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Der ehrbare Kaufmann ++ Ruhrhalbinsel ++ Nachrichten
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Der ehrbare Kaufmann

Finanzexkursion mit Helmut Linssen in der Genobank

Man könnte fast schon sagen „the same procedure as last year, Mr. Kuhmichel?“, denn wie immer zum Jahresbeginn lud die hiesige CDU in die Räumlichkeiten der Genobank, um der Neujahrsrede eines bekannten Parteigenossen zu lauschen.
Diesmal war Helmut Linssen zu Gast in Burgaltendorf. Der Mann, der sich selbst jahrelang als Fossil bezeichnet hat (heute übrigens nicht mehr, denn ihm ist aufgefallen, dass Fossile sich im Allgemeinen nicht mehr viel bewegen und somit auch stoisch jegliche mit Fortschritt verbundenen Veränderungen ablehnen) ist seit Juni 2005 Finanzminister in NRW. Somit hatte der Mann in Zeiten der Wirtschaftskrise durchaus viel zu erzählen, und mit dem Rektor der Uni Duisburg-Essen, dem Präsidenten der Handwekskammer oder der Polizeipräsidentin waren auch durchaus sehr viele Menschen erschienen, die sich für die Zukunftsvisionen von Herrn Linssen interessiert haben. Selbiger ließ sich dann auch nicht lange  bitten und erklärte den Anwesenden zuerst einmal den Unterschied zwischen der Finanzwirtschaft und der Realwirtschaft, um dann seinem Ärger darüber Luft zu machen, dass das gesamte Bild der Realwirtschaft schwer durch eine verzerrte Berichterstattung gelitten habe. Schließlich hätten nicht nur die Dax-notierten Unternehmen Hilfen bekommen, sondern vor allem der Mittelstand, was allerdings in der Medienberichterstattung bisher unter ging. „Rund 11.700 Mittelständische Betriebe haben bisher KFW-Mittel erhalten und für mehr als 700 wurden Bürgschaften aufgestellt“, erklärt der NRW-Wirtschaftsminister, der im Übrigen mit der bisherigen Krisenbewältigung ganz zufrieden ist. Auch gerade mit einem Seitenblick auf das Rekordergebnis seines heutigen Gastgebers, der Genobank, betonte Linssen, dass die ganze Situation ja tatsächlich nicht ganz so schlimm sei wie erwartet und jetzt vielmehr die Zeit genutzt werden sollte, um die Steuern der Kommunen einmal genauer unter die Lupe zu nehmen. Linssen würde gerne über die Gewerbesteuer reden und auch sonst einige Sachen verändern, die mit der Bankenaufsicht zu tun haben. Dank der letzten Vorstöße von Oba­ma sieht er diesbezüglich auf globaler Ebene Veränderungspotzenzial. Linssen entließ seine Zuhörerschaft mit dem Plädoyer für die Prinzipien des ehrbaren Kaufmanns zu den wartenden Häppchen und reihte sich mit dieser Rede brav hinter seine Kollegen Lammert, Merkel und Merz ein, die alle Herrn Anschotts Genobank schon von innen gesehen haben.  
tine

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01.08.2010

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