonnenscheibe entlang. Bitte den 6.6.2012 notieren!
Michael Maukschs ganz persönlicher Wunsch: Die erste bemannte Marsmission noch auf diesem Planeten zu erleben. Die Chancen stehen gut: Mitte der 2030-er Jahre soll es soweit sein.

Hattinger Heimat für Sterne gesucht

Doch vorher wird es für ihn und seinen Verein noch viele „kleinere“, aber ebenso inspirierende Erlebnisse geben: Ob Beobachtungsreisen, Messebesuche oder der alljährliche HATT (siehe Info-Kasten) – langweilig wird es den Hattinger Sternenfreunden weder auf der Erde noch im Weltall.
Der Verein hat im Essener Süden eine kleine Beobachtungsstation namens H.A.S.E. und sucht einen Hattinger Standort: „Nicht zu hell, einigermaßen gut erreichbar, circa 100 m2, freie Sicht nach Süden, Osten und Westen“ – wer eine Idee dazu hat, kann sich gerne melden. Vielleicht klappt es ja früher als bis zur nächsten totalen Sonnenfinsternis in Europa am 12.8.2026 in Spanien. Wir drücken die Daumen!

pgs

Ganz privat
Lieblingsmusik: guter alter Hardrock
Lieblingsfarbe: Blau
Lieblingsessen: Ente in Erdnusssauce
Hobbys: Fußball, Leichtathletik („leider nicht mehr aktiv“)
schönster Urlaub: Sonnenfinsternis Türkei, „außerdem ist es überall interessant“
beste Eigenschaften: zuverlässig

Info
Volkssternwarte Hattingen e.V., Ruhrhöhenweg 16, 45527 Hattingen, Telefon 02324/83866, info@sternwarte-hattingen.de, www.sternwarte-hattingen.de. Der nächste HATT – Hattinger Astronomischer Trödel-Tag – ist am 26.11.2011 in der Realschule Grünstraße mit Ausstellern aus ganz Deutschland und den Nachbarländern. Wer den Astro-Stammtisch besuchen will, kann sich auf der Website informieren. Gäste sind herzlich willkommen.

Werber aus Leidenschaft

Porträt von Harald Kamke, Kamke Medien in Hattingen

Harald Kamke

Harald Kamke

Harald Kamke hat ein schönes, lichtes Büro in Hattingen – genau da, wo die Stadt in den Wald übergeht. Wenn man den ganzen Tag kreativ ist, ist diese Umgebung sicher sehr hilfreich. Nachdem mich der Hausherr freundlich begrüßt hat, nimmt mich Boxer Broudy mit vollem Körpereinsatz in Empfang.
Aber keine Angst, wer keinen Hundekontakt wünscht, bekommt ihn auch nicht. Harald Kamke hat vorher höflich gefragt, ob sein „Mitarbeiter“ dabei sein darf. Broudy liefert mit seinem entspannenden Einfluss bestimmt so manchen Input, wenn es einmal hakt. Aber sein Herrchen macht nicht gerade den Eindruck, als litte es unter Ideenmangel.

Studierter Pädagoge, Grafiker …

„Ich mache klassische Werbung mit den Schwerpunkten Gastronomie und Medizin“, berichtet der Inhaber von Kamke Medien, „seit ich 32 bin.“ Der jetzt 50-Jährige hat Sportwissenschaft, Anglistik und Pädagogik studiert, doch eine seiner weiteren Berufungen warf schon ihre Schatten voraus – oder besser gesagt, ihre Sonnenseiten:
„Schon meine Abschlussarbeit an der Deutschen Sporthochschule in Köln habe ich über Sportmarketing im Tennis geschrieben“, erfährt die Frühaufsteherin. Mit Ende 20 hatte Harald Kamke den ersten Agenturkontakt, der Beginn einer beruflichen Leidenschaft, wie er es nennt. Wie schön, dass er sie lebt und ausstrahlt! „Neben der Arbeit – ich hatte ja schon Familie – habe ich mich zum Grafiker ausbilden lassen und meine Agentur gegründet“, beschreibt er, wie er wurde, was er ist.

… und engagierter Dozent:

„Der Internet-Boom führte zu einem regelrechten Notstand an Ausbildern“, berichtet mein sympathischer Gesprächspartner. „Fünf Jahre lang habe ich als Dozent für Mediendesign an IHKs und Akademien unterrichtet; das habe ich immer sehr gerne gemacht.“ Die Bildungsträger freuten sich über den Fachmann mit Pädagogenausbildung – doch die Agentur kam zu kurz, der Nebenjob hatte sich die Hauptrolle in Harald Kamkes Berufsleben erschlichen.
Der ist zum Glück nicht nur kreativ, sondern auch weitsichtig. Jedem Boom folgt eine Baisse – er richtete sein Hauptaugenmerk wieder auf die klassische Werbung. Im Jahr 2000 wurden Beschränkungen für das Medizin-Marketing aufgehoben. Harald Kamke sah die Chancen: Mit einer befreundeten Prophylaxe-Fachfrau etablierte er ein Praxis-Marketing für Zahnarzt-Depots, die Praxen ausstatten. Auch in diesem Umfeld gab es für den begeisterten Dozenten wieder Einsätze:

