[ Porträt von Optikermeister, Radfahrer und Teamworker Peter Bellendorf. ]
Alles, nur nicht kompliziert
Peter Bellendorf
Auf der Ruhrhalbinsel kann es passieren, dass der „Erstkontakt“ mit Optikermeister Peter Bellendorf via Zuckertütchen erfolgt.
Denn die süßen, kleinen Werbegeschenke hat der pfiffige Unternehmer aus Kupferdreh scheinbar in sämtlichen Cafés und Restaurants der Region platziert. Doch auch wer seinen Kaffee schwarz trinkt hat gute Chancen auf eine Begegnung, wenn nämlich das Firmenlogo „Peter Bellendorf Optik“ mit einer Spitzengeschwindigkeit von circa 30 km/h an ihm vorbeituckert. Dann macht der Chef persönlich Hausservice mit seiner „Ape“ – und es ist vermutlich Dienstag. „Diesen Service biete ich schon seit Jahren für Alten- und Krankenheime beziehungsweise für Mitbürger, die aus verschiedenen Gründen nicht mobil sind. Ob Brillenvermessung, Augenglasbestimmung oder – gerade bei älteren Menschen sehr beliebt – die Bestückung mit beleuchteten Lupen oder elektronischen Lesegeräten, in so eine Ape passt eine Menge Instrumentarium“, erläutert der Dreiradpilot den tieferen Sinn seiner „Ausflüge“.
Geboren am 24. September 1959 in Essen-Mitte als jüngster von vier Söhnen – zwei Brüder sind heute Metzgermeister, zwei Optikermeister – hat Peter Bellendorf direkt nach dem Schulabschluss (Mittlere Reife) eine Optikerlehre absolviert. Warum? „Ich wollte kein Metzger werden“, schmunzelt er. Nach sieben Berufsjahren in Heisingen zog es den „Preiß“ nach München, wo er, parallel zur Arbeit, seine Meisterprüfung ablegte. „Der Beruf hat mir von Anfang an Spaß gemacht, vor allem der direkte Umgang mit Kunden“, erinnert sich Bellendorf. Nach einem Intermezzo als Filialleiter in Wattenscheid kehrte er zurück auf die Ruhrhalbinsel, seit Februar 1998 ist die Kupferdreher Straße 128 Firmensitz der „Peter Bellendorf Optik“. „Mit dem ‚Kupfertor‘ habe ich den idealen Standort für meine Selbstständigkeit gefunden und mit der Familie Stemm die wahrscheinlich besten Vermieter der Welt. Auch der freundlich-hilfsbereite Umgang der hier ansässigen Unternehmer untereinander ist außergewöhnlich“, lobt er. Als Mitglied der Werbegemeinschaft sowie der Bürgerschaft und als Förderer des FKK (Festausschuss Kupferdreher Karneval) möchte er „etwas zurückgeben“. Auch beim DLRG ist der drahtige Sportsmann seit zehn Jahren angemeldet, und wenn er im Stadtbad Kupferdreh seine Runden dreht – dann ist vermutlich Mittwoch.
Rückendeckung
„Zur Selbstständigkeit gehört für mich vor allem ein gut ausgebildetes und eingespieltes Team – und die Rückendeckung seitens des Partners“.
Vor 31 Jahren hat es auf einer Party gefunkt: Felizitas heißt die Frau an seiner Seite, seit dem 8. August 1987 mit Nachnamen Bellendorf. Im nächsten Jahr wird Silberhochzeit gefeiert. „Felizitas sorgt dafür, dass der Spagat zwischen Geschäft und Privatleben gelingt. Ohne sie hätte ich das nie geschafft“, nickt er mit versonnenem Blick auf das Familienfoto, auf dem auch ein Hund abgebildet ist. „Seit meinem zwölften Lebensjahr hatte ich immer einen Hund, zuletzt eine Airedale-Hündin namens „Holly“. Leider ist sie im Mai letzten Jahres gestorben. Ob das Kapitel „Hund“ damit für uns endgültig abgeschlossen ist, wissen wir aber noch nicht“.
TOP 100 Optiker
„Ich lebe den Service, und das ist ganz sicher ein großer Unterschied zu den Billiganbietern im Internet. Kontaktlinsen sollten zum Beispiel unbedingt individuell angepasst werden. Wir haben sogar die Möglichkeit, mittels eines „Topografie-Geräts“ die jeweilige Hornhautkrümmung mit einer Messung an 4.300 Punkten exakt bestimmen und protokollieren zu können. Wollt ihr mal sehen, was mit den Augen passieren kann, wenn eine Linse viel zu eng sitzt?“ (Anm. d. Red.: Es sieht so scheußlich aus, dass die Augen beim Betrachten des Fotos schon getränt haben.)
Nicht von ungefähr ist die Kupferdreher Firma bereits zum zweiten Mal zu den „TOP 100 Optikern“ gewählt worden. Dazu ermittelt eine unabhängige Jury, bestehend aus Vertretern aus Wissenschaft und Marketing und repräsentiert durch Professor Fortmann (Fachhochschule Gelsenkirchen) sowie dem BGW (Institut für innovative Marktforschung/Essen), „besonders kundenorientiert denkende und handelnde Optiker“. Neben der Anerkennung für die tägliche Arbeit hat solch eine Auszeichnung den „Nebeneffekt“, dass man Prominente wie Birgit Schrowange und Simone Thomalla einmal persönlich kennenlernen kann. Ist man dann an irgendeinem Punkt glücklich und zufrieden? Was wünscht sich ein TOP 100 Optiker von der berühmten, guten Fee? „Die könnte gerne mal meinen Schreibtisch aufräumen“. Peter Bellendorf ist wirklich nicht kompliziert – auch an einem Montag nicht.
sk
Ganz privat
Lieblingsmusik: Blues
Lieblingsfarbe: Blau
Lieblingsessen: Tellerfleisch (Rindfleisch mit Meerrettichsauce)
Hobbys: Fahrrad- und Motorrad fahren, Schwimmen, Wandern
schönster Urlaub: eigentlich alle
beste Eigenschaften: ehrlich

