Archive for 'NUR: Hattingen'

Gestatten: Friedrich Graf von Isenberg

[ Porträt unseres neuen Comic-Helden Friedrich Graf von Isenberg. ]

Ein ganz besonderer Gesprächspartner

Friedrich Graf von Isenberg

Friedrich Graf von Isenberg

Friedrich Graf von Isenberg

Als „Frühaufsteherin“ ist man natürlich auch einmal spät unterwegs. Ich erinnere mich an einen schönen Sommerabend im vergangenen Jahr bei der DLRG Hattingen-Süd unterhalb der Isenburg.
In die gleiche Richtung führt mich die Verabredung mit einem geschichtsträchtigen Hattinger. Im Gegensatz zum Gemütlich-an-der-Ruhr-sitzen muss ich dieses Mal allerdings erst so einige Höhenmeter überwinden. Es war nicht gerade leicht, diesen Herrn „dingfest“ zu machen. Er hat zwar viel Zeit, da er vom Tagesgeschäft nicht mehr allzu sehr beansprucht wird, war jedoch ein wenig beleidigt, weil wir in unserer Juni-Ausgabe die Serie „Hattingen – historisch“ mit dem Heiligen Georg gestartet haben. Und Friedrichs Verhältnis zur Kirche ist eindeutig vorbelastet.

Comic- und Titelheld

Um ihn wieder gnädig zu stimmen, haben wir ihm versprochen, ihn zum Titelhelden zu machen. Außerdem habe ich ihm ein paar Überraschungen versprochen. In meinem Rucksack sind die Comics, die Michael Stein aus Niederwenigern vor vielen Jahren gemeinsam mit seinen Freunden Holger Pfläging und Georg Jorczyk – der Frühaufsteher wird berichten! – geschrieben und verlegt hat und die dank Internet nun elektronisch publiziert werden. Und ich werde ihm, dem Herrn Grafen, meine beiden Tonbecher mitbringen, die ich im vergangenen Jahr auf der Ausstellung „Aufruhr 1225“ in Herne gekauft habe.
„Wir treffen uns aber in der Dunkelheit“, hatte Friedrich Graf von Isenberg erbeten. „Ich habe hier oben in meinem Domizil ganz gerne meine Ruhe und lasse mich nicht so oft sehen. Kommen Sie lieber erst, wenn im Haus Custodis niemand mehr wach ist und auch keine Besucher mehr auf dem Gelände sind.“

Holger Pfläging

Holger Pfläging

Internet für Burgherren

Gut, dass ich mich im Dunklen nicht fürchte und außerdem schon oft zur Isenburg gelaufen bin. Friedrich begrüßt mich herzlich. Wir setzen uns auf eine Mauer und reden sofort wie zwei alte Freunde miteinander. Der Mond scheint, die Aussicht ist einfach gigantisch. Ich überreiche Friedrich meine Mitbringsel. Die Trinkgefäße gefallen ihm, doch mit Wein gefüllt noch besser, lacht er, holt eine Flasche herbei und gießt uns ein. Die Comics amüsieren den Burgherrn sehr. Er bekommt gar nicht genug davon und freut sich, dass sie nun im „Frühaufsteher“ regelmäßig zu finden sein werden. „Da müssen Sie mir aber immer eine von Ihren „Zeitungen“, wie Sie das nennen, schicken. Bis hier oben kommt normalerweise kein Bote. Es ist doch etwas abgelegen.“
Wie kann ich ihm das mit dem Internet wohl erklären? Er hört ja den Isenburg-Besuchern oft und gerne zu, um auf dem Laufenden zu bleiben, aber ob er auch den Custodis-Bewohnern schon einmal über die Schulter gesehen hat, wenn sie am PC sitzen? „Stellen Sie sich vor, Sie sehen auf ein Schild oder ein Pergament, und alle Menschen, egal wo sie sind, können, wenn sie auf einen Knopf drücken und auch auf etwas Ähnliches sehen, genau das gleiche erkennen wie Sie auch.“
„Das ist sehr aufregend“, findet mein Gesprächspartner. „Ach, wissen Sie, dafür bin ich jetzt schon zu lange auf der Welt. Aber damals hätte ich das bestimmt gut gebrauchen können, die ganze Verwalterei war mit viel Arbeit verbunden. Davon erzähle ich gleich noch mehr.“

Auf du und du mit Friedrich

„Vielleicht besucht Sie einmal einer der Herren, die die Bildchen und Geschichten von Ihnen gemacht haben, und bringt so etwas mit“, schlage ich vor. Dann berichte ich ihm noch von der Aufruhr-Ausstellung in „Haranni“, wie Herne früher hieß.
„Dass sich so viele Menschen heute für die alten Geschichten interessieren“, wundert sich Herr von Isenberg. „Ich dachte, Ihr hättet heute genug mit der Gegenwart zu tun.“
„Das haben wir eigentlich auch, doch gerade in Hattingen, wo einem die Geschichte überall begegnet, da möchten wir schon gerne wissen, was damals so los war.“
„Ich kriege hier ja auch so einiges mit“, plaudert der Graf. „Wer sich nicht schon alles mit mir beschäftigt hat! Die ganzen Schüler der Buddel-AG, die historischen Vereine, die Denkmalpfleger, das Buch „Sagenhaftes Hattingen“– da komme ich sogar mehrfach vor“, brüstet sich Friedrich, wie ich ihn nach dem ersten Glas Wein nennen darf. „Und die Maler um den Herrn Görler, die das riesige Bild gemalt haben. Unglaublich!“
„Dann erzähle doch mal deine Geschichte. Bitte erst einmal nur so im Groben, denn die vielen kleinen Erlebnisse aus deinem Alltag, die wollen wir ja jetzt jeden Monat unseren Lesern zeigen. Alles wollen wir heute noch nicht verraten.“

Stress für den Adel

„Na ja“, fängt er an. „So ganz genau wie bei euch heute war das damals mit dem Geburtsdatum ja nicht. Irgendwann zwischen 1186 und 1193 kam ich hier zur Welt. Mechthild zu Styrum und Graf Arnold von Altena-Isenberg, das waren meine Eltern. 1209 ging es ans Erben. Jede Menge Verwaltungsarbeit für mich als Vogteiherr, das sagte ich ja schon. Da hätte ich euer neuzeitliches Zeug wirklich gut gebrauchen und viel Zeit sparen können. Wie oft hätte ich mich gerne in die Sonne gelegt, statt die 36 Oberhöfe mit 1440 Bauerngütern zu besuchen. 905 Orte – stell dir das vor!“, regt er sich noch heute auf.
„Viel zu tun“, pflichte ich ihm bei.
„Und glaub mal ja nicht, das wäre immer so leicht gewesen. Wenn ich das schon höre, die gute alte Zeit, so ein Quatsch. Da tut und macht man und dann wird auch noch herumgemeckert!“
„Ach, das gibt es heute durchaus auch noch“, beruhige ich ihn. Wir trinken noch einen Wein. Alkohol im Dienst gibt es natürlich nur ihn ganz besonderen Fällen. Heute ist so einer. Außerdem gehe ich zu Fuß nach Hause.

Friedrich lehnt sich auf …

„Die Kirche wollte, dass wir Adeligen nicht mehr über die Ländereien herrschen. Da sah ich meine Felle die Ruhr herunter schwimmen“, seufzt Friedrich. „Ihr würdet es wohl heute „Networking“ nennen – ha, da staunst du, was ich hier so alles aufschnappe! Ich habe dann andere Adelige aus Westfalen angesprochen, damit wir uns gegen den Kirchenfürsten auflehnen.“
„Was genau war der Plan?“, will ich wissen. Ich kenne die Geschichte zwar, möchte sie jedoch von ihm persönlich hören.
„Meinen Verwandten, den Kölner Erzbischof Engelbert, den beschloss ich zu entführen. Wäre doch gelacht, so dachte ich, wenn ich den nicht zu irgendwas bewegen könnte.“
„Bewegen ist gut“, sage ich. „Bei der Bewegung ist es wohl nicht geblieben!“

… und Engelbert wehrt sich zu heftig

„Wie auch immer“, fährt Friedrich fort, „im November 1225 trafen wir in einem Hohlweg bei Gevelsberg auf Engelbert mit seinen Mannen. Dabei ist er – ich weiß auch nicht, wie – ums Leben gekommen. Ehrlich, keiner konnte sagen, wie das passiert ist. Was wehrt er sich auch so heftig!“
„Hätte ich auch gemacht“, werfe ich ein.
„2100 Mark – 1050 Euro, lacht Friedrich – wurden von der Kölner Kirche auf meinen Kopf ausgesetzt. Hab ich kürzlich noch in eurem Hattinger Heldenbuch gelesen. Steh ich natürlich auch drin.“
„Natürlich.“
„Wie viel Geld ich wohl heute einbringen würde?“, überlegt er. „Und noch im gleichen Winter ging‘s mir an den Kragen: Meine schönen Festungen, einfach zerstört! Die in Hattingen und die in Nienbrügge. Keine Vogteien mehr, nicht einmal der Rechtsgemeinschaft gehörte ich noch an. Und exkommuniziert wurde ich auch. Eine Frechheit, sowas. Sag das deinen Lesern!“
„Ja, das mach ich“, verspreche ich. „Wie ging es denn weiter?“

Verraten und verkauft, gefoltert und gerädert

„Ich reiste mit Familie nach Rom, um mich vom Kirchenbann erlösen zu lassen. Fehlanzeige. So ein Aufwand, und alles umsonst. Ihr reist ja heute ein wenig komfortabler und vor allem schneller. Dann stirbt auf dem Rückweg noch mein Bruder Dietrich, und ich selbst werde gefangen genommen und – das muss man sich einmal vorstellen – verkauft! So eine Schmach. Dieser Graf von Geldern kauft mich und hat nichts Eiligeres zu tun, als mich an die Kölner Kirche auszuliefern. Da hatten die ja schon drauf gewartet. Das war’s dann. November ist wohl kein guter Monat für mich – im November 1226 folterte und räderte man mich. Ich muss sagen, auch wenn das schon so lange her ist – ich erinnere mich noch verdammt gut daran und nicht gerade gerne.“
Das, lieber Graf, kann ich nur zu gut verstehen, auch wenn mir diese Erfahrung bisher zum Glück erspart blieb.
„Sag deinen Zeitgenossen, dass ich mich über eure Aufmerksamkeit freue. Und die Herren Stein, Jorczyk und Pfläging können sehr gerne auch vorbeikommen. Zwei von denen sind ja Nachbarn.“
Und ich, ich sehe die Isenburg nun mit völlig anderen Augen. Auch wenn Graf Friedrich von Isenberg sich nur äußerst selten blicken lässt: der Weg lohnt sich. Und vielleicht treffen Sie ihn doch einmal persönlich an – im Frühaufsteher auf jeden Fall. Viel Spaß dabei!

pgs

Ganz privat
Lieblingsmusik: Das Rauschen der Ruhr
Lieblingsfarbe: Ruinengrau und Waldgrün
Lieblingsessen: Getreidegrütze
Hobbys: die Isenburg-Besucher belauschen
schönster Urlaub: Zuhause gefällt es mir am besten. Woanders gibt es nur Ärger!
beste Eigenschaften: zeitlos und diskret

„Ich steh’ auf die Jugend“

Hiltrud Ruppert gibt im Büdchen für die DJK Märkisch Hattingen alles

Hiltrud Ruppert

Hiltrud Ruppert

Von der Sicherheitsnadel bis zur Kopfschmerztablette: Wenn beim Training oder an den Spieltagen der DJK Märkisch Hattingen etwas fehlt, müssen die Mitglieder der Fußball-Abteilung nicht erst weit in die Ferne schweifen.
Denn die Gute ist so nahe: Hiltrud Ruppert, von allen nur „Hilli“ gerufen, schaut einfach in ihrem Büdchen auf der Platzanlage an der Waldstraße nach und hat mit großer Wahrscheinlichkeit das Gesuchte schnell zur Hand.
Ihr 50-jähriges Bestehen feiert die Kicker-Sparte des Vereins in diesem Jahr, die 72-Jährige ist seit rund 15 Jahren dabei. Immer schon fußballinteressiert, brachte das Engagement ihrer Söhne Jörg und Carsten sie in Kontakt mit der DJK Märkisch.
Hiltrud Ruppert ist das Musterbeispiel für all die ehrenamtlichen Helfer, die in heimischen Clubs ganz viel Arbeit im Hintergrund verrichten, sich für nichts zu schade sind – so hat sich „Hilli“ auch bereit erklärt, für das Putzen des Vereinsbüros zuständig zu sein – viel Zeit aufwenden und sich einfach freuen, wenn ihnen dafür die dankbare Anerkennung der Vereinsmitglieder zuteil wird. „Ich steh’ auf die Jugend“, so beschreibt Hiltrud Ruppert ihre Motivation, bei Wind und Wetter auf dem Platz im Verkaufsstand für Pommes und Co. zu sorgen, zusammen mit ihrer Mitstreiterin Senep Sadar („Wir ergänzen uns richtig gut.“). Weiter sagt sie: „Mit meinen 72 Jahren, was soll ich da allein zuhause sitzen. Es bringt mir doch großen Auftrieb, wenn ich zum Beispiel nach einer dreiwöchigen Spielpause mitbekomme, wie die Jungs mich vermisst haben. Das merke ich allein schon an den herzlichen Umarmungen. Die Jungs wissen zu schätzen, was ich mache.“ Und allein schon solche Situationen, in denen beispielsweise ein kleiner Nachwuchs-Stürmer vor ihr steht, der gerade beim 19:0 seiner Mannschaft neun Treffer erzielt hat, Pommes bestellt und, mit wichtiger Miene, ganz wie die Großen bilanziert: „Das war ein richtig schweres Spiel!“ Noch Tage danach habe sie beim Gedanken an diese Szene fröhlich gelacht, sagt Hiltrud Ruppert.
Und so ist es in den Reihen der DJK Märkisch Hattingen ein gegenseitiges Geben und Nehmen, das aber auch durchaus schon mal durch etwas kritischere Töne unterbrochen werden kann. Allerdings eher selten, vielleicht zwei Mal im Jahr, wie „Hilli“ sagt: „Aber wenn ich mal was zu sagen habe, dann mache ich auch den Mund auf.“
Im Grunde also der Idealzustand, ohne den (in jedem Verein) einfach nicht wirklich viel gelingen könnte. Der herrscht in Sachen kulinarischer Versorgung an der Waldstraße ohnehin: Neben den obligatorischen Bratwürstchen und den länglichen Kartoffeln aus der Fritteuse gibt es als besonderen Service auch türkische Spezialitäten und als besonderes Highlight die selbstgemachten Reibekuchen mit Apfelmus: „Ich denke, da freuen sich auch viele Besucher unserer Spiele besonders drauf.“
Und noch etwas ganz Bemerkenswertes hat die 72-Jährige auch in diesem Jahr wieder zu bieten: Bereits 400 Gläser mit Marmelade hat sie schon eingekocht, „jetzt kommen noch Brombeer, Holunder und Quitten.“ Auf dem Hattinger Weihnachtsmarkt, auf dem die DJK Märkisch Hattingen einen eigenen Stand hat, wird der leckere Brotaufstrich dann zu Gunsten der Jugendabteilung verkauft. Im letzten Jahr immerhin mit einem beachtlichen Erlös von 200 Euro.
Ach ja, und wenn in den letzten Wochen mal keine Marmelade auf dem Programm stand, dann hat Hiltrud Ruppert, die im Metzgerei-Handwerk gelernt hat, natürlich die Frauenfußball-WM, bekanntlich ohne deutsches Happy-End, verfolgt. Denn diese Variante des Spiels mit dem runden Spielgerät findet sie richtig gut: „Das ist ganz toll. Frauen können das auch.“ Bei Märkisch Hattingen gibt es zwar momentan keine Abteilung mit Mädchen oder Fußball spielenden Damen. Doch sollte das in Zukunft wieder ins Vereinsgeschehen aufgenommen werden, ist „Hilli“ bestimmt eine der ersten, die ihre Hilfe anbietet.

greis

Ganz privat
Lieblingsmusik: ältere Schlager
Lieblingsfarbe: angelehnt an die Vereinsfarben: natürlich Blau-Gelb
Lieblingsessen: Eintöpfe aller Art
Hobbys: Neben Märkisch Hattingen bin ich noch in einem Bastelkreis aktiv, außerdem kümmere ich mich natürlich auch intensiv um die Marmelade für den Weihnachtsmarkt.
schönster Urlaub: In Antalya in der Türkei mit meinem Mann. Aber ich fahre auch immer wieder und immer wieder gerne in den Harz.
beste Eigenschaften: Zuverlässigkeit ist erstes Gebot. (Was auch Gesamtvereins-Vorsitzender Michael Lunemann mit einem nachdrücklichen Nicken bestätigt.)

