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Ein Held aus Burgaltendorf ++ Ruhrhalbinsel ++ Nachrichten
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Ein Held aus Burgaltendorf

„Unter uns“ – Selmer Schüler erinnern an Heinrich Kämpchen

In der Hattinger Henrichshütte lockt derzeit die „Helden“-Ausstellung die Besucher an.
Dort geht es um sehr prominente Menschen und ihre erinnerungswerten Taten. Im Rahmen einer begleitenden Veranstaltung präsentiert das Städtische Gymnasium Selm aber auch weniger im Gedächtnis gebliebene „Heroen“. „Für uns kaum bekannt, damals aber eine echte Größe“, beginnt der Schüler Marcel Klöpper seinen Text über Heinrich Kämpchen – Bergarbeiter und Dichter, geboren am 23. Mai 1847 in Altendorf (Ruhr), heute Burgaltendorf, wo auch eine Straße nach ihm benannt ist.

„Maßregelt uns, kürzt den Lohn,
macht härter noch die harte Fron,
wälzt jeden Stein auf uns herab –
ihr grabt euch doch das eigne Grab“


Dieser Vers, gerichtet an die damaligen Unternehmer und Zechenbesitzer, macht schon für sich allein deutlich, wofür Heinrich Kämpchen stand und steht: Ein Arbeiter-Poet, der nicht ohne Widerstand hinnehmen wollte, was ihm und seinem Umfeld geschah. Das ist auch auf seinem Grabstein niedergelegt: „Er war ein Kämpfer und sein Schwert war das Lied.“ Kämpchen thematisierte vor dem Hintergrund der herben Schönheit seines geliebten Ruhrgebietes mit großer Emotionalität die Sorgen und Nöte der Bergarbeiter, immer mit deutlichen Bezügen zu tagespolitischen Geschehnissen. Auch das „Internationale Knappenlied“, das in sozialistischen Kreisen weite Verbreitung fand, war eines seiner Werke.
Kämpchen arbeitete selbst ab seinem 13. Lebensjahr als Grubenarbeiter. Für ihn zählte vor allem, dass die Bergarbeiter seiner Zeit zusammenhielten, er drückte aus, was viele Menschen im Ruhrgebiet damals empfanden und sich wünschten. Er legte in seinen Werken die Gründe dar, die die Kumpel zum Protest, Widerstand und Streik bewegten. Als bitteren  Lohn erntete er den Eintrag seines Namens auf der „Schwarzen Liste“, fand nach einer Maßregelung nie wieder Arbeit und lebte bis zu seinem Tode am 6. März 1912 in Bochum-Linden von einer minimalen Rente und kleinsten Honoraren für seine Gedichte.
Heute fast vergessen, setzten ihm nun moderne Schüler ein kleines Denkmal. „Zehn Helden des Ruhrgebiets – Unter uns“ heißt der Beitrag der Selmer Gymnasiasten, der im Rahmen einer Kooperation ihrer Schule mit dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe entstand und für eine Schutzgebühr von zwei Euro zu erhalten ist.
greis

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08.09.2010

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