Frank Zillmann schreibt Gedichte zur „Selbstbewältigung“ – und ist damit bei Wettbewerben erfolgreich

Frank Zillmann

Frank Zillmann

„Selbstbewältigung“ nennt Frank Zillmann das Verfassen von Gedichten, das er dazu nutzte, sich über Gefühle klar zu werden, oder sie zu verarbeiten.
Auslöser war im Jahre 1995 eine unerfüllte große Liebe: „Da habe ich ein Ventil benötigt und einfach mit dem Schreiben losgelegt“, erinnert sich der 30-Jährige. Nun ist er mit einem seiner kleinen Gedichtwerke sogar beim Wettbewerb der „Bibliothek deutschsprachiger Gedichte“ erfolgreich gewesen. Bei über 1.000 Teilnehmern schaffte er den Sprung in die Anthologie „Ausgewählte Werke XIII“, außerdem wurde sein Gedicht „Ich tanzte“ professionell vertont.
Bei der Stadt Bochum ist Frank Zillmann beschäftigt, im Zins- und Schuldenmanagement hat er, gerade in einer finanziell nicht auf Rosen gebetteten Stadt, viel Verantwortung zu tragen und viel zu tun. Doch wenn sein Arbeitstag beendet ist, widmet er sich auch gern den Dingen, die die zwischenmenschlichen Gefühle betreffen. Und das alles, „Von Liebe, Melancholie, Depression und Glück“, wie er auch ein eigens für ihn aus seinen ursprünglichen in einer „Lose-Blatt“-Sammlung erstellten Werken produziertes Buch genannt hat, fasste er von 1995, damals mit gerade 15 Jahren, bis zum Jahre 2005 in Versen zusammen. „Am Anfang waren meine Texte noch viel blumiger, je mehr ich mich entwickelt habe, desto treffender und prägnanter wurden sie“, sagt Zillmann. Eines haben jedoch alle Gedichte gemeinsam: „Das Verarbeiten der Gefühle hat damit immer gut geklappt.“
Vor rund fünf Jahren versiegte dann zwar Motivation und Notwendigkeit, sich in dieser Form auszudrücken – nicht zuletzt durch eine diesmal erfüllte Liebe –, doch immer wieder einmal sendet er Gedichte zu Wettbewerben ein, und sammelte aktuell nicht zum ersten Mal Anerkennung: „Ein Grund, wieder mit dem Schreiben anzufangen, ist das aber nicht. Wenn ich das Bedürfnis wieder einmal habe, werde ich es sicher machen. Aber das muss von selber kommen.“
Und so widmet er sich zur Zeit eher nicht so sehr dem Gedichte schreiben, sondern in erster Linie seiner Familie – Ehefrau Silvia und den beiden Kindern Jonas (knapp drei Jahre jung) und Florian, der bald seinen ersten Geburtstag feiert. Außerdem trainiert der Braungürtel-Träger seit 13 Jahren Kinder in Sachen Karate, ganz aktuell wird am eigenen kleinen Häuschen fleißig renoviert und angebaut. „Familie, Arbeit und Sport fordern mich schon genug“, bilanziert Zillmann, der von seiner poetischen Vergangenheit (und Gegenwart) nur seiner engsten Arbeitskollegin erzählt hat. Sie wird es dann auch wohl sein, die neben Ehefrau Silvia neue Werke von Frank Zillmann, sollten sie denn in Zukunft entstehen, als Erste lesen darf.

greis

Das erfolgreiche Gedicht
„Ich tanzte“

ich tanzte
auf schmierfilm-pfützen
herbstlich kalt schimmerte
der regenbogen unter mir

ich hob nur kurz ab
um mit dir zu schweben
ein kurzer ausflug
in ein wenig glück
ohne boden unter den füßen
noch eine tüte milch holen
eben ein paar eier kaufen

ich bin seitdem
nicht mehr gelandet

Neuer Wettbewerb
Preise im Wert von 7.000 Euro
Die „Bibliothek deutschsprachiger Gedichte“ lädt zum 14. Mal zur Teilnahme an ihrem Poesie-Wettstreit ein. Ambitionierte Hobby-Autoren sind aufgerufen, bis zum 30. April ein Gedicht zu einem Thema der eigenen Wahl einzuschicken. Die Teilnahme ist kostenlos. Attraktive Preise im Gesamtwert von 7.000 Euro warten auf die Gewinner, unter anderem eine Vertonung des Gedichts und die Aufnahme in eine Anthologie. Genaue Teilnahmebedingungen und das Teilnahmeformular unter www.gedichte-bibliothek.de

Ganz privat
Lieblingsmusik: Meine CD-Sammlung ist fest in deutscher Hand: Von den Toten Hosen über Heinz-Rudolf Kunze bis zu Klaus Lage
Lieblingsfarbe: Orange
Lieblingsessen: Lasagne
schönster Urlaub: Ibiza
beste Eigenschaften: Geradlinigkeit