Oliver Kern, Geschäftsführer des VKJ (Verein für Kinder- und Jugendarbeit)
Eine Menge Vertrauen sprach aus den Worten, die Britta Altenkamp, 1. Vorsitzende des Vereins für Kinder- und Jugendarbeit in sozialen Brennpunkten, anlässlich der Eröffnung des neuen Kindergartens „Kleine Riesen“ nach aufwändigen Umbau- und Renovierungsarbeiten in Altendorf über ihren Geschäftsführer fand.
Die Entwicklung, die der Verein seit dem Dienstantritt von Oliver Kern nahm, spricht dann auch für sich. Aus einer kurz vor der Insolvenz stehenden Organisation wurde eine der wichtigsten und aus dem Leben der Stadt Essen nicht mehr wegzudenkende Einrichtung. Der bedingungslose Optimist handelt nach dem Motto: Es gibt kein „Aber“. Grundsätzlich geht erst einmal alles.
„Lieber ‚Doc‘“, wie ich in der Frühaufsteher-Redaktion seit Beginn meiner Tätigkeit bei der Zeitung genannt wurde, „schreibe doch für die letzte Ausgabe noch einen Artikel über eine wichtige Überruhrer Persönlichkeit.“ Spontan fiel mir mein Neffe und Patenkind Oliver ein. Doch, wie schreibt man über einen Menschen aus seiner unmittelbaren Verwandtschaft, zu dem man regelmäßig Kontakt hat und dessen Entwicklung man selbstverständlich mit einem gewissen Stolz verfolgt hat? Es ist eigentlich einfacher als gedacht, da es auch eine sehr große geistige Verwandtschaft gibt. So haben wir uns zusammengesetzt und locker über die Vergangenheit und Gegenwart geplaudert. Wenn es nicht am Mittag gewesen wäre, hätten wir das bestimmt bei unserem Lieblingsgetränk, einem leckeren Pilsken, getan. Aber Dienst ist Dienst …
Vom Tellerwäscher zum Millionär, diese amerikanische Karriere könnten man fast auf Oliver übertragen. Aber eben nur fast, denn erstens begann sein Berufsweg nicht in einer Küche, sondern als Mitglied einer Putzkolonne. Ergänzend dazu wurde am Wochenende gekellnert. Und zweitens sind die Millionen nicht seine eigenen, sondern der Umsatz, den der VKJ mittlerweile macht. Es sind über sieben. Zurück zu den Anfängen. 1982 suchte er sich eine eigene Wohnung und begann konsequent mit der Realisierung seines Wunsches, Erzieher zu werden. Die Fachschule für Ernährung und Hauswirtschaft, im Volksmund auch „Knödelgymnasium“ genannt, wurde locker absolviert, was das Fachliche anbetrifft. Von zu Hause war in Anbetracht von neun Geschwistern nichts zu erwarten und als Schülerbafög gab es lediglich 150 DM. Es war sein Sozialwissenschaftslehrer Willi Rixius, mit dem er heute noch freundschaftlich verbunden ist, der ihm zu einer einmaligen Zuwendung der „Mathias-Rust-Stiftung“ in Höhe von 1000 DM verhalf. Ansonsten hieß es: Schule, arbeiten, Schule, arbeiten …
Kräftig den Rücken gestärkt haben ihm in dieser Zeit seine ältere Schwester Ricarda und Schwager Uwe, die ihm über manchen Tiefpunkt, oft bis spät in die Nacht hinein, hinweggeholfen haben. Über mehrere Stationen landete der staatlich geprüfte Erzieher und Sexualpädagoge schließlich 1992 beim Verein für Kinder- und Jugendarbeit, wo der engagierte Gewerkschaftler und Sozialdemokrat neben seiner Tätigkeit als Leiter verschiedener Kinderhäuser bis 2006 Betriebsratsvorsitzender war. Nach reiflicher Überlegung und gutem Zureden seiner Ehefrau Andrea und vieler Kollegen bewarb sich der mittlerweile diplomierte Gesundheits- und Sozialökonom um den Posten des kurz vor der Insolvenz stehenden Vereines und wurde engagiert. Eine seiner ersten Handlungen war, ein Horrorszenario für jeden Gewerkschaftler, die Entlassung von 16 MitarbeiterInnen aus wirtschaftlichen Gründen. Aber Oli wäre nicht Oli, wenn er nicht auch Plan B in der Tasche gehabt hätte. So machte er seine Zusicherung bei den Entlassungsgesprächen wahr und stellte ein Jahr später 12 davon wieder ein. 157 nach den tariflich möglichen Höchstsätzen bezahlte und zufriedene Angestellte sind es heute. Und er kennt alle mit Namen. Er hält es für einen der größten politischen Fehler, den Sozialbereich nur noch unter betriebswirtschaftlichen Aspekten zu sehen. Reich geworden dabei seien nur die Unternehmensberater. Wer nur in Zahlen denke, der verliere den Respekt vor dem Leben. Der Mitarbeiter wie auch der betreute Mensch ist eben nicht nur eine betriebswirtschaftliche Größe. Bei all seinem Engagement kommen Familie und die Entspannung aber nicht zu kurz. Letzterem dient vor allen Dingen das wöchentliche Saunieren in der eigenen Sauna oder auch die gemeinschaftlichen Unternehmungen mit seiner fünfköpfigen „Herrenrunde“. In der vierköpfigen Familie dreht sich alles um Bouvier-Mischling Kira. Der gute Geist des Hauses aber ist Schwiegermutter Renate Terlonen, die dem voll berufstätigen Ehepaar Andrea und Oliver sowie den Kindern Pia und Lukas den Rücken frei hält. Seit 28 Jahren heißt der Urlaubsort Tetenbüll, ein kleines Dorf in der Nähe von St. Peter-Ording. Da steht dann unser Protagonist gerne alleine auf dem Deich und lässt sich kräftig durchpusten.
eak
Mithilfe
Wer Oli Kerns Arbeit unterstützen will, kann gerne auf das Konto des VKJ Nr. 245225 bei der Sparkasse Essen, BLZ 36050105 überweisen.
Ganz privat
Lieblingsmusik: REM, U2
Lieblingsfarbe: Blau
Lieblingsessen: Mettwurst in allen Variationen, z.B. Mettwurstkuchen
Hobbys: Politik, Sauna
schönster Urlaub: der erste gemeinsame Urlaub mit Ehefrau Andrea auf Kreta
beste Eigenschaften: Zielstrebigkeit, Gelassenheit
[ Portrait von Benjamin Struwe, Juniorchef von EDEKA in Kupferdreh. ]
Benjamin Struwe
Schon nach kurzer Zeit ist die „Frühaufsteherin“ versucht, Herrn Struwe mit Herrn Edeka anzusprechen, so sehr ist der Kupferdreher Lebensmittelkaufmann Benjamin Struwe, Jahrgang 1983, mit seiner Marke verbunden.
Die Werbespots rund um den Slogan „Wir lieben Lebensmittel“ kennen wir ja alle – wer in diesem Laden Kunde oder, wie ich heute, in redaktioneller Mission unterwegs ist, der merkt schnell, dass Benjamin Struwe und sein Team diese Worte täglich mit Leben füllen.
„Ich bin in die Edeka-Welt regelrecht hineingewachsen“, erzählt der Lebensmittel-Liebhaber. „Seit ich denken kann, arbeitet mein Vater für Edeka, zuerst als Bezirksleiter, dann hier vor Ort mit dem Geschäft.“ Den jungen Benjamin nahm er häufig mit zur Inventur oder zu etwas aufregenderen Einsätzen mit der Polizei bei nächtlichen Fehlalarmen. Der fand das alles spannend – ein idealer Einstieg. Ein anderer Berufsweg kam für Benjamin Struwe gar nicht erst in die Tüte.
In die Edeka-Welt hineingewachsen
„Schon während der Schulzeit habe ich hier ausgeholfen. Die Ausbildung absolvierte ich dann bei einem befreundeten Edekaner, der in Holsterhausen zwei Märkte betreibt.“ Der angehende Einzelhandelskaufmann lernte alles, was es zu seinem Lieblingsthema Lebensmittel zu lernen gab, und war schon in der Lehrzeit für die Fischtheke so gut wie alleine zuständig. Doch natürlich mussten sie den einsatzfreudigen jungen Mann wieder hergeben – Kupferdreh wartete schließlich auf ihn:
„Mein Vater hat den Standort als Bezirksleiter der Edeka 1984 gegründet und 1998 übernommen. Er hat ihn laufend modernisiert, damit er für die Kunden attraktiv bleibt. Im Juni haben wir umgebaut.“ Benjamin selbst übernahm nach und nach immer mehr Verantwortung. Was zeichnet den Kupferdreher Laden aus?
Ein starkes Team im Kundeneinsatz
„Wir setzen uns von unseren Mitbewerbern durch persönliche Beratung ab“, freut sich Benjamin Struwe. Das 27-köpfige Team versorgt die Kunden nicht nur mit frischen Lebensmitteln. „Viele sind froh, wenn sie mit uns sprechen können“, weiß Herr Struwe junior. Mit den Menschen umzugehen, für jeden das richtige Fingerspitzengefühl zu entwickeln ist das, was ihm an seinem Beruf besonders viel Spaß macht. „Dafür nehmen wir uns gerne Zeit“, betont er. Die meisten Kunden sind Stammkunden. „Und wer uns noch nicht kennt, den laden wir herzlich ein, sich mit uns auf die erlebnisreiche Welt der Lebensmittel einzulassen, die immer wieder neue Entwicklungen mit sich bringt. Dafür geben wir alles, Tag für Tag.“ An dieser Stelle ein dickes Dankeschön an alle Mitarbeiter!
Edeka ist ein Top-Partner
Wer für seine Kunden ein guter Partner ist, braucht selbst einen solchen an seiner Seite – ganz wichtig ist die Weiterbildung. Und dafür ist Edeka ideal: „Von der Warenkunde zu den einzelnen Gruppen wie Obst und Gemüse, Wein, Molkereiprodukte, Öle und Fette, an denen man schon in der Ausbildung teilnehmen kann, bis zu weiterführenden Marktmanagement-Qualifizierungs-Programmen in Sachen Teamentwicklung, BWL, Personalführung – Edeka liebt nicht nur Lebensmittel, sondern das gesamte Know-how, das damit verbunden ist.
„Bereits die Lehrzeit umfasst nicht nur das duale System aus Lehrbetrieb und Berufsschule. Bei Edeka kommt noch eine dritte Säule in Form von Workshops hinzu“, begeistert sich Benjamin Struwe für das System. „Ich habe davon sehr profitiert.“ Das gilt auch für Ihre Kunden, lieber Herr Struwe!
Ein Tag im Leben eines Edekaners
„Meiner beginnt zusammen mit dem Filialleiter beim Obst und Gemüse“, erfahre ich. Weiter geht es dann mit administrativen Dingen, beispielsweise Bestellungen, Preispflege und Rechnungskontrollen. Sein Vater verantwortet Weine und Spirituosen, er selbst die übrigen Getränke, leitet das Personal an, organisiert, was zu organisieren ist.
„Ich habe eigentlich zwei Stellen“, erklärt Benjamin Struwe. „Als Stellvertretender Marktleiter kümmere ich mich eher um das Tagesgeschäft. Geschäftsführer bin ich gemeinsam mit meinem Vater – da geht es ums Planen, Auswerten, die Sortimentspflege und viele weitere Managementaufgaben.“
Anfang des Jahres kommt ein weiterer Titel hinzu. Da wird Benjamin Struwe seine letzten Prüfungen zum Handelsfachwirt ablegen – wichtiges Rüstzeug, um einen Markt zu leiten und in betriebswirtschaftlicher Hinsicht gut aufgestellt zu sein.
Ausgesprochen vielseitig: Edeka als Ausbildungsbetrieb
Wer selbst gut ausgebildet wurde, will sein Wissen gerne weitergeben. Benjamin Struwe besitzt auch einen Ausbilderschein und hat einen Fragenkatalog entwickelt, den er mit seinen Auszubildenden gemeinsam bespricht. „Übrigens ist der Einzelhandel der größte Arbeitgeber“, klärt mich der Lebensmittelfreund auf. „Junge Leute auszubilden wird auch für uns immer wesentlicher. Ich engagiere mich dafür, dass jeder Interessierte eine fundierte Ausbildung erhält.“ Edeka kann er nur empfehlen: vom Einzelhandelskaufmann bis zum Großhandelskaufmann, von den Fachverkäufern bis zum Kfz-Mechatroniker – die Möglichkeiten sind vielseitiger, als man ahnt. Wer eine Führungsposition anstrebt: „Nach dem Abitur kann man schnell aufsteigen, wenn man die Ausbildung mit dem Studium zum Handelsfachwirt kombiniert.“
Heimatverbunden und verantwortungsbewusst
Benjamin Struwe liebt nicht nur Lebensmittel, er lebt sie sozusagen – auch am Wochenende. „Feierabend ist eigentlich nie. Ich nehme vieles mit nach Hause oder bespreche mich mit meinem Vater.“ Und aus dem Kopf verschwindet Edeka sowieso nicht.
Die verantwortungsvolle Arbeit ist genau das Richtige für den überzeugten Edekaner. Sein Führungsstil ist demokratisch, findet Benjamin Struwe, der lieber motiviert als anordnet: „Das Ziel zählt.“
Apropos Ziel – sein nächstes Ziel ist es, in einem anderen Edeka-Markt als Trainee seinen Horizont zu erweitern, neue Strukturen kennen zu lernen, denn „die Theorie ist abgedeckt“, erläutert Benjamin Struwe seine Pläne. „Ich tausche mich auch mit anderen Jungkaufleuten aus.“ Den selbstständigen Einzelhandel zu fördern, regionale Stärken auszuspielen liegt dem heimatverbundenen Kaufmann ebenfalls sehr am Herzen.
Auch die Zukunft heißt Edeka. Und natürlich Ina!
„Ich möchte mich gerne vergrößern“, blickt Benjamin Struwe in die Zukunft, der auch in einen privaten Standort investiert hat. Keine Angst, liebe Kupferdreher, er wird Ihnen erhalten bleiben, denn er liebt nicht nur Lebensmittel, sondern auch die Region und vor allem seine Verlobte, Ina Luczka, die als Bankkauffrau Kredite für mittelständische Unternehmen bearbeitet. Im Mai wollen die beiden heiraten und hochzeitsreisen: „Ziele sind San Francisco und der Grand Canyon.“
Zum Schluss kommen wir aber – wie könnte es anders sein! – noch einmal auf Edeka zurück: „Edeka ist kein Franchise-Unternehmen, wie viele denken. Die Zentrale unterstützt uns mit der EDV, bündelt den Einkauf, gestaltet und verwaltet die Wochenwerbung und beliefert uns zum Teil mehrmals täglich mit Ware. Doch die Kaufleute sind zu 100 % selbstständig.