Von Praxen und Biergärten

„An Wochenenden schulen wir Praxis-Berater, weisen darauf hin, worauf es ankommt.“ Da jede Praxis andere Schwerpunkte setzt, wird auch das niemals langweilig.
Vielseitig wie Harald Kamke ist, setzt er nicht nur auf klassische und Praxis-Werbung. Gastro-Marketing heißt unser nächstes Stichwort. Auch hier ist Kamke Medien äußerst erfolgreich: Ein schönes Beispiel ist das „Lukas“ in Kupferdreh, dass sogar vom „Online-Motor Deutschland“ ausgezeichnet wurde – eine wunderbare Anerkennung für Harald Kamke und sein Team. Wer das Lukas besuchen will, kann online reservieren, sich das Angebot durch Kopf und Mund gehen lassen und die Vorfreude auf den Biergarten genießen.

Baukulit und Bier

Apropos Bier: Video-Filme für Radeberger, Hövels und Wenkers am Markt, Dortmunds ältestes Brauhaus – „und selbstverständlich fußball­affin“, lacht Harald Kamke.
Natürlich betreut er auch Hattinger Kunden: Baukulit, den Frühaufstehern bestens bekannt, das Havanna, die Alte Krone sind einige davon.
„Ich arbeite auch immer als Berater“, erklärt Harald Kamke. „Ob die Grafik im Mittelpunkt steht oder die Konzeption – wichtig ist der übergreifende, lösungsorientierte Ansatz.“

Kerstins Skulpturen und Julias „Händchen“ für die Menschen

Skluptur von Kerstin Kamke

Skluptur von Kerstin Kamke

„Herr Kamke Medien“ ist nicht der einzige kreative Mensch in der Familie. Seine Frau Kerstin ist handwerklich und künstlerisch sehr begabt und fertigt wunderbare Skulpturen an. Vor mir steht ein Zahn-Objekt; ihre Einzelstücke für Praxen sind äußerst gefragt. Zur Familie gehören die Söhne Nikolas, 19, und Janos, 16.
Harald Kamke ist zwar vielseitig talentiert und engagiert, doch alleine kann er seinen „Laden“ natürlich nicht bewältigen. Julia Jorrasch ist seine Assistentin und hat gelernt, wie man professionell Menschenköpfe aufbereitet, damit sie auch auf Bildern und Videos so gut aussehen wie in echt. „Ich nehme sie aber auch mental an die Hand, damit sie nicht nervös werden“, lächelt die freundliche Mitarbeiterin, und Harald Kamke ergänzt, dass Emotionalisierung auf Fotos und Videos sehr wichtig sei.

Kreativ und technisch auf höchstem Niveau

Neben Julia Jorrasch sorgen weitere Menschen aus seinem Netzwerk für gutes Gelingen, wenn es um Videos, aufwändige Programmierung und die Serverbetreuung geht.
Harald Kamke denkt zurzeit darüber nach, sein Büro innerhalb seines Hauses umzuziehen. Die Frühaufsteherin ist überzeugt: Wo immer es sich auch befindet – was dabei herauskommt, wird weiterhin kreativ und technisch auf höchstem Niveau sein – ob der Arbeitsraum nun oben oder unten ist.

pgs

Ganz privat
Lieblingsmusik: David Bowie
Lieblingsfarbe: Für einen Designer sind alle Farben wichtig
Lieblingsessen: Sushi, Indisch
Hobbys: Motorrad fahren
schönster Urlaub: Städtereisen
beste Eigenschaften: Heute eine Un-Eigenschaft: Nicht neidisch

Ein Herz für Kunden und Oldtimer

[ Porträt von Petra und Hans-Hermann Becker von „Reifen-Stahl rund ums Auto GmbH“. ]

„Unser Herz schlägt für unsere Kunden. Und für Oldtimer!“

Hans-Hermann und Petra Becker

Hans-Hermann Becker

Hans-Hermann Becker

Zum ersten Mal nach vielen Regentagen scheint die Sonne wieder, als die Frühaufsteherin „Reifen-Stahl rund ums Auto“ besucht. Doch dieser freundliche Familienbetrieb macht den Eindruck, dass für die Kunden hier immer gutes Wetter vorherrscht – völlig unabhängig von den aktuellen meteorologischen Bedingungen.
Rede und Antwort stand hauptsächlich Petra Becker, denn Hans-Hermann Becker leistete zwischendurch häufiger den gefragten Dienst am Kunden, der selbstverständlich immer im Mittelpunkt steht. Und außerdem arbeitet hier sowieso ein Team Hand in Hand, ob Familie Becker selbst – außer den Eltern ist noch Sohn Hans-Carl, 22, mit an Bord – oder die Mitarbeiter. Insgesamt sind sechs einsatzfreudige Menschen „rund ums Auto“  mit Leib und Seele bei der Sache.