Von Sprossen, Rost und roten Riesen

FEUER.WEHRKer Christoph Peters im Brennpunkt

Christoph Peters

Christoph Peters

Oldtimer haben Christoph Peters schon immer fasziniert. Er liebt das Flair alter Fahrzeuge und schraubt gern daran herum. Im Hattinger Verein FEUER.WEHRK an der Henrichshütte findet der 41-Jährige genug Spielraum für kreative Ideen. Mit anderen Aktiven baut der Industriemeister an einem Museum für rote Riesen.
„Der Tank war undicht“, sagt Christoph Peters und zeigt auf einen schmucken Rundhauber, ein Löschfahrzeug aus der mobilen Abteilung. Um das Problem zu beheben, ist er am Samstag zur Halle an der Henrichsallee 2 gekommen. Auf einer Fläche von gut 4.000 m2 warten sie, die ruhmreichen roten Riesen von Magirus & Co. Nicht auf Hochglanz poliert, sondern so, als wären sie gerade von ihrem letzten Einsatz gekommen. Bei den meisten der gut 60 Fahrzeuge ist der schon eine Weile her. Davon erzählt der Staub auf Kühlern, Stoßstangen und Scheinwerfern. In der alten Halle riecht es nach Metall, Öl und Farbe.
Eine Etage höher, in der Feuerwache, entstehen weitere Aufenthalts- und Ausstellungsräume. „Ein Mann aus der Region hat uns seine Sammlung vererbt. Wir sind von ein bis zwei Kartons ausgegangen. Am Ende füllten die Feuerwehrandenken einen 7,5-Tonner“, erzählt Peters beim Frühaufsteher-Rundgang. Rostige Abzeichen, Auto-Modelle, Fotos, Helme, Plakate, Postkarten und Spielzeuge warten darauf, entdeckt zu werden. Zahllose Ausrüstungsgegenstände sowie geschätzte 15.000 Kleinteile verlangen nach Sichtung und Pflege. Vieles muss noch katalogisiert werden.
Seit 1985 wird die Museumsidee von einem eingetragenen Verein unter Vorsitz von Holger Ertel verfolgt. Derzeit gibt es rund 80 Mitglieder. Ende 2006 ist das FEUER.WEHRK in eine Industriehalle der ehemaligen Henrichshütte gezogen. Das Gebäude gehörte zum Hüttenwerk, dessen letzter Hochofen 1987 ausgeblasen wurde. Gute zehn Jahre mischt Peters mit. Bei den „roten Riesen“, wie die Mitglieder die alten Löschfahrzeuge nennen, findet der Familienvater seinen Ausgleich. „Wer hier mitmacht, tut es freiwillig, allein aus Spaß und Freude. Keiner muss jedes Wochenende eine feste Stundenzahl ableisten!“. Gemeinsam stellen die Aktiven Etappenziele auf. Zu richten gibt es reichlich und für jeden. Das reicht von handwerklichen Arbeiten am und im Gebäude bis hin zum Reparieren der Fahrzeuge. Decken müssen gespachtelt und gestrichen, Bodenbelege verlegt und Fenster ausgetauscht werden. Dazu braucht es keinen Feuerwehrmann, aber fachliches Geschick. „FEUER.WEHRKer können fast alles!“, lobt Museumsleiter Hartmut Schlüter (53) den tatkräftigen Einsatz der Mitglieder.
Engagiert für andere haben sich auch unzählige Feuerwehrmänner aus der Region. Sie retteten Leben, schützen Hab und Gut. Sie halfen denen, die Feuer gefangen hatten. Mut, Angst, Schmerz, Freude und Erfolg begleiteten die Einsätze der Rettungskräfte. Ihre Geschichte wird in der Halle lebendig. Zunächst per Muskelkraft bedienten sie in grauer Vorzeit schwere Pumpen. Peters: „Wenn es früher irgendwo brannte, musste die Bevölkerung mithelfen. Jeder Haushalt hatte einen Ledereimer, der im Notfall mit Wasser gefüllt und zum Einsatzort gebracht werden musste.“ Acht bis 14 Liter fasste ein Eimer. Männer und Frauen bildeten eine Kette zwischen Wasser-Entnahmestelle und Brandplatz und reichten die Gefäße weiter. Mitte bis Ende des 19. Jahrhunderts wurden die ersten Freiwilligen Feuerwehren gegründet. Egal in welcher Zeit: Hinter allen Urkunden, Utensilien und Gerätschaften stehen Menschen. Helden ohne Sockel. Und die möchte der Verein würdigen. Themen werden aus unterschiedlichen Blickwinkeln in den Brennpunkt gestellt: Wache, Rüstzeug, Rettungswesen, Werksfeuerwehren, um nur einige zu nennen.
In Hattingen entsteht ein riesiges Museum des Feuers. Nach und nach. Bis zur Eröffnung mit regelmäßigen Öffnungszeiten wird noch eine Weile vergehen, einen festen Termin gibt es nicht. Eines ist klar: „Unsere Sprossen sind sicher!“, ruft Schlüter, lacht und führt uns in die Ecke der 1000 rettenden Leitern. Die ältesten sind noch aus Holz. Derzeit ist das FEUER.WEHRK eine lebendige Baustelle. Nicht nur Schlüter träumt von bunten Ausstellungstafeln, digitalen Feuerimpressionen und spannenden Spielstationen.
Manchmal gehen ein paar rote Riesen auf Reisen. Die Mobilen bereichern Stadtteilfeste in der Umgebung, rollen rumpelnd nach Ruhrort, Riemke oder Remscheid, um dort ihre Geschichten zu erzählen. Wer sie in der Halle besuchen will, bringt am besten die Familie oder auch gleich alle Nachbarn mit. Es gibt bisher nur Baustellen-Führungen für Gruppen ab zehn Personen (Dauer: ca. 70 Minuten, Eintritt inkl. Führung: 6 Euro pro Person). Nicht nur Kinder klettern begeistert in die Fahrzeuge. „Wir haben auch schon Hochzeitspaare im Tanklöschzug zum Standesamt gebracht“, erzählt Schlüter. „Wer Veranstaltungen wie Geburtstage oder Empfänge in der Museumshalle ausrichten möchte, kann mit uns sprechen. Vieles ist möglich!“
„Feuerwehrmann wollte ich nie werden!“, sagt Peters zum Abschluss. Zum Museum rollt er am liebsten im Unimog, Baujahr 1973. Der ist übrigens himmelblau und nicht etwa RAL-Rot.

addi

Kontakt
FEUER.WEHRK – Das Feuerwehrmuseum e.V.
Henrichsallee 2 · 45527 Hattingen
www.FeuerImRevier.de · post@FeuerimRevier.de
Telefon: 0234/2984685

Ganz privat
Lieblingsmusik: 80er Jahre, Rock und Heavy Metal
Lieblingsfarbe: Blau
Lieblingsessen: „Ne Pommes geht immer!“
Hobbys: Feuerwehrmuseum, Oldtimer
schönster Urlaub: Wandern mit Freunden, USA-Reise
beste Eigenschaften: zuverlässig und ideenreich

STOP – POLIZEI

„Wir wollen die Straßen durch unsere Arbeit sicherer machen“

ProViDa

ProViDa

Sie sieht gemütlich aus, ja schon fast etwas träge und eher unscheinbar. Beladen mit zwei Koffern wiegt sie fast 330 Kilo. Sie steht auf einem Parkplatz in Bredenscheid und lässt sich von mir bestaunen. Er hingegen wirkt sportlich und durchtrainiert in seiner maßgeschneiderten Lederkombi.
Die Rede ist von Polizeihauptkommissar Jan Böhmert* (46) und seiner schwarzen BMW K1200 GT. Die Besonderheiten des Motorrades liegen im Verborgenen, und das ist auch so beabsichtigt. PHK Böhmert ist einer von vier Beamten im EN-Kreis, die nach einer speziellen Ausbildung mit diesem sogenannten ProViDa-Krad (Proof Video Data) in erster Linie auf den Landstraßen des Kreises für Sicherheit sorgen. Ausgestattet mit modernster Videotechnik, ist es für die Beamten des Verkehrsdienstes des Ennepe-Ruhr-Kreises möglich, auch den schnellsten Temposünder zu stoppen. Hierzu ist das Motorrad neben der Videokamera, welche sich unterhalb der Windschutzscheibe befindet, nach vorne mit Blaulicht in Form von Stroboskopblitzen und am Heck mit der Leuchtschrift Stop – Polizei ausgerüstet. Die Videoanlage kann das komplette Verkehrsgeschehen vor dem Motorrad aufzeichnen. Tempoverstöße können somit ebenso geahndet werden wie Missachtungen von Überholverboten, roten Ampeln und anderen Verkehrsvorschriften. „Theoretisch könnten wir während der Fahrt sogar die Geschwindigkeit von entgegenkommenden Fahrzeugen messen. Allerdings steht hier in der Regel der Aufwand bei der Auswertung in keinem Verhältnis zur Konsequenz des Vergehens“, erklärt mir Böhmert.
„Wir setzen das Krad vorrangig zur Ahndung von bußgeldbewährten Verstößen ein“ so Böhmert. Im Falle von Tempoüberschreitungen sind dies Geschwindigkeiten ab 21 Km/h über der zulässigen Höchstgeschwindigkeit. Der Tacho am Motorrad, der übrigens wie die gesamte Messanlage geeicht ist, muss also mindestens 30 km/h über der erlaubten Geschwindigkeit liegen. Zieht man die Vorauseilung des Tachos sowie die Messtoleranz ab, liegt die ermittelte Geschwindigkeit somit an der Untergrenze für ein Bußgeld.
Dass das Krad nicht zur Erfüllung der im Volksmund sogenannten Knöllchen-Quote dient, bestätigt auch Rainer Sommer, Leiter des Verkehrsdienstes für den EN-Kreis. „Der Ennepe-Ruhr-Kreis ist landschaftlich und auch topografisch für Motorradfahrer sehr interessant; daher nutzen auch viele Biker die beliebten Motorradstrecken. Leider sind Motorradfahrer verhältnismäßig häufig Opfer bei Verkehrsunfällen. Ein Grund dafür ist auch, dass sich nicht alle Fahrer an die Verkehrsvorschriften halten; insbesondere überhöhte Geschwindigkeit und falsches Überholen sind dabei die Hauptunfallursachen.“ „Die Maschine zur Überwachung von Falschparkern oder anderen geringfügigen Verstößen einzusetzen, ist nicht der Zweck“, so Sommer weiter. „Hierfür waren die Anschaffungkosten der fast 40.000 Euro teuren Maschine und die Ausbildung der Beamten zu aufwändig und kostenintensiv. Durch die moderne Technik ist es uns möglich, Verkehrssündern direkt vor Ort ihr Fehlverhalten zu zeigen.“ Das macht nun auch Jan Böhmert. Auf dem Monitor im rechten Koffer zeigt er mir die komplette, von uns gefahrene Strecke, welche er auf der Fahrt gerade aufgezeichnet hat. Immer gut zu sehen: die gefahrene Geschwindigkeit, die zurückgelegte Strecke, Datum und Uhrzeit sowie das Kennzeichen meines Fahrzeugs. „Anhand dieser Aufzeichnungen haben wir gerichtsverwertbare Beweise.“ Entgegen dem Irrglauben, die Messstrecke müsse mindestens 300 Meter betragen, reichen tatsächlich bereits ein bis zwei Fahrzeuglängen gefahrener Wegstrecke aus, um zum Beispiel einen Temposünder zu überführen. Ein kurzer Druck auf den Schalter am Lenker, und schon startet die Videoaufzeichnung. „Die meisten Verkehrssünder sind, nachdem ihnen ihr Fehlverhalten auf dem Video gezeigt wurde, einsichtig. Aber es gibt eben auch die Unbelehrbaren. So wie der Motorradfahrer, der im Wodantal anstatt der erlaubten 70 beziehungsweise 100 km/h mit über Tempo 200 in Richtung Sprockhövel unterwegs war. Für ihn war, nachdem Böhmert ihn anhalten konnte, die Motorradsaison beendet. „Viele der Angehaltenen wundern sich und diskutieren mit uns, warum das Motorrad mit einem Kennzeichen aus einer anderen Stadt oder einem anderen Kreis ausgestattet ist und ob wir sie überhaupt anhalten dürfen.“ „Wir dürfen“, so Böhmert. „Tarn-“ oder auch „Wechselkennzeichen“ sind des Rätsels Lösung. Würden wir immer mit dem gleichen Kennzeichen herumfahren, würden wir sofort erkannt werden und unsere Arbeit, welche ja auch zu einem großen Teil aus Aufklärung besteht, wäre vergebens. Prävention betreiben wir zum Beispiel zu Beginn der Motorrad-Saison im Frühjahr, so Böhmert. Hierzu fahren wir mit der Maschine zu den angesagten Bikertreffs und Motor-Shows, wie der Autoparty in Hattingen, und stellen den Besuchern die Maschine und unsere Arbeit vor. Wir wollen uns ja gar nicht verstecken und lauern auch niemandem auf. Jeder soll wissen, dass es uns gibt.“ Laut Böhmerts Angaben, sind in der warmen Jahreszeit die geschriebenen Anzeigen fast fifty-fifty auf  Autofahrer und Biker verteilt. In der kalten Jahreszeit sind es eher die Autofahrer, die dann mithilfe des Blaulichts und der Leuchtschrift angehalten werden. Die Maschine ist nämlich fast das ganze Jahr im Einsatz, sofern es die Witterung zulässt. 200 bis 300 Kilometer kommen da an einem Tag schnell zusammen. Macht also circa 150 Kilometer pro Schicht. Auf zwei Tagen Einsatz auf der Straße folgt dann in der Regel ein Tag in der Dienstelle für die Auswertung der Videos und das Anfertigen der Anzeigen. „Deshalb sind wir auch zu viert mit der Maschine unterwegs. Im Wechsel versteht sich und nicht etwa alle vier zusammen …“
Leider musste Böhmert bereits am eigenen Leib eine schmerzhafte Erfahrung mit einem „rasanten“ Autofahrer machen.
„Im Februar war ich mit dem Motorrad auf dem Weg von Schwelm nach Wetter zur Dienststelle unterwegs. An der Autobahnauffahrt Schwelm hielt ich an einem Stopp-Schild. Der hinter mir befindliche Pkw-Fahrer nahm wohl an, dass ich das Schild ignorieren und ohne anzuhalten weiterfahren würde. Ich sah ihn im Spiegel immer näher kommen, konnte aber nicht nach vorne weg, da von links Fahrzeuge kamen. Der Pkw fuhr mir ungebremst ins Heck. Das nächste, woran ich mich erinnern konnte, war, dass ich im Rettungswagen wieder zu mir kam. Mit drei Tagen Krankenhaus, ein paar Prellungen und fünf Wochen Krankenschein bin ich glimpflich davon gekommen. Die Maschine hatte allerdings einen Totalschaden.“ Dass es für ihn nicht schlimmer ausging, hat Böhmert auch dem Engagement seines Vorgesetzten Rainer Sommer zu verdanken. Dieser bestand bei Indienststellung des Motorrades darauf, dass seine Beamten mit spezieller Schutzkleidung ausgerüstet werden. Die Lederkombis sind für jeden der vier Beamten maßgeschneidert und kosten pro Stück circa 1.700 Euro. Ein Helm der neuesten Generation – mit Mikrofon und eingebautem Kopfhörer für das Funkgerät – schlägt hierbei nochmals mit ungefähr der Hälfte zu Buche. Wenig Geld, im Vergleich zu eventuell dauerhaften, körperlichen Schäden. Böhmert sagt, es gibt Dienstellenleiter, die drücken ihren Beamten 500 Euro für eine Kombi in die Hand und sagen, „fahrt mal zum Motorradladen und holt euch da eine. Bringt aber die Quittung und das Restgeld wieder mit …!“
Bevor 2008 die erste Maschine dieser Art im EN-Kreis eingesetzt wurde, mussten Böhmert, der gelernte KFZ-Mechaniker, der seit fast 30 Jahren auf zwei Rädern unterwegs ist, und seine drei Kollegen das Motorradfahren völlig neu erlernen. „Bei einem 14-tägigen Lehrgang in der Nähe von Münster lernten wir, unsere Maschinen auch im Grenzbereich zu beherrschen.“ Fahrtechnik, Sicherheits- und Kurventraining wurde den Beamten hier vermittelt. Können die Freizeitfahrer mit ihren Maschinen schon gut umgehen; Böhmert und seine Kollegen können es besser. „Einige Verkehrssünder nehmen auf andere nun mal keine Rücksicht und dann muss man als erfahrener Beamter seine eigenen und die Grenzen seiner Maschine kennen.“ Es gibt aber auch die anderen: „Einmal war ich in Breckerfeld unterwegs und wollte ein Fahrzeug anhalten, welches mir aufgefallen war. Ich folgte dem Pkw über eine längere Strecke, konnte aber aufgrund der Verkehrslage nicht gefahrlos überholen. Durch Benutzung des Blaulichts wollte ich den Fahrer zum Anhalten auffordern. Dieser setzte seine Fahrt jedoch unbeirrt fort. Als es mir schließlich gelang, das Fahrzeug zu stoppen, saß darin ein älteres Ehepaar.“ Die Frau hatte ihrem Mann gesagt, er solle nicht auf meine Zeichen reagieren. „Der will uns bestimmt überfallen …“
„Nichts riskieren heißt die oberste Regel. Können wir einen Verkehrssünder nicht stoppen, haben wir ja den Videobeweis für sein Verhalten“, erläutert Böhmert, zeigt mir das Video meiner Fahrt und lässt mich dann ohne Verwarnung fahren. Mein alter Kombi und ich waren eben nicht schnell genug …

