Christian Berszat: Burgaltendorfer Kfz-Mechaniker erhielt Auszeichnung für Rettungsaktion
Helden gibt es nicht nur im Kino. Einige leben mitten unter uns, auch auf der Ruhrhalbinsel. Christian Berszat (31) aus Burgaltendorf ist einer von ihnen. Der Kfz-Mechaniker hat im Januar zwei schwer verletzte Frauen nach einem Verkehrsunfall gerettet und durch sein beherztes Eingreifen Schlimmeres verhindert.
Der Automobilclub AvD und der Reifenhersteller Goodyear haben den Gelben Engel im Juni bei einer Feier in Mülheim zum „Held der Straße“ gekürt. Im Rahmen der Aktion werden das ganze Jahr über Menschen ausgezeichnet, die besonnen, mutig und selbstlos andere Verkehrsteilnehmer vor Schaden bewahrt und so für mehr Sicherheit gesorgt haben.
Am 29. Januar war Christian in seinem BMW zwischen Wuppertal und Velbert auf der Asbrucher Straße unterwegs. Am Ende einer scharfen Kurve bemerkte er plötzlich einen völlig demolierten Renault Twingo im Graben, ein Mercedes stand zerbeult auf der Gegenfahrbahn. „Die Straße war an diesem Morgen leicht glatt. Außerdem stand die Sonne sehr tief“, erinnert sich der 31-Jährige beim Frühaufsteher-Interview. Sofort anzuhalten, war für ihn keine Frage. „Ich hätte niemals einfach weiterfahren können!“, sagt er. Auf der Rückbank saßen seine beiden Töchter (4 und 5 Jahre alt). Um den nachfolgenden Verkehr zu warnen, stellte Berszat sofort ein Warndreieck auf. Außerdem parkte er sein Auto so, dass die Kinder möglichst wenig von dem schlimmen Unfall sehen konnten. „Eine der beiden beteiligten Frauen blutete sehr stark.“
Berszat alarmierte die Rettungskräfte. „Sie waren zum Glück schnell vor Ort. Es war ein wirklich schwerer Unfall, von den beteiligten Autos war fast nichts mehr zu erkennen“, erzählt er weiter. Nach Angaben der Polizei war der aus Richtung Wuppertal kommende Renault am Ende der Kurve ins Schleudern geraten, nach rechts von der Fahrbahn abgekommen und von dort zurück auf die Straße geprallt. Der entgegenkommende Pkw konnte nicht mehr ausweichen. So prallten beide Autos frontal zusammen. Die Mercedes-Fahrerin lag bewusstlos auf der Straße.
Christian lief zu ihr, wenig später kam die Frau wieder zu Bewusstsein. „Wegen der Kälte setzte ich sie ins Auto, um sie dort zu versorgen. Dann bemerkte ich, dass Rauch aus dem Motorraum des Renaults aufstieg.“ Er rief seinen Vater an, mit dem er sich treffen wollte. „Er hat immer einen Feuerlöscher an Bord, und ich lotste ihn zur Unfallstelle.“ Nur wenig später traf der Vater ein. Beide konnten verhindern, dass der Wagen komplett in Flammen aufging. Die verletzten Frauen hatte inzwischen ein Arzt betreut, der zufällig vorbeigekommen war. Ende gut, alles gut: Beide Schwerverletzten wurden schließlich ins Krankenhaus gebracht und haben den Zusammenstoß überlebt.
Wenn Berszat, der in Überruhr aufwuchs und bei VW in Kupferdreh gelernt hat, nicht gerade als Lebensretter oder Pannenhelfer für den ADAC unterwegs ist, schlägt sein Herz für den Motorsport. Drei Jahre schraubte er für eine Essener Firma als Mechaniker an den Boxen. „15 Wochen war ich im Rahmen der DTM im Sommer unterwegs, am Nürburgring und anderen Rennsportpisten im In- und Ausland“, berichtet er. Der Deutschen Tourenwagen-Meisterschaft kehrte Berszat vor kurzem den Rücken. Privat hat er nach wie vor ein Faible für schnelle Autos, auch wenn er selbst kein Raser ist. Fürs Frühaufsteher-Foto stellt ein Freund seinen Lotus Elise zur Verfügung. Gekonnt schraubt Christian an dem seltenen Sportwagen herum. Dem Halter schlägt das Herz bis zum Hals. Doch am Ende bleiben keine Teile übrig …
addi
Ganz privat
Lieblingsmusik: elektronische Rock-Musik
Lieblingsfarbe: Schwarz
Lieblingsessen: Steak im „Landgasthaus Brandenburg“
Hobbys: Motorsport, Kino
schönster Urlaub: Dänemark 2006 mit Tochter
beste Eigenschaften:„Ein Freund in allen Lebenslagen“, loyal und treu

