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Töne von Karl May ++ Ruhrhalbinsel ++ Nachrichten
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Töne von Karl May

Weihnachtskonzert des Quartettvereins Frohsinn

Was gibt es Schöneres als ein Weihnachtskonzert, zu dem man romantisch durch den Schnee stapfen kann?
Nicht viel, allerdings war von Outdoor-Romantik am vierten Advent nicht so wirklich viel zu spüren. Vielmehr spürten die Zuhörer, die zu Fuß zur Kirche kamen, den eisigen Wind im Gesicht, der die Schneekristalle beinahe waagerecht durch die Gegend wirbelte und sicherlich nicht nur frierenden Redakteurinnen ein konstantes Fluchen entlockte (hat ja dank des Windes und der dicken Mützen, die jeder auf hatte, keiner gehört). Hatte man den Weg allerdings erfolgreich hinter sich gebracht, fühlte man sich erstens fast so stolz wie Luis Trenker, zweitens war es im Inneren wesentlich wärmer, was die Laune schlagartig besserte, und drittens war die Kälte nach den ersten Tönen sowieso vergessen. Chordirektor Thomas Scharf hat mit seinem Quartettverein wirklich ganze Arbeit geleistet, um die Zuschauer mit auf eine musikalische Reise vom klerikal geprägten Chorgesang über Adventsmusik bis hin zu weihnachtlichen Kompositionen zu nehmen. Reisebegleiter im Kirchenschiff waren Freya Deiting an der Violine, Oliver Haug am Flügel und Kerstin Steiner in ihrer Funktion als Sopranistin und Eyecatcher, was nicht nur an dem wunderschönen roten Kleid lag.
Gesungen wurden nicht ausschließlich die altbekannten Weihnachtskracher, sondern emotional leisere, besinnlichere Stücke. Den meisten war die Komposition von H. Ophoven mit dem Titel „O du gnadenreiche Zeit“ wohl eher als Gedicht bekannt, aber „Markt und Straßen stehen verlassen ...“ einmal gesungen zu hören, war auch schön. Musikalische Laien stutzten bei dem Komponisten des Ave Maria, denn weder Bach noch Gounod war da zu lesen, sondern der schlichte Name Karl May. Nach anfänglichem ,leicht dümmlichem Grinsen und spontanen Wildwest Assoziationen denkt man sich, ja klar, da gab es wohl noch einen, der so hieß und lässt es vorerst damit bewenden. Doch dank des wunderbaren wide webs war es tatsächlich nur eine Sache von Minuten, rauszukriegen, dass der Erfinder von Winnetou tatsächlich auch der Erfinder dieser Ave Maria Version war. May fühlte sich Zeit seines Lebens wohl sehr der Musik verbunden und hat zahlreiche Kompositionen verfasst. Und eine davon ist wohl auch Thomas Scharf in die Hände gefallen, und das Ergebnis hörte sich wirklich gelungen an. (Wer mehr über den musikalischen Karl May wissen will, es gibt sogar ein Buch mit dem Titel : Ein Ave Maria im Wilden Westen). Western hin oder her, die Burgaltendorfer erlebten ein wunderschönes Konzert, das leider wohl wegen des Wetters zumindest um 15.30 Uhr nicht vor komplett gefüllten Bänken statt finden konnte. Dennoch, eine schöne, emotionale Besinnungseinheit im Vorweihnachtsstress.
tine

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01.08.2010

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