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Im Sturm für Rot-Weiss Accra ++ Ruhrhalbinsel ++ Nachrichten
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Im Sturm für Rot-Weiss Accra ++ Ruhrhalbinsel ++ Nachrichten

Im Sturm für Rot-Weiss Accra

Haider Hassan pendelt zwischen Hafenstraße und Afrika

Was haben Essen und die ghanaische Hauptstadt gemeinsam? Beide haben einen rot-weissen Fußballclub.
Damit hören die Parallelen aber noch lange nicht auf. Eine Partnerschaft, die seit den Anfängen des ghanaischen Fußball-Freizeitprojekts besteht und mittlerweile fünfzehn Jahre anhält, verbindet Rot-Weiss Essen mit den Kickern von Rot-Weiss Accra. Einer, der dieses Projekt vorantreibt, und besonders viel Herzblut einfließen lässt, ist RWE-Medienbeauftragter Haider Hassan. Die Herausgeber Stephan Kaufmann (Der Frühaufsteher), Ralf Schönfeldt (Informer Magazine Essen) und Kevin Mill (Auf Asche), allesamt Unterstützer und Freunde des rot-weissen Fußballs, trafen den engagierten Mann von der Hafenstraße.
Informer: Haider, Du und Rot-Weiss Accra – wie kam es dazu?
Haider Hassan: 2004 kam ich zur Kommunikationsagentur CONTACT, die unter anderem die Pressearbeit für Rot-Weiss Essen übernimmt. In dem Zusammenhang erfuhr ich von dem Projekt und wusste: Das will ich machen. Ich hatte schon immer Interesse an Afrika.
Frühaufsteher: Bei Deiner ersten Reise nach Ghana hast Du Dich direkt mit Malaria angesteckt. Wie weit geht Dein Engagement in Sachen Rot-Weiss Accra?
Haider Hassan (lacht): Das war ja keine Absicht. Aber von Anfang an stand für mich fest, dass es keine einmalige Nummer wird. Wenn ich mich engagiere, dann kontinuierlich. Aber zuvor musste ich mir erst einmal ein Bild vom Ganzen schaffen. Und das geht nun mal nur vor Ort. Also habe ich Urlaub eingereicht und bin nach Ghana geflogen.
Auf Asche: Und was hast Du da vorgefunden?
Haider Hassan: Nun, zunächst einmal engagierte ghanaische Fußballer mit Spielfreude und Biss. Jeden Tag in der Woche wird auf dem Platz gespielt. Und der ist nicht zu vergleichen mit Plätzen, wie wir sie kennen. Er glich mehr einer Hügellandschaft mit Schlaglöchern.
Informer: Mittlerweile warst Du ja schon ein zweites Mal in Accra. Was hat sich derweil getan?
Haider Hassan: Durch Spenden konnten wir bereits einiges bewirken. Zunächst einmal haben wir den Platz platt gemacht. Er ist zwar jetzt immer noch knüppelhart, aber zumindest eben. Und auch die dringend benötigte Regenschutzmauer steht mittlerweile.
Frühaufsteher: Eine Regenschutzmauer in Ghana?
Haider Hassan: Ja, denn wer meint, dort regnet es nicht, der irrt. Und wenn es regnet, dann kann das ziemlich gewaltig werden.
Auf Asche: Gibt es ein Erlebnis von Deinen Reisen, dass Dir für immer in Erinnerung bleiben wird?
Haider Hassan: Ja, jede Menge. Ich werde zum Beispiel nie das erste Auswärtsspiel von Rot-Weiss Accra vergessen. Der Platz war in der Nähe zahlreicher Werkstätten, die Zuschauer teilweise auf Autowracks und Reifenstapel. Hin und wieder fuhr sogar ein Auto über das Spielfeld. Ich war erstaunt, denn die ghanaischen Spieler störte das nicht im Geringsten. Das Spiel wurde nicht einmal unterbrochen.
Informer: Und? Wann geht’s für Dich das nächste Mal nach Ghana? Wie sehen die weiteren Pläne aus?
Haider Hassan: Ich weiß zwar noch nicht genau wann, aber ich werde demnächst wieder nach Accra reisen. Wir planen eine Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut vor Ort, um den deutsch-ghanaischen Austausch zu fördern.
Frühaufsteher: Und wie könnte so etwas aussehen?
Haider Hassan: Zum Beispiel könnten ghanaische Kinder Märchen aufschreiben, das Goethe-Institut übersetzt sie, und deutsche Schüler malen dann Bilder zu den Märchen.
Auf Asche: Oder Du übersetzt die Märchen. Du kannst doch schon ein paar Brocken Twi.
Haider Hassan (lacht): In der Nähe des Fußballplatzes gibt es eine Tankstelle. Der Tankwart sagte, er bringe mir jedes Mal, wenn ich vorbeikomme, ein neues Wort in der Landessprache Twi bei. Aber ich bezweifle, dass meine „Sprachkenntnisse“ bereits ausreichen, um übersetzen zu können.
Frühaufsteher: Sprachkurse an der Tankstelle, auch nicht schlecht. Wir wünschen Dir auf jeden Fall viel Erfolg beim Projekt Rot-Weiss Accra und natürlich auch beim „Twi lernen“.
lr

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01.08.2010

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