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Karneval kompakt 2010 ++ Ruhrhalbinsel ++ Nachrichten
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Ruhrhalbinsel - Nachrichten

Karneval kompakt 2010 ++ Ruhrhalbinsel ++ Nachrichten

Karneval kompakt 2010

Ein närrisch-sportives Interview

Stephan Kaufmann (sk): Mein lieber Ernst Albert, der Karneval geht in seinen Endspurt. Wie siehst du als karnevalistisch infizierter Sport­redakteur dieses Finale?
Ernst Albert Kern (eak): Von der sportlichen Seite vergleiche ich das Ganze mit einem 200 Meter Sprint, denn die Session endet bereits am 17. Februar. Die kürzeste Strecke seit 150 Jahren hatten wir  im Jahre  2008, da war am 5. Februar Schluss. Und um einmal zu verdeutlichen, was die Karnevalisten der Ruhrhalbinsel  leisten, sei nur gesagt, dass sie vom Jahresbeginn an bis zum offiziellen Abschluss des FKK am 19. März insgesamt 48 Veranstaltungen durchführen. Die kürzestmögliche Session wird es übrigens 2014 geben, da ist am 4. Februar Schluss.
sk: Wer war am Start der Schnellste?
eak: Wie in jedem Jahr meine AKG 1872 „Lot gohn as et geht“, die wählte nämlich am 8. Januar ihre neue Blumenkönigin. Nicole I. (Hülsmann) heißt die aparte Spitzenfrau der AKG. Ihr zur Seite stehen König Peter I. (Asmus) sowie die Ehrendame Uschi (Schönberger) und der Adjutant Olaf (Bork). Nur einen Tag später zog die nur zehn Jahre jüngere GKG Gemütlichkeit Heisingen mit seiner Blumenkönigin Angelika I. (Wozignoy) und ihrem Ehemann Uwe I. nach. Während die AKG seine Repräsentantin gesondert kürt, ist die Wahl der GKG in die Galasitzung integriert. Besonders begeistert war ich von einer Dame aus dem Sauerland, der Änne aus Dröpplingsen mit ihren deftigen Dönekes und einem Gehwägelchen mit selbst gehäkeltem Frontspoiler in Ferrarirot.
sk: Wir befinden uns eingangs der Gegengerade …
eak: Hast Du jetzt eben mal die Sportart gewechselt? Egal, die AKG kommt jetzt mit ihrer großen Gala-Kostümsitzung, die sie zusammen mit dem Club der Unterernährten durchführt ins Spiel. Besonders bemerkenswert war hier, dass der überwiegende Teil des Programms von Künstlern respektive „Amateuren“ der Ruhrhalbinsel und aus Borbeck gestaltet wurde. Angefangen beim Fanfarenzug Grün-Weiß Burgaltendorf über die Karnevalslegende Peter der Bake, den Blotschenschlampen und den Borbecker Sternen bis hin zu dem Gesangsquartett „Klümken“, das mit alten Karnevalsschlagern begeisterte. Klümken ist letztendlich ein Produkt aus der Zusammenarbeit der Überruhrer Vereine und Verbände in der Kulturwoche. Alle vier sind Sangesbrüder des MGV Sängerbundes Überruhr, zwei davon gehören aber auch der AKG an. Dann musste innerhalb weniger Stunden der Saal aufgeräumt und für den FKK-Frühschoppen hergerichtet werden.
sk: Das nennt man dann wohl „fliegender Wechsel“.
eak: Genau, traditionell wird dann der neue Ehrenkonsul vorgestellt. Rolf Asmus, Leiter einer Fortbildungsakademie der Allianz, heißt der neue Mann. Ein täuschend echter, falscher römischer Konsul in Gestalt von Christian Simon hielt die Laudatio in Form einer Geschichtsstunde. Aber auch Karneval funktioniert ohne Geld nicht. Manfred Kuhmichel überreichte stellvertretend für alle Ehrenkonsuln dem FKK-Vorsitzenden Norbert Tüffers die Schecks zur Förderung des Kupferdreher Karnevals.
sk: Ich bleibe jetzt beim Galopp und biege in die Zielgerade ein.
eak: Ja, Du Zocker, der Club der Braven feiert in diesem Jahr sein 60-jähriges Jubiläum. Grund genug, mit einer Sitzung aufzuwarten, auf der es von närrischen Spitzenkräften nur so wimmelte. Zunächst mal einen Glückwunsch an meinen Präsidenten-Kollegen Horst Ciric. Lieber Horst, du hast deine erste und dazu noch eine so wichtige Sitzung toll geleitet. Aber zurück zum Geschehen. Wer kennt nicht Manni den Rocker oder den in ganz Deutschland bekannten Bundeswehrsoldaten Peter Fassbender. Kontrastreich war das Tanzprogramm, denn für „Dancing Fire“ standen nicht nur  reizende junge Damen auf der Bühne, nein, auch ihre Männer mit dem augenzwinkernden Namen „Beinhoch“ brachten die Stimmung an den Siedepunkt. Der Karnevalstross marschierte weiter in das Franz Hennes Heim. Im Deilbachtal stand der Kinderkarneval an. Es ist mittlerweile zur Selbstverständlichkeit geworden, dass das Kinderprinzenpaar Leon I. und Melissa I. (von der AKG Burgaltendorf) den Kupferdreher Kindern seine Aufwartung macht. Tanzgruppen, das Mäuse Kino der Einigkeit Blau-Rot und – er löste wahre Begeisterungsstürme aus – der zaubernde Bauchredner Michael Walta hielten den Nachwuchs auf Trab. Aber weißt Du was? Lass mal eine kurze Verschnaufpause machen. Du besuchst die Lila Sitzung der KG Rot-Grün, ich muss mich noch für das närrische Fußballspiel am 31. Januar manipulieren, damit meine AKG gewinnt. Am gleichen Tag ermitteln auch noch die „Braven“ unter Verwendung von Schusswaffen ihr neues Königspaar.
sk: Du kannst doch nicht einfach den Spielfluss unterbrechen. Die „Lila-Laune-Truppe“, die anderen mögen mir jetzt die gelb-rote Karte zeigen, sind für mich sowas wie die „Sitzungs-Titelaspiranten“, und deshalb auf der Titelseite. Tätäää!
eak: Oha, kannste noch? Der CdB hat ein neues Königspaar. Königin Astrid II. (Ciric), König Bernd II. (Homski), die Ehrendame Jutta und Adjutant Wolfgang Dait repräsentieren jetzt den 60-jährigen Karnevalsverein. Und ich hab noch mehr  Luft. Hans-Peter Schöneweiß hat gerade den närrischen Anstoß ausgeführt, da bin ich schon auf Linksaußen davon gestürmt.
sk: Du meinst davon gehoppelt? Das hätte den Rosa Funken gefallen.
eak: Na warte, Sportsfreund! Ich hoffe, der Begriff „Revanchefoul“ sagt Dir etwas. Wir sprechen uns in der März-Ausgabe.


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01.08.2010

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