ara

*Name von der Red. geändert

Durchblick – na klar!

[ Porträt des Hattinger Augenoptikermeisters Martin Meinecke. ]

Optiker aus Leidenschaft

Martin Meinecke

Martin Meinecke

Martin Meinecke

Martin Meinecke sorgt nicht nur dafür, dass seine Kunden und Kundinnen den Durchblick haben. Einen klaren Blick auf seine berufliche Zukunft hatte auch er selbst schon früh: Bereits zu Schulzeiten wusste der zukünftige Augenoptiker, womit er seinen Lebensunterhalt verdienen wollte.
Doch der Beruf ist für Martin Meinecke, verheiratet und Vater von Pierre, 24, und Timo, 19, viel mehr als eine Einkommensquelle. Wir haben es mit einem lupenreinen Fall von Berufung zu tun. Dienst am Kundenauge leistet er nämlich mit Leib und Seele – oder besser gesagt, mit Glas und Fassung.
„Das war schon immer mein Traumberuf“, freut sich der gebürtige Hattinger, der jetzt in Bochum lebt. Während einer kurzen Orientierungsphase dachte Martin Meinecke darüber nach, pharmazeutisch-technischer Assistent zu werden. Vorstellen kann man sich das durchaus auch. Schließlich siegte die Optik, und die Ausbildung – ebenfalls in Hattingen – zeigte ihm, dass er richtig gelegen hatte mit seiner Wahl.
„Auch die Ladenöffnungszeiten haben mich nicht abgeschreckt“, lacht der sympathische Inhaber.

Ausgebildet – und gleich weitergebildet

1978 war Martin Meinecke ausgebildet und noch lange nicht mit sich zufrieden. Er bewarb sich an der Münchner Fachakademie um einen Platz in einem zweijährigen Studiengang, bestand die Aufnahmeprüfung und konnte sich nach erfolgreicher Weiterbildung staatlich geprüfter Augenoptiker und zusätzlich Augenoptikermeister nennen – ein wichtiger Meilenstein.
Vor seinem Augenhintergrund hatte der neue Meister von Anfang an die Selbstständigkeit. Doch zunächst hieß es Erfahrungen als Filialleiter zu sammeln. Frisch von der Akademie fehlten noch Erfahrungen in Sachen Personalführung und anderen Gebieten, die ein Ladeninhaber nun einmal braucht.

Ich schau dir in die Augen, Kunde

Es diente also einem guten Zweck, zwölf Jahre lang in Filialbetrieben mit festen Strukturen und Hierarchien zu arbeiten. Wer kreativ ist und gestalten möchte wie Martin Meinecke, der fühlt sich unter solchen Arbeitsbedingungen irgendwann ein wenig eingesperrt.  Wie gut für ihn und seine Kunden, dass er in seinem eigenen Geschäft heute natürlich ganz anders handeln kann.
Mit Menschen umzugehen, das ist neben dem kreativen und handwerklichen Anteil ein Bereich, der ihn immer wieder aufs Neue begeistert. Und da kein Kunde wie der andere ist, wird es niemals langweilig, ihnen in die Augen zu schauen.
„Individuelle Lösungen für jeden Menschen zu entwickeln, ob es um Brillen oder Linsen geht, in optischer und ästhetischer Hinsicht“, so bringt Martin Meinecke seine Arbeit auf den Punkt.

15 Jahre Dienst am Kundenauge

Seit fast 15 Jahren „wohnt“ er nun beruflich in dem denkmalgeschützten Fachwerkhaus an der Hattinger Heggerstraße 9 und gestaltet sein Geschäft mit zwei Mitarbeitern genau so, wie er es schon immer vor Augen hatte.
Liebe Leser, große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus: Achten Sie doch im Laufe der nächsten Wochen einmal ganz besonders auf das, war der freundliche Augenoptikermeister und sein nettes Team sich so ausdenken werden, um mit ihren Kunden in die nächsten 15 Jahre zu starten. Danach sehen wir weiter!
In größeren Zeiträumen denkt man hier auch, wenn es um Lieferanten geht, und setzt auf langfristige Kooperationen mit hochkarätigen deutschen Herstellern. „Das geht selbstverständlich nicht zum Dumpingpreis“, erklärt Martin Meinecke. Doch auch wer nicht ganz so viel Geld ausgeben kann oder will, erhält hier den hochqualitativen Durchblick: „Bei uns gibt es immer mal wieder Aktionen“.

Flexibel in Form, Farbe und Zeit

Im Programm ist übrigens auch eine eigene Kollektion, die farblich und geometrisch viele Spielräume bietet und die Kunden praktisch mitgestalten lässt. Auch wer sich den Traum von einer selbst entworfenen Brille erfüllen möchte, ist hier bestens aufgehoben. Das ist natürlich entsprechend aufwändig, versteht sich.
Nicht nur beim Material und der Beratung zählt die hohe Qualität. Kundenzufriedenheit steht bei Martin Meinecke in jeder Hinsicht an erster Stelle, zum Beispiel bei Terminen. „Nach Absprache bin ich auch außerhalb der Öffnungszeiten sehr flexibel“. Wer nicht zu ihm kommen kann, den besucht er auch gerne zu Hause.

Gut sehen – und noch besser aussehen

Schöne Zeiten für Kunden also – auch in Sachen Mode. War die Brille früher nicht gerade ein Objekt der modischen Begierde, sondern ein optisches Muss, so sieht das heute zum Glück ganz anders aus: Sie wurde zusätzlich zu ihrer Nützlichkeit zum Modeaccessoire, mit dem man seine Persönlichkeit unterstreichen und bei Form- und Farbvielfalt aus dem Vollen schöpfen kann.
Wie sieht das meisterliche Auge die Entwicklung? „Retroformen sind ziemlich angesagt, gerade bei jüngeren Leuten“, erfährt die Frühaufsteherin. Und ihr Gesprächspartner fährt fort: „Der Hauptbereich ist nach wie vor Metall mit seinen Designmöglichkeiten. Während der letzten zwei, drei Jahre waren eckige Formen gefragt, auch randlose Brillen sind immer ein Thema.“ Und er selbst? Er mag es gerne etwas weniger klassisch; außergewöhnlich muss das Design auf jeden Fall sein. Was man so über den Schuster und seine Schuhe sagt, das gilt hier keineswegs.

High-Tech in der Altstadt

Die Mischung macht’s: Handwerk, Technik, Gespräche mit Menschen, Beratung – und damit der Meister und seine Mitarbeiter das auch alles weiterhin so erfolgreich leisten können, bilden sie sich ständig weiter. Schließlich sind Anforderungen und Möglichkeiten in den vergangenen Jahren extrem gewachsen: Ob es um optische Unterstützung bei PC-Arbeitsplätzen geht, Sportbrillen, Gleitsichtgläser – modernste Technik hat hier längst Einzug gehalten, beispielsweise das Videozentriersystem, das perfekt vermessen und bestimmen kann, damit sich der Kunde in jeder Lebenslage optisch wohlfühlt.
Auch Martin Meinecke fühlt sich an seinem Standort wohl: „In meinem Geburtsort Hattingen war ich immer gerne“, sagt er. „Hattingen hat einfach Flair“. Wer wollte da widersprechen!

Teamarbeit auch zu Hause

Kennen gelernt hat er auf seinen Stationen als Filialleiter Wesel und Wattenscheid und wünscht sich nun, dass es in seinem attraktiven Wunsch­umfeld auch zukünftig gut läuft.
Platz für weitere Wünsche? „Gesundheit natürlich für meine Familie und mich, das kommt an erster Stelle“, antwortet Martin Meinecke.  „Und was ich auf jeden Fall noch betonen möchte: Meine Frau Martina hat mir immer den Rücken gestärkt.“
Wer mit Martin Meineckes Gläsern gut durchblickt, der verdankt es also auch ein bisschen ihr. Wir danken mit und wünschen allzeit gute Sicht!

pgs

Ganz privat
Lieblingsmusik: Kreuz und quer
Lieblingsfarbe: Weiß
Lieblingsessen: Steak
Hobbys: Ski & Fahrrad
schönster Urlaub: Nordseeküste
beste Eigenschaften: Kommunikativ

Info
Optik Meinecke, Inhaber Martin Meinecke, Heggerstraße 9, 45525 Hattingen. Telefon: 02324/245407, Fax: 02324/25808, optik-meinecke@t-online.de.
Öffnungszeiten: Montag bis Freitag 9.30 bis 19 Uhr, Samstag 9.30 bis 15 Uhr, zusätzlich nach Vereinbarung.
Das gibt’s:
•    Topaktuelle Brillen- und Sonnenbrillenkollektionen
•    Kontaktlinsen, Pflegemittel
•    Fertiglesebrillen, Lupen
•    Führerscheinsehtest
•    Sport- und Sonderbrillenanfertigungen
•    Individuelle und typgerechte Brillenberatung

Auch ein Golf unterliegt der Evolution

Christof Degener – Rennfahrer und Architekt

Christof Degener

Christof Degener

Normalerweise genießt es Christof Degener, im Rahmen der Rundstrecken Challenge Nürburgring (RCN) mit Spitzenwerten von bis zu 230 km/h über die traditionelle Rennstrecke in der Eifel zu rasen. Doch beim dritten Lauf in dieser Saison hatte er eine Situation zu bewältigen, die ihm alles abverlangte.
Nach einer kurzfristig notwendig gewordenden Reparatur des Renngetriebes seines aktuellen Gefährtes, eines VW Golf III V16, dessen Getriebeöl dadurch nun zwar gekühlt wurde, musste Fahrer Degener dagegen bei schweißtreibenden Temperaturen und strahlendem Sonnenschein am Steuer sitzen; und das ausnahmsweise nicht im Wechsel mit seinem Stammpartner, Mitautobesitzer und Cousin Lars Grobbink aus Essen. Den gesamten Lauf bestritt Degener allein. Denn Grobbink kam am Morgen des Rennens mit einer Hiobsbotschaft an den Frühstückstisch: Er hatte sich einen Rückennerv eingeklemmt und konnte nicht teilnehmen. Degener bewältigte diese schwierige Aufgabe, immerhin völlig unvorbereitet 15 Runden am Stück, aber sehr überzeugend: Obwohl ihm am Ende etwas die Kondition ausging, wurde er unter 31 Teilnehmern in der stark besetzten Klasse H3 noch Fünfter und wahrte damit seine Chancen auf einen vorderen Rang in der RCN-Meisterschaft. Doch auch anstrengende Herausforderungen dieser Art können dem Hattinger den Spaß an seinem (Motor-)Sport nicht nehmen. Schon seit 2002 ist er in der RCN-Serie aktiv, nachdem er im Freundeskreis über einen Bekannten, der als technischer Kommissar bei Rennen tätig war, einfach mal ins Geschehen hineingeschnuppert hatte. Über Rennslalom und nationale Rallyes fand er dann immer mehr Gefallen an den schnellen Runden, bis er für sich die Rennserie auf dem Nürburgring vor jeweils rund 5.000 bis 6.000 Zuschauern als passend entdeckte.
Mit der Startnummer 100 tritt der 43-jährige Architekt mit seinem gelben Golf 3 Kit Car an, im Hintergrund immer wissend, dass das „Team Benninghofen“ ihm bei technischen Problemen aller Art mit Rat, Tat, Know-how und einer perfekten Ersatzteilversorgung zur Seite steht. Denn dort in Velbert-Nierenhof wird der Wagen immer wieder genau unter die Lupe genommen, verbessert, „in jeder Winterpause eine Evolutionsstufe weiter befördert“, wie Degener die ständige Entwicklung beschreibt. Und die ist auch nötig, denn jedes einzelne der sieben Rennen über die Nürburgring-Nordschleife (das nächste am 23. Juni) und auch der Finallauf über den Komplettkurs stellt eine große Herausforderung für Mensch und Technik dar. „Gerade die Ursachensuche bei Mängeln ist sehr wichtig. Wir lernen immer wieder dazu“, weiß Degener, der 2005 mit drei Meisterschaftstiteln bisher sein erfolgreichstes Jahr verbuchen konnte. So gibt es in Sachen Sport sogar eine kleine Überschneidung mit seinem Beruf: „In beiden Bereichen beschäftige ich mich mit Details.“
Ganz genau hinzuschauen lohnt sich also: Wie auch in Sachen finanzieller Aufwand: Denn pro Saison gilt es, einen nicht zu unterschätzenden Betrag aufzubringen. Kein Wunder, wenn schon allein der Verbrauch von Super Plus-Benzin bei 5,5 Litern pro Runde liegt. Und eine Runde beträgt nur 21 Kilometer … Doch die Faszination seines Sports ist für den 43-Jährigen immer noch so groß, dass er bisher noch nicht daran gedacht hat, sein Auto in absehbarer Zeit in die „ewigen Parkgründe“ zu schicken: „Nein, ein Ende ist bisher noch nicht geplant.“

greis

Ganz privat
Lieblingsmusik: Querbeet, Pop und Charts
Lieblingsfarbe: beim Auto: Grau-Metallic
Lieblingsessen: tagesformabhängig
Hobbys: Squash, Skifahren
schönster Urlaub: eingeschneit in Vorarlberg
beste Eigenschaften: Ich werfe die Flinte nie ins Korn.