Und Sie, lieber Herr Struwe und Team, sind zu mindestens 150 % engagiert! Der Frühaufsteher wünscht weiterhin eine gelungene Lebensmittel-Liebesgeschichte.
pgs
Ganz privat
Lieblingsmusik: Bob Dylan
Lieblingsfarbe: Blau
Lieblingsessen: Gegrilltes
Hobbys: Reisen, Sport
schönster Urlaub: Sylt, Spanien
beste Eigenschaften: teamfähig und flexibel
„Abstiegsszenario“
Kerl inne Kiste, neun Spiele ohne Sieg sind kein Pappenstiel. Wennse als Fan neun Spiele in Folge nich feiern kanns sind dat ganz schön harte Wochen, dat kannse mir glauben.
Da fährse quer durche Republik, nach Trier, Mönchengladbach, Wuppertal, Idar-Oberstein und zur Not auch bis nach Pusemuckel, wo die Hunde mit die Schwänze bellen, und jedesmal kommse mit leere Hände zurück inne Heimat. Nach der letzten Hammer-Saison ham wa doch alle durche rot-weisse Brille geglubscht und gedacht, dat Leben wär nen Ponyhof. Aber dat et dat nich is, hat uns die Negativserie zuletzt unmissverständlich klar gemacht.
Waldis wilde Fußballkerle haben dabei in den letzten drei Monaten nichmal schlecht gespielt, also meistens zumindest. Trotzdem gab et nur zwei magere Pünktchen in den besagten neun Spielen. Und genauso wie wir Fans, hatte auch die Truppe um Capitano Timo Brauer an der Serie zu kabbern. „Hasse Scheiße am Fuß, hasse Scheiße am Fuß!“ hat der Andy Breme ma gesacht, als et sportlich nich lief. Dem gibbet glaub ich nix hinzuzufügen.
Aber wer den Schaden hat, muss sich um den Spott bekanntlich nich kümmern – der kommt von alleine. So ging et auch mir:
Neulich war ich nache Maloche noch schnell beim Willi anne Bude und hab mir mein Feierabendpilsken gegönnt. Son kühles Blondes is doch nach nem langen Tach imma noch wat ganz besonders. Ganz besonders unschön is, wenne beim Genuss deines Bierchens noch vonne Seite blöd angesabbelt wirs. Übeltäter war Hansi. Hansi (seines Zeichens Anhänger der Blauen aus der Stadt, deren Namen nicht genannt wird) is Mitte fuffzich. Hansi is eigentlich imma grade bei Willi, wenn ich da vorbeikomme und Hansi quatscht viel, wenn der Tach lang is.
Getz fing der Torfkopp aber mit Piesacken an, und dat geht ma gar nich! „RWE? Ihr könnt doch gar nix! Getz seita wieder da, wo ihr hingehört! Unten in Liga 4. Und wenn Oberhausen ausse dritte Liga absteicht und ihr dann Letzter seid, geht wieder dat Licht aus“, sacht Hansi und grinst wie nen Honichkuchenpferd, als wolle er mir sein neuet Gebiss zeigen.
Ich hab ersma nen tiefen Schluck Zaubertrank aus meine gekühlte Flasche genommen und dann in aller Seelenruhe die 240-Mio-Schulden-Keule ausgepackt. Anschließend habe ich dann dem Hansi extra langsam ma erklärt, wie dat einzichste Szenario aussieht, in dem RWE diese Saison absteigen kann.
Et is nämlich so: Nur in dem Fall, dat ein Nicht-Westverein (z.B. Eintracht Trier) sich den einzigen Aufstiegsplatz krallt und in Liga 3 aufsteigt und gleichzeitig alle drei Westclubs (Oberhausen, Münster und Bielefeld) aus der dritten Liga absteigen, hätte die Regionalliga inne nächsten Saison 23 Mannschaften. Dat is aber laut DFB-Statuten nich drin. Daher würde dann (und nur in diesem Fall) der Tabellenletzte von diese Saison absteigen. Klingt kompliziert, isset aber eigentlich nich. Außerdem isset so wahrscheinlich, wie nen Schneesturm in Rio.
Dat hat dann auch der Hansi eingesehen.
Aber mein Opa hat imma behauptet, dat er auch schomma nen Pferd in Borbeck vorde Apotheke kotzen sehn hat. Watta damit gemeint hat is klar, und deswegen is auch klar, dat die Roten nur nich die rote Laterne „erobern“ sollten – auch wenn die Farbe schön ist. Den ersten Schritt wech vom Tabellenende haben die Jungens jetzt auch schon gemacht. Nach – wie bereits erwähnt – zuletzt neun sieglosen Spielen, gab et endlich wieder wat zu feiern. Im „kleinen Revierderby“ zwischen RWE und der zwoten Mannschft von Hansis Lieblingsclub gab et am Samstag einen schmutzigen 1:0 Sieg und die vielen treuen Fans haben jede davon Sekunde ausgekostet. Gegen die Blauen zu gewinnen, is halt immer wat Feines. Derbysiege schmecken besonders gut. Das Glück war komplett, nachdem auch der deutsche Meister aus Dortmund das große Derby für sich entschieden hatte und die Blauen an diesem Wochenende ganz ohne Punkte in die Verbotene Stadt zurückkehren mussten. Wenigstens war die Heimfahrt nich so lang …
Den Hansi hab ich übrigens seitdem noch nich wieder gesehn. Aber Unkraut vergeht nich, und wenn ich ihn dann wiedersehe, bin ich anne Reihe mit Piesacken! Et bleibt also spannend, sowohl aufm Rasen anne Hafenstraße als auch bei Willi anne Bude. Ich halt Euch aufm Laufenden.
Nur der RWE
Christian Ruthenbeck
Übrigens getz auch im Fratzenbuch!
http://www.facebook.com/pages/Opa-Luscheskowski-sein-Enkel-der-RWExperte/207353302618340?ref=ts
Sylvia Stilleke bereitet armen Kindern zu Weihnachten eine Freude
Als Kind spielte sie am liebsten mit dem Kaufladen. Wie im Märchen wurde dieser Wunsch Jahre später wahr. Aber statt auf Wunder zu hoffen oder Frösche zu küssen, krempelte Sylvia Stilleke beide Ärmel hoch. Von der REWE-Verkäuferin schaffte sie es bis nach ganz oben. An der Burgruine betreibt die 40-Jährige seit Mai 2006 an der Dumberger Straße einen florierenden Supermarkt.
Wir treffen „Frau REWE-Burgaltendorf“ ganz privat. In ihrem Supermarkt im Schatten der Burg. Die Audienz verläuft erstaunlich unkompliziert. Am Herzen liegt ihr die Aktion „Sterntaler – Kleine Gesten können Großes bewirken“. Wir erleben eine zielstrebige Chefin, die ihre Wurzeln nicht verleugnet. Zu Recht ist sie stolz auf das, was sie erreicht hat: Vom Kaufladen hat sie sich mit Fleiß, Ausdauer und Spaß zum eigenen Supermarkt hochgearbeitet. Der Burgruine zuliebe gab es beim Bau einige Auflagen der Stadt. Die „Halbmasten“ an der Einfahrt sind eine davon.
Dem Geschäft hat es nicht geschadet. 11.000 Kunden kaufen pro Woche bei ihr ein. Für 17,50 EUR im Durchschnitt, hat eine Statistik ergeben. Vor Weihnachten ist es hektischer. Die tatkräftige Kauffrau rät zur Geduld, auch wenn es auf dem Parkplatz wieder voll wird. Sylvia Stilleke mischt sich gern unter den Trubel und lebt dabei auf. Zwei „Powertage“ hat sie in der Woche: dienstags und donnerstags. Dann räumt sie mit ihrem Team palettenweise neue Ware sowie die Angebote der kommenden Woche ein. Möglichst flott muss das gehen, damit die Kunden beim Einkauf nicht gestört werden.
Als kleines Mädchen lernte Sylvia die Einzelhandelskette kennen, unter deren Flagge ihr Geschäft steht. Das wohl im Marken-Verbund einzige mit gekürzten Masten. „Meine Mutter war Verkäuferin“, erzählt sie und erinnert sich an Kindertage in Essen-Steele und Freisenbruch. Rot-Weiß wurden ihre Lieblingsfarben. Über 90 Mitarbeiter inklusive Aushilfen und allein sechs Auszubildende arbeiten 2011 in ihrem großen Kaufladen. „Am liebsten hat früher mein Vater bei mir eingekauft.“ Bei REWE in Katernberg absolvierte sie ihre Ausbildung und wechselte 1991 nach Steele. Dort stieg sie nach der Qualifikation für Führungskräfte 1992 zur Substitutin auf und wurde 1999 Marktleiterin am Grendplatz. Dann winkte der eigene Laden. Die „Kauffrau durch und durch“ griff beherzt zu. „Mein Mann ist mir bei allem eine gute Stütze“, sagt sie. Jörg Brock (47) ist branchenfremd. „Er sieht vieles aus der Sicht der Kunden und macht mich auf Fehler aufmerksam, zum Beispiel, wenn im Laden etwas im Weg steht“, weiß Sylvia zu schätzen.
Zu Weihnachten will sie bedürftigen Kindern aus Essen eine Freude bereiten. „Auch REWE Motyl aus Kupferdreh und der Supermarkt von Thorsten Grob am Isinger Tor machen bei der Aktion Sterntaler mit.“ 350 Wunschzettel wurden in den drei Geschäften ausgehängt. Geschrieben von Jungen und Mädchen aus sozial schwachen Familie in Vogelheim, Stadtmitte oder Altendorf. „Die Wünsche sind eher bescheiden“. Eine Puppe, eine Stofftier, ein Apfel, Süßigkeiten oder auch nur „mehr Liebe“ ist auf den Kärtchen am Geschenke-Käfig im Eingangsbereich zu lesen. Etwa 300 Einzelhändler der Dortmunder Genossenschaft sorgen mit Hilfsorganisationen und dem gemeinnützigen Verband der Tafel e.V. dafür, dass die Wünsche wahr werden. Kleine Gesten zählen: Der Wert der Geschenke beträgt maximal 25 EUR.
„Wer teilnehmen möchte, sucht sich einen Wunschzettel aus und wendet sich an einen Mitarbeiter. In einer Liste werden der Name des Schenkenden sowie des Kindes notiert. Der Kunde besorgt das Präsent, packt es ein und bringt es bis zum 17. Dezember zu uns zurück“, erklärt Stilleke. Die Gaben werden bis zur Bescherung aufbewahrt. Die Übergabe findet unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt, damit niemand in Verlegenheit gerät. Darüber hinaus fließen zehn Prozent des Erlöses spezieller Sterntaler-Produkte in die Aktion. Kunden können auch direkt Münzgeld in eine Sammelbox im Kassenbereich werfen.
Ausgleich zur Arbeit findet die Essenerin im Garten. Mit Jörg Brock und seiner Tochter lebt sie in Steele-Horst. Janine (23) tritt in die Fußstapfen von Sylvia. „Sie hat bei uns gelernt und absolviert jetzt in Dortmund das Führungskräfte-Entwicklungsprogramm.“ Nicht nur das haben die beiden gemeinsam.
addi
Ganz privat
Lieblingsmusik: von Rock bis Pop
Lieblingsfarbe: Grün
Lieblingsessen: selbst gemachte Reibekuchen von Mutti
Hobbys: Gartenarbeit
schönster Urlaub: Türkei
beste Eigenschaften: Zielstrebigkeit
Frauke Westerkamp setzt sich für katholische Frauen ein
Für die katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) mimt Frauke Westerkamp (53) zu Karneval die Kirchenmaus. Auch sonst legt sich die Vollzeit-Rechtspflegerin gern für den größten Frauenverband der Bundesrepublik ins Zeug. Wo die Eltern früher eine Segelschule führten, lebt sie mit Ehemann Uwe. Ihre Schwester Antje mit Familie wohnt nebenan.
Vorab: Es war ein heißer Tipp. „Sie sollten unbedingt mal die Frau Westerkamp vorstellen!“, schlug eine aufmerksame Leserin dem Frühaufsteher vor. Beharrlich wiederholte sie die Bitte und stellte auch den Kontakt her. Schnell stellten wir fest: Frauke Westerkamp ist viel beschäftigt. Arbeitet sie nicht gerade in Vollzeit als Rechtspflegerin für die Essener Staatsanwaltschaft, engagiert sich die 53-Jährige für katholische Frauen in der kfd. Die Zeit fürs Portrait nahm sich die leidenschaftliche Hobby-Fotografin von der Lanfermannfähre dennoch gern.
„In die Kirchenarbeit bin ich über den Kindergarten reingerutscht“, erzählt die gebürtige Essenerin in ihrem „Haus am See“. Keine 20, wie im gleichnamigen Ohrwurm, aber immerhin zwei Kinder hat sie. Aus dem Krabbelalter sind Henning und Erik mit 24 und 21 Jahren längst heraus. Frauke aber blieb der Gemeinde St. Georg treu. Seit 1999 führt die Beamtin des gehobenen Justizdienstes Protokoll im Gemeinderat. Zum Frauenverband kfd kam sie zunächst, um zu Karneval die Kinder ihrer Freundinnen zu hüten. Wäre es dabei geblieben, hätten die Heisinger auf die spritzigen Büttenreden der „Kirchenmaus“ verzichten müssen. „Ich begrüße die Närrinnen in Reimform. Das ist schon Tradition.“
Bis in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts reichen die Anfänge der heutigen kfd zurück. In Frankreich entstanden damals erste Gebetsgemeinschaften christlicher Mütter. Stolz auf ihre lange Geschichte ist die kfd-Heisingen. „2011 haben wir in St. Georg 100-jähriges Bestehen gefeiert“, berichtet Westerkamp. Der christliche Frauen- und Mütterverein wurde im November 1911 unter Pfarrer Josef Fell gegründet. Mehr als 300 Frauen der 4000-Seelen-Gemeinde schlossen sich an. Gut 100 Mitglieder sind seitdem hinzugekommen.
Auch wenn die Aussicht auf den Baldeneysee noch so schön ist, zieht es die Westerkamps ab und an in die Ferne. Von der Norwegen-Kreuzfahrt zur Silberhochzeit im Mai 2010 schwärmt das Ehepaar noch heute. Ein selbst gestaltetes Fotobuch erinnert an die Traumreise mit dem Postschiff. Mit ihrer Schwester unternimmt Frauke einmal im Jahr eine Busreise. In Cornwall folgten die beiden in diesem Jahr den Spuren von Rosamunde Pilcher. In der Heimat der britischen Schriftstellerin schauten sie sich auch die Drehorte der romantischen Verfilmungen an. Natürlich hat Frauke alles mit der Kamera festgehalten.