Reifen und Service rund ums Auto

„Seit 1981 sind wir hier in Hattingen“, berichtet Petra Becker. Es gab auch einmal Betriebe in Essen, doch längst bestimmt ausschließlich das Hattinger Unternehmen das (Arbeits-)leben der Beckers. Neben Reifen und Felgen für fast alles, was fahren kann, vom „normalen“ PKW über LKW, Motorräder, Trecker bis zum Oldtimer versorgt das Team Becker die Kunden natürlich mit, wie der Name schon sagt, allem rund ums Auto. Hans-Hermann Becker ist Vulkaniseurmeister wie sein Vater.
Es ist sicherlich eines der schönsten Firmengelände in Hattingen, das nicht nur verkehrsgünstig in der Nähe der Bochumer Straße liegt, sondern auch noch auf dem Weg zum Leinpfad. An der Ruhr kommt man in Hattingen eben nicht vorbei.

Eine Familienleidenschaft: Mofa-Oldies

Vielleicht ist Familie Becker durch den guten Platz darauf gekommen, aus ihrer Leidenschaft für Oldtimer ein regelmäßiges Treffen zu machen? Petra Becker lacht: „Unser Sohn Carl hat das Ganze initiiert. Mit 10 Jahren schon entdeckte er seine Liebe zu Mofas. Da hat er mich dann irgendwann angesteckt. Im Laufe der Zeit kam ein Mofa zum anderen, die Sache entwickelte sich immer weiter.“ Zündapp, Kreidler, NSU aus Baujahren zwischen 1960 und 1970 gehören zum  Fuhrpark.
Zweiräder und Reifen, das passt ja auch gut zusammen, finde ich, und die Mofa-Freundin ergänzt: „So hat sich Carl auch viel selbst beigebracht; er ist jetzt auch ausgebildeter KFZ-Mechatroniker.“

Auf zum Oldtimer-Treffen bei Beckers

Der Beckersche Oldtimer-Spaß beschränkt sich nicht auf Mofas. Zum jährlichen Treffen auf dem Betriebsgelände kommen Zweiräder, Autos, Trecker – rund tausend Gäste freuen sich jedes Jahr darauf zu sehen, was Familie Becker sich wieder ausgedacht hat.
Man sieht Petra Becker die Freude daran an: Sie strahlt vor Vergnügen, wenn sie erzählt, wie sie sich immer wieder etwas Neues überlegt, um ihre Kunden zu überraschen.
Und jeder kennt es von sich selbst: Interessiert man sich gerade für eine bestimmte Sache, dann begegnet sie einem, wo man geht und steht. Petra Becker sind schon viele schöne Dinge für ihre Oldies zugelaufen: Eine wunderschöne Tasse mit Treckermotiven, ein Stoff mit Treckern, aus dem sie für ihr Fest Kinderschürzen nähen ließ – die Erwachsenen durften sich mit einem John-Deere-Motiv schmücken – kaum zu glauben, was es alles gibt und nur darauf wartet, von den kreativen Oldtimer-Fans entdeckt zu werden.

Bulli, Buggy und Wild-West

Sehr begehrt sind alle Jahre wieder die Plaketten, die das erlebnisreiche Treffen noch nachwirken lassen, und etwas ganz Besonderes ist das „Käfer-T-Shirt“. Auch Lebkuchen-Herzen erinnern an Beckers Feste. Mir geht es schon wie den Moderatoren von „Wunderschön“ im WDR: Mein Rucksack füllt sich mit Lebkuchenherz, Plaketten und den liebevoll gestalteten Einladungen.
„Zum Markenzeichen geworden sind unsere Sonnenblumen“, begeistert sich die „Event-Managerin“ – den Job-Titel hat sie mit ihrer Erfahrung rund ums Organisieren der Treffen längst verdient. Wer ihr Fest besucht, soll es schön haben. In der Vergangenheit gab es Musik der „Melker aus Norderstedt“, Ponyreiten, eine Wild-West-Welt, einen Falkner, einen „Kartoffel-Mann“ aus der Nachbarschaft … ich sehe mir die Bilder an, es ist einfach stimmig, auch im Detail: Der antike Herd zum Beispiel, der stilecht zu den Oldtimern passt. Da ist alles dabei: Richtig alte Schätze, VW-Bullis, ein Buggy, ein US-Fahrzeug und ein Trabi, der witzigerweise einen Mini-Trabi aufs Dach geschnallt hat. Und natürlich Trecker. Ein Deutz und ein Lanz gehören zum Familieninventar.
Wer Trecker kennt, kennt Hermann von Grebe: „Ein alter Fuchs“, sagt Petra Becker, der die Veranstaltung moderiert und die Fahrzeuge vorstellt. Das Fachblatt „Die Schlepper-Post“ berichtete übrigens auch schon einmal.

