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Eine Formel für die Schönheit ++ Ruhrhalbinsel ++ Nachrichten
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Eine Formel für die Schönheit ++ Ruhrhalbinsel ++ Nachrichten

Eine Formel für die Schönheit

Dick, dünn, groß oder klein – aufs Verhältnis kommt es an

„Über Geschmack lässt sich streiten“, sagt ein Sprichwort. Viele Wissenschaftler sehen das aber anders. Sie forschen nach dem Grundmuster, mit dem wir ganz instinktiv einen anderen Menschen als schön beurteilen.
Das neue Jahr ist noch nicht so alt, die guten Vorsätze sind möglicherweise noch frisch.
Häufig befinden sich darunter Vorhaben wie Abnehmen, mehr Sport und gesündere Ernährung. Dass dies der Gesundheit dienlich ist, steht außer Frage, ist aber nicht selten „nur“ ein positiver Nebeneffekt. Vielen geht es primär darum, besser auszusehen. Ein attraktives Äußeres hat eine große Bedeutung für uns Menschen. Doch was ist überhaupt schön?
Zu der Zeit, in der Pythagoras seinen berühmten Satz zu rechtwinkligen Dreiecken formulierte, war der Begriff der Symmetrie im alten Griechenland bereits allgemein geläufig. Auch heute gilt ein Zusammenhang zwischen Symmetrie und Schönheit als selbstverständlich. Sowohl im Tierreich als auch bei uns Menschen ist Symmetrie bei der Partnerwahl gefragt. Warum? Ganz einfach: Symmetrie gilt als äußerer Anzeiger genetischer Fitness, denn asymmetrische Proportionen entstehen vor allem durch Krankheit, Mutation oder andere Störungen während der Embryonalentwicklung. Kurz: Ist die äußere Gestalt symmetrisch, ist auch mit den Genen alles in Ordnung.
Doch ganz so einfach ist die Gleichung „symmetrisches Gesicht = schönes Gesicht“ nicht. Einer Studie der Universität Regensburg zufolge ist Symmetrie zwar ein Faktor, der die Attraktivität beeinflusst, aber nur in relativ geringer Weise. Ein sehr unsymmetrisches Gesicht wird zwar selten als schön empfunden, schöne Gesichter sind aber nicht immer symmetrisch – man denke nur an Cindy Craw­fords berühmtes Muttermal am Mund. Ebenso muss ein als unattraktiv eingeordnetes Gesicht nicht unbedingt asymmetrisch sein.
Eine weitere Rolle – vor allem für die weibliche Schönheit – spielt sicher eine Annäherung an das Kindhafte: Große Augen, eine hohe, runde Stirn, ein kleines Kinn und ein kleines Stupsnäschen werden bei Frauen als attraktiv bewertet. Der Grund dafür: mal wieder die Fortpflanzung. Vermutlich stellte es für Männer im Laufe der Menschheitsgeschichte einen evolutionären Vorteil dar, ihre Gene mit denen möglichst junger Frauen zu teilen. Denn diese waren meist gesünder und länger fruchtbar. Experimente bestätigen: Wird ein Gesicht per Computer an typische Proportionen des Kindchenschemas angepasst, so weist es in der Regel eine höhere Attraktivität auf als das Originalgesicht – egal ob es sich dabei um ein besonders schönes Gesicht handelt oder nicht. Wer das andere Geschlecht betören will, sollte nicht nur auf die Gesichtszüge achten, sondern auch einen möglichst symmetrischen Körper haben. Gleiche Körperhälften gelten sowohl bei Männern als auch Frauen als besonders attraktiv. Das fanden Forscher von der Brunel Universität in Uxbridge bei London heraus. Dabei gingen Männer, die viele männliche Merkmale sowie eine hohe Symmetrie aufwiesen, als besonders attraktiv durch. Frauen wurden dagegen als anziehend erachtet, wenn sie symmetrische Körper, aber einen niedrigen Wert an „Maskulinität“ aufwiesen.
90-60-90 – diese Maße gelten als besonders weiblich. Sie setzen die Körperproportionen in ein Verhältnis zueinander. Das ist aber nur ein erster Schlüssel für das Idealmaß eines Frauenkörpers. Nüchtern ausgedrückt klingt Schönheit so: y = b1x1 + b2x2 + ... + b13x13 + t. Diese Formel hat der Forscher Dr. Martin Gründl errechnet. Die Gleichung setzt das Gewicht, die Taillen- und die Hüftbreite, die Beinlänge und die Oberweite miteinander ins Verhältnis. Demnach finden die meisten Menschen Frauen am schönsten, die besonders lange Beine, einen mittleren oder großen Busen und eine schmale Taille haben. Mit seiner Formel lasse sich Schönheit mathematisch einwandfrei messen und überprüfen, sagt Gründl vom Lehrstuhl für Experimentelle und Angewandte Psychologie der Universität Regensburg. Es sei dabei aber nicht nur wichtig, wie groß und dünn jemand ist, sondern wie die Verhältnisse der einzelnen Körperteile zueinander passen. Aus seiner wissenschaftlichen Studie schlussfolgert der Psychologe: „Es ist gerade die Durchschnittlichkeit, die attraktiv macht.“
lr

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01.08.2010

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