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Hattingen - Nachrichten |
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Helden in der Hütte |
Schimanskis Jacke in der Henrichshütte
Sie werden auf’s Podest gehoben, gefeiert und gestürzt. Es hat sie immer gegeben. Zu jeder Zeit und in jeder Kultur: Helden. Die einen sind verehrte Vorbilder, die anderen unangepasste Querköpfe. So einer ist Horst Schimanski, der gut 20 Jahre lang als Tatort-Kommissar im Ruhrgebiet mit Herz, Faust und Schnauze auf Verbrecherjagd ging und Kultstatus erreichte. Ab 12. März ist das „Schimmi“-Markenzeichen, seine verwaschene Militärjacke, als eines von über 800 Exponaten in der Ausstellung „Helden. Von der Sehnsucht nach dem Besonderen“ zu sehen, die der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) in Zusammenarbeit mit der Kulturhauptstadt Europas Ruhr.2010 in seinem Industriemuseum Henrichshütte Hattingen zeigt. Die Schau spannt einen Bogen von Rom bis ins Revier – und damit auch zum legendären Duisburger Tatort-Ermittler. Schimanski-Darsteller Götz George hatte das Kleidungsstück selbst in einem Army-Shop entdeckt – eine M-65-Feldjacke der US-Streitkräfte. Ihr Fernsehdebüt feierte die Jacke am 28. Juni 1981. 29 Tatort-Folgen und 14 weitere Schimanski-Filme lang hielt das robuste Baumwollgewebe den oft rabiaten Einsätzen stand. Dann wanderte die Jacke in den WDR-Fundus und von dort 2007 ins Stadtmuseum Duisburg, wo sie zur begehrtesten Leihgabe avancierte – ausgerechnet in der Stadt, die ihren guten Ruf durch den schnoddrigen Prügel-Bullen anfangs stark angekratzt sah. Mit über 800 wertvollen Exponaten aus ganz Deutschland, den europäischen Nachbarländern und aus Übersee erzählt die Schau Geschichten von großen und kleinen Helden, von Machern und Medien, mutigen Rittern, religiösen Vorbildern, gefeierten Sportlern und engagierten Helfern. Das Spektrum reicht von einer 2.000 Jahre alten Nuckelflasche bis zur Silberbüchse Winnetous. In Bronze glänzt der Fußballschuh des Ruhrgebietshelden Helmut Rahn. Vom heutigen Heldenkult zeugen ein Baumhaus von „Robin Wood“ und der Helm eines New Yorker Feuerwehrmannes, der beim Anschlag auf das World Trade Center ums Leben kam. Die Helden des Reviers haben in der Schau einen besonderen Platz: Typen wie der Bergmann Adolf Tegtmeier oder Ruhrgebietsmutter Tana Schanzara, aber auch verdiente Bürger des Ruhrgebiets als neue Helden der Region im Wandel und schließlich die zugewanderten Helden, die die vielen Einwanderer ins Revier mitgebracht haben. Der Rundgang durch die 1.000 Quadratmeter große Ausstellungshalle mit ausdrucksstarken Inszenierungen, bewegten Bilder und Hörstationen eröffnet mit Durchblicken und Sichtachsen an vielen Stellen überraschende Perspektiven. Am Ende der Ausstellung können Besucher ihren „Helden des Tages“ wählen, auf einem Sockel als Held oder Heldin posieren oder sich in der Videoinstallation „Standing Ovations“ bejubeln lassen. Geöffnet ist Dienstag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr, Freitag von 10 bis 21.30 Uhr. Die Ausstellung läuft bis zum 31. Oktober.
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