Hier wird es niemals langweilig – auch nicht im Alltag

Was die Gäste im September 2011 erwartet, verrät sie noch nicht, nur so viel: Ein alter „Klümchenstand“ ist dabei. Der zieht sicher nicht nur Kinder an. Wer etwas anderes essen möchte, wird bestens versorgt. „Das Kochen überlassen wir aber anderen“, erfahre ich, „Alfred Schulte-Stade übernimmt das für uns.“
Auch wenn das Oldtimer-Treffen seine Schatten vorauswirft – schließlich gibt es ja noch das Tagesgeschäft. Was gefällt den Beckers daran am meisten? „Es wird niemals langweilig, der Kontakt mit den Kunden macht unglaublich viel Spaß“, sind sie sich einig. Haben sie einen Wunsch? „Dass es uns immer gut geht“. Liebe Familie Becker und Mitarbeiter: Genau das wünscht Ihnen der Frühaufsteher auch. Und ein ganz gelungenes siebtes Oldtimer-Treffen. Doch bei Ihrem Organisationstalent, Petra Becker, haben wir da überhaupt keine Bedenken.

pgs

Ganz privat
Lieblingsmusik: Lieder von der Waterkant
Lieblingsfarbe: Blau
Lieblingsessen: Hausmannskost
Hobbys: Segeln
schönster Urlaub: Ostsee
beste Eigenschaften: Zitat Petra Becker: „Mein Mann hat nur gute Eigenschaften.“

Darauf trainiert auch Real Madrid

Der Kunstrasen beim SuS Niederbonsfeld „wächst und gedeiht“

Christian Kolz

Christian Kolz

Die Fußballer des SuS Niederbonsfeld ziehen, zusammen mit den Hallensport-Abteilungen ihres Vereins, an einem Strang. Aus gutem Grund, vor allem in diesem Sommer: Es gilt, eine auch für erfahrene Sportler sehr schwierige Aufgabe zu stemmen. Konkret heißt das: Ein Kunstrasenspielfeld entsteht an der Kohlenstraße, finanziell steuert die Stadt Hattingen insgesamt „nur“ 158.000 Euro zu diesem Projekt bei.
Doch das schreckte und schreckt die Niederbonsfelder Verantwortlichen und Vereinsmitglieder nicht: Die Summe von 135.000 Euro, die so zu Beginn der Planungen noch zur Vollendung fehlte, wurde an die Spitze eines Spendenbarometers als Ziel geschrieben. Und siehe da: Der größte Teil der Barometersäule erstrahlt auf der Homepage des Vereins schon im sattesten Grün, lediglich noch rund 15.000 Euro stehen im „roten Bereich“ offen. „Und auch die werden wir zur Verfügung haben, wenn es nötig ist“, ist sich Vereins-Vorsitzender Christian Kolz sicher. Denn auch die Möglichkeit eines Kredites für eventuell noch fehlende Euro-Beträge sind ausgelotet und für den Verein machbar.
Die Kosten für das Kunstrasenprojekt sieht Kolz in vielerlei Hinsicht gerechtfertigt, wie er beim Ortstermin mit dem Frühaufsteher erklärt: „Zum einen bekommen wir von der Firma Desso einen Rasen, bei dem die modernsten Erkenntnisse und Innovationen in Sachen Belastbarkeit und Haltbarkeit umgesetzt sind (Hinweis der Redaktion: Sogar die Profis von Real Madrid trainieren auf einem Untergrund dieser Firma). Zum anderen wird sich dieses neue Angebot auch sicher positiv auf unsere Mitgliederzahl, vor allem im Nachwuchsbereich auswirken. Und das ist, durch dann höhere Beiträge, auch wieder gut für den gesamten Verein.“ Denn heutzutage, so weiß Kolz zu berichten, sei für die Eltern hoffnungsvoller Nachwuchskicker nicht mehr nur der Trainer, die Spielklasse oder das Vereinsumfeld an sich maßgeblich, sondern: „Viele Mütter und Väter finden es schon wichtig, dass ihr Sprössling nicht auf Asche spielen und trainieren muss.“ Auf Kunstrasen tut die Grätsche eben nicht ganz so weh …
Fast ausschließlich aus den eigenen Reihen der fast 600 Mitglieder kommen die finanziellen Zuschüsse für den Kunstrasen als Spenden, doch auch beispielsweise die CDU Niederbonsfeld ließ sich nicht lumpen, und steuerte 1000 Euro bei. Neben dem Geld hat der Verein aber noch ein großes Pfund, mit dem er wuchern kann. Denn eine Menge der Arbeiten, die zu erledigen sind, werden in Eigeninitiative erledigt, wie beispielsweise auch die Renovierung der Tribüne und der darüber liegenden Bereiche. „Das ist einfach auch in Zusammenhang mit dem neuen Platz nötig, weil ansonsten bei starkem Wind oder Regen der Dreck von da oben auf das neue Spielfeld gespült werden würde.“
So beherrschen also momentan Bagger, Erdhügel und eine richtig stabile „Abwehrmauer“ den Raum zwischen den Toren. Also keineswegs die besten Voraussetzungen für die Senioren- und Nachwuchsteams, sich auf die beginnende Saison vorzubereiten. Doch in Fußballerkreisen ist es – zumindest in Hattingen und der benachbarten Ruhrhalbinsel – offensichtlich Ehrensache,  kickende Sportkameraden nicht im Stich zu lassen. „Dort, wo Kapazitäten vorhanden waren, sind wir mit offenen Armen empfangen worden, um während der Zeit des Umbaus zu trainieren. Dafür auch ein großes Dankeschön.“
Im Gegenzug will der SuS Niederbonsfeld im Übrigen auch Essener Mädchen und Jungen in Zukunft auf dem neuen Kunstrasenplatz eine sportliche Heimat bieten. Christian Kolz: „Auch fußballbegeisterter Nachwuchs aus der Nachbarstadt ist bei uns herzlich willkommen.“ Dass der in Scharen kommt, hoffen die Niederbonsfelder. Und vielleicht schon allein aus dem Grund, sich beim Training ein wenig wie in Madrid zu fühlen.

