Gastwirtin mit Herz feiert Jubiläum

Edith Thöne

Edith Thöne

Mit 34 Jahren übernahm Edith Thöne die Gaststätte an der Kupferdreher Straße 225. Seitdem sind 35 Jahre vergangen. Viele Stammgäste sind sich einig: So herzlich wie „bei Edith“ ist es nicht überall. Sie kommen von der Ruhrhalbinsel und sogar aus Borbeck. Das Tambour-Corps Grün-Weiß Essen-Kupferdreh fand dort seine zweite Heimat.
Wie es der Name des Lokals bereits verrät, heißt seine Wirtin Edith. Den Nachnamen Thöne kennen nicht alle Gäste. Macht nichts – wer zu Edith möchte, findet sie. Die gebürtige Lübeckerin kam 1957 mit ihrer Familie aus dem hohen Norden in den Kohlenpott. In Essen fand der Vater der damals 15-Jährigen wieder eine Arbeit. Mit 21 wurde Edith zum ersten Mal Mutter. Zur Tochter (48) pflegt sie bis heute ein gutes Verhältnis. „Sabine wohnt in Duisburg und arbeitet in Langenberg. Sie schaut oft hier vorbei“, sagt Edith. Sabines Tochter hat zwei Kinder, Edith ist somit stolze Uroma. Sohn Bernd (44) wohnt in Essen und ist immer zur Stelle, wenn Hilfe gebraucht wird.
Seit 1976 betreibt Edith Thöne die Kneipe, die vorher „Möllneys Nocken“ hieß. „Ich kannte die Gaststätte bereits. Manchmal war ich mit meiner Freundin hier, wenn unsere Männer zum Kegeln gingen“, erzählt sie. Als die Vorbesitzer aufhörten, griff sie zu. „Fünf Jahre wollte ich Wirtin sein, nicht länger!“ Mit ihrem Lebensgefährten Hugo Schroer zog sie in die Wohnung über der Wirtschaft. Mittlerweile sind 30 Jahre hinzugekommen. Ans Aufhören denkt Edith nicht, auch wenn „Urlaub“ für sie ein Fremdwort ist. Seit 35 Jahren. Die Arbeit hinter dem Tresen füllt sie aus, der tägliche Plausch mit den Gästen würde ihr fehlen. Sie kennt die meisten sehr gut und weiß als aufmerksame Zuhörerin von deren Sorgen und Nöten. Seit sechs Jahren hilft ihre Schwester Uschi bei der Bewirtung. Bei Edith wird an den zünftigen Tischen auch Skat gespielt oder eifrig gewürfelt. Eine gut gelaunte Damenrunde aus Kupferdreh kommt regelmäßig zum Stammtisch, die Sänger von „Cäcilia“ stimmen ihre Lieder an, der Reiterverein Zieten e.V. Essen-Kupferdreh trifft sich dort einmal im Monat.
„Bei ihr sind wir immer herzlich willkommen!“, lobt Nicole Marker, Schriftführerin beim Tambour-Corps Grün-Weiß die Gastfreundlichkeit. „Sie ist praktisch die Mutter des Vereins. Zwei- bis dreimal pro Woche sind einige Mitglieder da.“ Seit 1982 gehört Edith dem Corps an. Vor ein paar Jahren wurde sie Ehrenmitglied. Mit ihren treuesten Gästen unternimmt die rüstige Wirtin bisweilen Ausflüge. Gemeinsam fuhr man an Rhein und Mosel. Mit 63 Personen ging’s zum Brauhaus nach Velbert. „Im Herbst wird es wieder eine Fahrt geben. Das Ziel ist noch geheim“, sagt sie. Ebenso unbekannt zu Redaktionsschluss waren kleine und größere Überraschungen zum 35. Bestehen. Es wäre nicht das erste Mal, dass plötzlich das komplette Tambour-Corps samt Instrumenten vor der Gaststätte aufmarschiert oder unangemeldet ein E-Gitarrist erscheint, um Edith ein Konzert zu geben. Mit solchen Aktionen muss sie zu besonderen Anlässen rechnen. Wir sind bereits gespannt, was zum nächsten runden Geburtstag im Februar 2012 aus dem Hut gezaubert wird.

addi