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Karneval kompakt (03/2010) ++ Ruhrhalbinsel ++ Nachrichten
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Ruhrhalbinsel - Nachrichten

Karneval kompakt (03/2010) ++ Ruhrhalbinsel ++ Nachrichten

Karneval kompakt (03/2010)

Von Zieten, Zoten und Zuggeschichten

Stephan Kaufmann: So, da wären wir wieder. Hab gehört, Du bist vom Hoppelhäschen zum  Medizinmann avanciert. Hast Du einen Schnellkurs auf der „Puder Rosa Ranch“ gemacht?
Ernst Albert Kern: Ich weiß nicht, welchem teurem Schönheitschirurgen Du dein Erscheinungsbild zu verdanken hast, aber bei mir geschieht die Verwandlung zum Medizinmann bei der AKG Bacchusbeerdigung von zarter weiblicher Hand. Zur Erinnerung, liebe Leser, er meint mein Outfit beim närrischen Fußballspiel. Ich glaube übrigens beobachtet zu haben, dass Du beim Zuschauen schon Konditionsschwächen gezeigt hast. Wie es sich gehört, ging es bei mir sportlich-karnevalistisch weiter, nämlich mit dem Bogenschießen bei der KG Rot-Grün. Gewonnen hat den Wettkampf, und zwar überaus deutlich mit 53 Ringen, Günter Kohlmann, der sich fortan Kaiser Günter III. nennen darf. Ihm zur Seite stehen seine Kaiserin Sabine III, die Ehrendame  Anja sowie der Adjutant Christoph Markes. Hast du dich auch in solch adeligen Kreisen bewegt?
sk: Ich habe meine karnevalistische Rückrunde im Landtag begonnen. Die können da richtig gut feiern, und der Peter Weckmann hat aufgetischt – da blieben keine Wünsche offen. Ein toller Gastgeber. Geholfen haben ihm Danielle und Daniel, Rita und Rudi hats gefallen (siehe Foto rechts).
eak: Der Kinderkarneval der AKG 1872 „Lot gohn as et geht“ war meine nächste Station. Ein Riesenspektakel, inszeniert von Jürgen Wittlich, ging da im Saal des Bürgertreffs Überruhr ab. Apropos AKG. Mir ist bei der Gelegenheit aufgefallen, dass einige Essener Printmedien die zweitälteste Essener Karnevalsgesellschaft gerne mit der wesentlich jüngeren AKG Burgaltendorf verwechseln (siehe zum Beispiel beim närrischen Fußballspiel).
sk: Bei mir gings weiter mit der AWO-Sitzung. Aber damit es hier nicht noch kompakter wird, hab ich die „Ömakes“ – und das ist keineswegs respektlos gemeint – schon auf den Überruhr-Seiten näher vorgestellt.
eak: Jetzt habe ich mich wieder selber überholt, denn einen Tag vor dem Kinderkarneval gab es  die von der Prinzengarde Wohltun Byfang gestaltete Sitzung des MGV Sängerbundes Überruhr. Die Erzkomödianten aus dem Essener Hochgebirge waren wie immer super drauf. Aber nicht nur in den Sälen war etwas los, endlich auch mal wieder draußen.
sk: Für ein tolles Spektakel haben in diesem Jahr die Zieten-Reiter gesorgt, als sie ihr Gänsereiten kurzerhand unter die Brücke am Kupferdreher Markt verlegt haben. Schon von weitem waren die „Lichtspiele“ der Eventagentur „Fairvent“ sichtbar, und Inhaber Tillmann Tolle hat es zum Abschluss auch noch richtig krachen lassen. 