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Wir sind Weltmeister! ++ Ruhrhalbinsel ++ Nachrichten
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Wir sind Weltmeister!

Timo Piontek holt die Ruder-Goldmedaille nach Kupferdreh

Anfang August legte der deutsche Doppelzweier einen Blitzstart hin und gewann mit über zwei Bootslängen Vorsprung gegen die internationale Ruderkonkurrenz. Es war nicht nur ein Sieg, es war das Finale der Junioren-WM – und es war das erste WM-Gold für den 17-jährigen Timo Piontek aus der Riege des TVK. Der Frühaufsteher traf das Ruder-Ass von der Ruhrhalbinsel im Clubhaus am Baldeneysee.
Frühaufsteher: Hallo Timo, die Sonne scheint – das perfekte Ruderwetter, möchte man meinen. Hattet ihr beim WM-Finale in Frankreich auch den Wettergott auf Eurer Seite?
Timo Piontek: Eigentlich waren die Bedingungen im Finallauf sogar besser. Es war fast windstill. Nur die schwülwarmen 30 Grad waren nicht ganz so ideal. Aber es war insgesamt eine tolle WM. Schon bei den Vorläufen lagen wir immer mit ein bis zwei Bootslängen vorn.
Frühaufsteher: Ach so, dann seit Ihr also schon als Gewinner vollkommen entspannt ins Finale gegangen?
Timo Piontek (schmunzelt): Also ganz so einfach war das nicht. Im Kopf kreist ein Gedanke: Jetzt geht es um die Wurst! Man befindet sich plötzlich in einem Wettkampf mit den Weltbesten. Und glauben Sie mir, die können auch rudern.
Frühaufsteher: Und wie kommt man mit diesem Druck klar?
Timo Piontek (lacht): Man sagt sich: Wenn die schnell sind, sind wir eben noch schneller. Ab 500 Metern fing der Kampf um die Medaille an und man denkt nur noch an eines: Komm, das schaffen wir, wir holen Gold.
Frühaufsteher: Was ja auch bestens geklappt hat. Wie fühlt man sich als Weltmeister?
Timo Piontek: So richtig realisiert habe ich den Titel erst beim TVK-Sommerfest. Viele kamen auf mich zu, gratulierten und sprachen mich auf das Finale an. Beim Wettkampf selber war es eigentlich mehr Stolz, den Bundesadler tragen zu dürfen.
Frühaufsteher: Dein Vater, Holger Piontek, war Schlagmann im Deutschland-Achter und ebenfalls beim TVK. Will man da in dessen Fußstapfen treten?
Timo Piontek: Bis zur WM war das auch so. Aber (schmunzelt) jetzt habe ich meinen Vater mit dem WM-Titel überholt und will noch mehr erreichen. Mir ist es wichtig, dass ich den Anschluss nicht verliere, wenn es von den Junioren zu den Senioren geht.
Frühaufsteher: Apropos Anschluss: Wenn man sich so reinhängt, verliert man da nicht den Anschluss in der Schule oder zu Freunden?
Timo Piontek: Die Schule darf nicht vernachlässigt werden. Ich will mein Abitur machen und auf jeden Fall studieren. Der Kontakt zu Freunden ist in der Saison schon schwieriger, eine Frage der Zeit. Freiräume sind wichtig, aber ich habe mich damals für den Leistungssport entschieden. Und ich fühle mich einfach gut, wenn ich auf dem Wasser bin.
Frühaufsteher: Ungewöhnlich – als 17-Jähriger zieht man doch eigentlich die Disco vor.
Timo Piontek: Ich achte sehr auf meine Gesundheit. Trinken, um die Häuser ziehen – das ist nicht meine Welt. Meine Welt liegt auf dem Wasser.
Frühaufsteher: Genauer auf dem Baldeneysee – wie kommt ein Dorstener zum TVK?
Timo Piontek: Zum einen durch meinen Vater. Ich habe aber gemeinsam mit meinem Bruder auch schon in Dorsten gerudert. Das Problem dort waren die Trainingszeiten. Dreimal in der Woche war uns zu wenig, wir wollten mehr tun. Also wechselten wir an den Baldeneysee. Und hier ist es auch besser als auf einem Kanal. Nur die Algen-Plage macht uns etwas zu schaffen. Aber mal schauen, wie das im nächsten Sommer ausschaut.
Frühaufsteher: Das heißt, Du bleibst beim TVK?
Timo Piontek:  Auf jeden Fall! Es macht mir Spaß hier. Und mit Frank Decker habe ich einen guten Trainer, der uns auf dem Wasser alles abfordert, mit dem man aber auch nach dem Training scherzen kann.
Frühaufsteher: Timo, ich danke Dir für das nette Gespräch. lr

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01.08.2010

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