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Aus Liebe zur Tradition ++ Ruhrhalbinsel ++ Business Nachrichten
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Ruhrhalbinsel - Business Nachrichten

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Aus Liebe zur Tradition

Rot-Weisse Törtchen aus Burgaltendorf

August 1939: Rot-Weiss Essen weiht sein Stadion mit einer Partie gegen den FC Schalke 04 ein. Unter den 30.000 Zuschauern wird wohl auch Paul Gräler gewesen sein. Der Konditor-Meister aus Burgaltendorf war ein Rot-Weiss-Fan der ersten Stunde. Heute führt sein Enkel, Stefan Gräler, den Familienbetrieb weiter – und die Liebe zum Fußball an der Hafenstraße.
Frühaufsteher: Herr Gräler, vor zwölf Jahren haben Sie die Bäckerei/Konditorei und das Café Ruhrblick von Ihrem Vater übernommen. War die Berufswahl vorprogrammiert?
Stefan Gräler: Ich habe mir nie Gedanken darüber gemacht, einen anderen Beruf zu ergreifen. Die Konditorei macht mir Spaß – mit all den Vor- und Nachteilen, die eine Selbstständigkeit mit sich bringt. Und es wäre einfach zu schade gewesen, unseren Familienbetrieb in fremde Hände zu geben. Unsere Bäckerei und Konditorei an der Grenze zwischen Überruhr und Burgaltendorf hat Tradition. Und Traditionen sollten man pflegen.
Frühaufsteher: Zur Tradition in Ihrer Familie gehört auch der RWE. Sie selbst sind Sponsor unserer Elf an der Hafenstraße. Wie viel rot-weisses Blut pocht in Ihren Adern?
Stefan Gräler: Die Leidenschaft – und ich meine wirkliche Leidenschaft – für Rot-Weiss Essen ist in meiner Familie von Generation zu Generation vererbt worden. Natürlich bin ich Inhaber einer Dauerkarte, auch mein Bruder ist ein Rot-Weisser. Und mein Vater Gerd reiste 1955 zum Meisterschaftsfinale nach Hannover, als RWE Deutscher Meister wurde. Nur meine Frau hat mit Fußball nichts an der Mütze. Das hat aber auch seine positive Seite. So kann sie mich an den Tagen, an denen der RWE ein Heimspiel hat, vertreten. Denn die Spiele an der Hafenstraße will ich auf keinen Fall verpassen.
Frühaufsteher: Sie sprachen vom Meisterschaftsfinale 1955. Davon sind wir leider derzeit weit entfernt. Wie erleben Sie als RWE-Fan die Situation in unserem Traditions-Club?
Stefan Gräler: Ein bisschen deprimierend ist es schon – vor allem in einem halb abgerissenen Stadion zu sitzen. Die Stadionfrage ist immer noch nicht geklärt, und ich finde es schon traurig, dass eine Traditionsmannschaft wie Rot-Weiss in einer Ruine spielen muss. Natürlich würde auch ich gern einmal wie mein Vater den RWE in einem Meisterschaftsfinale erleben. Aber das wird wohl so schnell nicht der Fall sein. Dennoch: Liebe kennt keine Liga.
Frühaufsteher: Aber Rot-Weiß kennt Ihre Törtchen. Sie stellen bei den Heimspielen frische Kuchenvariationen im VIP-Zelt bereit. Finden die Backwerke Anklang bei den Fans und Sponsoren?
Stefan Gräler: Oh ja. Sie werden von den Besuchern richtig gut angenommen. Zumindest deutet die Tatsache darauf, dass sie immer sofort vergriffen sind.
Frühaufsteher: Haben Sie denn auch schon einmal eine RWE-Torte gebacken?
Stefan Gräler: Auch das gab es schon. Ich bin ja nicht der einzige RWE-Fan. Und da kommt es auch schon mal vor, dass ein Fan zu einem besonderen Anlass eine Torte mit RWE-Logo bestellt.
Frühaufsteher: Sie sprachen eingangs von den Vor- und Nachteilen der Selbstständigkeit. Wann stehen Sie morgens auf?
Stefan Gräler (lacht): Wahrscheinlich früher als Sie. Mein Arbeitstag beginnt um vier Uhr in der Früh. Wenn Sie so wollen, bin ich also ein echter Frühaufsteher.
Frühaufsteher (lacht): Da schlafe ich allerdings noch den Schlaf des Gerechten. Herr Gräler, ich danke Ihnen für das nette Gespräch.
Das Interview führte Frühaufsteher-Redakteur Lars Riedel.

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08.09.2010

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