Ein Rosenmontag bei Schmittes in Kupferdreh
„Uschi, es hat geklingelt!“
Und es sollte noch reichlich klingeln, vor allem, nachdem der Rosenmontagszug das Haus an der Kupferdreher Straße 181 passiert hatte. Das ist die Adresse von Uschi und Bernd Schmitte, und die haben nicht nur an diesem Tag gerne ihre engsten Freunde um sich. Nun gibt es ja kleine und größere Freundeskreise – letzteres dürfte in diesem Fall jedoch noch untertrieben sein. Da wäre zum Beispiel Georg Boeckler. Sein Vater hatte ein Fotogeschäft im Ort, er selbst hat als Mieter während seiner Ausbildungszeit im Haus der Schmittes gewohnt. „Für mich ist ein Besuch hier auch immer ein Stück Nostalgie“, erklärt er. Ob er deshalb die Cowboyverkleidung gewählt hat? Sigrid und Jürgen Gentzmer vom gleichnamigen Gartenbaubetrieb gehören ebenfalls seit vielen Jahren zur Rosenmontagsgesellschaft, genauso wie Heinz-Gerd Zerbahn, der heute als Koch unterwegs ist. Aber wie wird man eigentlich zum „Geheimtipp“ für tolle Feten? Nun, Uschis Vater war „ein echter Kölsche Jeck“ mit entsprechend gastfreundlichen Eigenschaften, während die Mutter aus Westfalen stammte. „Wer sich da beim Gencocktail durchgesetzt hat, kannste Dir ja denken“, kichert Uschi. Und Ehemann Bernd macht – ganz unwestfälisch – sowieso jeden Spaß mit, ihn kann nichts aus der Ruhe bringen. „Wenn einer Stress macht, dann Uschi“, frotzelt er und fängt sich einen passenden Blick seiner Gattin ein, die allerdings gleich wieder zur Tür eilen muss: Foto-Designerin Anke Espay ist da und hat ihre Eltern „mit raufgeholt“. Es folgt das Ehepaar Pointinger. (Einmal Tür aufmachen – fünf neue Gäste, das nennt man Timing.) Bernd steht bereits wieder hinter der Theke und sorgt für den frisch gezapften Willkommensgruß. „In Rio regnets“, wirft Cowboy Georg triumphierend in die Runde. Tatsächlich ist der Kupferdreher Rosenmontag seit Jahren endlich wieder ein sonniger Tag, da ist Häme in Richtung südamerikanischer Konkurrenz durchaus angebracht. „Und feiern kann man auf der Ruhrhalbinsel mindestens genauso gut“, bestätigt die „wilde Hilde“, „Kupferdreher Mädel und Uschis liebe Freundin“. Hildegard Betker und Uschi Schmitte gehören zum ehemaligen Kegelclub namens „Winterpfläumchen“, und die brauchen eigentlich keinen offiziellen Anlass, um Freude zu verbreiten. „Das ist eben ein fröhliches Haus, aber das weißt Du ja selbst“, lacht Uschi. Stimmt, die Adresse der Frühaufsteher-Redaktion lautet nämlich zufällig auch: Kupferdreher Straße 181. „Es gibt Schlimmeres“, würde Bernd sagen.
sk
Ganz privat (Uschi)
Lieblingsmusik: Schlager
Lieblingsfarbe: türkis
Lieblingsessen: italienisch
Hobbys: tanzen, rhythmische Gymnastik
schönster Urlaub: Mallorca
beste Eigenschaften: gastfreundlich, gesellig
Ganz privat (Bernd)
Lieblingsmusik: Unterhaltungsmusik
Lieblingsfarbe: hellblau
Lieblingsessen: mediterran
Hobbys: handwerkeln
schönster Urlaub: rund um’s Mittelmeer
beste Eigenschaften: gastfreundlich, gesellig