Gelassen im Straßenverkehr
Natürlich war der Frühaufsteher auch neugierig darauf, wie sich ein Rennfahrer denn im ganz normalen Straßenverkehr verhält. Christof Degener, Besitzer und Fahrer eines BMW Cabrio, sieht sich als umsichtiger Verkehrsteilnehmer: „Im normalen Straßenverkehr bin ich sicher deutlich ruhiger als so manch anderer. Punkte in Flensburg habe ich auf jeden Fall keine.“

Der Heilige Georg

Hattinger Stadtwappen

Hattinger Stadtwappen

Profile der Region, dafür steht der Frühaufsteher. Sie, liebe Leserinnen und Leser, lernen Menschen aus Ihrer unmittelbaren Umgebung kennen, die alle ganz unterschiedlich sind und eines gemeinsam haben: Sie tragen auf ihre persönliche Art und Weise dazu bei, unsere Stadt und ihre Umgebung lebenswert zu gestalten.
Doch gerade Hattingen lebt ja nicht „nur“ durch die Menschen, die heute Profil zeigen. Was wäre unsere Stadt ohne ihre Geschichte und ohne ihre Altstadt?
Interessant sind nicht nur alte Häuser, sondern alle, die je hier gelebt haben oder auch nur auf der Durchreise waren. Sie haben ihr Wesen oder Unwesen getrieben, existierten ganz real oder auch nur in der zu allen Zeitaltern heftig blühenden Fantasie der hier lebenden Menschen.
Neben den heutigen Profilen der Region lernen Sie nun jeden Monat ein historisches oder sagenhaftes Profil kennen.
Viele Namen hat man schon einmal gehört, vielleicht auch einmal nachgelesen. Oft weiß man – uns geht es jedenfalls so – nicht mehr ganz genau, was sich hinter einer Sagengestalt, einer historischen Persönlichkeit oder dem Namensgeber für ein Denkmal verbirgt.
Den Anfang macht heute der Heilige Georg, der das Hattinger Stadtwappen ziert. Wir haben ihn gebeten, uns noch einmal selbst zu erzählen, warum Hattingen auf den Drachen kam und worin genau die Georgsche Heldentat bestand.

Mit dem Heiligen Georg im Gespräch

Georg kam natürlich inkognito. Wir trafen uns in einem Hattinger Café und plauderten ein wenig über vergangene Zeiten:
„Ganz schön viele Touristen hier“, wundert sich der Heilige Georg und erkundigt sich, ob es nicht einen nach ihm benannten Eisbecher oder einen Sankt-Georg-Kuchen gibt. Die freundliche Bedienung verneint, aber der Drachentöter nimmt es nicht persönlich, immerhin hat er soeben die Sankt-Georg-Straße passiert, und das stimmt ihn milde. Das ganze Viertel ist nach ihm benannt, eine Kirche, eine Schule, und gemalt verschönt er eine Fassade – der Frühaufsteher berichtete.
„Auch ein tapferer, heiliger Mann ist also nicht ganz frei von Eitelkeiten“, necke ich ihn, und er wird tatsächlich ein bisschen verlegen.
„Ich bin ja nicht nur zu meinem Vergnügen hier“, wird er sachlich, „schließlich wollen Sie von mir ja hören, was das mit dem Drachen eigentlich auf sich hat. Ich habe gleich noch ein paar andere Interview-Termine“.
„Gerne, dann erzählen Sie bitte von Ihrer Heldentat“, bittet die Frühaufsteherin.

Gehen Sie nicht über Los: Monopoly mit Drachen

„Also, in einem See in der Nähe von Beirut – aber vielleicht war es auch die Ruhr bei Hattingen, wer will das heute noch so genau wissen – lebte ein Drache. Nichts und niemand war vor ihm sicher, zu Wasser wie zu Land. Bis vor die Tore der Stadt kam das Ungeheuer.“
„Ganz schön bedrohlich“, werfe ich ein.
„Na klar, und nicht nur das“, sagt mein ungewöhnlicher Gesprächspartner. „So ein Drache hat einen Mundgeruch, der verpestet die ganze Region. Da fallen Ihre Profile der Region reihenweise vom Hocker“, kichert Georg.
„Wenn der Drache dann so vor den Stadttoren stand, ging er natürlich nicht wieder ohne Tribut. Zwei Schafe täglich erpresste er von den armen Bewohnern. Irgendwann gab es keine Schafe mehr. Was tun, fragten die Menschen das Orakel.“
„Und was wurde ihnen geraten?“, bin ich gespannt.
„Die Antwort lautete: Menschenopfer. Das Los sollte sie bestimmen.“
„Gehen Sie nicht über Los“, murmele ich.
„Was?“, fragt Georg.
„Ach, tut nichts zur Sache, fahren Sie fort!“

Frühe Zivilcourage Georg sei Dank …

Malerwinkel

Malerwinkel mit Blick auf die St.-Georgs-Kirche

„Damals gab es große Standesunterschiede zwischen den Menschen. Aber nicht für das Los – es traf eines Tages auch die Königstochter Margarete. Davon wollte der König nichts wissen, keine Frage, aber das Volk machte nicht mit und wollte das Schloss in Brand stecken. Völlig aufgelöst ergab sich der König in sein Schicksal und lieferte seine festlich gekleidete Tochter dem Drachen aus.“
„Weiter, machen Sie es nicht so spannend“, drängele ich.
„An der Opferstätte lehnte sich Margarete weinend an einen Felsen. Und da komme ich ins Spiel“, berichtet Georg stolz, und wer wollte es ihm verdenken.
„Ich habe sie gefragt, warum sie weint, und sie erzählt mir von ihrem furchtbaren Schicksal. Ehrlich gesagt, ich habe ganz kurz überlegt, ob ich nicht einfach weiterreiten sollte, mit den ganzen Kreuzzügen und so hatte ich wirklich viel zu tun, und genau wie heute gingen auch schon damals Menschen einfach weiter, anstatt zu helfen. Aber es war nur ein ganz kleiner Augenblick“, schwört der Mann der frühen Zivilcourage.
„Gut gemacht“, lobe ich ihn.
„Danke, danke. Auch ein Held braucht Lob, glauben Sie mir. Ich stehe ihr also zur Seite und harre der Dinge, die da kommen, und auf einmal kocht der See förmlich: Heraus kommt der Drache, teilt die Wellen, zischend verpestet er die Luft, Margarete schreit entsetzt auf. Da habe ich sie beruhigt, bin auf mein Pferd gestiegen, habe ein Stoßgebet zum Himmel geschickt und mit der Lanze zugestochen.“

… und eine Tafel gab es auch schon

„War der Drache sofort tot?“, will ich wissen.
„Nein, nein, ich ließ Margarete ihren Gürtel ab- und dem Drachen um den Hals legen. Wie diese Hunde, die hier überall herum wuseln, so führte sie ihn an der Leine und brachte ihn in die dankbare Stadt.
„Da war die Margarete auch ganz schön beherzt“, meine ich, „sie wusste ja nicht so recht, wie das Ungeheuer sich gebärden würde.
„Ach, da hatte sie wohl schon so viel Vertrauen zu mir gefasst, da fürchtete sie sich vor nichts und niemandem mehr“, brüstet sich Georg. Eigenlob darf es natürlich auch einmal sein!
„Ich habe dann überlegt, was als Nächstes zu tun wäre. Den Drachen einfach so abzustechen, war mir irgendwie nicht genug. Glaubt an Gott, sprach ich also zum Volk in der Stadt, dann mache ich dem Ungeheuer den Garaus. Der König ließ sich taufen und zigtausende Menschen mit ihm. Er, der König, wollte mich mit Ehren und Schätzen überhäufen, aber das ließ ich an die Armen verteilen. Sehen Sie, damals gab es also auch schon eine Tafel“, freut sich Georg noch heute. „Und nach dieser kleinen Unterbrechung zog ich weiter meines Weges.“

Und wie kommt Hattingen auf den Drachen?

„Das ist sehr beeindruckend“, finde ich, „allerdings scheint es doch nicht die Ruhr bei Hattingen gewesen zu sein. Wieso haben die Hattinger Sie dann für ihr Wappen erwählt?“
„Ende des 19. Jahrhunderts“, erklärt mir Georg, „wurden die Wappen der westfälischen Städte geprüft. In Münster gibt es ein Staatsarchiv. Die meinten, für Hattingen gebe es kein altes Wappen, aber ein altes Siegelzeichen mit mir zu Pferde, den, wie es heißt, Lindwurm mit einer Lanze erlegend. Das wäre doch schön für Hattingen. Rot und Silber haben die Münsteraner empfohlen, alte westfälische Farben, aber das gefiel mir nicht. Meine Lieblingsfarben sind nun einmal Blau und Gelb. Und die Drachen – Lindwürmer, ha ha, das hört sich so niedlich an – wurden sowieso immer in Grün gezeichnet.“
„Sehr interessant, vielen Dank. Heute haben wir in Hattingen keine Drachen mehr, die uns quälen“, schließe ich das Gespräch ab.
„Höchstens finanzielle, habe ich gehört“, lächelt der Heilige Georg. „Aber da kann ich nichts machen, da müsst Ihr schon alleine mit fertig werden. Das schafft Ihr auch ohne mich. Es war nett in der Gegenwart, auf Wiedersehen.“
Und wenn er Zeit hat, schaut er auf dem Altstadtfest vorbei!

pgs

Ganz privat
Lieblingsmusik: Drachenfauchen und die Glocken der Sankt-Georg-Kirche
Lieblingsfarbe: Die Farben des Hattinger Stadtwappens
Lieblingsessen: Da wünsche ich mir einen Sankt-Georg-Kuchen
Hobbys: Das Beschützen edler Jungfrauen
schönster Urlaub: Dauerferien in Hattingen
beste Eigenschaften: Tapferkeit

Reif für die Driving Range

Golf mit Grum an der Ruhr

Grum

Sabine Grum

Seit dem 22. Mai 2011 bereichert die Driving Range des Landhauses Grum die Hattinger Sport- und Freizeitlandschaft. Am Eröffnungstag erstürmten nicht nur die erwünschten Besucher, sondern auch das Wetter die Anlage. Wenn das mal kein Glück bringt!
Juniorchefin Sabine Grum erklärt das Konzept: „Hier kann jeder ausprobieren, ob ihm Golf Spaß macht – auch ohne Platzreife.“ Zum Zuge (oder direkt von der Museumsbahn, wenn es an den Fahrtagen per Dampflok oder Schienenbus durch das Ruhrtal geht) kommen Jugendliche und Erwachsene, Einzelpersonen oder Gruppen.

Ausprobieren, lernen, lehren

Wer anschließend lernen will, richtig Golf zu spielen, der kann sich hier demnächst auch gerne ausbilden lassen, sogar zum Golflehrer. Sprach nicht Regina van Dinther, die als CDU-Landtagsabgeordnete mittags gemeinsam mit Familie Grum die Anlage eröffnet hatte, von Zukunftschancen für die Region? Vielleicht zeigen sich ja ungeahnte sportliche und pädagogische Talente!
Klar ist jetzt schon, dass Hattingen noch vielseitiger geworden ist. Wer sich nicht zwischen der „großen“ Golfanlage und dem ganz in der Nähe gelegenen Minigolf entscheiden kann, der pendelt jetzt eben. Wer sagt denn, dass nur eines geht! Doch keine Angst, die Qual der Wahl wird noch größer:

Spaß auf Rädern – Liebe auf die erste Fahrt?

Zu den „Fahrgeschäften“ an der Ruhr zählt neben der Ruhrtalbahn nämlich eine weitere Grumsche Attraktion: Der Segway. Die offizielle Definition lautet gemäß Wikipedia: Elektrisch angetriebenes Einpersonen-Transportmittel. „Da braucht man einen Mofa-Führerschein“, sagt die Juniorchefin. Mit Sicherheit macht es Spaß, viel mehr, als das Wortungetüm der korrekten Beschreibung vermuten lässt. Im Gegensatz zur Driving Range bitte hier also das Reifezeugnis mitbringen. Landhaus Grum vermietet nicht nur Segways. Es soll vorkommen, dass sich Menschen auf ihrer Jungfernfahrt in das Fahrzeug verlieben. Gut zu wissen, dass man bei Grum auch in guten Händen ist, wenn man anschließend eins kaufen möchte. Hier ist man als Verkaufsagentur bestens darauf vorbereitet  und hat sowohl Verständnis als auch Erfahrung mit dieser „Liebe auf die erste Fahrt“. Gut möglich, dass das mit dem Golfangebot ganz ähnlich sein wird: Nur mal ausprobieren, für immer verloren.

Von geplanten Hotels …

Um im Bild zu bleiben: Der Platz selbst und das Putting Green, wie es auf gut Golf heißt, reift zurzeit noch heran. „Viele Spieler und Interessierte wollten aber nicht länger warten“, erläutert Sabine Grum. „Auch für Firmen-Events sind wir übrigens schon sehr gefragt“, freut sie sich. Das könnte sich noch steigern, wenn Familie Grum ihr geplantes Hotel in die Tat umgesetzt hat.  Dann gibt es zusätzlich zum Abschlag auf der Driving Range noch Wellnessangebote, die Grums Gäste in Form von Essen, Trinken und Service ja ohnehin schon lange genießen.

… und real existierenden Radstationen:

Bereits Realität ist übrigens auch die Radstation, an der havarierte Radler selbst kostenlos Hand anlegen können. Möglich, dass der eine oder andere anschließend auch einen Golfschläger in die Hand nimmt. Das kann er täglich von 9 bis 22 Uhr.

pgs

Info
Was das Landhaus Grum zu bieten hat, findet sich unter www.landhaus-grum.de, Telefon 02324/951296. Und unter den Stichworten Hattingen, Ruhrtalbahn, Minigolf Ruhrtal öffnet sich eine wahre Fundgrube an weiteren Attraktionen. Was Sie sich auch aussuchen: Viel Spaß dabei wünscht der Frühaufsteher.