Neben dem Fotografieren widmet sich die engagierte Katholikin dem Schreiben. Regelmäßig verfasst sie Berichte für den Pfarrbrief, den sie darüber hinaus selbst austrägt. Am PC im Wohnzimmer zeigt sie uns die Festschrift zum kfd-Jubiläum. „Das Layout und die Gestaltung hat mein Sohn Henning gemacht“, verrät sie uns. Ein Klacks für den angehenden Mediengestalter. Ehe wir es vergessen: Für die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) kümmert sich Frauke ehrenamtlich um die Materialbeschaffung für Wasserrettung und Schwimmbäder. Dieses Hobby teilt sie mit Ehemann Uwe, der mit anderen DLRG-Helfern in Kupferdreh die Erwachsenen im Schwimmen trainiert.
addi
Ganz privat
Lieblingsmusik: Musicals von Cats bis Rebecca
Lieblingsfarbe: blau
Lieblingsessen: alles was süß ist – von Kaiserschmarrn bis Schokopudding
Hobbys: Fotografieren, Schreiben, die kfd
schönster Urlaub: Hurtigruten-Reise Bergen-Kirkenes-Bergen
beste Eigenschaften: Offenheit, Lebensfreude, Neugier
kfd
Die katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) ist mit 650.000 Mitgliedern der größte Frauenverband der Bundesrepublik. Im Diözesanverband Essen sind circa 44.000 Frauen in 220 kfd-Gemeinschaften zusammen geschlossen. Die Ruhrhalbinsel zählt rund 1.300 Mitglieder in 7 kfd-Gruppen. Willkommen sind Frauen jeden Alters. Jeden zweiten und dritten Dienstag im Monat treffen sich die Heisinger kfd-Frauen um 19.30 Uhr im Gemeindesaal. Kontakt: Frauke Westerkamp, Telefon: 465797, westerkamp@cneweb.de
Sensation vertagt
Kerl inne Kiste, ich sach Euch, sonne lange Durststrecke ham wa schon lange nich mehr gehabt. Seit dem fünften Spieltach wartet RWE auf einen Dreier und dat schlimmste daran is, dat man Waldi seine wilden Fußballkerle nichma Vorwürfe machen kann. Die Reihe der Verletzten is lang wie der Bart von mein Opa – Gott hab ihn selich.
Aber weder er noch der Boss werden sich grade im Grabe umdrehen. Denn eines kann man den Jungens um Capitan Timo Brauer nicht absprechen: Die Einstellung! Nachdem die ganze Innenverteidigung im Lazarett liecht, musste jeder quasi ma ran. Mittlerweile hat sich Thommy Denker scheinbar fest gespielt. Der Lümmel hat zuletzt eine ordentliche Leistung gezeicht. Selbst am vorletzten Mittwoch.
Zu Gast in unsrer altehrwürdigen Ruine war die alte Dame aus der Hauptstadt. DFB-Pokal, zweite Runde. Und nach dem 1. FC Union wollte RWE allet geben, um den zwoten Berliner Club in Folge aus dem Wettbewerb zu kegeln.
15.000 Zuschauer, ausverkaufte Hütte und Pokal unter Flutlicht anne Hafenstraße – Fußballherz, wat willse mehr? Natürlich is Hertha BSC keine Laufkundschaft, sondern immerhin als Aufsteiger inne 1. Bundesliga aktiv. Die Schangsen standen also von Anfang an nich so gut für unsere Truppe. Aber dat mit dem Pokal und seine eigenen Gesetze kennta ja alle selber. Also wurde kräftich von der nächsten Pokalsensation geträumt. Mein Opa hat früher schon imma gesacht: „So lange da noch 11 Rote auf dem Grünen stehen, is nix verloren!“
Lange sah et auch so aus, als wenn dat nen längerer Pokalabend würde. Aber ab der 65 Minute lief dat Spiel so, wie man et – realistisch betrachtet – erwarten konnte und die alte Dame gewann mit 3:0. Sicherlich wär da wat mehr drin gewesen, denn wat der Bundesligist an dem Abend in Essen „gezaubert“ hatte, war eher Toni Maronis wandernder Flohzirkus als ne ausgereifte Copperfield-Nummer …
Aber so is dat halt. Mal verliert man und mal gewinnen die Anderen.
Am darauf folgenden Samstach hiess der Gegner Eintracht Trier. Die Trierer waren zuvor ebenfalls von nem Erstligisten aus dem Pokal geschossen worden. Und sportlich fair gab et entsprechend ein 0:0 im Moselstadion. Wenn man die Ansprüche beider Clubs in dieser Saison betrachtet, darf man klar sagen, dat dat „Gewinn“ in „Punktgewinn“ die übergeordnete Rolle für die Roten spielt.
Auf Dauer lassen sich aber Unentschieden nich als Siege feiern. Um die Fans bei Laune zu halten, müsste aber auch endlich mal wieder ein Dreier her. Ich bin mir sicher, dat dat bald auch wieder klappt. Denn schließlich hat der Trainer et immer geschafft, elf Rote auf dat Grüne zu stellen – und da is ja bekanntlich dann immer wat drin für uns.
Nur der RWE
Christian Ruthenbeck
Bernd Schneidereit ist Gastwirt in der 4. Generation
Es war noch zu Kaisers Zeiten, als Richard Kahle, der Urgroßvater mütterlicherseits, 1910 den Gasthof zum Mainzerhof in der thüringischen Landeshauptstadt Erfurt übernahm.
Unter seiner Leitung sollte sich der zu einer der beliebtesten Gastwirtschaften entwickeln. Der Betrieb blieb bis zur Wende 1969 in Familienhand. Bernd Schneidereit erblickte 1953 in der Domstadt das Licht der Welt. Bereits 1956 verließen seine Eltern die DDR, kamen zuerst bei einem Onkel in Burgaltendorf unter, um sich dann 1959 endgültig in Überruhr nieder zu lassen. Das Gastronomenblut machte sich schon recht früh bei Bernd bemerkbar, denn bereits in frühester Jugend begann er zu kochen. Schokoladenpudding war eine seiner ersten Kreationen. Noch heute zählen süße Sachen zu seinen Lieblingsspeisen. Als es galt, sich für eine Lehrstelle zu entscheiden, standen zwei Angebote zur Auswahl, Automechaniker oder Koch. Es wurde, na klar, die Lehre in einem der bekanntesten Essener Restaurants, dem „Stauder Zentral“, angetreten. Wie unser Protagonist zu berichten weiß, herrschte dort in der Küche noch Zucht und Ordnung. Tanzte jemand aus der Reihe, gab es vom Chefkoch auch schon mal etwas hinter die Löffel. Nähere Auskünfte zu seinen eigenen Erfahrungen, beantwortete Bernd mit einem verschmitzten Lächeln. Nach Bundeswehr und dem Sammeln weiterer beruflicher Erfahrungen entschloss er sich 25-jährig zur Selbstständigkeit. 1978 übernahm er die Gaststätte im Bürgertreff Überruhr, die er bis 1995 betrieb. Legendär sind seine Bacchusbeerdigungen, die das Ausmaß einer Promi-Beisetzung hatten. Ein über 100 Meter langer Zug bewegte sich am Karnevalsdienstag durch Überruhr und legte den Verkehr lahm. Bis heute spielt Karneval eine große Rolle in seinem Berufsleben, denn der Festausschuss Kupferdreher Karneval und fast alle seine Mitgliedsgesellschaften veranstalten ihre Sitzungen im angrenzenden großen Saal. Nach einem Jahr Auszeit ging es zwar klein aber fein in der Gaststätte Trebing an der Überruhrstraße, die er in „C‘est la vie“ umtaufte, weiter. Aber, wie das Leben eben so spielt, zur Jahrtausendwende war er wieder der Herr im Bürgertreff. Nachdem drei seiner Nachfolger nicht in der Lage waren, den Betrieb wirtschaftlich zu führen, schloss die Stadt Essen mit ihm erneut einen Pachtvertrag. Der Arbeitstag eines Gastronomen ist hart und lang und verlangt viel Einsatz. Da müsste es doch normal sein, dass Bernd Schneidereit nach getaner Arbeit die Füße hochlegt und relaxt oder neudeutsch „chillt“. Weit gefehlt, er läuft Marathon. Sportlich war er schon immer. Von frühester Jugend an Torwart, natürlich bei Teutonia Überruhr, brachte er es sogar bis zu Einsätzen in der Landesliga. Aber Beruf und Fußball ließen sich auf Dauer nicht miteinander vereinbaren. Da bot sich das Laufen an. Seine Marathonbestzeit von knapp über vier Stunden, erzielt im Oktober am Baldeneysee, kann sich sehen lassen. So weit scheint ja alles in Ordnung sein. Wenn, ja wenn da nicht die Stadtverwaltung Essen mit ihrer Absicht wäre, den Mietvertrag für die an die Gaststätte anschließenden Säle zu kündigen, was seine wirtschaftliche Existenz massiv gefährden würde. Und nicht nur er, sondern viele Vereine und Verbände auf der Ruhrhalbinsel würden in die Röhre schauen. Zusammen mit der Überruhrer Bürgerschaft kämpft er deshalb um den Erhalt der Bürgerbegegnungsstätte. Die Vorzeichen sind positiv, denn die Mandatsträger aller in der Bezirksvertretung und dem Rat vertretenen Parteien haben sich einstimmig für den Fortbestand ausgesprochen.
eak
Ganz privat
Lieblingsmusik: Oldies, Rock und Pop
Lieblingsfarbe: Blau
Lieblingsessen: Filet Stroganoff
Hobbys: Sport, Motorradfahren
schönster Urlaub: mit der Familie in die Türkei
Tambour-Corps Grün-Weiß läutet den Kupferdreher Karneval ein
Wenn Erzschelm Hoppeditz erwacht, ist Nicole Marker in Hochstimmung. Seit über 30 Jahren gehört sie dem Tambour-Corps Grün-Weiß Essen-Kupferdreh an. Mit Querflöte und Lyra bereichert die zweifache Mutter den traditionellen Spielmannszug musikalisch. Zudem ist sie die 1. Schriftführerin eines fröhlichen Vereins, der nicht nur Karneval aktiv ist.
Zu Hoppeditz’ Erwachen gibt das 1952 gegründete Corps unter Leitung von Hans-Günter Schlitt heute um 11.11. Uhr im Franz-Hennes-Heim einen Vorgeschmack auf die Session unter dem Motto „Wir tanken Spaß und geben Gas“. Für waschechte Karnevalisten hat der Countdown längst begonnen. Bis zum 140. Rosenmontagszug am 20. Februar 2012 um 16.11 Uhr müssen sie sich nur noch gute 100 Tage gedulden. Das fällt Nicole und den anderen knapp 20 aktiven Grün-Weißen nicht schwer. „Wir proben einmal pro Woche 90 Minuten und haben demnächst wieder ein paar Auftritte“, erzählt die 41-Jährige. So marschiert der Zug zu St. Martin in Heisingen und spielt für den Kindergarten St. Josef in Kupferdreh. Beides hat Tradition und bereitet Klein und Groß viel Freude.
Familiär geht es bei den Spielmannsleuten zu. Seit 1979 gehört Nicole Marker dazu – musikalisch, aber auch seit 23 Jahren als Vorstandsmitglied. Die „Märsche im Blut“ hat ebenso die jüngere Schwester, Alexandra Groos (Querflöte). Keinen Taktstock, wie Vater Hans-Günter Schlitt, aber den Stift schwang Mutter Birgit Schlitt über 20 Jahre als 1. Schriftführerin der Truppe. Einzig Nicoles Ehemann Michael (43) engagiert sich nicht im Verein. „Das hat auch ein Gutes! Er betreut unsere Töchter, wenn ich mit dem Corps unterwegs bin“, sagt Nicole beim Frühaufsteher-Besuch.
Aufgewachsen in Kupferdreh, zog es die Teilzeit-Mediengestalterin 2006 ins benachbarte Burgaltendorf. Hier wohnen die Markers zentral an der Alten Hauptstraße und genießen den Blick über die Felder bis nach Hattingen. Nicole schwärmt vor allem vom Winter, wenn der Schnee die Landschaft verzaubert. Nun möchten wir die Lyra sehen: Nicole präsentiert sie uns auf dem Balkon. Es ist das Corps-Instrument, geschmückt mit künstlichen Rossschweifen in den Vereinsfarben. In seinen Umrissen ähnelt das metallene Glockenspiel einer Leier oder einer griechischen Lyra. Doch anstelle senkrechter Saiten besitzt es 25 waagerechte Klangplatten, die mit einem Hartgummi-Schlägel angeschlagen werden. Wer beim Rosenmontagszug einmal neben einer Lyra gestanden hat, weiß, wie laut sie klingt. Da erwacht nicht nur Erzschelm Hoppeditz. Helau! Wir denken an Kamelle, Konfetti und Kostüme.
Nicole lief schon bei etlichen Rosenmontagszügen mit. Dennoch freut sie sich jedes Jahr darauf, „obwohl es doch eigentlich immer das Gleiche ist“. Nur Petrus sorgt für Überraschungen. Wetterfest müssen die Musiker jedenfalls sein. Mal verkleidet, mal in Uniform bildet das Tambour-Corps Grün-Weiß mit dem Reiterverein Zieten stets die Kupferdreher Zugspitze. Auch auf dem Langenberger Kinderkarneval, der am Rosenmontag um 11.11 Uhr startet, marschiert der Verein ganz vorn. Nur so schaffen es die Mitglieder im Stechschritt von Velbert rechtzeitig zurück zu den Narren der Ruhrhalbinsel. Gefragt ist das Corps auch auf Schützenfesten: von Bergeborbeck über Schönebeck bis Unterfrintrop. Ab und an zieht es die Truppe in die Ferne, etwa nach Wuppertal-Dönberg oder gar nach Bayern. „Seit 1988 besteht eine gute Freundschaft zur Stadtkapelle Sonthofen im Allgäu. Gegenseitige Besuche gehören dazu“, so Nicole.
Musikalisch sind die Marker-Töchter Julia (9) und Katharina (5) auf jeden Fall. „Meine Große spielt sehr gut Klavier.“ Ob die Jüngste in die Fußstapfen der Mutter tritt, bleibt abzuwarten. „Querflöte ist ein tolles Einsteiger-Instrument!“, weiß Nicole. Kinder, die es ausprobieren wollen, sind eingeladen. Neben Talent soll auch die Freude an der Musik nicht zu kurz kommen. Bei allem Spaß an ihrem Hobby bedauert Marker eines. „Dass es dem Corps so schwer gemacht wird, Tradition und Brauchtum zu pflegen. Abgesehen von Problemen, Nachwuchs für unsere Musik zu begeistern, stehen uns in Kupferdreh leider keine geeigneten Räume für die Probe zur Verfügung“, erklärt sie. Vielleicht findet sich auf diesem Weg eine Lösung. Wir drücken die Daumen!
addi
Kontakt
Tambour-Corps Grün-Weiß Essen-Kupferdreh
1. Vorsitzender: Hans-Günter Schlitt
Kupferdreher Straße 75 · 45257 Essen
Telefon: 0201/484206
Ganz privat
Lieblingsmusik: Querbeet
Lieblingsfarbe: Lila
Lieblingsessen: Gulasch mit Nudeln
Hobbys: Spielmannszug, lesen
schönster Urlaub: Edinburgh, Schottland (2010)
beste Eigenschaften: Ehrlich, zuverlässig, humorvoll
Unter dem Motto „Wir möchten Sie verwöhnen“ laden Kupferdreher Geschäftsleute ihre Kunden zur 2. Kulinarischen Weihnachtsreise durch Kupferdreh ein.
