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Hattingen - Nachrichten |
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Am liebsten gemeinsam |
Hobby-Musiker in Hattingen
Die Musikschule der Stadt Hattingen betreut Ensembles für jedes Lebensalter. Einen Schüler, der ein Instrument erlernt oder der in einer Band spielt, kennt eigentlich jeder. Doch wie sieht es mit den Erwachsenen aus? Lebenslanges Lernen ist im Berufsleben längst angekommen. Und wer noch nie ein Instrument erlernt oder lange nicht mehr gespielt hat, kann das auch tun, wenn er längst kein Schüler mehr ist. In Hattingen freut sich Musikschulleiter Peter Brand über das „Monday Night Orchestra“, das im Kreis wirklich einmalig sei. „Neben unseren Hattinger Mitgliedern kommen Leute aus Bochum, Dortmund, Gelsenkirchen, um in unserer Big Band zu spielen“, berichtet er. „Seit ungefähr drei Jahren sind die 40- bis 60-Jährigen dabei, die montags um 19.30 Uhr im Schulzentrum Holthausen proben und viel Spaß dabei haben. Natürlich will jeder mit der Zeit sein Instrument besser beherrschen lernen – dazu gibt’s auch Workshops – aber das gemeinsame Musizieren und die Freude daran finde ich persönlich ganz wichtig. Und man muss keineswegs perfekt sein oder unbedingt Schüler der Musikschule.“ Ludger Meyer ist hier der „Bandleader“. Die Monday-Night-Musiker sind nicht die ältesten Aktiven: Im Seniorenorchester musizieren 60- bis 80-Jährige jeden Dienstagmorgen um zehn Uhr in der Talstraße. Christiane Büscher und ihr Ensemble beweisen, dass lebenslanges Musizieren sehr bereichernd ist und auch generationsübergreifend wirkt: Kürzlich spielten sie gemeinsam mit Grundschulkindern. Der Spaß daran war auf beiden Seiten groß. Das Orchester war auch bei einer Erwachsenen-Wohngruppe der Lebenshilfe zu Gast. Musik verbindet eben nicht nur Junge und Alte. Wer nicht in ein „fertiges“ Orchester einsteigen, sondern ein neues mit aufbauen will, findet in Peter Brand einen Ansprechpartner, der gerne weitere Musiker zusammenbringen würde. „Viele Erwachsene, die ein Instrument spielen oder auch singen, möchten am liebsten gemeinsam mit anderen musizieren, kennen aber vielleicht keine Gleichgesinnten. Bei Jugendlichen ist das natürlich allein über die Schule einfacher“. Und Erwachsene, die erst anfangen wollen, ein Instrument zu erlernen? Lernen sie grundsätzlich anders als ihre jungen Kollegen? „Sie sind disziplinierter“, berichtet Peter Brand, „schließlich wissen sie genau, was sie tun! Oft haben sie jedoch wenig Zeit zum Üben.“ Wichtig sei, regelmäßig zu proben. Lieber zehn Minuten täglich als eine Stunde am Stück, ob jugendlich, ob erwachsen. „Musik ist ein hohes Bildungsgut“, findet der Musikschulleiter. „Im Vordergrund steht immer die Freude daran.“ Was ihm noch am Herzen liegt: „Auch Menschen an Musik heranzuführen, die noch nie etwas damit zu tun hatten. Damit sie selbst etwas davon haben. Oder auch um zu verstehen, womit ihre Kinder sich beschäftigen“. Wer weiß – vielleicht entsteht auf diese Weise ja auch das eine oder andere Familien-Orchester. pgs
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