Horst Schmerbeck und die Hattinger Imker bestellen den Bredenscheider Bienengarten
Wenn Horst Schmerbeck nicht gerade die Schüler der Gesamtschule Welper für Mathe und Physik begeistert, ist es sehr wahrscheinlich, dass er sich gerade in der einen oder anderen Art und Weise mit seinen Bienen beschäftigt. Er ist Erster Vorsitzender des Imkervereins Hattingen e. V., der „Am Zippe“ in Bredenscheid einen Bienengarten betreibt.
Wie kommt man darauf, Bienengärtner zu werden? „Ein Kollege hat mich angesteckt“, erzählt der Vater dreier Kinder, die den elterlichen Bienenstock bereits verlassen haben. „Der hat mich mitgenommen, ich habe zunächst mitgeholfen und bin dabei geblieben.“
Nachwuchs – die königliche Aufgabe
Die Bienen haben Horst Schmerbecks Interesse also erfolgreich befruchtet. Ich erfahre, dass die Königin aus allen „ganz normalen“ Eiern gezogen werden kann, diese aber nach 1, 2 Tagen im Gegensatz zu den zukünftigen Arbeiterinnen weiterhin etwas Besonderes zu essen bekommt: das so genannte Gelée Royale.
Wer die verantwortungsvolle Aufgabe hat, für den Nachwuchs zu sorgen, der darf sich wohl auch königlich darauf vorbereiten!
Ist die Königin „fertig“, fliegt sie zur Paarung, kommt zurück und legt bis zu 2.000 Eier am Tag. „Innerhalb eines Jahres kann man ernten“, erklärt mir der Hattinger Imker, der naturnah am Hattinger Stadtwald lebt und in der Nähe von Lüdenscheid aufgewachsen ist.
Bienen sind hervorragende Baumeister
Neben Honig und Gelée Royale hat sicher schon mancher etwas über „Propolis“ gehört. Was genau verbirgt sich denn dahinter? „Mit diesem harzartigen Stoff dichten die Bienen kleine Öffnungen ab und hemmen das Wachstum von Keimen, die bei 35 Grad Celsius natürlich beste Bedingungen vorfinden.“ Die Natur bringt schon Erstaunliches hervor. Mich fasziniert, was die Bienen auf die Beine und Flügel stellen: Ein Bienenstaat kann 40.000 Bienen beherbergen. Ohne jedes „Werkzeug“ bauen die Bienen in totaler Finsternis tausende Wabenzellen – und alle werden gleich groß.
Was meinen Sie, liebe Leser, wie viele Blüten die Arbeiterinnen für 500 g Honig anfliegen? Beeindruckende 1.000.000 sind es.
Ich könnte noch stundenlang erfragen, wie das alles genau funktioniert. Wem es auch so geht, der kann sich gerne an die Hattinger Imker wenden. Was sollte man eigentlich mitbringen, wenn man selbst Hand an den Honig legen will?
Honig aus dem Schleudergang
„Ruhe und Geduld braucht man, wenn man sich mit den Bienen befasst“, klärt mich der sympathische Schüler- und Bienenbetreuer auf. „Allzu eilig sollte man es nicht haben.“ Belohnt wird man dafür natürlich mit dem Honig: Pro Bienenvolk und „Schleudergang“ erhält man circa 20 kg. Horst Schmerbeck hat Ende Juni zum zweiten Mal in diesem Jahr geschleudert. Was er wohl später als Lieblingsessen angeben wird?
Auf Tuchfühlung mit der Biene
Der hauptberufliche Pädagoge findet es besonders wichtig, Menschen – vor allem Kinder und Jugendliche – an die Vorgänge in der Natur heranzuführen. „Viele bekommen so einen natürlichen ‚Produktionsprozess‘ heute ja gar nicht mehr mit.“
Ein Stück Natur erfahren kann man bei ihm und seinen Mit-Imkern: Der Bredenscheider Bienengarten bietet Informationen, einen Schaukasten und führt durch die Welt der Bienen. Bei der Begegnung mit der Biene gehen mutige Exemplare der Spezies Mensch auf Tuchfühlung. „Bienen werden heute auf Sanftmut gezüchtet“, erläutert Horst Schmerbeck. Aggressive Zeitgenossen sind weder bei menschlichen noch bei tierischen Völkern gefragt – auch relativ wenige Randalierer sorgen für schlechte Stimmung.
Wer schon jetzt oder vielleicht nach einer Führung beschließt, unter die Imker zu gehen: „Ab Ende März schulen wir gerne Neu-Imker“, freut sich Horst Schmerbeck auf viele weitere Bienenfreunde.
pgs
Imkerverein Hattingen e. V.
Bienengarten Am Zippe,
Am Zippe 50, · 45529 Hattingen,
E-Mail: info@imkerverein-hattingen.de,
Internet: www.imkerverein-hattingen.de,
Telefon (Horst Schmerbeck): 02324/27345
Die Führungen: Bienen, Flora und Fauna
Der Bienengarten zeigt Besuchern anschaulich, wie notwendig Bienen für Vielfalt und Fortbestand von Flora und Fauna sind. Kindergartengruppen, Schulklassen, Vereine und Kleingruppen können für 0,50 Euro pro Kopf Führungen buchen. Einige Male im Jahr zeigen die Aktiven Arbeiten an den Bienenvölkern, Honigschleudern oder Wachsverarbeitung. Einfach die Website besuchen, auf die Tagespresse achten oder anrufen und Termin vereinbaren!
Für Imker und die es werden wollen:
Vereinssitzungen gibt es an jedem ersten Mittwoch im Monat um 19 Uhr im Schulungsraum im Bienengarten.
Gut zu wissen: Expertise von Erfahrenen
Den Jungimkern stehen erfahrene „Bienengärtner“ als Paten zur Seite, die Neulinge Schritt für Schritt anleiten. Auch die „Vereinsvölker“ und die Möglichkeit, Ausrüstung zunächst zu leihen, erleichtern den Einstieg.
Ganz privat
Lieblingsmusik: Rolling Stones, Bob Dylan
Lieblingsfarbe: Hat er nicht
Lieblingsessen: Honigbrot (!)
Hobbys: Imkern, AG Robotersteuerung
schönster Urlaub: Immer wieder anderswo
beste Eigenschaften: Beständig