greis

Weitere Informationen
Für den weiblichen Nachwuchsbereich: 02052/80209 (Kolz), für männliche Jugendkicker 02052/8351971 (Bangert).

Leidenschaft für IT und Historie

Michael Stein, Inhaber der Agentur Bambule Webdesign

Michael Stein

Michael Stein

Im Juli-Frühaufsteher haben wir ihn schon „angedroht“: Unseren Neuzugang Michael Stein. Er ist sozusagen verwandt mit Friedrich Graf von Isenberg, dem ganz besonderen Gesprächspartner, den wir kürzlich interviewen durften. Wie der Stein auf den Isenberg kam, das werden wir Ihnen gleich noch verraten.

Ein digitaler Lebenslauf

Michael Stein wurde bereits frühzeitig „digitalisiert“. Unser Gespräch beginnt mit seinem, wie er es lachend nennt, digitalen Lebenslauf. „Meine Eltern“, erzählt der freundliche Inhaber der Web-Agentur Bambule Webdesign in Hattingen-Niederwenigern, „haben mir zum Glück von Anfang an Computer erlaubt und gekauft.“ Das war zu Beginn der 1980-er Jahre. Wie kann man sich denn diese ein wenig dinosaurierartigen Geräte vorstellen, auf die der damals 12-jährige Michael sich begeistert stürzte?

Der Beginn einer wunderbaren Freundschaft

„Das erste Modell war ein ZX81 Sinclair, das Einsteigergerät vor dem PC“, erinnert er sich genauso leidenschaftlich. Es folgte der Commodore, der sicherlich vielen noch bekannt ist. „Man muss sich vorstellen“, erfährt die Frühaufsteherin, „dass man nicht einfach in den nächsten Laden gehen und sich einen PC kaufen konnte. Wir sind bis nach Aachen und Mönchengladbach gefahren.“ Wir amüsieren uns gemeinsam über das lange Abtippen von Programmen aus Zeitschriften oder das Einschleusen mittels Kassettenrekorder.
Die technische Neugier prägte den jugendlichen Michael, der ahnte, dass „da etwas Großes hinter steckt.“ Von seiner Person könne man das nicht trennen – der Beginn einer lebenslangen Liebe, von der heute natürlich die Kunden seiner Agentur profitieren.

Technik und Publizistik vs. Uni

Doch Michael Stein ist vielseitig. Neben der Technik treibt ihn auch die Publizistik: Anfang der 1990-er Jahre versorgt er mit einer Zwei-Mann-Redaktion die Menschen in Niederwenigern und Niederbonsfeld mit dem „Wennischen“. Das Blatt erscheint zwei Jahre lang monatlich mit einer Auflage von 3.500 Stück.
Liebe Leser, Sie ahnen es bereits: Auf das Internet hat unser Gesprächspartner nur gewartet. 1993 ist es soweit – eine ganz neue IT-Welt eröffnet sich. Eigentlich studiert Michael Stein nach Abitur und Bundeswehr in Bochum Geographie, doch in die tiefsten Schichten der Universität dringt er nicht ein, zu spannend sind Internet und auch das Schreiben. Glossen und Kurzprosa für Radio EN und den Wennischen fordern eben ihren Tribut. Die Geographie muss auf den vielfältig Talentierten verzichten.

Ein Stück Humor für Hattingens runden Geburtstag

Wir schreiben das Jahr 1995: Die kleine Stadt Hattingen wird 500. Michael Stein und seinem Umfeld fehlt ein „humoriges Element“. Beim Brainstormen beschließt man, Friedrich von Isenberg per Comic zu reanimieren. Gemeinsam mit Georg Jorczyk und Holger Pfläging, dem Zeichner, bringen sie witzige Geschichten um den Grafen und seine Familie heraus. Heute kann man auf www.die-isenburger.de sehen, was die kreativen Drei sich überlegt haben. Und natürlich jeden Monat im Frühaufsteher.