Am 1. Advent werden die Besucher mit weihnachtlichen, kulinarischen Köstlichkeiten verwöhnt. „Wir möchten uns mit dieser Aktion bei unseren Kunden bedanken“, so Mitinitiator Martin Köster.
„Kupferdreh ist ein Stadtteil, in dem es noch sehr viele inhabergeführte Geschäfte gibt und das spürt man bei Beratung und Service.“
Während der kulinarischen Weihnachtsreise erleben Sie in jedem teilnehmenden Geschäft die Kaufleute einmal ganz anders. So können Sie zum Beispiel bei „ITR Reisen“ bei einer Tasse „Elefantenkaffee“ weihnachtlichen Zinnschmuck selber gießen. Bei „KÖSTER DER AUGENOPTIKER“ gibt es leckere Crêpes und auch die Möglichkeit, eine limitierte Auflage von 24 Flaschen Wein zu kaufen, deren Erlös zugunsten der Aktion Lichtblicke gespendet wird. Beim „Juwelier HÜBERS“ wird deftiger Grünkohl serviert, um nur einige Beispiele zu nennen.
Den Wegweiser zur kulinarischen Weihnachtsreise bekommen Sie in allen teilnehmenden Geschäften. (Sie können aber auch einen Blick auf den unteren Teil dieser Seite werfen.)
„Im adventlichen Ambiente leuchten für Sie Kerzen und Laternen vor den Geschäften. Kupferdreh freut sich auf Sie“, fasst Martin Köster einladend zusammen.
Außerdem wartet ein Gewinnspiel auf die Gäste. Der erste Preis ist ein Wochenende für zwei Personen zum Christkindlmarkt nach Nürnberg. (Dort soll es ja auch das eine oder andere schmackhafte Angebot geben.)
Cornelia Grunwald ist Heilpraktikerin und Kosmetikerin in Personalunion
Das Sprichwort vom gesunden Geist in einem gesunden Körper kann man für Cornelia Grunwald etwas abwandeln: In einem gepflegten, entspannten Körper fühlt sich auch die Gesundheit wohl.
Wie ist die gelernte Medizinisch-Technische Assistentin auf diese spezielle Kombination gekommen? „Ich arbeite sehr gerne mit und für Menschen“, erklärt Cornelia Grunwald. „In den ersten Jahren sah das Berufsbild der MTA dies auch noch vor, wurde dann aber zunehmend automatisiert.“ Dieser Arbeitsablauf erfüllte sie auf die Dauer nicht, ihr fehlten die Menschen. „Ich habe schon immer sehr gerne Massagen gemacht“, erklärt sie den Beginn ihres weiteren Berufsweges – sie ließ sich in Akupunktmassage ausbilden, eine asiatische Massageart, die den Energiekreislauf zum Fließen bringt. „Auch durch meine nun 16- und 18-jährigen Kinder kam ich mehr und mehr zur Naturheilkunde“, berichtet meine freundliche Gesprächspartnerin. Cornelia Grunwald wurde hauptberufliche Heilpraktikerin.
„Warten Sie Ihren Körper“
Sie empfiehlt, den Körper zu beobachten und rechtzeitig zu „warten“, damit man nicht irgendwann erschöpft feststellt, dass nichts mehr geht. Auch der kosmetische Bereich ist in seiner gesundheitsfördernden Wirkung nicht zu unterschätzen: „Gerade wenn man krank war oder ist, möchte man gut aussehen. Denn dadurch fühlt man sich auch besser, ein positiver Kreislauf beginnt“, hat die Fachfrau oftmals erfahren. Ein Beispiel: „Wenn man vorübergehend die Haut mit Hyaluron auffrischt, damit sie mehr Feuchtigkeit speichert, kann das sehr sinnvoll sein. Selbstverständlich sollte man nichts übertreiben.“ Auch die rein dekorative Kosmetik hilft, kleine „Makel“ zu kaschieren und lässt uns auch dann strahlen, wenn wir uns einmal nicht ganz so fit fühlen.
Tiefenwirkung gegen Altlasten
Ein wichtiger Bestandteil ihrer Arbeit ist die Massage – kein Wunder, damit hat sie ihre Mitmenschen ja schon früher gerne verwöhnt. „Eine Massage ist viel mehr als ‚nur‘ Wohlbefinden“, beschreibt sie die nachhaltige Wirkung. „Die Muskulatur speichert Emotionen, viele Menschen spüren ja förmlich die Last auf ihren Schultern. Lange Phasen der Anspannung hinterlassen im Gewebe ihre Spuren; die energetische Massage geht in die Tiefe und gibt Impulse für das Immunsystem und die Selbstregeneration.“ Mit oberflächlicher Wellness, die natürlich auch sehr gut tut, hat diese Anwendung nichts gemeinsam. Und bei ganz hartnäckigen „Altlasten“ helfen homöopathische Mittel, die gespritzt werden und von innen wirken. Aber auch wer sich als verspannter Büromensch in gute Hände begeben will, dem hilft Cornelia Grunwald, entspannt und leistungsfähig zu sein und, ganz wichtig, bleibenden Schäden vorzubeugen.
Begeistert auch von der Schulmedizin
Viele Menschen meinen, dass Heilpraktiker und Schulmediziner einander nicht akzeptieren. Auf Cornelia Grunwald trifft das jedenfalls überhaupt nicht zu. Ganz im Gegenteil – sie arbeitet schon lange mit Ärzten zusammen, weil nur so die jeweils beste Therapieform für den erkrankten Menschen „maßgeschneidert“ werden kann. „Es gibt durchaus eine Annäherung“, weiß sie und ist froh, dass man sich gegenseitig mehr und mehr zu schätzen gelernt hat. Cornelia Grunwald ergänzt: „Das Wichtigste ist, dass der Mensch gesund wird. Wenn meine Behandlungsmöglichkeiten ausgeschöpft sind, empfehle ich andere Therapiearten oder auch andere Therapeuten.“
Gegen viele Krankheiten wächst ein Kraut
Apropos Kräuter: „Von der europäischen Kräuterheilkunde ist nicht mehr allzu viel übrig geblieben“, bedauert Cornelia Grunwald. „Das ist in der asiatischen Medizin anders, das Wissen wurde erhalten.“ Sie arbeitet mit einem kontrollierten Großimporteur zusammen: „Die Kräuter sind natürlich teurer, doch in den billigeren ist kaum ein Wirkstoff enthalten.“
Mit einem „Überlebenssaft“ unterstützt sie das Immunsystem. „Sogar die Nebenwirkungen von Chemotherapie lassen sich ein wenig abmildern – selbst wenn das ‚nur‘ dem Wohlbefinden dient, hat man doch mehr Lebensqualität.“ Auch von einer Eigenbluttherapie profitieren geschwächte Abwehrkräfte.
„Sie sind für sich verantwortlich“
Wir könnten uns noch stundenlang unterhalten, denn das Thema ist spannend und Cornelia Grunwalds Perspektive auf Schulmedizin und Heilpraxis und ihre Kombination aus Schönheits- und Gesundheitspflege überzeugen mich. Und das tut auch ihr Schlusswort: „Jeder muss Verantwortung für sich übernehmen, in jeder Hinsicht. Sich informieren, unterschiedliche Meinungen einholen, abwägen, das kann einem niemand abnehmen.“ Menschen, die in der Arzt- oder Heilpraxis zum Behandler sagen, hier bin ich, machen Sie mal, das ist schließlich Ihr Job, rät sie ausdrücklich von dieser passiven Haltung ab. Der Frühaufsteher wünscht weiterhin viel Erfolg und Freude!
pgs
Info
Cornelia Grunwald ist an der Alten Hauptstraße 2–4 in Essen-Burgaltendorf für Sie da.
Telefon: 0201/4588882, Mobiltelefon: 0179/1657171,
E-Mail: corneliagrunwald@web.de; Termine nach Vereinbarung.
Ganz privat
Lieblingsmusik: Dire Straits
Lieblingsfarbe: Gelb und Grün
Lieblingsessen: Marillenknödel
Hobbys: Motorrad fahren
schönster Urlaub: Italien
beste Eigenschaften: mitmenschlich
[ Portrait von Apothekerin Andrea Beckmann, Inhaberin der Laura Apotheke in Burgaltendorf. ]
Andrea Beckmann
Dass die Chemie der pharmazeutischen Ingredienzen stimmen muss, ist ja für eine Apothekerin selbstverständlich. Doch das greift für die engagierte Andrea Beckmann zu kurz: Für sie ist Menschlichkeit ein besonders wichtiger Bestandteil ihrer Rezepturen – und eine Gratisbeigabe für alle ihre Kunden.
Seit 110 Jahren ist die Laurastraße Standort einer Apotheke – mit einer kurzen Unterbrechung von drei Jahren. Im Oktober 2011 nahm Andrea Beckmann das Ruder oder besser gesagt, den Mörser in die Hand und eröffnete die Laura-Apotheke. Mit an Bord ist Bianca Bauckhage. Die beiden sind ein eingespieltes Team: Andrea Beckmann leitete zuvor fünf Jahre lang die Hattinger Nord-Apotheke, Bianca Bauckhage arbeitete dort als Pharmazeutisch-Technische Assistentin.
Ein Blick zurück in Freundschaft …
„Es war eine sehr schöne Zeit“, erzählt meine sympathische Gesprächspartnerin. Die ebenso freundliche wie erfahrene Mitarbeiterin Bianca Bauckhage, die ich auch noch kurz kennen lerne, nickt bestätigend. „Wir blicken in aller Freundschaft zurück und pflegen auch noch einen netten Austausch“, sind sie sich einig.
Andrea Beckmann wusste schon früh, dass sie Apothekerin werden wollte. „In der zehnten Klasse machte ich ein Schulpraktikum“, erläutert sie ihren Weg. „In der Apotheke hat es mir immer gut gefallen.“ Nach dem Abitur an der Theodor-Körner-Schule in Bochum 1986 studierte sie in Düsseldorf Pharmazie; es folgten Stationen in Bochum, Burgaltendorf und Hattingen. Nach zwei Jahren angestellter Tätigkeit und fünf Jahren Filialleitung in der Nord-Apotheke erfuhr sie von der Laurastraße in Burgaltendorf – und griff zu. Denn selbstständig zu sein war ein weiteres Ziel.
… und volle Kraft in Richtung Zukunft:
Zuvor befragte sie allerdings sich selbst noch einmal sehr ernsthaft – und konsultierte ihre „vier Männer“: Ehemann Stefan und die Söhne Tobias, 15, Lennart, 11 und Lars, 9, waren ebenso begeistert wie sie selbst. Mensch, mach das doch, ermunterten sie ihre Frau und Mutter.
„Wir hatten einen guten Start“, freuen sich Andrea Beckmann und Bianca Bauckhage. „Die Menschen haben uns so nett aufgenommen.“ Die Bewohner des gewachsenen Ortes freuen sich, dass sich hier wieder etwas tut. Das drücken sie auch gegenüber dem Team der Laura-Apotheke gerne aus: „Schön, dass Sie diesen alten Standort wieder mit neuem Leben füllen“, für solche zustimmenden Worte sind die pharmazeutischen Neustarter wirklich sehr dankbar.
„Ich bin keine Labormaus“
„Wichtig ist für uns, freundlich und kompetent zu sein. Natürlich können wir niemanden gesund zaubern“, beschreibt Andrea Beckmann ihre Sicht auf ihren Beruf. „Doch Menschen aufzufangen, die vielleicht mit einer schlimmen Diagnose nach dem Arztbesuch etwas ratlos sind, das ist mir ein besonderes Anliegen.“
Ihr Rezept: In solchen Situationen für den Menschen da sein. „Mancher möchte einfach nur etwas loswerden, ein anderer hat möglicherweise eine Frage zu einem Wert, will etwas nachbereiten oder sich austauschen“, sagt Andrea Beckmann. Neben reinem Sachverstand ist Menschlichkeit gefragt, wenn es um gesundheitliche Themen geht. Hier wird jeder ernst genommen.
Dieser Teil ihrer Arbeit ist der 44-Jährigen sehr wichtig: „Ich liebe die Abwechslung, bin gerne in unserem Labor tätig, das nach dem neuesten Stand der Technik eingerichtet ist, aber ich bin eben keine ‚Labormaus‘“, lacht sie. „Daher ist für mich der Umgang mit den Kunden, die Beratung, ganz wesentlich.“
Ganz diskret im Beratungsraum
Es gibt viele Dinge rund um die Gesundheit, die in einem Vier-Ohren-Gespräch besser aufgehoben sind. „Wir haben extra einen Beratungsraum eingerichtet, um Diskretion sicherzustellen“, erklärt Andrea Beckmann, die eben immer den ganzen Menschen sieht und nicht nur ein Symptom, das es abzustellen gilt.
Beraten lassen kann man sich von ihr übrigens in vielen gesundheitlichen Lebenslagen: Sie hat eine Vielzahl von klassischen, homöopathischen und ernährungswissenschaftlichen Fortbildungen absolviert, um möglichst vielseitig helfen zu können.
Neben Expertise und menschlicher Wärme tragen natürlich auch die kernsanierten Räume dazu bei, dass das Laura-Team und die Kunden sich gut fühlen. „Und hinter dem Haus entsteht zurzeit ein Parkplatz“, ergänzt Andrea Beckmann, denn auch diese äußerlichen Dinge gehören dazu.
Modernste Technik und Wissenschaft im alten Gemäuer
Später kommt Ehemann Stefan hinzu. „Wir sind mit dem Ort hier schon immer sehr verbunden“, erzählt er, „durch familiäre, freundschaftliche und berufliche Beziehungen sind wir hier einfach heimisch.“
Nicht nur die Rezepturen, die Andrea Beckmann sehr gerne individuell anrührt – was für Allergiker und auch für Kinder wichtig ist – auch die Mischung aus traditionellem Apotheken-Standort, altem, kernsanierten Haus und neuzeitlichem Pharmazie-Wissen überzeugt.
„In der ‚Offizin‘, dem öffentlichen Teil der Apotheke, haben wir eine Bruchsteinwand vorgefunden und absichtlich so belassen, um die Geschichte des Hauses zu unterstreichen“, freuen sich Andrea und Stefan Beckmann über das Ladenlokal. Mich persönlich spricht die Gestaltung mit Bruchstein, Metall und Glas auch sehr an.
