Del Prado kreiert Cocktails mit Rundum-Service

Christopher Krane

Christopher Krane

Eine riesige Cocktail-Party zur Meisterfeier in einem Ruhrgebietsstadion auszurichten, wäre sein Traum. Gleich, ob die frisch gemixten In-Getränke in diesem Falle schwarz-gelb oder blau-weiß wären. Wahrscheinlich käme ein pfiffiger Mix heraus. Oder etwas ganz Neues. Christopher Krane hat Ideen und setzt sie um. Gerührt oder geschüttelt – Del Prados Drinks zaubern paradiesische Stimmung auf Firmen-Events und Privatfeiern.
Langweilig wird es dem gebürtigen Kupferdreher nie. Er liebt die berufsbedingte Abwechslung. Seine mobilen Cocktail-Bars werden gern gebucht. Der Einsatz reicht von der perfekt organisierten Lifestyle-Sommer-Party im Golfclub und dem Fest in der Seniorenresidenz über das Firmenjubiläum eines Großkonzerns bis hin zum Hochzeitstag mit Personal und DJ in den eigenen vier Wänden. An- und Abfahrt, Barkeeper, Mobilar, Gläser, Zutaten und Deko – alles inklusive. Sicher ist: Wer Del Prado bucht, bekommt etwas Besonderes. Wir treffen den ehrgeizigen Jungunternehmer am Nachmittag in einem Café im Essener Süden. Behutsam verrührt er den Milchschaum in einem Glas Latte Macchiato. Wir denken an 007. Überlegen, ob Bond seinen Wodka-Martini stets nur geschüttelt oder immer gerührt bestellte.
„Vor vier Jahren habe ich mich mit einer mobilen Cocktailbar selbstständig gemacht“, sagt Krane und lässt James Bond entschwinden. Mit dem „Del-Prado“-blauen 1970er Ford-Transit fuhr der Essener bei den Kunden vor, baute seine Bar auf und zauberte in Lounge-Atmosphäre ein paar Stunden leckere Drinks nach Wunsch. „Cocktails from Paradise“ verheißen die Engelsflügel auf dem Firmen-Logo. Zufriedene Gäste empfehlen ihn weiter. Das Auftragsbuch ist gut gefüllt. Der Unternehmer wollte mehr. „Nach einem Jahr meldete ich den Betrieb um in eine Event-Agentur.“ Von der Veranstaltungsplanung bis hin zum Full-Service, Del Prado sorgt seitdem bei Bedarf fürs passende Fingerfood, kümmert sich um den stilvollen Rahmen, engagiert den gewünschten Promi oder einen Chauffeur, der die Gäste in der Luxus-Stretch-Limo nach Hause bringt. Optional bewacht von einem Body-Guard. Wer immer schon mit Rainer Calmund genüsslich Caipirinha schlürfen wollte, fragt den Richtigen. „Alles ist machbar!“, bekräftigt Krane, bucht den rheinischen Gemütsmenschen und Fußball-Kenner und lässt ihn auf Ihrer nächsten Party erscheinen.
Von der Ruhrhalbinsel, wo er bis 1997 seine ersten Jahre und die Grundschulzeit in Kupferdreh verlebte, verschlug es ihn bis 2003 ins Rheinland. Nach Viersen, wo seine Eltern wohnen und Krane im Sommer eine Filiale eröffnen will. 2003 rief ihn die Heimat. Nach drei Jahren in Kupferdreh lebt „Herr Del Prado“, wie er oft genannt wird, seit 2006 in der Schangstraße in Heisingen. Mit Lilly, der ebenso frechen wie sturen Terrier-Dackel-Dame joggt er in der Freizeit am Baldeneysee oder denkt sich auf Inlinern rollend neue Cocktail-Rezepte und passende Bezeichnungen dafür aus. Wie wäre es mit „Heisinger Sunrise“, „Byfanger  Spezial“ oder einem „Überruhr Sour“? Erst gerührt und danach geschüttelt? Für seine Freundin jedenfalls erfand er zum 18. Geburtstag den Lara Colada, wobei er ihren Vornamen einbezog. Die Zutaten für jenes Rezept sind streng geheim! (In beharrlicher Reporter-Manier ist es uns jedoch gelungen, dem Meister die nachfolgend aufgeführte Anleitung zum Anrühren eines alkoholfreien „Frühaufsteher-Cocktails“ zu entlocken.)
„Mein Vorname ist Christopher. Meine Freunde nennen mich Chris“. Er verlangt nach einem weiteren Zuckerpäckchen und schüttelt den Inhalt behutsam in die italienische Kaffeespezialität. Wie bei einem guten Latte Macchiato liegt beim Cocktail die Feinheit im Detail. Rezepte gibt es viele, ebenso Zutaten. Doch wie man sie mischt und woraus, ist entscheidend. Krane schwört auf einige Premium-Marken, ohne die geht gar nichts. Billiger Fusel und künstliche Obstsäfte hat er nicht im Koffer. „Wir liefern Qualität!“, betont er. Und die hat ihren Preis. Aber: „Wenn sich ein paar Freunde zu einem besonderen Anlass zusammen finden und mich gemeinsam buchen, rechnet es sich. In den Bars kostet ein guter Cocktail ab 6 Euro aufwärts. Da ist mein Komplettangebot für 2 bis 40 Gäste mit bis zu 50 Drinks für 349 Euro nicht zu teuer“, glaubt der Geschäftsmann. Wer Lust hat, seine Leistungen zu testen, findet das Unternehmen im Internet unter www.dp-cocktails.de oder ruft die 0178-336 8000 an (Callback-Service, damit den Kunden keine Kosten entstehen).
„Den Namen Del Prado hat sich ein Freund ausgedacht. Durch ihn bin ich zu den Cocktails gekommen. Sein Traum war es, irgendwann einmal eine Bar unter diesem Namen zu eröffnen. Ich habe ihn wahr gemacht.“ Wir reiben uns die Augen. Ein perfekt gekleideter Herr betritt das Café. Bond? Im Prada-Anzug? „Mein Vater“, stellt Chris vor. „Er war als Geschäftsführer von Conze&Colsmann in der Textilbranche tätig. Meine Mutter ist gelernte Schneiderin“. Auf einer Modenschau in der Zeche Holland servierte Del Prado vor kurzem seine paradiesischen Drinks. Eine gelungene Kombination, die Frühaufsteher-Chef Stephan Kaufmann sofort ins Auge fiel …

