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Ruhrhalbinsel - Nachrichten |
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Byfänger Dönekes (III) |
von Willi Stötzel
Fußball …
Schwarz und Weiß, wie lieb ich dich … Weiße noch … damals? Dat war noch vorm Krieg. Da spielte dä SV Byfang noch bei Anton Erkens auf en Platz Dat war da, wo heute die Senioren wohnen, also wo die reichen Witwen auf en Balkon liegen …
Ich weiß dat noch genau: Halbzeit stand et 0:0! Un inne Halbzeit – alles Pause bei Anton Erkens anne Theke. Un nu stand dä Temmann – dä dicke Verteidiger – mit en Pilsken inne Hand neben den Schiedsrichter anne Theke. Dä Temmann kuckte sich den Pfeifenkerl so ganz unauffällig vonne Seite an: „Hör mal – muss du morgen früh eigentlich nich auffe Arbeit?“ Dä kuckte den Temmann ganz verdötscht an: „Klar muss ich moin auffe Schicht! Warum fragste?“ Da hat dä dicke Temmann dän Schiri angegrinst: „Kuck mal – wenn wir Byfänger heute dat Spiel hier verlieren – dann steigen wir ab. Un du bis dat dann in Schuld! Un du glaubst doch selber nich – dat du dann mit dein eingedötschten Kopp Morgen auffe Maloche gehen kannst … oder?“ Dä arme Kerl wurde ganz nass umme Blase – oder nä: ganz blass umme Nase! Un nach 10 Minuten ging et weiter.
Zweite Halbzeit! Un wie et der Deubel will – 2 Minuten vor dem Abpfiff – immer noch 0 : 0. Un da kriegt dä gegnerische Mittelläufer ganz zufällig den Ball auf den Hinterkopp … Pfiff: Elfmeter … „Handelfmeter!“ Alles war sich am wundern – die 22 Spieler – alle 31 Zuschauer – alle! Aber dat war schon damals so: „Elfmeter is – wenn dä Schiedsrichter flötet!“ Un dä hatte gepfiffen … Na ja – dat war von den Pfeifenmann dä reine Selbsterhaltungstrieb. Dä mußte doch montags wieder auf en Pütt … Dä Temmann zimmerte den Ball links in den Winkel – 1:0 für uns. Wir waren gerettet! Siehste – dat war schon damals unter gewisse Umstände schwerer an 2 Punkte inne Tabelle zu kommen – wie heute an 3 Punkte in Flensbug.
Tschüß – bis neulich! Euer Willi von Byfang
„Et is nur der Spaß anne Freud`!“
Ich bin nicht der Goethe – schon garnicht ein Schiller – kein Ludwig Kessing – der so Schönes berichtet – Ich bin nur son Jung’ von den Byfänger Höhen, der – wenn et ihn packt – auch ganz gerne mal dichtet … Ein Bogen Papier – und en Bleistift – en spitzen – En ollen Tisch – und en Stuhl – drauf zu sitzen – En Pülleken Bier – um den Geist aufzutanken – Und dann kommen manchmal die dollsten Gedanken! Ich kenn meine Heimat – die Byfänger Auen – vom Fußballkloppen – vom Äppelklauen – vom Rasenmähn und vom Grünkohlpotten – vom Fenster anstreichen und Unkraut-ausrotten – vom Rauschen der Bäume – vom Karnevals-Schwof – vom Freibier beim Poltern auf Nachbars Hof – von Kumpels mit Durst – und mit klätschnassen Socken – vom Weg in der Trauer nach Heiderichs Nocken. Wir haben geackert, geliebt und gesungen – und ich bin halt einer von den Byfänger Jungen. Die Jahre – die rasten – ich sammelte hier im Schrank von dem Dichten so manches Papier – von den Nücken der andern – vom Leben bei uns – und wenn ich das durchseh – so ganz ohne Strunz – dann ist da so viel aus der byfänger Welt – was mir so – beim Durchsehn – ganz gut noch gefällt! Drum hab ich gedacht: Willi – sammel dat fein – Un dann in ne Mappe – zum Andenken rein. Dat is nu passiert. Vielleicht können die Sachen dem einen oder anderen Freude mal machen – Mir selbst macht et Spaß. Lieber Leser – bedenke: Es sind nur Gedanken – die ich dir hier schenke... Es sind nur die Dönekes – die ich gesammelt – Von mir halt aus Spaß und aus Freude gestammelt … Und sag nich: der Junge hat ein’n unterm Triller … ...ich bin halt kein Goethe! Und schon garnicht ein Schiller … Willi von Byfang
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