Frischer Wind im Kompetenzzentrum Gesundheit
Andrea Beckmann ist in ihrer Nachbarschaft richtig gut angekommen. „Nebenan praktizieren Ernährungsberaterin Andrea Scheidacker und die Internisten Dres. Lutz Tünnermann und Torsten Hartmann. Hier ist ein kleines, feines Kompetenz-Zentrum rund um die Gesundheit entstanden“, begeistert sich die Pharmazeutin, „so soll es sein, der frische Wind tut uns allen gut.“
„Mit der Zeit gehen, aber die Wurzeln nicht vergessen“
Und dann wird es noch philosophisch: „Mit der Zeit gehen, aber die Wurzeln nicht vergessen“, bringt sie ihr Konzept auf den Punkt. Der französische Philosoph und Politiker Jean Jaurés drückte es so aus: Tradition ist nicht das Bewahren der Asche, sondern das Schüren der Flamme. Viele große Geister haben es ähnlich formuliert. Schön, dass dieser Geist jetzt auch in Burgaltendort zu spüren ist, liebe Frau Beckmann!
pgs
Ganz privat
Lieblingsmusik: von Mozart bis Take That
Lieblingsfarbe: Bordeauxrot
Lieblingsessen: Krabbenbrötchen
Hobbys: der Garten
schönster Urlaub: immer wieder Langeoog
beste Eigenschaften: positiv und optimistisch
Krafttrainer Tim Wimmer lässt die Muskeln spielen
Teakwondo, Kraftsport und Badminton sind seine liebsten Hobbys. Tim Wimmer (23) lebt sie im Verein aus. Für die DJK Heisingen 1920 e.V. ist der Student als Übungsleiter und Krafttrainer aktiv. In Kupferdreh bereitet sich der ehemalige Leistungssportler an der Freien Akademie der bildenden Künste Essen auf ein Design-Studium vor.
Für die 1920 gegründete DJK („Deutsche Jugendkraft“) will sich Tim Wimmer gern portraitieren lassen. Seit 2004 war er für den Heisinger Sportverein als Gruppenhelfer tätig, bis er 2006 den Übungsleiterschein machte. Seitdem trainiert Tim Kinder und Jugendliche in Taekwondo und Badminton. „Mit drei Jahren habe ich hier zum ersten Mal Sport getrieben“, sagt er „beim Kinderturnen mit der Mutter“. Der Junge fand Spaß an der Bewegung sowie am Kräftemessen mit anderen. „Wettkämpfe sind wichtig für Kinder. So lernen sie früh, dass man nicht nur gewinnen kann, wie im Leben auch“, betont er. Mit 9 probierte Tim Taekwondo und bewies großes Talent.
Neben dem Gymnasium war er von 2001 bis 2008 Leistungssportler, schaffte es 2004 bis zum Training auf Bundesebene in Duisburg. Die koreanische Kampfkunst verlangt vor allem Dynamik und Schnelligkeit. „Seit den Olympischen Spielen 2000 in Sydney ist Taekwondo eine vollwertige olympische Disziplin. Mein ehemaliger Trainer, der Europameister Markus Woznicki, hat 1988 an der Olympiade in Seoul teilgenommen und Bronze geholt. Damals sowie 1992 in Barcelona war Taekwondo nur als Demonstrationswettbewerb zugelassen“, berichtet er.
Für die DJK hält Tim sich nicht nur fit, sondern auch sein Fachwissen auf dem neuesten Stand. Gerade im Fitness- und Kraftsport fließen Erkenntnisse aus der Medizin ein. „Manche Übungen, zu denen man früher geraten hat, werden heute nicht mehr empfohlen, weil man weiß, dass sie eher schaden als nützen oder nicht effektiv genug sind.“ Das Angebot des derzeit 1200 Mitglieder zählenden Vereins ist vielfältig und reicht vom Fitness- und Trendsport für alle Altersklassen über Kurse für Senioren, Kinder und Jugendliche bis hin zum Gesundheits- und Reha-Sport. Über 60 Kurse finden von montags bis samstags in umliegenden Turnhallen sowie im Sport- und Gesundheitszentrum an der Heisinger Straße 393 statt. Taekwondo, Badminton, Basketball, Leichtathletik, Tanz, Turnen und Volleyball sind die traditionellen Sparten des Vereins. Rund 50 ausgebildete Sportlehrer und Übungsleiter bilden sich regelmäßig für den Verein fort. Dass das Angebot stets up to date ist, beweist das Schwarze Brett der DJK: Hier lockt ein Schnupperkurs in „Zumba-Dance“. Die neue Fitness-Welle aus den USA hat die Ruhrhalbinsel erfasst. Das Workout mit Spaß-Faktor ist restlos ausgebucht, weiß Wimmer. Die Mischung aus Tanz, Aerobic und Intervalltraining soll die Figur zu latein-amerikanischen Klängen in Topform bringen.
Neben dem Training bastelt Tim an seiner beruflichen Karriere. Sein Wunschstudium (Sport in Köln) blieb ihm leider vorerst verwehrt. Wegen einer Handverletzung konnte der 23-Jährige die praktische Aufnahmeprüfung nicht ablegen. Nun hofft er, demnächst in Essen ein Design-Studium aufnehmen zu können. Den Test in der Dom-Stadt will er aber dennoch wiederholen. „So ganz habe ich mich beruflich noch nicht festgelegt“, sagt er. Bei den Wimmers hat der Sport einen hohen Stellenwert. Mutter Ursula (Sportlehrerin, 51) ist seit 1990 in der DJK aktiv, seit 2001 im Vorstand. Auch die Brüder Stefan (16) und Patrick (21) sind da keine Ausnahme. Beide sind Übungshelfer, beziehungsweise Übungsleiter. Nicht zuletzt gehören die Cousins, Philipp und Dominik Reichhardt, zum festen Team der DJK.
Im Kraftraum lässt Tim für den Frühaufsteher die Muskeln spielen. Was so leicht aussieht, ist Schwerstarbeit. Lächelnd absolviert Tim die Bauchübungen auf dem Rückenstrecker. Wir haben es mit der Kamera festgehalten.
addi
DJK Heisingen
Heisinger Straße 393
45259 Essen
Telefon: 0201/461070
www.djk-heisingen.de
Ganz privat
Lieblingsmusik: Rock-Musik
Lieblingsfarbe: Rot
Lieblingsessen: „Was meine Omas kochen.“
Hobbys: Sport, mit Freunden treffen
schönster Urlaub: immer wieder Jesolo (Adria)
beste Eigenschaften: humorvoll
30-Jährige orientierte sich nach schwerem Unfall völlig um / „Durchgeknallte Kuschelmonster“
Mit leicht hängenden Lidern schauen sie den Besucher verschmitzt an. Auch mal mit nur einem Auge, wenn das andere durch eine Piratenklappe verdeckt ist. Auf der Couch, auf der Lehne und dem Kissen haben sie es sich bequem gemacht, dahinter lugen sie neugierig hervor.
„Meine liebenswerten, durchgeknallten Kuschelmonster“, wie sie ihre „Erzeugerin“ Katrin Fechter nennt. Und die vieles, das sei schon einmal vorweg vom Frühaufsteher-Gesprächspartner angemerkt, mit ihren kleinen Lieblingen gemeinsam hat. Die kleinen, weichen Wesen heißen Smörmelz. Und so knuffig, wie sie sich anhören, sind sie auch.
Ein schwerer Sturz – ein neues Leben
Allerdings verdanken sie ihre Entstehung einem alles andere als erfreulichen Ereignis. Katrin Fechter, aufgewachsen mit einem älteren und einem jüngeren Bruder und mit ihren 30 Jahren Ur-Burgaltendorferin und nach eigenem Bekunden mit einer tollen Kindheit beschenkt, war in Sachen Sportarten nichts zu wild und abenteuerlich.
Bis vor sieben Jahren. Skateboard fahren mit Freunden stand auf dem Programm, Downhill in Velbert, also naturgemäß schnell und rasant bergab sollte es sein. „Und wie das so ist im jugendlichen Überschwang, bin ich ohne Helm gefahren“, erinnert sich Katrin Fechter.
Der Start mit dem Board, eine kurze Fahrt, ein schwerer Sturz – und urplötzlich ein ganz neues Leben.
Das allerdings nach einem sechsfachen Schädelbruch erst einmal gerettet werden musste. „Sie müssten eigentlich tot sein“, hörte die heute 30-Jährige nicht nur einmal von Ärzten und Personen, mit denen sie später zu tun hatte. Doch tot ist sie nicht. Sondern lebhafter denn je; und voller Tatendrang. Auch wenn die Auswirkungen ihrer schweren Verletzung alles veränderten, was sie bis zu diesem Zeitpunkt als ihr Leben kannte. Denn die im Gespräch immer zum Lachen aufgelegte Blondine behielt durch den mehrfachen Schädelbruch eine üble Nachwirkung. Sie leidet an Kakosmie, einer posttraumatischen Störung des Geruchssinns.
Was sich so wissenschaftlich anhört, hat für Katrin Fechter eine ganz einfache, im wahrsten Sinne des Wortes wirklich üble Auswirkung: Alle Gerüche, die sie wahrnimmt, riechen für sie schlecht. „Das fängt schon morgens unter der Dusche an. Wenn ich Shampoo benutze muss ich mir einreden, hey, jetzt duftest Du nach Gänseblümchen. Aber was ich tatsächlich rieche, ist sehr unappetitlich.“ Diese Erkrankung ist äußerst selten, auch die Ärzte wussten zuerst nicht, was sie davon halten sollten. Der Geruchssinn ganz weg, klar, das ist nicht unbedingt selten. Aber nur noch Gerüche, bei denen sich andere einfach die Nase zuhalten und weglaufen würden … ?
„Jetzt ist die Kakosmie bei mir austherapiert, mehr kann man nicht machen“, weiß Katrin Fechter, die allerdings ihren grenzenlosen Optimismus bewahrt und sich immer wieder im Internet informiert, ob es neue Ansätze zur Behandlung gibt. Was allerdings nichts daran ändern kann, dass sie ihren ursprünglichen Berufswunsch Maskenbildnerin nicht ausüben kann. „Ich hatte gerade eine Friseurlehre, die als Voraussetzung dafür nötig ist, abgeschlossen. Doch das konnte ich dann ganz schnell vergessen. Allein schon das Haarspray und die anderen Gerüche, die für mich einfach nur übel waren – das ging und geht nicht mehr.“
Huakaloha und Smörmelz
Doch ein Tipp, einfach nur mal von einem Berufsberater hingeworfen, brachte sie auf den richtigen Weg: „Ihnen hilft jetzt nur noch eine ordentliche Portion Glück oder Vitamin B bei der Wahl eines Berufes. Oder sie müssen sich einen erfinden.“ Das nahm Katrin Fechter wörtlich, spornte sie an. Sie kreierte eine Tätigkeit im Ausschlussverfahren, bei der sie darauf achtete, dass Gerüche keine Rolle spielen. Zeichnen, malen, nähen – autodidaktisch eignete sie sich die nötigen Fähigkeiten an, in drei verschiedenen „Rollen“ hat sie sich nun selbstständig gemacht. Gerade eben hat die Burgaltendorferin ein Kinderbuch illustriert, die eigene Modelinie Huakaloha steht in den Startlöchern, und die Smörmelz sollen ihren Weg rund um die Welt machen. Von der haben sie sogar schon einiges gesehen, erste Exemplare sind schon in Kanada, Italien, Japan und Neuseeland aufgetaucht …
Ihren Namen haben die kleinen Wilden im Übrigen vom Sohn einer Freundin, auf den sie abends aufpasste und der zu dieser Zeit das Ö in den Mittelpunkt seiner gerade aufkeimenden sprachlichen Fähigkeiten gestellt hatte.
So versucht Katrin Fechter nun auf drei beruflichen Standbeinen zu stehen, auch wenn ihr fast täglich noch Kopfschmerzen und Gleichgewichtsstörungen zu schaffen machen. Doch „aufgefangen“ wird sie dabei immer von ihrer Familie und ihrem Freundeskreis. „Ich bin jetzt sehr, sehr glücklich. Und mein Beruf ist meine Passion“, fasst sie zusammen. Und sammelt ihre Schar von Smörmelz um sich, die geduldig zugehört haben. Übrigens als ganz brave Kuschelmonster.
greis
Ganz privat
Lieblingsmusik: Westküsten-Zuckerwatten-Hardcore – was das heißt? Surfmusik, Soul, Jazz, Punkrock
Lieblingsfarbe: ganz klar: Bunt
Lieblingsessen: Hauptsache, Spinat und Kartoffelpüree sind dabei
Hobbys: „Ich bin eine Wasserratte. Tauchen und Schwimmen ist großartig“
schönster Urlaub: Antibes in Südfrankreich
beste Eigenschaften: Kreativität, Optimismus
Malerin Isabel Friedrich zeigt „crystal polka & co“
In Überruhr wuchs sie auf, in Steele machte sie 1996 am Carl-Humann-Gymnasium Abitur. Dann zog es sie fort: zunächst nach Bochum, wo sie Theaterwissenschaften, Englisch und Französisch studierte, weil die Kunstakademie Düsseldorf sie abgelehnt hatte. Isabel Friedrich ließ sich nicht entmutigen. Sie malte weiter und bewarb sich erneut. In Frankfurt a. M. besuchte sie ab 1999 die Städelschule, die sie 2005 als Meisterschülerin von Ayse Erkmen verließ. Zurzeit stellt sie auf der Ruhrhalbinsel aus.
„Ich freue mich, wieder einmal in meiner Heimat zu sein!“, sagt die sympathische 34-Jährige beim Frühaufsteher-Besuch an der Langenberger Straße. In der Halle 505, der ehemaligen Werkzeughalle der Zeche Heinrich, zeigt sie bis zum 25. November 15 Acrylgemälde unter dem Titel „crystal polka & co“. Bei unserem Treffen vor der Eröffnung hängen die Bilder ein wenig schief, aber bereits am richtigen Platz. Reinhold Roth, Inhaber von Bauart & Designstudio, steht auf der Leiter. „Ist diese Höhe jetzt gut?“, fragt er. Der Künstlerin gefällt’s. „Meine Bilder sind wie Traumszenen“, erklärt sie und unterbricht den Aufbau.
Vertrautes vermischt sich mit Unbekanntem, Menschen, Tiere und kristallene Strukturen treffen aufeinander. Immer wieder finden sich Raubvögel, die eine Harmonie stören. „Aus dem Bauch heraus“, so Isabel Friedrich schlicht, male sie. Das kommt an. „Vor ein paar Jahren nahm ich an einer Ausstellung im Museum Folkwang teil.“ Im Anschluss daran kaufte die Stadt Essen eines ihrer Bilder. Mitgewirkt hat Friedrich bislang an rund 30 Ausstellungen und Kunstprojekten in Frankfurt a. M., Berlin, Stuttgart sowie im Ausland. Wer es genauer wissen will, findet unter www.isabelfriedrich.com ihre Vita.