Ilona Schneider macht sich Gedanken über die Zukunft der klassischen Reiterei

Ilona Schneider

Ilona Schneider

Es ist kurz nach neun Uhr, als ich mich an diesem Morgen in der Halle 1A auf der EQUITANA mit Ilona Schneider treffe.
Die Besucher müssen noch eine knappe Stunde vor den Messetoren auf  Einlass warten. Zeit für uns, über Pferde, Menschen, Reiter, Krankheiten und sonst noch was zu reden. Ilona Schneider steht im Vorführring und longiert, das heißt, sie trainiert mit einem Pferd vom Boden aus an der langen Leine, der sogenannten Longe. Ruhig tut sie dieses, mit viel Einfühlungsvermögen, und man erkennt sofort, dass ihr diese Arbeit Spaß macht. Im Gespräch will ich mehr erfahren über diese Frau, die im Reitverein Dumberg andere, sanfte Wege in der Reiterei beschreitet.
„Mit dem Reiten fing ich erst mit 13 Jahren an, da meine Eltern mir vorher keine Reitstunden bezahlen konnten“, so Schneider. In diesem Alter haben andere Mädchen oft schon mit einem eigenen Pferd oder Pony Erfolge auf Turnieren. „Meine ersten Reitstunden nahm ich in einer eher mittelmäßigen Reitschule, in der – wie in fast allen Reitvereinen zur damaligen Zeit – noch der alte Kavallerie-Ton herrschte.“ Aber Reiten lernt man nur durch reiten, wie ein altes Sprichwort sagt. Und so verbrachte Ilona Schneider jede freie Minute bei und mit „ihren“ geliebten Pferden. „Ich verdiente mir meine Reitstunden zum Teil selbst, indem ich bei der Stallarbeit half. Mit 19 konnte ich mir von meinem ersparten Geld mein erstes eigenes Pferd kaufen.“ Vorher hatte Ilona Schneider allerdings einen Schicksalsschlag hinnehmen müssen. Mit 16 Jahren diagnostizierten die Ärzte bei ihr Krebs, welcher aber mit Erfolg therapiert werden konnte. Kaum von der schweren Krankheit genesen, stieg sie wieder aufs Pferd, und irgendwann war ihr klar, dass sie ihr Hobby zum Beruf machen wollte. Aber wie Eltern nun einmal so sind, musste zuerst ein „anständiger Beruf“ erlernt werden. Dieses tat sie in Form einer Lehre in der Chirurgischen Medizin. Eine Ausbildung, welche ihr heute bei der Arbeit mit Pferd und Reiter eine ungeheure Hilfe ist. „Durch meine medizinische Ausbildung erkannte ich irgendwann, dass die Bewegungsabläufe von Reiter und Pferd absolut gegensätzlich sind, der Körper eines Pferdes nicht zum Reiten geboren ist.“ Ilona Schneider suchte und fand Hilfe. Mit Claus Meiners-Pilz, einem international erfahrenen Ausbilder, hatte sie einen Trainer, der sie lehrte, umzudenken und neue – pferdegerechte – Wege zu gehen. Diese Wege führten sie unter anderem auch nach Spanien, wo sie durch Rafael Soto, Mitglied der spanischen Olympia Equipe, nicht nur die klassische spanische Reitweise erlernte, sondern auch ihre Liebe zu den Pferden der Rasse PURA RAZA ESPANOL (PRE) entdeckte. 2005 kam Ilona Schneider als Reitlehrerin nach Niederwenigern zum Reitverein Dumberg. Hier steht auch einer dieser edlen PRE-Hengste, der 14-jährige CATAN, der bereits vor zwei Jahren auf der Equitana von den Besuchern in der HOP-TOP SHOW bewundert werden durfte. Und auch ihr ehemaliges Sorgenkind „Daukus Carrottus“ – die wilde Karotte. Den Wallach bekam Ilona Schneider in einem Zustand, der als mehr als erbärmlich zu beschreiben ist, scheu vor Menschen, abgemagert, und das Maul von einem Gebiss aus Stacheldraht zerschunden. Schneider nahm sich des armen Kerls an – und machte aus ihm ein erfolgreiches S-Klasse Turnierpferd.
„Wenn ich meinen Schülern erkläre, warum sie etwas ‚so‘ machen  sollen, bekommen sie ein völlig anderes Verständnis für den Partner ‚Pferd‘“, diese Erfahrungen gibt Ilona Schneider auch gerne an die Jugendlichen des Vereins weiter. Das Training mit der zwölfköpfigen Turnierabteilung (neun Mädchen und drei Jungen), welche unter ihrer Regie erfolgreich bis Klasse A an den Start geht, ist eine Abwechslung zur täglichen Arbeit auf der Reitanlage. Außer auf ihren Lebensgefährten Sascha Fröhlich kann sich Ilona Schneider auch zu 100 Prozent auf Ihre „rechte Hand“ Constanze (Conny) Krahn verlassen, die auch bei Schneiders Abwesenheit dafür sorgt, dass im Stall alles geordnet läuft.

Das Pferd ist ein Spiegel, der Deine gute und schlechte Laune unverfälscht widerspiegelt. Willst Du wissen, wer Du bist? Schau in die Augen Deines Pferdes, doch erschrecke nicht über die Wahrheit!

Wie sieht sie die Zukunft der klassischen Reiterei? „Mit der Reitweise, wie ich sie heute betreibe, hätte – zurzeit noch – kein Reiter auf einem Turnier eine Chance, irgendeine Platzierung zu erringen“ sagt Schneider, die früher selbst auf Turnieren in den höchsten Dressurklassen erfolgreich war. Sie hoffe, so sagt sie, dass eines Tages auch bei den Turnierrichtern der Wandel vollzogen sein wird und Reiter, welche diese neue, sanfte Reitweise praktizieren, ihren Platz auf den vorderen Rängen einnehmen dürfen.
Auf dem Weg dahin ist sie nicht alleine. Mit dem international bekannten Dressurausbilder und Buchautor Horst Becker, der sie auch dazu ermutigte, mit ihm auf der Equitana ihre gemeinsamen Ansichten einem breiten Publikum darzulegen, wird Ilona Schneider in Zukunft durch die Reiterrepublik touren, um auf Seminaren ihre Erfahrungen anderen „Pferdemenschen“ mitzuteilen. „Einem Reiter, der sagt, er brauche nichts mehr zu lernen, fehlt etwas ganz Entscheidendes: Demut – denn Hochmut ist hier fehl am Platz.“

ara

Ganz privat
Lieblingsmusik: Ich & Ich, Unheilig, Udo (Lindenberg)
Lieblingsfarbe: Pastelltöne und weiß
Lieblingsessen: Nudeln in allen Variationen (vegetarisch)
Hobbys: Lesen (Karin Slaughter), Malen
schönster Urlaub: Kreuzfahrt mit Udo Lindenberg auf der TUI/Rockliner
beste Eigenschaften: Einfühlungsvermögen, Kreativität

Die Leiterin der Patientenbücherei bringt den Patienten im Evangelischen Krankenhaus den Lesestoff nahe

Renate Mooren

Renate Mooren

„Das Wort Ehrenamt mag ich nicht so sehr. Was ich hier mache, das ist ein freiwilliger Dienst. Etwas, das mir Spaß macht. Und was viel, viel besser ist, als zuhause zu sitzen und Däumchen zu drehen“.
Renate Mooren wirkt sehr entschlossen, wenn sie ihre Meinung äußert. Ganz weit oben, dort in der zwölften Etage des „EvK“ Hattingen an der Bredenscheider Straße, wo sie ihr kleines Reich verwaltet, hegt und pflegt. Die Patientenbücherei des evangelischen Krankenhauses, in der sie seit 1986 tätig ist – erst auf beruflicher Basis als „Büchereiassistentin im kirchlichen Dienst“, heute nun als Leiterin auf ehren… – nein, freiwilliger Basis.

Über 2.500 Bücher

Und selbst, wenn sie sich aufgrund eines „verknacksten“ Fußes, wie in diesen Tagen, nur leicht humpelnd fortbewegen kann, lässt sie es sich nicht nehmen, in der kleinen Bücherei, einem länglichen, schmalen Raum, nach dem Rechten zu sehen. Mehr als 2.500 Bücher stehen dort in den Regalen und damit den Patien­ten zur Verfügung. Natürlich kostenlos, und an die kranke Frau oder den frisch operierten Mann mit einem ganz besonderen Service gebracht: Denn zweimal in der Woche zieht Renate Mooren mit ihrem Bücherwagen los und macht die große Runde durch die Stationen. Dort können die Patienten dann in Ruhe sehen, ob etwas für sie dabei ist, oder auch die zuletzt ausgeliehenen Bücher wieder zurückgeben.

Auch Gruseliges im Repertoire

Geboten wird alles, rein literarisch gesehen. Quer durch den Garten, aber auch oft in aktuellster Auflage. Von Sachbüchern über Reiseliteratur, von Krimis bis zu Gruselromanen, von Klassikern bis zu Hörbüchern, von Novellen bis zu Gedicht- oder Fotobänden. „Das Krankenhaus stellt mir einen Etat zur Verfügung“, kann Renate Mooren auch mal „einkaufen“ gehen, doch der Hauptteil der neu hereinkommenden Bücher stammt aus Spenden, oft von ehemaligen Patienten, oder aber aus dem Erlös des jährlich stattfindenden Bücherbasares, den sie kürzlich auch wieder mit ihrer Kollegin Sabine Keiderling ausgerichtet hat.
Renate Mooren, die eigentlich als Chemotechnikerin durchs Berufsleben ging und auch noch „in der Röntgenabteilung des damaligen, alten Krankenhauses“ gearbeitet hat, sammelte selbst als Patientin erste Erfahrungen mit dem „Bücherbus“ im Evangelischen Krankenhaus. „Da hat mir das Buch Drachenblut von Christoph Hein sehr geholfen. Das war die richtige Lektüre zum richtigen Zeitpunkt“, erinnert sich die 70-Jährige, die den Sinn und Nutzen ihres Tuns klar formulieren kann: „Ein Buch kann für ein bisschen Ablenkung sorgen, den Menschen auf andere Gedanken bringen.“

Krimis liegen vorne

Dabei kann Renate Mooren, die auch noch Betreuungsaufgaben für die Alzheimer-Gesellschaft wahrnimmt, aus ihrem reichen literarischen Erfahrungsschatz auch Anregungen und Tipps geben: „Aber ich versorge auch jeden einfach mit dem Lesestoff, den er haben möchte.“ Die geborene Helmstedterin, die Anfang der 60er Jahre nach Hattingen kam, sieht im Augenblick vor allem Krimis in der Gunst der erkrankten Leser vorne liegen, auch heitere Romane, oftmals im Großdruck aufgelegt, die für bessere Stimmung im Krankenbett sorgen können.
Doch auch ernste Themen können die therapeutische Wirkung eines Buches nach Meinung von Renate Mooren bestens erfüllen: „Dann, wenn ich als Patient im Bett liege und lese, dass es anderen möglicherweise noch viel schlechter geht als mir.“ Sie selbst bevorzugt bei ihrer privaten Lektüre momentan Reiseberichte und Novellen, was sie eher wenig mag, sind Liebes- und Familienschnulzen. Früher stand besonders Theodor Fontane bei der Mutter zweier Söhne hoch in der Lesergunst. Und sie ist auch immer wieder auf der Suche nach neuen Autoren, neuen Themen, die sie für sich entdecken und auch den Hattinger Patienten empfehlen kann. Denn eines ist ganz klar. Das Engagement von Renate Mooren für die Bücherwelt im Evangelischen Krankenhaus ist noch lange nicht beendet. Selbst die Frage danach überhört die bescheidene „Freiwillige“ geflissentlich. Doch letztlich können sich Fragesteller und Befragte einigen: Ende offen.

greis

Ganz privat
Lieblingsmusik: Klassische Musik, früher auch Schlager
Lieblingsfarbe: Blau
Lieblingsessen: Spargel
Hobbys: Tai Chi und natürlich ganz viel lesen
schönster Urlaub: Costa Rica
beste Eigenschaften: Man sagt mir nach, dass ich gut zuhören kann.

[ Porträt von Rainer Becker, Kaffee-Kenner, Globetrotter und Einzelhändler auf den Seiten 4 und 5. ]

Der Mensch steht bei mir immer im Mittelpunkt

Rainer Becker

Rainer Becker

Rainer Becker

„Ich lebe das Thema ‚Kaffee‘ in allen Facetten“, beschreibt Rainer Becker, Unternehmer aus Hattingen, seine Profession, die ihn seit rund zehn Jahren beschäftigt. Und das geschieht so intensiv, dass dem neugierigen Texter vom Frühaufsteher ganz schnell eines klar wird: Selbst Beckers aktuell liebstes Hobby, das Reisen auf Kreuzfahrtschiffen, beinhaltet einen kleinen, raffiniert-symphatischen Hintergedanken.
Denn so hat der Inhaber von „Espresso Becker“ an der Thingstraße 42 in Welper beste Aussichten, den Ländern, in denen der Kaffee geerntet wird, beispielsweise Brasilien, sogar auf ganz entspannende Weise nahe zu kommen.
Dass es dazu einmal kommen könnte – sowohl zur eigenen Firma, als auch zum Kreuzen in exotischen Gewässern – war vor rund zehn Jahren allerdings eher nicht zu erwarten. Als Servicetechniker für Verpackungsmaschinen war Becker lange Zeit tätig, als ihn das Schicksal Arbeitslosigkeit traf. Und das im Alter von knapp 50 Jahren, in dem potentielle neue Arbeitgeber lieber erst einmal abwinken und sich nach einem Jüngeren umsehen. Doch nun standen für den heute 58-Jährigen der Zufall und seine große Neugier auf technische Abläufe und Zusammenhänge Pate. Sein Lebensweg wurde in eine ganz neue Richtung gelenkt, seitdem ist es bis heute eine Art erfolgreiche „Kaffeefahrt“.
„Aus Langeweile, als ich zuhause saß und nach meiner Entlassung nicht viel zu tun hatte, habe ich mir im Internet einen defekten Kaffeevollautomaten ersteigert, ihn auseinander gebaut und repariert“, erzählt Becker, der damit – erst einmal in seiner direkten Umgebung – einen Nerv getroffen hatte. Er begann als Autodidakt, um sich dann auf von Automatenfirmen angebotenen Lehrgängen fortzubilden: „Denn dann bat mich ein Freund, seine Maschine wieder in Gang zu bringen, nach und nach wurde es immer mehr und sprach sich rum. Und bei der fünften Maschine, die bei uns in der Wohnung stand, sagte meine Frau Angelika, dass es nun Zeit sei, sich eine Werkstatt zu suchen.“

Leben und leben lassen

Die Idee, sich selbstständig zu machen, war geboren, der Mut zur Umsetzung bei Rainer Becker vorhanden und auch die Rückendeckung durch die staatliche Möglichkeit „Ich-AG“ gegeben. Und das Konzept brachte Erfolg: Die Reparatur von Maschinen aller Hersteller und der Verkauf von Kaffee-Vollautomaten, neu, oder auch generalüberholt, sorgt bis heute dafür, dass er mittlerweile einige Angestellte hat, die sich bei ihm rundum wohlfühlen sollen (und das offensichtlich auch tun). Für den Herbst ist auch die Einstellung des ersten Auszubildenden geplant.
Für Rainer Becker, Vater eines leiblichen Sohnes und zweier Stiefsöhne, ist eines in seiner Rolle als Chef selbstverständlich: „Hauen und Stechen gibt es bei uns nicht. Das ist nicht meine Welt. Für mich heißt es ganz einfach: Leben und leben lassen, geben und nehmen. Der Begriff Familie wird zwar oft überstrapaziert, aber bei uns ist das wirklich so etwas Ähnliches. Und wenn einer der Mitarbeiter mal schlecht drauf ist, oder private Sorgen hat, wird er auch in Ruhe gelassen. Oder kann sich frei nehmen. Der Mensch steht einfach im Mittelpunkt.“
Warum er diese Einstellung entwickelt hat, die ihm so völlig selbstverständlich erscheint, weiß Becker ganz genau: „Ich habe in meinem Leben unter so vielen schlechten Vorgesetzten gelitten. Für mich ist auch im Beruf das Wichtigste die Menschlichkeit.“ So kommt er also mit seinen Mitarbeitern bestens klar und kann sich nach und nach langsam etwas mehr aus dem Tagesgeschäft zurücknehmen. Denn der gebürtige Castrop-Rauxeler weiß, dass er sich auf sein Team verlassen kann, so dass einfach auch mal mehr Zeit bleibt für das Familienleben und die Freizeit. Die genießt er zum einen im heimischen Garten („Meinen Rasenmäher könnte ich auch reparieren. Klar, einmal Handwerker, immer Handwerker“), und zunehmend eben auch auf hoher See.

