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Byfänger Dönekes VI ++ Ruhrhalbinsel ++ Nachrichten
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Byfänger Dönekes VI

von Willi Stötzel

Willem

Et is nich alles wahr, wat hier steht –
Aber dat meiste is kaum gelogen …
„Wenn die Mimikätzkes blühen –
wenn die Liebespärkes ziehen
wenn dä Mai die Kerls macht schwach –
dann hat WILLEM Namenstag!“
Dat is ja allgemein bekannt – dat dä Namenstag von Willem – dä 28. Mai – einer von die höchsten Feiertage in Byfang is! So ne Art Heldengedenktag!
Un der Tag wird natürlich richtig gefeiert.
So mit Pils un Steinhäger un Grillen un Buttercreme
un so. Un mit immer wiederkehrende Nücken un Klamauk!
Denn – im Sommer kommen die Wespen –
auf  Willem kommen die Verwandten.
Damit will ich nix gegen de Wespen gesagt haben.
Et ganze Jahr hasse ja Ruhe.
Aber wenn dat auf Willem zugeht – wenn die Naßfüßler-Mönche inne Verwandtschaft  merken – dat se sich dat Kümpken mal wieder so richtig für lau volllaufen lassen können – dann bisse vonne Socken – wieviele Verwandte dat du hast!
Zuerst kommt dann der Traum meiner schlaflosen Nächte – die Faust im Nacken – die liebe Schwiegermama. Die is wie ne Zeitung – die erscheint täglich – die kennt jeden Quatsch – die weiß auch immer alles besser – die hat als Zeitung nur einen Nachteil: man kann se nich verbrennen.
Un dann bricht das Verderben über uns zusammen: es klingelt – und herein strömt die ganze Bagage – Onkel un Tanten bis in siebte Glied – alles Ägypter: einer “Nasser“ wie dä andere.
Für 2 Euro krisse dann von alle gemeinsam son Primelpöttken angereicht – als Ehrengeschenk – mit en Schleifken dran.
Dann drängen se dich mit en Schub auf de Seite – un wenn du in dat Wohnzimmer kommst – sind die besten Plätze belegt.
In mein Sessel – mein Kasten Bier auf en Schoß – meine Zigarre im Hals – mein Schwager Emil. Dä Emil hat so nasse Füße – davon hat sein Frau schon Rheuma!
Kusine Ena schwärmt ja so für Sport.  – Schwimmen sagt se gibt breite Schultern – un Wandern kräftige Füße. Ich sag: Erna – dann hast du wohl viel geritten!
Un dann fällt die ausgeschmachtete Bande über die Würstkes un den Erpelsalat her – als ob in Byfang Hungersnot herrschte.
Tante Clarissa hat sogar immer noch Tupperpöttkes dabei – falls mal wat übrigbleibt.
Die hat dat Clarissa von so ne Tupper-Party.
Tupper-Party kennste doch – da hocken die Frauen um en Tisch rum un bekucken sich die Dosen.
Mein Vetter Emil kommt sogar aus Hamburg. Un dä gibt immer en Stiefel an – wat die in Hamburg alles haben. Ich sag: hau nich so auf den Putz – wat habt ihr denn in Hamburg?
En Gänsemarkt – keine Gänse – en Pferdemarkt – keine Pferde – ne Jungfernstiege – keine Stiege. Ware knatschig! Un ihr hier in Byfang?
Ich sag: ich trau mir zu – alle Jungfrauen von Byfang mit eine Schubkarre nach Kupferdreh zu fahren. Natürlich nich alle auf einmal – immer eine nach der andern. Alle Beide!
So jagt dann ein Scherz denselben – immer lustig – auf Willi seine Kosten!
Un wenn sich dann die ganze Bande hat volllaufen lassen – die Bude auf en Kopp gestellt – sämtliche Vorräte – bis auf Brot, dat ham se nich angerührt – vertilgt sind – müssen se gezwungener Maßen wieder alle aufbrechen.
Sagt mein Schwiegermutter: dat is aber lieb – dat du uns bis zum Autobus wegbringst.
Ich sag: gerne – ich will doch wissen – ob se wirklich alle abhauen.
So lieben Besuch kannste garnich weit genug wegbringen!
Da war se eingeschnappt un sagte: jetzt bin ich aber sprachlos!
Ich sag: Gott erhalte dich in diesem Zustand!!!
Wenn dann die letzten gegangen sind –
Dann freut sich Vater – Mutter und Kind!
Die haun voller Wonne die Haustür zu:
Jetzt ham se widder ein Jährken Ruh!
Ich seh die Verwandten ja immer ganz gerne –
Aber am liebsten aus weiter Ferne!
„Ja – im Sommer – da ham wir die Wespenplagen.
Aber ich wollte ja nix gegen  die Wespen sagen!“

Tschüß – bis neulich!
Willi von Byfang


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04.09.2010

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