Poetisch klingen die Namen der Acrylbilder aus dem von 2010 bis 2011 entstandenen Zyklus „crystal polka & co“: „Ich hab dich so gebeten“, „Der Richtungswechsel war vorhersehbar“, „Die richtigen Worte hast du nicht gefunden“, oder „Ich lag in deinen Armen und schaute zum Himmel“, um nur ein paar zu nennen. Fünf Betrachter haben fünf verschiedene Meinungen zu ihren Gemälden. „Das freut mich“, sagt sie. Ihre Bilder sollen zum Denken anregen, in eine Traumwelt entführen, die unwirklich und zugleich real ist.
Schon im Kindergarten in Überruhr hat sie viel und gern gemalt. „Mein Fach war immer voll“, erinnert sie sich. Die in Rüttenscheid lebende Schwester sagt, dass Isabel bereits mit dem Pinsel auf die Welt gekommen sei. Wenn die zwischen Frankfurt und Essen pendelnde Malerin nicht an der Staffelei steht, zieht es sie in die Ferne. Als Flugbegleiterin in Teilzeit hat sie das Hobby Reisen zum Beruf gemacht. „Früher bin ich oft umgezogen“. Nun stillen die Flüge ihr Fernweh und geben Gelegenheit, Kunstausstellungen im In- und Ausland zu besuchen. Demnächst steht Buenos Aires auf dem Plan. In Argentinien freut sich Friedrich vor allem auf den Stadtteil San Telmo mit seiner wachsenden kreativen und umtriebigen Szene. Von jeder Reise bringt sie Eindrücke mit, die in ihre Kunst einfließen. „Vorbilder, beziehungsweise Maler, die mich auf meinem Weg beeindruckt haben, sind Luc Tuymans und Michael Borremans.“ Als Herzenssache betrachtete es Norbert Mering, Vorsitzender der Überruhrer Bürgerschaft, für die junge Künstlerin eine geeignete Ausstellungsfläche in der Nähe zu finden. Die rund 100 qm große Halle 505 lag nahe. „Unser Umfeld bietet viel Raum für Kreativität, auch aus der Nachbarschaft“, erklärt Reinhold Roth. Nicht nur auf Zollverein hat ein Strukturwandel stattgefunden, auch die Ruhrhalbinsel hat ihr Gesicht verändert und den Wechsel von der Kohle zur Kultur vollzogen.
addi
Info
Die Ausstellung „crystal polka & co“ ist bis zum 25. November dienstags 18–20 Uhr sowie nach Absprache geöffnet. Adresse: Langenberger Straße 505 (gegenüber von Zeche Heinrich), 45277 Essen, www.halle505.de.
Ganz privat
Lieblingsmusik: Robert Plant & Alison Krauss, Red Hot Chili Peppers
Lieblingsfarbe: Rosé-Jägergrün-Bordeauxrot in Kombination
Lieblingsessen: Fleischgerichte
Hobbys: „Mein Leben ist mein Hobby!“
schönster Urlaub: Immer wieder die Atlantikküste bei Bordeaux
beste Eigenschaften: mutig und souverän
[ Portrait von Patrick Schröer, Leiter der 2. Hauptstelle der GENO BANK ESSEN in Burgaltendorf. ]
Wer das „Reich“ von Patrick Schröer und seinen Mitarbeitern betritt, fühlt sich sofort wahrgenommen und wertgeschätzt. Hier wartet kein Kunde, bis jemand auf ihn aufmerksam wird – im Gegenteil, ein ausgesprochen herzliches Team nimmt jeden, der die ebenso freundlichen Räume an der Hauptstraße 3 in Essen-Burgaltendorf betritt, sofort in Empfang und heißt ihn willkommen.
Die „Frühaufsteherin“ staunt, als sie später im Gespräch erfährt, dass das kein Zufall war, sondern ganz normaler Dienst am Kunden. Und der fängt eben schon bei der Begrüßung an – ob Bankkunde, ob Redakteurin.
Marketing beginnt beim Menschen
Für Patrick Schröer ist Kundenfreundlichkeit Chefsache. Kein Wunder: Wer sie so vorlebt, hat auch ein fähiges und aufgeschlossenes Team. Und für Patrick Schröer, Leiter der 2. Hauptstelle der GENO BANK ESSEN in Burgaltendorf, ist es natürlich kein Geheimnis, dass Marketing beim Menschen beginnt.
Doch für mich steht heute Patrick Schröer selbst im Mittelpunkt. Nicht allzu weit von seinem jetzigen Einsatzort entfernt kam er 1976 zur Welt: In Kupferdreh, wo er die ersten drei Lebensjahre verbrachte. Die nächste Station war die Hattinger Winzermark; zur Grundschule ging er ins Nachbardorf Niederwenigern. Lieber Herr Schröer, da hatten Sie, ohne es zu wissen, schon früh etwas mit Ihrem heutigen „Tatort“ gemeinsam: In Niederwenigern wurde schließlich „Ihre“ Bank gegründet.
Ein Hattinger Essener
„In den benachbarten Essener Stadtteilen hatte ich schon immer Freunde“, erzählt der sympathische Vater von Louis, zwei Jahre, und Mila, acht Monate. „Und bis zur letzten Saison war ich im SUS Niederbonsfeld seit meinem neunten Lebensjahr aktiv im Fußball.“ Dieser Hattinger Verein profitiert zum Glück immer noch von Patrick Schröers vielseitigen Talenten: Seit 2010 ist er dort im Vorstand und leitet die Fußball-Abteilung.
Schuld war nur das Praktikum
Und wie kamen nun Patrick Schröer und die GENO BANK ESSEN zusammen? „Ich machte als Schüler der Helene-Lange-Realschule in Steele ein Praktikum in Überruhr.“ Der junge Patrick nutzte die drei Wochen, um einen guten Eindruck zu hinterlassen: Bitte bewerben Sie sich doch, hieß es anschließend. Es folgten Ferieneinsätze, zum Beispiel während der „heißen Phase der Freistellungsaufträge“, wie Patrick Schröer sich lachend erinnert. „Ich konnte dort unheimlich viel lernen und auch schon selbst Kunden bedienen.“
Zivildienst und Studium
Im August 1993 ging es dann endlich richtig mit seiner Ausbildung los. Der „fertige“ Bankkaufmann arbeitete ein Jahr im Service und Kassenbereich. Eine ganz andere Richtung gab dann der Zivildienst vor: Im Krankenhaus Niederwenigern im technischen Dienst. „Was viel Fahrdienst bedeutete“, denkt Patrick Schröer zurück.
Doch wer schon viel weiß, will meistens noch mehr wissen: Das gilt auch für Patrick Schröer, der schon kurz nach der Ausbildung ein berufsbegleitendes Studium an der VWA Essen angefangen und während des Zivildienstes fortgesetzt hatte. Wieder in seinem Heimathafen Überruhr, beriet Patrick Schröer Kunden und wurde im Oktober 2000 Betriebswirt der Verwaltungs- und Wirtschaftsakademie.
Angekommen in Burgaltendorf
„Mit diesem Hintergrund kann ich die Sicht der Kunden viel besser verstehen, wir betreuen ja auch viele Selbstständige“, erläutert Patrick Schröer, der damalige Team-Leiter, der im Juli 2001 Geschäftsstellenleiter Überruhr wurde. Nach Einsätzen in Steele, Freisenbruch und der Innenstadt leitet er nun seit 2009 die 2. Hauptstelle der GENO BANK ESSEN in Burgaltendorf.
„Den Kunden direkt zu betreuen, das ist das Schöne an meiner Arbeit“, findet Patrick Schröer, und die Freude daran strahlt er auch aus. „Es ist sehr vielseitig, wir begleiten Private, Firmen, Selbstständige – langweilig wird es nie!“ Wie gut für Sie und Ihr Institut, dass es „passt“. Wozu so ein Schülerpraktikum doch gut sein kann …
„Wir haben sehr fähige Mitarbeiter vor Ort“, weist Patrick Schröer auf diejenigen hin, die zum Erfolg beitragen. Er selbst ist als Filialleiter natürlich auch so eine Art Coach seiner Mitarbeiter. Die sind naturgemäß ebenso unterschiedlich wie die Kunden – hier wie dort sind immer individuelle Lösungen gefragt. Und das schon seit einer ganzen Weile:
125 Jahre – Gutes tun für 125.000 Euro
Die GENO BANK ESSEN wurde in diesem Jahr stolze 125 Jahre alt. Am Erfolg der Bank sollten, so entschied der Vorstand, Essener Bürger und Vereine teilhaben. Deshalb hat die GENO BANK 125.000 Euro für soziale und gesellschaftliche Projekte gestiftet – tausend Euro für jedes Jahr seit ihrem Bestehen. In Burgaltendorf wurde der Marktplatz renoviert (wir berichteten). Am Wettbewerb „Jugend und Bildung“ beteiligten sich zahlreiche Vereine und Organisationen. Projekte, die sich um Jugend- und Bildungsarbeit kümmern, freuten sich über finanzielle Zuwendungen – vom Rollstuhl-Sportverein über sozial benachteiligte Musiktalente bis zu Integrationsprojekten. Eine Genossenschaft denkt eben an die Bürger, keine Frage.
Modernste Technik ganz persönlich
Wir kommen noch einmal auf den netten Empfang zurück; Patrick Schröer erklärt das Konzept: „Jeder hat einen festen Ansprechpartner, wir setzen auf die Verbindung modernster Technik mit persönlicher Betreuung. Soeben wurde die letzte Geschäftsstelle renoviert; die Kunden bestätigen uns, wie schön sie das finden.“ So macht natürlich auch das Arbeiten mehr Spaß. Und der Kunde weiß es zu würdigen, dass er von ausgebildeten Bankkaufleuten „an die Hand genommen“ wird, und das von Anfang an.
Die Familie GENO BANK ESSEN
„Das System der Genossenschaft bedeutet ja auch, dass Kunden, Mitarbeiter und Mitglieder zusammen eine Art Familie bilden“, ist Patrick Schröer überzeugt. „Und auch wenn wir einmal ein Vorhaben nicht begleiten können, gibt es bei uns nicht einfach ein ‚Nein‘, sondern einen Dialog.“ Das will die GENO BANK ESSEN bewahren, auch wenn die Zeiten seit der Gründung in Niederwenigern-Dumberg, wie es damals hieß, völlig anders geworden sind: Dass die Kunden sich wohlfühlen bei „ihrer“ Bank, ist einfach zeitlos.
Patrick Schröers private Filiale
Bei aller Arbeit am Kunden und Kollegen hat auch ein Filialleiter ein Privatleben. Die ganz private Filiale von Patrick Schröer und Nina liegt in Nierenhof. Nina ist keine Bankerin, sondern gelernte Speditionskauffrau und dank Zusatzstudium Diplom-Kauffrau FH. Ihr Metier ist die Mode-Logistik, doch zurzeit sind die vielen Dienstreisen und die Betreuung ihrer in ganz Deutschland verteilten Mitarbeiter ein wenig in den Hintergrund geraten: Ihre Logistikleistung dreht sich augenblicklich in der Hauptsache um Louis und Mila.
Was wünscht sich Patrick Schröer privat? Eigentlich ist er wunschlos glücklich mit seinen zwei gesunden Kindern und seinem Beruf. So soll es auch bleiben, und „seine“ Bank will er weiterhin erfolgreich mit entwickeln.
Der Frühaufsteher wünscht Patrick Schröer, dass er beruflich und privat glücklich und zufrieden bleibt – und der GENO BANK ESSEN mindestens 125 weitere erlebnis- und ertragsreiche Jahre!
pgs
Für Kupferdreher Kunden
Eine elektronische „Filiale“ ist der Bankautomat im Foyer des St. Josef-Krankenhauses in Kupferdreh am Heidbergweg, der rund um die Uhr für seine Kunden da ist.
Info
Patrick Schröer und sein Team empfangen Sie gerne in seiner Filiale der GENO BANK ESSEN: Alte Hauptstraße 3, 45289 Essen, Telefon 0201/56031000, Fax 0201/56031050. Per E-Mail und Internet erreicht man die Bank natürlich auch: info@genobank.de, www.genobank.de. Öffnungszeiten in Burgaltendorf: Montag bis Freitag von 8.30 bis 13 Uhr und von 14 bis 16 Uhr; Donnerstag: 8.30 bis 13 Uhr und 14 bis 18.30 Uhr – weitere Termine nach Vereinbarung.
Ganz privat
Lieblingsmusik: Schlager
Lieblingsfarbe: Blau
Lieblingsessen: Polenta mit Champignons und Käse
Hobbys: Die Familie, Fußball, Laufen
schönster Urlaub: Südfrankreich und Südtirol – die spezielle Familien-Kombination
beste Eigenschaften: Zuverlässig, ausdauernd
Dat VIP-Spätzial
Kerl inne Kiste, ich sach Euch, heute hab ich ma ne ganz andere Seite von nem RWE-Heimspiel kennen gelernt.
Ich bin ja nun mal ein Kind der Stehtribüne, da machse nix. Als mein Opa mich seine Zeit dat erste Mal mit auffe West genommen hat, war ich ja schon Feuer und Flamme für RWE. Dat erste Mal Stehtribüne hatte aber die Messlatte noch wat höher gelecht und seitdem geh ich zum Fußball mit mein Opa sein Leitspruch im Hinterkopp! „Sitzen is fürn Arsch“, hat der Opa imma gesacht. Und dat Gegenteil kann mir auch bis heute keiner beweisen …
Beim Heimspiel gegen VFL Bochum II war et so, dat ich in nem Gewinnspiel zwei Karten für den neuen VIP-Bereich „Anno 1907“ gewonnen hatte. Ganz ehrlich: bis auf nen Piccolöchen bei ner Tombola auffen Straßenfest in Essen-Stadtwald hab ich mein Lebtach noch nix gewonnen – und getz direkt VIP-Karten für den Verein meines Herzens – ich hab mir nen Knubbel in Arsch gefreut!
Sonntach, den 18. September, waret dann soweit. Wegen die Romantik und so hab ich als Begleitperson meine bessere Hälfte auserkoren. Wir sind dann auch recht zeitich losgedüst, wir wollten dat gebotene Spektakel ja auch richtig auskosten.
Die Anreise zum Stadion hätte auch schon gar nich geschmeidiger laufen können. Kaum ausm Haus und Richtung Haltestelle losgejuckelt, kommt die RWE-Straßenbahn vonne EVAG umme Ecke. Dat gute Stück fuhr auch noch zum gewünschten Zielort – also alles tutti! Unterwegs wurde ich dann noch per SMS bestens aufn laufenden gehalten, wat bei die U19 grade los is. (Am Ende ein 2:0 Sieg im DFB-Pokal gegen VFB Stuttgart.) So darf ein Spieltach gerne anfangen wenne mich frachs …
Wie imma auf die letzten Meter – wenn ich die silbernen Buchstaben „Georg-Melches Stadion“ an der Außenwand der ollen Haupttribüne lese – bekomme ich ne astreine Entenpelle!