Mit eigener Kaffeemarke

Was er zudem noch sehr genießt, ist sein eigener Kaffee. Die Hausmarke Beckpresso, die es seit 2006 gibt, und von der mittlerweile 300 bis 400 Kilo im Monat umgesetzt werden. „Das ist eine sehr hochwertige Arabica-Mischung, mit der man alles machen kann“, ist Becker zufrieden mit seinem Werk, das in Zusammenarbeit mit einem Röster entstand. Genauso zufrieden wie seine Kunden in Privathaushalten, Firmen, oder Büros, die ihren Gästen Kaffee anbieten. Den Kaffee von Rainer Becker. Wenn das keine Erfolgsgeschichte ist!
Doch eine Frage ist natürlich bis jetzt noch unbeantwortet geblieben: Wie trinkt denn Rainer Becker seinen Kaffee selbst? „Ganz klar, schwarz. Schwarz, wie die Nacht.“ Und er schwört dabei auf seine Kaffeevollautomaten: „Denn durch den nur kurzen Kontakt zwischen Kaffee und Wasser entsteht wenig Säure. Aber viel Geschmack!“

greis

Ganz privat
Lieblingsmusik: Queen und Tina Turner
Lieblingsfarbe: Rottöne
Lieblingsessen: Steaks
Hobbys: Im Garten entspannen, aber auch etwas arbeiten, und natürlich die Reisen auf Kreuzfahrtschiffen.
schönster Urlaub: Momentan die Kreuzfahrten, früher war es ein Club­urlaub im Senegal in einer Anlage, die es aber leider heute nicht mehr gibt.
beste Eigenschaften: Die Zuverlässigkeit, und auf Menschen zugehen zu können.

Aufgeschnappt

Die Hattinger Autoparty 2011 im Rückspiegel

Autoland Hattingen.
Ob umweltfreundlicher Kleinwagen, kompakter Alleskönner oder rassiges Sportcoupé – auf dem Museumsgelände Henrichshütte strahlten die hochglanzpolierten Vertreter sämtlicher Fahrzeuggattungen mit der Sonne um die Wette. Dazu gesellten sich jede Menge bestens gelaunter Aussteller und Besucher. Äußerst kamera­freundliche Bedingungen also, aber sehen Sie selbst.

sk

Helga Kuska: Pressewartin mit Herz und Seele

Wolfgang Klapkarek, Helga Kuska und Willi Geuken

Wolfgang Klapkarek, Helga Kuska und Willi Geuken

Im Mittelpunkt zu stehen, ist nicht ihr Ding. Da brauchte es Vereinskollegen, um Helga Kuska (72) zu überzeugen, dass sie ihr Licht nicht unter den Scheffel zu stellen braucht. „Helga, Du bist seit über 20 Jahren unsere engagierte Pressewartin!“, sagt Wolfgang Klapkarek (69), Vorsitzender des Radsportvereins Hattingen 83 e.V. anerkennend. „Das Portrait hast Du Dir ehrlich verdient!“, findet auch Willi Geuken (73), seit 1984 einer der Aktivsten im Verein.
Auf einer Bank am Ruhrufer in Hattingen packt Helga Kuska beim Frühaufsteher-Treffen alte Fotos und Unterlagen aus. Sie hat sich bestens vorbereitet. „Schau mal, Willi, das bist Du 1992 beim Training für die Olympia-Radstaffel!“, sagt sie und reicht ein Schwarz-Weiß-Bild herum. Geuken radelte die zweite Etappe bei dieser Tour „Rund um die Welt“. Mit dem 1983 in Hattingen gegründeten Verein ist die ehemalige Sekretärin des Gymnasiums in Holthausen fest verwurzelt. Die Tätigkeit als Pressewartin ist ihr keine lästige Pflicht, sondern Herzenssache.
Etwa 60 Mitglieder zählt der Verein zurzeit. Früher waren es mehr, doch man hofft auf Zuwachs. Immerhin ist Sport in einem Verein am schönsten. Beim RSV lockt zudem das Abenteuer! Bis zur spanischen Pilgerstadt Santiago de Compos­tela sind die Hattinger schon mehrfach gemeinsam gefahren. „350 Kilometer pro Tag sind gut zu schaffen!“, betont Willi Geuken. Bei besten Bedingungen braucht er dafür zehn bis zwölf Stunden. Zum Wohnwagen seiner Tochter in Rotterdam fährt der drahtige Rentner mit dem Fahrrad. „Meine Frau bringt mit dem Auto das Gepäck hinterher.“ Auch seinen Enkel in Nordfriesland hat er bereits mit dem Rad besucht. Das war der Lokalzeitung einen Extra-Bericht wert. Doch nicht jeder muss so weit und ausdauernd in die Pedalen treten können, um beim RSV willkommen zu sein. Veranstaltungen wie die vom Verein organisierte Radtouristikfahrt „Rund um Hattingen“, die am Samstag, 14. Mai, stattfindet, sind gute Gelegenheiten, das Hobby auszuprobieren. Vier Routen stehen zur Auswahl, eine Familientour (24 km), Tour 1 (44 km), Tour 2 (74 km) und Tour 3 (114 km). Start ist am Hölter Busch (Schulzentrum Holthausen) zwischen 10 und 12 Uhr.
„Wir sind zwar sportlich, aber nicht verbissen!“, sagt Geuken. „Achtung!“, ruft Klapkarek. Nur knapp an uns vorbei surrt ein hoch motivierter Biker mit grimmiger Miene. Auf dem idyllischen Pfad an der Ruhr entlang herrscht an sonnigen Tagen wie diesem Hochbetrieb. Da kommt es hin und wieder zu Unfällen. „Leider verhalten sich nicht alle Radfahrer rücksichtsvoll gegenüber Fußgängern, Kindern oder langsameren Radlern“, weiß Helga Kuska, die früher auch die langen Strecken erfolgreich absolviert hat. So gut, dass sie einen Pokal für elfmalige Vereinsmeisterschaft im Radwandern in der Zeit von 1985 bis 1999 bekam. Wolfgang Klapkarek überreicht ihn ihr symbolisch (nur für den Frühaufsteher) noch einmal fürs Foto.
Zwei erwachsene Kinder hat die fleißige Radsportlerin. „Meine Tochter Sabine ist Lehrerin und lebt mit ihrer Familie in Oldenburg, der Sohn wohnt auf einer Karibik-Insel.“ Da braucht er kein Fahrrad, oder? Weit gefehlt: Das am 11. November 1493, dem Namenstag des Heiligen Martin von Kolumbus entdeckte, 92 Quadratkilometer kleine Eiland gehört zur Hälfte Frankreich und den Niederländern. Und was wären die ohne ihre Fietse … So kommt es, dass Jan Kuska fernab der Heimat gern und oft Rad fährt. „Er ist damit groß geworden und hatte schon mit acht Jahren sein erstes Rennrad.“ Seine Mutter stammt aus Breslau, kam 1945 als Flüchtling aus dem heutigen Polen ins Ruhrgebiet. Von dort verschlug es sie 1960 nach Hattingen. 1958 lernte sie ihren Mann Manfred kennen, 1962 wurde geheiratet. „Er hat unser Vereinsemblem entworfen, eine Speiche mit einem H aus Fachwerk“, erzählt sie stolz und zeigt das Symbol auf dem RSV-Trikot. Längst hat die sympathische Rentnerin im Revier viele Freunde gefunden. In bester Erinnerung sind ihr die Vereinsfahrten nach Emden (1985) und an die Rhön (1991).
Wer Bewegung in der Natur, Ausgleich und Entspannung sucht und ein geselliger Mensch ist, findet beim RSV schnell Anschluss. Bei den meisten Mitgliedern steht das Tourenfahren im Vordergrund. „Hierzu werden die schönsten Strecken ausgewählt. Angeboten werden Routen von 41, 71, 111 oder 151 km Länge. Sie können, je nach Kondition, gewählt und abgefahren werden“, wirbt Kuska. Die Teilnehmer erhalten eine bestimmte Anzahl von Punkten, die in die jährliche Wertung des BDR (Bund Deutscher Radfahrer) einfließen. Aber auch Radwandern ist beliebt. „Einmal pro Woche radeln die Mitglieder in der Gruppe 20 bis 50 Kilometer auf verkehrsarmen Straßen durch die schöne Landschaft. Das Tempo bestimmen sie selbst.“ Wer es ausprobieren möchte, ist jederzeit eingeladen. Ansprechpartnerin und Fachwartin fürs Radwandern ist Renate Neidt. Helga Kuska indes hat noch weitere Hobbys. „Ich walke auch gern und mache mit beim VHS-Seniorentanzen.“

addi

Info
Der RSV Hattingen 83 e. V. ist unter der Telefonnummer 0234/521618 zu erreichen.
Auskunft erteilt Wolfgang Klapkarek. Im Internet findet sich die Vereins-Homepage unter www.rsv-hattingen.de mit allen Terminen für 2011.

Ganz privat
Lieblingsmusik: Folklore und von allem etwas, z. Zt. David Garrett
Lieblingsfarbe: Blau
Lieblingsessen: Schlesische Weißwurst in Biersauce mit Sauerkraut
Hobbys: Radfahren, Wandern und Walken
schönster Urlaub: Südtirol im Herbst
beste Eigenschaften: Ordnungs- und Gerechtigkeitssinn, freundlich, hilfsbereit

Let’s Have An Autoparty

30. April bis 1. Mai 2011: Das Fest (nicht nur) rund ums Auto

Hattinger Autoparty

Hattinger Autoparty. Foto: © Autoparty

Wer Fahrzeuge liebt, ob zwei- oder vierrädrige, ist auf der 26. Hattinger Autoparty bestens aufgehoben. Sich informieren, was es Neues gibt, gleichzeitig Live-Musik erleben, gut essen und trinken und Freunde treffen? Ganz nebenbei auch noch Hattinger Handwerker kennen lernen?

Das alles bietet „das Fest“:
Am Samstag und Sonntag von 10 bis 18 Uhr zeigen die über 20 Fachhändler und weitere automobile Experten auf dem Museumsgelände Henrichshütte, was sie zu bieten haben: Fahrzeuge, Zubehör, Sachverstand – und  viel Zeit für persönliche Gespräche. In der ganz besonderen Atmosphäre des „Festes“ macht das Kunden wie Händlern sicherlich noch mehr Spaß. Und wo kann man schon so viele Modelle nebeneinander bewundern, Probe sitzen und vergleichen?
Natürlich informieren die Händler nicht nur. Sie haben sich für ihre Besucher auch wieder so einiges ausgedacht, damit ihnen von der Fachsimpelei nicht allzu sehr der Kopf raucht:

Für große und kleine Gäste: Langeweile ausgeschlossen
Vom Formel-1-Fahrsimulator, der Kletterwand, der Waldschule, Aktionen rund um den Fußball bis zum Formel-3-Fahrzeug, in dem man auch Platz nehmen kann, und dem Offroader, der über ein Schrottauto fährt und einem Go-Cart-Parcours … wer sich hier langweilt, ist selbst schuld.
Oder Sie freuen sich über Skotty, den Fahrrad fahrenden Eismann mit Trompete, besuchen die EN-Polizei-Präsentation mit Motorrad-Sicherheit, Alkotest (hier ganz ungefährlich!) und Fahrsimulator. Auch der ADAC ist vertreten: Mit Info-Stand und Kinderhüpfburg. Wenn Ihre Gespräche bei dem einen oder anderen Fachhändler einmal länger dauern, sorgt das Kinderprogramm bestimmt dafür, dass kleine und große Gäste zufrieden sind. „Jetzt-lass-uns-endlich-weitergehen-Bitten“ kommen gar nicht erst auf. Es kann allerdings passieren, dass Eltern ihre Kinder „loseisen“ müssen (was ja durchaus zum geschichtsträchtigen Ort des Geschehens passt).

Von Solarenergie bis Flüssigtapete
Bei den nichtautomobilen Betrieben reicht das Spektrum von Solarenergie bis zu Umzügen, von Hebezeugen bis zu Flüssigtapeten, vom Tourismus bis zur AOK. Auch wenn von „Autoparty“ die Rede ist – ebenso traditionell ist bei diesem Hattinger Event, das mit dem Altstadtfest und dem Rosenmontagszug ein besucherstarkes Dreigestirn bildet, neben den Handwerksbetrieben auch die Musik mit an Bord. Ein Besuch lohnt sich selbst für Gäste, die sich nicht in erster Linie für Autos, Motorräder und Handwerk interessieren:

Heimspiel für Hattinger Stars: Von der Big Blast Company am Samstag …
Am Samstag spielt die Big Blast Company. Versprochen: Die Musiker bringen, was Zuhörern und Band gleichermaßen Spaß macht – die Lieblingsstücke aus dem Jubiläumskonzert vom 19. März in der Aula der Gesamtschule Welper. Hier ist die zweite Chance für alle, die nicht dabei waren oder das Ganze noch einmal hören möchten.

… zu den Highlights am Sonntag: Xandra Hag und Duo Taktlos
Auch diese beiden muss man keinem Hattinger näher vorstellen: Sängerin Xandra Hag erfreut nicht nur die Schlagerfreunde, sie moderiert auch die Tanzvorführungen der Tanzschule Brand. Nach unzähligen Auftritten eine Premiere: das Duo Taktlos ist zum ersten Mal auf dem „Fest“ dabei. Und noch ein bekannter Hattinger trägt zum guten Gelingen bei: Thomas Behling, seines Zeichens Zugsprecher des Rosenmontag-Umzugs, betreut das abwechslungsreiche Bühnenprogramm mit Tanzformationen aus Jasmins Tanzstudio und vielen weiteren Auftritten und Aktionen.

Sie brauchen eine Stärkung?
Keine Frage, vom vielen Gucken und Zuhören wird jeder einmal hungrig und durstig. Zum Glück findet sich auf dem Festgelände ein Angebot, das ebenso vielseitig wie das Gesamtkunstwerk ist. Nur eines kann Ihnen, liebe Besucher, niemand abnehmen: Die Qual der Wahl. Aber keine Angst, in zwei Tagen schafft man eine ganze Menge, auch wenn man selbst anschließend vielleicht geschafft ist.
Der Frühaufsteher wünscht allen Ausstellern, Akteuren und Gästen zwei wunderschöne Tage.

pgs

Altes Pottkind im neuen Center

Jörg Waldrich managt das Reschop-Carré

Jörg Waldrich

Jörg Waldrich

Jörg Waldrich, nach eigenen Worten „altes Pottkind“ und – nach den Worten der Redakteurin – „alter Center-Management- und Karstadt-Hase“ – sorgt seit dem Jahreswechsel dafür, dass im Hattinger Reschop-Carré alles rund läuft.
Für uns Einwohner ist so ein Center ja immer noch etwas Neues (jedenfalls in unserer eigenen Stadt!). Für Jörg Waldrich sieht das anders aus, er hat schon viele ähnliche Projekte mit entwickelt und betreut. Wie kann man sich als Mensch, der das Carré als Kunde besucht und nur diese Perspektive kennt, seine Arbeit vorstellen? „Hier läuft alles zusammen“, berichtet der ebenso freundliche wie engagierte Manager. „Die Technik, die kaufmännische Seite, die Vertragsgestaltung und die gesamte Verwaltung.“ Das hört sich nach viel „Papierkram“ an. Bei allem Einsatz rund um diese notwendigen administrativen Aufgaben bleibt aber zum Glück noch genug Raum für Ideen:

Alte Hattinger + neue Manager = gutes Programm im Carré

„Im April gibt’s eine Aktion mit dem THW, im Mai mit der Feuerwehr zum Rauchmeldertag am 13. Mai.“ Wie man sieht, funktionieren bestehende Hattinger Strukturen mit neuen Carré-Managern ausgezeichnet. Das ist Jörg Waldrich ganz wichtig und wird in naher Zukunft einen bedeutenden Teil seiner Zeit ausfüllen: Vor Ort Kontakte knüpfen. Das, lieber Herr Waldrich, ist bestimmt eine Ihrer leichtesten Übungen!
Dass der 44-jährige seinen Job und den Umgang mit Menschen liebt, merkt man ihm nämlich sofort an. Was gefällt ihm am besten? „Die Verantwortung“, sagt Jörg Waldrich. „Und die Freiheit, Dinge zu gestalten“. Dazu gehört auch, etwas auszuprobieren – wobei manches erfolgreich ist und anderes wiederum nicht. In die Zukunft schauen kann schließlich auch kein Center-Manager.

