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Schuld war Willy Brandt ++ Ruhrhalbinsel ++ Nachrichten
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Schuld war Willy Brandt

Manfred Kuhmichel ganz politisch-privat

Wenn man mit Politikern Termine vereinbaren möchte, dann wendet man sich ja eigentlich zuerst einmal an die zuständige Sekretärin.
Bei Manfred Kuhmichels rechter Hand bekommt man aber schnell die lockere Auskunft: „Ach da komm ich schon lange nicht mehr mit, rufen Sie ihn doch kurz selbst an.“ Gut. Nach zweimaligem Handy­klingeln ist unser CDU Landtagskandidat auch direkt dran und hält von weitschweifigem Termineabsprechen überhaupt nichts. „Das können wir auch sofort machen, schießen sie los.“ Okay. Nachdem ich gefragt habe, wie der gebürtige Castrop-Rauxeler zur CDU gekommen ist und wer seine Vorbilder sind, brauche ich eine ganze Weile lang nichts zu sagen, denn Kuhmichel erzählt. Er erzählt, dass er durch die Kriegserinnerungen und den Wiederaufbau schon von klein auf ein großes Interesse an gestalterischer Politik gehabt hat. Er erzählt, dass er großen Respekt und Bewunderung vor Adenauer hat und er erzählt auch, dass die Entscheidung, aktiv Politik zu gestalten, sehr eng mit Willy Brandt verknüpft ist. „Wissen Sie, der hat damals 1969 bei seiner Antrittsrede den Satz gesagt: ‚Wir fangen mit der Demokratie erst richtig an‘, und das fand ich arrogant und wollte aktiv etwas tun.“ (Selbstverständlich fügt er sofort an, dass er Brandt trotz der parteipolitischen Grenze sehr geschätzt hat. (Political Correctness muss sein.) Bevor er in Düsseldorf richtig loslegen konnte, hat Manfred Kuhmichel allerdings noch Abitur gemacht und auf Lehramt studiert. „Mein Ziel war es immer, Rektor einer Schule zu werden.“ Da er dieses Ziel allerdings schon mit 35 Jahren erreicht hatte, war es Zeit für eine neue Herausforderung. Und die fand sich quasi am Gartenzaun. „Wir sind 1970 in das Haus meiner Schwiegereltern gezogen und unser damaliger Nachbar, Werner Streicher, war der damalige Kandidat der CDU. Und da hab ich gefragt, ob ich ihm beim Wahlkampf helfen kann.“ Und schwupps, war Manfred Kuhmichel, der schon länger CDU Mitglied war, im Wahlkampfteam. Was dann folgte, ist den Erzählungen zufolge immer von ganz allein passiert. „Ich wurde für die Ämter, die ich bekleidet habe, immer irgendwie gefunden, ich habe niemals mit einem Gegenkandidaten gekämpft“, erklärt der Politiker, der von 1979 bis 1990 im Rat der Stadt saß, um dann den Lehrerberuf an den Nagel zu hängen und sich hauptberuflich um die Politik zu kümmern. Und das tut er ja nun schon seit mehreren Perioden und klingt auch durchaus zufrieden mit seinem neuen Beruf. Fragt man ihn nach seiner Freizeit, dann kommt sofort das Wort Fußball. „Wissen Sie, ich habe „Sky“, und da guck ich abends gerne Fußball. Außerdem hat meine ganze Familie Dauerkarten für Schalke.“ (Nach diesem Satz folgt sofort die selbstkritische Frage, ob dieses Outing jetzt im Wahlkampf wohl clever war oder nicht. Nun, wir werden es sehen). Kino? „Ja, da war ich tatsächlich länger nicht, ich glaube, das war „Das Boot“, sie wissen schon, mit dem Grönemeyer und so.“ Macht nix, wie ich erfahren habe, beträgt der durchschnittliche Landtagsabgeordnetenarbeitstag rund 14 Stunden, da muss man nicht auch noch „Twilight“ gucken, um mitreden zu können. Frühaufsteher ist Herr Kuhmichel übrigens nur bedingt: „Wenn ich die Möglichkeit habe, mich noch mal umzudrehen, dann mach ich das gerne, aber ich komme generell morgens gut aus dem Bett, wenn ich muss.“ Nach dieser diplomatisch geschliffenen Antwort finde ich noch heraus, dass sein Lieblingsmaler van Gogh ist, Kuhmichel ein bisschen Klavier spielen kann und als Student einmal mit dem Bus durch Spanien gefahren ist. Wer noch mehr Infos haben möchte, der kann sich unter www.manfred-kuhmichel.de schlau machen oder in die Burgaltendorfer CDU eintreten. Dann wird er unseren Kandidaten bestimmt noch besser kennen lernen.
tine

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01.08.2010

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