Lars Friedrichs erster Roman spielt im Wienerwald

Lars Friedrich

Lars Friedrich

Kronprinz Rudolf, Sohn von Elisabeth von Österreich-Ungarn, österreichische Kaiserin, Sisi oder Lisi und uns allen wohl besser als „Sissi“ bekannt, starb im niederösterreichischen Mayerling. Wie entstand die Verbindung zwischen Hattingen-Welper und Mayerling – und wie kommt ein junger Hattinger dazu, sich für das österreichische Kaiserhaus zu begeistern? Immerhin liegen zwischen beiden Orten rund eintausend Kilometer.
Doch nicht Rudolf und Sissi stehen im Mittelpunkt unseres Gespräches, sondern Lars Friedrich, Hattinger Autor und Journalist. Er ist sozusagen ein Achtundsechziger – da wurde er nämlich geboren. Allerdings wuchs er in Welper auf und nicht in Niederösterreich, dessen Geschichte ihn schon früh fasziniert hat.

Schuld war nur der Zivildienst

„Im Hattinger Altenheim an der Brandtstraße lernte ich als Zivildienstleistender eine gebürtige Wienerin kennen, die als Kind noch Kaiser Franz Joseph erlebt hatte. Ich fand das sehr spannend. Meine Eltern besuchten die Osterfestspiele in Salzburg; ich bat sie, mir doch einmal ein Buch über die Habsburger mitzubringen“, erzählt der sympathische Vater zweier Kinder, der heute mit seiner Familie in Hattingen-Holthausen lebt. „Und eine Kundin meiner Mutter war die Biografin Brigitte Hamann.“ So kam eine Informationsquelle zur anderen; ohne Internet war das ja alles nicht ganz einfach.

Noblesse oblige

Lars Friedrich las alles, was er über „sein“ Thema bekam – und stellte fest: „Überall stand etwas anderes.“ Neugierig, wie Journalisten und Autoren nun einmal sind, rief er kurz entschlossen die Habsburger an. Sein Mut wurde belohnt: Erzherzogin Rosemary von Habsburg-Lothringen lud den Hattinger ein. Der Freund von Sissi und besonders ihres Sohnes Rudolf erläutert: „Dieser offene Persebeuger Zweig leistet sich den Luxus einer eigenen Meinung.“

Von Thronfolgern und Karmelitern

Über die Bochumer Zisterzienser lernte Lars Friedrich den Karmel Mayerling im Wienerwald  kennen, der im ehemaligen Jagdschloss des Kronprinzen Rudolf zu Hause ist. Das Ergebnis seines Interesses sind eine Ortschronik von Mayerling, das Mayerling-Sammelsurium und Kronprinz Rudolf, Erinnerungen an einen Thronfolger.
„Natürlich habe ich auch zahlreiche Devotionalien“, erfährt die Frühaufsteherin. „Einige Stücke waren schon im Museum Graz und auch in der Elisabeth-Ausstellung in  Unterwittelsbach in Aichach.“

Von Fakten zu Fiktionen: Der Roman „Das Heiligenkreuz-Komplott“

Nun hat der vielseitige Hattinger Lars Friedrich – natürlich trinken wir stilecht Kaffee, schließlich reden wir über Österreich – seinen ersten Roman geschrieben: Das Heiligenkreuz-Komplott spielt im Wienerwald. Aus einer journalistischen Bestandsaufnahme wird ein Krimi um Politiker, korrumpierbare Priester und unechte Polizisten. Mehr verraten wir hier allerdings nicht; wir wollen niemandem die Spannung nehmen.
„Ich fand es sehr reizvoll, Geschichte und Gegenwart miteinander zu verknüpfen“, beschreibt Lars Friedrich, wie er auf sein Romanthema gekommen ist.

Ein Löwenkäfig und ein gefundenes Fressen

Geschrieben hat mein Gesprächspartner übrigens schon immer für verschiedene Zeitungen und Publikationen in unterschiedlichen Regionen.  Ein auf Lars Friedrich zugeschnittener Einsatz war seine Arbeit als Tourneepressesprecher bei Roncalli. „Mit Jango Edwards unterwegs zu sein ist schon etwas Besonderes“, denkt er zurück. Lars Friedrich hatte bei Roncalli schon früher in einem umgebauten historischen Löwenkäfig Würstchen gegrillt und konnte nebenbei im österreichischen Staatsarchiv recherchieren. Wieso muss ich jetzt an ein gefundenes Fressen für hungrige Löwen, pardon, Autoren denken?

Aktuelles Projekt: Hattingen in der Steinzeit

Heute arbeitet Lars Friedrich in der Werbeabteilung des Bochumer Studienkreises. Gibt es noch etwas außer der Arbeit und „seinem“ kaiserlichen Thema, das ihn fesselt? „Ich plane zurzeit eine Ausstellung über Hattingens Steinzeit“, sagt Lars Friedrich. Auf unsere Frage nach der besten Eigenschaft antwortet er mit „hartnäckig im positiven Sinne“. Lieber Herr Friedrich, ohne diese Hartnäckigkeit wären Sie bestimmt nicht von den Habsburgern eingeladen worden, es gäbe Ihre Mayerling-und Kronprinz-Rudolf-Bücher ebenso wenig wie Ihren neuen Roman – und vielleicht auch keine Hattingen-in-der-Steinzeit-Ausstellung. Wir sind schon gespannt, was wir von Ihnen noch alles hören werden. Weiterhin frohes Schaffen wünscht der Frühaufsteher!

pgs

Ganz privat
Lieblingsmusik: Klassik
Lieblingsfarbe: Grün
Lieblingsessen: Linsensuppe
Hobbys: Mayerling; Hattinger Stadtgeschichte
schönster Urlaub: Österreich
beste Eigenschaften: hartnäckig – im positiven Sinne