28 Tonnen Sand mussten die „Rotröcke“ für die Veranstaltung transportieren, was nach Aussage des Zieten-Vorsitzenden Günter Wünnenberg „circa 11,11 Euro gekostet hat“. Möglicherweise ist ihm da das Komma verrutscht. Ehrenkonsul und Mitorganisator Gregor Haurand hat mir übrigens versichert, dass die Pferde weder mit den Minustemperaturen noch mit den vielen Zuschauern Probleme hatten. Keine Probleme mit der äußerst widerstandsfähigen Plastikgans hatte auch Yvonne Maiwurm, die neue Zieten-Königin hat Florian Brauksiepe zu sich in die Kutsche geholt. Vor kurzem feierte übrigens Giesela Lomberg ihren 85. Geburtstag. Sie war 1955 Zieten-Königin, und hat zu ihrem damaligen König Willi Wessling noch heute Kontakt. Aus diesem Anlass haben wir auf der Folgeseite mal alle Königspaare bis 1979 aufgelistet. Wenn man sich im Publikum so umgehört hat, gab es nur anerkennende Worte für die Idee, das karnevalistische Reitturnier in den Ortskern zu bringen. Motto: „Gut für die Zieten – gut für Kupferdreh“.
eak: Selbstverständlich. Ich hoffe, dass das Schule macht. Es muss nur nicht unbedingt so kalt sein. Die Blotschen sind in diesem Jahr beim Schiebkarrenrennen in Heisingen in der Kiste geblieben. Die GKG Gemütlichkeit hatte sich vergeblich bemüht, bei namhaften Herstellern von Holzschuhspikes fündig zu werden, aber die hatten alles schon nach Holland geliefert. Auf verkürzter Strecke blieb eine Gruppe nach Fotofinish Sieger, die uns Beiden wahrscheinlich schon vom Namen her sympathisch ist, der Verein intellektueller Pilstrinker. Vielleicht sollten wir in deren Stammlokal zukünftig unsere Redaktionskonferenz abhalten.
sk: Ist Dir übrigens die schöne, klare Luft am Rosenmontag überhaupt aufgefallen? Und die Sonne hat schließlich auch noch hervorgeschaut, Petrus ist eben doch ein Jeck. Schade, dass nur 45.000 Besucher an die Kupferdreher Straße gekommen sind. Aber die waren dafür ebenso gut gelaunt, wie die Akteure auf den Wagen, die meines Erachtens nach jedes Jahr professioneller werden. Was meinst Du?
eak: Vom Pils trinken auf frische Luft zu kommen, spricht Bände. Aber ernsthaft, der Zug war und ist ein Riesenerlebnis. Die gute Laune der Jecken am Straßenrand ist für mich kein Wunder. Der Kupferdreher Karneval mit seinem Lokalkolorit und dem Engagement der Vereine des FKK ist etwas ganz Besonderes. So etwas springt eben über. Der Funke hat auch noch bis zum Veilchendienstag geglüht. Damit war es ein Leichtes, den Bacchus nach seinem Hinscheiden anzuzünden. Am Freitag, den 19. März, feiert der FKK um 20 Uhr im Saal des Bürgertreffs Überruhr den Karnevalsabschluss. Hier werden die ausgezeichnet, die sich in der abgelaufene Session besonders hervorgetan haben. Am Sonntag, den 7. November, geht es um 11.11 Uhr dann mit dem 32. Hoppeditzerwachen im Franz-Hennes-Heim wieder los. Hicks, äh, Hugh der Medizinmann hat gesprochen.
sk: Hicks ist gut, nach wieviel Pils hast Du denn in der letzten Ausgabe dem Ehrenkonsul und neuem Ehrenmitglied der Einigkeit Blau-Rot Flusi ein „y“ angehängt?
eak: Pils war überhaupt nicht im Spiel. Ich fand die Schreibweise irgendwie dekorativer. Stell dir vor, Christian Simon hat doch tatsächlich von von mir verlangt, die richtige Schreibweise einhundert Mal zu üben. Die sonstigen in Betracht gezogenen Strafen will ich gar nicht nennen. Aber, lieber FLUSI, es steht jetzt in 28.000 Exemplaren des Frühaufstehers, das reicht doch wohl, oder?

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01.08.2010

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