Dieses Mal geht et aber nich ersma an Bierstand und dann ne Bratwurst schnabulieren, sondern direkt Richtung Haupttribüne. Im ehemaligen Pressebereich ham die Jungs vonne „VIP-Hosptality“ einige Euros investiert und einen echt schicken VIP-Raum geschaffen. Nach einer freundlichen Begrüßung von zwei echt knackigen Ladys im RWE-Dress gab et erstmal ne Sitzplatzkarte und nen Armbändchen. Nach der langen Anreise hatte ich mir ne geschmeidige Tüte Pils verdient. Kaum standen wir mit nem kühlen Gläschen Stauder an einem der zahleichen nett dekorierten Tische kam die zweite Begrüßung! Nochmal wurde zum Gewinn gratuliert, noch mal Hände schütteln und dann das Highlight des Tages: Dat goldenen Nikolausbuch vonne VIP-Hospitality! Gut, ich geb zu, et war silbern und vor allem standen da keine Nikolausklamotten drin à la „Lieber Meik Kuta, ich hab gehört, du wars nich artig …“ , sondern viel mehr war et ein Gästebuch! Der ein oder andere Fußball-Promi wie Otto Rehhagel oder Ben Redlings hatte sich bereits darin verewigt. Da hat meine Wenigkeit noch gefehlt. Also hab ich in dem Buch auch noch ein vom Stapel gelassen, dat könnta mir glauben!
Nach nem kurzen Pläuschken mit Tim Dodt ham wa dann ersma dat kulinarische etwas genauer unter die Lupe genommen. Et gab lecka deftige Klamotten zu spachteln. Der Kartoffel-Gurkensalat sah nach Geschmacksnervenextase aus. Weil et dazu aber Leberkäse gab (und da bin ich einfach kein Freund von) hab ich mir ne ordentliche Schweinshaxe mit Sauerkraut und Knödeln geben lassen. Dazu ein St. Auder-Pilsbräu wie immer!
Ausgerüstet mit nem schwatten Sitzkissen ging et dann auf die Plätze. Neben mir saß son Öpaken, dat skurrilerweise irgenzwie kaum ein Wort deutsch sprach und trotzdem offenbar sein Herz anne Hafenstraße verloren hatte. Manchmal versuchte er mir mit ein paar Brocken Deutsch zu erklären, dass er entweder die Frisur oder die Flanken von Kuta nich so prickelnd fand. Wat er getz genau meinte, weis ich bis heute nich.
Dat Spiel gegen die Bochumer Bengels plätscherte derweil vor sich hin. Günni Kaya hatte in der ersten Hälfte einmal nur knapp die Kiste verfehlt und auch die Reviernachbarn hatten vorne mehr Aussetzer als goldene Momente. Es sah nach einem 0:0 zur Halbzeit aus, da pustete der Schiri urplötzlich in sein Arbeitsgerät. Der schrille Pfiff ertönte und et gab nen Elfer für die Gäste. Dat Öpaken neben mir erhob sich plötzlich und kam aus dem Fluchen nicht mehr raus. Ich schwöre Euch, ich weis nich wat er gesacht hat oder welche Sprache dat war, aber et war auf keinen Fall ne Liebeserklärung an den Schiedsrichter!
Den folgenden Elfer hielt Lamczyk, zwar aber der Nachschuss zappelte im Netz. Grund genug für unseren Keeper mal ganz nach Oli-Kahn-Manier auszurasten und seine Vorderleute ordentlich zusammen zu scheißen, weil sich offenbar keiner verpflichtet gefühlt hatte, sofort in den 16er zu rennen, um den Nachschuss zu verhindern. Mit 1:0 für Bochum ging et inne Pause.
Wir nutzten die 15 Minuten, um in den netten „Anno 1907“-Bereich zurück zu kehren. Kaum kamen wir durch die Tür wurde, mir mit einem Lächeln und den netten Worten „Extra für Sie!“ ein kühles Blondes gereicht. Dat nenn ich Service! Im bereits erwähnten Nikolausbuch hatte Ben Redlings von der leckeren Halbzeit-Currywurst geschwärmt. Da lag et nah, dat ich dat Mopped auch ma probieren muss. Ich ließ mir noch fleißich Currypuder extra drüberstreuen, nen roten Pommespikser (bloß kein blauen!) und ab dafür. Und wat soll ich sagen!? Die Wurst war echt gut! Auf meiner persönlichen Currywurst-Skala ganz locker im oberen Tabellendrittel!
Da wollten sich Waldis wilde Fußballkerle auch gerne festsetzen. Damit dat klappt musste aber dat Spiel gegen die Bochumers gedreht werden.
Zu Beginn der 2. Halbzeit sah et aber ma gar nich danach aus. Bochum kam nen paar mal gefährlich vor den Essener Kasten. Aber wie schon in Halbzeit 1 kam nix dabei rum. RWE konnte sich dann aber etwas befreien und kam durch Marcus Heppke zum Ausgleich. Der erhoffte Sturmlauf auf dat Bochumer Tor blieb aber aus. Der ungeliebte Schiri tat sein Übriges dazu. In der 90 Minute machten sich aber die 6.800 Zuschauer nochmal zum Jubeln bereit. RWE bekam einen Elfer der Kategorie „kann man geben, muss man aber nicht“ zugesprochen. Der Capitano Timo schnappte sich die Pille und knallte sie volles Rohr an den Pfosten. Prost Mahlzeit! Dat Spiel endete 1:1 und hätte eigentlich auch keinen Sieger verdient gehabt. Also wat solls!
Ein weiteres Mal ging et in den „Anno 1907“-Bereich. Wieder wartete frisch Gezapftes auf einen neuen Besitzer. Mit nem Strücksken Donauwelle haben meine bessere Hälfte und ich dann dort den Fußballnachmittag ausklingen lassen.
Alles in allem war et trotz des unnötigen Remis gegen einen schlagbaren VFL ein toller Spieltach für mich im „Anno 1907“. Dat Ambiente war modern und ansprechend, der Service war freundlich und zuvorkommend und auch dat Essen war allererste Sahne! So lange unsern alten Karbachel noch anne Hafenstraße steht, kann ich jedem nur raten, dat mindestens einmal auszuprobieren.
Jedes Spiel so zu verfolgen, dat wär nix für mich! Ich bin nunmal ein Kind der Stehtribüne. Aber et war ne herrliche Abwechslung und et is nich ausgeschlossen, dat ich mir dat zu nem gegebenen Anlass nochmal gebe.
Danke für den alles in allem gelungen Sonntag! Nur der RWE!
Euern
Opa Luscheskowski sein Enkel – der RWExperte
Christian Ruthenbeck
Elisabeth Backes und ihre vielen Kinder
„Mein Tag müsste 48 Stunden haben“, sagt Elisabeth Backes (41) beim Frühaufsteher-Besuch. Vermutlich wäre auch das nicht genug für Beruf, Hausarbeit, Kindererziehung und Ehrenämter. Die Lehrerin und Mutter von drei Töchtern (2, 5 und 7 Jahre) setzt sich in der Kinderhilfe PASSO FUNDO für Armutsfälle in Brasilien ein. Am 16. Oktober feiert der Verein in Heisingen sein 30-jähriges Bestehen.
Ein Ausspruch des italienischen Dichters Dante Alighieri dient Elisabeth Backes als Ansporn: „Drei Dinge sind uns aus dem Paradies geblieben: die Sterne der Nacht, die Blumen des Tages und die Augen der Kinder.“ Von Kindern ist das Leben der Heisingerin geprägt. So hatte sie es sich immer gewünscht. Selbst mit vier älteren Geschwistern aufgewachsen, träumte auch sie von der Großfamilie. Noch im Lehramtsstudium (Biologie, Kunst, Philosophie) an der Universität Essen lernte sie 1995 Frank Harlinghaus kennen. Es folgte das Referendariat in Köln (1999-2001), wonach sie 2001 den Duisburger heiratete. Schnell überzeugte sie ihn von der Schönheit der Ruhrhalbinsel, wo die Familie bis heute gern lebt. „Ohne die tatkräftige Unterstützung meines Mannes wäre vieles von dem, was ich mache, nicht möglich.“
Der Verein Kinderhilfe PASSO FUNDO entstand aus der Freundschaft zwischen dem deutschen Pfarrer Ulf Brodowski und dem brasilianischen Militärerzbischof Dom Osvino Both, die sich im Studium kennen lernten. „Die Hilfe war von Beginn an unbürokratisch und direkt“, erzählt Backes. Seit 1997 gehört sie der am 17. Oktober 1981 gegründeten Organisation an und unterstützt mit derzeit rund 25 Mitgliedern Kinder und Jugendliche aus den Orten Passo Fundo und Porto Alegre. In 30 Jahren holte der Verein unzählige Kinder aus der Armutsfalle. „Sie werden morgens und nachmittags in Kinderkrippen und Jugendzentren betreut oder besuchen die Berufsschule, erhalten eine warme Mahlzeit, Bildung und ärztliche Versorgung. So können die Eltern einem Beruf nachgehen, ohne dass die Kinder sich selbst überlassen sind“, erklärt die Studienrätin in Teilzeit. Seit wenigen Wochen unterrichtet sie Kunst am Gymnasium Essen-Überruhr.
Auf einer Reise in den Süden Brasiliens hat sich Backes 2003 selbst ein Bild gemacht. Für europäische Wohlstandsbürger unfassbar sind die Zustände in den Favelas. In den Slums leben von der Gesellschaft ausgestoßene Familien mit durchschnittlich sechs Personen auf engstem Raum. „Der Unterschied zwischen Arm und Reich ist nirgendwo so groß wie in Brasilien. Nirgendwo sonst liegen der Luxus und das Elend so dicht beieinander. Die Unterkünfte sind erbärmlich!“, betont sie. In qualvoller Enge und unter miserablen Hygienebedingungen kämpfen die Bewohner ums Überleben. Am Rande der Städte und Schnellstraßen errichten die Armen ihre Hütten auf staatlichem Grund und Boden aus allem, was sie finden können: Bretter, Schrott, Wellblech, Pappen und Kartons. Wer innerhalb von 24 Stunden eine Behausung mit vier Wänden errichtet hat, darf bleiben. Dabei dienen oftmals die Wände des Nachbarn als erster Bauansatz. In den Favelas gelten eigene Regeln und Gesetze. Schießereien, Raub und Vergewaltigungen gehören zur Tagesordnung. Nicht selten dienen Alkohol und Drogen dazu, das Elend zu vergessen.
Durch Patenschaften befreit PASSO FUNDO Kinder und Jugendliche aus diesem Teufelskreis. Mit den Spenden werden in der Diözese etwa 3.500 Heranwachsende zwischen 0 und 14 Jahren betreut. Sie leben weiter in ihren Familien, können aber die Schule besuchen und erhalten genug Essen und Kleidung. Familie Backes hat bereits drei Patenkinder. Man schreibt sich regelmäßig und schickt Fotos. „Ein Euro pro Tag kann einem Kind eine Perspektive für die Zukunft schenken“, sagt Elisabeth.
Wenn der Verein am 16. Oktober sein 30-jähriges Bestehen feiert, steht auch der traditionelle Bohneneintopf Feijoada auf dem Speiseplan. Elisabeth und Frank (ebenfalls Lehrer) kochen gern. In ihrer Küche finden wir eine beachtliche Sammlung von Gewürzen aus aller Welt.
Das Jubiläum beginnt um 11.30 Uhr mit einem Festgottesdienst mit Erzbischof Dom Osvino Both in St. Georg Heisingen. Nach dem Empfang ist Zeit für ein gemütliches Beisammensein im Gemeindesaal. Gäste sind natürlich herzlich willkommen, sollten sich aber nach Möglichkeit vorher anmelden.
addi
Kinderhilfe PASSO FUNDO e. V.
Gemeinnützige Körperschaft
Ottostraße 1 · 45307 Essen · Telefon: 0201/555564
Bürozeiten: Montag 9–16 Uhr, Dienstag bis Freitag 9–12 Uhr
1. Vorsitzender: Heinrich Lanius
2. Vorsitzende: Beate Oladeji
Ganz privat
Lieblingsmusik: von Samba über Rock und Pop bis Klassik
Lieblingsfarbe: alle Farben dieser Welt
Lieblingsessen: Salat, Gemüse, internationale Küche
Hobbys: Kinder, Familie, Lesen, Kunst
schönster Urlaub: Brasilien
beste Eigenschaften: empathisch, engagiert, hilfsbereit
Kleingarten Carl-Funke ist für Sigfrid Göretz das Paradies
Erbsen, Bohnen, Tomaten, Gurken, Kartoffeln, Kohlrabi und Kürbisse: Im Garten von Sigfrid und Monika Göretz wächst fast jedes Gemüse. Auch Obst gibt es mehr als reichlich. Ein Blumenmeer erfreut das Auge. Im Kleingartenverein Carl-Funke e.V. in Heisingen hat das Ehepaar sein Paradies gefunden.
„Hier geht keiner mit dem Zollstock rum, um die Höhe der Hecken zu messen.“ Das betont Sigfrid Göretz, seit rund acht Jahren Schriftführer des Vereins, gleich zu Beginn unseres Treffens. Eine herrliche Ruhe liegt über der 1991 errichteten Gartenanlage. Das parkartige Gelände liegt am Ende der Carl-Funke-Straße auf dem ehemaligen Gelände der Zeche, die 1973 stillgelegt wurde. Oberhalb des Baldeneysees, wo heute Radfahrer, Spaziergänger und Inlineskater ihre Freizeit genießen, erinnern noch ein Fördergerüst zwischen hohen Bäumen sowie eine Reihe schmucker Zechenhäuser an die Kohleförderung. Und eine Zechenlore am Eingang. Den Turm kann Göretz von seinem Garten sehen. „Einige Mitglieder haben selbst noch unter Tage gearbeitet, wie der erste Vorsitzende, Reinhold Schick.“ Über den alten Stollen sind alle Berufszweige vertreten – Arzt, Chemie-Professor, Handwerker und Lehrer bis zum Kommissar im Ruhestand.