Hund Tobby bringt Bewegung ins IT-Leben

Michael Stein lebt mit seiner Frau Bettina Scherff und seinem Hund Tobby, einem Mischling aus dem Tierheim, der täglich eine Stunde lang dafür sorgt, dass der Webdesigner nicht zu lange vor dem Bildschirm sitzt, in Niederwenigern. Falls das doch einmal passiert, kann vielleicht Bettina als Physiotherapeutin für Hunde und Pferde auch einmal einen menschlichen Kunden behandeln. Und wie sieht die digitale Gegenwart und Zukunft für den Bambule-Chef aus? „Ich wünsche mir natürlich viele Kunden, für die ich Internetseiten erstellen oder überarbeiten kann“, hofft er. Die Social-Media-Entwicklung beeindruckt ihn. Selbst ein alter IT-Hase staunt darüber, wie schnell das Ganze in der Gesellschaft angekommen ist. Wo die Reise hingeht? Darauf sind wir beide gespannt.

Über Bambule Webdesign

Bambule Webdesign entwickelt und betreut Internet-Auftritte nach aktuellen Standards. Optimale Suchmaschinenplatzierungen und barrierearmer Zugang für möglichst viele Besucher sichern den Erfolg der Websites. Die Agentur pflegt Ihre Seiten inhaltlich und technisch und hält sie mit frischem Content aktuell. Festgefahrenen Projekten haucht man hier neues Leben ein.

pgs

Webdesign Michael Stein
Kohlenstraße 247 · 45529 Hattingen
Fon: 02324/200477
E-Mail: kontakt@bambule.de

Ganz privat
Lieblingsmusik: Jazz, Miles Davis
Lieblingsfarbe: Blau
Lieblingsessen: Mediterranes
Hobbys: Laufen, Badminton
schönster Urlaub: in den Bergen
beste Eigenschaften: guter Zuhörer

Roswitha zu Blankenstein

Gutes zu tun wird belohnt – früher oder später

Roswitha zu Blankenstein

Roswitha zu Blankenstein. Foto: © Heimatverein Blankenstein e.V.

Nach dem Heiligen Georg und dem Grafen Friedrich von Isenberg treffen wir uns in diesem Monat mit Roswitha, die normalerweise als Denkmal zu Blankenstein residiert. Für den Frühaufsteher macht sie aber gerne eine Ausnahme. Nur auffallen möchte sie nicht allzu sehr. Treffen wir uns doch auf der Burg Blankenstein, schlage ich vor. Da sieht man ja häufiger gewandete Gäste, und niemand wundert sich.
Roswitha freut sich über die Abwechslung in ihrem Alltag. Wir besteigen den Turm und genießen die wunderbare Aussicht über das Ruhrtal. „Ich sollte öfter mal rausgehen, aber wenn ich meinen angestammten Platz verlasse, irritiert das vielleicht die Blankensteiner“, gibt sie zu bedenken.

Alte und neue Geschichten

„Ach was“, ermuntere ich sie, „dann haben die Menschen wenigstens einmal wieder Anlass, eine neue Sage in die Welt zu setzen. Das gibt es nämlich heute auch noch.“ Sie staunt, als ich hier von dem Germanistik-Professor erzähle, der diese ganzen „wirklich wahren Geschichten“ sammelt und beobachtet, wie sich die Gerüchte über Jahrzehnte hinweg entwickeln. Wer kennt sie nicht, die Gegebenheiten, die immer dem Freund eines Freundes ganz bestimmt genau so passiert sind.
„Würde ich gerne lesen“, sagt Roswitha, und ich verspreche, ihr ein Buch zu bringen.
„Doch jetzt“, bitte ich sie, „erzähle doch einmal deine ganz persönliche Geschichte.“

Kalt, stürmisch und gruselig: Der Stoff, aus dem die Sagen sind

„Es war kalt und dunkel, mitten im Winter, da kam ein junger Handwerker auf unserem Bauernhof vorbei. Wo der genau lag, kann ich gar nicht sagen, es hat sich hier ja alles ganz schön verändert.“
„Ist ja auch lange her“, pflichte ich Ros­witha bei.
„Mein Vater fand es nicht gut, dass der hereinkommen und was essen wollte. Er war nicht sehr menschenfreundlich, muss ich zugeben, und wollte sogar den Hund auf ihn hetzen.“
„Das gibt es heute wohl auch noch“, denke ich laut. „Was hast du dann getan?“
„Ich hab meinen Vater gebeten, nicht so grausam zu sein. Aber er ließ sich nicht erweichen!“ Das betrübt sie anscheinend immer noch.
„Der junge Mann war mir sehr dankbar, auch wenn es nichts gebracht hatte, und schlich sich traurig davon. Er schlief dann in einer Scheune.“
„Wenigstens ein Dach über dem Kopf“, tröste ich meine Gesprächspartnerin.
„Um Mitternacht donnerte es dann plötzlich, natürlich wurde er wach und erschrak“, fährt sie fort.
„Woher“, wundere ich mich, „weißt du das denn eigentlich?“
Sie lächelt fein: „Warts ab!“