addi

„Frühaufsteher“-Cocktail:
1 Limette achteln, in ein Glas geben und
2 EL Rohrzucker darüber geben,
Limette und Zucker zerstoßen.
Mit Crushed-Eis auffüllen,
Maracuja-Saft darüber gießen,
gut umrühren (NICHT SCHÜTTELN!)
Den Drink mit einem Strohhalm und Limette dekorieren, Zeitung aufschlagen und genießen!

Ganz privat
Lieblingsmusik: Cafe del Mar, Chill Out, 1Live
Lieblingsfarbe: Del Prado Blau
Lieblingsessen: Mediterran, bürgerlich
Hobbys: Joggen, Dackel-Mix Lilly, Revier-Fußball
schönster Urlaub: Lanzarote mit der Freundin
beste Eigenschaften: loyal und perfektionistisch

 

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Revier-Mode mit Herz und Humor

Katrin Kempin mit ihrer neuen „Collection Zechenzeug“

Katrin Kempin

Katrin Kempin

Hätte sie jeden Wunsch frei, würde sie am liebsten mit Karl Lagerfeld eine Modenschau inszenieren. In Wattenscheid. „Hier liegen meine Wurzeln, und ich bin stolz aufs Ruhrgebiet! Mein Vater war Bergmann auf Zeche Holland“, erzählt Katrin Kempin (42) beim Frühaufsteher-Interview. Vor kurzem hat sie die Ende der 80er Jahre stillgelegte Steinkohlenförderstätte als Kulisse für ein Mode-Spektakel vor gut 500 Zuschauern genutzt.
Katrin Kempins Heimat ist fester Bestandteil der eigenen Schmuck- und Mode Kollektion. Der zweirädrige Förderturm aus 925er Silber – wahlweise schlicht oder verspielt – ist ein Symbol dafür. Am derben Lederband baumelnd auf jeden Fall ein klares Revier-Bekenntnis. Schwarz wie Kohle ist die Lieblingsfarbe der Wattenscheiderin. „Zechenzeug“ hat sie passender Weise ihre eigene Modemarke genannt. Die schlichten, schwarzen T-Shirts mit dem Aufdruck „Schicht im Schacht“ oder „Heimat“ (hier ist das „A“ ein Förderturm) sind sehr beliebt. Nicht nur dafür reisen sogar Kunden aus dem Modemekka Düsseldorf in den Pott. Viele Teile wirken „used“, ganz gewollt. Auf der Modenschau in der ehemaligen Lohnhalle waren die schwarzen Lammnappa-Miniröcke der Hingucker: Kempins Hommage an das derbe „Arschleder“ der Untertage-Malocher. Über Leggings sind sie salonfähig. Fertigen lässt sie ihre Stücke unter anderem im Münsterland. „Die Produktionsstätten sind immer unterschiedlich.“
Der berufliche Werdegang der Modeschöpferin begann vor gut 20 Jahren. Als Bürokauffrau in der Industrie spürte sie, dass ihre Kreativität nicht zum Zuge kam. „Es hat mir immer Freude gemacht, andere zu beraten, sei es in der Wahl der Kleidung oder bei der Wohnungseinrichtung.