Alte Autos als Kontrast

Vielseitig wie er ist, mag er natürlich die Abwechslung: „Das fängt beim Lichtschalter an und geht bis zur großen Frage, ob wir Rosenmontag öffnen.“ Wer Rosenmontag in nicht-karnevalistischer Mission in Hattingen unterwegs war, hat sich sicherlich darüber gefreut, dass Jörg Waldrich diese Frage mit „Ja“ beantwortet hat.
Was macht „Herr Reschop-Carré“, wenn er – ja, das soll vorkommen – einmal Freizeit hat? Da freut sich die Familie, mit der Jörg Waldrich in Meerbusch wohnt und zu der drei Kinder von neunzehn, neun und sieben gehören, auf ihn. Und wenn die einmal etwas ohne ihn vorhaben, schraubt er gerne an alten Autos – ein schöner Kontrast zum neuen Center. Und an welchen Schrauben er dort noch drehen wird, das werden wir erleben!

pgs

Ganz privat
Lieblingsmusik: Querbeet
Lieblingsfarbe: hauptsache nicht Lila
Lieblingsessen: ein „anständiges“ Steak
Hobbys: an alten Autos schrauben
schönster Urlaub: am Strand von Fuerteventura liegen
beste Eigenschaften: lernbereit

Neue Radgeberin für die Autoparty

Sabine Schmidt, Autohaus Smolczyk, steuert das Hattinger Event

Sabine Schmidt

Sabine Schmidt

Wenn jemand vor Freude an seiner Arbeit und am Umgang mit Menschen förmlich sprüht, dann ist es Sabine Schmidt aus dem Hattinger Autohaus Smolczyk.
„Unser“ Hyundai-Händler gehört zu den erfolgreichsten seiner Spezies. Und das ist bestimmt nicht zuletzt ihr zu verdanken. Kein Wunder, dass sie ab diesem Jahr auch die Hattinger Autoparty ausrichten wird.
„Das ist eigentlich aus einer Bierlaune entstanden“, lacht die sympathische „Frau Hyundai“ (fast ist die Frühaufsteherin versucht, sie so anzusprechen – so stimmig wirkt das Gesamtbild). Sie berichtet, wie es dazu kam: „Es war auf der Abschiedsparty von Horst Hochkirchen, der bis dahin die Autoparty managte. Ich meinte, das wäre doch etwas für mich. Kurz darauf fragte er mich dann, ob das mein Ernst gewesen sei.“
Sie hat wohl zugestimmt, denn ab sofort will Sabine Schmidt in die Hattinger Autoparty das einbringen, was sie ohnehin sehr gut und gerne macht: Organisieren. „Das Konzept ist übrigens einzigartig in Deutschland“, erzählt die 45-Jährige. Dass sich 26 Händler zusammenschließen und gemeinsam etwas auf die Beine – oder besser gesagt, auf die Räder – stellen, gibt es also nur in Hattingen. Horst Hochkirchen wird seiner Nachfolgerin mit Autoparty-Erfahrung aus einem Vierteljahrhundert gerne weiterhin zur Seite stehen. Wie sehen ihre persönlichen Pläne für die Zukunft dieses Ereignisses aus?
Da schlägt sie die Brücke vom Auto zum Wagen: „Beim Rosenmontagszug möchten wir gerne wieder dabei sein“, freut sie sich jetzt schon darauf. Karneval und Autoparty sind allerdings nur einmal im Jahr. Was macht ihr an ihrer täglichen Arbeit am meisten Spaß? Die gelernte Rechtsanwaltsgehilfin und Mutter von Kevin, 22, die seit 1992 für Hyundai tätig ist, mag den Umgang mit den Papieren – sie betreut die Ein- und Ausgänge der Fahrzeuge – und vor allem mit den Menschen. Das merkt man dem Betriebsklima an – wer hereinkommt, bekommt ein freundliches Wort mit auf den Weg.
Nach ihrer besten Eigenschaft gefragt, überlegt Sabine Schmidt kurz und entscheidet sich dann für „einsatzfreudig“. Eine Mitarbeiterin, nach ihrer Einschätzung gefragt, fügt ganz spontan „hilfsbereit“ hinzu.  Wie schon gesagt, ist das Autohaus Smolczyk ein bedeutender Hyundai-Stützpunkt. Sabine Schmidt wird „mit weiblicher Ergänzung, aber nicht als Aushängeschild!“ dafür sorgen, dass die Hattinger Autoparty auch noch ein wenig erfolgreicher wird. Unter uns: Sie kann nämlich gar nicht anders!

pgs

Ganz privat
Lieblingsmusik: Herbert Grönemeyer
Lieblingsfarbe: Gelb, Orange
Lieblingsessen: Spaghetti und anderes Italienisches
Hobbys: Fotos und Filme bearbeiten; der Garten
schönster Urlaub: Südafrika und San Francisco
beste Eigenschaften: Zuverlässig und hilfsbereit

Termin
Die Hattinger Autoparty 2011 steigt am 30. April und 1. Mai von 10 bis 18 Uhr auf dem Gelände des Industriemuseums Henrichshütte.

Hans Hartung beeindrucken Technik, Darstellungsmöglichkeiten und Themenvielfalt, die in Pop-Ups stecken

Hans Hartung

Hans Hartung

Hans Hartung hat ein Hobby, bei dem es (beinahe) unbegrenzte Möglichkeiten zur Entfaltung gibt. Zum einen die tatsächliche Tätigkeit beim Öffnen von Büchern, in denen sich Pop-Up-(Aufklapp-)Bilder verstecken, zum anderen in den zahllosen Möglichkeiten, die sich phantasievolle Papier-Ingenieure, wie sie tatsächlich heißen, ausdenken und in die Tat umsetzen.
Rund 3.000 Sammlerstücke, darunter auch einige sehr seltene und alte, besitzt der 71-jährige Hattinger, und er hat noch lange nicht genug: „Ich gehe diesem Hobby nun schon bestimmt seit 25 Jahren nach. Doch es gibt immer etwas Neues. So ist die aktuelle Entwicklung, dass es auch Pop-Ups mit Beleuchtung und Musik gibt, mit Hilfe von kleinen Knopf-Batteriezellen. Auch dem Neuen gegenüber bin ich sehr aufgeschlossen und nehme es in meine Sammlung auf.“
Seine Bücher schaut er sich nicht nur im stillen Kämmerlein zuhause an, er lässt auch gerne interessierte Betrachter teilhaben. Sei es in Ausstellungen quer durch Deutschland, oder auch im Rahmen von Vorträgen, wie dem, der am 24. März im Hattinger Stadtmuseum um 18 Uhr auf dem Programm steht – für Fördervereinsmitglieder kostenlos, für alle anderen Interessierten zu einem Eintrittspreis von drei Euro.
„Solche Vorträge sind mir sogar noch lieber, denn da kann ich besser das zeigen und vorführen, was diese lebendigen Bücher, deren Wert von knapp fünf bis bis zu einigen 1.000 Euro – je nach Zustand und Alter – reichen kann, ausmacht: Ihre Bewegung, die auch mich durch die raffinierten Falttechniken immer wieder in Erstaunen versetzen.“
So keilen ganze Esel aus einem Buch hervor, moderne Plastiken entfalten sich vor den Augen des Betrachters, von Urwaldtieren über Märchen, Architekturen bis hin zur Science Fiction sind viele Bereiche vertreten. Und das ist einer der Aspekte, die Hartung an seinem Hobby besonders schätzt: „Die Vielzahl der Themen macht einen Teil des Reizes aus.“ Außerdem ist es die Technik, die ihn fasziniert: „Es ist sehr erstaunlich, was alles zwischen zwei Buchdeckel passt.“ Und angesichts Hartungs beruflicher Vorgeschichte als Sonderpädagoge für Lern-, Sprach- und geistig Behinderte ist es auch die Möglichkeit, mit diesem Mittel komplizierte Themen plausibel darzustellen: „Und wie ich das in meiner Arbeit bemerkt habe, hat das auch eine sehr lang anhaltende pädagogische Wirkung“. Denn so ist er überhaupt erst dazu gekommen, sich für Pop-Ups, wie die Aufklappbilder seit rund 80 Jahren genannt werden, zu interessieren. Als Sprachheillehrer nutzte er diese Bücher, die es schon seit rund 750 Jahren gibt, als Material zur Förderung der Kinder.
Und seitdem haben ihn die geklebten, in Handarbeit hergestellten Kunstwerke nicht mehr losgelassen. Die allerdings alles andere als pflegeleicht sind. So besteht meist der erste Schritt nach dem Erwerb, vornehmlich in modernen antiquarischen Buchhandlungen oder in den letzten Jahren vermehrt im Internet, erst einmal aus Reparaturarbeiten: „Gut erhaltene Exemplare sind sehr schwierig zu bekommen.“ Dabei macht Hartung zwar eine Augenkrankheit einige Probleme, doch er lässt sich davon nicht den Spaß an seiner filigranen Wiederherstellungsarbeit nehmen.
Auch nimmt er auch gerne immer wieder ganz besondere Exponate zur Hand, so wie sein erstes Sammlerstück, ein Werbebuch der Firma Miele, das eine dreidimensionale Darstellung verschiedener Waschvorgänge beinhaltet. Oder auch sein ältestes Exemplar, ein Kinderbuch von Lothar Meggendorfer aus dem Jahre 1886, das bewegliche Schattenspiele zwischen seinen Deckeln verbirgt. Hartung hat sich auch schon selbst daran versucht, eine Karte mit Aufklappbildern zu bestücken, „doch das ist eine sehr schwierige Aufgabe in einem sehr fragilen Bereich.“ Zwei ganze Zimmer, deren Wände mit vollen Bücherregalen bestückt sind, kann er jederzeit nutzen, um einen Abstecher in die phantasievolle Welt zu unternehmen, die zwischen den Buchdeckeln steckt.
Zurück in der realen Welt hat er aber noch eine ganze Menge anderer Dinge zu tun: So gehörte zu seinen beruflichen Tätigkeiten auch die Arbeit als Journalist, unter anderem als Korrespondent für den Bonner Generalanzeiger, im Hattinger Vereinsleben war und ist er sehr aktiv. Auch in der Politik mischte er mit, ebenso wie im Förderverein des Stadtmuseums, aktuell als Stellvertretender Sprecher des Seniorenforums der Stadt und im Heimatverein Blankenstein. Dass er auch mit 71 Jahren noch so umtriebig ist, kann er leicht erklären: „Ich bin gerne mit anderen Menschen zusammen, und ich denke, dass man sich für das Gemeinwohl einbringen sollte. Gerade die Phase nach dem Beruf ist eine sehr lebenswerte Phase. In der kann man machen, was man immer schon machen wollte.“ So war er auch bis vor einiger Zeit Vorsitzender des Vereins „Hattingen hilft!“, und auch in Zukunft wird er dessen Tätigkeiten begleiten, die unter anderem schon für den Bau von Schulräumen in Gambia gesorgt haben, das er auch zweimal jährlich mit seiner Ehefrau besucht.
Vielleicht wird es ja dann in Zukunft auch einmal eine Infobroschüre von „Hattingen hilft!“ geben, aus deren Mitte sich ein Klassenzimmer mit aufmerksamen Schülern auf ihren Bänken und einem Lehrer mit Kreide an der Tafel entfaltet. Hans Hartung würde es mit Begeisterung in seine Sammlung aufnehmen.

greis

Ganz privat
Lieblingsmusik: Miles Davis, Jazz
Lieblingsfarbe: Türkis
Lieblingsessen: Himmel und Erde, besonders dabei die Apfelkartoffeln
schönster Urlaub: Nicht wirklich ein Urlaub, ich bin über ein Jahr als Journalist in Südamerika herumgereist und seitdem ein Fan dieses Erdteils
beste Eigenschaften: mit Menschen zu sprechen – hier und in Afrika

Film-Vorführung zum Thema Demenz
Im Rahmen seiner Tätigkeit für das Seniorenforum der Stadt Hattingen weist Hans Hartung auf eine besondere Veranstaltung hin: Am 17. April wird der Spielfilm „Eines Tages …“, in dem das Thema Demenz äußerst einfühlsam behandelt wird, um 16 Uhr im Stadtmuseum, Marktplatz 1–3, gezeigt.

„Die Scheune der Köstlichkeiten“

Rundum-Versorgung vom 24. bis zum 26. März bei den Koch-Shows in den Burgstuben Haus Kemnade

Michael Mittermeier und Heinz Bruns

Michael Mittermeier und Heinz Bruns

Den Profis über die Schulter schauen, selbst mitschnibbeln und bei der Zubereitung helfen, sich über die neuesten technischen Helfer zur Zubereitung kulinarischer Köstlichkeiten informieren, oder sich auch einfach „nur“ durch 16 verschiedene Gerichte „futtern“ sowie in Sachen Getränke mit Fachwissen „all inclusive“ versorgt werden:
Das alles ist möglich, wenn man sich für 45 Euro den Eintritt zu einer der drei Koch-Shows unter dem Motto „Die Scheune der Köstlichkeiten“ in den Burgstuben Haus Kemnade sichert.
Am 24., 25. und 26. März 2011 – für alle drei Tage sind sogar noch einige Karten zu bekommen – ist die Rundum-Versorgung dann gewährleistet: In enger Zusammenarbeit mit „Küchen und Hausgeräte Miele Mittermeier“, versprechen vier Köche an vier komplett in der rund 300 Quadratmeter großen „Scheune“ aufgebauten und installierten Küchen viel Abwechslung und das Passende für jeden Geschmack.
Verschiedene Schwerpunkte werden gesetzt, von Vorspeisen geht es über Wildgerichte, die Umsetzung von Plattfisch-Rezepten, bis hin zu Lamm und Schwein. Für 45 Euro, inklusive aller Getränke und der dazugehörenden fachkundigen Beratung durch je einen Wein- und Bier-Sommelier, ist das ein Angebot nach Maß für jeden Genießer. Aber auch für interessierte Hobbyköche, die hier selbst mitwirken (Schürzen werden gestellt) oder einfach mal schauen möchten, wie die Profis es machen. Sich Tipps, Hinweise und auch Inspiration holen, wie es einfacher, leckerer und besser geht, und auch einen Einblick in die neuesten Techniken wagen, beispielsweise in die Vorzüge eines Dampfgarers. „Gerade ernährungs-, vitamin- und energieschonende Küche steht heutzutage sehr im Blickpunkt“, erläutert Heinz Bruns, der zusammen mit Michael Mittermeier das Konzept für die zum dritten Mal stattfindende Koch-Show entwickelte.
„In der Scheune werden in vier Nischen vier Küchen mit der Kochfläche nach vorne aufgebaut, außerdem eine Dessert-Station“, beschreibt Bruns den geplanten Ablauf, „unsere Gäste haben so guten Einblick und können auch ganz nah ran gehen, um sich zu informieren. Die Kommunikation mit dem Gast ist ein wichtiger Aspekt bei dieser Veranstaltung.“ Und wenn der geneigte Besucher dann den leckeren Wohlgerüchen nicht mehr widerstehen kann, ist genug Platz an den Tischen in der Mitte der Scheune, um es sich kulinarisch so richtig gut gehen zu lassen. Ob mit kleinen Probierhäppchen von jedem der 16 verschiedenen Gerichte, oder spezialisiert auf eine Geschmacksrichtung – möglich ist alles. „Wichtig ist uns dabei auch“, so „Küchen-Chef“ Michael Mittermeier, der auch in seinem Hause an der Hattinger Straße 419 in Bochum regelmäßig Kochkurse anbietet, „dass wir bei dieser Show nur Küchen- und Kochtechnik verwenden, die jeder Gast zuhause hat, oder zuhause haben kann.“
In jeder Küche zaubern die Koch-Profis vier verschiedene Gerichte, von denen die Gäste dann am Ende des Abends auch eine kleine Rezepturensammlung mit nach Hause nehmen können. Und wem nun das Wasser schon im Munde zusammenläuft, der kann sich noch anmelden: Burgstuben Haus Kemnade: 02324/93310 oder Küchen und Hausgeräte Mittermeier: 0234/9431377.

greis

„Bei mir ist alles drin“

[ Porträt von Andreas Volkenrath aus Hattingen, Rechtsanwalt und Fachanwalt für Steuerrecht. ]

„Ich versuche, meinen Mandanten ein anständiger Partner zu sein“.

