Verschwenkung der Fahrbahn und Spurenaufteilung soll für Sicherheit an der Hubertushöhe sorgen – reicht das aus?

Vorfahrt geändert: Wäre das wirklich nötig gewesen?

Vorfahrt geändert: Wäre das wirklich nötig gewesen?

Dreimal hat es in den letzten Wochen schon wieder gekracht, einmal mussten die beteiligten Motorradfahrer per Krankenwagen abtransportiert werden. Nun endlich hat die zuständige Straßenverkehrsbehörde Mettmann reagiert, an der „Hubertushöhe“, wo sich Rodberger Straße, Hefel und Rottberger Straße kreuzen, tut sich was – wie angekündigt, zu Beginn der „Markierungs-Saison“.
Die Vorfahrtregelung dort wird zwar nicht wieder auf den alten Stand gebracht, der lange Jahre herrschte. Doch der Versuch, durch neue Fahrbahnmarkierungen und eine Aufteilung der Fahrspuren eine Verlangsamung des Verkehrs zu erreichen, zeigt zumindest, dass der Ernst der Lage bei den Verantwortlichen erkannt wurde. Doch ob das tatsächlich etwas bringt, bezweifelt nicht nur Harald Kosch. „Ich bin mir sicher, dass es bis September, jetzt in der Motorrad-Saison, in der es bei schönem Wetter hier nur so brummt, mindestens noch zehnmal zu Unfällen kommen wird. Alle, die dafür gesorgt haben, dass die Vorfahrtsregelung hier geändert wurde, sollten dafür beten, dass dabei kein Mensch mehr stirbt, wie das ja schon geschehen ist“, sagt der direkte Kreuzungs-Anwohner. Er hat sich mit einem Brief an die Polizei und die zuständigen Behörden gewendet, mit Frühaufsteher-Redakteur Dirk Greisler schaute er sich nun an, was sich auf der Straße vor seiner Haustür bisher getan hat.

Die sogenannte Verwringung, der Einbau von durch Fahrbahnmarkierungen aufgezeichneten Kurven, soll jetzt Abhilfe schaffen.

Die sogenannte Verwringung, der Einbau von durch Fahrbahnmarkierungen aufgezeichneten Kurven, soll jetzt Abhilfe schaffen.

Wie schon der Leiter der Mettmanner Straßenverkehrsbehörde, Jan Schneider, in unserer Dezember-Ausgabe als Möglichkeit einer Lösung des Problems ankündigte, soll durch eine Verschwenkung des Fahrbahnverlaufs aus Richtung Hefel dafür gesorgt werden, dass die von dort kommenden Verkehrsteilnehmer langsamer fahren und so die Kreuzung deutlich entschärft wird. Dazu wird außerdem die Fahrbahn in zwei Spuren aufgeteilt, eine führt nach rechts, die andere geradeaus Richtung Essen-Kupferdreh, weiterhin allerdings nicht vorfahrtsberechtigt.
Diese Lösung ist ganz offensichtlich dem Sparzwang geschuldet, Überlegungen, die sogar einen Kreisverkehr in Erwägung ziehen sollten, sind an der wohl nicht möglichen oder gewollten Finanzierbarkeit gescheitert.

Der gefährliche Punkt: Hier hat man beim Geradeausfahren keine Vorfahrt mehr.

Der gefährliche Punkt: Hier hat man beim Geradeausfahren keine Vorfahrt mehr.

Die bisherigen gelben Markierungen, die provisorisch angebracht waren, die nun überfrästen alten Richtungspfeile und die neuen Markierungen führten indes an den Arbeitstagen und dem Wochenende dazwischen allerdings zu einigem Kopfschütteln und Verunsicherung bei vorbeifahrenden Autos und Zweirädern. In unserer nächsten Ausgabe werden wir wieder ganz genau hinschauen, wie sich die Situation nach der endgültigen Fertigstellung darstellt. Harald Kosch allerdings ist sich weiterhin ganz sicher, dass nur eine Lösung für die Rückkehr zu den sicheren Zeiten führt: „Es muss einfach wieder die Regelung gelten, die es jahrelang gegeben hat.“
Ansonsten fürchtet er, dass er und alle anderen, die an dieser Kreuzung beheimatet sind, bald wieder solche Bilder wie das der blutüberströmten Frau vor Augen haben werden, die später verstarb. Dieser Anblick hat ihn bis jetzt noch nicht, auch einige Monate danach, wieder losgelassen.

greis