“ Nach ihrer Ausbildung vertrieb sie zunächst hochwertige Kosmetik, bildete sich dann zur Visagistin sowie Farb- und Stilberaterin fort. „2007 habe ich meinen ersten Laden in Höntrop eröffnet, seit 2010 gibt es eine kleine Filiale von KKC (Katrin Kempin Collection) an der Frankenstraße in Essen“. Ihre Mission: Styling von Kopf bis Fuß – falls gewünscht. Am meisten Spaß macht es ihr, Kunden ganzheitlich zu beraten. Auch wer ein Outfit für einen bestimmten Anlass benötigt, ist in guten Händen. „Wer zu mir kommt, soll alles andere vergessen und sich ganz den schönen Dingen widmen“, wünscht sie sich. Natürlich darf auch ungestört gestöbert werden. Zu sehen ist genug: Neben Blusen, Hosen, T-Shirts, Röcken und Schuhen gibt es Wohn-Accessoires wie Lampen, Uhren, Vasen, Schirme und eine ausgefallene Schmuck-Auswahl.
Eine Diskoversion des 82er Neue-Deutsche-Welle-Hits „Monotonie in der Südsee“ (von Ideal) zauberte lockere Sommer-Atmosphäre auf den Laufsteg der ehemaligen Lohnhalle der Zeche Holland. Die Del Prado Cocktails aus Heisingen waren eine gelungene Ergänzung. Wo Katrins früh verstorbener Vater einst das Geld für seine harte Arbeit entgegennahm, führten Models aus der Nachbarschaft tragbare Mode vor. Magersüchtige à la „Germanys next Top-Model“ waren nicht darunter. Kempins Tochter Paulina (7) sowie eine Freundin begrüßen mit „Glück auf“-Fahnen die Gäste – viele von ihnen Stammkunden, andere dabei, es zu werden.
Die Ideen der sympathischen Höntroperin gefallen, die Stücke sind exklusiv, witzig und eben immer ein Stück Heimat. Auch nach der RUHR.2010. „Ich bin das lebende Beispiel dafür, dass man Mode mit viel Humor und Herz tragen kann“, sagt Kempin über sich selbst. Paris, London, New York und – demnächst Wattenscheid? Kempins kreatives Vorbild ist der deutsche Modezar Karl Lagerfeld. „Er berührt mich, weil er nicht nur Mode macht“. Bevor sie mit KKC internationalen Boden betritt, wird Düsseldorf angepeilt, möglichst noch 2011. Hier will sie nicht an der Kö residieren, sondern in einem der kleineren Stadtteile, wo die Menschen leben. Am besten solche mit viel Herz, wie die in Höntrop, denn das ist ihr ganz wichtig.
Mit bloßen Oberkörpern und in Bergarbeiterhosen – eine freundliche Leihgabe aus dem Bergbaumuseum in Bochum – sorgten männliche Models auf Zeche Holland für Aufsehen. Kempins Mode wurde von elf Models aus dem Volk vorgestellt, die sehr natürlich wirkten. „Die Mode muss zu den Menschen passen, denn sie müssen sich darin wohl fühlen“, sagt sie abschließend.

addi

Ganz privat
Lieblingsmusik: Alles außer Free Jazz und Heavy Metal
Lieblingsfarbe: Zechen-schwarz
Lieblingsessen: Spaghetti aglio olio mit viel Parmesan
Hobbys: Musik und gute Gespräche
schönster Urlaub: Ibiza und Teneriffa
beste Eigenschaften: Gerechtigkeitssinn, Kreativität + Herz