31 Gärten mit einer Größe zwischen 290 und 400 Quadratmetern werden von den Mitgliedern liebevoll gepflegt. Die Holzgartenhäuschen ähneln sich und bieten ein harmonisches Bild. Rund 250 Kleingarten-Siedlungen gibt es auf Essener Stadtgebiet. Die in Heisingen gehört zu den kleinsten. „Hier darf jeder spazieren gehen“, sagt Göretz. Der 71-Jährige genießt die Vorzüge des Gartens seit 1997. Rechtzeitig vor seiner Pensionierung entdeckte er mit Ehefrau Monika und Tochter Sonja sein „kleines Paradies“. Fürs Blumenmeer sorgt Moni. Ein Drittel der Fläche ist reserviert für den Anbau von Obst- und Gemüse – so will es die Satzung. Im Treibhaus wachsen Blattsalat, Tomaten und schmackhafte Gurken, im Freiland gedeihen Bohnen, Erbsen, Fenchel, Möhren, Kartoffeln, Kohlrabi, Kürbis, Sellerie, Zucchini und Zwiebeln. Ganz zu schweigen vom Obst: Äpfel, Beeren, Birnen, Pflaumen und Zwetschgen stammen aus eigenem Anbau. „Angst vor EHEC hatte hier keiner!“, sagt er. Der Boden wurde in einer Tiefe von 80 cm versiegelt, um Belastungen zu vermeiden. „Tiefer darf niemand graben!“
Jährlich leisten die Pächter 15 Stunden Gemeinschaftsarbeit. Man kommt gut miteinander aus, feiert gern, trifft sich spontan am Grill oder auf eine Runde Skat beim Nachbarn. Geboren wurde Göretz in Erfurt. Die Familie stammte aus dem Saarland und wurde im 1. Kriegsjahr evakuiert. „Mit 5 kam ich zurück. Wir wohnten bei Saarbrücken.“ Nach der Schule folgte eine Lehre als Heizungsmonteur, mit 19 entdeckte er den Polizeidienst. Er verließ die Heimat, wurde in Münster, Wuppertal und Essen ausgebildet. In dieser Zeit lernte er Monika im Rhein-Ruhr-Café am Dom kennen. Sie hatte es aus Cuxhaven in den Pott verschlagen. „Von da an hätte mich nichts in der Welt wieder ins Saarland bringen können. Mein Vater schlug damals die Hände über dem Kopf zusammen, verstand nicht, wie einer freiwillig ins Ruhrgebiet zieht!“, erinnert er sich. Viele Jahre später überzeugte sich der alte Herr selbst davon, wie „schön grün man hier leben kann.“
Beim Personen- und Objektschutz in der damaligen Bundeshauptstadt Bonn fühlte sich Göretz nicht wohl. „Das war nicht mein Ding! Ich wollte mit Menschen zu tun haben.“ Er bat um Versetzung und landete in Essen. Geheiratet wurde 1964, zwei Jahre später kam Sonja zur Welt. Auf Streife erlebte er so ziemlich alles, was einem Polizisten begegnen kann. Tragik, Gewalt, aber auch immer wieder Herzliches. Als Hauptkommissar bekämpfte er die „mittlere Kriminalität“ – untersuchte unter anderem Betrugs- und Diebstahlsdelikte sowie Körperverletzungen. Im Jahr 2000 gab er als Leiter der Polizei in Werden Dienstmarke und Waffe ab und tauschte das Büro gegen die lauschige Terrasse.
„Ich bin Frühaufsteher“, sagt Göretz und lacht. Als zweifacher, engagierter Opa hat der Hobbygärtner ein volles Programm, entsprechend früh beginnt sein Tag. Er ist zudem treuer Fan von Rot-Weiß-Essen und besucht alle Heimspiele. „Nur der RWE! Das ist keine Frage!“ Sportliches Radfahren um den See und gelegentliches Joggen mit Monika halten den begeisterten Leser der Venedig-Krimis von Donna Leon fit. Doch sein Haupt-Tatort ist und bleibt der Garten.
addi
Ganz privat
Lieblingsmusik: Operetten, Strauß-Melodien
Lieblingsfarbe: „Bunt, wie unsere Blumen!“
Lieblingsessen: Saarländische Küche, Deftiges wie Leberknödel
Hobbys: Garten, Radfahren um den See, Joggen, Lesen
schönster Urlaub: Mit dem Hurtigruten-Schiff zum Nordkap
beste Eigenschaften: kontaktfreudig und interessiert
Traudel Eggenstein hat ein Behandlungskonzept entwickelt
„Burnout“ – auch heute noch ist die Bandbreite der Reaktionen groß, wenn dieser Begriff zum Gesprächsthema wird.
Vom „Nee, ist schon klar – der oder die hat einfach keinen Bock zum Arbeiten“ bis zur Anerkennung als ernsthafte, unbedingt behandlungswürdige Krankheit sind dann viele Argumente zu hören. Für Traudel Eggenstein, Coach für Neuro-Linguistische Programmierung (NLP), ein Konzept für Kommunikation und Veränderung, ist eines auf jeden Fall ganz klar, wenn es darum geht, dass sich ein Mensch „ausgebrannt“ fühlt: „Diese Diagnose hat sich von 2004 bis 2010 verneunfacht. In den Fällen, in denen tatsächlich das Burnout-Syndrom vorliegt, das in vier Phasen die Psyche des Menschen leiden lässt, gibt es Möglichkeiten zur Hilfe.“ Traudel Eggenstein hat ein Konzept entwickelt, das sie im Gespräch mit dem Frühaufsteher vorstellt.
Die 1953 geborene Heilpraktikerin, die sich 1996 mit eigener Praxis selbstständig gemacht hat, unterteilt den Burnout in aufeinanderfolgende, aber auch ineinandergreifende Abschnitte: Angefangen vom Gefühl der Überarbeitung, einhergehend mit Unruhe und körperlichen Folgen wie Schlafstörungen, Migräne oder Tinnitus, setzen sich die Symptome fort mit dem fortschreitenden Rückzug der Person, dem Abbau der Leistungsfähigkeit und psychosomatischen Beschwerden, inklusive Auswirkungen auf Herz-Kreislauf, Magen-Darm und Rücken. In der dritten Phase folgen Verzweiflung, Angst, Depression, körperliche Schwäche und die Verstärkung der psychosomatischen Beschwerden. „Am Ende steht die totale Leere, die Hilflosigkeit, der Zusammenbruch – nichts geht mehr!“, sagt Traudel Eggenstein. Das alles auch zu einem Großteil begründet durch das Fehlen von sozialen Bindungen in Familie und im Freundeskreis. „Und wenn die betroffene Person dann auch ihrem Beruf nicht mehr nachgehen kann, ist sie komplett herausgerissen aus allem, was Unterstützung und Halt geben könnte. Es bleibt einzig allein die Konfliktorientierung, ein Kreis, in dem man sich dann ständig bewegt.“
Und das ist der Zeitpunkt, in dem zwar der Betroffene kaum noch den eigenen Antrieb aufbringen kann, sich behandeln zu lassen, aber Hilfe durch Angehörige und Freunde dafür sorgen kann, dass Traudel Eggenstein ihre Arbeit aufnimmt. Ihr Behandlungskonzept hat sie aus der klassischen Psychotherapie und dem Coaching herausgearbeitet, nach jahrelanger Erfahrung unter anderem in der Arbeit mit hyperaktiven Kindern, in der Sterbebegleitung, im klassischen Unternehmenscoaching und im Sport-Mentaltraining. „Aus allem habe ich ein ureigenes Programm entwickelt.“ Zehn bis 15 Gesprächsstunden sind vorgesehen, allerdings immer mit einer Vorgabe: „Es wird nie zwischendurch abgebrochen, weil die Zeit um ist. Mein Patient soll immer mit guten Gefühlen nach Hause gehen.“
Am Anfang steht immer die Analyse, Symptome und Ursachen werden ergründet. Dann folgt die Therapie, in Form von Coachinggesprächen, Übungen, Chinesischer Medizin und auch Heilhypnose. Ein ganz wichtiger Aspekt des Ganzen ist für Traudel Eggenstein die Kommunikation: „Wir erarbeiten einen neuen, positiven Sprachgebrauch, lernen mit Kritik umzugehen und nicht nur darunter zu leiden. Auch die sprachliche Durchsetzungsfähigkeit ist dann ein Thema, die klare Formulierung der eigenen Bedürfnisse. Mein Patient lernt, sich mit Hilfe der Zauberei der Sprache zur Wehr zu setzen.“
Und damit auch die Ziele der Therapie zu erreichen – die Möglichkeit zur Steuerung innerer Bilder, die Fokussierung der Aufmerksamkeit und die „gesunde“ Kombination von Realität und Vorstellung. Doch wie der Weg dahin genau aussieht, weiß Traudel Eggenstein natürlich viel besser als der Berichterstatter vom Frühaufsteher. Und deshalb ist ein persönliches Gespräch die beste Wahl: Telefon: 0201/572109, E-Mail-Kontaktaufnahme unter info@traudel-eggenstein.de, Internet: www.traudel-eggenstein.de
greis
Fahrschule Markus Sachs betreut Schüler individuell
Ein Fahrlehrer muss nicht nur gut Autofahren können und die Straßenverkehrsordnung genau kennen. Wer mit Anfängern hinter dem Steuer sitzt, braucht neben pädagogischem Geschick vor allem Einfühlungsvermögen. Markus Sachs hat den richtigen Draht zu seinen Schülern. Seit 2009 an der Frankenstraße 122 unterhält er nun eine Zweigstelle an der Laurastraße 2.
Jeder Fahrschüler ist anders, weil jeder Mensch anders ist. Was dem einen leicht fällt, gelingt dem anderen nur unter größten Anstrengungen. Dazwischen gibt es viele Nuancen. Als Markus Sachs (42) im April 2009 seine erste Fahrschule eröffnete, war ihm eines klar: „Bei mir sollen sich die Schüler ihr Leben lang gern an die Fahrschulzeit erinnern.“ Der gebürtige Essener war zuvor zehn Jahre in der Fahrschule Rolf Schmitz in Kupferdreh beschäftigt, wo er auch seine Ausbildung absolvierte. Einige Jahre unterrichtete er in Heisingen. Von Kai Schmitz, dem Sohn des Chefs, hat er die Dependance in Burgaltendorf übernommen.
„Das Menschliche steht hier im Vordergrund“, sagt Sachs beim Frühaufsteher-Besuch in der Laurastraße 2. Modern und optisch ansprechend präsentiert sich der Unterrichtsraum. Die Anordnung der Möbel und die Farbauswahl erfolgte nach Feng-Shui-Prinzipien. Die in Asien weit verbreitete Theorie der fünf Elemente Feuer, Metall, Erde, Holz und Wasser untersucht die Einflüsse von Natur und Umwelt auf den Menschen und sein Verhalten. Klingt kompliziert. Sachs Ziel heißt schlicht „wohlfühlen“. Dieses Prinzip verfolgt auch sein angestellter Fahrlehrer Frank Vetter. Die Schüler nehmen an der Laurastraße in geräumigen Kinosesseln Platz. Per Beamer werden Verkehrsituationen, Regeln und Zeichen erklärt. „Jeder lernt anders! Dem versuchen wir, gerecht zu werden.“ Dazu gehört ein moderner Unterricht mit Gruppenarbeit. Wer die Theorie-Prüfung ablegen will, muss mindestens zwölf Einheiten à 90 Minuten vorweisen. „Durch die beiden Standorte können unsere Schüler viermal pro Woche Theorie lernen. Montags und mittwochs in Rellinghausen, dienstags und donnerstags in Burgaltendorf.“ Am PC können sie jederzeit büffeln.
Für die praktische Ausbildung stehen drei gut motorisierte Pkw sowie vier hochwertige Motorräder zur Verfügung: VW Tiguan TDI (Baujahr 2010), Golf 6 GTI, Golf 6 Rline TDI sowie eine Suzuki Gsr 600, Suzuki Gladius 650, Sachs zz 125 und eine Sachs Bee 50. Auch Anhänger-Stunden sind möglich. Seit 2000 gibt es für das Mitführen von Anhängern mit einer zulässigen Gesamtmasse über 750 kg einen Extra-Führerschein (Klasse BE). Weil er selbst gern mit dem Wohnwagen verreist, kennt Sachs die Probleme. „Selbst für versierte Fahrer ist das Lenken von Gespannen eine Herausforderung“, betont er. Nicht immer geht es gut aus: Auf Reisen hat er schon so manchen schweren Unfall mit Wohnwagen gesehen. „Viele muten sich zu lange Strecken zu. In einem Rutsch von hier bis Spanien, das ist gefährlich!“
Wer noch den alten „Lappen“ der Klasse 3 besitzt, darf damit Anhänger bis zu einem Gesamtgewicht von 3,5 t ziehen. Theoretisch. Seine Tipps: Vorgeschriebene Geschwindigkeit von 80, bzw. 100 km/h einhalten. Runter vom Gas bei Seitenwind! Wenn Caravan, Pferd oder Boot am Haken hängen, ist der Bremsweg deutlich länger. „Da ist viel mehr Abstand zu anderen nötig!“ Gefürchtet ist das Schlingern. Wer richtig zulädt und den Reifendruck des Hängers beachtet, beugt vor. „Wenn der Hänger leicht schlingert, obwohl es keine Lenkbewegungen gibt, sollten die Alarmglocken läuten“, warnt Sachs. Dann hilft nur eins: Tempo reduzieren, damit sich das Gespann wieder beruhigt.
Mit Ehefrau Kerstin (34) und Tochter Katharina (3) macht er gern Camping am Bodensee. Dort kann er auch Motorradfahren, eines seiner wenigen Hobbys. Ist er nicht in einer seiner Fahrschulen oder im Auto unterwegs, verbringt er Zeit mit der Familie. Als treuer Schalke-Fan verfolgt Markus aufmerksam die Spiele der Königsblauen. In Burgaltendorf fühlt er sich wohl. Nicht nur die grüne, bergige Lage und die Ruine sind attraktiv. „Das Wodantal, ein Eldorado für Motorradfahrer, liegt vor der Tür“. Auch für Überlandtouren ist der Standort günstig. Anfahren am Berg und eine gute Kurventechnik sind keine Kür, sondern gehören zum Alltag am Steuer.
Eines ist Markus ganz wichtig: Er will die Prüfungsangst nehmen. „Die Prüfer sind auch Menschen und wollen keinem etwas Böses!“ Im Fahrschulwagen jedenfalls herrscht eine ruhige, lockere Atmosphäre. Der humorvolle Lehrer kann sich gut in die Schüler hineinversetzen. Nicht jeder kommt mit 16-einhalb zu ihm. 2010 meldete sich ein fideler 72-Jähriger an. „Er besaß vorher nie den Führerschein. Jetzt ist er ein guter Fahrer, und wir begegnen uns oft im Auto. Er winkt mir zu!“ Auch Frauen, die lange wenig oder gar nicht mehr gefahren sind, macht Sachs wieder fit für den Straßenverkehr. Privat darf immer Ehefrau Kerstin fahren. Ehrensache: „Ich rede ihr nie rein, wenn sie am Steuer sitzt.“
addi
Ganz privat
Lieblingsmusik: Meat Loaf
Lieblingsfarbe: Königsblau
Lieblingsessen: Asiatisch
Hobbys: Tochter, Beruf, Schalke
schönster Urlaub: Camping, am liebsten am Bodensee
beste Eigenschaften: humorvoll und einfühlsam