Hiltrud Ruppert gibt im Büdchen für die DJK Märkisch Hattingen alles

Hiltrud Ruppert

Hiltrud Ruppert

Von der Sicherheitsnadel bis zur Kopfschmerztablette: Wenn beim Training oder an den Spieltagen der DJK Märkisch Hattingen etwas fehlt, müssen die Mitglieder der Fußball-Abteilung nicht erst weit in die Ferne schweifen.
Denn die Gute ist so nahe: Hiltrud Ruppert, von allen nur „Hilli“ gerufen, schaut einfach in ihrem Büdchen auf der Platzanlage an der Waldstraße nach und hat mit großer Wahrscheinlichkeit das Gesuchte schnell zur Hand.
Ihr 50-jähriges Bestehen feiert die Kicker-Sparte des Vereins in diesem Jahr, die 72-Jährige ist seit rund 15 Jahren dabei. Immer schon fußballinteressiert, brachte das Engagement ihrer Söhne Jörg und Carsten sie in Kontakt mit der DJK Märkisch.
Hiltrud Ruppert ist das Musterbeispiel für all die ehrenamtlichen Helfer, die in heimischen Clubs ganz viel Arbeit im Hintergrund verrichten, sich für nichts zu schade sind – so hat sich „Hilli“ auch bereit erklärt, für das Putzen des Vereinsbüros zuständig zu sein – viel Zeit aufwenden und sich einfach freuen, wenn ihnen dafür die dankbare Anerkennung der Vereinsmitglieder zuteil wird. „Ich steh’ auf die Jugend“, so beschreibt Hiltrud Ruppert ihre Motivation, bei Wind und Wetter auf dem Platz im Verkaufsstand für Pommes und Co. zu sorgen, zusammen mit ihrer Mitstreiterin Senep Sadar („Wir ergänzen uns richtig gut.“). Weiter sagt sie: „Mit meinen 72 Jahren, was soll ich da allein zuhause sitzen. Es bringt mir doch großen Auftrieb, wenn ich zum Beispiel nach einer dreiwöchigen Spielpause mitbekomme, wie die Jungs mich vermisst haben. Das merke ich allein schon an den herzlichen Umarmungen. Die Jungs wissen zu schätzen, was ich mache.“ Und allein schon solche Situationen, in denen beispielsweise ein kleiner Nachwuchs-Stürmer vor ihr steht, der gerade beim 19:0 seiner Mannschaft neun Treffer erzielt hat, Pommes bestellt und, mit wichtiger Miene, ganz wie die Großen bilanziert: „Das war ein richtig schweres Spiel!“ Noch Tage danach habe sie beim Gedanken an diese Szene fröhlich gelacht, sagt Hiltrud Ruppert.
Und so ist es in den Reihen der DJK Märkisch Hattingen ein gegenseitiges Geben und Nehmen, das aber auch durchaus schon mal durch etwas kritischere Töne unterbrochen werden kann. Allerdings eher selten, vielleicht zwei Mal im Jahr, wie „Hilli“ sagt: „Aber wenn ich mal was zu sagen habe, dann mache ich auch den Mund auf.“
Im Grunde also der Idealzustand, ohne den (in jedem Verein) einfach nicht wirklich viel gelingen könnte. Der herrscht in Sachen kulinarischer Versorgung an der Waldstraße ohnehin: Neben den obligatorischen Bratwürstchen und den länglichen Kartoffeln aus der Fritteuse gibt es als besonderen Service auch türkische Spezialitäten und als besonderes Highlight die selbstgemachten Reibekuchen mit Apfelmus: „Ich denke, da freuen sich auch viele Besucher unserer Spiele besonders drauf.“
Und noch etwas ganz Bemerkenswertes hat die 72-Jährige auch in diesem Jahr wieder zu bieten: Bereits 400 Gläser mit Marmelade hat sie schon eingekocht, „jetzt kommen noch Brombeer, Holunder und Quitten.“ Auf dem Hattinger Weihnachtsmarkt, auf dem die DJK Märkisch Hattingen einen eigenen Stand hat, wird der leckere Brotaufstrich dann zu Gunsten der Jugendabteilung verkauft. Im letzten Jahr immerhin mit einem beachtlichen Erlös von 200 Euro.
Ach ja, und wenn in den letzten Wochen mal keine Marmelade auf dem Programm stand, dann hat Hiltrud Ruppert, die im Metzgerei-Handwerk gelernt hat, natürlich die Frauenfußball-WM, bekanntlich ohne deutsches Happy-End, verfolgt. Denn diese Variante des Spiels mit dem runden Spielgerät findet sie richtig gut: „Das ist ganz toll. Frauen können das auch.“ Bei Märkisch Hattingen gibt es zwar momentan keine Abteilung mit Mädchen oder Fußball spielenden Damen. Doch sollte das in Zukunft wieder ins Vereinsgeschehen aufgenommen werden, ist „Hilli“ bestimmt eine der ersten, die ihre Hilfe anbietet.

greis

Ganz privat
Lieblingsmusik: ältere Schlager
Lieblingsfarbe: angelehnt an die Vereinsfarben: natürlich Blau-Gelb
Lieblingsessen: Eintöpfe aller Art
Hobbys: Neben Märkisch Hattingen bin ich noch in einem Bastelkreis aktiv, außerdem kümmere ich mich natürlich auch intensiv um die Marmelade für den Weihnachtsmarkt.
schönster Urlaub: In Antalya in der Türkei mit meinem Mann. Aber ich fahre auch immer wieder und immer wieder gerne in den Harz.
beste Eigenschaften: Zuverlässigkeit ist erstes Gebot. (Was auch Gesamtvereins-Vorsitzender Michael Lunemann mit einem nachdrücklichen Nicken bestätigt.)