Teufel, Schatz und Ziegenbock

„Jedenfalls sah unser ‚Gast‘, wie mein Vater eine Kiste in die Erde versenkte und dabei den Teufel um Beistand bat: Er möge den Schatz bewahren – bei einem schwarzen Ziegenbock als Pfand.“
„Gruselig“, finde ich.
„Oh ja“, sagt Roswitha, „es wird noch gruseliger: Es blitzte und donnerte wie verrückt, ein rotes Licht tanzte auf der Kiste, und auf einmal: Alles finster. Kein Wunder, dass der junge Kerl morgens so schnell wie möglich von dannen zog, um Blankenstein weit hinter sich zu bringen.“
„Werde ich jetzt auch mit ganz anderen Augen sehen“, lache ich. „Wie ging es weiter?“

Ein Déjà-Vu

„Jahre später gab es ein Riesenfest auf der Burg hier. Ein Jäger kam zufällig vorbei und hatte, wie ihr heute sagt, ein Déjà-Vu. Sehr merkwürdig kam ihm das vor. Er klopfte an die Tür eines verfallenen Bauernhauses und staunte, dass ich ihm öffnete.“
„Boah …“, verfalle ich vor lauter Staunen ins Ruhrdeutsche.
„Der Jäger erzählte mir, wie der böse Hofherr damals einen Wanderer verjagte. Er sah mich an und meinte, dass sei er gewesen und er sei mir unendlich dankbar, auch wenn das ja alles nichts genutzt hatte.“
„Der gute Wille zählt ja auch“, meine ich.
„Ich sagte ihm, wie sehr ich mich freue. Meinen Vater fanden wir nach der stürmischen Nacht tot unter einem Birnbaum. Die Leute quatschten nur noch Böses über unseren Hof, es sei nicht geheuer, und die mieden mich, wo sie nur konnten. Und auch wenn der Alte manchmal hartherzig war, so ganz alleine sein war auch schwer.“
„Klar“, sage ich.

Tief in Roswithas Schuld

„Der Jäger meinte, er wolle meine Schuld tilgen und er wisse von einem Schatz. Dafür brauche er aber einen schwarzen Bock.“
„Wie eigenartig!“
„Kam mir auch so vor, aber er klang sehr überzeugend, der gute Mann. Also besorgte ich einen Bock, den wir abends unter den Baum stellten. Sofort wurde er zerrissen, der Bock, meine ich. Blitz und Donner und eine schwefelgelbe Flamme verschlangen das arme Viech.“
„Und?“
„Plötzlich sahen wir eine Kiste. Du kannst dir denken, was drin war? Der Schatz natürlich! Gold und Silber – und alles für mich, sagte der Jäger.“
„Nicht schlecht!“ Das war sohl so eine Art historischer Lottogewinn, denke ich.

Zwei Schätze für Roswitha: Und wenn sie nicht gestorben sind …

„Das fand ich auch, sage ich dir! Aber für mich alleine wollte ich das auch nicht haben. So ein Schatz nützt mir nur was, wenn ich ihn mit einem Menschen teilen kann, das sagte ich auch meinem Begleiter. Dass ich den Schatz mit ihm teilen wollte, war wohl klar, sonst war ja niemand da“, kichert Roswitha. „Und er gefiel mir auch gut, so ist es nicht.“
„Glückwunsch, auch wenn es schon lange vorbei ist!“, gratuliere ich Roswitha nachträglich. Und jetzt verstehe ich natürlich, wieso sie die ganze Geschichte so genau kennt.
„Vor lauter Freude wollte mein neuer Mann den Schatz auch mit den Armen teilen.“ Da hat er sich wohl gleich ein Beispiel an seiner weichherzigen Frau genommen.
„Nett von ihm, geteilte Freude ist eben doch doppelte Freude, das gilt heute auch noch“, beschließe ich unser Gespräch und begleite Roswitha noch zurück zu ihrem Denkmal. Nicht dass sie schon gesucht wird.
Angeregt wurde der Frühaufsteher durch eine Erzählung aus „750 Jahre Burg Blankenstein“. Und wer Roswitha besuchen will – die wohnt an der gleichnamigen Straße, Am Roswitha-Denkmal. Wenn sie nicht gerade Interviews gibt.

pgs

Ganz privat
Lieblingsmusik: Jagdhorn
Lieblingsfarbe: Ziegenbockschwarz
Lieblingsessen: Bocksbraten
Hobbys: Schätze finden
schönster Urlaub: im Wald und auf der Heide
beste Eigenschaften: mitfühlend