Andreas Volkenrath

Andreas Volkenrath

Andreas Volkenrath

Zugegeben: Wem Begriffe wie Steuer- und Rechtsberatung, Jahresabschlüsse und Steuerstrafverfahren begegnen, der fragt sich möglicherweise, wie auch nur ein Fünkchen Humor und Menschenfreundlichkeit in diese Tätigkeitsfelder hineingelangt sein mag. Und wer denkt in diesem Zusammenhang an Anstand und Fairness?

Fair und freundlich

Andreas Volkenrath – so lautet die Antwort. Der denkt vor allem nicht nur so, der handelt auch entsprechend. Wer den Hattinger Fachanwalt für Steuerrecht kennen lernt, sei vorgewarnt, denn er muss sich vielleicht von liebgewordenen Vorstellungen, Vorurteilen oder Erfahrungen verabschieden: Dieser „Steuermann“ ist einfach anders.

Fortiter in re, suaviter in modo: Unerbittlich in der Sache, milde in der Form

Diese alte Lateiner-Weisheit findet sich auf der Internetseite seiner Kanzlei. Unerbittlich ist nun eine Vokabel, die so gar nicht zu Andreas Volkenrath passt. Wie geht das zusammen? Unerbittlich ist der Rechtsanwalt und Fachanwalt für Steuerrecht in Personalunion vor allem einer Sache gegenüber: den Kosten seiner Mandanten. Die senkt er nämlich, wo es geht:

Schlanke Strukturen senken Kosten

„Mit unserer schlanken Struktur haben wir ein zeitgemäßes Konzept entwickelt. Unsere Mandanten, die wir fair und objektiv beraten, profitieren von unseren freundlichen Preisen. Wir sehen uns als Partner, die niemanden über den Tisch ziehen wollen, sondern beruflichen Erfolg anständig begleiten.“
Anständig – wäre es nicht schön, wenn wir diesem Wort und dem Wert, den es beschreibt – ob im geschäftlichen, politischen und nicht zuletzt auch privaten Leben – häufiger begegnen würden? Nicht nur beim Fachanwalt für Steuerrecht!

Ganzheitliche Beratung in allen Lebenslagen

Neben Andreas Volkenraths Schreibtisch hängt eine Weltkarte. Da kann er ab und zu über die Schreibtischkante hinausblicken, und das kommt ihm und seinen Mandanten denn auch zugute: „Steuerberatung“, so erfährt die Frühaufsteherin, „ist natürlich auch immer eine rechtliche Beratung“. Der sympathische Berater sieht seine Mandanten ganzheitlich. Um die steuerlichen Aspekte „drum herum“ trifft man oft gleichzeitig angrenzende Gebiete wie Erb- und Familienrecht, Miet-, Arbeits- und Gesellschaftsrecht – alle Lebenslagen, in die so ein Mandant nun einmal geraten kann.

Und da ist guter Rat teuer? Einspruch, Euer Ehren!

„Detaillierte Maßstäbe für die Gebührenordnung gibt es nämlich keineswegs, höchstens teilweise recht subjektive Kriterien“, erklärt der Fachmann. Bei geringem Aufwand, wie er beispielsweise Existenzgründern entsteht, kann der Berater durchaus entsprechend wenig berechnen. Das lässt natürlich gerade dem Gründer eine ehrliche Chance zu wachsen. Andreas Volkenrath freut sich, wenn er seinen Beitrag dazu leisten kann – und der Gründer freut sich auch.

Individuell und flexibel – ganz nach Wunsch

Sechs Mitarbeiter einschließlich seiner Frau Sabine gehören zum Team der Kanzlei. Fünf Steuerfachangestellte arbeiten in Teilzeit und nutzen die heutigen technischen Möglichkeiten, sich auch einmal von zu Hause aus einloggen zu können und so unabhängig von Zeit und Ort für die Mandanten Kosten zu sparen. Auch den Chef trifft man nicht immer in seinem Büro an: Er macht bisweilen Hausbesuche. Es gibt auch Kunden, die das Volkenrath-Büro seit zehn, zwölf Jahren betreut – und die man in der ganzen Zeit nicht persönlich kennen gelernt hat. Da sind sie ganz flexibel und halten es so, wie der Klient es eben braucht und wünscht.

Wie die Puppen zum Anwalt kamen

Andreas Volkenrath ist gebürtiger Breckerfelder und lebt und arbeitet seit 20 Jahren im schönen Hattingen. Vielleicht ist er durch die teilweise wie Puppenstuben anmutenden Häuschen in seiner Umgebung, der Hattinger Altstadt, zu „seinen“ Puppen gekommen, die schon sein Markenzeichen und Motto geworden sind:

„Bei mir ist alles drin“

Die drei hölzernen Männchen (oder Weibchen), die den russischen Matrjoschkas nachempfunden sind und eigens für ihn angefertigt wurden (allerdings in Berlin, nicht in Russland), symbolisieren das Leitbild seiner Kanzlei: „Bei mir ist alles drin“. Ein Besuch auf seiner Website – oder an seinem Arbeitsplatz – verdeutlicht das: Im kleinsten Püppchen steckt der Bilanzbuchhalter. Der wiederum „wohnt“ im Steuerberater. Der ganz normale Rechtsanwalt umhüllt die beiden ersten – und alle gemeinsam haben im Fachanwalt für Steuerrecht ihr Zuhause gefunden.
Treffender kann man das, was Andreas Volkenrath und seine Mitarbeiter für ihre Mandanten leisten, wohl nicht symbolisieren.

Gibt es ein Leben nach den Klienten?

Kosten für seine Kunden zu sparen und sie umfassend zu beraten macht ihm natürlich viel Freude. Doch  auch für einen begeisterten Allrounder in Sachen Recht und Steuern gibt es ein Leben vor und nach der Arbeit. Wenn er über Tochter Lara-Sophie, acht Jahre alt, spricht, strahlen seine Augen am meisten. Sein Privatleben gehört der Familie, ganz klar. Gemeinsam mit Frau und Tochter lässt sich Andreas Volkenrath gerne den Nordseewind um die Nase wehen. Und was wünscht er sich für sein weiteres Leben? „Dass wir alle gesund bleiben“, sagt er spontan. „Und weiterhin alles gemeinsam erleben können.“
Das, lieber Herr Volkenrath, wünschen wir Ihnen auch. Und viele zufriedene Mandanten – doch die brauchen wir Ihnen gar nicht zu wünschen, denn da sorgen Sie und Ihr engagiertes Team schon selbst für.

pgs

Ganz privat
Lieblingsmusik: The Cure
Lieblingsfarbe: Blau
Lieblingsessen: Italienisch
Hobbys: Die Familie
schönster Urlaub: Australien – und immer wieder die Nordsee
beste Eigenschaften: Zu seinem Wort stehen – zuverlässig und loyal

Info
Rechtsanwalt Andreas Volkenrath
Große Weilstraße 25–27 · 45525 Hattingen
Telefon: 02324/594977 · Telefax: 02324/596858
E-Mail: ravolkenrath@avol.de · www.avol.de

„Wir leben die Firma“

[Porträt von Markus Seyock, Geschäftsführer der Seyock Elektro-Haustechnik GmbH.]

Das persönliche Geschäft: Eine Service-Oase

Markus Seyock

Markus Seyock

Markus Seyock

Eine Stadt, die noch Läden hat wie die Seyock Elektro-Haustechnik GmbH, kann sich glücklich schätzen. In einer Zeit, in der die Innenstädte einander immer ähnlicher werden, freuen sich Kunden über inhabergeführte Betriebe – Firmen mit Gesicht sozusagen.
Und dann auch noch mitten in der Fußgängerzone! Bequemer kann man es kaum haben. Hier findet man eine erfrischende Oase und keine Filiale der vielfach zitierten Service-Wüste Deutschland.

Junge und alte Kunden: Zufrieden sind sie alle

Erstklassiger Service ist für Markus Seyock selbstverständlich. Der gelernte Einzelhandelskaufmann  strahlt aus, dass er nicht in erster Linie von seinem Unternehmen, sondern dafür lebt. Das klingt so: „Wir leben die Firma“. Seine Begeisterung hat anscheinend nicht nachgelassen, seit er 1984 in das Geschäft „eingestiegen“ ist. „Kunden zu beraten, Service zu bieten, das ist unsere Mission – auch ganz spontan einmal am Samstagabend.“
Kein Wunder, dass die von Vater Hermann 1962 als Elektro-Installationsbetrieb gegründete Firma allen Elek­tro-Großmärkten zum Trotz so viele zufriedene Kunden und ihren Aktionsradius stark erweitert hat. Das erste Ladenlokal eröffnete Hermann Seyock 1964. Ein Vierteljahrhundert später zog es ihn in die Große Weilstraße 12.
Markus Seyocks Frau Kerstin erklärt: „Unsere Kunden sind übrigens keineswegs nur ältere Menschen, wie man vielleicht meinen könnte. Wir beobachten, dass zunehmend auch jüngere Leute zu uns kommen, die sich bei ihrer ersten Einrichtung nur das Allergünstigste leisten konnten und das nun durch etwas Hochwertigeres ersetzen – und sehr gerne auch unseren Service in Anspruch nehmen.“ Und die mittelalte Besucherin vom „Frühaufsteher“, die sich für Kaffeemaschinen interessiert – an ihrer eigenen nagt der Zahn der Zeit – erfährt, dass es vom trendigen Kaffee-Vollautomaten bis zur „ganz normalen“ Kaffeemaschine für jeden das passende Modell gibt.

Über die Stadtgrenzen hinaus

Bunt gemischt wie das Alter sind auch die Wohnorte der Kunden. Nicht nur die Hattinger freuen sich über den ebenso freundlichen wie zuverlässigen Kundendienst. Man kann es sich ja auch gut vorstellen – schließlich lockt unsere Stadt zahlreiche Gäste an. Beim Bummel durch City und Altstadt stellen sie fest, dass es hier noch ein Elektrofachgeschäft gibt, in dem sie als Kunden wirklich wahrgenommen werden. Inzwischen kommen sie nicht nur aus Hattingen und Sprockhövel. Auch in Essen, Bochum, Velbert, Witten und  Wuppertal zählt der Seyocksche Einsatz.

Freundlich und familiär

Das Geschäft führen „Gründungsvater“ Hermann und Markus Seyock gemeinsam. Neben Kerstin Seyock leisten sieben weitere Mitarbeiter in dem heute noch familiär geführten Betrieb gerne Dienst am Kunden. Schul- und Jahrespraktikanten ergänzen regelmäßig das Team.
Klar, dass der Hund des Hauses, ein Labrador namens Rufus, auch eine verantwortungsvolle Aufgabe hat, wenn er gerade im Laden vorbeischaut: Er heißt mit seiner netten Art Besucher herzlich willkommen und leitet sie weiter an die Fachleute.

„Immer besser“: Mieles Philosophie gilt auch für Seyock

Seit 1995 ist Firma Seyock autorisierter Kundendienst-Partner. Wer Miele im Internet besucht, findet den Slogan „Immer besser“. Die Traditionsmarke Miele und Firma Seyock sind perfekte Partner in Sachen Service und Qualität. Hochwertige, langlebige und durchdachte Produkte – dafür steht Miele, und dafür stehen auch Kerstin und Markus gemeinsam mit Hermann Seyock, der auch heute noch zum Erfolg des Familienbetriebs beiträgt und niemals einen geringeren Anspruch hatte.

Freundlicher Service für fast alle Fabrikate …

Autorisiert ist Elektro Seyock neben Miele auch für Siemens, Bosch, Constructa, Liebherr und Neff. Wer Hilfe braucht und ein anderes Fabrikat zu Hause hat, muss auf den hervorragenden Seyock-Service nicht verzichten: Hier sind alle Geräte in guten Händen.
Miele ist allerdings ein besonders wichtiger Partner. Als 2009 das Ladenlokal renoviert und neu gestaltet wurde, hat ein Ladenbauteam des Herstellers mit dafür gesorgt, dass die Räume hell und übersichtlich wurden. Freundlich informiert hat man bei Seyock die Kunden schon immer – und das sieht man nun auf den ersten Blick.
Auf 100 Quadratmetern findet man, wie Kerstin Seyock sagt, „alles, was einen Stecker hat“ – ob es ums Waschen und Trocknen, Spülen, Kühlen und Gefrieren, Kochen mit Gas oder Strom, Staubsauger oder Kleingeräte geht. Und wem das noch nicht reicht, der findet im Miele-Beratungszentrum, mit dem die Firma Seyock seit Jahrzehnten eng zusammenarbeitet, in Bochum-Wattenscheid alle Geräte, die in Hattingen nicht dabei sind.

… und alles, was dazugehört: Dienst am Kunden aus einer Hand – vor Ort

Doch zum Einsatz kommen alle Geräte natürlich zu Hause beim Kunden. Und da werden sie auch projektiert. Ob Geräte auszutauschen sind oder eine Küche einzubauen oder zu modernisieren ist, das lässt sich vor Ort am besten besprechen. Es geht schließlich um mehr als „nur“ das Gerät: Arbeitsplatten, Einbauspülen, Schrank­umbauten – bei Seyock gibt es alles aus einer Hand. Gut für die Kunden, denn mit einem Ansprechpartner plant es sich besser. Für eine Geräteüberprüfung gibt es Festpreise, für Reparaturen verbindliche Kostenvoranschläge. Lieferung, Einbau, Anschluss und Entsorgung des Altgerätes sind hier selbstverständlich kostenlos.

Elektronik für die Diagnose

Damit auch weiterhin alles so gut klappt wie bisher, qualifizieren sich die Mitarbeiter durch regelmäßige Schulungen. Und bei der Fehlersuche und -diagnose ist längst ein Notebook dabei. Auch Traditionsunternehmen müssen schließlich zukunftsfähig sein.

Überzeugungstäter Seyock

Beratung, Service und faire Produkte – darauf kann man sich seit Firmengründung bei Seyock verlassen. Kerstin und Markus Seyock konzentrieren sich auf Hersteller und Geräte, von denen sie selbst absolut überzeugt sind. Staubsauger gibt es in ihrem Geschäft daher ausschließlich von Miele.
Und da gibt ihnen der fast fünfzigjährige Unternehmenserfolg Recht.

pgs

Kontakt

Hier ist der Dienst am Kunden zu Hause: Seyock Elektro und Haustechnik, Große Weilstraße 12, 45525 Hattingen, Telefon 02324/21387, Telefax 02324/23275. Öffnungszeiten: Montag bis Freitag von 9 bis 19 Uhr, Samstag von 9.30 bis 16 Uhr.
Miele-Beratungszentrum in Bochum-Wattenscheid, Burgstraße 15–19.
Für virtuelle Besuche: www.elektroseyock.de und
info@elektroseyock.de.