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Rucksack statt Rollkoffer ++ Ruhrhalbinsel ++ Nachrichten
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Ruhrhalbinsel - Nachrichten

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Rucksack statt Rollkoffer

Abenteuer Patagonien

„Der Patagonien-Express ist fast so schön wie die Hespertalbahn“, schlägt Gerd Morgenschweis den Bogen von fernen, fremden Welten hin zum heimatlichen Kupferdreh.
Zusammen mit seiner Frau Marlise hat der Wasserwirtschafter die faszinierende Landschaft in Südamerika mehrfach bereist und nun im Rahmen eines „Lichtbildvortrages“ den stets neugierigen Mitgliedern des Evangelischen Männervereins davon berichtet. Allerdings sitzen bei einer Dia-Vorführung die Zuschauer bekanntlich im Dunkeln, was das Mitschreiben nicht gerade erleichtert. Also, mal sehen, was hängen geblieben ist. Da wären zunächst die klimatischen Verhältnisse, die gegensätzlicher nicht sein könnten. Während westlich der Anden in Chile Gummistiefel und Regenmantel zur Grundausrüstung gehören sollten, ist es östlich der Berggrenze in Argentinien sehr trocken – dabei aber außerordentlich windig. Gut nachvollziehbar, dass man unter diesen Bedingungen und angesichts der langen und oft einsamen Routen mit dem Rollkoffer nicht weit kommt. Dafür helfen der Rucksack und ein geländetaugliches Fahrzeug, Land und Leute wirklich kennenzulernen. Hier einige Stichpunkte, die die Unterschiede innerhalb Patagoniens unterstreichen: In Chile kommt Lamm auf den Bratspieß – in Argentinien wird (natürlich) Rindfleisch favorisiert. Vulkanausbrüche sind auf chilenischer Seite keine Seltenheit, Argentinien besitzt mit seinen Eisgletschern das größte Inlandseisfeld nach den Polarkappen. Hätten Sie gedacht, dass das deutsche Wort „Kuchen“ Eingang in den chilenischen Sprachgebrauch gefunden hat, oder dass 40 Prozent der Argentinien-Einwanderer italienische Wurzeln haben? Da dürfte schon eher bekannt sein, dass Chilenen und Argentinier Lamas als Lasttiere nutzen und von der feinen Wolle der „Guanakos“ profitieren, die laut Aussage der Familie Morgenschweis übrigens auch intelligenter sind als Schafe.
Was eint außerdem – neben dem Namen – die beiden ungleichen Teile Patagoniens? „Die Vorliebe für’s Grillen und den Fußball.“ Also wenn das so ist, dann sind wir auf der Ruhrhalbinsel ja auch ein bischen Patagonien.
PS: Beide Länder nehmen an der Fußballweltmeisterschaft im Juni in Südafrika teil, Chile hat darauf zwölf quälende Jahre warten müssen.
sk

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01.08.2010

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