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Die Strasser vom Hirtental ++ Ruhrhalbinsel ++ Nachrichten
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Die Strasser vom Hirtental

Karl-Heinz Dienstdorf, drohende Suppentöpfe und ein gefiederter „Star“

„Ich bin ein Taubenverrückter“, gibt Karl-Heinz Dienstdorf schon früh im Gespräch zu.
Ein durchweg positiv Verrückter, der sich mit seinem Hobby bestens arrangiert und – inklusive Ehefrau – in seinem Haus am Hirtental eingerichtet hat. Hier gibt es sogar einen Raum mit bollerndem Kamin und kleiner Theke, in dem Taubenfreunde empfangen werden. Und im Garten hinterm Haus haben die Vögel, die er nun bereits seit 1975 züchtet, ihr Zuhause. Wer nun allerdings Brieftauben erwartet, die zu langen Flügen starten, sieht sich getäuscht. „Die hätten hier in unserer Gegend wegen der Raubvögel keine Chance“, weiß Dienstdorf, der sich vielmehr auf Formentauben spezialisiert hat, die Bezeichnungen tragen wie „Strasser blau ohne Binden“ oder „Strasser schwarz geschuppt“. Rassetauben, mit denen er auf zahlreichen Ausstellungen, sogar im tiefsten Bayern, schon die begehrten „Ehrenbänder“ gewonnen hat. Ursprünglich stammt Dienstdorf aus Hessen, der 67-jährige Rentner war in seinem Berufsleben erst als Maler und Anstreicher, später dann im Fernsprech- und Signalbau tätig. Von seiner Jugend an hatte er im landwirtschaftlichen Betrieb der Eltern mit Hühnern und Tauben zu tun, was ihn bis heute nicht losgelassen hat. Kompakt und schön abgerundet sollen sie sein, seine flügelbewehrten Lieblingstiere, nach Farben getrennt werden sie bewertet. Um einen guten Eindruck zu hinterlassen, ist zuvor im heimischen Schlag auch etwas Käfigdressur nötig. „Das bedeutet, dass ich sie daran gewöhne, sich nicht in einer Käfigecke zu verstecken, sondern sich schön zu zeigen“, erläutert Dienstdorf, der vor allem auf große Hygiene in seinen Volieren Wert legt. Zweimal am Tag werden die gesäubert, damit Krankheiten erst gar keine Chance bekommen. 16 Tiere, acht Paare hat er momentan, drei Mal im Jahr bis Ende Juli gibt es Nachwuchs, pro Gelege jeweils zwei Eier. Wenn allerdings klar wird, dass eines der geschlüpften Jungtiere keine Chance bei Ausstellungen haben wird, erwartet es ein Schicksal, in dem es dennoch seinem Besitzer Freude macht: den Weg in den Suppentopf. „Es geht nicht anders, ich muss aussortieren“, weiß der Züchter, der seinen Tauben vielleicht auch deshalb erst gar keine Namen verpasst. Auch nicht der „Jahrhunderttaube“, die ihm Ende der 80er Jahre zahlreiche „Bänder“ einbrachte und sogar Angebote von anderen Züchtern bis zu 1.500 DM. Doch er gab sie nicht ab. „Sie war etwas ganz Besonderes.“ Diese Taube brachte es sogar zu einer Theaterrolle, ein halbes Jahr ging sie mit Schauspielern auf Tournee, war aber aufgrund ihres Alters dem Stress eines Bühnenstars wohl nicht mehr gewachsen und kehrte nicht mehr heim.
greis

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01.08.2010

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