Bei Hella Maas steht niemand abseits

Merlin-Helfer bereichern das Leben armer Kinder auf vielfältige Weise

Die „Little Blind Twins“

Die „Little Blind Twins“

Wer Hella Maas besucht, den empfängt fröhliches Gebell. Biene, die 16-jährige Hündin, passt gut auf, dass ihrem Frauchen niemand zu nahe tritt.
Sie lässt sich überzeugen, dass die „Frühaufsteherin“ in friedlicher Absicht kommt, um über das Engagement von Hella Maas für den Verein Merlin zu sprechen. Ob Hunde sich etwas unter Zahlen vorstellen können? Mag sein, dass Biene sich durch die gute Nachricht beeinflussen lässt, die ich überbringen darf: Elke Reimann, Kosmetikerin in Hattingen-Niederwenigern, kann durch ihre wunderbare Charity-Veranstaltung, die wir im Juni vorstellten, 1.450 Euro für Merlin spenden. Hut ab!

Hilfe auch für Kinder von hier

Keine Frage, hier steht nicht Hella Maas im Mittelpunkt, sondern Merlin. Wie kam der Verein auf diesen Namen? Meine freundliche Gesprächspartnerin erklärt: „Es sollte ein märchenhafter Name sein. Eine ähnliche Institution namens Hänsel und Gretel gab es schon, und Rotkäppchen ist den Kindern von heute nicht ganz so geläufig wie Merlin.“
Hella Maas, Mutter und Großmutter zweier erwachsener Töchter und dreier Enkel, erzählt, wie alles begann. Die Töchter – eine lebt in Hattingen, eine in Melbourne – hatten Patenkinder, die in englischsprachigen Briefen darüber berichteten, wie sie dank der Unterstützung zur Schule gehen konnten. „Das ist sehr wertvoll“, findet Hella Maas, „doch auch hier bei uns gibt es arme Kinder, für die wir etwas tun müssen.“
Die Hattinger Bürgermeisterin, Frau Dr. Dagmar Goch, ließ sich begeistern und empfahl den Merlin-Gründern, sich von Herrn Andreas Gehrke beraten zu lassen, der durch seine Erfahrung mit der Freiwilligenagentur konstruktive Tipps gab. So entstand vor anderthalb Jahren Merlin e. V. Die Helfer tragen heute dazu bei, das Leben von (bisher) 27 Kindern zu verbessern:

Sport, Musik – oder einfach ein Freund

Manche übernehmen Beiträge für Sportvereine oder die Musikschule, andere betreuen Kinder, wenn sie ihre Hausaufgaben machen, geben ihnen Nachhilfe oder sind „ihren“ Kindern ganz einfach ein Freund und Ansprechpartner. Das Merlin-Motto „Kein Kind soll abseits stehen“ hat übrigens auch Platz für weitere Ideen. Wem etwas dazu einfällt – bitte sehr, Merlin freut sich über jede Anregung.
„Was noch wichtig ist: Wer sein Kind durch uns fördern lässt, ist kein Bittsteller! Wir sind froh, wenn Eltern sich bei uns melden“, sagt Hella Maas.
Sie und das Merlin-Team wünschen sich viele weitere Unterstützer. Und betont:  „Sich bei Merlin einzubringen, kommt nicht nur den Kindern zugute. Es macht auch den Helfern unglaublich viel Freude. Sie bekommen unmittelbar etwas von den Kindern zurück.“
Ein klein wenig Persönliches über Frau Merlin, pardon, Frau Maas wollten wir dann doch gerne schreiben, auch wenn wir wissen, dass Sie die Kinder und die Paten, die durch Merlin zusammen kommen, viel wichtiger finden. Und da Sie die Frage nach der „besten Eigenschaft“ nicht beantwortet haben, übernehmen wir das einfach und schlagen vor: Engagiert und großherzig.

pgs

Über Merlin e.V.
Per Post erreichen Sie Merlin e.V. unter Hella Maas, Nierenhofer Straße 47, 45525 Hattingen, per E-Mail unter info@merlinprojekt.de. Wer anrufen möchte: Hella Maas: 02324/27785, Klaus Blümer: 02324/980609. Internet: www.merlinprojekt.de. Die Bankverbindung von „Kein Kind soll abseits stehen“: Kontonummer: 208280, BLZ: 43051040, Sparkasse Hattingen. Nächstes Treffen von Merlin e.V. (offen für Interessierte) bei der Freiwilligen-Agentur Hattingen in der August-Bebel-Straße 20 am 25. Juli um 17 Uhr.

Ganz privat
Lieblingsmusik: italienische Opern
Lieblingsfarbe: nicht festgelegt
Lieblingsessen: Querbeet
Hobbys: Engagement für Kinder und Tiere
schönster Urlaub: Kultur, Wärme, Strand
beste Eigenschaften: siehe Artikel